Schlagwort: Rassismus

  • Kommentar – Wenn Angst regiert: Willkommen in der Republik der Panikmacher

    Kommentar – Wenn Angst regiert: Willkommen in der Republik der Panikmacher

    Es gibt wenige Disziplinen, in denen die extreme Rechte mit solcher Virtuosität brilliert wie im Verbreiten von Angst. Während andere politische Kräfte mühsam zwischen Fakten und Lösungen balancieren, inszeniert der Rassemblement National (RN) das perfekte Endzeitdrama – Woche für Woche, Mikrofon für Mikrofon. Sébastien Chenu, Vizepräsident der Partei und Abgeordneter des Departements Nord, hat heute einmal mehr bewiesen: Wer braucht differenzierte Analyse, wenn man auch mit einem rhetorischen Flammenwerfer auf die Realität zielen kann?

    Frankreich, so Chenu, sei auf dem direkten Weg in die Hölle. Gewalt explodiere, die Kriminalität befinde sich auf „nie dagewesenen Höchstständen“, und – natürlich – „die Immigration“ sei schuld. Dass Statistiken zu Gewalt- und Eigentumsdelikten in Frankreich komplexer sind als in einer Talkshow darstellbar, interessiert dabei nicht. Die Wahrheit hat im Theater der Empörung bekanntlich Sendepause.

    Dramaturgie statt Daten

    „Alles explodiert“, ruft Chenu. Die Zahl der versuchten Tötungsdelikte sei um „mehr als 85 Prozent“ gestiegen. In anderen Bereichen seien es „mehr als 115 Prozent“. Ob sich diese Zahlen auf ein Quartal, ein Jahr oder zehn Jahre beziehen? Nebensache. Hauptsache, sie klingen nach Ausnahmezustand.

    Tatsächlich zeigen die offiziellen Zahlen des französischen Innenministeriums und des Nationalen Observatoriums für Kriminalität (ONDRP) ein differenzierteres Bild: Während bestimmte Gewaltformen, wie etwa häusliche Gewalt oder Jugendgewalt, in den letzten Jahren zugenommen haben – teils infolge besserer Erfassung –, sind andere Deliktformen, insbesondere Eigentumsdelikte, rückläufig oder stabil. Und was den oft zitierten „Anstieg bei Tötungsdelikten“ betrifft: Die Zahl bleibt, gemessen an Frankreichs Gesamtbevölkerung, im europäischen Mittelfeld. Das ist schlimm genug – aber kein Indiz für den gesellschaftlichen Kollaps, den Chenu beschwört.

    Die Schuldigen stehen fest – bevor die Debatte beginnt

    Wenn Rechtspopulisten über Kriminalität sprechen, ist eines sicher: Die Schuldfrage ist längst geklärt, bevor das erste Argument gefallen ist. Auch Chenu macht keinen Hehl daraus: Schuld sind „die Jugendlichen“ und „die Immigranten“. Dass junge Menschen seit jeher statistisch häufiger in polizeilichen Kriminalitätsstatistiken auftauchen – international, altersunabhängig, milieubedingt – wird zur ideologischen Nebensache. Und dass die Kategorie „immigré“ in Frankreich ein weites, häufig undifferenziertes Feld umfasst – egal. Hauptsache, das Feindbild steht.

    Die Aussage, es gebe eine „überrepräsentierte Immigration“ in der Kriminalität, ist bewusst schwammig. Wer ist gemeint? Französische Staatsbürger mit Migrationshintergrund? Papierlose Migranten? Asylsuchende? In der rechtspopulistischen Rhetorik verschwimmt das alles zu einem bedrohlichen Amalgam, das nur eines will: „unsere“ Republik zerstören.

    Politik der harten Hand – und des kurzen Denkens

    Die Lösung, wie immer, liegt auf der Hand: mehr Gefängnisse, härtere Strafen, niedrigere Hürden für Haft. Auch für Minderjährige, selbstverständlich. Aber bitte nicht gemeinsam mit „Multirezidivisten“ – Chenu gibt sich da großzügig differenziert. Stattdessen fordert er spezielle Strukturen – von denen er weiß, dass sie bislang nicht existieren, was ihn jedoch nicht davon abhält, deren Fehlen der Regierung anzulasten.

    Das eigentliche Ziel dieser Straflust? Nicht Sicherheit, sondern Machtdemonstration. Es geht nicht darum, Ursachen von Gewalt zu bekämpfen – Armut, soziale Desintegration, Bildungsmangel –, sondern darum, einen imaginären Ordnungspfeiler einzurammen. Einen, der „den Franzosen“ signalisiert: Wir wissen, wo das Böse wohnt. Und es kommt aus dem Ausland.

    Migration als Sündenbock in Endlosschleife

    Was wäre ein RN-Interview ohne den obligaten Ruf nach Abschiebungen? Auch Chenu enttäuscht nicht: „Wer nicht Franzose ist und hier ein Verbrechen begeht, muss raus.“ Dass ein erheblicher Teil der Delikte von Menschen mit französischer Staatsangehörigkeit begangen wird? Unerheblich. Dass internationale Abschiebeabkommen oft fehlen oder Staaten die Rücknahme verweigern? Detailfrage.

    So wird das Migrationsproblem zur universellen Erklärung für jedes gesellschaftliche Symptom – und zugleich zur Waffe gegen eine politische Elite, die angeblich „nicht sehen will“, was die Straße längst erkannt habe. Dass diese „Straße“ vom RN selbst seit Jahren mit Empörung beliefert wird, versteht sich von selbst.

    Ein Land wird mürbe gemacht

    Die wahre Gefahr liegt nicht in den – realen – Herausforderungen durch Jugendkriminalität, Drogenhandel oder Parallelgesellschaften. Sie liegt in der systematischen Polarisierung der Debatte. In der Transformation eines sozialen Problems in ein kulturelles und letztlich ethnisches. Und in der Erosion des Vertrauens in demokratische Institutionen.

    Wer permanent ein Land beschreibt, als stünde es am Abgrund, betreibt keine Sicherheitspolitik – er betreibt politische Brandstiftung. Wer Kriminalitätsstatistiken als Waffe gegen die Grundwerte der Republik nutzt, zersetzt nicht nur das Vertrauen in Regierung und Verwaltung, sondern auch in den demokratischen Diskurs.

    Am Ende bleibt das Bild eines Frankreichs, das angeblich im Chaos versinkt – aber in Wahrheit von jenen destabilisiert wird, die davon politisch profitieren wollen. Und Chenu? Der steht dabei nicht am Rand, sondern mitten im Epizentrum dieser Erzählung. Denn Angst ist nicht nur ein schlechter Ratgeber. Sie ist auch ein verdammt effektives Wahlkampfmittel.

    Ein Kommentar von Andreas M. Brucker

  • „Résister“ gegen den Rechtsruck: Salomé Saqués Essay trifft einen Nerv der Zeit

    „Résister“ gegen den Rechtsruck: Salomé Saqués Essay trifft einen Nerv der Zeit

    Der Aufstieg der radikalen Rechten in Frankreich ist längst kein Randphänomen mehr. Dass ein politischer Essay mit kämpferischem Ton landesweit Hunderttausende Leser erreicht, ist dennoch bemerkenswert – besonders wenn er von einer jungen Journalistin verfasst wurde, die bislang vor allem digital engagiert war. Salomé Saqués Résister, ein Manifest gegen die extreme Rechte, hat sich seit seinem Erscheinen im Oktober 2024 zu einem unerwarteten Bestseller entwickelt. Mehr als 400.000 verkaufte Exemplare, 65 Wochen ununterbrochen in der Bestsellerliste des L’Express – nun erscheint das Buch in einer erweiterten Neuausgabe. Der Zeitpunkt ist politisch wie symbolisch aufgeladen. Zwischen Essay und Appell Mit Résister legt Saqué keine wissenschaftliche Analyse vor, sondern einen eindringlichen Appell. Ihr Text versteht sich als Akt der zivilgesellschaftlichen Mobilmachung. Die Journalistin, die unter anderem für das Investigativportal Blast tätig ist, schildert darin die Mechanismen und Strat…

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  • Eurovision, Empörung und ein Wort, das Gift in sich trägt: Wie ein Dorfbürgermeister eine nationale Debatte entfachte

    Eurovision, Empörung und ein Wort, das Gift in sich trägt: Wie ein Dorfbürgermeister eine nationale Debatte entfachte

    Ein einziger Satz kann ein politisches Erdbeben auslösen. Manchmal braucht es nicht mehr als einen gedankenlos hingeworfenen Kommentar auf Facebook, um ein Land aufzuschrecken – und die dünne Linie sichtbar zu machen, die zwischen politischer Meinung und strafbarer Herabwürdigung verläuft. So geschehen in Augignac, einem 800-Seelen-Ort in der Dordogne, wo Bürgermeister Bernard Bazinet, ein erfahrener Kommunalpolitiker, glaubte, eine zugespitzte Bemerkung zur Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest abgeben zu müssen. Es wurde ein Satz, der wie ein Stein ins Wasser fiel und seine Kreise immer weiter zog. „La France est trop youpine pour boycotter l’Eurovision“ schrieb er – eine Aussage, die in Frankreich an eine lange, dunkle Geschichte antisemitischer Schmähung erinnert. Kaum war die Nachricht veröffentlicht, war sie nicht mehr einzufangen. Praktisch über Nacht rückte ausgerechnet dieser kleine Ort im Périgord in die Schlagzeilen einer landesweiten Debatte. Die politische Reaktion …

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  • Kommentar: Rechtsradikale Dummheit vergiftet unser Leben – jetzt auch auf dem Weihnachtsmarkt!

    Kommentar: Rechtsradikale Dummheit vergiftet unser Leben – jetzt auch auf dem Weihnachtsmarkt!

    Es reicht.

    Wann ist aus einer offenen Gesellschaft ein Ort geworden, an dem selbst der Weihnachtsmarkt nicht mehr sicher vor Hass und Hetze ist? Wann haben wir begonnen, stillschweigend zuzusehen, wie der dunkelbraune Bodensatz der Gesellschaft sich Raum nimmt – ohne Anstand, ohne Scham, ohne Verstand?

    Was da auf dem Place Kléber in Strasbourg passiert ist, war keine Meinungsäußerung. Es war keine Debatte. Es war keine Warnung. Es war blanker, dummer Hass – hingeschmiert auf ein Banner, das mit plumper Provokation die schlimmsten Klischees wiederkäut, die je durch rechte Echokammern gegeifert wurden.

    Und das Schlimmste: Sie tun es mit einem Lächeln.

    Zwei junge Frauen – scheinbar gebildet, medienaffin, strategisch trainiert – hängen mitten in der Adventszeit eine rassistische Botschaft über eine belebte Innenstadt. Mitten zwischen Kindern, Familien, Touristinnen und Touristen. Mitten im Licht. Zwischen Glühwein, Lebkuchen und Weihnachtsliedern. Zwischen allem, was uns erinnert, dass Menschlichkeit mehr ist als Herkunft, mehr als Hautfarbe, mehr als Passnummer.

    Was geht in diesen Köpfen vor?

    Ist das das neue Gesicht des Rechtsextremismus? Freundlich lächelnde Frauen mit Handykamera, die Gift streuen wie Zuckerperlen – in der Hoffnung, dass es keiner merkt? Dass man sie verharmlost, weil sie weiblich, jung, unschuldig wirken?

    Wer so denkt, macht sich mitschuldig.

    Denn das ist das eigentliche Gift: dass wir uns an diese Bilder gewöhnen. Dass wir immer wieder den Kopf schütteln, uns empören – und dann weitermachen, als sei nichts gewesen.

    Aber das war nicht nichts.

    Es war ein direkter Angriff auf unser Zusammenleben. Auf den letzten, warmen Ort der Gemeinsamkeit, den viele Menschen noch haben – den Weihnachtsmarkt. Er steht für Nähe, für Frieden, für Kindheitserinnerungen, für ein kurzes Aufatmen in einer hektischen Welt.

    Und jetzt? Jetzt hängen dort Botschaften, die klingen wie aus den 1930ern. Nur lauter. Nur dreister. Nur digitaler.

    Diese Dummheit, die sich da Bahn bricht, ist keine jugendliche Provokation. Sie ist kaltes Kalkül.

    Sie will provozieren, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie will verletzen, um Reaktionen zu erzwingen. Sie will Menschen mit Migrationsgeschichte zu Tätern machen – pauschal, kollektiv, widerlich.

    Aber wir sind nicht so.

    Strasbourg ist nicht so. Europa ist nicht so.

    Wir sind besser.

    Und wir müssen lauter sein als diese Sprücheklopfer, diese falschen Weihnachtswünscher, diese selbsternannten Retter des Abendlandes, die in Wahrheit nichts retten – sondern zerstören.

    Was es jetzt braucht? Zivilcourage. Eine Justiz, die nicht zögert. Politiker:innen, die nicht relativieren. Und eine Gesellschaft, die klar macht: Rassismus hat auf keinem Platz der Welt einen Platz.

    Und schon gar nicht auf einem, der nach Zimt riecht und nach Hoffnung schmeckt.

    Von C. Hatty

  • „Raus mit den Vergewaltigern“ – Wie Strasbourg zum Schauplatz rechter Hetze wurde

    „Raus mit den Vergewaltigern“ – Wie Strasbourg zum Schauplatz rechter Hetze wurde

    Die Worte brannten sich ins Gedächtnis wie Brandflecken auf weißer Weihnachtspracht: „Papa Noël, remigre moi ces violeurs étrangers.“ Zu Deutsch: „Weihnachtsmann, schick mir diese ausländischen Vergewaltiger zurück.“ Ein Banner, aufgehängt am 3. Dezember mitten auf dem festlich erleuchteten Place Kléber in Strasbourg, während rundherum Kinderlachen, Glühweinduft und Weihnachtslieder die Luft erfüllten. Was als familiäres Vorweihnachtsidyll begann, endete an diesem Abend mit einer Demonstration der ganz anderen Art – und einem schalen Beigeschmack, der weit über die Grenzen des Elsass hinaus wirkt. Die Aktion stammt vom „Collectif Némésis“, einem radikalen identitären Frauenkollektiv aus Paris, das bereits in der Vergangenheit mit provokanten, rassistisch aufgeladenen Auftritten Schlagzeilen machte. In diesem Fall kletterten zwei Aktivistinnen auf ein Wohnhaus, platzierten das Banner in Sichtweite des Marktes – und verschwanden nach wenigen Minuten. Die Polizei entfernte das Plakat schn…

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  • Gericht verurteilt Identitäre: Rassistische Banneraktion gegen Aya Nakamura endet vor Strafgericht

    Gericht verurteilt Identitäre: Rassistische Banneraktion gegen Aya Nakamura endet vor Strafgericht

    Ein Banner, ein Satz, ein Angriff – und ein Prozess, der Frankreichs Debatte über Meinungsfreiheit und Rassismus neu befeuert. Zehn Mitglieder der identitären Gruppierung Les Natifs wurden vom tribunal correctionnel de Paris schuldig gesprochen. Ihr Vergehen: eine öffentlich zur Schau gestellte Beleidigung mit rassistischem Unterton gegen die französisch-malische Sängerin Aya Nakamura. Drei weitere Mitangeklagte wurden freigesprochen.

    Was war geschehen? Am 9. März 2024 erfolgte die Ankündigung, dass Aya Nakamura bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele auftreten würde. Noch am selben Tag reagierte die rechtsextreme Gruppierung Les Natifs mit einer gezielten Provokation.Auf der Île Saint-Louis hissten sie ein Banner mit den Worten: „Y a pas moyen Aya, ici c’est Paris, pas le marché de Bamako.“ (Keine Chance, Aya, hier ist Paris, nicht der Markt von Bamako) Eine Anspielung auf Nakamuras Welthit Djadja – kombiniert mit der gezielten Herabsetzung ihrer Herkunft aus Mali.Beglei…

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  • Grenzen der Provokation: Éric Zemmour endgültig für rassistische Äusserungen aus 2019 verurteilt

    Grenzen der Provokation: Éric Zemmour endgültig für rassistische Äusserungen aus 2019 verurteilt

    Die französische Justiz hat ein deutliches Zeichen gesetzt. Mit dem Urteil des Pariser Berufungsgerichts vom 22. Februar 2024 endet ein langwieriger Rechtsstreit um eine Rede Éric Zemmours aus dem Jahr 2019 – und mit ihm ein weiteres Kapitel in der juristischen Auseinandersetzung mit einem der umstrittensten politischen Akteure Frankreichs. Die Richter verurteilten den Vorsitzenden der rechtsextremen Partei Reconquête wegen öffentlicher Beleidigung sowie Anstiftung zu Hass und Diskriminierung. Die Rede, gehalten auf der „Convention de la droite“ im September 2019, war ein radikales Manifest gegen Einwanderung und Islam – nun wurde sie auch rechtskräftig als strafwürdig eingestuft. Eine Rede, die bewusst verletzte Zemmour hatte in seiner Rede Muslime pauschal als „Kolonisatoren“ diffamiert und die muslimische Präsenz in Frankreich mit einer „Armee der Besatzung“ verglichen. Er sprach von einer „ethnischen Unterwerfung“, gegen die man sich wehren müsse, und verknüpfte islamische Identitä…

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  • Schock in Brive-la-Gaillarde: Vater und Sohn zeigen französische Flagge mit Nazi-Symbol

    Schock in Brive-la-Gaillarde: Vater und Sohn zeigen französische Flagge mit Nazi-Symbol

    Ein Balkon, ein Stück Stoff, ein Zeichen – manchmal reicht genau das, um eine ganze Stadt aufzurütteln. Am Montag, dem 18. August 2025, wurde in Brive-la-Gaillarde, Corrèze, ein Vater mit seinem 18-jährigen Sohn von der Polizei festgenommen. Der Grund: An ihrem Balkon hing eine französische Trikolore, auf der das berüchtigte „SS“-Symbol prangte – Sinnbild für die mörderischen Einheiten des NS-Regimes. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Ein Nachbar, empört und verunsichert, griff zum Telefon und alarmierte die Polizei. Wenige Stunden später standen die Beamten vor der Tür, nahmen Vater und Sohn fest und eröffneten ein Verfahren wegen „Apologie de crimes de guerre“ – der Verherrlichung von Kriegsverbrechen. In Frankreich ist das kein Kavaliersdelikt, sondern eine schwerwiegende Straftat.

    Bücher, Papiere, politische Unterlagen Die anschließende Hausdurchsuchung brachte weitere brisante Details ans Licht. Ermittler stießen auf ein Geschichtsbuch über den Nationalsozialismus un…

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  • Kontrolliert, weil du so aussiehst? – CEDH verurteilt Frankreich wegen diskriminierender Polizeipraxis

    Kontrolliert, weil du so aussiehst? – CEDH verurteilt Frankreich wegen diskriminierender Polizeipraxis

    Es ist ein Urteil, das Geschichte schreibt. Am 26. Juni 2025 wurde Frankreich erstmals von der Europäischen Menschenrechtskonvention (CEDH) wegen eines diskriminierenden Polizeikontrollverfahrens verurteilt – ein Novum im französischen Justizalltag, aber für viele Betroffene etwas, das sie schon lange gespürt haben: Systematische Diskriminierung. Und zwar mit amtlichem Stempel. Der Fall, der alles ins Rollen brachte Karim Touil, ein französischer Staatsbürger mit nordafrikanischen Wurzeln, wurde innerhalb von zehn Tagen im Jahr 2011 gleich drei Mal kontrolliert. Nicht etwa, weil er gesucht wurde. Sondern – so sieht es die CEDH – offenbar schlicht wegen seines Aussehens. Die Richter stellten einen „Verdacht diskriminierender Behandlung“ fest, was der französische Staat nicht entkräften konnte. Ergebnis: Eine Verurteilung wegen Verletzung von Artikel 14 (Diskriminierungsverbot) in Verbindung mit Artikel 8 (Recht auf Privatleben) der Europäischen Menschenrechtskonvention. 3.000 Euro Schad…

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  • Frankreich: Toleranz bleibt stabil – doch Hassverbrechen nehmen zu

    Frankreich: Toleranz bleibt stabil – doch Hassverbrechen nehmen zu

    Trotz eines alarmierenden Anstiegs rassistischer und antisemitischer Übergriffe in Frankreich zeigen jüngste Studien: Die gesellschaftliche Toleranz bleibt stabil oder nimmt sogar weiter zu. Diese widersprüchliche Entwicklung offenbart die komplexe Dynamik zwischen öffentlicher Meinung und realen Gewalttaten in einem polarisierten gesellschaftlichen Klima. Ein leichter Anstieg der Toleranzwerte Der aktuelle Bericht der nationalen Menschenrechtskommission verzeichnet eine leichte Erholung des Indexes für gesellschaftliche Toleranz. Nach einem Rückgang im Vorjahr – infolge internationaler Krisen und innerfranzösischer Unruhen – steigt der Wert um einen Punkt auf 63. Damit setzt sich ein langfristiger Aufwärtstrend fort, der seit den frühen 1990er-Jahren zu beobachten ist. Besonders deutlich ist die Ablehnung offener Diskriminierung gegenüber Muslimen, Jüdinnen und Juden sowie Roma. Trotz der zunehmenden Präsenz populistischer und migrationskritischer Stimmen scheint die Mehrheit der Fran…

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