Schlagwort: nachhaltiger Tourismus

  • Mit der Mobylette durch Frankreich: Vintage-Roller erobern den Tourismus

    Mit der Mobylette durch Frankreich: Vintage-Roller erobern den Tourismus

    Wer hätte gedacht, dass die knatternden Zweitakter der 70er und 80er Jahre eines Tages ein Revival erleben? Doch genau das passiert gerade in Frankreich: Die gute alte Mobylette ist zurück auf den Straßen – und das mit Stil! Nostalgie, Entschleunigung und ein Hauch Abenteuerlust treiben immer mehr Menschen auf die kleinen Landstraßen, um Frankreich auf […]

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  • Côte d’Azur: Wenn Amerika sich neu in Südfrankreich verliebt

    Côte d’Azur: Wenn Amerika sich neu in Südfrankreich verliebt

    Die Côte d’Azur erlebt derzeit eine Art transatlantisches Revival. Amerikanische Touristinnen und Touristen strömen wieder verstärkt an die französische Mittelmeerküste – nicht wie einst in den goldenen Fünfzigern, aber mit ähnlich viel Begeisterung. Und das ist mehr als nur ein vorübergehender Hype.


    Dollars und Dolce Vita: Eine spürbare Rückkehr

    2024 machten internationale Gäste satte 54 Prozent aller Besucher an der Côte d’Azur aus. Besonders auffällig dabei: Der starke Zuwachs aus Nordamerika. Und das schlägt sich nicht nur in der Besucherstatistik nieder, sondern auch in der Kasse – mit rund 170 Euro geben amerikanische Reisende täglich mehr als doppelt so viel aus wie ihre französischen Pendants.

    Diese neue Lust auf die Côte d’Azur fällt nicht zufällig mit einer verlängerten Tourismussaison zusammen. Dank Großereignissen wie den Olympischen Spielen oder dem Tour de France-Rummel zieht sich die Hauptsaison mittlerweile von Mai bis Oktober – ein echter Glücksfall für die Hotellerie. In Nizza lagen die Belegungszahlen im Sommer an manchen Wochenenden bei beeindruckenden 98 Prozent.


    Lieblingsecken mit Postkartenflair

    Wo zieht es die Gäste aus Übersee besonders hin?

    • Nizza lockt mit seiner Promenade des Anglais, einem Mix aus Belle Époque und urbaner Lässigkeit – genau der richtige Cocktail für Reisende auf der Suche nach Kultur und Meerblick.
    • Saint-Tropez versprüht weiter seinen alten Charme. Für viele bleibt der Ort Inbegriff französischen Glamours – samt Luxusläden, Yachten und schillerndem Nachtleben.
    • Monaco ist Pflichtprogramm für alle, die Prestige und Jetset erleben wollen – inklusive Casino, Formel 1 und königlichem Flair.
    • Cap d’Antibes bietet hingegen Ruhe, mediterrane Idylle und exklusive Rückzugsorte – ideal für diejenigen, die lieber unbemerkt genießen.

    Kurz gesagt: Jeder dieser Orte erfüllt ein anderes Fernweh – und gemeinsam machen sie die Region unwiderstehlich.


    Der Weg wird kürzer

    Ein wesentlicher Grund für die neu entflammte Begeisterung: Die Côte d’Azur ist leichter erreichbar als je zuvor. Der Flughafen Nizza-Côte d’Azur hat sein Transatlantikangebot kräftig ausgebaut. American Airlines etwa bietet Direktflüge aus Philadelphia an – und macht so den Sprung über den Atlantik für viele deutlich bequemer. Ein Jetlag, der sich lohnt.


    Wo Sonne ist, gibt’s auch Schatten

    Doch der Boom hat auch seine Kehrseiten. Mit dem Ansturm steigen nicht nur die Einnahmen, sondern auch die Herausforderungen: Verkehrsprobleme, Wohnraumknappheit, Umweltbelastung – Themen, die viele Einheimische betreffen. Die wachsende Nachfrage darf nicht zulasten der Lebensqualität oder der natürlichen Schönheit der Region gehen.

    Die Tourismusakteure vor Ort stehen daher vor einer komplexen Aufgabe: Wie kann man Wachstum und Nachhaltigkeit in Einklang bringen?


    Mehr als nur ein Sommerflirt?

    Die Begeisterung amerikanischer Gäste für die Côte d’Azur ist kein Zufallsprodukt. Es ist das Ergebnis gezielter Strategie, kultureller Attraktivität und einer Prise mediterranen Charmes, der auf der anderen Seite des Atlantiks nie ganz vergessen wurde. Die Region hat bewiesen, dass sie nicht nur fotogen ist – sondern auch zukunftsfähig.

    Die spannende Frage lautet nun: Gelingt es, diesen Schwung verantwortungsvoll zu nutzen – und dabei sowohl Gästen als auch Gastgebern gerecht zu werden?

    Von Andreas M. B.

  • Cézanne total: Aix-en-Provence feiert 2025 seinen berühmtesten Sohn – mit Köpfchen und Kultur

    Cézanne total: Aix-en-Provence feiert 2025 seinen berühmtesten Sohn – mit Köpfchen und Kultur

    2025 steht ganz im Zeichen eines Mannes, der die Kunstwelt auf den Kopf stellte – Paul Cézanne. In seiner Heimatstadt Aix-en-Provence wird dieser Geburtstag nicht einfach gefeiert – er wird zelebriert. Und zwar so durchdacht, dass selbst eingefleischte Tourismus-Skeptiker ins Staunen geraten könnten.

    Mit kluger Verkehrslenkung, nachhaltiger Mobilität und einer wahren Flut an kulturellen Highlights macht sich Aix bereit für ein Jahr voller Farben, Formen und faszinierender Geschichten. Willkommen zur „Année Cézanne“.


    Kunst trifft Organisation

    Das Zentrum des Geschehens bildet die monumentale Ausstellung Cézanne au Jas de Bouffan im Musée Granet. Von Ende Juni bis Mitte Oktober werden dort rund 130 Werke des Malers präsentiert – viele davon noch nie in Frankreich gezeigt. Parallel dazu werden legendäre Orte aus Cézannes Leben wie das Atelier des Lauves und die Bastide du Jas de Bouffan frisch restauriert und zugänglich gemacht.

    Doch mit großen Namen kommen auch große Besuchermengen – und genau darauf hat sich Aix bestens vorbereitet.


    Mobilität mit Verstand

    Niemand will, dass sich die engen Gassen der Altstadt in einen Parkplatz verwandeln. Deshalb wird der Verkehr clever umgeleitet:

    • In der Innenstadt werden während der Hauptveranstaltungen Parkflächen gesperrt oder eingeschränkt nutzbar sein.
    • Von außerhalb fahren spezielle Shuttlebusse, die Besucher bequem zu den Veranstaltungsorten bringen.
    • Der öffentliche Nahverkehr wird aufgestockt – samt vergünstigten Tickets.
    • Und wer es sportlich mag: Ausgebaute Radwege und Leihfahrräder stehen bereit, um ganz Cézanne-like durch die Provence zu cruisen.

    Wird damit wirklich alles besser? Zumindest dürfte der Frust über Staus und Parkplatzsuche deutlich geringer ausfallen.


    Ein Fest für alle Sinne

    Die Stadt hat sich nicht nur für Kunstkenner ins Zeug gelegt – auch Familien, Kinder und Genussmenschen kommen voll auf ihre Kosten.

    • La Petite Galerie Cézanne richtet sich mit einer interaktiven Ausstellung an Kinder zwischen 3 und 12 Jahren – spielerisch, bunt, inspirierend.
    • Geführte Spaziergänge auf der berühmten Route Cézanne verbinden Stadt, Landschaft und Kunst – ideal für alle, die mit den Augen wandern.
    • Und in den Restaurants? Da locken Menüs, inspiriert von Cézannes Lieblingszutaten und Farben. Ein Biss provenzalischer Impressionismus sozusagen.

    Das Ziel: Kultur, die bleibt

    Hinter all dem steckt mehr als bloßer Event-Tourismus. Aix-en-Provence will mit der Année Cézanne ein Signal setzen: für nachhaltige Mobilität, kluge Besucherführung und den bewussten Umgang mit kulturellem Erbe.

    Denn eine Stadt lebt nicht nur vom Glanz der Vergangenheit, sondern auch davon, wie sie ihn heute vermittelt. Und wenn Kultur und Alltag so geschickt ineinanderfließen, kann daraus tatsächlich etwas Bleibendes entstehen.


    Ein Hoch auf Cézanne – und auf eine Stadt, die zeigt, wie man’s richtig macht.

    Catherine H.