Schlagwort: Klimawandel

  • Unwetter: Als in Gap mitten im September der Winter ausbrach

    Unwetter: Als in Gap mitten im September der Winter ausbrach

    Was aussieht wie ein Aprilscherz, war in Wahrheit ein meteorologisches Inferno: Am Abend des 4. September 2025 verwandelte sich die südostfranzösische Stadt Gap in eine bizarre Schneelandschaft – obwohl der Kalender noch Spätsommer zeigte. Der Grund: Ein sogenanntes Superzellen-Gewitter, eines der heftigsten und zerstörerischsten Wetterphänomene, entlud sich über der Region. Innerhalb von nur 30 Minuten prasselten 33 Liter / m2 Regen vom Himmel – begleitet von massiver Hagelbildung. Die Innenstadt von Gap lag in kürzester Zeit unter einer weißen Decke, wie frisch gepudert – nur war es eben kein Schnee, sondern Eis. Die Stadt glich einer Skistation im Hochwinter, und das mitten im September. Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten: Keller liefen voll, Dächer wurden beschädigt, ein Schuldach stürzte teilweise ein. In Geschäften stand das Wasser knöcheltief, zahlreiche Läden mussten schließen. Die Feuerwehr rückte zu Dutzenden Einsätzen aus, das öffentliche Leben kam schlagartig zum…

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  • La Léchère – Evakuierung wegen drohendem Bergsturz

    La Léchère – Evakuierung wegen drohendem Bergsturz

    Im Schatten der französischen Alpen, wo schroffe Felswände und idyllische Täler eine jahrhundertealte Kulisse für das Leben in den Bergen bilden, gerät ein kleines Dorf ins Wanken – wortwörtlich. Der Weiler Champ du Comte in der Gemeinde La Léchère, Savoie, musste evakuiert werden. Grund: eine bedrohliche Gesteinsmasse von 5.000 Kubikmetern, die jederzeit ins Tal stürzen könnte. Eine unsichtbare Bedrohung, aber mit gewaltigem Potenzial. Die stille Gefahr in der Wand Bereits Ende 2024 schlugen Geologen Alarm. Eine tiefe Rissbildung in einer Felswand oberhalb des Weilers ließ aufhorchen – oder besser gesagt: hinschauen. Von außen ist wenig zu erkennen. Doch unter der Oberfläche arbeitet der Berg, und er tut das langsam, aber stetig. Seitdem kontrollieren Sensoren Tag und Nacht die mikroskopischen Bewegungen der Gesteinsmasse. Laut Experten verformt sich das Gestein aktuell nur sehr langsam. Keine akute Gefahr, sagen die Daten. Und trotzdem: Die Bedrohung ist real – und sie bleibt.

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  • Tornado-Schock in der Bretagne: Guéhenno im Ausnahmezustand

    Tornado-Schock in der Bretagne: Guéhenno im Ausnahmezustand

    Als der Himmel sich am 2. September 2025 dunkel färbte und der Wind plötzlich zu toben begann, ahnte in Guéhenno niemand, dass dieser Dienstagmorgen nicht wie jeder andere verlaufen würde. Doch was dann geschah, war mehr als ein Wetterumschwung – es war ein Naturereignis, das die kleine bretonische Gemeinde ins Mark traf.

    Acht Minuten Verwüstung

    Kurz nach acht Uhr morgens zieht ein extrem heftiger Luftwirbel über mehrere Weiler von Guéhenno hinweg – acht Kilometer lang, kaum zehn Minuten lang, aber mit zerstörerischer Kraft. Dächer fliegen davon, Scheunen stürzen ein, ein Wohnmobil wird buchstäblich vom Boden gerissen.

    „So etwas haben wir hier noch nie erlebt“, sagt Nolwenn Bauché, Bürgermeisterin der 850-Seelen-Gemeinde. Der Sturm kam ohne Vorwarnung, war auf keiner Wetterkarte angekündigt – und dennoch hinterließ er ein Bild der Zerstörung.

    Wenn das Zuhause zum Albtraum wird

    Drei Menschen wurden leicht verletzt – unter ihnen ein Kind. Eine Mutter berichtet unter Schock: „Er schlief noch, es war gegen 7:45 Uhr. Er ist aufgewacht, als plötzlich alles auf ihn herunterfiel.“ Ihr Sohn hatte Glück: Ein Holzstück bohrte sich knapp hinter seinem Bett in die Wand, ein Velux-Fenster krachte auf seinen Schreibtisch.

    Es ist eine Mischung aus Erleichterung und Entsetzen, die man in den Augen der Bewohner sieht. Viele von ihnen stehen fassungslos vor ihren Häusern, deren Dächer abgerissen wirken. Schutt auf der Straße, zerfetzte Stromleitungen, verwüstete Gärten – das Bild nach dem Sturm ist bedrückend.

    Einsatz im Ausnahmezustand

    Rund 50 Feuerwehrleute rückten an, um Straßen zu sichern, Dächer notdürftig abzudecken und Menschen zu evakuieren. Priorität habe laut Einsatzleiter Manuel Gouriou, weitere Schäden bei möglichem Regen zu verhindern. Besonders gefährdet: jene Häuser, deren Dächer komplett verloren gingen.

    Für mehrere Familien, deren Unterkünfte unbewohnbar geworden sind, werden nun alternative Unterbringungen organisiert. Die Solidarität in der Region ist groß – Nachbarn helfen, Unterkünfte werden angeboten, Spendenaktionen laufen an.

    Tornado in der Bretagne – seit wann gibt es das?

    Tornados gelten in Frankreich als selten – doch sie sind kein völliges Novum. Besonders in den letzten Jahren häufen sich solche Extremwetterereignisse. Im Département Morbihan, wo Guéhenno liegt, kam es bereits in der Vergangenheit zu kleineren Wirbelstürmen.

    Die jetzt gemessenen Windgeschwindigkeiten – 123 km/h auf der nahegelegenen Insel Groix – deuten darauf hin, dass der Tornado von Guéhenno zwischen den Stufen EF1 und EF2 auf der erweiterten Fujita-Skala liegt. Das entspricht Windstärken zwischen 138 und 217 km/h – genug, um Häuserdächer zu zerstören und Fahrzeuge umzukippen.

    Warnung in Gelb – reichte das?

    Météo-France hatte den Morbihan bereits am Vortag in die Warnstufe Gelb versetzt – wegen möglicher Gewitter und starker Winde. Doch mit einem Tornado in dieser Stärke rechnete niemand. Dass dieser plötzlich und punktuell zuschlug, zeigt einmal mehr die Grenzen selbst modernster Wettervorhersage.

    Und es wirft eine unbequeme Frage auf: Müssen wir uns in Zukunft häufiger auf solche Ereignisse einstellen?

    Klimawandel – ein neuer Risikofaktor?

    Die Zunahme von Extremwetterereignissen in Europa ist längst kein Randthema mehr. Ob Starkregen, Hitzewellen oder eben Tornados – die Natur scheint unberechenbarer zu werden. Fachleute vermuten, dass veränderte Temperatur- und Luftdruckverhältnisse solche Phänomene wahrscheinlicher machen.

    Ein Weckruf mit Nachhall

    Der Tornado von Guéhenno war mehr als ein Unwetter – er war ein erneuter Weckruf. Für die Bewohner, für die Behörden, aber auch für die gesamte Region. Naturkatastrophen machen auch vor idyllischen Landgemeinden nicht halt. Was bleibt, ist die Frage: Sind wir bereit für das, was kommt?

    Von C. Hatty

  • Tornados über Frankreich – und wir zucken nur noch mit den Schultern?!

    Tornados über Frankreich – und wir zucken nur noch mit den Schultern?!

    Die Fenster klirren, der Himmel färbt sich schwarz wie Kohle, und dann bricht die Hölle los. Bäume knicken wie Zahnstocher, Dächer werden abgedeckt, als wären sie aus Pappe. Und was machen wir? Scrollen weiter. Gähnen. Nehmen’s hin.

    Das ist gefährlich – tödlich gefährlich.

    Denn was hier passiert, sind keine „Launen der Natur“. Es sind Warnschüsse. Unüberhörbar. Und doch tun viele so, als sei das alles irgendwie normal geworden. Als gehöre es halt jetzt dazu, dass in Südfrankreich extreme Gewitter sogar die Rentrée durcheinander bringen.

    Leute – wacht auf!

    Wir dürfen uns niemals, wirklich niemals, an Extremwetter gewöhnen. Gewöhnung ist der erste Schritt zur Kapitulation. Wenn wir anfangen, zerstörerische Stürme als „neue Normalität“ zu akzeptieren, dann haben wir schon verloren. Dann haben wir den Klimawandel einfach stillschweigend als Schicksal akzeptiert – anstatt ihn zu bekämpfen.

    Tornados in Frankreich? Früher war das eine Nachricht wert. Heute ist’s bald nur noch eine Push-Meldung.

    Was ist eigentlich nicht in Ordnung mit uns? Seit wann ist Gleichgültigkeit eine Überlebensstrategie? Es gibt keine Gewöhnung an zerstörte Existenzen, an die Angst vor dem nächsten Starkregen, an unterspülte Straßen und explodierende Versicherungsprämien. Das ist kein Wetterphänomen – das ist politisches und gesellschaftliches Versagen auf offener Bühne.

    Und ja, das muss auch mal raus:

    Diese Gewitter und Tornados sind nicht nur Meteorologie. Sie sind ein moralischer Bankrott.

    Denn wir wissen es besser. Seit Jahrzehnten. Aber anstatt beherzt gegenzusteuern, verpulvern wir unsere Zeit mit Scheindebatten. Sollen wir ein Tempolimit jetzt einführen oder später? Wollen wir wirklich Kohlekraft abschalten, wenn doch der Strom daraus so günstig ist? Und das ewige: „Aber China!“ – als ob andere Länder unsere Ausreden rechtfertigen würden.

    Willkommen in der großen Illusion der Bequemlichkeit.

    Die Wahrheit ist hart. Und unbequem. Und unüberhörbar.

    Die Extremwetter der vergangenen Tage und Wochen zeigen uns, dass das Klima nicht verhandelt. Es reagiert. Und zwar auf unser kollektives Zögern, auf unsere Gier, auf unsere Rücksichtslosigkeit gegenüber kommenden Generationen. Wer heute noch glaubt, wir könnten so weitermachen wie bisher, der hat entweder zu viel Geld, zu wenig Vorstellungskraft oder schlicht kein Gewissen.

    Was braucht es denn noch, damit wir aufwachen? Ganze Dörfer, die verschwinden? Menschen, die nicht mehr versichert werden, weil kein Unternehmen mehr das Risiko trägt? Oder dass irgendwann niemand mehr in Teilen Frankreichs ein Haus bauen will, weil Wetterprognosen dort wie Horrorfilme klingen?

    Stattdessen: Schulterzucken. Wetter ist eben verrückt.

    Nein. Der Klimawandel ist kein Naturereignis. Er ist menschengemacht. Und ja – wir sind damit gemeint. Politik, Industrie, Wirtschaft, Wähler – alle. Jeder Einzelne trägt Verantwortung. Und Verantwortung heißt: handeln, nicht verdrängen. Verändern, nicht schönreden.

    Und jetzt?

    Wir brauchen keine neuen Studien, wir brauchen keine Appelle mehr. Was wir brauchen, sind Entscheidungen. Radikal, klar, unmissverständlich. Fossile Energien gehören auf den Müllhaufen der Geschichte. Subventionen für zerstörerisches Wirtschaften müssen weg. Sofort.

    Wer heute noch Investitionen in fossile Projekte genehmigt, der ist nicht nur Teil des Problems – der ist das Problem.

    Und an alle, die jetzt sagen: „Aber das bringt doch nichts, wenn wir das alleine machen“ – mal ehrlich: Was ist das für eine Moral? Wenn dein Nachbar sein Haus abbrennen lässt, machst du dein eigenes dann auch kaputt? Oder löscht du wenigstens deins?

    Wir haben keine Zeit mehr für halbe Sachen.

    Wir brauchen Mut. Und wir brauchen eine neue gesellschaftliche Ehrlichkeit. Wir haben Mist gebaut – und wir müssen ihn aufräumen. Punkt.

    Tornados in Frankreich sind kein Wetterproblem. Sie sind ein Weckruf. Und wir haben verdammt viele Wecker überhört.

    Ein Kommentar von Andreas M. Brucker

  • Verbrannte Erde in Oletta – Feuergefahr auf Korsika bleibt brandaktuell

    Verbrannte Erde in Oletta – Feuergefahr auf Korsika bleibt brandaktuell

    Korsika steht in Flammen. Wieder einmal. Am Samstag, dem 30. August 2025, verwandelte sich eine idyllische Ecke bei Oletta in Haute-Corse in ein flammendes Inferno. Innerhalb weniger Stunden fraß sich das Feuer durch rund 35 Hektar Vegetation – angefacht von heftigen Winden, die mit bis zu 110 km/h durch die Macchia peitschten. Dass dabei keine Menschen zu Schaden kamen, grenzt fast an ein Wunder.

    Mehr als 100 Feuerwehrleute kämpften gegen das Feuer an, unterstützt von Löschflugzeugen und Helikoptern. Eine Hundertschaft von Helfern, die mit bloßen Händen und moderner Technik ein Bollwerk gegen die Flammen errichtete. Ihr Einsatz war notwendig. Denn das Feuer näherte sich gefährlich schnell bewohnten Gebieten. Rund 100 Anwohner mussten sicherheitshalber in ihren Häusern bleiben. Der Verkehr wurde umgeleitet, Straßen blockiert. Ein Notfallprotokoll, das reibungslos griff – diesmal.

    https://twitter.com/asso_psfdf/status/196…

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  • Korsika im Ausnahmezustand – Wenn der Himmel zur Hölle wird

    Korsika im Ausnahmezustand – Wenn der Himmel zur Hölle wird

    Was sich am Abend des 28. August 2025 über Korsika entlud, war kein gewöhnliches Sommergewitter. Es war ein meteorologischer Faustschlag – brachial, kurz und erschütternd. Innerhalb weniger Stunden verwandelte sich die Insel der Schönheit in eine Bühne der Naturgewalt. Mitten in der Urlaubssaison peitschten Windböen mit über 150 Kilometern pro Stunde durch Städte und Dörfer. Regenmassen ergossen sich in Sturzbächen, Stromleitungen fielen, Straßen verwandelten sich in reißende Flüsse. Und ein Flugzeug hob ab – nicht zum Flug, sondern vom Wind. Wenn Wind Flugzeuge tanzen lässt Wer die Bilder vom Flughafen Sainte-Catherine in Calvi gesehen hat, wird sie so schnell nicht vergessen. Ein abgestelltes ATR-72-Flugzeug von Air Corsica wird vom Wind gepackt, dreht sich wie ein Kinderspielzeug und hebt leicht vom Boden ab – als hätte jemand das Naturgesetz der Schwerkraft außer Kraft gesetzt. Es ist ein Moment, der in seiner Absurdität fast surreal wirkt – und doch die nackte Realität eines Sturm…

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  • Unwetter über Frankreich: Wenn der Sommer mit einem Donnerschlag endet

    Unwetter über Frankreich: Wenn der Sommer mit einem Donnerschlag endet

    Was wie ein leiser Abschied vom Sommer begann, endet in Frankreich mit einem ohrenbetäubenden Finale. Orkanwinde, Starkregen, Gewitterfronten – das Land ächzt unter einer Welle extremer Wetterereignisse, die sich über Tage hinweg entladen. Während viele noch die Hitze der vergangenen Wochen im Kopf haben, zeigt sich nun die andere Seite des Klimawandels: nass, gefährlich, zerstörerisch.


    Wetterlage im Ausnahmezustand

    Seit Mittwoch, dem 27. August, dominieren starke Gewitterzellen weite Teile Frankreichs. Besonders der Süden und Osten sind betroffen – Regionen, die in den Sommermonaten sonst eher für ihre Trockenheit bekannt sind. Die Wetterlage hat sich regelrecht festgefahren: Mediterrane warme Feuchtluft trifft auf kühlere atlantische Strömungen – und was dabei entsteht, ist ein explosives Gemisch.

    Die Folge: Unwetterwarnungen auf Orange-Niveau, herausgegeben von Météo-France, für zahlreiche Départements. Im Var und in den Bouches-du-Rhône stürzen Wolkenbrüche nieder, Windböen fegen durch die Städte, und aus den Wolken prasseln teils faustgroße Hagelkörner.

    Zerstörung im Gepäck

    Mancherorts glich der Himmel einer Szene im Katastrophenfilm: bedrohlich dunkel, zuckend erleuchtet von häufigen Blitzen, mit einem Grollen, das durch Mark und Bein ging. In der Saône-et-Loire etwa wurde die Ruhe des Spätsommers durch 4 Zentimeter große Hagelgeschosse beendet – Autoscheiben splitterten, Dachziegel wurden abgedeckt, Gartenmöbel zerstört.

    Hinzu kamen plötzliche Überflutungen, die Straßen in reißende Bäche verwandelten. Der Verkehr kam stellenweise völlig zum Erliegen, Rettungsdienste arbeiteten am Limit. Menschen mussten aus ihren Autos befreit werden, Keller liefen voll, Campingplätze wurden evakuiert. Szenen, wie man sie sonst eher aus dem Herbst kennt – oder aus ganz anderen Klimazonen.

    Der Klimakontrast des Sommers

    Und genau hier liegt der Kern des Problems: Dieser Sommer 2025 war ohnehin schon außergewöhnlich. Wochenlang kletterten die Temperaturen über 35 Grad, besonders im Landesinneren verdorrten Böden und Felder. Die Hitze schuf perfekte Voraussetzungen für eine paradoxe Gefahr: Als schließlich die erlösenden Niederschläge kamen, konnte der ausgetrocknete Boden sie kaum aufnehmen – mit der Folge plötzlicher, unkontrollierbarer Überschwemmungen.

    Diese rasante Abfolge von Extremen – von Dürre zu Flut – ist kein Einzelfall mehr. Klimaforscher schlagen seit Jahren Alarm: Hitzeperioden werden länger, Gewitter heftiger, Regenfälle intensiver. Und 2025 liefert ein weiteres Lehrstück in dieser unheilvollen Entwicklung.

    Was jetzt zu tun ist

    Die Prognosen für die kommenden Tage sind kaum beruhigender. Weitere Gewitter sind angekündigt, besonders in Südostfrankreich. Météo-France rät weiterhin zu höchster Vorsicht – wer nicht raus muss, sollte besser zu Hause bleiben. Wer unterwegs ist, sollte Radio und Warn-Apps im Blick behalten.

    Doch abseits der akuten Gefahrenfrage rückt eine andere, grundlegende Herausforderung in den Fokus: Frankreichs Infrastruktur ist vielerorts nicht auf diese Wetterextreme vorbereitet. Abwassersysteme geraten schnell an ihre Grenzen, Stromnetze fallen aus, Gebäude sind unzureichend gegen Hagel oder Starkregen geschützt. Hier ist politische Initiative gefragt – und zwar auf kommunaler wie nationaler Ebene.

    Gleichzeitig wird klar: Der Schutz vor Naturgefahren ist längst keine Frage der „Jahrhundertereignisse“ mehr. Es geht um Alltagstauglichkeit im Klimawandel. Um Städte, die Wasser auffangen statt abweisen. Um Häuser, die Stürmen standhalten. Und um Menschen, die wissen, was im Ernstfall zu tun ist.


    Zwischen Sonne und Sintflut

    So bleibt der Sommer 2025 in Erinnerung – als eine Jahreszeit der Gegensätze. Erst sengende Sonne, dann wütende Stürme. Frankreich erlebt das Wetter als Spiegel einer Zeit im Umbruch. Und während der Regen auf die Dächer trommelt, bleibt eine unbequeme Frage im Raum stehen:

    Wie viele Warnsignale braucht es noch, bis der Wandel auch politisch zur obersten Priorität wird?

    Autor: Andreas M. Brucker

  • 120 Stunden für ein neues Zuhause – Wie Angoulême zeigt, dass Stadtwandel anders geht

    120 Stunden für ein neues Zuhause – Wie Angoulême zeigt, dass Stadtwandel anders geht

    Fünf Tage. Ein Gebäude. Hundert Menschen. In Angoulême, einer Kleinstadt im Südwesten Frankreichs, wurde in einer einzigen Woche aus einem heruntergekommenen Wohnhaus ein ökologisches Vorzeigeprojekt. Und das mit Tempo, Herz und Hirn. Kein Werbegag, kein schöner Schein – sondern ein konkreter, mutiger Schritt gegen die Wohnungsnot und für eine bessere Stadt. Baustelle mit Bürgerpower Vom 9. bis 14. Juni 2025 rollten keine Baumaschinen von Großkonzernen an, sondern engagierte Bürgerinnen und Bürger. Dreißig professionelle Handwerkerinnen und Handwerker, unterstützt von rund 70 Mitgliedern der Bürgergenossenschaft „Investir Ensemble Nouvelle-Aquitaine“, machten sich an die Arbeit: 450 Quadratmeter, 14 marode Studios – und am Ende ein komplett saniertes Gebäude, energetisch auf Top-Niveau, mit DPE-Klasse A. Und das in nur sechs Tagen. Der Schlüssel zum Erfolg? Präzise Planung, Teamgeist und der Einsatz nachhaltiger Materialien. Anstelle von Styropor und Beton kamen Hanf, Baumwolle und Lei…

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  • Trump will Klimaschutz weltweit sabotieren – und andere World-News

    Trump will Klimaschutz weltweit sabotieren – und andere World-News

    Donald Trump versucht nicht nur, den Ausstieg aus fossilen Energien in den Vereinigten Staaten zu blockieren. Der US-Präsident übt auch zunehmend Druck auf andere Länder aus, ihre Klimaziele aufzugeben – und stattdessen mehr Kohle, Gas und Öl zu verbrennen.

    Wie die New York Times berichtet, bedient sich Trump dabei handelspolitischer Hebel, Zölle und weiterer wirtschaftlicher Instrumente. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte: Die Regierung werde „die wirtschaftliche und nationale Sicherheit de USA nicht für vage Klimaziele aufs Spiel setzen.“

    Die Maßnahmen, mit denen die Trump-Administration versucht, die Klimapolitik anderer Länder zu beeinflussen, umfassen unter anderem:

    • Androhung von Zöllen, Visabeschränkungen und Hafengebühren für Länder, die einem globalen Abkommen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen in der Schifffahrt zustimmen;
    • Einbindung umfassender Verpflichtungen zum Kauf amerikanischer Öl- und Gasprodukte in fast alle Handelsabkommen;
    • Zusammenarbeit mit anderen ölproduzierenden Staaten wie Saudi-Arabien, um Produktionsgrenzen für erdölbasierte Kunststoffe zu verhindern.

    EU-Mitarbeiter und internationale Energieexpert:innen zeigen sich zunehmend beunruhigt über das Ausmaß dieses außenpolitischen Drucks. Wissenschaftlicher Konsens ist: Um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden, müssen Länder schnellstmöglich den Umstieg von fossilen auf saubere Energiequellen wie Wind-, Solar-, Geo- und Wasserkraft vollziehen.


    Indien unter Druck: Trumps Zölle treffen den Subkontinent hart

    Seit Inkrafttreten von Trumps neuen Importzöllen in Höhe von 50 Prozent suchen indische Unternehmen händeringend nach staatlicher Unterstützung. Die Regierung von Premierminister Narendra Modi reagierte mit einem sechsjährigen Hilfsprogramm im Umfang von umgerechnet 28 Milliarden Dollar, das Exporteure bei der Erschließung neuer Märkte und Kreditaufnahme unterstützen soll.

    Industrieverbände fordern darüber hinaus direkte Zuschüsse zu Lohnzahlungen, günstigeren Strom und bessere Kreditkonditionen. Besonders betroffen sind arbeitsintensive Branchen wie die Textilindustrie, die rund zwei Prozent der indischen Wirtschaft ausmacht.

    Ein unerwünschter Nebeneffekt betrifft auch die saubere Energie: Indien hatte in den letzten Jahren gezielt in den Ausbau seiner Solarindustrie investiert – ein Sektor, der nun erheblich unter den amerikanischen Strafzöllen leidet.


    Europas großes Aufrüsten

    Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine zwingt Europas Regierungen zum Umdenken. In fast allen Hauptstädten laufen derzeit Gespräche mit Rüstungsunternehmen, begleitet von milliardenschweren Investitionsprogrammen. Verteidigungsausgaben werden dabei nicht nur als sicherheitspolitisch notwendig, sondern auch als wirtschaftlich wichtiges Konjunkturmittel präsentiert.

    Doch Ökonomen warnen: Der Nutzen für die Realwirtschaft bleibe begrenzt, wenn nicht gezielt in Forschung und technologische Innovation investiert werde. Eine reine Vorratsbeschaffung bringe wenig Wachstum. Zudem könnte eine Finanzierung über Steuererhöhungen – im Gegensatz zu kreditbasierten Ausgaben – die Konjunktur zusätzlich bremsen.

    Deutschland etwa hat seine Schuldenbremse faktisch ausgesetzt, um die Aufrüstung über neue Kredite zu finanzieren. Frankreich, Italien und Großbritannien stehen hingegen vor schwierigeren Entscheidungen – ihre Schuldenstände sind bereits sehr hoch, was den fiskalischen Spielraum stark einschränkt.


    Weitere wichtige Meldungen

    • Indien: Mindestens 34 Tote nach schweren Monsunregenfällen mit Erdrutschen und Sturzfluten im indisch kontrollierten Teil von Jammu und Kaschmir.
    • USA: Ein Bewaffneter schoss durch die Fenster einer katholischen Kirche in Minneapolis während einer Schüler-Messe – zwei Kinder starben, 17 weitere wurden verletzt.
    • Gesundheit: Das Weiße Haus entließ die neue CDC-Direktorin, nachdem sie sich weigerte, auf Druck von Robert F. Kennedy Jr. zurückzutreten.
    • Diplomatie: Dänemark bestellte den US-Botschafter ein – Anlass sind Berichte über verdeckte Einflussoperationen in Grönland durch Trump-nahe Akteure.
    • Gaza: Trump traf sich im Weißen Haus mit seinem Sondergesandten Steve Witkoff und Schwiegersohn Jared Kushner, um über die Zukunft des Gazastreifens zu beraten.
    • Ukraine: Die bisherige Ausreisesperre für Männer zwischen 18 und 60 Jahren wurde gelockert – junge Männer dürfen bis zum Alter von 23 Jahren wieder reisen.
    • VAE: Ein ägyptischer Aktivist wurde in die Vereinigten Arabischen Emirate ausgeliefert und dort ohne Gerichtsverfahren festgehalten, weil er arabische Regime kritisiert habe.
    • Deutschland: Neue Anreize sollen helfen, die Personalnot der Bundeswehr zu lindern – sollte das nicht reichen, könnte die Wehrpflicht zurückkehren.
    • Technologie: Der US-Chiphersteller Nvidia übertraf mit einem Umsatzplus von 56 Prozent alle Erwartungen – ein Zeichen, dass der KI-Boom ungebrochen ist.
    • Iran: UN-Inspektoren dürfen erstmals seit dem iranischen Kooperationsstopp wieder Nuklearanlagen besuchen – ein möglicher Schritt zur Wiederherstellung der Kontrolle der Anlagen.
    • Großbritannien: Viele neue, besonders wärmegedämmte Wohnhäuser drohen in den immer heißeren Sommern zu überhitzen – aufwändige Nachrüstungen werden nötig.

    Autor: P. Tiko

  • Atlantik im Aufruhr – Wie eine seltene Sommer-Flutwelle Frankreichs Westküste in Alarmbereitschaft versetzt

    Atlantik im Aufruhr – Wie eine seltene Sommer-Flutwelle Frankreichs Westküste in Alarmbereitschaft versetzt

    Was aussieht wie ein Naturereignis aus dem Bilderbuch, ist in Wahrheit ein ernstzunehmendes Warnsignal: Seit dem 26. August rollt eine gewaltige Houle cyclonique – eine sogenannte Zyklonen-Flutwelle – auf die französische Atlantikküste zu. Mit Wellenhöhen von bis zu fünfeinhalb Metern, Badesverboten, evakuierten Stränden und beschädigten Segelbooten hat sich der Ozean in einen unberechenbaren Gegner verwandelt. Und das mitten im Hochsommer. Ein launischer Gruß vom Hurrikan Verantwortlich für das Spektakel ist Hurrikan Erin – ein gigantischer Wirbelsturm der Kategorie 5, der zwar weit entfernt im Atlantik wütete, dessen Kraft jedoch bis nach Europa reicht. Der Sturm selbst hat Frankreich nie berührt. Doch die energiereichen Wellen, die er aufgewühlt hat, rollen nun unaufhaltsam gen Osten – wie unliebsame Grüße aus einem tobenden Ozean. Diese Art von Fernwirkung nennt man in Frankreich „Houle cyclonique“ – ein Phänomen, bei dem die Sturmkraft eines Hurrikans über tausende Kilometer hinwe…

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