Schlagwort: Global Warming

  • Globale Erwärmung: Laut Klimaforschern sind 50 Grad Hitze in einigen Jahren durchaus möglich

    Globale Erwärmung: Laut Klimaforschern sind 50 Grad Hitze in einigen Jahren durchaus möglich

    „Seit ein paar Tagen höre ich: ‚Wir haben die Hitzewellen im Sommer 1976 und 1983 erlebt‘, aber wenn diese Sommer von 1976 und 1983 heute stattfinden würden, wären sie völlig banal. Die Temperatur dieser Sommer entspricht der durchschnittlichen Temperatur unserer Sommer zwischen 2011 und 2020. Was damals außergewöhnlich war, ist heute die Norm“, sagt die Klimatologin Françoise Vimeux.

    Am heutigen Montag bereitet sich Frankreich auf den Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle vor, die seit einer Woche über das Hexagon hereingebrochen ist. Die Klimaforscherin Françoise Vimeux, die von France Inter interviewt wurde, meint: „Das Außergewöhnliche ist, dass wir Departements auf Alarmstufe Rot haben, die nicht an so hohe Temperaturen gewöhnt sind. Man erwartet, dass in Brest der Rekord von 1949 übertroffen wird, der damals bei 35,2 Grad lag“.

    Die Forschungsdirektorin des Instituts für Entwicklungsforschung warnt davor, dass „Extremereignisse (Hitzewellen, sintflutartige Regenfälle und Dürren) immer häufiger und intensiver auftreten werden. Die Hitzewellen werden mit Sicherheit länger dauern und früher einsetzen, wie Anfang Juni“.

    Die Klimatologin erklärt, dass seit 1947 45 Hitzewellen gemessen wurden. Die aussagekräftigste Zahl ist jedoch, dass von diesen 45 Hitzewellen 21 erst nach 2010 aufgetreten sind. „Wenn Sie die Anzahl der Hitzewellen seit 2006 auf dem Gebiet von Frankreich zählen, haben Sie so viele wie in den 60 Jahren vor 2006“.

    Françoise Vimeux stellt eine Verbindung zwischen diesen Beobachtungen und dem bereits stattfindenden Klimawandel in Europa her: „Wir beobachten seine Auswirkungen auf extreme Ereignisse und sehen, dass 100% des Klimawandels, den wir derzeit erleben, auf unsere Treibhausgasemissionen zurückzuführen ist.“

    „Die 50 Grad, ja, das ist möglich“
    „Im Juni 2019 wurde der bisherige absolute Rekord in Frankreich gebrochen, mit mehr als 46 Grad, im Schatten unter Schutzdächern. Die 50 Grad, ja, das ist möglich, in nur einigen Jahren“, warnt die Klimaforscherin.

    Für Françoise Vimeux sind „die Städte ein echtes Problem. Eine Anpassung an Hitzewellen in den Städten ist absolut notwendig: Begrünung, Wärmedämmung bestimmter Gebäude, Entsiegelung von Böden, Entfernung von Asphalt etc. Es gibt eine ganze Reihe von Lösungen, die im IPCC-Bericht auf den Tisch gelegt werden, und das ist absolut notwendig“.

    Sie betont auch, dass es einer „nationalen Organisation bedarf, um strukturelle Veränderungen bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu erreichen“. „Es gibt sehr viel Aktivität auf lokaler Ebene, aber das bleibt sehr bruchstückhaft, es gibt nicht unbedingt eine Organisation auf globaler Ebene und das ist es, was wir brauchen“.

  • Hitzealarm: Rekordhitze am Montag in ganz Frankreich erwartet

    Hitzealarm: Rekordhitze am Montag in ganz Frankreich erwartet

    Die heißen Temperaturen schreiten in ganz Frankreich voran und erreichen am heutigen Montag Spitzenwerte. Die gesamte Westküste ist betroffen. In 15 Departements herrscht Alarmstufe Rot und es werden Rekordtemperaturen erwartet.

    Wird dieser Montag, der 18. Juli, wirklich der heißeste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Frankreich? Die Vorhersage-Karte hat sich in weiten Teilen der Atlantikküste eine scharlachrote Farbe angenommen. In 15 Departements herrscht Hitzewarnung Rot, darunter auch in der Gironde, wo die Feuer am Sonntagabend wieder an Intensität zugenommen haben. Die Höchsttemperaturen werden überall über 30°C liegen und in der westlichen Hälfte Frankreichs, vom Atlantik bis zum Rhonetal, zwischen 38 und 40°C.

    Der Höhepunkt der seit 1947 45. Hitzewelle in Frankreich wird auf der Westseite des Landes erwartet, insbesondere in der Bretagne, die bislang von der grossen Hitze verschont blieb. Gestern Nachmittag, am Sonntag, wurden bereits in den Departements Landes, Gironde, Gers, Haute-Garonne, Lot und Pyrénées-Atlantiques Spitzenwerte von über 40°C gemessen.

    Der Höhepunkt wird im Laufe des Tages erwartet.
    Gegen 5 Uhr am Montagmorgen wurden von der Mittelmeerregion bis zur Atlantikküste meist mehr als 20°C gemessen. In Dourgne im Departement Tarn ist das Thermometer auch in der Nacht nicht unter 30°C gesunken!

    Der Montag markiert den Höhepunkt dieser Hitzewelle auf der Westseite des Landes mit extremen Werten: Die 40-Grad-Marke soll in den Departements mit Warnstufe Rot häufig erreicht oder überschritten werden. Gleichzeitig gewinnt die große Hitze in Richtung Norden und Osten des Landes an Fahrt, während sie im Südosten anhält.

    Die Temperaturen sind hoch: 33°C in Lille, 39°C in Nantes, 32°C in Marseille, 37°C in Toulouse und Biarritz.

    Es werden einige Temperaturrekorde gebrochen. In Brest wurde der absolute Rekord von 35,2°C vom Juli 1949 (im August 2003 wurden 35,1°C gemessen) bereits am gestrigen Sonntagnachmittag erreicht. Er soll am heutigen Montagnachmittag überschritten werden. In der Bretagne ist ein solches Hitzenniveau absolut außergewöhnlich.

    Alarmstufe Rot ab Dienstagmorgen aufgehoben
    Die am Sonntag ausgegebene „rote“ Warnung, die den Bewohnern der betroffenen Gebiete empfiehlt, angesichts „gefährlicher Phänomene von außergewöhnlicher Intensität“ „absolute Wachsamkeit“ walten zu lassen, gilt für die folgenden Departements: Charente, Charente-Maritime, Côtes-d’Armor, Dordogne, Finistère, Gers, Gironde, Ille-et-Vilaine, Landes, Loire-Atlantique, Lot-et-Garonne, Maine-et-Loire, Morbihan, Deux-Sèvres und Vendée.

    Einundfünfzig Departements sind außerdem auf der Warnstufe Orange (was so viel bedeutet wie „Seien Sie sehr wachsam“) und der Rest Frankreichs – mit Ausnahme von Corse-du-Sud – auf Gelb („Seien Sie aufmerksam“).

    Zu beachten ist eine teilweise ausgeprägte Gewitterentwicklung heute Nachmittag auf der Alpensüdseite (gelbe Wachsamkeit „Gewitter“): Schauer, die in kurzer Zeit zu starken Niederschlägen führen können.

    Die rote Hitzewarnung wird aller Voraussicht nach Dienstag ab 6 Uhr aufgehoben werden können. Am Mittwoch „werden die starken Hitzewellen nur noch das südöstliche Viertel betreffen, mit weiterhin sehr warmen Nächten“, so Météo France.

    Ganz Europa betroffen
    Die Zunahme solcher extremen Wetterphänomene ist laut Wissenschaftlern eine direkte Folge der globalen Erwärmung, da der Ausstoß von Treibhausgasen sowohl die Intensität als auch die Dauer und Häufigkeit dieser Phänomene erhöht.

    Die große Hitze facht die Brände an, die sich in den letzten Tagen insbesondere in den Wäldern der Gironde und in Bouches-du-Rhône vervielfacht haben.

    Die Hitzewelle betrifft ganz Westeuropa und hat auch in Spanien und Portugal zu Waldbränden geführt. Im Vereinigten Königreich gab die Wetterbehörde die erste „rote Warnung für extreme Hitze“ in der Geschichte des Landes heraus.

  • Waldbrände: Globale Erwärmung als Hauptverdächtiger

    Waldbrände: Globale Erwärmung als Hauptverdächtiger

    Die hohen Temperaturen richten in Frankreich immer mehr Schaden an. Nach den Bränden, die die Wälder im Süden des Landes verwüsten, schmilzt nun auch ein Gletscher in den Alpen ab, was die Schließung einer Berghütte zur Folge hat.

    Die Pilatte-Hütte liegt auf 2.000 m Höhe im Herzen des Massif des Ecrins, sie beherbergte Wanderer und Bergsteiger. Die Hütte musste nun endgültig geschlossen werden, da sie überall Risse aufweist. Der Grund dafür ist das Schmelzen eines Gletschers, der bisher die Hütte stützte. Ein Indikator für die Klimaerwärmung. „Die ersten Risse entstanden etwa in den 1990er Jahren und beschleunigten sich im Laufe der Zeit. Im Jahr 2008 gab es eine große Beschleunigung und in diesem Jahr eine deutliche Verschlimmerung“, bedauert Christophe Bechet, der für die Renovierung der Hütte zuständig ist, gegenüber France Télévisions. In der Verdon-Schlucht ist der Wasserstand des Lac Sainte-Croix in den letzten Wochen um fast 6 Meter im Vergleich zum letzten Sommer gesunken, was auf einen sehr trockenen Winter und sehr geringe Regenfälle im Frühjahr zurückzuführen ist.

    Tausende Hektar gingen in Flammen auf.
    In der Mayenne verwandelt sich die Vegetation in ein flammendes Inferno. Jeden Sommer im Süden wiederholt sich das traurige Schauspiel der Brände, die sich inzwischen bis nach Nordfrankreich ausbreiten. Experten zufolge wird diese Jahr ein Drittel der Wälder Frankreichs als Risikogebiet eingestuft. Bis 2050 wird es mehr als die Hälfte sein. Zwischen 2006 und 2019 nahmen die Waldbrände allmählich zu. Im Juli 2020 wurden in der Nähe von Orléans 250 Hektar Wald und Anbauflächen in Asche gelegt. Im August 2020 ereilte das gleiche Schicksal 5.000 Hektar des Waldes von Fontainebleau in der Nähe von Paris. „Auf territorialer Ebene haben wir Winter und Frühlinge, die immer weniger Niederschläge bringen, also eine bereits frühzeitig einsetzende und nachhaltige Dürre begünstigen. Mit der Sommerhitze steigt die Gefahr von Bränden, die sich bis in den Norden des Landes ausbreiten“, sagt Joris Vallon, Waldbrandreferent der Region Ile-de-France gegenüber France Télévisions.

  • Feuerwehr warnt: Trockenheit wird größere Brände in Frankreich hervorrufen als früher

    Feuerwehr warnt: Trockenheit wird größere Brände in Frankreich hervorrufen als früher

    Die derzeitige Trockenheit der Böden in Frankreich entspricht am 1. Juni dem Mitte Juli üblichen Niveau. Météo France stuftdie Situation als besorgniserregend ein.

    Die Trockenheit „kann größere Brände bedeuten“ als üblich, erklärte Oberst Jean-Jacques Bozabalian, Leiter der Qualitätsgruppe der Feuerwehr des Departements Bouches-du-Rhône und Experte für die Koordination der Waldbrandbekämpfung, am Freitag, dem 3. Juni, auf Franceinfo. Météo France beurteilt die Situation der Bodentrockenheit in Frankreich als beunruhigend. Sie entspricht am 1. Juni dem Niveau von Mitte Juli.

    „Im Moment leben die Pflanzen noch“, sagt Feuerwehr-Oberst Jean-Jacques Bozabalian, der „auf einige Regenfälle bis zum Sommer hoffen will, um zumindest die Dauer der Einsatzsaison“ der Rettungskräfte zu verkürzen. Der Feuerwehrmann erklärt, dass es eine „dynamische Vernetzung“ der Einsatzkräfte in den gefährdeten Gebieten gibt, die es ermöglicht, „so früh wie möglich einzugreifen“, insbesondere mit „auf das frühe Entdecken von Feuer spezialisierten Teams“.

    Der Oberst der Feuerwehr des Departements Bouches-du-Rhône erinnert auch daran, dass die Basis des Kampfes gegen Brände bei „jedem Einzelnen von uns“ liegt. Man müsse auf individuelle Verhaltensweisen achten, sei es das achtlose Wegwerfen von Zigarettenstummeln, das Verbrennen von Gartenabfällen, was derzeit sowieso verboten ist und besondere Vorsicht in Wäldern walten zu lassen. Insbesondere Personen, die in der Nähe von Waldgebieten wohnen, sollten unbedingt „vorausschauende Verhaltensweisen zeigen“.

    Ausserdem erklärt Oberst Jean-Jacques Bozabalian, man solle unbedingt rund um das Haus alles Gestrüpp entfernen. Dies könne Häuser auch im Falle eines großflächigen Brandes zu sichereren Orten machen. Das gilt natürlich nicht für leichtere Behausungen wie Mobilheime oder Wohnwagen, die im Falle eines Brandes unbedingt evakuiert oder an einen sichereren Ort verbracht werden müssen.

  • Pollen und Allergien: In ganz Frankreich herrscht Alarmstufe Rot – und das wird auch so bleiben

    Pollen und Allergien: In ganz Frankreich herrscht Alarmstufe Rot – und das wird auch so bleiben

    Wer Frühling sagt, sagt auch Pollenflug. Seit dem 20. Mai schätzt das nationale aerobiologische Überwachungsnetz Frankreichs das Risiko einer Pollenallergie für den größten Teil Frankreichs als hoch ein. Das gesamte Land ist betroffen und es wird nicht erwartet, dass die Warnung in den nächsten Wochen aufgehoben werden kann. Eine laufende Nase, ständiges Niesen, ein gereizter Hals, tränende, juckende und stechende Augen, asthmaähnliche Atembeschwerden… Mit der Rückkehr des Frühlings hustet Frankreich und sieht rot. In seinem letzten Bulletin, das am 20. Mai veröffentlicht wurde, hat das Nationale Netzwerk für aerobiologische Überwachung (RNSA) – das die Risikokarte für Pollenallergien in Frankreich festlegt – 90 der 96 Departements in Alarmstufe Rot versetzt. Die große Hitze in den letzten zwei Wochen hat das Phänomen noch verschlimmert. Die kurze Rückkehr der kühleren Temperaturen und des Regens zu Beginn dieser Wochen hat zwar gut getan, aber die Niederschlagsmenge reichte nicht a…

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  • Klima: Werden Tornados in Europa immer häufiger?

    Klima: Werden Tornados in Europa immer häufiger?

    Nachdem in Deutschland ein Tornado über den Westen des Landes fegte, stellen sich Wissenschaftler diese Frage. Die globale Erwärmung soll für die immer häufiger auftretenden starken Unwetter in Europa verantwortlich sein.

    Es ist ein erschreckendes Schauspiel, das man mehr als sechs Monate im Jahr in der gesamten Mitte der Vereinigten Staaten beobachten kann. Tornados von manchmal außergewöhnlicher Stärke wie der, der am Samstag, dem 21. Mai in Michigan auftrat und abgerissene Dächer und umgekippte Autos hinterließ. Könnten solche Szenen, die wir bisher nur aus Nordamerika kannten, jetzt auch vermehrt in Europa auftreten? Früher war das fast undenkbar, aber die Tornados in der Tschechischen Republik im letzten Jahr und in Deutschland in dieser Woche haben die Lage verändert.

    Lesen Sie auch: Ein Tornado verletzt in Deutschland 38 Menschen und richtet große Schäden…

    Klimaforscher sind geteilter Meinung
    Damit Gewitterwolken Tornados hervorbringen, müssen warme Luftmassen am Boden auf viel kältere Luft in der Höhe treffen, die von drehenden Winden angetrieben wird. Werden diese Phänomene im Zuge des Klimawandels häufiger und heftiger auftreten? Diese Frage ist unter Klimaforschern noch umstritten. „Theoretisch müssten wir heftigere Gewitter, heftigere konvektive Bedingungen und damit günstigere Situationen für Tornados haben. Das ist eine Theorie, die noch nicht bewiesen wurde“, erklärt Robert Vautard, Klimatologe und Mitglied des IPCC, auf Franceinfo.

  • Australien: 91% des Great Barrier Reefs bleichen aus

    Australien: 91% des Great Barrier Reefs bleichen aus

    Ein in Australien veröffentlichter Regierungsbericht besagt, dass 91% des Great Barrier Reefs aufgrund der Hitzewelle, die das Land im Sommer erlebte, „eine Bleiche“ erlitten haben. Dies sei eine der Folgen des Klimawandels.

    Etwa 91% des Great Barrier Reef in Australien haben aufgrund einer lang anhaltenden Hitzewelle im Sommer eine „Bleiche“ erlitten, wie aus einem neuen Regierungsbericht hervorgeht, der am Dienstagabend veröffentlicht wurde. Von den 719 untersuchten Riffen wiesen 654, also 91%, ein beunruhigendes Maß an Korallenbleiche auf. Es ist das erste Mal, dass das größte Korallenriff der Welt während des Klimaphänomens La Niña, das normalerweise durch ungewöhnlich niedrige Wassertemperaturen gekennzeichnet ist, von einer solchen Bleiche betroffen ist.

    „Der Klimawandel nimmt zu und das Riff leidet bereits unter den Folgen“, warnt der Überwachungsbericht und weist darauf hin, dass es sich bereits um die vierte Welle von Korallenbleiche handelt, die das Riff seit 2016 trifft. Zwischen September 2021 und März 2022 führte die Meeresbehörde für das Great Barrier Reef, die die Studie veröffentlichte, umfassende Messungen an dem Riff durch, das zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Sie stellte fest, dass sich das Wasser Ende Dezember zu erwärmen begann und dass die drei Hauptgebiete, in denen sich das Riff befindet, von dieser erwärmung betroffen waren, was sich in einer Verfärbung zeigt, weil die Algen, die den Korallen ihre leuchtende Farbe verleihen, sterben.

    Gebleichte Korallen bleiben am Leben und können sich erholen, wenn sich die Bedingungen verbessern, aber „stark gebleichte Korallen weisen höhere Sterblichkeitsraten auf“, heißt es in dem Bericht, dessen erste Version im März veröffentlicht wurde.

    Der Bericht wurde zehn Tage vor den australischen Bundeswahlen am 21. Mai veröffentlicht, bei denen die Regierungspolitik in Bezug auf den Klimawandel im Mittelpunkt stehen wird. Premierminister Scott Morrison hält trotz der immer lauteren Forderungen nach mehr Klima-Ehrgeiz an seinem Ziel fest, erst bis 2030 CO2-neutral zu werden, und hat sich ausserdem dafür ausgesprochen, Kohle zu exportieren, solange Nachfrage dafür besteht. Allerdings spricht auch die oppositionelle Labour Party nicht von einem sofortigen Ausstieg aus der Kohle.

    „Auch wenn die Bleiche immer häufiger auftritt, ist sie nicht normal und wir dürfen sie nicht als gegeben hinnehmen“, warnt Lissa Schindler, Aktivistin bei der Australian Marine Conservation Society. „Die beiden großen Parteien müssen sich darüber im Klaren sein, dass ihre Klimaziele für das Riff nicht ausreichend sind“.

    Die von dem Philanthropen Simon Holmes finanzierte Bewegung Climate 200, die sich für eine aktivere Klimapolitik einsetzt, hat rund 20 Kandidaten für die Wahlen aufgestellt. Einige von ihnen könnten die Wiederwahl amtierender konservativer Abgeordneter, wie den Finanzminister Josh Frydenberg, durchaus gefährden.

    Im Juni wird die UNESCO über eine mögliche Aufnahme des Great Barrier Reef in die Liste der „gefährdeten“ Stätten entscheiden. Australien hat den milliardenschweren Schutzplan „Reef 2050“ ins Leben gerufen, nachdem die Vereinten Nationen 2015 mit einer Herabstufung des Gebietes gedroht hatten.

  • Trockenheit: Frankreich befindet sich in einer „kritischen Phase“ der Klimakrise

    Trockenheit: Frankreich befindet sich in einer „kritischen Phase“ der Klimakrise

    In Frankreich droht eine grosse Dürre. Bereits vor Beginn des Sommers gelten in fünfzehn Departements Wasserbeschränkungen. Die Landwirte sind sich bereits jetzt sicher, dass sich die aktuelle Trockenheits-Periode auf ihre Ernten auswirken wird.

    Derzeit will noch niemand von einer Katastrophe sprechen. Aber alle Anzeichen für eine Rekordtrockenheit sind vorhanden. Die FNSEA, die größte landwirtschaftliche Gewerkschaft, veröffentlichte am Dienstag, dem 10. Mai, eine alarmierende warnung: „Keine Region ist verschont geblieben. Mit jedem Tag, der vergeht, sehen wir, dass die Böden Risse bekommen. Gestern war ich bei einem Landwirt im Departement Puy-de-Dôme, der seinen Weizen bewässern muss. Wenn es so weitergeht, werden diejenigen, die die Möglichkeit haben zu bewässern, davonkommen, die anderen werden dramatische Ertragseinbußen haben“, warnte Christiane Lambert, FNSEA-Präsidentin, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. „Seit Oktober/November gibt es enorme Dürren in Portugal und Spanien, die sich über Okzitanien und die Provence entlang des Rhonetals fortsetzen. Ungewöhnlich für diese Jahreszeit ist, dass die Trockenheit auch Regionen nördlich der Loire betrifft“, fuhr sie fort.

    Lesen Sie auch: Wetter: Frühe Dürre beunruhigt in grossen Gebieten Frankreichs

    Die gleiche Notlage stellt auch das Landwirtschaftsministerium fest. „Bei Kulturen wie Weizen oder Gerste, die sich heute in der Entwicklungsphase befinden, treten allmählich Situationen auf, die die Erträge beeinträchtigen werden“, heißt es aus dem Ministerium. Das trockene und warme Wetter Ende April und Anfang Mai könnte, wenn es anhält, auch Frühjahrskulturen wie Sonnenblumen, Rüben und Mais und damit für die Ernährung von Nutztieren unerlässlichen Futtermittel beeinträchtigen.

    Die Risiken gehen aber weit über Verluste in der Landwirtschaft hinaus. „Neben der Landwirtschaft hat die Dürre auch erhebliche Auswirkungen auf viele andere Bereiche, z. B. auf Gebäude“, erklärt die Hydrologin Emma Haziza. Immer mehr Häuser werden durch ausgetrocknete Böden, die sich unkontrolliert verändern, beschädigt und sind vom Einsturz bedroht. Das ist ein neues Phänomen in Frankreich und diese art von Schäden können auf Dauer viel teurer als Überschwemmungen sein und langfristig erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Darüber hinaus hat die Dürre auch gefährliche Auswirkungen auf die Energieproduktion: Kernkraftwerke benötigen durchgehend große Mengen an Wasser, um die Reaktoren zu kühlen.

    Dürre ist die erste sichtbare Folge des Klimawandels
    Schuld an den oben beschriebenen Problemen sind die höheren Temperaturen, die im Frühjahr gemessen wurden, und ein April mit einem Niederschlagsdefizit von 25%. Für Météo-France ist diese „Hitzeepisode“ „bemerkenswert aufgrund ihrer Frühzeitigkeit, ihrer Dauer und ihrer geografischen Ausdehnung. Die Trockenheit lässt sich jedoch vor allem durch die sehr geringen Niederschläge im vergangenen Winter erklären. An sich ist eine solche Trockenheitsepisode zwar außergewöhnlich, aber nicht wirklich neu. Neu ist jedoch, dass es in allen vier Wintermonaten zu wenig geregnet hat. In Kombination mit den für die Jahreszeit hohen Temperaturen konnten sich die Grundwasserspeicher nicht füllen. Dies führt sehr schnell zu einer kritischen Phase, wenn man bedenkt, dass der Sommer noch vor uns liegt.

    Hydrologen sind sich einig: Der Regenmangel steht in direktem Zusammenhang mit dem Klimawandel, daran gibt es keinen Zweifel mehr. Die Dürre ist eine der ersten sichtbaren Folgen. Man stellt heute fest, dass die Folgen der Klimakrise immer schneller kommen und jedes Jahr größere Ausmaße annehmen. 2022 ist das erste Jahr, in dem Frankreich mit einer „Blitzdürre“ konfrontiert ist, einem Phänomen, das bisher nur in traditionell warmen Ländern beobachtet wurde und das den Boden und die Ernten in nur fünf Tagen austrocknet.

    Nicht alle Regionen jedoch sind diesem Phänomen gleichermaßen ausgesetzt. Die Grundwasserspeicher sind in einigen Gebieten reaktiver und schaffen es leichter, sich zu füllen, während sie sich in anderen gebieten nicht füllen. So sind etwa die Regionen Provence-Alpes-Côte d’Azur, der Mittelmeerraum, der Grand-Est sowie die gesamte Region Poitou-Charentes besonders stark vom Wassermangel betroffen. Aber Wissenschaftler warnen davor, dass selbst Regionen, wie Nordfrankreich, Belgien oder Nordeuropa, die sich von der Dürre verschont glaubten, beginnen, die Auswirkungen der Erwärmung und der Trockenheit zu spüren.

    Um dem Notstand entgegen zu wirken, wurden in 15 Departements bereits spezielle Regeln von den Präfekturen erlassen. Diese reichen von der Aufforderung zum Wassersparen (Wachsamkeitsstufe) über ein Verbot der Bewässerung von Gärten oder Feldern zu bestimmten Zeiten (Alarmstufe), bis zur Reduzierung der Wasserentnahme für landwirtschaftliche Zwecke um 50% oder zum vollständigen Verbot der Wasserentnahme für die Autowäsche oder die Bewässerung von Grünflächen (verstärkte Alarmstufe) gehen können.

    Nach Treffen mit Wasserbehörden und Vertretern der Landwirtschaft kündigte das Landwirtschaftsministerium außerdem an, dass das im April gestartete Programm, das Landwirte bei der Bewältigung des Klimawandels unterstützen soll und ursprünglich mit 20 Millionen Euro ausgestattet war, um weitere 20 Millionen Euro aufgestockt und damit verdoppelt werden soll.

    Ende April hatte die Regierung außerdem angekündigt, dass die Wasserbehörden zusätzliche 100 Millionen Euro ausgeben dürfen, um die landwirtschaftlichen Bereiche bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen, zum Beispiel durch das Anlegen von Wasserrückhaltebecken.

    Es ist allerdings durchaus nicht sicher, ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Folgen des Klimawandels einzudämmen. Wissenschaftler stellen fest, dass wir sind inzwischen mitten im Klimawandel und seinen Folgen angekommen sind. Wir müssen unsere langfristigen Modelle überdenken, die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen neu gestalten und aus dem produktorientirten Denken der Vergangenheit aussteigen, das unter anderem zur Entwaldung und Denaturierung grosser Flächen geführt hat.

  • „Tag der Überschreitung“ in Frankreich: Tipps des WWF zur Eindämmung der globalen Erwärmung

    „Tag der Überschreitung“ in Frankreich: Tipps des WWF zur Eindämmung der globalen Erwärmung

    Emmanuel Macron empfing am Mittwoch, dem 4. Mai, im Élysée-Palast mehrere Klimaexperten, um seinen Überlegungen zur ökologischen Planung neue Impulse zu geben. Bei dieser Gelegenheit überreichte ihm der WWF Frankreich eine Studie mit sehr konkreten Ansätzen zur Beschleunigung eines ökologischen Übergangs. Heute ist Donnerstag, der 5. Mai, der „Erdüberlastungstag“ für Frankreich. Anders ausgedrückt: Wenn der gesamte Planet so leben würde wie wir, wären alle Rohstoffe, Fische, Bäume oder Agrarprodukte, die die Erde uns in einem Jahr liefern kann, bereits verbraucht. Laut dem World Wildlife Fund ist es möglich, dieses Datum in einem einzigen Fünfjahreszeitraum um 25 Tage nach hinten zu verschieben, was noch nie zuvor geschehen wäre. In einer 60-seitigen Studie legt der WWF sehr konkrete und realistische Ziele fest, die bis 2027 erreicht werden können. Hier nur einige Beispiele: Halbierung des Pestizideinsatzes, 25% der Anbauflächen sollen biologisch bewirtschaftet werden, jedes Jahr solle…

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  • Extreme Hitze: 50°C in Indien und Pakistan – aber das Phänomen bedroht auch andere Teile der Welt

    Extreme Hitze: 50°C in Indien und Pakistan – aber das Phänomen bedroht auch andere Teile der Welt

    Indien und Pakistan werden derzeit von einer extremen Hitzewelle heimgesucht, bei der Temperaturen um die 50 °C erreicht werden. Laut einer britischen Studie könnte sich dieses Wetter-Phänomen auch in anderen Teilen der Welt ausbreiten.

    Indien und Pakistan ersticken unter einer Hitzeglocke. Beide Länder sind seit März mit einer extremen Hitzewelle konfrontiert, die sich seit Anfang dieser Woche noch verstärkt. Der Grund dafür ist eine Hitzekuppel, die über der Region liegt. Die Meteorologen sagen Temperaturen von bis zu 46 °C in Delhi, 48 °C in Rajasthan und sogar 50 °C in Jacobabad voraus.

    Laut einer britischen Studie, die von Forschern des Imperial College London verfasst wurde und die dem Sender BFMTV vorliegt, ist diese extreme Hitzewelle mit dem durch den Menschen verursachten Klimawandel verbunden. Ein solches Wetter-Phänomen wird sich daher nicht nur häufiger wiederholen, sondern bedroht auch andere Regionen der Welt.

    „Die aktuelle Hitzewelle in Indien wurde durch den Klimawandel, der durch menschliche Aktivitäten wie die Verbrennung von Kohle und anderen fossilen Brennstoffen verursacht wird, noch verstärkt“, stellen die Forscher fest und behaupten, dass „dies von nun an bei allen Hitzewellen auf der ganzen Welt der Fall ist“.

    „Der Klimawandel hat die Wahrscheinlichkeit hoher Temperaturen, wie wir sie in Indien sehen, erhöht. Bevor menschliche Aktivitäten den weltweiten Temperaturanstieg verursacht haben, hätten wir eine Hitzewelle wie die, die Indien getroffen hat, nur alle 50 Jahre beobachten können. Doch jetzt tritt dieses Ereignis häufiger auf. Jetzt müssen wir solche Hitzewellen etwa alle vier Jahre erwarten“, warnt Mariam Zacariah, Doktorandin am Imperial College.

    Auch andere Länder könnten in den kommenden Jahren unter großen Hitzewellen leiden, wie sie derzeit in Indien und Pakistan herrschen. Dies gilt insbesondere für Argentinien, Paraguay und China. Auch in einigen Staaten in unserer Region herrschen derzeit für die Jahreszeit ungewöhnlich hohe Temperaturen, z. B. in Zypern und der Türkei, wo um die 36 °C erreicht werden.