Schlagwort: Global Warming

  • Frankreich erlebt heißesten Oktober aller Zeiten – 30 Grad für Donnerstag erwartet

    Frankreich erlebt heißesten Oktober aller Zeiten – 30 Grad für Donnerstag erwartet

    Frankreich ist auf dem besten Weg, den heißesten Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen zu erleben, für den Süden des Landes werden am Donnerstag Temperaturen von etwa 30 Grad vorhergesagt.

    In ganz Frankreich wurden im Oktober ungewöhnlich warme Temperaturen gemessen, die im Laufe der letzten Woche des Monats noch weiter ansteigen sollen. Der französische Wetterdienst Météo France sagt für den Südwesten am Donnerstag 30 °C voraus, auch in Nord- und Zentralfrankreich werden Temperaturen von 23 bis 25 °C erwartet.

    Aufgrund der ungewöhnlichen hohen Temperaturen ist Frankreich auf dem besten Weg, den wärmsten Oktober aller Zeiten zu erleben, mit Durchschnittstemperaturen, die 4 °C über den jahreszeitlichen Normen liegen.

    Die folgende Karte von Météo France zeigt die erwarteten Höchsttemperaturen für Donnerstag und Freitag.

    Kurzfristig ist dies eine gute Nachricht für Frankreichs Energiesparplan für den Winter, da Haushalte und Unternehmen das Einschalten der Heizung hinauszögern und so Gas und Strom sparen können, aber längerfristig warnen Wissenschaftler vor den Auswirkungen der Klimakrise und den weltweit steigenden Temperaturen.

    „Das ist keine gute Nachricht, denn es ist ein Zeichen der immer deutlicher werdenden globalen Erwärmung“, sagt zum Beispiel Fabio d’Andrea, Klimaspezialist am französischen Forschungsinstitut CNRS.

    Das heiße Wetter fiel mit geringen Niederschlägen im Oktober zusammen, was bedeutet, dass viele Teile Frankreichs immer noch unter extremer Trockenheit leiden und weiterhin Wassereinschränkungen gelten.

    In diesem Sommer herrschte in Frankreich die schlimmste Dürre seit mindestens 40 Jahren, und vielerorts hat sich der Grundwasserspiegel noch nicht wieder aufgefüllt – für etwa zwei Drittel Frankreichs gilt noch immer Dürrealarm. Insgesamt war der Sommer 2022 in Frankreich nach 2003 der zweitheißeste seit Beginn der Aufzeichnungen.

    „Die Grundwasserspiegel sind sehr niedrig und die Böden sind mindestens zwei Meter tief ausgetrocknet“, sagte Joel Limouzin, der beim größten französischen Bauernverband FNSEA für das Klimarisikomanagement zuständig ist, der Zeitung Le Parisien.

    „Wir bräuchten mehrere Wochen lang Dauerregen, damit das Wasser tief genug in den Boden eindringen kann.“

    Die längerfristige Wintervorhersage für Europa sagt einen „Kälteeinbruch“ im Dezember voraus, insgesamt aber einen überdurchschnittlich warmen Winter.

  • Landwirtschaft: Ungewöhnlich milder Oktober bringt die Natur durcheinander

    Landwirtschaft: Ungewöhnlich milder Oktober bringt die Natur durcheinander

    Der Oktober ist geprägt von Temperaturen, die im Vergleich zu anderen Jahren viel zu mild sind. Die Natur wird dadurch aus dem Konzept gebracht. Einige Sommergemüse werden immer noch geerntet, Sommerblumen blühen noch und einige Frühjahrskulturen kommen schon jetzt.

    In diesem Oktober hat man das Gefühl, dass der Sommer nicht enden will. In den Straßen von Sélestat (Bas-Rhin) herrschten am Dienstagnachmittag, dem 25. Oktober, 21 °C in der Sonne. Die Gärtner sind daher immer noch fleißig dabei, sich um die Sommerbepflanzung zu kümmern. Die Sommervegetation ist dank des ungewöhnlich milden Oktobers noch immer sehr lebendig. Der Oktober 2022 gilt als der wärmste, der je in Frankreich gemessen wurde.

    In Sélestat werden einige Herbstpflanzungen ausfallen und bis zum Frühjahr warten. Die Erzeuger passen sich an und beobachten Tag für Tag, wie sich die Natur verändert. In Lyon (Rhône) ist ein Gärtner erstaunt, dass er noch Tomaten, Auberginen, Paprika und sogar Erdbeeren ernten kann. Für die Jahreszeit ungewöhnliche Ernten. In Nizza (Alpes-Maritimes) sind Orangen, die normalerweise erst im Dezember geerntet werden, schon jetzt pflückbereit.

  • Globale Erwärmung: Zu Allerheiligen Juni-Temperaturen in Frankreich

    Globale Erwärmung: Zu Allerheiligen Juni-Temperaturen in Frankreich

    Es gibt keine richtigen Jahreszeiten mehr. Ende Oktober klettern die Temperaturen in Südwestfrankreich auf über 30 °C, Tornados fegen über Nordfrankreich hinweg und Waldbrände verwüsten immer noch Teile Spaniens…

    Die globale Erwärmung ist in unserem Leben angekommen! Und das Ergebnis ist gar nicht schön, wie der historisch trockene Sommer bewiesen hat. Ein weiteres Beispiel ist Sonntag, der 23. Oktober 2022.

    Man könnte denken, der Norden leide besonders, mit einem Tornado, dessen verheerende Auswirkungen in Conty, Somme, und Bihucourt, Pas-de-Calais zu sehen waren, aber es ist der Süden, der in Flammen steht. Das Thermometer streift die 30-Grad-Marke in Toulouse und übersteigt sie im Departement Aude sogar. Toll für die Urlauber während der Herbstferien, oder? Man vergisst schnell, dass genau deshalb die Waldbrandsaison in Spanien jetzt in die Verlängerung geht.

    Hochdruckgebiet, Tiefdruckgebiet und Föhneffekt
    Meteorologen drehen sich hilflos im Kreis, während sie Wetterphänomene entschlüsseln, die sie nicht kontrollieren können: das Hoch auf einer Achse von Spanien bis Mitteleuropa, das Tief über dem Atlantik und den Föhneffekt mit gar nicht lustigen Folgen für das Klima.

    Es ist das erste Mal, dass man so spät in der Saison die 30-Grad-Marke erreicht.

    Im Norden Spaniens die Wolken, in Frankreich blauer Himmel über den Strände des Golfe du Lion, die durch eine Süd-Südwestströmung erwärmt werden, die tropische Warmluft nach Südwestfrankreich bringt.

    „Zu dieser Jahreszeit waren 30°C in Toulouse noch nie beobachtet worden. Es ist das erste Mal, dass die 30°-Marke so spät in der Saison erreicht wird“, kommentierte Pascal Boureau, 38 Jahre lang Meteorologe bei Météo France. Der bisherige Rekord wird jetzt um ganze 2 Grad übertroffen. In der letzten Dekade lagen die bisherigen Rekorde im Oktober zwischen 27 und 29 Grad in der Region.“

    Bis in die erste Novemberwoche wird schönes Wetter erwartet
    Und das zu warme Wetter wird weiter anhalten. „Bis Ende Oktober werden wir auf einem Durchschnitt liegen, der nachmittags über 25 Grad und nachts über 15 Grad liegen wird“, fügt Pascal Boureau hinzu – viel zu warm für die Jahreszeit. Der Durchschnitt für Oktober in den letzten 30 Jahren liegt bei 19,7 Grad für die Höchsttemperatur und 10,9 Grad für die Tiefsttemperatur in der Nacht. „Für November und Dezember erwarten wir ebenfalls Temperaturen über der Norm, und man sollte bedenken, dass vor dem 5. oder 6. November keine nennenswerten Niederschläge erwartet werden.“

    Von den Waldbränden in Bilbao über das gute Wetter in Okzitanien bis hin zu den Tornados in Nordfrankreich hängt alles zusammen.

    Die Tornados sind auf die warme Luft zurückzuführen, die bis nördlich der Loire aufgestiegen ist. In Okzitanien gab es keinen so starken Kontrast zwischen der warmen Luft am Boden und der mit -12° nur relativ kühlen Luft in der Höhe, weshalb die Gewitter nur die Berge betrafen. In Nordfrankreich hingegen wurden -20° in 5.000 m Höhe und 22-23° in Bodennähe gemessen; das reichte aus, um heftige Gewitter zu erzeugen, die über die Somme und Pas de Calais hinwegfegten. Bei solchen Gegebenheiten können Tornados entstehen, aber mann kann nicht vorhersagen, ob und wo sie entstehen.

    Das bereitet den IPCC-Experten Kopfzerbrechen und Angst vor schlimmen Szenarien. Vor nicht allzu langer Zeit warnten sie davor, dass sich der globale Temperaturanstieg „in einem Tempo beschleunigt, das sehr wahrscheinlich dazu führen wird, dass die Erwärmung zwischen 2021 und 2040 die Schwelle von 1,5 °C seit dem vorindustriellen Zeitalter überschreitet“.

    Um die globale Erwärmung zu begrenzen und bis 2100 unter 2 °C zu stabilisieren, „müssen die CO2-Emissionen schnell gesenkt werden, mit dem Ziel, bis 2050 keine Nettoemissionen mehr zu verursachen, und auch die Emissionen anderer Treibhausgase müssen stark reduziert werden“, fordern die IPCC-Wissenschaftler.

    In den letzten sechs Monaten ist die Durchschnittstemperatur im Süden Frankreichs um 3,5 °C gestiegen.

    Der berühmte französische Kinderreim „Feuer, die Feuerwehr! V’là la maison qui brûle…“ (Das Haus brennt), bekommt eine ganz neue Bedeutung…

  • Die Klimaerwärmung in Frankreich könnte schlimmer werden als bisher angenommen

    Die Klimaerwärmung in Frankreich könnte schlimmer werden als bisher angenommen

    Wenn die Treibhausgasemissionen nicht drastisch sinken, könnten die Temperaturen in Frankreich laut einer neuen Studie bis zum Jahr 2100 im Vergleich zum Beginn des 20. Jahrhunderts um durchschnittlich 3,8 °C ansteigen.

    Die globale Erwärmung kündigt sich für Frankreich schlimmer als erwartet an. Die Temperaturen im Hexagon könnten im Jahr 2100 im Vergleich zum Beginn des 20. Jahrhunderts um durchschnittlich 3,8 °C ansteigen, wenn die Treibhausgasemissionen nicht drastisch sinken.

    „Das ist ein Anstieg, der um bis zu 50% höher ist als in früheren Prognosen“, sagt Aurélien Ribes, Klimatologe am Centre national de la recherche météorologique (CNRM) und einer der Autoren der Studie.

    Im schlimmsten Szenario, in dem weiterhin massiv auf fossile Energieträger (Öl, Gas, Kohle) zurückgegriffen wird, könnten die Durchschnittstemperaturen sogar um 6,7 °C steigen, warnt die Studie, die Anfang Oktober in der Fachzeitschrift „Earth Systems Dynamics“ erschienen ist. Im günstigsten Fall würde der Temperaturanstieg 2,3 °C betragen.

    Insgesamt würde sich „Frankreich stärker erwärmen (ca. +20%) als der globale Durchschnitt“, mit einem durchschnittlichen Anstieg von 0,36 °C pro Jahrzehnt, so Aurélien Ribes.

    Laut den Vereinten Nationen könnte die globale Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts durchschnittlich auf +2,7 °C ansteigen, wenn nichts unternommen wird.

    Um die Daten für Frankreich zu ermitteln, stützten sich die Forscher des CNRS, des CNRM und des Centre européen de recherche et de formation avancée en calcul scientifique (Cerfacs) auf Daten, die seit 1899 von rund 30 über das Land verteilten Wetterstationen gesammelt wurden.

    Die Experten untersuchten verschiedene Szenarien, von den optimistischsten, bei denen eine CO2-Neutralität nach großen internationalen Anstrengungen bis 2050 erreicht wird, bis zu den pessimistischsten, bei denen die Emissionen weiterhin steigen.

    Die Daten zeigen, dass die Durchschnittstemperatur im heutigen Frankreich schon um 1,66 °C höher liegt als im Zeitraum 1900-1930. „Davon sind 1,63 °C allein auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen“, betont Aurélien Ribes.

    „Jede Tonne CO2 zählt insofern, als die Erwärmung von der Höhe der kumulierten Emissionen abhängt“, fügt der Wissenschaftler hinzu und sagt, dass „für 2023 bereits +1,8 °C erwartet werden“.

    Der letzte Bericht der UN-Klimaexperten (IPCC) zeigte, dass die gesamte Erde aufgrund der durch menschliche Aktivitäten erzeugten Treibhausgase seit dem vorindustriellen Zeitalter im Durchschnitt bereits um fast 1,2 °C wärmer geworden ist.

    Aber ACHTUNG: Der Anstieg von 3,8 °C BIS ZUM Jahr 2100 in Frankreich ist nur ein Durchschnittswert, warnen die Forscher, denn in einigen Regionen, vor allem um das Mittelmeer herum oder in den Bergen, könnte die Erwärmung noch höher liegen.

    Außerdem könne die Erwärmung je nach Jahreszeit stark variieren. Während die Temperaturen im Winter um 3,2 °C (2,3 bis 4,2 °C je nach Region) ansteigen würden, könnte das Thermometer im Sommer mit einem durchschnittlichen Anstieg von 5,1 °C (3,6 bis 6,6 °C je nach Region) verrückt spielen.

    „Das würde bedeuten, dass wir weitaus stärkere Extremereignisse wie Hitze, Dürre, Überschwemmungen … erleben würden als im Sommer 2022, als die Erwärmung im Durchschnitt nur 4 °C betrug“, betont Julien Boé, Klimaforscher am CNRS. Sie werden auch häufiger und vor allem intensiver auftreten, warnt Aurélien Ribes.

    Laut Météo-France werden sich in einem Szenario mit 4 °C Erwärmung die Hitzewellen je nach Region auf 21 bis 94 Tage erstrecken – gegenüber heute sieben Tagen im Landesdurchschnitt – und die Häufigkeit dieser Ereignisse werde sich bis 2050 verdoppeln.

    Laut IPCC entspricht jedes zusätzliche Grad Erwärmung einem Anstieg der Niederschlagsmenge bei Stürmen und Gewittern um 7%.

    In jedem Fall wird die Erwärmung „Auswirkungen auf die Ökosysteme und die biologische Vielfalt haben, mit Lebensräumen, die für bestimmte Arten weniger günstig sein werden, die dann gezwungen wären, zu wandern, und natürlich auch auf das landwirtschaftliche System“, mit der Aufgabe bestimmter Kulturen aufgrund von Wassermangel oder einer Veränderung der Erntezyklen, erklärt der CNRS-Forscher Julien Boé.

    Einziger Lichtblick: „Das Tempo des Anstiegs dürfte sich nach 2030 verlangsamen“, meint Aurélien Ribes. Aber auch so werden wir, wenn sich nicht dramatisch etwas ändert, den +3,8 °C nicht entkommen.

  • Globale Erwärmung: Warum Turbulenzen in Flugzeugen in den nächsten Jahren deutlich unangenehmer werden

    Globale Erwärmung: Warum Turbulenzen in Flugzeugen in den nächsten Jahren deutlich unangenehmer werden

    Turbulenzen in Flugzeugen – ein unangenehmes Phänomen, das manchmal sogar zu Verletzungen führen kann – werden in den kommenden Jahren voraussichtlich zunehmen. Der Grund dafür ist die globale Erwärmung.

    Es ist eine unerfreuliche Nachricht: Laut einem Artikel, den der amerikanische Sender CNN am 1. September veröffentlichte, sind Turbulenzen in Flugzeugen ein Phänomen, das in den kommenden Jahren zunehmen wird – zum Leidwesen der Passagiere.

    Turbulenzen, die Schaden anrichten
    Turbulenzen, die auch Sie vielleicht schon einmal in einem Flugzeug erlebt haben, gehören zu den weniger angenehmen Erfahrungen beim Fliegen: Sie sind oft harmlos, können aber manchmal Angst, Unruhe und leichte Verletzungen verursachen – machmal auch schwerere.

    Zwischen 2017 und 2020 waren laut Euronews 65% der schweren Verletzungen bei Flugreisen in den USA auf Turbulenzen zurückzuführen. Diese Verletzungen betreffen nicht die Passagiere, sondern auch das Flugzeugpersonal, das laut dem US-amerikanischen Rat für Verkehrssicherheit in 28% der Fälle nicht rechtzeitig über Turbulenzen informiert wird.

    Und die Turbulenzen haben auch ihren Preis: Bis zu 500 Millionen Dollar pro Jahr kosten die Fluggesellschaften laut dem National Center for Atmospheric Research die dadurch verursachten Unfälle und Verspätungen.

    Turbulenzen werden sich noch verschlimmern
    Paul Williams, Professor für Atmosphärenwissenschaft an der Universität Reading (Großbritannien), der von CNN kontaktiert wurde, erklärt, dass nach den Simulationen, die er durchführen konnte, die Zahl der Turbulenzen „um das Zwei- oder sogar Dreifache“ steigen dürfte. Die Treibhausgasemissionen wirken sich auf den Jetstream aus, eine Art konstanter Luftströmung, die von Flugzeugen genutzt wird und als Luftautobahn dient.

    Die Turbulenzen werden sich aufgrund der Störungen in dem Jetstream vervielfachen und an Länge und Stärke zunehmen: „Bei einem Transatlantikflug kann man mit 10 Minuten Turbulenzen rechnen. Ich denke, in den nächsten Jahrzehnten werden wir 20 oder sogar 30 Minuten erreichen“, so der Wissenschaftler.

    Das bedeutet jedoch nicht, dass das Reisen mit dem Flugzeug weniger sicher sein wird: Paul Williams erklärt, dass „Flugzeuge nicht anfangen werden, abzustürzen, da die Konstruktionsstandards für diese Flugzeuge sehr hoch sind und es ermöglichen, den heftigsten Turbulenzen, denen sie begegnen könnten, auch in der Zukunft standzuhalten“.

    Flugreisen werden auch in Zukunft nicht aussterben aber möglicherweise an Komfort verlieren.

  • Hitzewellen und Rekordtemperaturen – Sommer wie 2022 könnten bis 2050 zur „Norm“ werden

    Hitzewellen und Rekordtemperaturen – Sommer wie 2022 könnten bis 2050 zur „Norm“ werden

    Besonders hohe Temperaturen, sehr lange Hitzeperioden… Frankreich hat gerade einen Rekordsommer hinter sich, seinen zweitwärmsten nach dem Sommer 2003. In einem Lagebericht zieht Météo France eine Bilanz der letzten Monate und blickt auf die kommenden Jahrzehnte.

    Immer wiederkehrende Hitzewellen und gebrochene Temperaturrekorde… In den letzten Monaten hatten die Franzosen zweifellos den Eindruck, einen außergewöhnlichen Sommer zu erleben. „Außergewöhnlich“, so lauteten auch die Worte der Wetterexperten von Météo France, die am Dienstag, den 30. August, ausführlich auf die seit Juni letzten Jahres aufgezeichneten Wetterdaten zurückblickten. Und dann kam die Warnung: Sommer wie in 2022 werden zweifellos zur Norm in Frankreich werden.

    Wie sah es in den letzten Monaten aus? Ein in vielerlei Hinsicht „heißer und trockener“ Sommer, der dem Sommer 2003 in Frankreich relativ ähnlich war. Das Land erlebte „den heißesten Sommer nach 2003“, so Matthieu Sorel, Klimatologe bei Météo-France. Das Thermometer spielte von Juni bis August verrückt: In diesen drei Monaten waren Temperaturen durchschnittlich 2,3°C höher als „normal“.

    Einige Regionen litten besonders unter den Hitzewellen: „Es gibt ein sehr starkes Signal von Hitze-Anomalien in den südlichen Regionen des Landes und in den Regionen der Westküste“, sagt der Klimatologe Matthieu Sorel. Konkret ist es das Departement Pyrénées-Orientales, das in den letzten drei Monaten die am weitesten von der Norm abweichenden Temperaturen verzeichnet hat.

    Mehrere Dutzend Wetterstationen registrierten Rekordtemperaturen, die seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1947 noch nie beobachtet wurden. Dies war unter anderem in Arcachon der Fall: Am Samstag, dem 18. Juni, wurden in Belin-Béliet im Val de l’Eyre im Osten des Arcachon-Beckens 43,2 °C gemessen – so viel wie noch nie zuvor in der Gironde. Auch in Biarritz (Pyrénées-Atlantiques) stieg das Quecksilber Mitte Juni bis auf 42,9 °C an. Sogar an der Spitze der Bretagne stieg das Thermometer im Juli auf 39,3 °C…

    Insgesamt listete Météo France 33 Tage mit starker Hitze im Jahr 2022 auf: eine bisher unerreichte Zahl. „Frankreich hat seit Juni drei Hitzewellen erlebt, was die Gesamtzahl der seit 1947 im Land registrierten Wellen auf 46 erhöht“, erklärt Matthieu Sorel.

    Auch bei diesen längeren Episoden mit besonders hohen Temperaturen waren der Südwesten und die Atlantikküste die Leidtragenden. 32 französische Departements, darunter Ariège, Tarn, Aude oder Aveyron, verzeichneten einen Rekord an lang anhaltenden Hitzewellen. In Albi zum Beispiel verharrte das Thermometer 21 Tage lang über 30 °C.

    Météo France verzeichnete zusätzlich zu den Hitzewellen 25% weniger Niederschlag als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Der Juli war sogar der trockenste Monat seit 1958. In Kombination mit dem ausbleibenden Regen sorgte die Hitze für eine ausgeprägte Trockenheit. „Die Trockenheit begann in diesem Jahr schon im Spätwinter und im frühen Frühling“, sagt Matthieu Sorel. „Wir sind also schon mit extrem trockenen Böden in die Sommersaison gestartet.“ Solche ausgetrockneten Böden werden sehr hart und haben grosse Schwierigkeiten, Feuchtigkeit aufzunehmen. Das führt dazu, dass in diesem Herbst starke Überschwemmungen zu befürchten sind, wenn es heftig regnet.

    Was wird in den kommenden Jahren zu erwarten sein?
    Ähnelt der Sommer 2022 tatsächlich einem „durchschnittlichen Sommer in der Mitte des Jahrhunderts“, wie es Météo France formuliert? Samuel Maurin, Forscher und Direktor des Centre national de recherches météorologiques, bestätigt: „Wir erwarten nicht, dass alle kommenden Sommer dem von 2022 ähneln werden. Es wird Wetterschwankungen geben. Aber die Perspektive ist eine globale Erwärmung und es ist sicher, dass wir mehr Sommer mit ähnlichen Wetterbedingungen wie 2022 erleben werden„.

  • Sommer 2022: „Möglicherweise der kühlste“ der nächsten 20 Jahre, warnt Agnès Pannier-Runacher

    Sommer 2022: „Möglicherweise der kühlste“ der nächsten 20 Jahre, warnt Agnès Pannier-Runacher

    Laut Météo France ist der Sommer 2022 nach 2003 der zweitwärmste jemals in Frankreich gemessene Sommer. „Die globale Erwärmung hat sehr konkrete Auswirkungen auf unser heutiges tägliches Leben“, sagt Agnès Pannier-Runacher. Die Ministerin für den Energiewandel war am Dienstag, dem 30. August, zu Gast bei dem Sender France Inter und zeigt mit dem Finger auf die „großen meteorologischen Unwägbarkeiten“, Dürren und Mega-Feuer, sowie die „gesundheitlichen Folgen“, die sie mit sich bringen. „Die Experten sind in dieser Frage sehr klar, den Sommer 2020 werden Sie nicht wieder erleben und der Sommer 2022 ist wahrscheinlich der kühlste Sommer, den Sie je erlebt haben oder in den nächsten 20 Jahren erleben werden“, sagt sie. Der Sommer 2022 ist laut Météo France nach dem Sommer 2003 der zweitheißeste Sommer, der je in Frankreich gemessen wurde. „Das sind Tatsachen. Es ist unverantwortlich, die Realität dieser Tatsachen nicht anzuerkennen“, meint Agnès Pannier-Runacher, die der Ansicht ist, dass…

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  • Hitzewelle, Dürre, Feuer: Meteo France zieht Bilanz nach einem Sommer der Rekorde

    Hitzewelle, Dürre, Feuer: Meteo France zieht Bilanz nach einem Sommer der Rekorde

    Météo France präsentierte am Dienstagmittag die Zusammenfassung der sommerlichen Messungen, die mehrere Rekorde gebrochen haben. So wurde zum Beispiel in der Bretagne die 40°C-Marke überschritten und Waldbrände haben seit Jahresbeginn 62.000 Hektar Land verwüstet.

    Die Hitzewellen, Brände wüten und in bisher verschonten Regionen herrscht Rekordtrockenheit… Météo France zieht am Dienstag, dem 30. August, die Bilanz eines beispiellosen Sommers. Unter den Auswirkungen des Klimawandels könnte das jedoch schnell zur Norm werden.

    „Der Sommer, den wir gerade erlebt haben, ist ein mächtiger Weckruf“, sagte Premierministerin Élisabeth Borne am Montag, nur wenige Tage nachdem Präsident Emmanuel Macron die Ansicht äusserte, dass das Land vor einem „großen Umschwung“ stehe, zu dem auch die Auswirkungen der Erderwärmung gehören.

    Die Zusammenfassung der Sommermesswerte – der meteorologische Sommer umfasst die Monate Juni, Juli und August – wird heute erst um 17 Uhr bekannt gegeben, aber im Laufe des Sommers hat Météo France schon viele Rekorde registriert.

    Wie diese „außergewöhnlichen Serien“ von aufeinanderfolgenden Hitzetagen (über 25°C), z. B. waren es in Marseille seit dem 9. Mai bereits 113 Tage. Die 102 Tage vom 14. Juni bis zum 23. September 2018 liegen weit abgeschlagen hinten. In Straßburg dauert die Serie seit dem 11. Juli, also bereits 50 Tage (bisheriger Rekord 33 Tage in 1976/2003/2018).

    In Nizza sind bis Montag 60 aufeinanderfolgende „Tropennächte“ gemessen worden, d. h. mit einer Temperatur, die nicht unter 20 Grad fiel, was eine körperliche Erholung besonders schwierig macht. Der bisherige Rekord von 58 Nächten stammte aus dem Jahr 2016.

    Drei Hitzewellen
    Ein Phänomen, das von Météo France Sud-Est auf den „Einfluss einer hohen Mittelmeertemperatur“ zurückgeführt wurde. Auch das Mittelmeer litt unter einer Hitzewelle, bei der die Wassertemperatur 4 bis 5 Grad über den normalen Temperaturen lag und dadurch die marinen Ökosysteme bedrohte.

    Fast das gesamte Land erstickte unter drei Hitzewellen, wobei die erste bereits im Juni auftrat. Viele absolute Hitzerekorde wurden gebrochen, sogar im Nordwesten des Landes, der bisher von grosser Hitze verschont war. Das Thermometer erreichte im Juli 39,3°C an der Spitze der Bretagne, in Brest, und unglaubliche 40,4°C in der normannischen Hafenstadt Dieppe.

    In Kombination mit dem ausbleibenden Regen förderte die Hitze eine starke Trockenheit, die inzwischen fast das gesamte Land betrifft, und machte die Vegetation besonders leicht brennbar. Das Ergebnis: eine traurige Bilanz der Waldbrände mit 62.000 Hektar verwüsteter Fläche seit Jahresbeginn gegenüber durchschnittlich 8.500 Hektar in der gleichen Zeit, wie aus den Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystems (EFFIS) hervorgeht.

    Frankreich erlebte ungewöhnliche Brände, wie den Brand von Landiras in der südlichen Gironde, bei dem in zwei Bränden mehr als 20.000 Hektar verbrannten. Und es gab Brände bis in Gebiete, von denen man nie gedacht hätte, dass sie gefährdet sind, wie etwa der mythische bretonische Wald Brocéliande.

    Ein weiteres Opfer der Dürre sind die Landwirte, deren Ernten voraussichtlich spürbar zurückgehen werden (-18 % bei Mais, -20 % bei Kartoffeln), was die Regierung dazu veranlasst hat, Hilfen freizugeben.

    Besorgte Franzosen
    Die öffentliche Meinung wurde auch von beeindruckenden Gewitterepisoden geprägt, bei denen zum Beispiel am 18. August auf Korsika fünf Menschen ums Leben kamen. Auch wenn solche außergewöhnlichen Wetterphänomene nicht ausschliesslich auf den Klimawandel zurückzuführen sind, verstärkt dieser nach Ansicht von Klimaforschern ihre Intensität und Häufigkeit.

    Der Sommer 2022 könnte „einem durchschnittlichen Sommer in der Mitte des Jahrhunderts“ ähneln, wenn die für die Erwärmung verantwortlichen Treibhausgasemissionen nicht deutlich sinken, so die Modellrechnungen des Wetterdienstes Météo France.

    Der Kampf gegen den Klimawandel bestimmt zu einem großen Teil die politischen Auseinandersetzungen des Herbstes, von Debatten über Privatjets oder Swimmingpools bis hin zu Erklärungen der Regierung, die von der linken Opposition und Umwelt-NGOs beschuldigt wird, nicht genug zu tun.

    Der Sommer 2022 wird auf jeden Fall die öffentliche Meinung geprägt haben und den Klimawandel laut einer aktuellen Ipsos-Umfrage auf den zweiten Platz der Sorgen der Franzosen (32%) direkt hinter der Inflation (33%) hieven. Laut einer weiteren Umfrage von Harris interactive für Challenges gaben 86% der Franzosen an, sich über dieses Thema Sorgen zu machen.

  • Hitzewellen, Dürren – die Mittelmeerregionen werden stärker vom Klimawandel betroffen sein

    Hitzewellen, Dürren – die Mittelmeerregionen werden stärker vom Klimawandel betroffen sein

    Erlebt die Mittelmeerregion die heftigsten klimatischen Umwälzungen? Das legt zumindest der Weltklimarat (IPCC) nahe, der seit Jahren einen beeindruckenden Anstieg der Wassertemperaturen verzeichnet. Dies könnte zu Klimakatastrophen großen Ausmaßes führen.

    Seit einigen Tagen regnet es wieder in Frankreich, und schon jetzt sind besonders heftige Regenfälle und Gewitter im Mittelmeerraum zu verzeichnen. Plötzliche Überflutungen in Montpellier (Hérault), verheerende Brände in Spanien, Portugal und Frankreich und mörderische Gewitter auf Korsika und in Italien… Wie lassen sich diese Phänomene von bisher nicht gekannter Intensität erklären?

    Laut den Experten des Weltklimarates (IPCC) ist das Mittelmeerbecken einer der „Hotspots des Klimawandels“. Das erklären sie damit, dass in diesem Gebiet die Temperaturen in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich schneller steigen werden als anderswo. Die „Mediterranean Experts on Climate and Environmental Change“ (MedEcc) haben diesbezüglich mehrere Prognosen erstellt. Die Wissenschaftler stellen fest, dass die Temperatur des Mittelmeeres im Vergleich zum sogenannten „vorindustriellen Zeitalter“ bereits jetzt um 1,5°C angestiegen ist. In den letzten Wochen war der Anstieg der Wassertemperatur besonders deutlich zu spüren: An der korsischen Küste – und nicht nur dort – lag die gemessene Wassertemperatur bei 30°C. Solche Temperaturen kannte man bisher nur aus der Karibik. Bis 2040 könnten die Temperaturen in einigen Regionen des Mittelmeers um 2,2°C und in 80 Jahren sogar um 3,8°C ansteigen.

    Dies wird nicht nur große Auswirkungen auf die Meeresfauna haben, die im Mittelmeerraum nicht an solch hohe Temperaturen gewöhnt ist, sondern auch auf die menschen, die diese Gebiete bewohnen. Und das aus gutem Grund: Steigende Temperaturen im Meer begünstigen das Auftreten von starken Regenfällen und heftigen Gewittern. Feuchtwarme Luft vom Meer verursacht bei Kontakt mit kälterer Luft in der Höhe Gewitter und starke Niederschläge. Diese „mediterranen“ Phänomene sind umso problematischer, als die Böden, die durch die heißen Temperaturen im Sommer ausgetrocknet und sehr hart sind, nicht in der Lage sein werden, all dieses Wasser aufzunehmen. Deshalb sind Überschwemmungen größeren Ausmaßes zu befürchten.

    Das IPCC geht in seiner Analyse noch weiter. Die Wissenschaftler warnen, dass der Mittelmeerraum wahrscheinlich unter immer heftigeren Bränden leiden wird: „Die Fläche der verbrannten Wälder wird sich verdoppeln oder verdreifachen, je nachdem, welche Anstrengungen unternommen werden, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren“, erklären die Experten. All diese Wetterphänomene werden in den kommenden Jahren wahrscheinlich auf die 150 Millionen Menschen zu kommen, die rund um das Mittelmeer leben.

  • „Es ist an der Zeit, dass die Regierung den Klimawandel erkennt“, fordert der Bürgermeister von Bordeaux

    „Es ist an der Zeit, dass die Regierung den Klimawandel erkennt“, fordert der Bürgermeister von Bordeaux

    Pierre Hurmic, der grüne EELV-Bürgermeister von Bordeaux, äusserte sich am Freitag, dem 19. August 2022, auf Franceinfo. „Es ist an der Zeit, dass die Regierung das Ausmaß des Klimawandels und des klimatischen Leidens erkennt“, sagte der EELV-Bürgermeister von Bordeaux, Pierre Hurmic, am Freitag, dem 19. August. Nach den heftigen Gewittern auf Korsika, die mindestens fünf Todesopfer forderten, und nachdem in diesem Sommer in Frankreich mehr als 60.000 Hektar durch Brände zerstört wurden. „Wir traben langsam hinter dem Klima her, obwohl wir galoppieren sollten“. „Man nicht mit der Wahrheit tricksen. Man darf es nicht als Unfall sehen. Es ist kein Unfall“, meint der Bürgermeister von Bordeaux. „Die Klimaforscher, die Wissenschaftler sagen uns seit Jahren, dass diese extremen Wetterphänomene immer häufiger und immer intensiver werden. Wir verschliessen lieber die Augen“. „Das Reden funktioniert gut, aber was wir von der Regierung erwarten, sind konkrete Taten.“ (Pierre Hurmic, EELV-Bürger…

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