Schlagwort: Global Warming

  • Etwa 30 Aktivisten bauen eine symbolische Mauer vor dem Ministerium für ökologischen Übergang

    Etwa 30 Aktivisten bauen eine symbolische Mauer vor dem Ministerium für ökologischen Übergang

    Mit dieser Aktion, die zwei Tage nach der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen stattfand, sollte Widerstand gegen „umweltschädliche Projekte“ gezeigt werden. Am frühen Dienstagmorgen, dem 26. April, fand vor dem Ministerium für den ökologischen Übergang in Paris eine Aktion des Umweltkollektivs Résistances Locales statt. Etwa 30 Aktivisten schlossen das Ministerium symbolisch ein, indem sie eine Mauer aus Betonsteinen errichteten, die mit dem Slogan „Ministerium geschlossen, holen wir uns das Land zurück“ besprüht wurde, um ihren Widerstand gegen „umweltschädliche Projekte“ zum Ausdruck zu bringen.

    Die Aktion mit dem Namen „Retour sur Terres“ wurde zwei Tage nach der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen organisiert, „in die wir ohnehin nicht viel Hoffnung hatten“, wie eine Aktivistin vor Ort gegenüber Franceinfo sagt. Die Wahl endete mit der Wiederwahl von Emmanuel Macron. Aktivisten des Kollektivs „Résistances local…

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  • „Keiner der Kandidaten erkennt die Klimadringlichkeit“ – Wissenschaftler sind enttäuscht

    „Keiner der Kandidaten erkennt die Klimadringlichkeit“ – Wissenschaftler sind enttäuscht

    Die globale Erwärmung war eines der Themen der grossen TV-Debatte zwischen Macron und Le Pen. Die Experten begrüßten, dass die Kandidaten sich zu diesem Thema äußern mussten, wenn auch viel zu kurz. 19 Minuten: Das ist die Zeit, die während der 2 Stunden und 50 Minuten dauernden Debatte zwischen Marine Le Pen und Emmanuel Macron am Mittwoch, dem 20. April, für die globale Erwärmung aufgewendet wurde. Diese Sequenz, die nur etwa 11% der Diskussion ausmachte, wurde von Umweltverbänden, aber auch von den Wissenschaftlern des IPCC, die dieses Jahr zwei wichtige Berichte zur Klimakrise vorgelegt haben, mit Spannung erwartet. „Meine erste Reaktion war, dass das Thema glücklicherweise auf der Themenliste stand“, bezeugt Wolfgang Cramer, Forschungsleiter am Mittelmeerinstitut für Biodiversität und marine und kontinentale Ökologie (Imbe) und Mitautor des zweiten Teils des letzten IPCC-Berichts. Der deutsche Forscher, der in Frankreich lebt, dort aber nicht wählen darf, stellt jedoch bedauernd f…

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  • Marches pour le futur: Mehrere tausend Demonstranten gestern in Paris

    Marches pour le futur: Mehrere tausend Demonstranten gestern in Paris

    Am Vorabend der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen wurden am Samstag, 9. April, in mehreren französischen Städten „Marches pour le futur“ (Märsche für die Zukunft) organisiert. In Paris stand der Kampf gegen die globale Erwärmung im Mittelpunkt des Demonstrationszuges. Paris, Lyon, Bordeaux, Rennes, Montpellier. Die Kundgebungen, zu denen verschiedene Umwelt-, Wohltätigkeits- und feministische Organisationen aufgerufen hatten, zählten insgesamt mehrere zehntausend Teilnehmer. Die Forderungen der Demonstranten lauteten, dass die nächsten fünf Jahre für „Gerechtigkeit, Klima, Gleichheit und Frieden“ stehen sollten. In Paris erinnerten die Plakate an die Klima-Krise: „Roter Alarm für eine grünere Zukunft“, „Isolieren wir die Wohnungen, nicht die Menschen“, usw. Für die Demonstranten gibt es angesichts der Erderwärmung keine Zeit mehr zu verlieren: „Es ist ein Schrei aus dem Herzen, damit sie erkennen, dass uns das wichtig ist und dass alles andere uns egal ist. Dieser Notfall ist der…

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  • Klimakrise: Welche Präsidentschaftskandidaten halten das Pariser Abkommen ein?

    Klimakrise: Welche Präsidentschaftskandidaten halten das Pariser Abkommen ein?

    Wer die Präsidentschaftswahlen gewinnt, muss wichtige Entscheidungen treffen, um die globale Erwärmung zu begrenzen. In Zusammenarbeit mit dem Verein Les Shifters bietet Franceinfo heute eine detaillierte Analyse der von den Elysee-Anwärtern vorgeschlagenen Maßnahmen. Sind die Programme der Kandidaten mit den Zielen des Pariser Abkommens vereinbar? Diese Frage wollte Franceinfo wenige Tage vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen 2022 beantworten. Hier Überblick über die Bewertung der Programme und für jeden Kandidaten eine Zusammenfassung der Analyse des Vereins Les Shifters. Die vollständige Bewertung findet man auf dieser Website. Kein Kandidat erfüllt die Ziele des Pariser Abkommens vollständig Die Analyse der zwölf Wahlprogramme zeigt, dass die Kandidaten insgesamt weit von den Zielen des Pariser Klimaabkommens entfernt sind. kein Kandidat präsentiert einen Plan mit Maßnahmen, die kohärent und detailliert genug sind, um dem Pariser Abkommen „sehr nahe“ zu kommen. Diejenigen…

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  • Waldbrände werden regelmäßig und immer öfter auftreten

    Waldbrände werden regelmäßig und immer öfter auftreten

    Am Wochenende kam es vor allem in den Alpes-Maritimes zu Bränden wegen einer zu trockenen Vegetation, was im Jahr 2022 sehr früh auftrat.

    Oberst Sylvain Besson, stellvertretender Direktor der Feuerwehr des Departements Hérault, sagte am Montag, 28. März, im französischen Nachrichtensender Franceinfo, dass Vegetationsbrände „regelmäßig wiederkehren und schließlich zur Gewohnheit werden“ dürften, wenn man sich die Projektionen über die nächsten 20 Jahre anschaut. Zu ungewöhnlich frühen Bränden kam es am Wochenende vor allem in den Alpes-Maritimes aufgrund einer in dieser Jahreszeit noch nie dagewesenen Trockenheit als Folge des menschengemachten Klimawandels.

    Sylvain Besson meint, dass die Regenfälle der letzten Wochen es zwar ermöglicht haben, einen Teil des Wasserdefizits aufzufüllen, aber eben nicht vollständig. In den nächsten Wochen muss die Entwicklung bis zum Sommer genau beobachtet werden. Die Sorge vor Bränden in den Alpes-de-Hautes-Provence und den Hautes-Alpes wächst.

    In den Alpes-Maritimes und dem Departement Bouches-du-Rhône, aber auch in den Departements nördlich der Loire, die normalerweise seit Jahren keine solchen Probleme haben, wie Maine-et-Loire und Charente-Maritime, wurden an diesem Wochenende 30 Hektar vom Feuer zerstört. Das ist außergewöhnlich, aber die 20-Jahres-Projektionen der Klimaforscher zeigen, dass solche Situationen regelmäßig wiederkehren und schließlich zur Gewohnheit werden.

    Wie passen sich Bevölkerung und Behörden an diese neue Situation an?

    Eine umfassende Politik der Prävention und Aufklärung der Bevölkerung, aber natürlich auch die Bekämpfung erfordern eine dienststellenübergreifende Arbeit der Behörden. 

    Eine neue Raumplanung, um den Brandschutz zu verbessern und Wasserstellen zu errichten, ist gefordert. Unter der Schirmherrschaft der Direktion für zivile Sicherheit, des Innenministeriums und des nationalen Verbands der französischen Feuerwehr wurden Diskussionen angestossen, um sich angemessen auf das Auftreten dieser neuen menschgemachten Naturgefahren vorzubereiten.

    Welche Regeln muss man unbedingt beachten, um die Gefahr von Bränden zu vermeiden?

    Wenn es trocken und gleichzeitig windig ist, insbesondere bei Windgeschwindigkeiten von über 40 km/h, soll man das Verbrennen im Garten oder die Verwendung von funkenerzeugenden Werkzeugen wie Trennschleifern oder Ähnlichem unbedingt vermeiden, da es sonst zu einem Brand mit schlimmen Folgen kommen kann. Jetzt ist auch die Zeit, in der Haus- und Gartenbesitzer Ihren gesetzlichen Verpflichtungen zur Grundstücksreinigung nachkommen müssen. Im März/April verlangt der Gesetzgeber in vielen Regionen Frankreichs die Reinigung der Grundstücke von abgestorbenen Pflanzenresten aus dem Vorjahr. Zugewucherte Grundstücke sind immer öfter für die Entstehung grösserer Brände und teure Feuerwehreinsätze verantwortlich.

  • Zehntausende demonstrieren in Frankreich für das Klima

    Zehntausende demonstrieren in Frankreich für das Klima

    Zehntausende Menschen haben am Samstag in ganz Frankreich protestiert, um im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im nächsten Monat mehr Aufmerksamkeit für die Klimakrise zu fordern.

    Die Klimakrise war Gegenstand von gerade mal 1,5 Prozent der Gesprächsthemen in der Medienberichterstattung im Wahlkampf vom 28. Februar bis zum 6. März, wie eine aktuelle Untersuchung von Nichtregierungsorganisationen für Klimagerechtigkeit ergab.

    Nach Angaben der Organisatoren nahmen gestern landesweit 80.000 Personen an Demonstrationen für das Klima teil, darunter 32.000 in Paris. Das Innenministerium zählte jedoch nur etwa 40.000 Teilnehmer, davon 11.000 in der Hauptstadt.

    Darüber hinaus schrieb das Réseau Action Climat in einem Tweet, dass für fast 94% der Franzosen der Klimawandel ein wichtiges Anliegen ist. Weiter heißt es: „Wir prangern diese Untätigkeit an… Wir können nicht weitere fünf Jahre warten“. Diese Zahl stammt aus einer kürzlich durchgeführten IPSOS-Umfrage, in der 47% der Befragten der Meinung waren, dass der Klimawandel eine Priorität sein sollte. Für 94% der Franzosen ist der Klimawandel ein „wichtiges Thema“.

  • IPCC-Klimabericht: „Irreversible Auswirkungen“ – alarmierende Bilanz der Wissenschaftler

    IPCC-Klimabericht: „Irreversible Auswirkungen“ – alarmierende Bilanz der Wissenschaftler

    „Die wissenschaftlichen Beweise sind eindeutig: Der Klimawandel ist eine Bedrohung für das menschliche Überleben und die Gesundheit des Planeten“, betont der neue IPCC-Bericht und unterstreicht die Notwendigkeit, sowohl zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen als auch zur Vorbereitung auf immer schlimmere Katastrophen zu handeln.

    Jede weitere Verzögerung im Kampf gegen den Klimawandel kann die kleine Chance verspielen, der Menschheit doch noch eine „lebenswerte Zukunft“ zu sichern, warnten die UN-Klimaexperten (IPCC) am Montag. Die globale Erwärmung hat bereits „großflächige negative Auswirkungen“ auf Mensch und Natur verursacht, von denen einige „irreversibel“ sind, so der neue Bericht der UN-Klimaexperten, der am Montag veröffentlicht wurde.

    „Die Zunahme von Wetter- und Klimaextremen hat zu irreversiblen Auswirkungen geführt, welche Mensch und Natur über ihre Anpassungsfähigkeit hinaus belasten können“, betont der IPCC und schätzt, dass selbst ein vorübergehendes Überschreiten der Schwelle von +1,5°C Erwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter weitere „irreversible“ Schäden an empfindlichen Ökosystemen wie den Polen, Küsten und Bergen verursachen könnte.

    UN-Generalsekretär Antonio Guterres beklagte am Montag den „kriminellen“ Führungsmangel der Weltpolitiker im Kampf gegen die Erderwärmung an und reagierte damit auf den wissenschaftlichen Bericht, der das „Leid“ der von Katastrophen heimgesuchten Menschheit beschreibt. Der am Montag veröffentlichte Bericht der UN-Klimaexperten (IPCC) „ist eine Sammlung menschlichen Leids und eine vernichtende Anklage gegen das Versagen der Staats- und Regierungschefs im Kampf gegen den Klimawandel“, sagte Guterres und beklagte einen regelrechten „kriminellen Verzicht auf Führung“.

    3,3 bis 3,6 Milliarden Menschen bereits „sehr gefährdet“ durch die Auswirkungen der globalen Erwärmung
    Zwischen 3,3 und 3,6 Milliarden Menschen, also fast die Hälfte aller Menschen auf der Erde, sind laut dem neuen Bericht bereits „sehr gefährdet“ durch die Auswirkungen der globalen Erwärmung. Und die regional und sogar innerhalb von Regionen unterschiedliche Anfälligkeit wird durch Unterschiede in der sozioökonomischen Entwicklung oder auch durch die nicht nachhaltige Nutzung von Land und Ozeanen gefördert, so der IPCC.

    Zwischen 3 und 14% der Arten an Land sind vom Aussterben bedroht
    Die durch den Klimawandel verursachten Schäden an der biologischen Vielfalt werden weiter zunehmen, zwischen 3 und 14% der Landarten werden vom Aussterben bedroht sein, selbst wenn die Erwärmung auf +1,5°C begrenzt wird, prognostizierten die UN-Klimaexperten. Unter Hinweis auf die „fundamentale“ Bedeutung von Ökosystemen, um eine „resiliente“ Entwicklung gegenüber der Erwärmung zu ermöglichen, fordert der Bericht, „etwa 30 bis 50% der Oberfläche“ des Planeten zu schützen, auf dem Land, in den Ozeanen und in Süßwassergebieten.

    1 Milliarde Menschen leben bis 2050 in bedrohten Küstengebieten
    Etwa eine Milliarde Menschen könnten bis 2050 in Küstengebieten leben, die durch steigende Meeresspiegel und Überflutung bei Stürmen bedroht sind, so der neue Bericht der UN-Klimaexperten.

    Aufgrund von Bevölkerungsbewegungen, die zu Konzentrationen an den Küsten führen, insbesondere in großen Megastädten, die knapp über dem Meeresspiegel liegen, „könnten mittelfristig und unter allen Szenarien“ der Treibhausgasemissionen „etwa eine Milliarde Menschen von küstennahen Klimagefahren bedroht sein“, stellt der IPCC fest. 2020 lebten 896 Millionen Menschen, d.h. 11% der Bevölkerung, in niedrigen Küstengebieten.

  • Überschwemmungen, Hitze, Brände – Klimakatastrophen prägten das Jahr 2021

    Überschwemmungen, Hitze, Brände – Klimakatastrophen prägten das Jahr 2021

    Das Jahr 2021 war nicht so warm wie die letzten Jahre, aber es gab dennoch Extremereignisse, von denen einige die Handschrift der globalen Erwärmung tragen.

    2021 ist nicht das wärmste Jahr, das jemals weltweit gemessen wurde. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) geht davon aus, dass das Jahr 2021 den fünften oder siebten Platz belegen wird (nur wenige Zehntelgrade von den Jahren 2016, 2020, 2019, 2018, 2017 und 2015 entfernt).

    Das verhinderte jedoch keine spektakulären Extremereignisse wie die „Hitzekuppel“ im Juni im Nordwesten Nordamerikas oder die Überschwemmungen in Deutschland, die mit der globalen Erwärmung in Verbindung gebracht werden. „Die Temperatur der Erde steigt weiter an, weit über die normalen Schwankung hinaus. Wir leiden unter dem Energiezuwachs in der Atmosphäre, der sich auf die eine oder andere Weise bemerkbar macht“, analysiert Robert Vautard, Klimatologe und Direktor des Instituts Pierre-Simon Laplace.

    Die Spätfrost-Episode in Frankreich.
    Sie erinnern sich bestimmt an die beeindruckenden Bilder von Weinbergen, in denen Feuer entfacht wurden, um sie gegen die Kälte zu schützen. Anfang April wurde Frankreich von mehrtägigem Frost heimgesucht, der laut dem Landwirtschaftsminister die „größte agronomische Katastrophe des Jahrhunderts“ auslöste. Durch einen besonders milden März, hatten viele Pflanzen, wie die Weinreben, begonnen, sich zu entwickeln, als wäre der Frühling bereits da. Un dann kam der Frost und zertsörte viele frühen Knospen und bedrohte die zukünftige Ernte.

    Feuer in den Weinbergen sollten drohende Frostschäden eingrenzen.

    Solche katastrophalen Temperaturschwankungen tragen die Handschrift der globalen Erwärmung, die durch den Verbrauch fossiler Energieträger (Kohle, Öl, Gas) verursacht wird. In einer Studie kamen Wissenschaftler zu dem Schluss, dass der Klimawandel solche Ereignisse um 20% bis 120% wahrscheinlicher gemacht hat.

    Die „Hitzekuppel“ in Kanada und den USA
    49,6°C. Mit dieser Temperatur, die am 30. Juni erreicht wurde, brach das Dorf Lytton (British Columbia) den Rekord für Kanada und alle Regionen, die jenseits des 50. nördlichen Breitengrades liegen. Hinter dieser spektakulären Zahl verbirgt sich eine tagelange Hitzewelle im Westen Kanadas und dem Nordwesten der USA, ein zusammengebrochenes Stromnetz in Portland (Oregon, USA), Straßensperrungen wegen geschmolzenen Bitumens in Seattle (Washington State, USA), für gefährdete Bevölkerungsgruppen eingerichtete „Kühlzentren“ und plötzliche Todesfälle. Das kanadische Dorf Lytton wurde einige Tage später von den Flammen zerstört und die Region wurde dann im November von heftigen Überschwemmungen heimgesucht.

    Lesen sie auch: Wetter: Hitzekuppel über Nordafrika und Temperaturanstieg in Frankreich

    Verursacht wurde die „Hitzekuppel“ durch eine sehr warme Luftmasse, die aus Mexiko kam und im Norden von einem Hochdruckgebiet eingeschlossen wurde. Wissenschaftler bestätigen, dass die gemessenen Temperaturen etwa 2°C höher waren, als sie gewesen wären, wenn dieses extreme Hitzeereignis stattgefunden hätte, bevor der Mensch damit begann, Treibhausgase in die Atmosphäre zu pumpen. „Ein Ereignis wie dieses, das bisher einmal alle 1.000 Jahre auftritt, wird in einer zukünftigen Welt mit 2°C Erwärmung etwa alle 5 oder 10 Jahre stattfinden“, schlussfolgern sie. Zur Erinnerung: Wenn sich nichts ändert, werden wir diese 2°C mehr um das Jahr 2050 herum erreichen, und wir haben bereits die Hälfte des Weges zurückgelegt, da die globalen Durchschnittstemperaturen im Jahr 2021 bereits mehr als 1°C über denen der vorindustriellen Zeit liegen.

    Tödliche Überschwemmungen in Deutschland und Belgien.
    Deutschland und Belgien unter Wasser. Zwischen dem 12. und 15. Juli gingen in beiden Ländern sintflutartige Regenfälle, die durch ein Kaltluftphänomen ausgelöst wurden, nieder und führten zu tödlichen Überschwemmungen und Erdrutschen. „Das sind Überschwemmungen, die unsere Vorstellungskraft übersteigen, wenn man die Auswirkungen vor Ort sieht“, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel damals. Die Bilanz war dramatisch: Mindestens 184 Tote in Deutschland und 38 Tote in Belgien.

    Lesen Sie auch: IPCC: Dieser Bericht sollte jedem, der ihn liest, einen Schauer über den Rücken jagen

    Laut einer IPCC-Studie ist auch diese Katastrophe mit dem Klimawandel verbunden, der so ein Ereignis neunmal wahrscheinlicher gemacht hat. Der Klimawandel hat auch „die Regenmenge an einem Tag zwischen 3 und 19 Prozent ansteigen lassen“. Der Klimatologe Jean-Pascal Van Ypersele sagte auf dem Sender RTBF: „Man kann nicht sagen, dass wir nicht gewarnt wurden. Der Weltklimarat und die Wissenschaftler schlagen schon so lange Alarm und werden so wenig gehört!“

    Das größte Feuer in der Geschichte Kaliforniens
    Es war der schlimmste Brand in einer Region, die es gewohnt ist, regelmässig von den Flammen heimgesucht zu werden. Das Dixie-Feuer, das am 13. Juli in den Bergen nördlich von Sacramento ausgebrochen war, wurde erst 103 Tage später, am 25. Oktober, unter Kontrolle gebracht und verwüstete 389.837 Hektar. „Vor fünfzehn Jahren wäre ein Brand von 40.000 Hektar das größte Feuer unserer Karriere gewesen. Heute haben wir Brände von fast 400.000 Hektar“, stellte der Feuerwehrmann Kristen Allison in der New York Times fest.

    In seinem jüngsten Bericht vom August 2020 stellt der Weltklimarat (IPCC) fest, dass „die klimatischen Bedingungen für Brände in Mexiko, im Westen und Nordwesten Nordamerikas zugenommen haben, hauptsächlich aufgrund der steigenden Temperaturen“, die Böden und Pflanzen austrocknen. Und das ist erst der Anfang, wie von dieser Expertengruppe vorausgesagt wird.

    Tödliche Überschwemmungen in China
    Vom 17. bis 21. Juli kam es in der chinesischen Provinz Henan zu extremen Niederschlägen. Laut WMO „fielen am 20. Juli in Zhengzhou 201,9 Liter Regen pro m2 in einer Stunde, ein Rekord für das Land“. Das Wasser drang in die U-Bahn ein und tötete 14 Menschen, die in einem Zug eingeschlossen waren. Weitere Personen wurden in Parkhäusern oder Tunneln eingeschlossen. Insgesamt starben 302 Menschen.

    Sibirien in Flammen
    Es ist eine Katastrophe, die sich fernab von unseren Blicken abspielt. In den unbewohnten Weiten des russischen Sibiriens brennen die Wälder aus. Insbesondere im Nordosten der Region, in der Republik Sacha, war die Brandsaison aufgrund ihrer Größe und der seit Anfang Juni anhaltenden Brände „ungewöhnlich“, wie der europäische Erdbeobachtungsdienst Copernicus feststellte.

    Der IPCC erwartet, dass „die Dauer und Häufigkeit der Brandsaison zunehmen wird, mit starken Auswirkungen in Indien, China und Russland“. Wie in Nordamerika sind diese Brände groß genug, um die globale Erwärmung zu verstärken. Laut der Copernicus-Beobachtungsstelle verzeichnete der Juli mit 1.258 Megatonnen CO2-Emissionen, von denen mehr als die Hälfte auf die Brände in Nordamerika und Sibirien zurückzuführen ist, einen Weltrekord seit Beginn der satellitengestützten Messungen.

    Dürre und Hungersnot in Madagaskar
    Seit 2019 wird der südliche Teil der Insel Madagaskar von einer beispiellosen Dürre heimgesucht, die mehr als eine Million Menschen in eine akute Hungersnot versetzt hat.

    Im Juni bezeichnete das Welternährungsprogramm (WFP) die Krise als erste Hungersnot, die auf die durch menschliche Aktivitäten verursachte globale Erwärmung zurückzuführen ist. In seinem jüngsten Bericht schätzt der IPCC mit mittlerer Sicherheit, dass Dürren in Madagaskar ab einer globalen Erwärmung von 2°C weiter zunehmen werden.

    Brände rund um das Mittelmeer
    Das Mittelmeer brennt. Den ganzen August über gab es in mehreren Ländern der Mittelmeerregion große Brände. In Griechenland wüteten im Juli und August Waldbrände auf den Inseln Euböa und Rhodos sowie im Großraum Athen und auf dem Peloponnes, die 100.874 Hektar Pinienwälder, Wälder und Olivenhaine zerstörten und drei Menschen töteten. Das gleiche Bild in der Türkei, wo mehr als 95.000 Hektar Land in Rauch aufgingen und acht Menschen beim Absturz eines Canadair-Löschflugzeugs starben. In Algerien starben in diesem Sommer mindestens 69 Menschen im Norden des Landes. Auch Marokko, Spanien, Italien und einige Mittelmeerregionen Frankreichs erlebten einen Sommer mit mehreren Waldbränden.

    Lesen Sie auch: Brände in Griechenland: Frankreich schickt 40 Feuerwehrleute und 40 Soldaten als Verstärkung

    Das IPCC bezeichnet eine Zunahme der Bedingungen, die Brände in der Mittelmeerregion begünstigen, als sehr wahrscheinlich.

    Überschwemmungen und Erdrutsche in Indien
    In diesem Herbst kam es in Indien zu heftigen Überschwemmungen und Erdrutschen, die teilweise ganze Familien in ihren Häusern begruben. Mindestens 102 Menschen starben im Oktober im Himalayastaat Uttarakhand und in Kerala. Im November starben mindestens 30 Menschen oder wurden aufgrund von Sturzfluten im Süden des Landes vermisst.

    Die zunehmend unberechenbaren und extremen Wetterbedingungen, die Südasien in den letzten Jahren heimgesucht haben, werden laut Experten durch den Klimawandel verursacht und durch Abholzung, den Bau von Staudämmen und übermäßige Stadtentwicklung noch verschärft. Das IPCC stellte in den letzten Jahren eine Zunahme von Regenüberschwemmungen in der Region Asien fest und erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt.

    Hurrikan Ida in den USA
    Ende August und Anfang September traf der Hurrikan der Kategorie 4 „Ida“ zunächst auf den Süden und dann auf den Osten der USA. Obwohl er in Louisiana auf Land traf, forderte Ida die meisten Opfer, als er auf New York City traf und der Hurrikan nur noch ein Sturm war. Mindestens 47 Menschen starben in der Millionenmetropole und ihrer Umgebung an den Folgen der sintflutartigen Regenfälle, die zu Überschwemmungen führten. „Wir müssen auf Wissenschaftler, Ökonomen und Spezialisten für nationale Sicherheit hören, sie alle sagen uns, dass wir Alarmstufe Rot haben, dass das Land und die Welt aufgrund des Klimawandels in Gefahr sind“, sagte Präsident Joe Biden.

  • Klima: Das Jahr 2021 bricht erneut Temperaturrekorde

    Klima: Das Jahr 2021 bricht erneut Temperaturrekorde

    Der Sommer 2021 war zwar nicht so heiß wie die vorangegangenen, aber die globale Erwärmung hat sich dadurch nicht verlangsamt. Météo France hat seine Jahresbilanz gezogen, und 2021 als eines der zehn wärmsten Jahre eingestuft, die jemals weltweit gemessen wurden.

    Im Jahr 2021 ähnelte kein Monat dem vorherigen. Unerwartete und heftige Wetterphänomene trafen verschiedene Regionen Frankreichs. „Man kann 2021 als ein Jahr nahe der Norm bezeichnen, aber mit vielen Kontrasten, wenn man es genauer betrachtet. Ein Jahr, das wahrscheinlich eine Atempause im Klimawandel darstellt, verglichen mit dem, was wir in den nächsten Jahren erleben werden“, erklärt Matthieu Sorel von Météo France gegenüber France 3.

    Die Temperaturen lagen über dem Durchschnitt der letzten 30 Jahre.
    So gefährdete der Spätfrost im April die Ernte in den Weinbergen und Obstplantagen. Heftige Gewitter und Überschwemmungen verwüsteten das Departement Gard und den Südwesten. Der Sand aus der Sahara überzog den Südosten des Landes mit einer ockerfarbenen Schicht. Die Niederschlagssumme enstprach zwar den normalen Jahreswerten, aber trotz des regnerischen Sommers lagen die Temperaturen um 0,2% über dem Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Der Temperaturanstieg in Frankreich liegt jedoch deutlich unter den europäischen und weltweiten Messwerten für 2021. Die Welt wird tatsächlich immer wärmer.

  • COP26: Am Samstagabend endlich eine Einigung zum Kampf gegen die globale Erwärmung

    COP26: Am Samstagabend endlich eine Einigung zum Kampf gegen die globale Erwärmung

    Auf der COP26 wurde am Samstagabend in extremis eine Einigung erzielt, um den Kampf gegen die globale Erwärmung zu verstärken. Der Inhalt der Vereinbarung ist wie folgt. Die 200 Länder, die an der COP26 teilgenommen haben, haben am Samstag eine Vereinbarung zur Beschleunigung des Kampfes gegen die globale Erwärmung getroffen, ohne aber sicherzustellen, dass die Erwärmung auf 1,5°C begrenzt wird, und ohne auf die Forderungen der armen Länder nach Hilfe einzugehen. Der Text, der als „Glasgow-Klimapakt“ bezeichnet wird, wurde nach zwei Wochen harter Verhandlungen mit dem Hammerschlag des britischen Präsidenten der Weltklimakonferenz, Alok Sharma, angenommen. Der COP26-Vorsitzende sagte mit emotionaler Stimme und Tränen in den Augen, es tue ihm „zutiefst leid“, dass auf Wunsch Chinas und Indiens in letzter Minute noch Änderungen in der Frage der fossilen Brennstoffe vorgenommen wurden. Zuvor hatte er gesagt, dass das Abkommen „ein Jahrzehnt wachsender Ambitionen“ in Sachen Klima einläutet….

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