Schlagwort: Gewalt gegen Frauen

  • Frauenmord in Seine-et-Marne: Frau erstochen, Ehemann nach Suizidversuch im Krankenhaus

    Frauenmord in Seine-et-Marne: Frau erstochen, Ehemann nach Suizidversuch im Krankenhaus

    In Emerainville (Seine-et-Marne) ereignete sich am Donnerstag, dem 24. Oktober, ein tragischer Fall von häuslicher Gewalt, der zum Tod einer Frau führte. Die 1983 geborene Frau, brasilianischer Herkunft, wurde in ihrem Zuhause von ihrem Ehemann mit mehreren Messerstichen getötet. Der mutmaßliche Täter, ihr 1980 geborener Ehemann, wurde später von der Polizei erhängt im Keller des Hauses aufgefunden. Er überlebte den Suizidversuch und befindet sich in einem kritischen Zustand im Krankenhaus.

    Ein bekanntes Gewaltmuster

    Dieser Fall von häuslicher Gewalt ist umso schockierender, da der Ehemann bereits im Juli 2024 wegen häuslicher Gewalt festgenommen worden war. Damals wurde er auf frischer Tat ertappt, als er seine Frau angegriffen hatte. Trotz duieser Vorfälle wies sein Strafregister keine früheren Verurteilungen auf. Aufgrund der Art der Tat im Juli und der fehlenden Vorstrafen entschied sich die Staatsanwaltschaft von Meaux für ein sogenanntes compositional Verfahren – eine alternative Maßnahme, bei der der Täter die Vorwürfe anerkennt und eine Sanktion oder Wiedergutmachung leistet, um einen langwierigen Prozess zu vermeiden.

    Leider stellte sich heraus, dass diese Maßnahme den Täter nicht davon abhielt, drei Monate später erneut Gewalt gegen seine Frau auszuüben – diesmal mit tödlichen Folgen.

    Der grausame Morgen

    Am Donnerstagmorgen, um 5:35 Uhr, wurde die Polizei von Torcy zum Tatort gerufen, nachdem eines der Kinder des Paares, der 17-jährige Sohn, die Behörden alarmiert hatte. Er berichtete, dass sein Vater seine Mutter mit einem Messer angegriffen haube. Der Junge selbst wurde verletzt, als er versuchte, seine Mutter zu schützen. Ein weiteres Kind des Paares, ein 14-jähriger Junge, war ebenfalls im Haus, blieb jedoch unverletzt. Beide Kinder wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

    Die Autopsie der getöteten Frau soll Klarheit über den genauen Tathergang und die Todesursache bringen. Zum Zeitpunkt der Auffindung war jedoch bereits klar, dass sie durch mehrere Messerstiche ums Leben gekommen war.

    Die Folgen für die Kinder

    Die beiden minderjährigen Kinder des Paares wurden nach dem Vorfall in ein Krankenhaus gebracht, wo sie medizinisch und psychologisch betreut werden. Aufgrund der familiären Umstände hat die Staatsanwaltschaft von Meaux angekündigt, eine vorläufige Unterbringungsanordnung zu erlassen, und die Kinder in die Obhut der Kinder- und Jugendhilfe zu übergeben.

    Ein weiteres trauriges Kapitel in einer Serie von Femiziden

    Dieser Fall ist leider kein Einzelfall. Er reiht sich ein in eine beunruhigende Serie von Femiziden in Frankreich. Kurz vor diesem Vorfall ereigneten sich am 20. Oktober zwei weitere Femizide – einer in Rouen (Seine-Maritime) und einer auf La Réunion. Diese Fälle verdeutlichen die anhaltende Bedrohung durch häusliche Gewalt und die tödlichen Konsequenzen, die sie haben kann, wenn keine wirksamen Schutzmaßnahmen getroffen werden.

    Ein dringender Appell zum Handeln

    Die wiederholte Gewalt des Täters gegen seine Frau wirft ernste Fragen über die Wirksamkeit der angewandten rechtlichen Maßnahmen auf. Obwohl er im Juli bereits für Gewalt gegen seine Frau verhaftet wurde, konnte er dennoch schließlich den tödlichen Angriff verüben. Es zeigt sich erneut, wie wichtig es ist, Opfer häuslicher Gewalt besser zu schützen und die Strafverfolgung in solchen Fällen zu verschärfen. Alternativen zu Gerichtsverfahren wie die composition pénale mögen in manchen Fällen sinnvoll sein, doch bei häuslicher Gewalt müssen stärkere und präventivere Maßnahmen ergriffen werden.

    Die Auswirkungen solcher Verbrechen sind weitreichend – nicht nur für die getöteten Frauen, sondern auch für die hinterlassenen Familien, insbesondere die Kinder, die solch traumatische Erlebnisse verarbeiten müssen. In Frankreich bleibt der Kampf gegen häusliche Gewalt eine der dringlichsten gesellschaftlichen Herausforderungen.

  • Affäre Pélicot: Die grausame Wahrheit hinter sexueller Gewalt und ihrer täglichen Präsenz

    Affäre Pélicot: Die grausame Wahrheit hinter sexueller Gewalt und ihrer täglichen Präsenz

    Vergewaltigung – ein Verbrechen, das tief in patriarchalen Strukturen verwurzelt ist. In den meisten Fällen sind die Täter Männer, die ihre Macht über Frauen ausüben. Laut Statistiken sind mehr als 96 % der Täter männlich, während etwa 88 % der Opfer Frauen sind. Eine weitere bittere Wahrheit: Häufiger als gedacht kommt der Täter aus dem Umfeld des Opfers. Auch bei der schockierenden Affäre Pélicot, die derzeit Schlagzeilen macht, stehen genau diese Aspekte im Fokus. Aber wie kann es sein, dass Vergewaltigungen immer wieder passieren, ohne dass rechtliche und gesellschaftliche Konsequenzen folgen? Ein Fall, der alles verändern könnte? Es gibt Gerichtsprozesse, die ein ganzes Land erschüttern – und vielleicht wird die Affäre Pélicot einer dieser Prozesse sein. Gisèle Pélicot wurde von ihrem eigenen Ehemann unter Drogen gesetzt, dann an dutzende Männer „verliehen“, die sie wiederholt vergewaltigten. Die Verbrechen wurden fotografiert und gefilmt. Dominique Pélicot, ihr Mann, war das „Ge…

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  • Schock in Bordeaux: Mann greift Ex-Partnerin mit Samuraischwert an

    Schock in Bordeaux: Mann greift Ex-Partnerin mit Samuraischwert an

    Ein Vorfall, der einem Albtraum gleicht, hat am Dienstag, den 20. August, das ruhige Bordeaux erschüttert. In den Nachmittagsstunden wurde eine Frau in den Vierzigern Opfer eines grausamen Angriffs – und das mit einer Waffe, die eher in einem Actionfilm zu erwarten wäre: einem Samuraischwert.

    Ein Angriff, der sprachlos macht

    Der mutmaßliche Täter, ein Mann in den Dreißigern, soll das Schwert benutzt haben, um seine ehemalige Partnerin im Viertel Fondaudège zu attackieren. Die Situation eskalierte gegen 16:30 Uhr, als Nachbarn durch panische Schreie auf die dramatische Szene aufmerksam wurden. Ohne zu zögern, alarmierten sie die Polizei und Rettungskräfte.

    Als die Polizei am Tatort eintraf, bot sich ihnen ein verstörendes Bild: Die Frau war schwer verletzt, mit tiefen Wunden, die zweifellos durch die scharfe Klinge des Schwertes verursacht wurden. Trotz der Schwere ihrer Verletzungen konnte glücklicherweise schnell Entwarnung gegeben werden – ihr Leben ist nicht in Gefahr. Sie wurde umgehend ins CHU Pellegrin, ein bekanntes Krankenhaus in Bordeaux, gebracht, wo sie nun behandelt wird.

    Der Täter auf der Flucht – aber nicht lange

    Während die Rettungskräfte und die Polizei sich um das Opfer kümmerten, versuchte der mutmaßliche Angreifer zu fliehen. Doch seine Flucht währte nicht lange. Bereits 90 Minuten nach dem Angriff, noch im selben Viertel, wurde er von einer Einheit der Brigade Anticriminalité (BAC) gestellt und festgenommen. Seither sitzt er in Polizeigewahrsam, während die Ermittlungen auf Hochtouren laufen.

    Die Ermittlung wurde der Einheit zum Schutz der Familie der Sûreté Départementale anvertraut, was darauf hindeutet, dass der Hintergrund der Tat tiefere familiäre oder persönliche Konflikte aufweisen könnte. Was hat diesen Mann dazu getrieben, eine so brutale Tat zu begehen? Diese Frage wird nun die Ermittler beschäftigen.

    Ein ruhiges Viertel im Schockzustand

    Fondaudège, ein Viertel, das normalerweise für seine friedliche Atmosphäre bekannt ist, steht unter Schock. Niemand hätte in dieser beschaulichen Gegend eine solche Tat erwartet – schon gar nicht mit einer so exotischen und tödlichen Waffe. Die Anwohner sind verängstigt und fragen sich, wie es zu einer solchen Eskalation kommen konnte.

    Auch wenn solche Vorfälle selten sind, erinnert dieser Angriff daran, wie gefährlich häusliche Konflikte werden können, wenn sie außer Kontrolle geraten. Die Nachbarn der Betroffenen zeigten sich verständlicherweise geschockt und verängstigt, aber auch erleichtert, dass die Polizei so schnell gehandelt hat.

    Fragen bleiben offen

    Wird es zu einer Anklage wegen versuchten Mordes kommen? Welche weiteren Details werden die Ermittlungen zutage fördern? Eines ist sicher: Bordeaux wird diesen schrecklichen Vorfall nicht so schnell vergessen.

    Das Schwert des Samurai – einst ein Symbol für Ehre und Kampfkunst – wurde hier zu einem Instrument der Gewalt und des Leids.

  • Schweigen ist keine Option: Häusliche Gewalt und Feminizide in Frankreich und Deutschland

    Schweigen ist keine Option: Häusliche Gewalt und Feminizide in Frankreich und Deutschland

    In den letzten Jahren haben schockierende Berichte über häusliche Gewalt und Feminizide in Frankreich und Deutschland die Öffentlichkeit alarmiert. Zwei Länder, so ähnlich in vielen Aspekten, zeigen Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Bezug auf diese traurigen Phänomene.

    Frankreich: Eine Nation im Aufschrei

    In Frankreich sind die Zahlen alarmierend. Jedes Jahr sterben im Durchschnitt 120 Frauen durch die Hände ihrer Partner oder Ex-Partner. Diese Morde sind keine zufälligen Tragödien, sondern das tragische Ende eines oft langen und qualvollen Weges der häuslichen Gewalt. Doch was hat Frankreich unternommen?

    2019 rief die französische Regierung den „Grenelle gegen häusliche Gewalt“ ins Leben. Ziel war es, Maßnahmen zu ergreifen, um Opfer besser zu schützen und Täter härter zu bestrafen. Initiativen wie der Einsatz von „anti-Rückfall“-Armbändern, die den Aufenthaltsort des Täters überwachen, wurden eingeführt. Ebenso wurden in Polizeistationen spezialisierte Abteilungen eingerichtet, um Opfern von häuslicher Gewalt gezielt zu helfen. Trotz dieser Anstrengungen bleibt die Realität düster. Frauenrechtsgruppen fordern mehr Engagement und effektivere Maßnahmen.

    Deutschland: Verdecktes Leid im Herzen Europas

    Auch in Deutschland sind die Zahlen besorgniserregend. Im Jahr 2020 wurden laut dem Bundeskriminalamt 139 Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet. Das entspricht fast jeden dritten Tag einem Feminizid. Deutschland hat in den letzten Jahren ebenfalls versucht, das Problem in den Griff zu bekommen. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist eine zentrale Anlaufstelle, die rund um die Uhr Beratung und Unterstützung bietet.

    Dennoch gibt es Kritik. Viele Frauenhäuser sind überlastet und können die hohe Nachfrage nicht bewältigen. Außerdem fehlt es oft an ausreichendem Schutz für Frauen, die sich aus gewalttätigen Beziehungen befreien wollen. Warum ist es so schwierig, hier wirksame Lösungen zu finden?

    Gemeinsamkeiten und Unterschiede

    Sowohl in Frankreich als auch in Deutschland zeigt sich, dass häusliche Gewalt und Feminizide tief in gesellschaftlichen Strukturen verankert sind. In beiden Ländern kämpfen Frauenrechtsorganisationen unermüdlich für Veränderungen. Es gibt jedoch Unterschiede in der Herangehensweise. Während Frankreich mit speziellen Armbändern und spezialisierter Polizeiarbeit auf technologische und strukturelle Lösungen setzt, fokussiert Deutschland stärker auf Beratungsangebote und Soforthilfen.

    Persönliche Geschichten und Schicksale

    Ein weiterer Aspekt, der häufig übersehen wird, sind die individuellen Schicksale hinter den Zahlen. Jede dieser Zahlen repräsentiert eine Frau, die vielleicht Mutter, Schwester oder Freundin war. Ihre Geschichten sind von unerträglichem Leid geprägt – und dennoch gibt es Hoffnung. Viele Überlebende teilen ihre Erfahrungen öffentlich, um anderen Mut zu machen und das Bewusstsein zu schärfen.

    Gesellschaftliche Verantwortung

    Es stellt sich die Frage: Wie können wir als Gesellschaft effektiv handeln? Es reicht nicht, dass Regierungen Gesetze erlassen und Initiativen starten. Es bedarf eines kollektiven Bewusstseinswandels. Schulen sollten bereits früh über häusliche Gewalt aufklären, um zukünftige Generationen zu sensibilisieren. Auch die Nachbarschaft spielt eine wichtige Rolle – oft sind es die leisen Zeichen, die auf Gewalt hinweisen, und die von aufmerksamen Mitmenschen erkannt werden müssen.

    Ein Appell an uns alle

    Häusliche Gewalt und Feminizide sind keine Themen, die wir ignorieren können. Sie betreffen uns alle, direkt oder indirekt. Jeder von uns hat die Verantwortung, die Augen offen zu halten und zu handeln, wenn wir Verdacht schöpfen. Schweigen ist keine Option – weder in Frankreich noch in Deutschland. Gemeinsam können wir einen Unterschied machen.

    Schlussgedanken

    Wird es je eine Welt ohne häusliche Gewalt und Feminizide geben? Wahrscheinlich nicht, aber das bedeutet nicht, dass wir nicht kämpfen sollten. Es ist ein langer Weg, aber jeder Schritt in die richtige Richtung ist ein Schritt hin zu einer sichereren und gerechteren Gesellschaft. Lassen wir die Stimmen der Betroffenen nicht ungehört verhallen und setzen wir uns unermüdlich für den Schutz und die Rechte von Frauen ein – in Frankreich, in Deutschland und überall sonst auf der Welt.

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

  • Schattenseiten der Liebe: Wirtschaftliche Gewalt in Partnerschaften

    Schattenseiten der Liebe: Wirtschaftliche Gewalt in Partnerschaften

    Wer denkt bei Partnerschaft nicht zuerst an Liebe, Vertrauen und gemeinsames Glück? Doch für viele Frauen sieht die Realität anders aus. Laut einer Studie der Ifop in Zusammenarbeit mit dem feministischen Newsletter „Les Glorieuses“ erleben oder erlebten 41% der Frauen in Frankreich wirtschaftliche Gewalt in ihrer Beziehung. Das ist kein Kavaliersdelikt – es ist der Einstieg in einen Teufelskreis von weiterer physischer und psychischer Gewalt.

    Was versteht man unter wirtschaftlicher Gewalt?

    Die Studie definiert wirtschaftliche Gewalt als Kontrolle, Verarmung durch das Vorenthalten von finanziellen Mitteln bis hin zur völligen Entmündigung der Frauen. Stell dir vor, dein Partner stiehlt dein Geld, sperrt deine Bankkarten oder verbietet dir, ein eigenes Konto zu führen. Diese Szenarien sind für viele Frauen traurige Realität. Erschreckend, nicht wahr?

    16% der befragten Frauen haben bereits mindestens einmal in ihrem Leben eine solche Kontrolle ihrer Finanzen durch den Partner erlebt. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Hinter diesen Zahlen verbergen sich Geschichten von Schmerz und Hilflosigkeit.

    Das große Schweigen um Schulden und Sparbücher

    Wirtschaftliche Gewalt hat viele Gesichter. 17% der Frauen gaben an, dass ihr Partner Schulden in ihrem Namen aufgenommen hat – ohne ihr Wissen. Oder er besteht darauf, dass Investitionen und Vermögenswerte nur auf seinen Namen laufen. Diese art der Manipulation und Kontrolle sind perfide Formen der Unterdrückung.

    Interessant ist auch der Zusammenhang zwischen dem Einkommen der Frau und dem Ausmaß der Gewalt. Verdient der Mann deutlich mehr, steigt die Wahrscheinlichkeit wirtschaftlicher Gewalt auf 27%. Bei Paaren mit gleichem Einkommen liegt sie immerhin noch bei 14%. Was sagt uns das über Macht und Abhängigkeit in Beziehungen?

    Ein Teufelskreis der Gewalt

    Oft bleibt es nicht bei wirtschaftlicher Gewalt allein. 99% der Frauen, die diese Form der Unterdrückung erleiden, berichten auch von anderen Arten häuslicher Gewalt – ob verbal, physisch oder psychologisch. Es ist eine Spirale, die oft schwer zu durchbrechen ist. Die Plattform „Les Glorieuses“ bietet daher nicht nur Informationen, sondern auch einen Test, um die eigene Situation zu analysieren und ein Tool zur Messung der wirtschaftlichen Gewalt.

    Wege aus der Gewalt

    Was tun, wenn man selbst betroffen ist? Die erste Anlaufstelle sollte das eigene Umfeld sein – Familie und Freunde können oft unterstützen und eingreifen. Auch ein Gespräch mit der Bank kann helfen, die finanzielle Kontrolle zurückzugewinnen. In akuten Fällen bietet in Frankreich die Nummer 3919 Hilfe für Frauen, die Gewalt erleben. Immerhin 20% der Anruferinnen berichten von wirtschaftlicher Gewalt in ihrer Beziehung.

    Manchmal hilft auch der Blick von außen: Eine Freundin, die aufmerksam zuhört, oder ein(e) Berater(in), der/die die Situation nüchtern betrachtet, können neue Perspektiven eröffnen und Mut machen.

    Wirtschaftliche Gewalt ist eine stille Bedrohung, die viele Frauen in ihrem täglichen Leben erleben. Es geht um mehr als nur Geld – es geht um Selbstbestimmung und Freiheit. Wer das Bewusstsein für dieses Thema schärft, kann dazu beitragen, dass mehr Frauen den Mut finden, sich aus der Abhängigkeit zu befreien und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

    Und letztlich bleibt eine Frage: Wie können wir als Gesellschaft dafür sorgen, dass Liebe und Partnerschaft wieder das werden, was sie sein sollten – ein sicherer Hafen und kein Ort der Unterdrückung? Es beginnt mit Aufmerksamkeit, Unterstützung und dem Mut, hinzuschauen.

  • Lottoannahmestellen sollen zu Zufluchtsorten für von Belästigungen betroffene Frauen werden

    Lottoannahmestellen sollen zu Zufluchtsorten für von Belästigungen betroffene Frauen werden

    In einer neuen Initiative gegen Straßenbelästigung werden Frauen in Frankreich bald Zuflucht in Bars und Tabakläden des Française des Jeux-Netzwerks finden können. Diese Maßnahme folgt auf mehrere erfolgreiche Pilotprojekte in Städten wie Nantes und Lille, die zeigen, dass solche Orte effektive „sichere Räume“ für belästigte Frauen bieten können.

    Die Entscheidung basiert auf der Zusammenarbeit mit Umay, einer Anwendung zur Bekämpfung von Straßenbelästigung und Unsicherheit im öffentlichen Raum. Umay bietet eine Plattform, die nicht nur 3.200 Gendarmerien und 600 Polizeiwachen, sondern auch 6.000 als „sichere Orte“ gekennzeichnete Einrichtungen wie Bars, Restaurants und Diskotheken umfasst. Personen, die sich bedroht fühlen, können diese Orte aufsuchen, um Schutz zu finden.

    Die Anwendung dient als GPS, das sowohl sichere Orte als auch Polizeistationen anzeigt. Nutzer können auch „Vertrauenspersonen“ benennen, die ihre Bewegungen verfolgen können, und im Notfall über die App Alarme senden oder Gefahren melden. Zur Nutzung der App ist die Erstellung eines Benutzerkontos erforderlich.

    Bis Ende des Jahres sollen tausende Verkaufsstellen des Française des Jeux-Netzwerks (Lotto-Annahmestellen) Teil dieses Netzwerks werden. Dies ist Teil einer breiteren Anstrengung, vor den Olympischen Spielen im Sommer 2024 möglichst viele Geschäfte als „sichere Orte“ zu zertifizieren.

    Trotz der positiven Aspekte dieser Initiative äußern feministische Gruppen Bedenken. Sie hinterfragen die Angemessenheit von Bars und Tabakläden als Zufluchtsorte und warnen vor möglichen negativen Reaktionen anderer Kunden. Diese Sorge deutet auf die Notwendigkeit hin, die jeweiligen Ladenbesitzer gründlich zu schulen, um sicherzustellen, dass sie effektiv auf die Bedürfnisse von Frauen reagieren können, die Schutz suchen.

    Die Initiative wird als wichtiger Schritt gesehen, um den öffentlichen Raum für Frauen sicherer zu machen, in einem Land, in dem laut dem letzten Bericht des Hohen Rates für die Gleichstellung von Frauen und Männern 9 von 10 Frauen sexistische Handlungen und Äußerungen befürchten und Vermeidungsverhalten an den Tag legen, um diese nicht erleben zu müssen. Laut einer Ipsos-Studie aus dem Jahr 2020 haben 81% der Frauen bereits sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum in Frankreich erfahren.

  • Sexuelle Gewalt: 114.000 registrierte Opfer in 2023 – davon 84.000 außerhalb der Familie

    Sexuelle Gewalt: 114.000 registrierte Opfer in 2023 – davon 84.000 außerhalb der Familie

    Unter den Opfern dieser Art von Gewalt sind Frauen, ob minderjährig oder volljährig, in der großen Mehrheit (85%), im Gegenzug sind die Angeklagten fast ausschließlich Männer (96%).

    Im Jahr 2023 wurden 114.000 Opfer sexueller Gewalt von den französischen Sicherheitsbehörden registriert, so die Pressemitteilung des Statistischen Dienstes des Ministeriums für Innere Sicherheit (SSMSI), die der Sender Franceinfo am Donnerstag, dem 7. März einsehen konnte. Von diesen Opfern haben 74% sexuelle Gewalt außerhalb der Familie oder der Ehe erlitten, das sind fast 84.000 Opfer, eine Zahl, die seit 2016 leicht gesunken ist. Drei Viertel der registrierten sexuellen Gewaltfälle außerhalb der Familie waren körperliche Gewalt, wie Vergewaltigung oder versuchte Vergewaltigung, Körperverletzung oder gewalttätiger sexueller Übergriff. Unter den Opfern dieser Art von Gewalt sind Frauen, ob minderjährig oder volljährig, in der großen Mehrheit (85%), im Gegensatz zu den Beschuldigten, die fast ausschließlich Männer sind (96%).

    Laut der Umfrage „Vécu et ressenti en matière de sécurité (VRS) 2022“ erstatten nur 2% der 18- bis 74-Jährigen, die Opfer sexueller Gewalt außerhalb der Familie geworden sind, Anzeige bei den Sicherheitskräften. Bei körperlicher sexueller Gewalt (Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung, gewalttätiger sexueller Übergriff) liegt die Quote bei 6%. Die Dunkelziffer ist offensichtlich sehr hoch.

  • Frankreich: Ein Viertel der jungen Frauen erlebte in der Schule  sexistische und sexuelle Gewalt

    Frankreich: Ein Viertel der jungen Frauen erlebte in der Schule sexistische und sexuelle Gewalt

    Die Umfrage zeigt außerdem, dass 38% der jungen Frauen in Frankreich schon einmal mit Cybermobbing konfrontiert waren.

    Ein Viertel der jungen Frauen in Frankreich hat mindestens eine Form von sexistischer und sexueller Gewalt in der Schule erlebt, berichtet eine Umfrage von OpinionWay für Plan International France. Diese NGO setzt sich für die Gleichstellung von Mädchen und Jungen und die Achtung ihrer Grundrechte ein.

    Sexuelle und sexistische Gewalt sind „alle Handlungen, die darauf abzielen, eine Person auf der Grundlage ihrer tatsächlichen oder wahrgenommenen Geschlechtsidentität abzuwerten, zu erniedrigen oder anzugreifen“, erklärt die Studie. Sie können „physischer, verbaler, psychologischer oder sexueller Natur“ sein, heißt es weiter. Darunter fallen sexistische Einstellungen, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen.

    Die Umfrage geht auch auf die Schwierigkeit der betroffenen Mädchen ein, über das Erlebte zu sprechen. Nur zwei Drittel der Opfer von sexualisierter und sexueller Gewalt haben sich jemandem anvertraut. In einem Drittel der Fälle vertrauen sie sich einer Freundin an. Ein weiteres Drittel vertraut sich ihren Eltern an. Im Gegensatz dazu wenden sich nur 18% der Opfer an das Schulpersonal, obwohl die Rolle der Schulen bei der Prävention und Unterstützung von entscheidender Bedeutung ist.

    Fast 40% der jungen Frauen in Frankreich waren schon mit Cybermobbing konfrontiert.
    Die Studie ergab auch, dass 38% der jungen Frauen schon einmal mit Cybermobbing konfrontiert waren. 9% haben es selbst erlebt. 32% haben Cybermobbing einer anderen Schülerin an ihrer Schule miterlebt. 66% der Opfer von Cybermobbing gaben an, dass sie auch Opfer von sexistischer und sexueller Gewalt in ihrer Schule geworden waren. Zwei Drittel der Betroffenen sind der Meinung, dass die Schule die Opfer dieser Art von Online-Gewalt nicht ausreichend schützt und begleitet.

    Nur ein Drittel der befragten jungen Frauen gibt an, dass sie eine Sprechstunde zum Thema sexistische und sexuelle Gewalt genutzt haben. Weniger als die Hälfte von ihnen gab an, dass sie in der Schule an einer Präventionsveranstaltung zum Thema Cybermobbing teilnehmen konnten. Schließlich befasst sich die Umfrage auch mit den Tätern. In 83% der Fälle sind Jungen oder junge Männer beteiligt, in 34% der Fälle sind es Mädchen. In sechs von zehn Fällen handelt es sich eher um eine Gruppenhandlung als um die Tat einer Einzelperson.

    Diese geschlechtsspezifische Gewalt kann sich negativ auf die Schulbildung von Mädchen im Teenageralter auswirken. Von den Opfern sexualisierter und sexueller Gewalt geben 11% an, dass sie wegen dieser Gewalt schon einmal vom Unterricht ferngeblieben sind.

  • Frankreich: Laut vorläufiger Bilanz des Justizministeriums gab es 94 Frauenmorde im Jahr 2023

    Frankreich: Laut vorläufiger Bilanz des Justizministeriums gab es 94 Frauenmorde im Jahr 2023

    Diese Zahl sei „sehr weit davon entfernt, zufriedenstellend zu sein“, kommentierte Justizminister Eric Dupond-Moretti. Insgesamt 94 Frauen wurden in Frankreich im Jahr 2023 von ihren (Ehe)Partnern oder Ex-Partnern getötet. Dies teilte das französische Justizministerium am Dienstag, dem 2. Januar, mit und bestätigte damit eine Meldung der Zeitung Le Figaro. Es handelt sich hierbei um eine vorläufige Bilanz. Im Jahr 2022 waren in einer vorläufigen Bilanz zunächst 113 Frauenmorde gezählt worden, bevor ihre Zahl schließlich auf 118 nach oben korrigiert wurde. Diese Entwicklung ist „sehr weit davon entfernt, zufriedenstellend zu sein“, kommentierte der französische Justizmninister Eric Dupond-Moretti, der von der Tageszeitung Le Figaro zitiert wurde. „Wir wissen, dass der Kampf gegen diese Geißel Zeit braucht (…), aber das Engagement der französischen Justiz zur Eindämmung der Frauenmorde trägt immerhin erste Früchte“, fügte er hinzu. „Es ist zu hoffen, dass unser Kampf mit der Einführung z…

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  • Gewalt gegen Frauen: Demonstrationen in ganz Frankreich

    Gewalt gegen Frauen: Demonstrationen in ganz Frankreich

    Am Samstag, dem 25. November, fanden in ganz Frankreich Demonstrationen anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt gegen Frauen statt. 244.000 Fälle von häuslicher Gewalt in Frankreich wurden im Jahr 2022 gezählt, was einem Anstieg von 15% gegenüber 2021 entspricht. Slogans und zahlreiche violette Plakate waren am 25. November in den Straßen von Paris zu sehen. Anlass war eine Demonstration zum Tag gegen Gewalt gegen Frauen. An der Spitze des Demonstrationszuges standen Familien von Opfern von Frauenmorden. Auf ihren Schildern hielten sie die Porträts ihrer ermordeten Angehörigen hoch und appellierten an die Regierung. „Die Gesetzgebung muss sich ändern“, sagte eine Sprecherin. In diesem Jahr wurden von entsprechenden Verbänden bislang 121 Frauenmorde durch Ehe- oder Lebenspartner gezählt, eine Zahl von Feminiziden, die bereits über den 118 im Jahr 2022 gezählten liegt. Die Demonstranten hoffen, dass ihre Zahl die Regierung zum Handeln veranlasst. Durch ihren Kampf gegen die Gew…

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