Schlagwort: Gaza

  • Humanitäre Hilfe aus der Luft – und ihre Grenzen

    Humanitäre Hilfe aus der Luft – und ihre Grenzen

    Die dramatische humanitäre Lage im Gazastreifen zwingt immer mehr Staaten zu unkonventionellen Mitteln. Am Sonntag, dem 3. August 2025, hat Frankreich vier Tonnen Lebensmittel per Luftabwurf über dem palästinensischen Küstenstreifen verteilt – ein symbolischer Schritt in einem zunehmend verzweifelten internationalen Bemühen, der akuten Hungersnot zu begegnen. Auch Jordanien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Belgien und Deutschland beteiligen sich an der Aktion, die mit logistischer Unterstützung Israels durchgeführt wird. Die Luftabwürfe sind jedoch nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Seit dem Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 ist die Zivilbevölkerung dort einer stetigen Verschärfung der Lebensbedingungen ausgesetzt. Die Vereinten Nationen sprechen inzwischen von einer „allgemeinen Hungersnot“, die eine Versorgung mit über 62.000 Tonnen humanitärer Hilfe pro Monat erfordert – ein Vielfaches dessen, was derzeit über alle möglichen Kanäle hinweg tatsächlich ankommt. …

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  • USA und Israel setzen auf „Alles-oder-nichts“-Abkommen für Gaza – und andere World-News

    USA und Israel setzen auf „Alles-oder-nichts“-Abkommen für Gaza – und andere World-News

    Nach monatelangen, ins Stocken geratenen Verhandlungen über eine Waffenruhe und die Freilassung von Geiseln im Gazastreifen haben US-amerikanische und israelische Regierungsvertreter signalisiert, dass sie künftig auf ein umfassendes Abkommen zur Beendigung des Kriegs drängen wollen.

    „Wir glauben, dass wir diese Verhandlungen auf ein ‚Alles oder nichts‘-Format umstellen müssen – alle kommen nach Hause“, sagte Steve Witkoff, Nahost-Gesandter unter der Trump-Regierung, in einer Audioaufnahme eines Treffens mit Angehörigen von Geiseln am vergangenen Wochenende.

    Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump arbeiten dem Vernehmen nach an einem Vorschlag, der die Hamas vor ein Ultimatum stellen würde: Entweder sie lässt alle verbliebenen Geiseln frei und stimmt Bedingungen zur Entwaffnung der Organisation zu – oder Israels Militäreinsatz wird fortgesetzt.

    Die Aussicht auf ein rasches Vorankommen bei einem solchen Abkommen erscheint derzeit jedoch gering. Mahmoud Mardawi, ein Hamas-Vertreter, erklärte, seine Organisation habe bisher keinen Vorschlag für ein Gesamtpaket erhalten. Zwar unterstütze die Hamas eine umfassende Vereinbarung grundsätzlich, jedoch werde man sich nicht entwaffnen lassen.

    Der Wandel im Tonfall erfolgt in einem Moment zunehmender internationaler Kritik an der humanitären Lage im Gazastreifen – insbesondere an der drohenden Hungersnot – sowie wachsendem innenpolitischen Druck auf die israelische Regierung, die verbleibenden Geiseln freizubekommen. Am Freitag veröffentlichte die Hamas ein Video, das den abgemagerten Evyatar David, einen der mutmaßlich noch lebenden zwanzig Geiseln, in einem unterirdischen Tunnel zeigt.


    Trumps Zollpolitik stürzt Lesotho ins Chaos

    Als die Trump-Regierung vergangene Woche ihre neuen Importzölle finalisierte, schien das kleine südafrikanische Königreich Lesotho glimpflich davonzukommen: Statt der ursprünglich im April angekündigten 50 Prozent sollte das Land nur mit einem Zollsatz von 15 Prozent belegt werden. Doch der eigentliche Schaden war da bereits angerichtet.

    Analysten berichten über dramatische Folgen für Lesotho. Die Textilindustrie, die 90 Prozent der industriellen Arbeitsplätze im Land stellt, geriet durch die angedrohten Strafzölle ins Wanken. Zahlreiche US-Firmen stornierten ihre Bestellungen. Einige Fabriken mussten ihre Produktion ganz oder teilweise einstellen – tausende Arbeitsplätze gingen verloren.

    Seit über zwanzig Jahren exportiert Lesotho Textilien zollfrei in die USA – ermöglicht durch ein entsprechendes Handelsgesetz. Doch Trumps 50-Prozent-Drohung führte zu einem abrupten Vertrauensverlust der amerikanischen Auftraggeber.


    Putin verschärft Kontrolle über russisches Internet

    Präsident Wladimir Putin hat vergangene Woche neue Gesetze unterzeichnet, die gezielt gegen Umgehungsmethoden vorgehen, mit denen russische Bürger bislang auf ausländische Apps und gesperrte Inhalte zugreifen konnten.

    Die Kreml-Strategie zielt darauf ab, das russische Internet vollständig unter staatliche Kontrolle zu bringen. Dafür werden westliche Technologieprodukte zunehmend durch russische Alternativen ersetzt, die leichter überwachbar und zensierbar sind. Ein Beispiel ist der neue staatlich genehmigte Messenger-Dienst „MAX“, der ab kommendem Monat auf allen in Russland verkauften Smartphones vorinstalliert sein muss.

    Zudem weitet Moskau seine Bemühungen aus, sogenannte VPN-Dienste zu blockieren und deren Nutzung durch Privatpersonen zu unterbinden – ein Schritt, der auch wirtschaftliche und bildungspolitische Folgen haben dürfte.


    Weitere wichtige Meldungen

    Russland: Ein ruhender Vulkan auf der Halbinsel Kamtschatka im Fernen Osten des Landes ist erstmals seit 400 Jahren wiede ausgebrochen.

    Ukraine: Die Behörden nahmen mehrere Beamte fest. Ihnen wird Beteiligung an einem Korruptionsskandal bei Rüstungsbeschaffungen vorgeworfen.

    Migration: Über 60 Migranten sind ums Leben gekommen, als ihr überladenes Boot auf dem Weg nach Jemen kenterte.

    Öl: Acht OPEC-Plus-Staaten, angeführt von Saudi-Arabien, kündigten an, ihre Fördermengen trotz sinkender Nachfrageprognosen weiter zu erhöhen.

    Indien: Die Regierung erklärte, weiterhin günstiges Öl aus Russland zu kaufen – trotz Sanktionsdrohungen durch US-Präsident Trump.

    Trump: Gegen Jack Smith, den ehemaligen Sonderermittler im Fall Trump, wurde ein Verfahren eingeleitet. Ihm wird vorgeworfen, möglicherweise gegen das Neutralitätsgesetz für Bundesangestellte verstoßen zu haben.

    China: Staatsbedienstete wurden angewiesen, ihre Reisepässe abzugeben. Die Behörden wollen Auslandsreisen und Kontakte ins Ausland einschränken.

    Chile: Retter entdeckten die Leichen dreier vermisster Bergleute nach einem Grubenunglück in einer großen Kupfermine. Zwei weitere werden noch vermisst.

    Haiti: Ein Team amerikanischer Söldner, das gegen Banden in Haiti eingesetzt werden sollte, musste vorzeitig abziehen. Zwei seiner Mitglieder gelten als vermisst und vermutlich tot.

    Autor: P. Tiko

  • Macron verurteilt „grenzenlose Unmenschlichkeit“ der Hamas – Geisel-Videos erschüttern Israel und Europa

    Macron verurteilt „grenzenlose Unmenschlichkeit“ der Hamas – Geisel-Videos erschüttern Israel und Europa

    Die Veröffentlichung zweier Videos durch die Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad, die stark abgemagerte israelische Geiseln zeigen, hat international Entsetzen ausgelöst. Emmanuel Macron spricht von „abstoßender Grausamkeit“. Die Bilder rücken das Leid der Verschleppten erneut ins Zentrum der diplomatischen Auseinandersetzungen um den Gaza-Krieg.

    Die Gesichter sind eingefallen, die Stimmen schwach. Die israelischen Geiseln Rom Braslavski und Evyatar David, die in den am 1. und 2. August verbreiteten Videos der Hamas zu sehen sind, wirken körperlich wie seelisch gezeichnet. Der gezielte Einsatz dieser Aufnahmen zu Propagandazwecken hat weltweit Empörung ausgelöst. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach am Sonntag von einer „Unmenschlichkeit ohne Grenzen“ und einer „abstoßenden Grausamkeit“ der Hamas gegenüber „unhaltbaren Bildern“. Auch EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sprach von „barbarischen“ Aufnahmen, die einmal mehr das wahre Gesicht der islamistischen Terrorgruppe zeigten.

    Bilder, die politisch kalkuliert sind

    Die Veröffentlichung solcher Geiselvideos durch die Hamas ist Teil einer strategischen Kommunikationskampagne. Die Bilder sollen Druck erzeugen – auf die israelische Öffentlichkeit, aber auch auf die Regierungen in Europa und den USA. Gleichzeitig dienen sie der Machtdemonstration: Hamas und Islamischer Dschihad inszenieren sich als die Instanzen, die über das Leben der Geiseln entscheiden – und damit auch über das Tempo oder Scheitern von Verhandlungen.

    Israelische Medien berichteten unter Berufung auf Militärkreise, dass der Zustand der beiden Geiseln in den Videos den Ernst der Lage unterstreiche. Premierminister Benjamin Netanjahu bezeichnete die Aufnahmen als „erschütternd“ und sprach mit den Familien der Verschleppten. Die israelische Öffentlichkeit verfolgt das Schicksal der Geiseln seit Anfang an mit großer Anteilnahme.

    Humanitäre Lage und internationale Hilfsaktionen

    Frankreich reagierte nicht nur verbal. Ein dritter Hilfslieferungsflug mit vier Tonnen Lebensmitteln wurde am Sonntag über Jordanien organisiert. Bereits am Freitag und Samstag waren zwei ähnliche Einsätze erfolgreich durchgeführt worden, wie das französische Militär bestätigte. Paris versucht seit Monaten, diplomatisch und humanitär Einfluss auf die Entwicklung in der Region zu nehmen – mit begrenztem Erfolg.

    Die humanitäre Lage in Gaza bleibt katastrophal. Allein am Samstag starben nach Angaben der örtlichen Zivilschutzbehörden 32 Menschen durch israelische Luftangriffe – darunter 14 Personen, die auf Hilfslieferungen gewartet haben sollen. Eine israelische Operation in Khan Younis traf zudem den Sitz des palästinensischen Roten Halbmonds, wobei ein Mitarbeiter getötet und drei weitere verletzt wurden.

    Die israelische Armee rechtfertigte ihre Einsätze mit dem Hinweis auf gezielte Schläge gegen militärische Infrastrukturen der Hamas. Am Samstag sei ein Kommandeur der Kassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, getötet worden.

    Der asymmetrische Charakter der Eskalation

    Die Ereignisse der letzten Tage verdeutlichen erneut den asymmetrischen Charakter des Konflikts. Während die Hamas auf emotionale Mobilisierung durch Bilder setzt, konzentriert sich Israel auf die Zerstörung von Kommandostrukturen und Waffendepots – häufig in dicht besiedelten Gebieten. Diese Dynamik bringt immer wieder zivile Opfer auf palästinensischer Seite mit sich und sorgt international für zunehmende Kritik an der militärischen Strategie der Netanjahu-Regierung.

    Gleichzeitig zeigen die Geiselvideos, wie schwer ein humanitärer Waffenstillstand durchzusetzen ist. Solange die Hamas die Geiseln als strategisches Druckmittel einsetzt und Israel eine bedingungslose Kapitulation der Terrororganisation fordert, erscheint eine Einigung in weiter Ferne.

    In dieser verfahrenen Lage wird der Ton zwischen internationalen Akteuren schärfer. Die EU-Außenbeauftragte Kallas mahnte am Sonntag die Einhaltung humanitärer Mindeststandards an – gerichtet an beide Seiten. Emmanuel Macrons Äußerungen hingegen zielten primär auf den moralischen Bankrott der Hamas ab. Frankreich versucht damit, sich klar auf Seiten Israels zu positionieren, ohne die katastrophale Lage der Zivilbevölkerung in Gaza zu ignorieren.

    Die Veröffentlichung der Videos ist nicht nur ein Akt psychologischer Kriegsführung, sondern auch ein Appell an die Weltöffentlichkeit. Die Frage bleibt, wie lange sich die internationale Diplomatie noch auf Symbolpolitik beschränken kann, während sich der Konflikt weiter zuspitzt.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Arabische Staaten fordern erstmals Entwaffnung der Hamas – und andere World-News

    Arabische Staaten fordern erstmals Entwaffnung der Hamas – und andere World-News

    Erstmals haben sich die arabischen Staaten einhellig hinter die Forderung gestellt, dass die Hamas ihre Waffen niederlegen, alle Geiseln freilassen und ihre Herrschaft über den Gazastreifen beenden solle – Bedingungen, die nach Ansicht dieser Staaten den Weg zur Gründung eines palästinensischen Staates ebnen könnten.

    Die 22 Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga verurteilten zudem die Angriffe der Hamas vom 7. Oktober auf Israel, die den verheerenden Gaza-Krieg ausgelöst hatten. Die überraschende Erklärung, die auf einer UN-Konferenz in New York abgegeben wurde, ruft auch zur Entsendung einer „temporären internationalen Stabilisierungsmission“ auf, die von der Palästinensischen Autonomiebehörde eingeladen werden solle.

    Außerdem: Steve Witkoff, Nahost-Gesandter von Donald Trump, traf sich gestern in Jerusalem zu Gesprächen mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu.


    Russland bombardiert Kiew auch nach US-Sanktionsdrohung

    Russland hat Kiew gestern erneut mit Raketen und Drohnen attackiert. Mehr als zwei Dutzend Einschläge wurden in der ukrainischen Hauptstadt registriert, mindestens 16 Menschen kamen ums Leben. Über 150 weitere wurden verletzt. Die Angriffe begannen um Mitternacht mit Schwärmen explosiver Drohnen, gefolgt von Raketenangriffen in den frühen Morgenstunden.

    Die Attacke erfolgte kurz nachdem Donald Trump Russland nochmals mit neuen Sanktionen gedroht hatte, sollte Präsident Wladimir Putin die Kämpfe nicht binnen zehn Tagen beenden. Russische Offizielle wiesen dies zurück.


    Weitere wichtige Meldungen

    Myanmar: Die Militärregierung hat den vier Jahre andauernden Ausnahmezustand aufgehoben – wenige Monate vor den im Dezember geplanten Wahlen, die von Oppositionsgruppen boykottiert werden sollen.

    Pazifik: Nach einem schweren Erdbeben wurden Teile des Nordpazifiks, insbesondere vor der russischen Fernostküste, von heftigen Nachbeben erschüttert.

    USA: Die Familie von Virginia Giuffre, die Jeffrey Epstein beschuldigte, sie als Jugendliche sexuell missbraucht zu haben, zeigte sich empört über jüngste Äußerungen Donald Trumps über sie.

    Gesundheit: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat ein neues Implantat zur Behandlung von rheumatoider Arthritis zugelassen, das den Vagusnerv im Hals stimuliert.

    Technologie: Tech-Giganten aus dem Silicon Valley wie Meta werben A.I.-Talente inzwischen mit Verträgen im Wert von bis zu 250 Millionen Dollar an.

    Kalifornien: Nachdem Kamala Harris nicht für das Amt der Gouverneurin kandidieren wird, rücken nun mögliche Nachfolgekandidaten in den Fokus.

  • Großbritannien stellt Israel ein Ultimatum: Anerkennung Palästinas im September möglich

    Großbritannien stellt Israel ein Ultimatum: Anerkennung Palästinas im September möglich

    Die britische Regierung will den Staat Palästina offiziell anerkennen – jedoch nur unter bestimmten Bedingungen. Damit verschärft Premierminister Keir Starmer den außenpolitischen Druck auf Israel erheblich.

    Am Dienstag kündigte Downing Street überraschend an, dass das Vereinigte Königreich im September 2025 Palästina als souveränen Staat anerkennen werde – es sei denn, die israelische Regierung vollziehe binnen Wochenfrist substanzielle Schritte in Richtung eines dauerhaften Waffenstillstands und einer Zwei-Staaten-Lösung. Zu den geforderten Maßnahmen zählen insbesondere ein sofortiger Waffenstillstand im Gazastreifen, der Verzicht auf die Annexion der Westbank sowie die Beteiligung an einem internationalen Friedensprozess.

    Der außenpolitische Kurswechsel Großbritanniens ist nicht nur eine Reaktion auf die sich dramatisch verschärfende humanitäre Lage in Gaza, sondern markiert auch eine politische Zäsur: Erstmals stellt ein G7-Staat – nach Frankreich – die Anerkennung Palästinas in ein konkretes zeitliches und diplomatisches Verhältnis zur Politik Israels.

    Der strategische Wandel in der britischen Nahostpolitik

    Noch im Wahlkampf hatte Keir Starmer eine moderatere Linie vertreten: Die Anerkennung Palästinas sei ein legitimes Ziel, aber „nur im richtigen Moment“. Dieser Moment scheint nun gekommen. Die Entscheidung fiel am Dienstag in einer kurzfristig einberufenen Kabinettssitzung, bei der sich die Regierung laut britischen Medienberichten auf eine sogenannte „konditionale Anerkennung“ Palästinas einigte.

    Die Bedingungen, unter denen Großbritannien von diesem Schritt absehen würde, setzen Israel unter erheblichen internationalen Druck. Premierminister Starmer stellte klar: „Wir sind entschlossen, den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen – mit Diplomatie, nicht mit Blankoschecks.“

    Dieser Vorstoß ist auch als Reaktion auf das wachsende innenpolitische Unbehagen zu verstehen. In Großbritannien mehren sich die kritischen Stimmen gegenüber der israelischen Kriegsführung. Zugleich wächst die Unzufriedenheit mit der bisherigen internationalen Untätigkeit.

    Humanitäre Krise als Auslöser

    Seit Monaten herrscht im Gazastreifen eine akute humanitäre Katastrophe. Die Lage eskalierte erneut, als bei einem israelischen Luftangriff auf das Flüchtlingslager von Nousseirat 30 Menschen getötet wurden, darunter 14 Frauen und 12 Kinder. Trotz vereinzelter Lieferungen durch über 200 Hilfskonvois reichen die Hilfsmengen bei Weitem nicht aus. Laut den Vereinten Nationen müssten täglich 500 bis 600 Lkw mit Lebensmitteln, Medikamenten und Wasser Gaza erreichen, um die Grundversorgung sicherzustellen.

    Ein Bericht des IPC, eines von der UNO unterstützten Analyseorgans für Ernährungssicherheit, spricht von einem „tödlichen Wendepunkt“ in der Krise: Zwischen April und Juli wurden mehr als 20.000 Kinder wegen akuter Mangelernährung behandelt. Mindestens 16 Kinder unter fünf Jahren sind seit dem 17. Juli verhungert, so lokale Krankenhausberichte.

    Vor diesem Hintergrund kündigte Frankreich an, in den kommenden Tagen humanitäre Hilfsgüter per Flugzeug über dem Gazastreifen abzuwerfen. Zwar betonen französische Diplomaten, man werde „größte Vorsicht walten lassen“, doch Ärzte ohne Grenzen kritisierte die Maßnahme als ineffektiv und „symbolisch“.

    Internationale Dynamik – und diplomatische Risiken

    Die Anerkennung Palästinas gewinnt derzeit in Europa an politischem Momentum. Frankreich hatte bereits im Frühjahr angekündigt, Palästina anerkennen zu wollen, wenn sich die humanitäre Lage weiter verschlechtere. Spanien, Irland und Norwegen vollzogen diesen Schritt im Mai 2024. Großbritanniens nun angekündigter Zeitplan setzt jedoch erstmals klare Bedingungen – eine neue Qualität in der westlichen Israel-Politik.

    Gleichzeitig bleibt Israel bei internationalen Foren zunehmend isoliert. Die aktuelle UNO-Konferenz zur Palästinafrage in New York wird von Jerusalem und Washington boykottiert. Israels Botschafter in Frankreich, Joshua Zarka, bezeichnete sie als „Mascarade“. Hinter den Kulissen bemühen sich Berlin, Paris und London jedoch um eine koordinierte diplomatische Offensive: Eine gemeinsame Reise der drei Außenminister nach Israel ist für die kommende Woche angesetzt.

    Kein Kurswechsel in Washington – aber wachsender europäischer Einfluss

    Die US-Regierung hält bislang an ihrer Linie fest, eine Anerkennung Palästinas nur im Rahmen eines ausgehandelten Friedensabkommens zuzulassen. Doch der Druck aus Europa wächst. In Brüssel und London ist man sich zunehmend einig, dass eine bloße Beobachterrolle in der Eskalation von Gewalt und humanitärem Leid keine Option mehr ist.

    Die britische Positionierung zeigt: Der politische Spielraum Israels schrumpft. Eine pauschale Rückendeckung des Westens, wie sie noch vor Jahren selbstverständlich schien, ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Vielmehr tritt Europa – wenn auch verspätet – als aktiver Akteur in der Nahostdiplomatie auf.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Paris setzt Zeichen – doch reicht das? Frankreich kündigt humanitäre Luftbrücke für Gaza an

    Paris setzt Zeichen – doch reicht das? Frankreich kündigt humanitäre Luftbrücke für Gaza an

    Seit Monaten ist die humanitäre Lage im Gazastreifen katastrophal. Jetzt kündigt Frankreich eine neue Hilfsmaßnahme an: Ab Freitag sollen 40 Tonnen Lebensmittel aus der Luft abgeworfen werden. Außenminister Jean-Noël Barrot sprach in einem Interview von einem „dringenden humanitären Imperativ“. Doch zugleich machte er deutlich, dass Luftbrücken allein nicht ausreichen – und forderte die Öffnung aller blockierten Grenzübergänge. Symbolpolitik mit Flugzeugen Vier französische Flugzeuge mit je zehn Tonnen Nahrungsmitteln sollen in enger Kooperation mit Jordanien über Gaza Hilfsgüter abwerfen. Das kündigte der französische Außenminister am Dienstag in einem Interview mit dem Nachrichtensender BFMTV an. Die Maßnahme sei Teil einer internationalen Reaktion auf die sich verschärfende Notlage in dem dicht besiedelten Küstenstreifen. Erst am Sonntag hatte das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen vor „alarmierenden Niveaus“ der Unterernährung gewarnt – ein Ausdruck, der in der UNO-Dikti…

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  • Alarmstufe Hunger: Die Hungersnot in Gaza erreicht laut UN-Bericht eine neue Eskalationsstufe

    Alarmstufe Hunger: Die Hungersnot in Gaza erreicht laut UN-Bericht eine neue Eskalationsstufe

    Die humanitäre Krise im Gazastreifen hat eine neue dramatische Dimension erreicht. Laut einem am 29. Juli veröffentlichten Bericht des IPC (Integrated Food Security Phase Classification), einem internationalen Instrument zur Bewertung von Ernährungssicherheit, ist der „schlimmste Fall einer Hungersnot“ in der palästinensischen Enklave bereits Realität. Der Bericht basiert auf einer Analyse internationaler UN-Organisationen, humanitärer NGOs und regionaler Partner und zeichnet ein Bild, das kaum noch schlimmer sein könnte: Tausende Kinder sind akut unterernährt, die Versorgungslage ist zusammengebrochen, und internationale Hilfsmechanismen greifen kaum noch.

    Eine Katastrophe mit Ansage

    Seit dem 7. Oktober 2023, dem Beginn der israelischen Militäroffensive als Reaktion auf den Terrorangriff der Hamas, hat sich die Lage in Gaza kontinuierlich verschärft. Doch die aktuelle Bewertung des IPC, einer Methodik, die weltweit zur Einschätzung von Hungersituationen eingesetzt wird, markiert einen Wendepunkt. Demnach befinden sich derzeit alle rund 2,2 Millionen Bewohner des Gazastreifens in einer kritischen Ernährungssituation. 495.000 Menschen – mehr als ein Fünftel der Bevölkerung – gelten als akut vom Hungertod bedroht (Phase 5: „Katastrophe/Hungersnot“). Das ist das erste Mal, dass eine ganze Bevölkerung in einem solchen Ausmaß betroffen ist.

    Besonders dramatisch ist die Lage für Kinder: Laut IPC wurden allein zwischen April und Mitte Juli über 20.000 Kinder wegen akuter Mangelernährung medizinisch behandelt – darunter mehr als 3.000 mit schwersten Symptomen. Mindestens 16 Kinder unter fünf Jahren starben seit dem 17. Juli an den Folgen von Hunger und Unterversorgung. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

    Humanitäre Hilfe: Tropfen auf den heißen Stein

    Trotz internationaler Anstrengungen bleibt die humanitäre Hilfe unzureichend. Zwar wurden laut israelischen Angaben am Montag rund 200 Hilfslastwagen durchgelassen, weitere 260 warteten auf die Entladung. Doch laut UN müssten täglich mindestens 500 bis 600 Hilfstransporte erfolgen, um die Grundbedürfnisse der Bevölkerung zu decken. Die seit März verstärkt eingesetzten Luftabwürfe durch Jordanien, die USA und andere Staaten seien laut IPC zwar symbolisch wichtig, aber logistisch ineffizient. Der Leiter des IPC-Analysekomitees warnte: „Die derzeitigen Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus, um das Ausmaß der Katastrophe zu begrenzen – geschweige denn umzukehren.“

    Zivilbevölkerung unter Dauerbeschuss

    Parallel zur humanitären Notlage setzen sich die Kampfhandlungen fort. Trotz einer von Israel angekündigten „taktischen Feuerpause“ kam es in den vergangenen Tagen zu schweren Luftangriffen – etwa auf das Flüchtlingslager Nousseirat im Zentrum des Gazastreifens. Laut Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden wurden dabei 30 Menschen getötet, darunter 14 Frauen und 12 Kinder. Das Al-Awda-Krankenhaus bestätigte den Eingang entsprechender Leichname. Beobachter sehen in solchen Angriffen eine weitere Verschärfung der humanitären Krise, da medizinische Einrichtungen und zivile Infrastruktur systematisch beschädigt oder zerstört werden.

    Internationale Reaktionen: Abwesenheit spricht Bände

    In New York tagt derzeit eine Sonderkonferenz der Vereinten Nationen zur Palästinafrage. Doch zwei zentrale Akteure fehlen demonstrativ: Israel und die Vereinigten Staaten. Israels Botschafter in Paris, Joshua Zarka, bezeichnete das UN-Treffen als „Farce“ und warf den Teilnehmern vor, bloße Symbolpolitik zu betreiben. Die Abwesenheit Washingtons ist insofern bedeutsam, als die USA als wichtigster Verbündeter Israels und gleichzeitig einer der größten Geber humanitärer Hilfe in Gaza gelten.

    UN-Generalsekretär António Guterres appellierte unterdessen erneut an alle Konfliktparteien, den Schutz der Zivilbevölkerung sicherzustellen und humanitäre Zugänge zu garantieren. Doch auf diplomatischer Ebene bleibt der Handlungsspielraum begrenzt – nicht zuletzt wegen der Vetomacht der USA im UN-Sicherheitsrat.

    Die aktuelle Lage im Gazastreifen ist eine humanitäre Katastrophe historischen Ausmaßes. Die internationale Gemeinschaft steht vor der Frage, ob sie in der Lage ist, einem sich vor aller Augen abspielenden Massensterben entgegenzuwirken – oder ob sich Gaza in eine Zone völliger Verwahrlosung und Vernachlässigung verwandelt, die als moralischer Bankrott der Weltgemeinschaft in die Geschichte eingehen könnte.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Druck von links: Frankreichs Präsident Macron im Visier wegen Gaza-Krise

    Druck von links: Frankreichs Präsident Macron im Visier wegen Gaza-Krise

    Drei Parteichefs der französischen Linken fordern konkrete Sanktionen gegen Israel – und setzen die Regierung unter Zugzwang Mit einem gemeinsam unterzeichneten offenen Brief in Le Monde haben die Vorsitzenden dreier französischer Linksparteien – Marine Tondelier (Les Écologistes), Olivier Faure (Parti socialiste) und Fabien Roussel (Parti communiste français) – am 28. Juli 2025 ein politisches Signal gesetzt. Die Intervention fällt in eine Zeit wachsender internationaler Besorgnis über die humanitäre Lage im Gazastreifen und übt scharfen Druck auf Präsident Emmanuel Macron aus, seine angekündigte Anerkennung Palästinas mit entschlosseneren Taten zu flankieren. Die „martyrisierte“ Bevölkerung von Gaza Die Veröffentlichung lässt in Ton und Inhalt wenig Raum für diplomatische Zweideutigkeit. Die Autoren sprechen von einer „martyrisierten“ Bevölkerung, die infolge der israelischen Blockade von einer Hungersnot bedroht sei. Die politischen Führungen der Grünen, Sozialisten und Kommunisten …

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  • Trump über Gaza: „Wir müssen die Kinder ernähren“ – und andere World-News

    Trump über Gaza: „Wir müssen die Kinder ernähren“ – und andere World-News

    US-Präsident Donald Trump sprach gestern von einer „echten Hungersnot“ im Gazastreifen und widersprach damit einer Aussage des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, wonach in dem Gebiet genügend Nahrungsmittel vorhanden seien.

    „Das ist wirklicher Hunger, das sieht man, und das kann man nicht vortäuschen“, sagte Trump bei einem Auftritt mit dem britischen Premierminister Keir Starmer in Schottland. „Wir müssen die Kinder ernähren.“

    Trumps Äußerungen markieren eine bemerkenswerte Wende in seiner Haltung gegenüber Gaza. Er kritisierte das derzeitige System der Hilfsgüterverteilung als ineffektiv und kündigte an, mehr Lebensmittelausgabestellen einrichten zu wollen – mit Unterstützung Großbritanniens.

    Internationale Hilfsorganisationen, Experten und Mediziner berichten seit Monaten von einer sich ausbreitenden Hungersnot im Gazastreifen, die durch die strengen Einschränkungen der israelischen Regierung bei der Hilfslieferung verschärft werde. Bislang hatte sich Trump mit direkter amerikanischer Hilfe für die Palästinenser zurückgehalten und vor allem die Hamas dafür verantwortlich gemacht, Hilfsgüter zu unterschlagen. Noch am Sonntag sagte er, die Krise sei „kein Problem der USA, sondern ein internationales Problem“.


    Ist das US-EU-Handelsabkommen gut für Europa?

    Viele Details des neuen Handelsabkommens zwischen den USA und der EU sind noch nicht finalisiert, doch die Reaktionen reichen von verhalten positiv bis scharf ablehnend. Deutschlands Kanzler äußerte vorsichtige Zustimmung, während Frankreichs Premierminister das Abkommen als „dunklen Tag“ bezeichnete.

    Das Abkommen wird von großer Tragweite sein: Der Waren- und Dienstleistungsaustausch zwischen den USA und der EU beläuft sich auf fast zwei Billionen Dollar jährlich. Dennoch ist es noch zu früh, um die tatsächlichen Auswirkungen zu beurteilen. Einzelheiten – etwa die Liste der EU-Produkte, die von den 15-prozentigen US-Zöllen ausgenommen werden – sind noch unklar. Besonders betroffen könnten europäische Pharmakonzerne sein, die Medikamente wie Botox oder das Abnehmmittel Ozempic produzieren – ein Milliardengeschäft, das nun unter Druck geraten könnte. Für amerikanische Verbraucher könnte das steigende Medikamentenpreise und höhere Versicherungsbeiträge bedeuten.

    Auch wenn das Abkommen Europas Wirtschaft kaum zugutekommt, bindet es Trump möglicherweise stärker in außenpolitische Themen ein, die für viele europäische Staats- und Regierungschefs von zentraler Bedeutung sind – etwa der Krieg in der Ukraine.


    Tödliche Schießerei in Midtown Manhattan

    Ein Polizist und drei weitere Menschen wurden gestern getötet, als ein Mann mit einem Sturmgewehr vom Typ AR-15 in einem Hochhaus in Midtown Manhattan das Feuer eröffnete – kurz vor Feierabend. Ein fünftes Opfer wurde lebensgefährlich verletzt, wie die Behörden mitteilten.

    Der Schütze erschoss sich anschließend selbst. Die Polizei geht davon aus, dass er allein handelte. Die Ermittlungen dauern an.


    Weitere Schlagzeilen

    Russland: Trump kündigte an, er würde Wladimir Putin nun nur noch 10 bis 12 Tage geben, um den Krieg in der Ukraine zu beenden – andernfalls drohten neue Sanktionen.

    Thailand: Die Regierungschefs von Thailand und Kambodscha einigten sich auf einen Waffenstillstand, um die Grenzgefechte zu beenden, bei denen bislang mindestens 38 Menschen ums Leben kamen.

    USA: Harvard signalisiert offenbar die Bereitschaft, bis zu 500 Millionen Dollar auszugeben, um einem Streit mit der Trump-Regierung ein Ende zu setzen.

    Medizin: Leberkrebs fordert jährlich über 700.000 Todesopfer – laut einer neuen Studie könnten drei von fünf Fällen verhindert werden, wenn Hauptursachen wie Alkoholkonsum und Fettleibigkeit bekämpft würden.

    China: Der berühmte Abt des Shaolin-Tempels, Shi Yongxin, steht unter dem Verdacht der Veruntreuung und „unangemessener Beziehungen“ zu Frauen.

    Gesundheit: Eine neue Studie zeigt, dass eine Kombination gesunder Lebensgewohnheiten – darunter Bewegung, gesunde Ernährung, Denksport und soziale Aktivitäten – die kognitive Leistung bei Demenzrisikopatienten verbessern kann.

    Iran: Nach fünf Jahren Dürre droht Teheran in wenigen Wochen das Wasser auszugehen.

  • Frankreich prescht vor – Wie Paris den Palästina-Konflikt neu auf die UN-Agenda setzt

    Frankreich prescht vor – Wie Paris den Palästina-Konflikt neu auf die UN-Agenda setzt

    Die von Frankreich und Saudi-Arabien gemeinsam ausgerichtete Nahost-Konferenz am 28. und 29. Juli 2025 in New York markiert einen diplomatischen Vorstoss von erheblichem Gewicht. Ihr erklärtes Ziel: Die seit Jahrzehnten ins Stocken geratene Zwei-Staaten-Lösung zwischen Israel und Palästina neu zu beleben – mit konkreten Vorschlägen und internationaler Unterstützung. Im Zentrum steht dabei die angekündigte Anerkennung eines palästinensischen Staates durch Frankreich, die das geopolitische Gefüge im Nahen Osten nachhaltig verändern könnte. Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt massiver Spannungen: Die anhaltende israelische Offensive im Gazastreifen hat zu einer humanitären Katastrophe geführt, während der politische Prozess zwischen Israelis und Palästinensern vollständig zum Erliegen gekommen ist. Vor diesem Hintergrund versucht Paris, die internationale Aufmerksamkeit neu zu bündeln – mit politischen Ambitionen und diplomatischem Kalkül. Ein diplomatischer Fahrplan zur Wiederbelebun…

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