Schlagwort: Fischerei

  • Die mysteriöse Verknappung des Taschenkrebses: Rätsel in den französischen Gewässern

    Die mysteriöse Verknappung des Taschenkrebses: Rätsel in den französischen Gewässern

    In den letzten Jahren haben französische Fischer, die einst mit randvollen Körben heimkehrten, zunehmend leere Netze. Seit 2018 hat sich die Menge der gefangenen Taschenkrebse dramatisch verringert – die Fänge sind auf ein Viertel der früheren Erträge gesunken. Was ist passiert? Diese Frage beschäftigt sowohl die Fischer als auch die Wissenschaft, und bislang gibt es keine eindeutige Antwort.

    Ein unerwarteter Rückgang

    Gérard Thomine, ein erfahrener Fischer aus Cherbourg, kennt die Situation nur zu gut. Wenn er heute mit seinem Boot in die Gewässer der Normandie aufbricht, ist seine Hoffnung auf eine ertragreiche Ausbeute gering. Früher waren seine Körbe voll mit den begehrten Krustentieren, doch seit 2018 ist alles anders. „Es ist ein Schock, wie wenig wir fangen“, sagt Thomine, der sich diese drastische Veränderung nicht erklären kann. Für ihn und seine Kollegen ist die Lage prekär – die Taschenkrebs-Population scheint auf mysteriöse Weise zu schrumpfen, und das ohne ersichtlichen Grund.

    Ein wissenschaftliches Rätsel

    Woran könnte es liegen? Die Fangquoten und Regulierungen, die ohnehin schon streng sind, scheinen keine Rolle zu spielen. Fischer halten sich genau an die Vorschriften, doch die Krebse bleiben aus. Möglicherweise stecken Parasiten oder Krankheiten hinter dem Phänomen. Auffällig ist, dass die wenigen gefangenen Exemplare oft nicht gesund wirken. „Sie haben keine schöne Farbe, sind mit Flecken übersät“, beschreibt Thomine die auffällige Veränderung der Krebse. Dieser Zustand hat die Aufmerksamkeit der Wissenschaft geweckt.

    Forscher des französischen Meeresforschungsinstituts Ifremer haben eine Untersuchung eingeleitet, um den Ursachen dieser rätselhaften Entwicklung auf den Grund zu gehen. Ihre erste Hypothese: Der Klimawandel könnte eine entscheidende Rolle spielen. Die sich verändernden Wassertemperaturen und die Verschiebung von Meeresströmungen könnten den Lebensraum der Taschenkrebse beeinträchtigen und sie in andere, kühlere Regionen verdrängen. Doch bislang fehlen handfeste Beweise für diese Theorie.

    Norwegen: Ein sicherer Hafen für Taschenkrebse?

    Während die französischen Fischer von dieser Krise hart getroffen werden, scheint ein Land noch verschont zu bleiben: Norwegen. Die norwegischen Gewässer haben bisher keine Anzeichen eines Rückgangs der Krebsbestände gezeigt. Das weckt die Frage: Was läuft dort anders? Liegt es an den klimatischen Bedingungen, den Umweltvorschriften oder schlicht am Glück? Noch ist unklar, warum die Taschenkrebse in Norwegen weiter gedeihen, während sie in Frankreich zunehmend rar werden.

    Die Unsicherheit der Fischer

    Für Fischer wie Thomine ist diese Situation ein Dilemma. Der Taschenkrebs, einst eine verlässliche Einkommensquelle, ist heute ein seltener Fang. Viele Fischer in der Region teilen seine Frustration. „Die Fischer sind ratlos“, sagt er, „wir halten uns an alle Vorschriften, aber die Krebse bleiben aus.“ Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieses Phänomens sind bereits spürbar. Für viele Fischer könnte es existenzbedrohend werden, wenn sich die Bestände nicht bald erholen.

    Die Frage ist: Was kann getan werden? Während die Wissenschaftler fieberhaft nach Antworten suchen, müssen die Fischer improvisieren. Einige haben bereits begonnen, auf andere Fangmethoden und Meeresfrüchte auszuweichen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Doch der Verlust des Taschenkrebses trifft die Region hart – sowohl ökonomisch als auch kulturell. Schließlich war der Taschenkrebs in diesen Gewässern lange Zeit eine wichtige Ressource.

    Hoffnung in der Forschung

    Die Untersuchung von Ifremer könnte in den kommenden Monaten neue Erkenntnisse bringen. Sollten sich Umweltveränderungen als Ursache herausstellen, wird es jedoch nicht einfach sein, eine schnelle Lösung zu finden. Klimatische Veränderungen sind schwer rückgängig zu machen, und die Wiederherstellung eines gesunden Ökosystems erfordert Zeit – Zeit, die viele Fischer vielleicht nicht haben.

    Doch vielleicht gibt es Hoffnung. Die Wissenschaftler untersuchen nicht nur klimatische Faktoren, sondern auch mögliche Krankheiten oder Parasiten, die die Krebspopulation geschwächt haben könnten. Sollte ein pathologischer Auslöser entdeckt werden, könnten gezielte Maßnahmen, wie beispielsweise Schutzgebiete oder die Einführung von Fangbeschränkungen, dazu beitragen, die Bestände zu regenerieren.

    Wie geht es weiter?

    Für Fischer wie Gérard Thomine bleibt die Zukunft ungewiss. Werden die Taschenkrebse eines Tages in die französischen Gewässer zurückkehren, oder müssen sich die Fischer dauerhaft auf andere Einnahmequellen verlassen? Diese Frage bleibt offen. Bis dahin bleibt die Hoffnung, dass die Wissenschaft eine Antwort auf das mysteriöse Verschwinden der Krebse findet – und dass die Fischer bald wieder mit vollen Körben zurückkehren können.

    Es ist wie ein Wettlauf gegen die Zeit – und das Meer gibt seine Geheimnisse nur langsam preis.

  • Schutz des Oktopus in der Bretagne: Ein Paradigmenwechsel

    Schutz des Oktopus in der Bretagne: Ein Paradigmenwechsel

    Vor drei Jahren waren Oktopusse an den Küsten der Bretagne eine regelrechte Plage, und Fischer hatten freie Hand, um ihre Vermehrung einzudämmen. Doch heute sind sie so selten geworden, dass ihre Fischerei den ganzen Sommer über im südlichen Finistère verboten ist.

    Ein unerwarteter Wandel

    Am Mittwoch, dem 17. Juli, zeigte sich das Wetter von seiner launischen Seite – kein ideales Szenario für die Oktopus-Fischerei, die ruhiges Wasser braucht. Trotzdem fanden sich die Tiere in den Fangnetzen der Fischer. „Seit zwei, drei Jahren machen wir das mindestens vier oder fünf Monate im Jahr problemlos“, erzählt Mathis Prono, ein Fischer aus Quiberon (Morbihan). Diese Oktopusse landen allerdings nicht auf bretonischen Tellern. Ihr Ziel sind Spanien und Italien, wo die Nachfrage stetig hoch ist und die Preise bei etwa 10 Euro pro Kilo liegen.

    Oktopusse: Von der Bedrohung zur geschützten Art

    Noch vor wenigen Jahren waren Oktopusse in der Bretagne praktisch unbekannt. Heute sind sie ein fester Bestandteil der maritimen Landschaft. Doch die Fangmengen sind rückläufig. Seit dem 1. Juli gilt im Finistère ein dreimonatiges Fangverbot. Einige Fischer sind gegen diese Maßnahme, da Oktopusse eine Bedrohung für heimische Hummer, Jakobsmuscheln und Fische darstellen. Der Fischereiausschuss orientiert sich an spanischen Vorgehensweisen, wo temporäre Fangverbote zu nachhaltigerer Fischerei führten.

    Ein zweischneidiges Schwert

    Warum dieses auf und ab? Die Antwort ist simpel und komplex zugleich. Oktopusse haben sich in den letzten Jahren rasant vermehrt und begannen, das Gleichgewicht des marinen Ökosystems zu stören. Sie vernichteten die heimischen Hummer und Jakobsmuscheln, was nicht nur die Bestände dieser Arten, sondern auch die wirtschaftliche Existenz vieler Fischer bedrohte. Doch was geschieht jetzt, wo der Oktopus selbst zu einer seltenen Spezies geworden ist?

    Ein Balanceakt

    Das vorübergehende Fangverbot zielt darauf ab, die Oktopusbestände zu stabilisieren und gleichzeitig das ökologische Gleichgewicht wiederherzustellen. Es ist ein Balanceakt zwischen Schutz und Nutzung, was auch den nachhaltigen Ansatz der spanischen Fischerei widerspiegelt. Dort haben solche Maßnahmen bereits Erfolge gezeigt, indem sie die Bestände geschont und gleichzeitig die Fischerei langfristig gesichert haben.

    Die Sicht der Fischer

    Die Fischer selbst sind in ihrer Meinung gespalten. Während einige das Verbot als notwendig erachten, um die Oktopuspopulation zu schützen, sehen andere ihre Existenz bedroht. Für viele ist der Oktopus ein wichtiger Teil ihres Einkommens, besonders in den Sommermonaten, wenn die Touristenströme zusätzliche Nachfrage generieren. „Wir verstehen die Notwendigkeit des Schutzes, aber es trifft uns hart,“ meint ein Fischer.

    Ein Blick nach vorn

    Die Zukunft der Oktopus-Fischerei in der Bretagne hängt von einer sorgfältigen Balance zwischen Schutzmaßnahmen und wirtschaftlichen Interessen ab. Wird der spanische Ansatz auch hier langfristig Erfolg haben? Nur die Zeit wird es zeigen. Fest steht, dass ohne nachhaltige Maßnahmen die Oktopusbestände weiter schrumpfen könnten – was weder den Fischern noch dem Ökosystem zugutekommt.

    Oktopusse haben in den letzten Jahren bewiesen, dass sie Überlebenskünstler sind. Doch auch diese faszinierenden Kreaturen sind nicht unverwundbar. Ihre Geschichte in der Bretagne ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie schnell sich ökologische und wirtschaftliche Realitäten ändern können und wie wichtig es ist, darauf flexibel zu reagieren.

    Ein Sprichwort besagt: „Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung.“ Vielleicht sollten wir uns das auch für die Fischerei zu Herzen nehmen. Denn nur durch Anpassung und nachhaltige Praktiken können wir sicherstellen, dass sowohl der Oktopus als auch die Fischer eine Zukunft haben.

  • Überraschungsfang in der Bretagne: Ein 100-Kilo-Fuchshai im Netz

    Überraschungsfang in der Bretagne: Ein 100-Kilo-Fuchshai im Netz

    In den Gewässern vor der bretonischen Insel Groix ging den Fischern ein unerwarteter Fang ins Netz: Ein Fuchshai, auch als Schaufelnasenhai bekannt, wurde am Donnerstag zufällig gefangen und in den Hafen von Lorient gebracht. Dieser Hai, der für seine beeindruckende Schwanzflosse bekannt ist, mit der er Beutefische betäubt, wiegt über 100 Kilogramm und wurde noch am Freitag auf dem Fischmarkt versteigert.

    Der Fuchshai, der normalerweise in tropischen und gemäßigten Gewässern lebt, zeigt sich auch in kühleren Gewässern und ist vor allem im Sommer an den Küsten der Bretagne anzutreffen, erklärte der Hai-Experte Samuel Iglésias von der Meeresstation in Concarneau. Trotz seiner gelegentlichen Präsenz in diesen Gewässern ist der Hai wegen Überfischung als gefährdete Art eingestuft. Das gezielte Fischen dieser Art ist zwar gesetzlich verboten, der Verkauf für den Verzehr ist jedoch erlaubt, wenn es sich um einen zufälligen Fang handelt.

    Dieser Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit, die Gesundheit unserer Meeresökosysteme ständig zu überwachen und den Schutz bedrohter Arten ernst zu nehmen, selbst wenn sie zufällig in Fischernetzen landen. Der Fang und die bevorstehende Versteigerung des Fuchshais in Lorient werfen erneut Fragen zur Nachhaltigkeit und Regulierung der Fischereipraktiken auf.

  • Frankreich: Landwirte und Fischer vereinen sich im Protest gegen Brüsseler Vorschriften

    Frankreich: Landwirte und Fischer vereinen sich im Protest gegen Brüsseler Vorschriften

    Am Samstag, dem 9. März, gingen sowohl Landwirte als auch Fischer in Frankreich auf die Straßen, um ihre Frustration über die als „Diktate aus Brüssel“ empfundenen Regelungen kundzutun. Ihre Beschwerden richten sich unter anderem gegen Fischfangquoten, die Anhäufung von Normen und technokratische Richtlinien, die sie als eine Belastung für ihre Arbeit sehen. In Boulogne-sur-Mer, im Departement Pas-de-Calais, wollten die Fischer, mit rund hundert Landwirten gemeinsam ein Zeichen setzen. Ein besonderer Dorn im Auge ist ihnen das Verbot des Grundschleppnetz-Fischfangs in dreizehn englischen Meeresgebieten durch das Vereinigte Königreich, welches ab dem 22. März in Kraft treten soll. Diese Fanggebiete sind von entscheidender Bedeutung für die Fischer des Pas-de-Calais. Olivier Leprêtre, Präsident des Regionalen Fischereiausschusses in Hauts-de-France, drückt gegenüber dem Sender Franceinfo seine Besorgnis aus: „Nur dreißig Minuten nachdem wir Boulogne-sur-Mer verlassen haben, befinden wir …

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  • Umwelt: In Saint-Malo bildet sich Widerstand gegen großes Fischfangschiff

    Umwelt: In Saint-Malo bildet sich Widerstand gegen großes Fischfangschiff

    Die „Annelies-Ilena“, ein 145 Meter langes Fabrikschiff, das täglich 400 Tonnen Fisch fangen und verarbeiten kann, bringt Fischer, Umweltschützer und Aktivisten auf die Barrikaden.

    Am Hafen bilden Fischer, Aktivisten, Umweltschützer und Abgeordnete eine Menschenkette aus Protest gegen die „Annelies-Ilena„, diesen Fabriktrawler, der zu groß ist, um in den Hafen von Saint-Malo (Departement Ille-et-Vilaine) einzufahren. Umweltschützer prangern die zerstörerischen Fischereipraktiken an. „Dieses Schiff ist ein Symbol sowohl für die Umweltzerstörung als auch für den Gigantismus, der die Ozeane zerstört und plündert. Es ist auch ein Symbol für die Zerstörung von Arbeitsplätzen in der Fischerei“, beklagte Marie Toussaint, Europaabgeordnete der Partei Europe Écologie-Les Verts.

    Mit einer Länge von 145 Metern ist das Schiff 13 Mal so groß wie ein durchschnittlicher französischer Trawler. „Das Schiff kann 400 Tonnen pro Tag fangen. Als ich Seemann war, konnte ich mit 10 Tonnen Fisch pro Jahr rentabel arbeiten und gut von meinem Beruf leben“, sagt Charles Braine von der Vereinigung Pleine mer gegenüber dem Sender Franceinfo. Die Demonstranten fordern die Rücknahme des aktuellen Fahrplans für die Fischerei, der am Freitag, dem 16. Februar im Regionalrat der Bretagne diskutiert wurde. Dieser begünstige für die industrielle Fischerei.

  • Bretagne: Europas größter Fisch-Trawler im Visier von Umwelt-NGOs und Fischern

    Bretagne: Europas größter Fisch-Trawler im Visier von Umwelt-NGOs und Fischern

    In Saint-Malo (Departement Ille-et-Vilaine) hat die örtliche Fischereigesellschaft kürzlich angekündigt, ein Fabrikschiff zu betreiben, das täglich 400.000 Kilogramm Fisch fangen und verarbeiten kann. „Eine Hölle auf See“, so Umweltverbände und Fischer.

    Der größte Trawler Europas kann alle 24 Stunden 400.000 Kilogramm Fisch fangen und verarbeiten. Die Fischereigesellschaft von Saint-Malo (Departement Ille-et-Vilaine) hat angekündigt, dass sie das Fabrikschiff „Annelies Ilena“ für 15 Millionen Euro kaufen und anschließend betreiben wird. Eine Ankündigung, die Umweltverbände und Fischer, die den Trawler als „Hölle auf See“ bezeichnen, empört.

    100 Tonnen in drei Tagen gegenüber 40 Tonnen in einem Jahr.
    Während die kleinen Trawler unter den Fangquoten ächzen, die ihnen auferlegt werden, um die Meeresfauna zu schützen, hält Quentin Yannet, Reeder in Port-en-Bessin-Huppain (Calvados), diese Ankündigung für inakzeptabel. „Das ist ein Boot, das Makrelen fischt. Und es wird vielleicht 100 Tonnen in drei Tagen fangen, während ich 40 Tonnen im Jahr fange“, erklärt der Fischer auf dem Sender France 2.

  • Klimawandel: Französische Fischer im Ärmelkanal fangen weniger Fische

    Klimawandel: Französische Fischer im Ärmelkanal fangen weniger Fische

    Die Folgen der globalen Erwärmung sind ausgerechnet im Ärmelkanal besonders deutlich. Der Ärmelkanal wird für Kaltwasserfische nach und nach unbewohnbar, und die Fischer sehen die Menge ihrer Fänge sinken.

    Wenig Wellengang, gutes Wetter: Im Ärmelkanal sind die Bedingungen für einen erfolgreichen Fischfang heute ideal. Dennoch sind die Reusen mit Wellhornschnecken, die die Fischer einholen, halb leer. Die Fangmengen sinken immer weiter. Die Wellhornschnecken werden genau sortiert, um die zu jungen Tiere zu schonen. Aber die Fischer müssen täglich mit ansehen, wie ihre Fänge zurückgehen. Sie beliefen sich im Jahr 2022 auf gerade mal 5.000 Tonnen, während sie vor zehn Jahren noch über 10.000 Tonnen betrugen. Für die Fischer hat das nichts mit Überfischung zu tun, sondern eher mit dem Klimawandel.

    Längere und früher einsetzende Hitzewellen.
    Die Hitze stört die Fortpflanzung und das Schlüpfen der Tiere aus ihren Eiern. In den letzten Jahren gab es an den Küsten des Ärmelkanals immer längere und frühere Hitzewellen. Die Durchschnittstemperatur ist seit 2007 einschließlich des Winters um 1,34 °C gestiegen. Es gibt auch extreme Hitze: Im Sommer 2022 wurden auf der Oberfläche 21°C gemessen. Für den Beruf des Fischers ist die Zukunft in dieser Region ungewiss. Für alle Kaltwasserarten wird der Ärmelkanal langsam aber sicher unbewohnbar.

  • Getötete Delfine: Im Winter folgen Delfine den Sardinenschwärmen und geraten in Fischernetze

    Getötete Delfine: Im Winter folgen Delfine den Sardinenschwärmen und geraten in Fischernetze

    Die Ergebnisse einer Studie des französischen Meeresforschungsinstituts Ifremer über das Verhalten von Delfinen bestätigen, dass es sinnvoll ist, im Golf von Biskaya im Winter Fanggebiete zu schließen, um die Kleinwale zu schützen.

    Im Winter 2022 wurden laut der Beobachtungsstelle Pelagis, an der das CNRS und die Universität La Rochelle beteiligt sind, mehr als 1.300 tote Delfine aus dem Wasser gefischt oder an der Atlantikküste angespült. Die große Mehrheit dieser Delfine wies Spuren von Fischernetzen auf. Wie aber können die Kleinwale, die sich eigentlich eher nahe der Wasseroberfläche bewegen, in Netzen gefangen werden, die sich auf dem Meeresboden befinden? Um dieses Phänomen besser zu verstehen, haben rund 30 Wissenschaftler, insbesondere vom Meeresforschungsinstitut Ifremer, im Jahr 2022 mit der Erforschung der Interaktionen zwischen Delfinen, Fischschwärmen und Fischerbooten begonnen. Ihre jüngsten Ergebnisse sind recht aufschlussreich.

    Die Wissenschaftler stellten zu ihrer Überraschung fest, dass sich im Winter in Küstennähe Schwärme von kleinen Fischen, insbesondere Sardinen, auf dem Meeresboden über mehrere Kilometer hinweg ansiedeln. Sie verharren dort in mehreren Schichten und sehr wenig beweglich. Wissenschaftler hatten ein solches Verhalten bisher noch nie beobachtet. Ihre Hypothese, so Mathieu Doray, Forscher am Ifremer, ist, dass die Fische im Winter Energie sparen, indem sie statisch am Meeresboden verharren. Wenn die Delfine nach Nahrung in diese gut gefüllte Speisekammer tauchen, laufen sie Gefahr in Fischernetzen gefangen zu werden, die sich ebenfalls auf dem Grund des Meeres befinden.

    Diese Untersuchung bestätigt also die Wichtigkeit der Schließung von Fanggebieten im Winter zum Schutz der Kleinwale. Da seit 2018 die Zahl der toten Delfine durch Beifang im Golf von Biskaya den Grenzwert für die Erhaltung der Art überschreitet, werden solche Fangbeschränkungen notwendig.

    Die jetzt von der französischen Regierung angekündigte einmonatige Schließung der Fanggebiete wird jedoch von NGOs als unzureichend angesehen. Forscher des Ifremer, die diesen Winter mithilfe einer Unterwasserdrohne die Bewegungen von Delfinen und Fischen verfolgen, versuchen nun, die für Delfine am stärksten gefährdeten Gebiete zu kartieren. Ihre Forschungsarbeit wird sich bis 2025 erstrecken und soll spezifische Maßnahmen für ein Fischereiverbot in den empfindlichsten Gebieten ermöglichen.

  • Tote Delfine: Staatsrat weist Regierung an, Fischfanggebiete im Atlantik zu schließen

    Tote Delfine: Staatsrat weist Regierung an, Fischfanggebiete im Atlantik zu schließen

    Ende Februar hatte auch Emmanuel Macron gesagt, dass Frankreich „seine Praktiken verbessern“ müsse, um Delfine besser zu schützen, deren Strandungen im Golf von Biskaya deutlich zugenommen haben. Der Staatsrat ordnete am Montag, dem 20. März, an, dass die Regierung innerhalb von sechs Monaten bestimmte Fischfanggebiete im Golf von Biskaya schließen muss. Ziel ist es, „den Beifang von Kleinwalen zu begrenzen“ und die Erhaltung der Delfine in dem Gebiet zu gewährleisten. Die „akustischen Abschreckungsvorrichtungen“, mit denen die Fischerboote ausgestattet sind, „ermöglichen es nicht, einen günstigen Erhaltungszustand der Kleinwalarten zu gewährleisten“, so der Staatsrat. Zwei Arten, der Gemeine Delfin und der Gemeine Schweinswal, seien „zumindest regional“ vom Aussterben bedroht. Hinter der Klage, die bereits 2021 eingereicht wurde, stehen drei Verbände: FNE (France Nature Environnement), Sea Shepherd France und die Vereinigung zur Verteidigung der aquatischen Umwelt (DMA). https://twitt…

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  • Landes: 51 tote Delphine und Kleinwale an französischen Atlantik-Stränden gefunden

    Landes: 51 tote Delphine und Kleinwale an französischen Atlantik-Stränden gefunden

    An derselben Küste wurden am Wochenende bereits rund 20 tote Delfine entdeckt. NGOs und Wissenschaftler vermuten, dass die Fischerei für die vielen Todesfälle der Kleinwale verantwortlich ist.

    Achtundzwanzig Meeressäuger, hauptsächlich Delfine, wurden allein am Montag, dem 13. März, an den Stränden des Departements Landes tot aufgefunden, wie France Bleu Gascogne meldete. Auch ein Schweinswal wurde in der Nähe von Hossegor entdeckt.

    Am Samstag, dem 11. und Sonntag, dem 12. März waren bereits 23 Delfinkadaver an derselben Küste entdeckt worden, womit sich die Zahl der Meeressäuger, die innerhalb von drei Tagen tot an den Stränden des Departements aufgefunden wurden, auf 51 erhöht hat. Kadaverfunde von Kleinwalen sind nicht ungewöhnlich, aber ihre Anzahl innerhalb eines so kurzen Zeitraums ist ungewöhnlich. Der stark wehende Westwind könnte die toten Tiere an die Küste getrieben haben.

    51 Kadaver in drei Tagen gefunden
    Laut Pelagis, der Beobachtungsstelle für Meerestiere, die solche Strandungen in Frankreich zählt, hatten die am Wochenende gefundenen Delfine gebrochene Rippen und abgetrennte Flossen. Die Kadaver waren jedoch zu stark beschädigt, um endgültige Schlüsse über ihren Tod zu ziehen. „Es handelt sich um gesunde Exemplare“, erklärte Pascal Ducasse, ehrenamtlicher Korrespondent für Pelagis, gegenüber France Bleu Gascogne. „Erfahrungsgemäß sind kranke Tiere sehr mager. Hier handelt es sich um Delfine, die einen vollen Magen hatten, also gerade gefressen hatten und gesund waren“, erläutert er.

    Tierschutzorganisationen machen die Hochseefischerei verantwortlich. Die Delfine könnten getötet worden sein, weil sie versehentlich Fischtrawlern in die Netze gerieten. Sea Shepherd hat bereits mehrfach Klage eingereicht und beschuldigt die großen Trawler, für den Tod von mehreren hundert Delfinen pro Jahr verantwortlich zu sein. NGOs und Wissenschaftler fordern eine vorübergehende Unterbrechung der Fischerei. Im Moment bevorzugt die französische Regierung jedoch technische Lösungen, wie Kameras an Bord oder Geräte, die die Tiere von den Schiffen fernhalten.