Schlagwort: Energiekosten

  • Energieversorger: Franzosen müssen Verbrauch von Öl, Gas und Strom senken!

    Energieversorger: Franzosen müssen Verbrauch von Öl, Gas und Strom senken!

    Ende 2022 drohen Knappheit und explodierende Preise. In einem offenen Brief rufen die drei Chefs von TotalÉnergies, EDF und Engie die Franzosen dazu auf, ihren Verbrauch von Treibstoff, Öl, Strom und Gas zu reduzieren.

    Es ist ein beispielloser Notruf. In einem am Sonntag, den 26. Juni, veröffentlichten offenen Brief fordern die Chefs von Engie, EDF und TotalÉnergies die Franzosen auf, ihren Öl-, Gas- und Stromverbrauch sofort zu senken. „Die Anstrengungen müssen sofort, kollektiv und massiv sein. Jede Geste zählt“, so die Unterzeichner. Ihrer Meinung nach ist das eine Notwendigkeit, um eine Energieknappheit im nächsten Winter zu vermeiden. Aufgrund des Krieges in der Ukraine kommt kein russisches Gas mehr in Frankreich an und die Importe aus anderen Ländern können diesen Mangel nicht vollständig ausgleichen. Die Stromerzeugung ist ebenfalls angespannt, da mehrere Atomreaktoren derzeit wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet sind.

    Um Energie zu sparen gibt es einige sehr einfache Tipps. Beispielsweise sollte man daran denken, den Gefrierschrank regelmässig abzutauen – das spart Strom. Töpfe beim Kochen abzudecken spart 25% Energie und das Eco-Programm des Geschirrspülers spart bis zu 45% Strom. Wenn man die Heizung im Schlafzimmer um 1°C herunterdreht, sinkt der Energieverbrauch um 7%. Umweltverbände sind der Meinung, dass zunächst der Staat, die Kommunen und Unternehmen notwendige Maßnahmen für Energieeinsparungen ergreifen müssen.

  • Ukraine-Krieg: Explodierende Preise zwingen französische Unternehmen zur Kurzarbeit

    Ukraine-Krieg: Explodierende Preise zwingen französische Unternehmen zur Kurzarbeit

    Am Freitag, dem 11. März, dem 16. Tag des Krieges in der Ukraine, zwingt der Anstieg der Preise für Rohstoffe wie Gas oder Stahl französische Unternehmen dazu, auf Kurzarbeit umzustellen.

    In Damparis (Jura) wurden rund 50 Beschäftigte des Unternehmens Jurassienne de la céramique française auf Kurzarbeit gesetzt. Um funktionieren zu können, muss das Unternehmen seine Öfen tag und nacht laufen lassen. Aufgrund des Krieges in der Ukraine ist nun die Gasrechnung um das Zehnfache gestiegen. Die Beschäftigten hoffen, dass die Zwangspause nur von kurzer Dauer ist, sie könnte aber auch sechs Monate dauern.

    Anstieg der Preise für Rohstoffe wie Stahl.
    In Massiac (Cantal) wird ein Bauunternehmen seine Mitarbeiter ebenfalls in Kurzarbeit schicken müssen. Aufgrund des Anstiegs der Stahlpreise ist die arbeit derzeit nicht mehr rentabel. „Wir haben Baustellen, bei denen der Einkaufspreis der Stahlträger jetzt höher ist als der Preis des gesamten Kostenvoranschlags“, erklärt Michaël Boyer, Geschäftsführer von CMF Structures. Laut Nicolas Mancret, einem Anwalt für Arbeitsrecht, werden jedoch nicht alle Unternehmen Kurzarbeit in Anspruch nehmen können. Nur diejenigen, die einem großen Umsatzrückgang ausgesetzt sind, könnten davon profitieren.

  • Ukraine-Krieg: Bruno Le Maire mahnt alle Franzosen zu niedrigem Energieverbrauch

    Ukraine-Krieg: Bruno Le Maire mahnt alle Franzosen zu niedrigem Energieverbrauch

    Am Montagmorgen rief der französische Wirtschaftsminister auf dem Sender BFMTV alle Franzosen dazu auf, sich bei ihrem Energieverbrauch „anzustrengen“, um den steigenden Energiepreisen entgegenzuwirken. Auf die steigenden Energiepreise angesprochen, meinte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire, dass alle Franzosen „eine Anstrengung unternehmen müssen“. „Aufbau unserer vollständigen Unabhängigkeit im Energiebereich“.Bruno Le Maire machte deutlich, dass der Konflikt in der Ukraine Frankreich dazu bringen muss, energiepolitisch unabhängiger zu werden. „Wir müssen uns alle anstrengen, wir müssen uns alle bewusst werden, dass wir in eine neue Welt eintreten, wir müssen uns alle bewusst werden, dass wir unsere Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen beschleunigen müssen. Wenn es eine einzige positive Lehre gibt, die man aus dieser Krise ziehen kann (…), dann ist es, unsere völlige Unabhängigkeit im Energiebereich aufzubauen und viel weniger abhängig von fossilen Energien zu sein“, sagte der…

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  • Russisches Gas: Yannick Jadot fordert Europa auf, massiv in erneuerbare Energien zu investieren

    Russisches Gas: Yannick Jadot fordert Europa auf, massiv in erneuerbare Energien zu investieren

    Der grüne Präsidentschaftskandidat Yannick Jadot forderte einen europäischen „massiven Investitionsplan“ für Energieeinsparungen und betonte die Notwendigkeit, „aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen herauszukommen“. „Es werden Kosten auf unsere Wirtschaft zukommen, Kosten für die Franzosen und Französinnen“, bedauert Yannick Jadot, grüner Präsidentschaftskandidat, am Montag, 28. Februar, auf Franceinfo vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine. Seiner Meinung nach müsse man sich „darauf vorbereiten“, dass „Russland seine Gasexporte nach Europa beenden wird“. Jadot: „Wenn es einen Zeitpunkt gibt, an dem wir unser Modell überdenken müssen, dann ist es jetzt“. Yannick Jadot plädierte für die Einführung eines „Energieschecks“ in Höhe von 400 Euro für die 6 Millionen Familien in unteren Einkommensklassen und in Höhe von 100 Euro für die 15 Millionen Familien mit höheren Einkommen. Langfristig, „um wieder energiepolitisch souverän zu werden“, forderte der Kandidat der Grünen ei…

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  • Krieg in der Ukraine: Welche Auswirkungen wird er auf die Preise für Öl, Gas und Weizen haben?

    Krieg in der Ukraine: Welche Auswirkungen wird er auf die Preise für Öl, Gas und Weizen haben?

    Öl, Gas und Weizen. Das sind Rohstoffe, die Russland in grossem Umfang an den Westen liefert. Auch wenn eine Verknappung nicht befürchtet wird, könnte die Ukraine-Krise direkte Auswirkungen auf diese Märkte haben.

    Bereits seit mehreren Monaten steigen die Preise für bestimmte Rohstoffe, speziell die Energiepreise. Angesichts der aktuellen Krise in der Ukraine stellt sich die Frage, wie sich dies auf die Preise für Produkte wie Gas, Öl, aber auch Weizen auswirkt.

    Weizen
    Die Ukraine und Russland sind ein wichtige Exporteure von Weizen weltweit, wobei Russland an erster Stelle steht. Zwar sind die Auswirkungen des Konflikts auf diesen Rohstoff heute noch schwer abzuschätzen. Zur Zeit des Konflikts um die Krim im Jahr 2014 sind die Getreidelieferungen ohne jegliche Probleme weitergeflossen.

    Es ist natürlich nicht unmöglich, dass die Preise vor dem Hintergrund der aktuellen Krise steigen werden, aber diese Presisteigerungen sollten nicht übermässig ausfallen. Keine übertriebenen Sorgen muss man sich insbesondere bei Brot machen. In einem Baguette, das etwa einen Euro kostet, liegt der Weizenanteil gerade einmal bei 7 bis 8 Cent.

    Schon im November letzten Jahres hatte Weizenpreis einen Höchststand erreicht: 300 Euro pro Tonne. Heute liegt der Preis für die Tonne weizen bei etwa 265 Euro pro Tonne.

    Gas
    Die größte Problematik besteht beim Gas, da Europa 40% seines Bedarfs in Russland einkauft und ein Teil dieses Gases durch die Ukraine fließt. Hier ist derzeit völlig unklar, was passieren wird. Der Marktpreis ist bereits in letzter Zeit von 72 auf 80 Euro gestiegen, aber auch da muss man relativieren: Zu Beginn des Winters stiegen die Gaspreise auf 160 Euro pro Megawatt.

    In jedem Fall aber sollte das Gas in Frankreich und Europa nicht knapp werden. Gas kommt über Pipelines nicht nur aus Russland, sondern auch aus Norwegen und in geringerem Masse aus Algerien. Flüssigerdgas (LNG), das mit Schiffen transportiert wird, wird vor allem aus den USA, Katar und Australien importiert. Gas wird in Frankreich nicht ausgehen, aber die Verbraucher werden mehr dafür bezahlen, weil es eine höhere Nachfrage bei einem stagnierenden Angebot geben wird. Und das wird sich auch auf die Strompreise auswirken.

    Und die Gasrechnung der Verbraucher? In Frankreich werden die Gaspreise durch den Staat gedeckelt, zumindest was Privathaushalte betrifft. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire versicherte in der Zeitung 20Minutes, dass „das Einfrieren des Gaspreises für Privatpersonen“ „unter allen Umständen“ beibehalten werde. Die Tarife sind auf dem Niveau von Oktober 2021eingefroren. Diese Massnahme soll allerdings am 30. Juni nächsten Jahres enden.

    Könnte Russland den Gashahn ganz zudrehen? Das erscheint eher als unwahrscheinlich, denn wenn es das täte, wären die wirtschaftlichen folgen auch für Russland enorm. Die westlichen Märkte sind teilweise von Russland abhängig, aber Russland ist auch von den Einnahmen aus dem Westen abhängig.

    Öl
    Bereits seit mehreren Monaten steigen Öl- und damit auch die Kraftstoffpreise. Und auch heute spiegelt sich der beginnende Krieg in der Ukraine in einem steigenden Ölpreis wider:

    Am Morgen des 24. Februar stieg der Presi für ein Barrel Rohöl  über die Marke von 100 USD.

    Russland ist nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Ölexporteur der Welt. Aber auch beim Öl zeichnet sich keine Gefahr einer gefährlichen Knappheit ab.

    Aber wenn ein Krieg ausbricht, wird das die Preise in die Höhe treiben.

  • Chef von TotalEnergies kündigt Rabatt auf Kraftstoffe an

    Chef von TotalEnergies kündigt Rabatt auf Kraftstoffe an

    Die TotalEnergies-Gruppe kündigt zwei Maßnahmen ein, um die Franzosen angesichts der steigenden Energiepreise zu unterstützen.

    Der Vorstandsvorsitzende von TotalEnergies kündigte am Mittwoch an, weniger wohlhabenden Franzosen etwas Gutes tun zu wollen. Als Gast in der Morgensendung von RTL nannte Patrick Pouyanné zwei Maßnahmen, die es seinen Kunden erleichtern sollen, ihre Gas- und Treibstoffrechnungen zu bezahlen.

    „Kunden, die sich in einer prekären Situation befinden, die unser Gas nutzen und deren Rechnung steigt, werden von uns einen Gas-Scheck über 100 Euro erhalten. Die Regierung hatte ihnen im Dezember einen Scheck über 100 Euro ausgezahlt, wir verdoppeln also den Scheck“, sagte Pouyanné. Der CEO von Total erklärte, dass dies 200.000 Kunden betreffe, die „bei ihrer nächsten Rechnung eine Gutschrift von 100 Euro von der Summe, die sie bezahlen müssen, abgezogen sehen“.

    Dies bedeute „etwa 20 Millionen Euro für das Unternehmen, also 30% der Marge, die wir machen“.

    Rabatt auf Kraftstoff
    Eine weitere Maßnahme kündigte der Vorstandsvorsitzende in Bezug auf Kraftstoff an: In ländlichen Gebieten wird der Konzern Kassenrabatte von 10 Cent pro Liter anbieten. „1.150 Tankstellen in ländlichen Gebieten, das heisst Gemeinden mit weniger als 6.000 Einwohnern, wo das Auto ein unverzichtbares Gut ist. Die Aktion beginnt am Montag und dauert drei Monate“. Es sollen auch 200 Tankstellen in den Überseegebieten von der Rabattaktion betroffen sind.

    Die Liste der teilnehmenden Tankstellen wird am Wochenende auf der Website von TotalEnergies veröffentlicht.

  • Strom: Regierung deckelt den Anstieg der Stromtarife

    Strom: Regierung deckelt den Anstieg der Stromtarife

    Der 1. Februar 2022 markiert den Tag, an dem traditionell die Strompreise steigen. Die Regierung hat nun beschlossen, diese Preiserhöhung auf 4% zu blockieren. Angesichts der steigenden Strompreise hat die Regierung am Dienstag, dem 1. Februar, beschlossen, etwas für den Geldbeutel der Franzosen zu tun. Die Erhöhung der Tarife wird auf 4% begrenzt. „Das ändert die Lage, denn sonst wären die Preise für den Verbraucher um 35% gestiegen“, erklärt Dorotée Lachaud, Journalistin, in der Sendung 13 heures auf France 2. Konkret bedeutet dies einen Anstieg von 38 Euro im Jahr gegenüber 330 Euro, gäbe es diese Obergrenze nicht. Diese Maßnahme wird den Staat rund 14 Milliarden Euro kosten, der „auch beschlossen hat, die EDF, deren Mehrheitsaktionär er ist, zur Kasse zu bitten, indem er sie zwingt, eine größere Strommenge an ihre Konkurrenten zu verkaufen“. Dies hat vor kurzem zu einem Streik geführt, da dies von den EDF-Beschäftigten abgelehnt wird. Aber, der Stromversorger EDF kann natürlich sei…

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  • Am Donnerstag wird in Frankreich wieder protestiert – warum diesmal genau?

    Am Donnerstag wird in Frankreich wieder protestiert – warum diesmal genau?

    Für Donnerstag sind in ganz Frankreich insgesamt 170 Demonstrationen geplant, bei denen Arbeitnehmer aus allen Branchen eine Lohnerhöhung fordern, um steigende Lebenshaltungskosten auszugleichen. Auch Lehrer werden am Donnerstag im Rahmen einer branchenübergreifenden Demonstration (mobilisation interprofessionnelle) für eine Gehaltserhöhung protestieren. Nach Angaben der CGT, einer der größten Gewerkschaften des Landes, die die Demonstrationen zusammen mit den Gewerkschaften FO, FSU und Solidaires organisiert, sind 170 Demonstrationen und Protestmärsche in ganz Frankreich geplant. „Niemand kann den sozialen und wirtschaftlichen Kontext ignorieren, den Preisanstieg bei lebenswichtigen Produkten, von Lebensmitteln bis Energie und den Lebenshaltungskosten“, erklärte die Gewerkschaft CGT in einer Erklärung. Es sei notwendig, durch Streiks und Proteste für eine Erhöhung aller Löhne und Gehälter im privaten und öffentlichen Sektor, für die Bezahlung von jungen Menschen in Ausbildung oder auf…

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  • Die Agentur für nukleare Sicherheit warnt vor einer „beispiellosen Anfälligkeit“

    Die Agentur für nukleare Sicherheit warnt vor einer „beispiellosen Anfälligkeit“

    Laut dem Vorsitzenden der französischen Behörde für nukleare Sicherheit (ASN), Bernard Doroszczuk, betrifft diese Anfälligkeit sowohl die Produktion als auch die Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen. Er verweist auf die Notwendigkeit, mehr „vorausschauend“ zu handeln.

    Die französische Atomaufsichtsbehörde (ASN) warnt am Mittwoch, 19. Januar, dass die französische Atomindustrie unter einer „beispiellosen doppelten Fragilität“ leidet, sowohl bei der Produktion als auch bei der Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen. Ihr Präsident Bernard Doroszczuk betont die Notwendigkeit, „Sicherheitspuffer“ zu haben, damit es nicht irgendwann zu einer Abwägung zwischen der Versorgungssicherheit und der Sicherheit der Anlagen kommen muss.

    Die Anfälligkeiten bestehen in erster Linie auf der Produktionsebene. Es gibt nicht genügend Spielraum, um unvorhergesehene Ereignisse zu verkraften. Für Bernard Doroszczuk bestätigt dies die aktuelle Situation – in Frankreich sind derzeit etwa 15 Reaktoren gleichzeitig aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Unerwartete Korrosionsprobleme führten mitten im Winter zur Abschaltung von fünf EDF-Reaktoren des 56 Reaktoren umfassenden französischen Kernkraftwerksnetzes und erhöhten die bereits starke Anspannung in der Stromversorgung noch mehr. „Die fehlende Sicherheits-Marge kann besonders durch das Ereignis veranschaulicht werden, das sich im Dezember ereignet hat“, erklärt Bernard Doroszczuk die heutige Situation: die Entdeckung von Spannungsrissen bei mehreren EDF-Reaktoren, die vorsichtshalber abgeschaltet werden mussten. „Man sieht also, dass die Verfügbarkeit von Margen im Stromsystem unerlässlich ist, um mit dem Risiko bei den Kernreaktoren umgehen zu können.“

    Und da EDF gerade dabei ist, auch alle anderen Reaktoren zu überprüfen, könnte sich die Situation in diesem Jahr noch verschlechtern, weil weitere Reaktoren abgeschaltet werden könnten. Angesichts dessen fragt sich der Präsident der ASN: Was passiet, wenn zwölf weitere Reaktoren bis 2035 stillgelegt werden, wie es das Gesetz vorsieht? Bisher hat die EDF nicht nachgewiesen, dass ihre Anlagen bei Bedarf mehr als fünfzig Jahre in Betrieb sein könnten. Zur Zeit werden bei den meisten Reaktoren die 40 Jahre Betriebszeit überschritten.

    Der staatliche Stromversorger sollte sich bei der Überprüfung der Betriebssicherheit seiner Nuklearanlagen beeilen. Denn wenn eine längere Betriebssicherheit nicht gegeben ist, sollte man dies rechtzeitig wissen, um rechtzeitig andere Stromerzeugungssysteme aufzubauen.

    Auch in Bezug auf das Recycling und die Abfallbehandlung zieht die ASN eine gelbe Karte wegen mangelnder Voraussicht. Das betrifft zunächst die Becken, in denen die abgebrannten Brennelemente in La Hague am Ärmelkanal gelagert werden. Dorthin schicken die Kernkraftwerke ihre ausgebrannten Brennstäbe. Die derzeitigen Becken sind fast voll und neue werden erst 2034 fertig sein. Es wird also unumgänglich sein, provisorische Lösungen zu finden, die in Bezug auf die Sicherheit weniger zufriedenstellend sein werden. Dieses Problem war seit 2010 bekannt.

    Mängel gibt es auch in der MOX-Produktionsanlage von Orano im Departement Gard. MOX ist ein wiederaufbereiteter Brennstoff, der in Kraftwerken ein zweites mal eingesetzt werden soll. Die Lagerkapazitäten für die Produktionsabfälle werden bereits in diesem Jahr überlastet sein. Auch hier hätte man früher neue Lager bauen müssen, kritisiert die ASN.

    Das Ergebnis all dessen ist, dass es zu einem Stau in der Wiederaufbereitungskette kommen kann und die Kraftwerke auf ihren Abfällen sitzen bleiben, was den Betrieb noch weiter stören wird.

    Lesen Sie auch: Atomkraft: Regierung rechnet mit der Inbetriebnahme neuer Reaktoren ab 2035

  • Treibstoffpreise: Wie lässt sich der starke Anstieg rechtfertigen?

    Treibstoffpreise: Wie lässt sich der starke Anstieg rechtfertigen?

    Der Anstieg der Kraftstoffpreise scheint kein Ende zu nehmen. In der Tat steigen die Ölpreise weiter an. Experten erwarten, dass der Preis pro Barrel die symbolische Schwelle von hundert Dollar überschreiten wird. Warum aber dieser Preisanstieg?

    Das schwarze Gold macht seinem Namen alle Ehre. Der Preis für ein Barrel Öl steigt auf über 85 Dollar. Doch wie lässt sich ein solcher Anstieg erklären? Zunächst einmal ist die Omikron-Variante ein erster Grund für den Anstieg. Die Variante ist weniger gefährlich als befürchtet. Sie hat die Wirtschaft nicht gebremst und die Autofahrer verbrauchen weiterhin viel Öl. Der Verbrauch steigt, aber das Angebot hält nicht Schritt, zum Beispiel wegen der Aufstände in Kasachstan. Es kommt auch immer wieder zu Anschlägen auf Ölförderanlagen, die dann vorübergehend geschlossen werden müssen. Ein weiterer Grund für den Preisanstieg sind naturbedingte Vorfälle. In Kanada bremst ein Kältesturm die Produktion, während in Venezuela eine Pipeline in Brand geraten ist.