Schlagwort: Bretagne

  • Die Daurade aus der Bretagne – ein Genuss am Ende der Angelroute

    Die Daurade aus der Bretagne – ein Genuss am Ende der Angelroute

    🌊 Ein kulinarischer Schatz aus dem Atlantik Die Daurade Royale – in Deutschland meist „Goldbrasse“ oder einfach „Dorade“ genannt – ist ein echter Star der bretonischen Küstenküche. Besonders berühmt ist die in der Bretagne an der Leine gefangene Dorade. Diese traditionelle, nachhaltige Fangmethode s…

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  • Zwei Henkel und ein Name: Warum der „Bol Breton“ mehr ist als ein Frühstücksschälchen

    Zwei Henkel und ein Name: Warum der „Bol Breton“ mehr ist als ein Frühstücksschälchen

    Er steht in Souvenirshops, auf Frühstückstischen und in den Herzen vieler Besucher: der Bol breton. Mit seinen zwei kleinen „Ohren“ und dem kalligraphierten Vornamen ist er ein echtes Stück Bretagne – charmant, praktisch und tief verwurzelt in der französischen Kultur. Doch woher kommt dieses ikonische Keramikstück eigentlich? Die Geschichte beginnt nicht etwa in den 1950er-Jahren, wie viele glauben. Die Ursprünge reichen zurück bis ins 18. Jahrhundert. Damals waren es die Faïencerien von Quimper, die erstmals Schüsseln herstellten, die stark an bäuerliche Eßnäpfe erinnerten. Robust, bodenständig, handgefertigt – das war die Devise. Sie dienten als Allzweckgeschirr in bretonischen Haushalten, ob für Suppe, Milchkaffee oder Eintopf. Dann kam Raymond Cordier. Ein Töpfer mit Geschäftssinn – und einem feinen Gespür für den Zeitgeist. In den 1950er-Jahren hauchte er der alten Schale neues Leben ein. In seiner Faïencerie de Pornic entstand die Version, die wir heute kennen: mit den typischen…

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  • Wasseralarm – Wie die Dürre Ploërmel und den Morbihan in die Knie zwingt

    Wasseralarm – Wie die Dürre Ploërmel und den Morbihan in die Knie zwingt

    Ein Sommertag in der Bretagne, wie gemalt: flirrende Hitze, der Duft trockener Felder – und kein Tropfen Regen in Sicht.

    Doch was romantisch klingt, entwickelt sich in Ploërmel, einem beschaulichen Städtchen im Herzen des Morbihan, zum ökologischen Drama. Seit dem 17. Juli 2025 herrscht hier offiziell Krisenzustand. Der Grund: eine Dürre, die ihresgleichen sucht – mit einem Wasserdefizit von rund 35 Prozent seit Jahresbeginn.

    Was bedeutet das konkret?

    Die Hydrologen schlagen Alarm: Das Einzugsgebiet des Yvel, zu dem auch Ploërmel gehört, trocknet aus. Die Grundwasserspiegel sind auf historische Tiefstände gefallen. Flüsse und Bäche fließen nur noch in Zeitlupe – oder sind gleich ganz versiegt. Die offiziellen Warnschwellen des regionalen Trockenheitsdekrets sind längst unterschritten. Die Folge: drastische Maßnahmen, die das öffentliche Leben in Ploërmel spürbar verändern.

    Ein Alltag unter Wasserbann

    Auto-Waschstraßen haben Pause, Gärten verdursten. Wer seinen Rasen sprengen will, muss sich bis nach 20 Uhr gedulden – und auch dann nur, wenn es sich um einen privaten Gemüsegarten handelt. Öffentliche Brunnen stehen still, Duschen an Stränden sind abgestellt, Sportplätze verstauben ungenutzt.

    Noch einschneidender trifft es die Landwirtschaft: Je nach Getreide- oder Gemüseart ist die Bewässerung komplett untersagt – außer sie erfolgt aus autarken Rückhaltebecken, die nicht mit dem Wassernetz verbunden sind. Selbst für Profis gelten harte Regeln: Gewerbliche Wassernutzung wird massiv eingeschränkt, Reinigungsarbeiten an Straßen, Fassaden und Booten sind verboten – außer mit Sondergenehmigung. Und selbst die Wasserregulierung an Schleusen und Teichen wird auf ein Minimum reduziert.

    Kollektives Handeln statt Einzelkämpfertum

    Die Botschaft der Behörden ist klar – und eindringlich: Nur gemeinsames Handeln kann den Ernst der Lage abfedern. Die Bevölkerung wird aufgefordert, jeden möglichen Tropfen zu sparen. Duschen statt Baden. Wasser aus der Regentonne nutzen. Spülmaschinen nur voll beladen starten. Kleinvieh macht auch Mist – und spart.

    Es ist ein Appell an das Gemeinschaftsgefühl – an Verantwortungsbewusstsein im Alltag. Denn was heute nach lästiger Einschränkung klingt, könnte morgen über Lebensqualität entscheiden.

    Ein Symptom des großen Wandels

    Doch die Wasserknappheit in Ploërmel ist mehr als ein lokales Phänomen. Sie ist Teil eines größeren Puzzles, das sich mit jedem trockenen Sommer schärfer zeichnet: Der Klimawandel ist da – und er meint es ernst.

    Weniger Regen, längere Hitzeperioden, gestresste Ökosysteme. Was einst als Ausnahme galt, wird zum neuen Normal. Die aktuelle Krise zeigt, wie verwundbar unsere Wasserversorgung ist – und wie dringend neue Antworten gebraucht werden.

    Wie gehen wir künftig mit dieser lebenswichtigen Ressource um?

    Ein Weckruf – für alle

    Ploërmel steht in diesen Wochen sinnbildlich für viele Gemeinden in Europa. Es zeigt, wie fragil unser Umgang mit natürlichen Ressourcen geworden ist. Und es erinnert uns daran, dass Wasser keine Selbstverständlichkeit ist – sondern ein Gut, das es zu schützen gilt.

    Die Zukunft liegt in nachhaltiger Infrastruktur, smarter Wassernutzung und dem Mut, alte Gewohnheiten zu überdenken. Kommunen, Unternehmen, Bürger – sie alle müssen Teil der Lösung sein.

    Denn eins steht fest: Der nächste trockene Sommer kommt bestimmt.

    Autor: C.H.

  • Brocéliande brennt – und damit eine Illusion von Sicherheit

    Brocéliande brennt – und damit eine Illusion von Sicherheit

    Es klingt wie ein Alarmsignal aus der Tiefe des Waldes: In der sagenumwobenen Brocéliande, Heimat von Mythen und Magie, hat das Feuer zugeschlagen. Rund 120 Hektar Waldfläche in der Bretagne standen in Flammen. Ein Einsatz von 270 Feuerwehrleuten brachte den Brand schließlich unter Kontrolle. Doch was bleibt, ist mehr als verbrannte Erde. Denn der Brand war nicht nur ein lokales Unglück – er ist ein Sinnbild für eine schleichende Gefahr, die sich mit dem Klimawandel quer durch Europa frisst. Regionen, die einst als sicher galten, werden plötzlich zu Risikozonen. Wälder, die jahrhundertelang friedlich rauschten, verwandeln sich in Brandherde. Die Brocéliande ist kein gewöhnlicher Wald. Sie ist ein kulturelles Erbe, tief verwoben mit der Artussage, dem Zauberer Merlin, der Fee Morgane. Wer hier wandert, tut das nicht nur mit Wanderschuhen, sondern mit einer gewissen Ehrfurcht. Dass gerade dieser Ort nun Flammen zum Opfer fiel, trifft einen Nerv. Doch was genau ist geschehen? Am 17. Juli …

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  • Grüne Gefahr im Atlantik – Wie Algen die Austernzüchter in der Bretagne in die Knie zwingen

    Grüne Gefahr im Atlantik – Wie Algen die Austernzüchter in der Bretagne in die Knie zwingen

    Sie kommen leise, doch ihre Wirkung ist verheerend. Algen, genauer gesagt: ulvatische Grünalgen, legen sich jedes Jahr wie ein grünlich-schimmernder Teppich über die Strände der Bretagne. Was auf den ersten Blick harmlos oder gar idyllisch wirken mag, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ökologisches Pulverfass – und als existenzielle Bedrohung für eine der traditionsreichsten Branchen der Region: die Austernzucht.

    Die sogenannten „marées vertes“ – grüne Fluten – sind längst kein rein ästhetisches Ärgernis mehr. Sie vergiften die Umwelt, gefährden die Gesundheit und machen den Austernbauern das Leben zur Hölle.

    Ein blühendes Gift

    Die Ursache? Überschüssige Nitrate, die vor allem aus der intensiven Landwirtschaft stammen. Regen spült die Düngemittel in Flüsse, von dort gelangen sie ins Meer – und liefern den Grünalgen eine üppige Nährstoffquelle. In den Sommermonaten explodiert ihr Wachstum regelrecht.

    Doch das eigentliche Drama beginnt, wenn die Algen absterben.

    Dann zersetzen sie sich am Strand und setzen dabei Schwefelwasserstoff frei – ein Gas, das in hoher Konzentration tödlich sein kann. 2016 kam ein Jogger in der Nähe des Flusses Gouessant ums Leben. Tiere verenden regelmäßig, wenn sie versehentlich in die stinkenden Algenteppiche geraten.

    Die Austern leiden – und ihre Züchter gleich mit

    In der Bucht von Morlaix etwa, einem Hotspot der französischen Austernproduktion, berichten die Züchter von einem beispiellosen Jahr. „Selbst in Bereichen, wo die Strömung die Algen sonst abtransportiert, hat sich in diesem Sommer alles gestaut“, klagt Marc Le Provost, Betriebsleiter bei Cadoret. Die Algenteppiche bedecken die Austernparzellen, rauben den Muscheln Sauerstoff, stören ihre Entwicklung – oder ersticken sie ganz.

    Was tun die Züchter?

    Mit schweren Metallharken – sogenannten Herses – versuchen sie, die Algen zu lockern und vom Boden zu lösen, damit sie abtreiben. Eine mühselige, teure Notmaßnahme, wie Austernzüchter Gireg Berder bestätigt: „Das ist ein enormer Mehraufwand. Und damit ein wirtschaftlicher Schaden für uns.“

    Politik gegen grüne Flut – doch nicht überall

    Frankreich hat das Problem erkannt – zumindest offiziell. Seit 2010 gibt es staatliche Pläne zur Eindämmung der Algen. Ziel ist es, die Nährstoffbelastung zu reduzieren, vor allem durch Anpassung der landwirtschaftlichen Praktiken.

    Doch die Resultate sind durchwachsen.

    Viele Regionen, darunter auch die Bucht von Morlaix, sind von den Maßnahmen gar nicht erst erfasst worden. Eine vertane Chance – und ein Signal an die Betroffenen, dass ihre Sorgen politisch nicht wirklich ernst genommen werden. 2021 kritisierte selbst der französische Rechnungshof, dass die bisherigen Pläne nicht ausreichen und an den wahren Ursachen vorbeizielen.

    Schweigen aus Angst

    Ein weiteres Problem: die kollektive Sprachlosigkeit. In Hillion, einem der am stärksten betroffenen Orte, ist das Thema ein Tabu. Die Angst vor wirtschaftlichem Schaden – vor allem im Tourismus – lähmt viele. Wer offen über die toxischen Algen spricht, riskiert Ausgrenzung oder berufliche Nachteile.

    Die Journalistin Inès Léraud hat dieses Schweigen dokumentiert. Ihr Film „Les Algues vertes“ zeigt, wie schwierig es ist, gegen Interessen und Ignoranz anzuschreiben – selbst, wenn Menschenleben und ganze Wirtschaftszweige auf dem Spiel stehen.

    Ein Modell am Abgrund?

    Die große Frage, die über allem schwebt: Muss sich das landwirtschaftliche Modell der Bretagne grundlegend ändern? Die Fakten sprechen dafür. Weniger industrielle Viehzucht, mehr Fruchtwechsel, gezielte Förderung nachhaltiger Betriebe – das wäre ein Anfang.

    Denn es geht um mehr als Austern.

    Es geht um das fragile Gleichgewicht einer Region, die vom Meer lebt, von ihren Böden, von ihrer Natur – und von ihrer Fähigkeit, beides zu schützen.

    Die Austernzüchter stehen längst nicht mehr nur knietief im Wasser. Sie kämpfen gegen einen grünen Tsunami, der alles zu überrollen droht, was ihnen lieb und teuer ist. Und dieser Kampf betrifft uns alle.

    Denn die Bretagne ist nicht nur ein Ort – sie ist ein Symbol.

    Für das, was passiert, wenn ökonomische Kurzsichtigkeit und politische Halbherzigkeit auf eine zunehmend gestresste Umwelt treffen.

    Von C. Hatty

  • Wenn Legenden in Flammen stehen – Waldbrand im Wald von Brocéliande

    Wenn Legenden in Flammen stehen – Waldbrand im Wald von Brocéliande

    Am Donnerstag, dem 17. Juli 2025, verwandelte sich ein Stück Mythos in einen Schauplatz des Schreckens. Die sagenumwobene bretonische Waldregion Brocéliande, einst Heimat von Artus, Merlin und dem Val sans retour, wurde Opfer eines großen Feuers. Rund 100 Hektar Vegetation verbrannten – doch was in diesen Flammen wirklich gefährdet war, reicht weit über Bäume hinaus. Feuersbrunst mit Ansage Tréhorenteuc, 16 Uhr. Ein Funke reicht – und Minuten später tanzen Flammen durch das Dickicht. Trockenes Unterholz, hohe Temperaturen, Windböen. Die Zutaten für eine Katastrophe waren vorhanden. Was dann folgte, war eine Meisterleistung der Feuerwehr: 370 Einsatzkräfte aus dem Morbihan und Ille-et-Vilaine, ein Spezialflugzeug vom Typ Dash 8 aus Nîmes, Drohnen zur Lageerkundung – das ganze Arsenal. Noch in der Nacht auf Freitag konnte der Brand „fixiert“ werden, wie es im Feuerwehrjargon heißt. Ein kleiner Begriff für eine riesige Leistung. Keine Verletzten, keine Evakuierungen – ein kleiner Sieg inm…

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  • Bretagne im Dürremodus – wenn der Regen ausbleibt

    Bretagne im Dürremodus – wenn der Regen ausbleibt

    Ein Landstrich, eigentlich bekannt für graue Wolken, nasse Küsten und sattgrüne Weiden – und jetzt das: Dürre. Die Bretagne, jahrzehntelang Sinnbild für ein feuchtgemäßigtes Klima, wird im Sommer 2025 von einer Trockenheit heimgesucht, wie sie die Region kaum je erlebt hat.

    Und das, obwohl das Vorjahr noch Hoffnung machte: 2024 hatte der Regen im Finistère sogar um 34 % über dem langjährigen Schnitt gelegen. Doch was nach einer vollen Wasserbilanz aussah, war im Frühjahr 2025 schon wieder Geschichte. Kaum war der März vorüber, verwandelten sich Böden in harte Krusten, Wiesen in staubige Flächen und Flüsse in schmale Rinnsale.

    Die Bretagne – ausgetrocknet.

    Heiß, heißer, Bretagne

    Die Temperaturen schossen in diesem Frühjahr ebenfalls in die Höhe. Mit Spitzenwerten, die selbst die Mittelmeerküste neidisch machen könnten, wurde die Bretagne zu einem der heißesten Flecken Frankreichs – und das will etwas heißen.

    Der Regen blieb aus. Zwischen dem 30. Juni und dem 6. Juli fielen in weiten Teilen der Region nur wenige Millimeter Niederschlag. Das reicht nicht einmal, um die Oberflächenfeuchtigkeit zu halten. Die Folge: Der Boden trocknete aus – zuerst an der Oberfläche, dann in der Tiefe. Die ersten Alarmglocken schrillten.

    Am 11. Juli war es dann offiziell: Das Département Ille-et-Vilaine rief den Alarmzustand „sécheresse“ (Trockenheit) aus.

    Gras wächst nicht auf trockenem Boden

    Wer in der Bretagne lebt, weiß, dass Weiden mehr als nur grüne Flächen sind – sie sind Lebensgrundlage. Die Milchwirtschaft, die Viehzucht, die gesamte Agrarstruktur hängt vom saftigen Gras ab, das hier eigentlich das ganze Jahr über sprießt. Doch dieses Jahr? Fehlanzeige.

    Die Trockenheit trifft die Landwirtschaft ins Mark. Kühe finden kaum noch Futter auf den Feldern, Heuvorräte werden frühzeitig angetastet, manche Landwirte denken schon über Heu-Notkäufe nach – oder über die Reduzierung ihrer Vieh-Bestände. Eine Spirale, die wirtschaftlich und emotional belastet.

    Ein Vorgeschmack auf 2100

    Was heute wie eine Ausnahme wirkt, könnte bald die Regel sein. Laut aktuellen Klimaprojektionen steht der Bretagne ein Temperaturanstieg von bis zu 4 °C bis zum Jahr 2100 bevor. Das bedeutet nicht nur wärmere Sommer – sondern längere Dürreperioden, instabilere Wetterlagen und dauerhaft gestörte Wasserzyklen.

    Ohne regelmäßige Niederschläge können sich Grundwasserreserven nicht mehr ausreichend auffüllen. Flüsse verlieren an Durchfluss, Ökosysteme geraten aus dem Gleichgewicht, die Vegetation leidet – zuerst unmerklich, dann unübersehbar.

    Und mittendrin: Der Mensch.

    Was tun, wenn der Regen nicht mehr kommt?

    Die Antwort ist unbequem, aber unausweichlich: Anpassung. Und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt.

    Das bedeutet: Umstellung der Landwirtschaft auf trockenresistentere Anbaumethoden. Investitionen in moderne Bewässerungssysteme. Speicherstrategien für Regenwasser. Flächenentsiegelung in Städten. Und nicht zuletzt: eine neue Sensibilität für den Umgang mit der Ressource Wasser.

    Denn auch wenn es seltsam klingt – selbst in der Bretagne ist Wasser inzwischen ein kostbares Gut.

    Ein neues Normal

    Die Dürre von 2025 markiert mehr als nur einen klimatischen Ausreißer. Sie ist das sichtbare Zeichen dafür, dass sich das Klima verändert – auch dort, wo man es am wenigsten erwartet. Der Regen, einst treuer Begleiter des bretonischen Alltags, lässt sich seltener blicken. Und das zwingt eine ganze Region, sich neu zu erfinden.

    Wie lange kann die Bretagne noch auf ihre alte Wetter-Reputation bauen? Und was bleibt, wenn der Regen wirklich ausbleibt?

    Die Antworten darauf schreibt – wie so oft – das Wetter selbst.

    Autor: Andreas M. B.

  • Frankreich brennt: Diese Regionen sind am stärksten von Waldbränden bedroht

    Frankreich brennt: Diese Regionen sind am stärksten von Waldbränden bedroht

    Jeden Sommer kämpft Frankreich gegen lodernde Flammen, die ganze Landstriche verwüsten. Der Klimawandel wirkt dabei wie ein Brandbeschleuniger. Während der Süden traditionell die höchsten Risiken trägt, geraten nun auch bislang verschonte Regionen ins Visier des Feuers. Welche Gebiete sind besonders gefährdet – und wie verändert sich die Landkarte der Brandrisiken?

    Der Süden: Altbekanntes Brandgebiet

    Ein Erlass vom 6. Februar 2024 klassifizierte die Wälder und Forste von 24 Départements als hochgradig brandgefährdet. Darunter:

    Provence-Alpes-Côte d’Azur – Bouches-du-Rhône, Var, Vaucluse, Alpes-Maritimes, Alpes-de-Haute-Provence, Hautes-Alpes

    Occitanie – Gard, Hérault, Aude, Ariège, Aveyron, Lozère, Tarn, Pyrénées-Orientales, Hautes-Pyrénées

    Nouvelle-Aquitaine – Gironde, Landes, Dordogne, Lot, Lot-et-Garonne, Pyrénées-Atlantiques

    Auvergne-Rhône-Alpes – Ardèche, Drôme

    Korsika – Haute-Corse, Corse-du-Sud

    Hier treffen dichte, oft dürre Vegetation, sommerliche Hitze, Trockenheit und Wind aufeinander – ein Cocktail, der Waldbrände begünstigt wie Zunder.

    Doch das Feuer zieht nach Norden und Westen

    Das Risiko bleibt inzwischen aber längst nicht mehr auf den Mittelmeerraum beschränkt. 2025 wurde die Liste der gefährdeten Départements erneut ausgeweitet – diesmal auf Regionen, die man bisher kaum mit Feuersbrünsten verband: Charente, Cher, Eure, Indre-et-Loire, Loire, Loiret, Maine-et-Loire, Sarthe, Savoie, Deux-Sèvres, Tarn-et-Garonne und Vienne.

    Was heißt das? Ganz einfach: Der Waldbrand ist zum französischen Nationalproblem geworden.

    Bretagne – die neuen Flammeninseln

    Ein bitteres Erwachen erlebte die Bretagne im Sommer 2022, als Feuer in den Monts d’Arrée wüteten. Seitdem gelten 167 bretonische Kommunen als gefährdet:

    Côtes-d’Armor: 15
    Finistère: 42
    Ille-et-Vilaine: 60
    Morbihan: 49

    Besonders im Fokus stehen die Presqu’île de Crozon, die Monts d’Arrée, die Montagnes Noires, die Wälder um Rennes-Liffré-Corbière, der Brocéliande-Wald, die Landes de Lanvaux sowie der morbihanische Küstenstreifen rund um Auray.

    Brennpunkte: Gemeinden mit höchstem Risiko

    Manche Kommunen stechen in der Risikoliste hervor:

    Terssac (Tarn) – Gefährdet durch Waldbrand, ohne Präventionsplan.

    Carmaux (Tarn) – Gleiches Problem: Risiko ja, Schutzplan nein.

    Saliès (Tarn) – Ebenso ohne Plan gegen Feuergefahr.

    Le Bosc (Hérault) – Verwundbar, aber mit Schutzplan seit 2013.

    Les Matelles (Hérault) – Ebenfalls präventiv ausgestattet.

    Le Puech (Hérault) – Hat ebenfalls seit 2013 einen Plan Départemental de Protection des Forêts contre les Incendies.

    Diese Beispiele zeigen: Ob mit oder ohne Präventionsplan – die Bedrohung ist real, und ein Stück weit sind alle Regionen Frankreichs dem Feuer ausgeliefert.


    Droht ein Sommer voller Sirenen?

    Die Behörden rüsten sich landesweit:

    Präventionspläne: In allen gefährdeten Départements entstehen umfassende Waldbrandschutzpläne, zugeschnitten auf jedes einzelne Forstgebiet.

    Aufklärungskampagnen: Bürger werden für den richtigen Umgang mit offener Flamme und glimmender Kippe sensibilisiert. Kein Grillabend ohne wachsame Augen mehr.

    Überwachung: Kameras und Patrouillen sichern die Wälder und reagieren bei kleinsten Rauchfahnen.

    Feuerwehrschulungen: Besonders in neu betroffenen Regionen werden Feuerwehrkräfte auf Waldbrände spezialisiert. Löschtechniken, Geländetaktik, schnelles Eindämmen – all das ist plötzlich nicht mehr nur ein Thema für Südfrankreich.

    Ein Land passt sich an – oder verbrennt

    Eines ist klar: Der Klimawandel zwingt Frankreich zu einer neuen Realität. Vorbeugung, Sensibilisierung und eine robuste Löschinfrastruktur sind längst kein Luxus mehr, sondern ein Überlebensprinzip – für Menschen, Häuser, Tiere und jahrhundertealte Wälder.

    Autor: Andreas M. B.

  • Bretagne im Wandel: Warum der Tourismus zwischen Rückgang und Aufbruch schwankt

    Bretagne im Wandel: Warum der Tourismus zwischen Rückgang und Aufbruch schwankt

    Salzige Gischt peitscht gegen die schroffen Klippen von Crozon, Möwen kreischen über die stillen Buchten von Saint-Malo – Bilder, die seit Jahrzehnten Urlauber anlocken. Doch hinter der malerischen Kulisse der Bretagne verbirgt sich derzeit ein stiller Umbruch: Die touristische Anziehungskraft bleibt groß, doch Zahlen und Trends zeichnen ein Bild im Wandel. Die Bretagne – Land der Cidre-Kelche, der endlosen Austernbänke und der Steinhäuser, die dem Wind trotzen – gilt seit jeher als eine der beliebtesten Destinationen Frankreichs. Doch 2024 ist etwas anders. Ein kleiner Knick nach dem Rekordjahr Nach einem historischen Hoch von knapp 115 Millionen touristischen Übernachtungen im Jahr 2023 sank die Zahl im Jahr 2024 leicht auf 111 Millionen. Ein Rückgang von drei Prozent – für Laien unspektakulär, für Branchenkenner ein Weckruf. Was steckt dahinter? Vor allem das Wetter spielte der Bretagne manchmal übel mit: Regenschauer, unbeständige Temperaturen und graue Tage sorgten dafür, dass die…

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  • Ouessant – Wo Legenden, Klippen und Salzluft das Herz berühren

    Ouessant – Wo Legenden, Klippen und Salzluft das Herz berühren

    Wenn der Wind von Westen kommt und das Salz auf den Lippen brennt, bist du vielleicht auf Ouessant angekommen. Ganz am Rand der Bretagne – dort, wo die Erde aufhört und der Ozean beginnt. Ein Ort, der einen packt. Oder hast du schon mal eine Insel betreten, auf der Feen den Seeleuten nachstellen und kleine […]

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