Schlagwort: Antisemitismus

  • Wachsende Angst: Die neue Realität für Frankreichs jüdische Gemeinschaft

    Wachsende Angst: Die neue Realität für Frankreichs jüdische Gemeinschaft

    In Frankreich, der Heimat der größten jüdischen Gemeinde Europas, ist eine erschreckende Welle der Angst spürbar. Eine aktuelle Studie des Ifop für die französische Abteilung des American Jewish Committee (AJC Paris) offenbart, dass sich seit dem 7. Oktober — dem Tag des Angriffs des Hamas auf Israel — 86% der französischen Juden vermehrt Sorgen machen, Opfer antisemitischer Übergriffe zu werden. Aber was genau hat sich geändert? Spott, Beschimpfungen, körperliche Angriffe – antisemitische und antizionistische Handlungen sind in den letzten sieben Monaten immer häufiger geworden. Diese besorgniserregenden Entwicklungen zwingen viele dazu, ihre alltäglichen Gewohnheiten zu überdenken und anzupassen. So hat etwa die Hälfte der Betroffenen aufgehört, religiöse Symbole in der Öffentlichkeit zu tragen. Ein Drittel meidet zunehmend das Taxi und 19% haben sogar die Mézouzah von ihren Haustüren entfernt — jenen kleinen Schriftrollenbehälter mit biblischen Texten, der traditionell an den Türrah…

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  • Frankreich: Antisemitische Taten stiegen 2023 sprunghaft an – vor allem nach dem 7. Oktober

    Frankreich: Antisemitische Taten stiegen 2023 sprunghaft an – vor allem nach dem 7. Oktober

    Laut dem Repräsentativen Rat der jüdischen Institutionen Frankreichs (Conseil représentatif des institutions juives de France) hat die Zahl der nach dem 7. Oktober 2023 erfassten antisemitischen Handlungen die Zahl der drei vorherigen Jahre erreicht.

    Die Zahl der antisemitischen Handlungen ist im vergangenen Jahr in Frankreich sprunghaft angestiegen: 1.676 solcher Übergriffe wurden gezählt, im Vergleich zu 436 im Vorjahr. Dies geht aus einem Bericht des Repräsentativen Rates der jüdischen Institutionen Frankreichs (Crif) hervor, der einen besonders starken Anstieg nach den Angriffen der Hamas auf Israel verzeichnete. In den drei Monaten nach Beginn des Hamas-Konfliktes war ihre Zahl „genauso hoch wie in den drei vorangegangenen Jahren zusammengenommen“, so der Bericht.

    Yonathan Arfi, Präsident des Crif, erinnert daran, dass „es in den 1990er Jahren einige Dutzend solcher Taten pro Jahr gab und im Zeitraum 2000-2022 einige Hundert“. Der Crif erklärt, dass der Bericht auf der Basis von „Rückmeldungen der Kommissariate und Gendarmerien erstellt wurde, die dann im Rahmen eines monatlichen Austauschs mit dem Innenministerium und dem Service de protection de la communauté juive (SPCJ) qualifiziert wurden“.

    In sechs von zehn Fällen (57,8%) handelte es sich bei diesen antisemitischen Handlungen um Angriffe auf Personen, so der Crif. Etwa 25% der nach dem 7. Oktober registrierten Taten verherrlichten die Hamas, 33% den Dschihadismus und 25% waren „Aufrufe zum Mord“, heißt es in dem Bericht weiter.

    Diese Zahlen spiegeln jedoch „nur einen Teil“ der antisemitischen Handlungen wider, nämlich diejenigen, die Gegenstand einer Anzeige oder einer Meldung bei der Polizei waren, so der Crif. In über 40% der Fälle handelte es sich um „bedrohliche Äußerungen und Gesten“. Sie wurden vor allem im privaten Bereich (32%) und auf öffentlichen Straßen (20,4%) begangen, 7,5% wurden im Internet gezählt. Ein weiterer besorgniserregender Punkt ist, dass 12,7% der Taten im schulischen Umfeld stattfanden, die meisten davon in einem Collège.

  • „Euch nehme ich nicht mit!“ – Am Flughafen Orly verweigert Taxifahrer einer Familie aus Israel die Fahrt

    „Euch nehme ich nicht mit!“ – Am Flughafen Orly verweigert Taxifahrer einer Familie aus Israel die Fahrt

    Ein 28-jähriger Pariser Taxifahrer verweigerte einer Familie, die aus Israel kam, am Flughafen Orly eine Fahrt. Ausserdem soll der Mann antisemitische Todesdrohungen ausgesprochen haben.

    Seit dem 7. Oktober, dem Tag des Angriffs der Hamas auf israelisches Gebiet, ist in Frankreich ein Anstieg des Antisemitismus zu verzeichnen, der mit den kriegerischen Handlungen Israels gegenüber der Hamas einhergeht – nach Angaben des Innenministeriums waren es mehr als 1.500.

    In diesem aufgeheizten Klima wird in Paris ein Taxifahrer verdächtigt, einer Familie am Flughafen Orly (Val-de-Marne), die gerade aus Tel Aviv gelandet war, mit dem Tod gedroht zu haben. Der Vorfall soll sich am 11. Oktober ereignet haben, berichten die Zeitungen Le Canard enchaîné und Le Parisien.

    „Wenn ich dich mitgenommen hätte, hätte ich dir, deiner Frau und deinen Kindern die Kehle durchgeschnitten.“
    Am 11. Oktober wartete ein Ehepaar mit seinen drei Kindern am Flughafen Orly in der Warteschlange auf ein Taxi. Als sie in das Fahrzeug einsteigen wollten, weigerte sich der Fahrer, sie mitzunehmen. „Ich nehme dich nicht mit, du dreckiger Jude“, soll der Mann den Familienvater angeschrien haben. Anschließend schimpfte er auf Französisch und Arabisch: „Wenn ich dich mitgenommen hätte, hätte ich dir, deiner Frau und deinen Kindern die Kehle durchgeschnitten“.

    Die Vorfälle wurden noch am selben Tag von der Familie, die allerdings keine Anzeige erstattete, bei der Pariser Präfektur gemeldet. Die Ermittlungen der Unité de contrôle des transports de personnes (UCTP) ermöglichten es später, den betreffenden Fahrer anhand der Videoüberwachung eindeutig zu identifizieren.

    Der Taxifahrer wurde am 9. November der Staatsanwaltschaft Créteil wegen „wiederholter Todesdrohungen, die aufgrund von Rasse, Ethnie, Nation oder Religion ausgesprochen wurden, und Diskriminierung aufgrund der Religion“ vorgeführt.

    Der renitente Taxifahrer steht nun unter richterlicher Aufsicht und darf bis auf weiteres nicht mehr zum Flughafen Orly fahren. Er wird am 6. Mai 2024 vor dem Strafgericht in Créteil erscheinen müssen. Das Taxiunternehmen G7, für das er als Selbstständiger tätig war, suspendierte ihn vom Dienst. Das Unternehmen erklärte, der Vorfall habe sich bei einer Fahrt ereignet, die nicht über die Plattform des Unternehmens gebucht worden war.

  • Departement Oise: Emmanuel Macron „verurteilt aufs Schärfste“ Beschädigung jüdischer Gräber

    Departement Oise: Emmanuel Macron „verurteilt aufs Schärfste“ Beschädigung jüdischer Gräber

    Zehn Grabsteine wurden auf dem deutschen Soldatenfriedhof aus dem Ersten Weltkrieg in Moulin-sous-Touvent beschädigt, wie die Präfektur des Departements Oise am Mittwoch mitteilte. Emmanuel Macron sagte am Mittwoch, dem 15. November, dass er die Beschädigung von zehn jüdischen Grabsteinen auf einem deutschen Soldatenfriedhof aus dem Ersten Weltkrieg im Département Oise vor dem Hintergrund zunehmender antisemitischer Akte aufs Schärfste verurteile. Bei einer Pressekonferenz in der Schweiz erinnerte das französische Staatsoberhaupt an sein „persönliches Engagement“, „unerbittlich und unermüdlich gegen alle Formen des Antisemitismus zu kämpfen“. Mehr als 1.500 antisemitische Taten seit dem 7. OktoberAuf dem deutschen Soldatenfriedhof aus dem Ersten Weltkrieg in Moulin-sous-Touvent wurden zehn beschädigte jüdische Stelen entdeckt, wie die Präfektur des Departements Oise am Mittwoch mitteilte. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung wegen der Verletzung von Gräbern oder Denkmälern …

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  • Paris: Polizei verhaftet acht Minderjährige wegen antisemitischer Gesänge in der Metro

    Paris: Polizei verhaftet acht Minderjährige wegen antisemitischer Gesänge in der Metro

    Die Verdächtigen sollen zwischen 11 und 17 Jahre alt sein.

    Acht minderjährige Personen wurden festgenommen, die verdächtigt werden, in der Pariser Metro antisemitische Lieder gesungen zu haben, wie der Sender Franceinfo am Montag von der Pariser Staatsanwaltschaft erfuhr. Die acht Minderjährigen befinden sich in Polizeigewahrsam bei der für die Metro zuständigen Polizeibehörde, so die Staatsanwaltschaft. Laut Franceinfo sind die Verdächtigen zwischen 11 und 17 Jahre alt.

    Anfang November waren mehrere minderjährige Jugendliche dabei gefilmt worden, wie sie antisemitische Lieder sangen. Auf dem Video, das von einer Passagierin der Linie 3 der Pariser Metro gefilmt und auf X verbreitet wurde, sieht man eine Gruppe von Jugendlichen, die „Nique les Juifs et nique ta mère, vive la Palestine ouais ouais, nique les Juifs et les grands-mères, on est des nazis et fiers“ (Fick die Juden und fick deine Mutter, es lebe Palästina ja ja, fick die Juden und die Großmütter, wir sind Nazis und stolz) singen.

    Die Polizeipräfektur von Paris hatte daraufhin die Justiz eingeschaltet. „Schockierende, unzulässige, unwürdige Äußerungen: Der Polizeipräfekt hat sie der Pariser Staatsanwaltschaft gemeldet“, schrieb die Polizeipräfektur am 1. November auf X: „Wir werden nichts unversucht lassen. Alle Ermittlungsmittel werden eingesetzt, um die Täter schnell zu finden“. Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte Ermittlungen wegen „Verherrlichung des Terrorismus“, „öffentlicher Beleidigung“ und „Aufruf zu Rassenhass, Gewalt oder Diskriminierung“ eingeleitet.

  • Märsche gegen Antisemitismus: Über 182.000 Menschen demonstrierten in ganz Frankreich

    Märsche gegen Antisemitismus: Über 182.000 Menschen demonstrierten in ganz Frankreich

    Alle Demonstrationen am Sonntag, dem 12. November, verliefen friedlich. Laut Innenministerium gab es „keine nennenswerten Zwischenfälle“. Tausende Franzosen gingen gegen den wachsenden Antisemitismus in Frankreich auf die Straße. Mehr als 182.000 Menschen marschierten am Sonntag, dem 12. November, gegen Antisemitismus im ganzen Land, 105.000 allein in den Straßen der Hauptstadt, wie aus Zahlen des Innenministeriums und der Polizeipräfektur hervorgeht. Bis 17:30 Uhr waren bei 110 Demonstrationen außerhalb von Paris insgesamt etwa 77.600 Personen auf den Strassen. Die größten Aktionen fanden in Marseille statt, wo 7.500 Demonstranten gezählt wurden, sowie in Straßburg (5.000 Personen), Grenoble (3.700 Personen) und Bordeaux (3.500 Personen). In den Städten Nizza und Lyon wurden jeweils 3.000 Demonstranten gezählt. In Nantes und La Rochelle marschierten etwa 2.000 Menschen gegen Antisemitismus. In der französischen Hauptstadt Paris gingen nach Angaben der Polizeipräfektur etwa 105.000 Dem…

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  • Marsch gegen Antisemitismus: Politiker an der Spitze des Pariser Demonstrationszuges singen die Marseillaise

    Marsch gegen Antisemitismus: Politiker an der Spitze des Pariser Demonstrationszuges singen die Marseillaise

    Die Präsidenten der beiden Parlamentskammern, Yaël Braun-Pivet und Gérard Larcher, sowie Elisabeth Borne und die ehemaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy und François Hollande standen am Sonntag in der ersten Reihe der Demonstration gegen Antisemitismus in Paris. Eine Marseillaise „für die Republik und gegen den Antisemitismus“. Der Zug des Pariser Marsches gegen Antisemitismus startete am Sonntag, dem 12. November, von der Esplanade des Invalidendoms, bevor er einen ersten Halt einlegte und die von Claude-Joseph Rouget de Lisle geschriebene französische Nationalhymne anstimmte. Auf das Singen der Marseillaise folgte tosender Applaus. Zu den Politikern, die den fast zweistündigen Marsch durch die Straßen der Hauptstadt eröffneten, gehörten die beiden Parlamentspräsidenten und Initiatoren der Kundgebung, Yaël Braun-Pivet (Nationalversammlung) und Gérard Larcher (Senat), sowie Premierministerin Elisabeth Borne, die Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy und François Hollande und der Präsident des …

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  • Antisemitismus: Emmanuel Macron empfängt am Montagmorgen Vertreter aller Religionen im Élysée-Palast

    Antisemitismus: Emmanuel Macron empfängt am Montagmorgen Vertreter aller Religionen im Élysée-Palast

    Der französische Präsident Emmanuel Macron empfängt am Montagmorgen Repräsentanten aller in Frankreich vertretenen Religionen im Élysée-Palast. Am Tag nach den landesweiten Demonstrationen gegen Antisemitismus empfängt Staatspräsident Emmanuel Macron am Montagmorgen Vertreter der verschiedenen in Frankreich vertretenen Religionen im Élysée-Palast. „Im Anschluss an seinen Aufruf zur Einheit der Nation und zur Brüderlichkeit in seinem Brief an die Franzosen wird der Präsident der Republik die Vertreter der Religionen heute (Montag) um 9.30 Uhr im Élysée-Palast empfangen“, hieß es in einer Erklärung. Mehr als 180.000 Menschen partizipierten am Sonntag in Paris und Zehntausende in ganz Frankreich am „großen Marsch“ gegen Antisemitismus, an dem auch ein Großteil der politischen Klasse teilnahm. Jedoch war weder Emmanuel Macron noch die radikale linke Opposition bei den Demonstrationen anwesend. In einem offenen Brief an die Franzosen, der am Samstagabend von der Zeitung Le Parisien veröffen…

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  • Gegen Antisemitismus: Tausende demonstrieren am Sonntagnachmittag in ganz Frankreich

    Gegen Antisemitismus: Tausende demonstrieren am Sonntagnachmittag in ganz Frankreich

    Der Pariser Demonstrationszug, zu dem viele prominente Politiker und Abgeordnete erwartet werden, wird sich ab 15 Uhr in Bewegung setzen. Auf Initiative der Präsidentin der Nationalversammlung Yaël Braun-Pivet und des Senatspräsidenten Gérard Larcher findet um 15 Uhr in Paris ein Marsch gegen Antisemitismus statt. Die beiden Politiker wünschten sich einen „Marsch der Bürger“.Emmanuel Macron hat sich entschieden, nicht an diesem Antisemitismus-Marsch teilzunehmen. Der Staatschef veröffentlichte statdessen am Samstagabend einen offenen Brief an die Franzosen. Darin ruft er die Franzosen und Französinnen dazu auf, sich gegen das „unerträgliche Wiederaufleben eines ungezügelten Antisemitismus“ zu wehren. In Pau haben sich bereits am Mittag über 1.000 Menschen in einem Protestmarsch gegen Antisemitismus versammelt.Die Kundgebung gegen Antisemitismus in Pau am späten Vormittag wurde von mehr als 1.000 Menschen besucht, berichtet der Sender France Bleu Béarn Bigorre . Der Bürgermeister von Pa…

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  • Macron verurteilt in Brief an die Franzosen das „unerträgliche Wiederaufleben des Antisemitismus“

    Macron verurteilt in Brief an die Franzosen das „unerträgliche Wiederaufleben des Antisemitismus“

    Die Stellungnahme des französischen Staatschefs erfolgte am Vorabend des großen Marsches in Paris gegen den Antisemitismus. In einem offenen Brief an die Franzosen, den die Zeitung Le Parisien am Samstag, dem 11. November veröffentlichte, prangerte Präsident Emmanuel Macron am Vorabend des großen Marsches in Paris gegen Antisemitismus das „unerträgliche Wiederaufleben eines ungezügelten Antisemitismus“ an. „Ob religiös, sozial, identitätsbezogen oder rassistisch, der Antisemitismus ist immer so, wie Émile Zola ihn dargestellt hat: abscheulich“, schrieb der Präsident der Republik. Der französische Staatschef versichert, dass „ein Frankreich, in dem unsere jüdischen Mitbürger Angst haben, nicht Frankreich ist. Ein Frankreich, in dem Franzosen aufgrund ihrer Religion oder ihrer Herkunft Angst haben, ist nicht Frankreich“. Er rief dazu auf, dass das Land „vereint hinter seinen Werten, seinem Universalismus, vereint um seiner selbst willen“ bleibe und sich für Frieden und Sicherheit für all…

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