Hornissen greifen Mountainbiker an: 37 Verletzte bei Radtour in der Haute-Vienne

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Ein friedlicher Sonntagmorgen auf dem Mountainbike endete für Dutzende Teilnehmer einer Radtour in der französischen Haute-Vienne mit Schmerzen, Schreck und einem größeren Rettungseinsatz. Bei der Veranstaltung „L’Occitane VTT“ zwischen Nieul und Peyrilhac griff ein Schwarm Hornissen zahlreiche Radfahrer an. 37 Menschen mussten medizinisch versorgt werden.

Der Zwischenfall ereignete sich am Sonntag gegen 10 Uhr – am 29. Kilometer einer insgesamt 46 Kilometer langen Strecke. Nach Angaben der Organisatoren führte der Parcours offenbar unmittelbar an einem Hornissennest oder zumindest sehr nahe daran vorbei.

Vermutlich lösten die Mountainbikes selbst die Attacke aus.

Die Erschütterungen und Vibrationen, die durch die vorbeifahrenden Räder entstanden, dürften die Kolonie aufgeschreckt haben. Hornissen verteidigen den Bereich rund um ihr Nest energisch, sobald sie eine Bedrohung wahrnehmen. Für die Teilnehmer kam der Angriff völlig überraschend. Aus einer sportlichen Ausfahrt wurde innerhalb weniger Augenblicke ein medizinischer Notfall.

Insgesamt kümmerten sich die Rettungskräfte um 37 Betroffene. Vier Verletzte im Alter zwischen 14 und 65 Jahren mussten in das Universitätsklinikum CHU von Limoges gebracht werden. Zwei von ihnen stuften die Einsatzkräfte zunächst als absolute Notfälle ein, zwei weitere als weniger schwer verletzt.

Später gab es vorsichtige Entwarnung: Der Zustand der ins Krankenhaus gebrachten Patienten galt als beruhigend. Dennoch blieben sie unter Beobachtung. Nach zahlreichen Insektenstichen besteht das Risiko, dass allergische Reaktionen nicht sofort, sondern zeitlich verzögert auftreten.

Die übrigen 33 Betroffenen durften nach einer medizinischen Untersuchung nach Hause zurückkehren.

Der Umfang des Einsatzes zeigt, wie ernst die Lage zunächst erschien. Rund 20 Feuerwehrleute rückten aus, unterstützt vom französischen medizinischen Rettungsdienst SAMU und der Gendarmerie. Gleichzeitig reagierten die Veranstalter und leiteten die Strecke kurzfristig um, damit weitere Mountainbiker nicht ebenfalls in den Gefahrenbereich gerieten.

Ein durchaus sinnvoller Schlenker – denn mit einer gereizten Hornissenkolonie möchte wohl niemand freiwillig eine zweite Runde drehen.

Solche Begegnungen treten gegen Ende des Sommers und zu Beginn des Herbstes häufiger auf. In dieser Phase erreichen Hornissenvölker ihre größte Stärke. Entsprechend empfindlich reagieren die Tiere auf Bewegungen und Erschütterungen in unmittelbarer Nähe ihres Nestes.

Der Vorfall in der Haute-Vienne zeigt damit, wie schnell Natur und Freizeitsport auf unangenehme Weise zusammentreffen können. Eine ganz normale Radtour wurde binnen Sekunden zu einem Großeinsatz – ausgelöst von einem Nest, das vermutlich kaum jemand vorher auf dem Weg bemerkt hatte.

Daniel Ivers

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