Kategorie: Grand West

  • Ihr gebt wohl erst Ruhe, wenn die ganze Welt vergiftet ist, oder?!

    Ihr gebt wohl erst Ruhe, wenn die ganze Welt vergiftet ist, oder?!

    PFAS in Frankreich: In der Bouzanne dürfen keine Fische mehr gefangen und gegessen werden. Weil die Menschheit offenbar beschlossen hat, dass es nicht reicht, die Luft zu verpesten, die Böden zu verseuchen und die Meere mit Plastik vollzustopfen. Nein, jetzt muss auch noch der letzte Fisch zum wandelnden Chemielabor mutieren!

    Herzlichen Glückwunsch, liebe Industrie! Wirklich großartig! Da habt ihr wieder ganze Arbeit geleistet!

    Im französischen Département Indre fließt die Bouzanne. Ein kleiner Fluss, idyllische Landschaft, grüne Wiesen, ein bisschen Natur. Früher ging man dort angeln. Heute sollte man besser die Finger davon lassen. Denn im Wasser und in der Umgebung stehen sogenannte PFAS im Mittelpunkt behördlicher Untersuchungen. Das sind jene wunderbaren Ewigkeitschemikalien, die so heißen, weil sie sich in der Umwelt teilweise über Jahrzehnte oder noch länger halten.

    EWIGKEITSCHEMIKALIEN!

    Allein dieses Wort müsste doch bei jedem halbwegs vernünftigen Menschen sämtliche Alarmglocken auslösen!

    Aber nein. Wir Menschen hören „ewig“ und denken offenbar: „Prima! Dann müssen wir uns wenigstens nicht darum kümmern, dass der Dreck irgendwann verschwindet!“

    Erst die Teppiche imprägnieren, dann die Landschaft gleich mit!

    Im Zentrum der Angelegenheit steht der Teppichhersteller Balsan in Arthon. Dort kamen über lange Zeit fluorierte Chemikalien zum Einsatz, damit Teppiche Schmutz und Wasser abweisen.

    Eine fantastische Erfindung! Der Rotwein perlt vom Teppich ab, der Schmutz bleibt draußen, und irgendwo anders landet die chemische Hinterlassenschaft in der Umwelt.

    Na, wunderbar!

    Schon 2024 beschäftigte sich die französische Umweltaufsicht mit auffälligen PFAS-Werten im industriellen Abwasser des Unternehmens. Ein Maßnahmenplan war erforderlich. Die Problematik lag also keineswegs völlig überraschend auf dem Tisch.

    Und jetzt kommt der Teil, bei dem man sich wirklich fragt, ob irgendjemand in diesem ganzen System gelegentlich seinen gesunden Menschenverstand einschaltet.

    Klärschlämme aus der betrieblichen Abwasserbehandlung landeten noch bis 2025 auf landwirtschaftlichen Flächen!

    AUF LANDWIRTSCHAFTLICHEN FLÄCHEN!

    Da wächst möglicherweise unser Essen! Da befinden sich Böden, die wir nicht einfach austauschen wie eine schmutzige Fußmatte!

    Natürlich bedeutet das Ausbringen von Klärschlamm nicht automatisch, dass jedes dort erzeugte Lebensmittel belastet ist. Dafür braucht es Messungen. Aber die Vorstellung, dass langlebige Industriechemikalien über solche Wege in die Landschaft gelangen, müsste doch ausreichen, um jedes verantwortungsbewusste Unternehmen und jede zuständige Behörde hellhörig zu machen.

    Stattdessen stehen wir jetzt vor einem Fluss, in dem Menschen bestimmte Fische nicht mehr fangen und essen dürfen.

    Der Fisch ist nicht das Problem. Der Fisch ist das Opfer!

    Und wissen Sie, was mich daran besonders auf die Palme bringt?

    Dass am Ende ausgerechnet der Fisch behandelt wird, als sei er der Übeltäter!

    „Achtung, bitte nicht angeln! Achtung, bitte nicht essen!“

    JA, WAS SOLL DER FISCH DENN MACHEN?!

    Der hat keine Chemiefabrik betrieben! Der hat keine Teppiche imprägniert! Der hat keinen Klärschlamm auf Felder gefahren!

    Der ist einfach nur durch seinen Fluss geschwommen!

    Und jetzt sitzt der Angler am Ufer, schaut aufs Wasser und erfährt, dass sein Hobby in diesem Abschnitt vorerst Geschichte ist. Die Natur liefert die Rechnung für industrielle Stoffe, deren langfristige Folgen viel zu lange unterschätzt wurden.

    PFAS sind dabei keine harmlose Modeerscheinung. Bestimmte Vertreter dieser riesigen Stoffgruppe reichern sich in Organismen an. Für einige sind gesundheitliche Auswirkungen wissenschaftlich gut dokumentiert, darunter Veränderungen der Immunantwort und erhöhte Cholesterinwerte.

    Und nein, liebe Freunde der Küchenweisheiten, da hilft auch kein kräftiges Durchbraten!

    Ein mit PFAS belasteter Fisch verwandelt sich nicht durch zwanzig Minuten in der Pfanne in ein gesundheitlich unbedenkliches Abendessen.

    Das ist kein Salmonellenproblem. Das ist Chemie.

    Wir erfinden Stoffe für die Ewigkeit und wundern uns über die Folgen!

    Die eigentliche Absurdität liegt doch darin, dass wir Materialien entwickeln, die unglaublich widerstandsfähig sind, und anschließend überrascht feststellen, dass sie sich auch in der Umwelt nicht einfach verabschieden.

    „Ach, das baut sich gar nicht so schnell ab?“

    NEIN! DESHALB HEISST ES JA EWIGKEITSCHEMIKALIE!

    Natürlich erfüllen PFAS in bestimmten industriellen Anwendungen nützliche Funktionen. Und selbstverständlich unterscheiden sich die einzelnen Verbindungen erheblich. Nicht jede Substanz besitzt dieselben Eigenschaften oder gesundheitlichen Risiken.

    Aber genau deshalb braucht es strenge Kontrollen, belastbare Grenzwerte und konsequente Vorsorge.

    Nicht erst dann, wenn ein Fluss zum Warngebiet geworden ist.

    Bei Balsan sollte nach Berichten aus dem Oktober ein Aktivkohlefilter erprobt werden, um PFAS aus dem Abwasser zu entfernen. Das ist ein möglicher technischer Ansatz, der seine Wirksamkeit allerdings erst nachweisen muss.

    Schön. Wirklich schön.

    Nur stellt sich eine klitzekleine Frage: Was geschieht mit den Chemikalien, die längst draußen sind?

    Im Boden? Im Schlamm? In den Fischen?

    Die verschwinden schließlich nicht, weil irgendwo eine neue Filteranlage eingeschaltet wird.

    Die Gewinne bleiben privat, die Sorgen landen am Flussufer

    Und damit kommen wir zu einer grundsätzlichen Frage, die weit über diesen einzelnen Betrieb hinausreicht.

    Wer trägt eigentlich die langfristigen Kosten industrieller Umweltbelastungen?

    Die Unternehmen, die bestimmte Chemikalien einsetzen? Die Behörden, die deren Verwendung überwachen? Oder am Ende die Allgemeinheit, die für Untersuchungen, Sanierungen und mögliche gesundheitliche Folgen aufkommen muss?

    Bei der Bouzanne steht die konkrete Verantwortlichkeit für einzelne Belastungswege noch unter dem Vorbehalt weiterer Untersuchungen. Das muss sauber aufgeklärt werden. Niemandem sollte ohne Beweise eine bestimmte Rechtsverletzung unterstellt werden.

    Aber die grundsätzliche Frage bleibt.

    Warum gelingt es uns technisch, Teppiche so auszurüsten, dass Wasser abperlt, während der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen offenbar wesentlich komplizierter erscheint?

    Wir schicken Raumsonden zu fernen Planeten, entwickeln künstliche Intelligenz und bauen Autos, die selbstständig einparken.

    Aber einen Fluss vor langlebigen Schadstoffen zu schützen – das bleibt eine Herausforderung?

    WAS IST DENN DAS BITTE FÜR EINE PRIORITÄTENSETZUNG?!

    Die Natur braucht keine Pressemitteilung. Sie braucht Schutz!

    Frankreich verschärft inzwischen die gesetzlichen Beschränkungen für PFAS. Seit 2026 gelten Verbote für bestimmte Produktgruppen, weitere Einschränkungen folgen.

    Das ist ein Schritt.

    Doch Gesetze gegen neue Einträge beseitigen nicht die Altlasten vergangener Jahrzehnte. Ein belasteter Boden interessiert sich nicht für den Zeitpunkt des Inkrafttretens einer Verordnung.

    Und ein Fisch liest keine Pressemitteilung.

    Für die Menschen an der Bouzanne braucht es deshalb transparente Messergebnisse, eine eindeutige Abgrenzung des betroffenen Gewässerabschnitts und nachvollziehbare Entscheidungen über mögliche Sanierungsmaßnahmen.

    Vor allem aber braucht es die Bereitschaft, Umweltverschmutzung nicht länger als unvermeidlichen Kollateralschaden wirtschaftlicher Tätigkeit hinzunehmen.

    Denn irgendwann reicht es nicht mehr, nur Warnschilder aufzustellen.

    Irgendwann muss man verhindern, dass überhaupt ein Warnschild nötig wird.

    Und jetzt mal eine Frage an alle, die immer noch glauben, wir könnten unseren Planeten endlos als chemischen Abfalleimer benutzen:

    Ihr gebt wohl wirklich erst Ruhe, wenn die ganze Welt vergiftet ist, oder?!

    Wenn der letzte Fluss belastet, der letzte Fisch ungenießbar und der letzte Acker verdächtig ist, dann steht ihr vermutlich immer noch daneben und erklärt uns, dass man zunächst die Ergebnisse weiterer Untersuchungen abwarten müsse.

    NEIN!

    Wir brauchen Untersuchungen. Wir brauchen wissenschaftliche Genauigkeit. Wir brauchen rechtsstaatliche Verfahren.

    Aber vor allem brauchen wir endlich eine Industriegesellschaft, die begreift, dass wirtschaftlicher Fortschritt nichts wert ist, wenn wir dabei unsere eigenen Lebensgrundlagen ruinieren!

    Denn eines steht fest: Einen Teppich kann man wegwerfen.

    EINEN PLANETEN NICHT!

    Christine Macha

  • Plateau de Millevaches: Wo Steine Geschichten erzählen

    Plateau de Millevaches: Wo Steine Geschichten erzählen

    Verlassene Dörfer, verwitterte Granitmauern und eine Kapelle, die dem Vergessen entkam. Auf dem Plateau de Millevaches in der Corrèze erzählen alte Steine vom Leben vergangener Generationen. Ehrenamtliche retten dieses stille Erbe und schenken einer Landschaft ihre menschliche Geschichte zurück.

    Es gibt Orte, an denen die Vergangenheit nicht in Museen schläft. Sie liegt zwischen Moos und Farn, versteckt sich hinter knorrigen Bäumen oder wartet am Rand eines schmalen Waldwegs.

    Auf dem Plateau de Millevaches, im Herzen des französischen Limousin, genügt manchmal ein einziger Schritt abseits des Weges. Plötzlich taucht eine halb verfallene Mauer auf. Ein alter Backofen. Eine Jahreszahl über einer Tür, durch die seit Jahrzehnten niemand mehr nach Hause kam.

    Wer lebte hier einst? Und welche Geschichten verschwanden mit den letzten Bewohnern?

    Die Antwort steckt im Granit.

    Eine Landschaft voller Erinnerungen

    Das Plateau de Millevaches erstreckt sich über Teile der Corrèze, Creuse und Haute Vienne. Wälder, Wiesen, Moore und sanfte Hügel prägen diese stille Region, in der zahlreiche Flüsse entspringen.

    Doch hinter der scheinbar unberührten Natur verbirgt sich eine jahrhundertelange Geschichte menschlicher Arbeit.

    Bauern errichteten Häuser aus heimischem Stein, legten Wege an und bauten kleine Brücken über Bäche. Trockenmauern begrenzten Felder, gemeinschaftliche Backöfen versorgten ganze Weiler.

    Heute erobert die Natur vielerorts zurück, was Menschen einst mühsam geschaffen hatten.

    Und manchmal geht das verdammt schnell.

    Clédat: Das Dorf, das nicht sterben wollte

    Mitten im Wald von Larfeuil liegt Clédat, ein nahezu verlassenes Dorf zwischen den Monédières und dem Plateau de Millevaches.

    Zwischen mächtigen Felsblöcken stehen eine romanische Kapelle, ein strohgedecktes Haus und die Überreste alter Wohngebäude.

    Bereits 1164 tauchte die Kapelle Sainte Magdeleine in einer päpstlichen Urkunde auf. Damals fanden Pilger und mittellose Reisende hier Zuflucht. Eine sogenannte Maison des Pauvres bot Schutz in einer Gegend, in der lange Wege und harte Winter zum Alltag gehörten.

    Jahrhundertelang lebten Familien in Clédat, weit entfernt vom Komfort moderner Städte. Elektrischen Strom erhielt der Weiler nie.

    1963 verließen die letzten Bewohner ihre Häuser.

    Danach kamen Stille, Verfall und Plünderungen. Dächer brachen ein, Mauern verschwanden unter Pflanzen. Ein Dorf drohte langsam aus dem Gedächtnis der Region zu verschwinden.

    Doch seine Geschichte nahm eine unerwartete Wendung.

    Menschen, die alten Steinen neues Leben schenken

    2001 begann die Restaurierung der Kapelle. Der Verein Renaissance des Vieilles Pierres machte sich daran, Clédat Stück für Stück aus seinem Dornröschenschlaf zu holen.

    Freiwillige legten Ruinen frei, restaurierten einen Backofen und kümmerten sich um historische Gebäude.

    Ihr Engagement reicht weit über das Dorf hinaus. Auch alte Brunnen, Steinbrücken, Wegekreuze und Mühlen gehören zu den geretteten Zeugnissen der Region.

    Das klingt zunächst unspektakulär.

    Doch jeder wiederhergestellte Brunnen erzählt von der täglichen Wasserversorgung. Jede kleine Brücke erinnert an Menschen, die hier mit Vieh, Werkzeug oder schweren Körben unterwegs waren.

    In Clédat finden inzwischen kulturelle Veranstaltungen statt. Musik, Theater und traditionelles Handwerk bringen wieder Stimmen zwischen die alten Mauern.

    Das Dorf lebt anders als früher – aber es lebt.

    Port Dieu: Ein Dorf unter Wasser

    Weiter südlich erzählt Port Dieu eine andere Geschichte des Verschwindens.

    1951 verschlang der aufgestaute Dordognefluss große Teile des alten Ortes, als der Stausee von Bort les Orgues gefüllt wurde.

    Auf den Anhöhen blieben die Ruinen eines Priorats aus dem 11. Jahrhundert und die Kapelle der Manants erhalten.

    Seit Oktober 2025 investiert das Département Corrèze in ihre Restaurierung. Rund 1,2 Millionen Euro fließen in die Sicherung historischer Mauern, die Aufwertung alter Terrassen und bessere Zugänge. Weitere Arbeiten sind bis 2027 vorgesehen.

    Hier geht es um mehr als Denkmalschutz.

    Es geht um Erinnerung an eine Heimat, die unter Wasser verschwand.

    Wenn die Vergangenheit wieder eine Stimme bekommt

    Clédat und Port Dieu erzählen von Abwanderung, gesellschaftlichem Wandel und dem Verlust vertrauter Lebenswelten.

    Doch sie erzählen ebenso von Menschen, die nicht einfach wegschauen.

    Eine gerettete Kapelle, eine freigelegte Mauer oder ein restaurierter Backofen erscheint vielleicht bescheiden neben den großen Monumenten Frankreichs.

    Gerade darin liegt ihre besondere Kraft.

    Denn Geschichte besteht nicht allein aus Königen, Schlachten und prächtigen Schlössern. Sie besteht ebenso aus Familien, die Brot backten, Felder bestellten und an langen Winterabenden am Feuer saßen.

    Auf dem Plateau de Millevaches bewahren die Steine ihre Erinnerung.

    Man muss nur genau hinsehen.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Nach den verheerenden Bränden: Lège-Cap-Ferret verschenkt 2.000 Bäume und Sträucher

    Nach den verheerenden Bränden: Lège-Cap-Ferret verschenkt 2.000 Bäume und Sträucher

    Drei Monate nach den schweren Waldbränden in der Gironde setzt die Gemeinde Lège-Cap-Ferret ein Zeichen der Hoffnung. Bei ihrem traditionellen „Tag des Baumes“ am 24. Oktober 2026 verschenkte sie rund 2.000 Bäume und Sträucher an die Bevölkerung. Die Aktion soll nicht nur die Gärten der Halbinsel begrünen, sondern zugleich das Bewusstsein für Umweltschutz und die wachsende Waldbrandgefahr stärken.

    Ein junger Baum ersetzt keinen verbrannten Wald. Doch manchmal beginnt der Wiederaufbau mit einer kleinen Geste. In Lège-Cap-Ferret, wo die verheerenden Sommerbrände tiefe Spuren hinterließen, besitzt das Pflanzen eines Baumes inzwischen eine besondere Bedeutung. Es geht um weit mehr als schöne Gärten – es geht um die Zukunft einer ganzen Landschaft.

    Am Samstag, dem 24. Oktober, verwandelte sich der Parc du Trinquet im Ortsteil Claouey in einen Treffpunkt für Naturfreunde. Anlässlich der traditionellen Journée de l’arbre, des Tages des Baumes, stellte die Gemeinde insgesamt 2.000 Bäume und Sträucher kostenlos zur Verfügung. Fachleute begleiteten die Aktion mit praktischen Ratschlägen zur richtigen Pflanzung und Pflege.

    Eine grüne Antwort auf die Feuerkatastrophe

    Die Dimension der Zerstörung ist gewaltig. Der im Sommer bei Saumos ausgebrochene Großbrand erfasste nach Angaben der französischen Forstverwaltung ONF rund 42.000 Hektar Land, darunter etwa 39.000 Hektar Wald. Besonders schwer traf es den Staatswald von Lège und den Gemeindewald von Le Porge.

    Wo zuvor dichte Kiefernwälder das Landschaftsbild bestimmten, hinterließ das Feuer großflächig verkohlte Vegetation. Die Wiederherstellung dieser Ökosysteme dürfte Jahrzehnte beanspruchen.

    Die kostenlose Pflanzenverteilung ist allerdings keine spontane Reaktion auf die Katastrophe. Bereits seit Jahren fördert Lège-Cap-Ferret die Begrünung privater Grundstücke. Schon 2019 zog die Gemeinde eine bemerkenswerte Bilanz: Innerhalb von fünf Jahren erhielten örtliche Familien rund 10.000 Bäume und Sträucher.

    Nach den jüngsten Bränden erhält diese Tradition eine neue Dringlichkeit.

    Heimische Pflanzen für eine widerstandsfähige Landschaft

    Bei der Begrünung setzt die Kommune bevorzugt auf Pflanzenarten, die zur natürlichen Umgebung der Halbinsel passen. Dazu zählen insbesondere Kiefern, Eichen, Erdbeerbäume und Zistrosen.

    Die Auswahl heimischer Gehölze dient nicht allein der Verschönerung. Sie unterstützt die örtliche Artenvielfalt und trägt dazu bei, den unverwechselbaren Charakter der Dörfer zwischen Atlantik und Bassin d’Arcachon zu bewahren.

    Denn Lège-Cap-Ferret lebt von seiner außergewöhnlichen Verbindung zwischen Wald, Dünen und Meer. Die charakteristischen Kiefern gehören ebenso zur Identität der Halbinsel wie ihre Strände und Austernhäfen.

    Bei der Veranstaltung standen deshalb auch Fachleute der französischen Forstverwaltung ONF für Gespräche bereit. Ergänzt wurde das Programm durch Umweltaktionen und Workshops des Gemeindeverbandes COBAN, unter anderem zur Abfallvermeidung und Kompostierung.

    Brandschutz beginnt im eigenen Garten

    Doch mehr Grün bedeutet nicht automatisch mehr Sicherheit. Gerade nach den jüngsten Waldbränden steht die Gemeinde vor einer schwierigen Aufgabe: Sie möchte ihre bewaldete Landschaft erhalten und gleichzeitig die Brandgefahr verringern.

    Ein Informationsstand widmete sich deshalb den gesetzlichen Vorschriften zur Entfernung brandgefährlicher Vegetation, den sogenannten Obligations légales de débroussaillement.

    In den betroffenen Gebieten der Gironde müssen Grundstückseigentümer grundsätzlich im Umkreis von 50 Metern um Gebäude für eine entsprechende Reduzierung brennbarer Vegetation sorgen.

    Das bedeutet keineswegs, sämtliche Bäume zu fällen. Vielmehr sollen dichtes Unterholz, trockenes Pflanzenmaterial und zusammenhängende Vegetationsflächen so gepflegt werden, dass sich Flammen weniger leicht ausbreiten.

    Ein gepflegter Garten und wirksamer Brandschutz schließen sich also nicht aus.

    Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt

    Während die Einwohner ihre neuen Pflanzen in die Erde setzen, steht die Forstverwaltung vor einer wesentlich größeren Herausforderung. Auf den verbrannten Waldflächen müssen zunächst beschädigte Bestände gesichert und die Möglichkeiten einer natürlichen Regeneration geprüft werden.

    Nicht überall sind sofortige Neupflanzungen sinnvoll. Vielerorts erhält die Natur zunächst Gelegenheit, sich aus eigener Kraft zu erholen. Wo dies nicht ausreicht, sollen gezielte Aufforstungen helfen.

    Die 2.000 verschenkten Bäume und Sträucher sind deshalb vor allem ein symbolischer und praktischer Beitrag zur Erneuerung des unmittelbaren Lebensumfeldes.

    Ob daraus eine nachhaltige Erfolgsgeschichte entsteht, entscheidet sich allerdings erst in den kommenden Jahren. Dann zeigt sich, wie viele Pflanzen anwachsen, Trockenperioden überstehen und dauerhaft zum grünen Gesicht der Halbinsel beitragen.

    Für Lège-Cap-Ferret ist jeder neue Baum ein kleines Stück Zukunft – und nach diesem Sommer alles andere als selbstverständlich.

    C. Hatty

  • Nach Sturm Austen: Tausende Haushalte in Frankreich weiterhin ohne Strom

    Nach Sturm Austen: Tausende Haushalte in Frankreich weiterhin ohne Strom

    Der Sturm Austen liegt bereits mehrere Tage zurück, doch für Tausende Menschen im Westen Frankreichs ist die Krise längst nicht vorbei. In der Bretagne und der Normandie waren am Montagmittag noch rund 19.000 Haushalte ohne Strom. Während Reparaturteams unter Hochdruck arbeiten, kämpfen Betroffene mit kalten Wohnungen, fehlendem Warmwasser und einem Alltag voller Improvisation. Mancherorts könnte die Versorgung erst am Mittwochabend zurückkehren.

    Für viele Familien ist der Stromausfall längst mehr als eine lästige Unterbrechung. Im normannischen Meulers etwa verließ eine Mutter mit ihrem dreijährigen Kind das eigene Haus, weil die Temperaturen ohne elektrische Heizung zunehmend unangenehm wurden. Andere Bewohner harrten nahezu 48 Stunden aus, bevor endlich wieder Wärme durch ihre Heizkörper strömte.

    Was im ersten Moment nach einem überschaubaren technischen Problem klingt, entwickelt sich nach mehreren Tagen zur handfesten Belastungsprobe. Lebensmittel verderben, Mobiltelefone bleiben ungeladen, und selbst eine warme Mahlzeit verlangt plötzlich organisatorisches Geschick.

    Bretagne und Normandie besonders schwer getroffen

    Nach Angaben des französischen Stromnetzbetreibers Enedis waren am Montagmittag noch etwa 14.500 Anschlüsse in der Bretagne und 4.500 in der Normandie unterbrochen. Allein im Département Manche warteten rund 1.700 Haushalte auf die Wiederherstellung ihrer Versorgung.

    Die Schäden gehen auf Sturm Austen und die nachfolgende Wetterstörung Boelo zurück. Heftige Böen rissen Bäume um, brachen Äste ab und beschädigten zahlreiche Freileitungen.

    Deutlich entspannter zeigte sich die Lage inzwischen in der Region Pays de la Loire. Dort waren am Montagabend lediglich noch 350 Haushalte betroffen, davon 250 in Loire-Atlantique und 100 in der Sarthe. Auf dem Höhepunkt des Unwetters mussten zeitweise bis zu 49.600 Kunden ohne Elektrizität auskommen.

    Die Bilanz zeigt: Das Schlimmste scheint überstanden. Doch für diejenigen, deren Häuser weiterhin dunkel bleiben, ist das wenig tröstlich.

    Warum die letzten Reparaturen besonders schwierig sind

    Rund 2.000 Beschäftigte von Enedis und weitere 600 Mitarbeiter externer Unternehmen arbeiten an der Wiederherstellung des Stromnetzes. Unterstützung erhalten sie durch überregionale Spezialeinheiten, die zusätzliches Personal und Material bereitstellen.

    Die Reparaturen folgen einer klaren Reihenfolge. Zunächst stehen wichtige Hauptleitungen im Mittelpunkt, anschließend kleinere Ortschaften und schließlich abgelegene Einzelanschlüsse.

    Gerade diese letzten Arbeiten erweisen sich häufig als besonders zeitaufwendig. Beschädigte Leitungen liegen teilweise in schwer zugänglichem Gelände, umgestürzte Bäume versperren Zufahrten. Zudem müssen Techniker jede Einsatzstelle zunächst absichern.

    Während eine reparierte Hauptleitung Hunderte Haushalte gleichzeitig versorgt, erfordert ein einzelner abgelegener Anschluss mitunter einen eigenen Einsatz.

    Gemeinden öffnen Wärmestuben und Notunterkünfte

    Angesichts der anhaltenden Ausfälle greifen zahlreiche Kommunen ihren Einwohnern unter die Arme.

    In Herbignac im Département Loire-Atlantique öffnete die Gemeinde bereits am Sonntagabend die Salle de l’Orée du Bois. Dort erhielten Betroffene warme Mahlzeiten, konnten sich aufwärmen und bei Bedarf übernachten. Manche Haushalte waren zu diesem Zeitpunkt seit nahezu 60 Stunden ohne Strom.

    Auch die bretonische Hafenstadt Paimpol stellte ihr Rathaus als Anlaufstelle bereit. Einwohner konnten dort Kaffee oder Tee trinken, mitgebrachte Speisen erwärmen und ihre Mobiltelefone aufladen.

    Besondere Aufmerksamkeit gilt älteren und alleinlebenden Menschen. Die Stadtverwaltung appellierte deshalb an die Nachbarschaft, nach gefährdeten Personen zu sehen und Schwierigkeiten frühzeitig zu melden.

    In einigen Straßen dauert das Warten bis Mittwoch

    Für mehrere Straßen in Paimpol liegen inzwischen vorläufige Zeitpläne vor. In der Rue Ernest-Renan und der Rue Raymond-Pellier soll die Stromversorgung voraussichtlich am Dienstag, 27. Oktober, gegen 18 Uhr zurückkehren.

    Bewohner der Impasse de Penvern, der Rue de Penvern und des Chemin de Goasmeur müssen sich möglicherweise bis Mittwochabend, 28. Oktober, gedulden. Auch diese Termine bleiben abhängig vom Verlauf der Reparaturen.

    Damit zeigt sich eine typische Folge schwerer Herbststürme: Während die großen Schäden längst beseitigt sind, zieht sich die vollständige Wiederherstellung der Infrastruktur noch über Tage hin.

    Für die Betroffenen zählt am Ende allerdings keine Statistik. Entscheidend ist jener Augenblick, in dem das Licht wieder brennt, der Kühlschrank anspringt und die Heizung endlich Wärme liefert.

    Von C. Hatty

  • Berry – Frankreichs stille Seele

    Berry – Frankreichs stille Seele

    Verträumte Teiche, verwunschene Dörfer, große Literatur und eine Küche voller Überraschungen: Zwischen den Wasserlandschaften der Brenne, den Weinbergen von Sancerre und dem einstigen Zuhause von George Sand zeigt Frankreich eine seiner stillsten und zugleich reizvollsten Seiten. Eine Reise für alle, die lieber entdecken als abhaken.

    Manchmal liegt das schönste Frankreich dort, wo kaum jemand danach sucht.

    Das Berry, mitten im Herzen des Landes, gehört zu diesen Gegenden. Keine spektakulären Küsten, keine mondänen Badeorte, kein Gedränge vor weltberühmten Sehenswürdigkeiten. Stattdessen ziehen sich schmale Landstraßen durch sanfte Hügel, alte Dörfer schmiegen sich an Flussufer, und über stillen Teichen liegt am Morgen ein feiner Nebelschleier.

    Hier bestimmt die Landschaft den Rhythmus.

    Die historische Provinz Berry umfasst im Wesentlichen die heutigen Départements Indre und Cher. Auf modernen Verwaltungskarten existiert sie nicht mehr als eigenständige Region. Doch ihre kulturelle Identität lebt weiter – in Traditionen, Geschichten und einer bemerkenswert eigenwilligen Küche.

    Wer braucht schon ein überfülltes Reiseprogramm, wenn hinter der nächsten Wegbiegung ein kleines Stück französischer Alltagspoesie wartet?

    Die Brenne – wo das Wasser Geschichten erzählt

    Im Westen des Berry erstreckt sich eine Landschaft, die beinahe unwirklich erscheint: die Brenne, auch „Land der tausend Teiche“ genannt.

    Tatsächlich verteilen sich hier rund 3.000 Wasserflächen zwischen Wiesen, Heide, Schilf und kleinen Wäldern. Viele entstanden bereits im Mittelalter, als Menschen Teiche für die Fischzucht anlegten. Besonders Karpfen gehören bis heute zur regionalen Wirtschaft.

    Was zunächst wie unberührte Wildnis aussieht, erzählt somit auch von jahrhundertelanger menschlicher Arbeit.

    Im Herbst ziehen Kraniche über die Landschaft. Reiher stehen regungslos am Ufer, Enten durchpflügen das Wasser, und irgendwo raschelt es im Schilf. Im Naturschutzgebiet Chérine bieten Beobachtungsstände Gelegenheit, dieses Schauspiel aus nächster Nähe zu verfolgen.

    Ein Fernglas, feste Schuhe und ein bisschen Geduld – mehr braucht es kaum.

    Auf den Spuren einer außergewöhnlichen Frau

    Weiter südlich verändert sich die Landschaft. Im Boischaut Sud ziehen sich Hecken entlang kleiner Felder, schmale Wege verschwinden zwischen alten Bäumen, und Bäche schlängeln sich durch grüne Täler.

    Hier lebte und arbeitete George Sand.

    In ihrem Haus in Nohant schrieb die berühmte Schriftstellerin zahlreiche Werke und empfing Persönlichkeiten wie Frédéric Chopin, Eugène Delacroix und Gustave Flaubert.

    Noch heute vermitteln die historischen Räume und der Garten eine Vorstellung vom Leben dieser außergewöhnlichen Frau. 2026 erinnert die Region an ihren 150. Todestag.

    Auch das malerische Dorf Gargilesse im Tal der Creuse gehörte zu ihren Rückzugsorten. Zwischen steilen Dächern, alten Mauern und engen Gassen scheint die Zeit langsamer zu verstreichen.

    Und mal ehrlich: Genau solche Orte bleiben oft länger im Gedächtnis als jede große Sehenswürdigkeit.

    Eine Küche mit Bodenhaftung und Charakter

    Nach einem ausgedehnten Spaziergang zeigt das Berry seine herzhafte Seite.

    Die Galette aux pommes de terre etwa verbindet Kartoffeln, frischen Käsebruch und reichlich Butter zu einem blättrigen Gebäck. Außen knusprig, innen weich – eine bodenständige Spezialität, die erstaunlich raffiniert schmeckt.

    Noch deftiger präsentiert sich der Pâté berrichon, traditionell auch Pâté de Pâques genannt. Unter goldbraunem Teig verbergen sich gewürztes Fleisch und hart gekochte Eier. Früher vor allem zu Ostern serviert, gehört die Pastete längst zu den kulinarischen Wahrzeichen der Gegend.

    Eine weitere Spezialität wächst auf den Feldern der Champagne berrichonne: die grünen Linsen des Berry. Mit ihrer geschützten geografischen Angabe, dem französischen Label Rouge und ihrem leicht nussigen Geschmack genießen sie einen ausgezeichneten Ruf.

    Dazu passen regionale Ziegenkäse wie Crottin de Chavignol, Valençay oder Pouligny Saint Pierre.

    Und natürlich ein Glas Wein.

    Rund um Sancerre entstehen elegante Weißweine aus Sauvignon Blanc sowie Rotweine und Rosés aus Pinot Noir. Landschaft und Genuss gehen hier eine besonders glückliche Verbindung ein.

    Eine Birne, die Pfeffer liebt

    Die vielleicht ungewöhnlichste Überraschung wartet zum Dessert.

    Der Poirat berrichon ist eine gedeckte Birnenpastete, deren Geheimnis in einer unerwarteten Zutat liegt: schwarzem Pfeffer.

    Manche Rezepte ergänzen Birnenbrand oder Cognac. Lauwarm serviert, entfaltet das Gebäck ein reizvolles Zusammenspiel aus fruchtiger Süße und feiner Schärfe.

    Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Pfeffer einer Birne so viel Charme verleihen könnte?

    Vielleicht beschreibt dieses Dessert das Berry sogar besonders treffend: vertraut auf den ersten Blick, überraschend beim zweiten.

    Denn die eigentliche Schönheit dieser Region liegt nicht im Spektakel, sondern in ihren leisen Entdeckungen – im Morgennebel über einem Teich, im Schatten eines alten Gartens und im Duft frisch gebackener Pastete.

    Man muss nur ein wenig Zeit mitbringen.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Sturm Austen legt Nordfrankreich lahm: 161.000 Haushalte ohne Strom – 23 Départements in Alarmbereitschaft

    Sturm Austen legt Nordfrankreich lahm: 161.000 Haushalte ohne Strom – 23 Départements in Alarmbereitschaft

    Sturm Austen trifft Frankreich mit voller Wucht. Am Freitagmorgen, dem 23. Oktober 2026, waren bereits 161.000 Haushalte ohne Strom, zahlreiche Zugverbindungen fielen aus und wichtige Verkehrsachsen mussten gesperrt werden. Besonders schwer betroffen ist die Bretagne. Für insgesamt 23 Départements gilt die zweithöchste Wetterwarnstufe Orange. Auch Paris und die gesamte Île-de-France müssen sich auf heftige Sturmböen einstellen.

    Es ist der erste große Herbststurm des Jahres – und er macht seinem Namen alle Ehre. Bereits am Donnerstagabend erreichte Austen die bretonische Atlantikküste, bevor das Sturmtief in Richtung Normandie weiterzog. Im Laufe des Freitags erfasst das Unwetter zunehmend Nordfrankreich und den Großraum Paris. Erst gegen Abend rechnen die Meteorologen mit einer allmählichen Beruhigung.

    Bretagne besonders schwer getroffen: 128.000 Haushalte ohne Strom

    Die Auswirkungen auf die Stromversorgung sind erheblich. Nach Angaben des französischen Netzbetreibers Enedis waren am Freitag um 7 Uhr insgesamt 161.000 Haushalte von Stromausfällen betroffen.

    Allein auf die Bretagne entfallen 128.000 Haushalte, knapp 80 Prozent aller gemeldeten Unterbrechungen. Weitere 19.000 Haushalte sitzen in der Region Pays de la Loire ohne Elektrizität da, in der Normandie sind es 14.000.

    Für die Betroffenen bedeutet das vielerorts einen unangenehmen Start in den Tag. Kein Licht, keine funktionierende Kaffeemaschine und möglicherweise eine ausgefallene Heizung – der Herbst zeigt seine ungemütliche Seite.

    Enedis hält mehr als 2.000 Mitarbeiter für Reparatureinsätze bereit. Allerdings dürfen die Techniker erst ausrücken, sobald die Wetterbedingungen sichere Arbeiten ermöglichen. Die Zahl der Stromausfälle dürfte deshalb im Tagesverlauf noch schwanken.

    Wetterwarnstufe Orange in 23 Départements

    Der französische Wetterdienst Météo-France hat für Freitag in 23 Départements die Warnstufe Orange wegen heftiger Windböen ausgerufen.

    Betroffen sind sämtliche vier bretonischen Départements Côtes-d’Armor, Finistère, Ille-et-Vilaine und Morbihan sowie alle fünf Départements der Normandie. Hinzu kommt Loire-Atlantique an der Atlantikküste.

    Weiter nordöstlich gilt die Warnung für Aisne, Nord, Oise, Pas-de-Calais und Somme. Besonders bemerkenswert: Auch die gesamte Île-de-France einschließlich Paris und ihrer sieben umliegenden Départements steht unter Sturmwarnung.

    Die Warnungen treten regional zu unterschiedlichen Uhrzeiten in Kraft. Für mehrere Gebiete rund um Paris sowie für Oise und Aisne rechnen die Meteorologen insbesondere ab der Mittagszeit mit einer deutlichen Verschärfung.

    Windgeschwindigkeiten von mehr als 160 Stundenkilometern

    Wie gewaltig Austen bereits über die Küste hinweggefegt ist, zeigen die ersten Windmessungen.

    An der bretonischen Landspitze Pointe du Raz wurde eine Böe von 161 Kilometern pro Stunde registriert. Entlang der bretonischen Küste und am westlichen Ärmelkanal erreichten die Windgeschwindigkeiten verbreitet 120 bis 140 Stundenkilometer.

    Auch im Landesinneren drohen Böen zwischen 100 und 110 Stundenkilometern. In der Île-de-France erwarten die Meteorologen überwiegend 80 bis 90 Stundenkilometer, örtlich sogar 100.

    Besonders angespannt bleibt die Lage im Département Manche. Dort sind an der Küste weiterhin Spitzen von 130 bis 140 Stundenkilometern möglich. Eine spürbare Abschwächung erwarten die Wetterexperten erst am späten Nachmittag.

    Bahnverkehr massiv gestört – Brücke von Saint-Nazaire gesperrt

    Wer heute mit dem Zug unterwegs sein möchte, braucht starke Nerven.

    In der Normandie hat die SNCF den gesamten regionalen Bahnverkehr für Freitag eingestellt. Eine schrittweise Wiederaufnahme ist frühestens für Samstag, den 24. Oktober, ab 14 Uhr vorgesehen. Voraussetzung sind günstige Wetterbedingungen und erfolgreiche Sicherheitskontrollen.

    Auch in der Bretagne fallen zahlreiche Regionalzüge aus. Lediglich fünf Vorortverbindungen rund um Rennes bleiben ausgenommen. Auf mehreren Strecken sollen die Züge zwischen 12 und 16 Uhr schrittweise zurückkehren, darunter Quimper–Brest, Rennes–Quimper und Rennes–Saint-Malo.

    Im Großraum Paris gelten ebenfalls vorsorgliche Einschränkungen. Einzelne Zug- und RER-Verbindungen entfallen, andere verkehren mit reduzierter Geschwindigkeit.

    Auch Autofahrer spüren die Folgen. Die Brücke von Saint-Nazaire wurde am frühen Morgen wegen Windböen von mehr als 120 Stundenkilometern vollständig gesperrt. Eine Wetterbesserung gegen 11 Uhr bedeutet allerdings nicht automatisch die Freigabe der wichtigen Loire-Überquerung.

    Gefahr durch umstürzende Bäume und Starkregen

    Neben den heftigen Böen bereiten den Behörden mögliche Überschwemmungen Sorgen. Besonders im westlichen Pas-de-Calais sind die Böden durch vorherige Niederschläge bereits stark durchnässt. Weitere Regenfälle könnten dort zusätzliche Hochwasserwarnungen erforderlich machen.

    Hinzu kommt eine typische Herbstgefahr: Viele Bäume tragen noch reichlich Laub und bieten dem Wind entsprechend große Angriffsflächen. Herabfallende Äste und umstürzende Bäume stellen deshalb ein erhebliches Risiko dar.

    Météo-France empfiehlt, unnötige Fahrten zu vermeiden, lose Gegenstände zu sichern und keinesfalls während des Sturms auf Dächer zu steigen. An der Küste sollten Spaziergänger Abstand zu Deichen, Klippen und Brandungszonen halten. Von Ausfahrten aufs Meer raten die Behörden ausdrücklich ab.

    Für Nordfrankreich steht damit ein turbulenter Freitag bevor. Selbst wenn Austen am Abend allmählich an Kraft verliert, dürften Stromausfälle, beschädigte Infrastruktur und Verkehrsprobleme die betroffenen Regionen noch länger beschäftigen.

    Andreas M. Brucker

  • Chambord – Wenn die Hirsche den Herbst einläuten

    Chambord – Wenn die Hirsche den Herbst einläuten

    Ein rauer Ruf durchbricht die Stille, irgendwo zwischen uralten Eichen und nebelverhangenen Lichtungen. Im französischen Chambord beginnt im Herbst ein Naturschauspiel, das selbst das berühmte Renaissanceschloss für einige Wochen in den Hintergrund rückt. Von Mitte September bis Mitte Oktober gehört die Bühne den Rothirschen – und ihrer eindrucksvollen Brunft.

    Der Morgen erwacht langsam über den Wäldern des Loir et Cher. Feuchtigkeit liegt auf den Wiesen, erste Sonnenstrahlen tasten sich durch die Baumkronen. Plötzlich zerreißt ein tiefes, kehliges Röhren die Stille. Sekunden später antwortet ein zweiter Hirsch aus der Ferne.

    Willkommen im Herbst von Chambord.

    Wer das prächtige Schloss Chambord kennt, denkt zunächst an seine verspielten Türme, die berühmte doppelläufige Treppe und die königliche Vergangenheit. Doch jenseits der Schlossmauern schlägt ein anderes Herz – wild, ursprünglich und ziemlich laut.

    Ein königlicher Wald voller Leben

    Rund 5.440 Hektar umfasst das Anwesen von Chambord. Eine 32 Kilometer lange Mauer umschließt dieses außergewöhnliche Naturgebiet, dessen Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht.

    Ursprünglich diente das Gelände den französischen Königen als Jagdrevier. Heute bildet es einen bedeutenden Lebensraum für zahlreiche Tierarten.

    Eichenwälder wechseln sich mit Kiefern, Heideflächen, Wiesen und kleinen Seen ab. Wildschweine durchstreifen das Unterholz, Vögel bevölkern die Baumkronen und schätzungsweise 700 Rothirsche leben innerhalb des weitläufigen Areals.

    Doch im Herbst verändert sich die Atmosphäre.

    Dann beginnt die Brunftzeit – jene wenigen Wochen, in denen die männlichen Hirsche um die Aufmerksamkeit der Hirschkühe konkurrieren.

    Und dabei geht es alles andere als zimperlich zu.

    Wenn die Liebe durch den Wald röhrt

    Was für menschliche Ohren wie ein urzeitlicher Kampfschrei klingt, folgt einer ausgeklügelten Strategie der Natur.

    Mit ihren tiefen Rufen demonstrieren die Hirsche Stärke, markieren ihre Anwesenheit und versuchen, Rivalen einzuschüchtern. Gleichzeitig locken sie die Weibchen an.

    Je eindrucksvoller der Auftritt, desto größer die Chancen auf Fortpflanzungserfolg.

    Manchmal genügt bereits die Stimme, um einen Konkurrenten zum Rückzug zu bewegen. In anderen Fällen stehen sich zwei mächtige Tiere gegenüber, senken ihre Köpfe und verhaken ihre Geweihe.

    Dann kracht es gewaltig.

    Solche Kämpfe kosten Kraft und bergen Verletzungsrisiken. Deshalb entscheiden die Tiere viele Auseinandersetzungen lieber aus der Distanz.

    Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein raues Röhren über Liebesglück und Rivalität entscheidet?

    Geduld statt großer Show

    Für Besucher liegt der besondere Reiz nicht allein im Anblick eines kapitalen Hirsches. Vielmehr entsteht die Magie aus dem Warten, Lauschen und Entdecken.

    Vielleicht bewegt sich plötzlich etwas am Waldrand. Vielleicht erscheint zwischen den Bäumen eine mächtige Silhouette. Vielleicht bleibt der Hirsch unsichtbar und nur seine Stimme verrät seine Anwesenheit.

    So läuft das eben in der Natur – ohne Drehbuch und ohne garantierte Vorstellung.

    Im öffentlich zugänglichen Teil des Parks stehen fünf Beobachtungsflächen und fünf Hochsitze kostenlos zur Verfügung.

    Darüber hinaus bietet Chambord geführte Brunftbeobachtungen in einem normalerweise gesperrten Bereich an. Die etwa zweistündigen Ausflüge richten sich an Gruppen von höchstens 16 Personen ab zwölf Jahren.

    Die angegebenen Preise liegen zwischen 45 und 60 Euro pro Person, abhängig vom Wochentag. Reservierungen erfolgen telefonisch unter +33 2 54 50 40 00.

    Da die Brunftzeit Mitte Oktober ausklingt, empfiehlt sich eine kurzfristige Nachfrage nach verfügbaren Terminen.

    Respekt vor den heimlichen Königen

    So faszinierend dieses Naturschauspiel erscheint, so empfindlich reagieren die Tiere auf Störungen.

    Laute Gespräche, Blitzlicht, freilaufende Hunde oder neugierige Besucher abseits der erlaubten Wege beeinträchtigen ihr Verhalten.

    Deshalb gilt: Abstand halten, leise bleiben und möglichst unauffällige Kleidung tragen.

    Ein warmer Pullover schadet ebenfalls nicht. Gerade in den frühen Morgenstunden kriecht die herbstliche Kälte schnell unter die Jacke.

    Doch was bedeutet schon ein bisschen Frösteln, wenn plötzlich ein mächtiger Hirsch aus dem Nebel tritt?

    Vielleicht liegt darin das eigentliche Geschenk dieses Ausflugs.

    Chambord erinnert daran, dass Natur keine Eintrittskarte für garantierte Erlebnisse ausstellt. Sie verlangt Aufmerksamkeit, Geduld und Respekt.

    Und manchmal genügt ein einziger Ruf aus dem Wald, um einen Herbstmorgen unvergesslich zu machen.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Das Schloss, das ein zweites Schloss verbirgt

    Das Schloss, das ein zweites Schloss verbirgt

    Nur wenige Kilometer von Saumur entfernt präsentiert sich das Château de Brézé zunächst so, wie man sich ein Schloss an der Loire vorstellt. Elegante Türme, helle Fassaden aus Tuffstein, ein herrschaftlicher Innenhof und Weinberge ringsum – eigentlich fehlt nur noch eine Kutsche, die über den Kies rumpelt.

    Doch wer Brézé wirklich entdecken möchte, darf nicht nach oben schauen.

    Er muss hinabsteigen.

    Unter Gärten, Innenhof und Schlossgebäuden liegt eine zweite Welt. Fast vier Kilometer Gänge, Räume, Keller und Kammern ziehen sich durch den weichen Tuffstein. Mehr als ein Kilometer davon steht Besuchern offen. Brézé ist deshalb weit mehr als eines der vielen prächtigen Schlösser im Loiretal.

    Es ist ein Schloss über einem Schloss.

    Eine Festung, die niemand sehen sollte

    Die Geschichte reicht bis weit ins Mittelalter zurück. Bereits 1063 erwähnt eine Urkunde der Abtei Saint Florent eine Burg in Brézé. Mit den eleganten Schlossbauten, die heute über dem Gelände thronen, hatte diese frühe Anlage allerdings wenig gemeinsam.

    Ihr Herz lag unter der Erde.

    Die sogenannte „Roche de Brézé“ befindet sich unter dem heutigen Ehrenhof und reicht stellenweise etwa elf Meter tief in den Felsen. Rund um einen Lichtschacht entstand ein erstaunliches System aus Räumen und Gängen.

    Hier ging es nicht um Schönheit.

    Hier ging es ums Überleben.

    Enge, verwinkelte Passagen erschwerten Angreifern das Vordringen. Schießstände sicherten wichtige Zugänge. Große Silos dienten zur Lagerung von Vorräten für den Fall einer Belagerung.

    Warum hohe Mauern bauen, wenn sich eine Festung einfach im Felsen verstecken lässt?

    Brézé erscheint aus heutiger Sicht beinahe wie ein mittelalterlicher Bunker – nur ohne Beton, Neonlicht und schwere Stahltüren.

    18 Meter hinab

    Im 14. Jahrhundert gelangte das Anwesen an die Familie Maillé Brézé. Gilles de Maillé Brézé erhielt 1448 die Erlaubnis, die Anlage zu befestigen und dort eine Garnison unterzubringen.

    Damals entstanden gewaltige trockene Gräben.

    An manchen Stellen reichen sie fast 18 Meter in die Tiefe. Wer unten steht und zu den Fassaden hinaufblickt, erlebt das Schloss plötzlich aus einer völlig anderen Perspektive. Die eleganten Mauern wirken von hier aus geradezu monumental.

    Dabei folgten die Bauherren einer ziemlich cleveren Idee.

    Die Gräben verbesserten nicht nur die Verteidigung. Der herausgeschlagene Tuffstein lieferte zugleich Baumaterial für die Gebäude darüber.

    Das sichtbare Brézé entstand also teilweise aus dem Gestein des unsichtbaren Brézé.

    Eine kleine Stadt im Felsen

    Doch unter der Erde wurde nicht nur gekämpft und Schutz gesucht.

    Dort wurde gearbeitet, gebacken, gelagert und Wein produziert.

    Besucher entdecken eine große unterirdische Bäckerei mit mehreren Öfen. Dazu kommen eine historische Seidenraupenzucht, Weinpressen, Lagerräume und weitläufige Keller.

    Kurz gesagt: Da unten war ordentlich was los.

    Gerade diese Räume erzählen besonders anschaulich vom Alltag früherer Jahrhunderte. Ein Schloss bestand schließlich nicht nur aus Adeligen, Festessen und kostbaren Möbeln. Lebensmittel mussten gelagert, Tiere versorgt, Trauben verarbeitet und Menschen ernährt werden.

    Der Wein spielt in Brézé bis heute eine besondere Rolle. Bereits im 15. Jahrhundert genossen die Weine des Gutes einen guten Ruf. Heute umfasst der Weinberg mehr als 27 Hektar, auf denen Weine der Appellation Saumur entstehen.

    Zwei Gesichter der Macht

    Während unter der Erde diese verborgene Welt fortbestand, veränderte sich das Schloss darüber immer wieder. Aus der mittelalterlichen Festung entwickelte sich eine Renaissance Residenz. Im 19. Jahrhundert kamen umfangreiche neugotische Umbauten hinzu.

    So entstanden zwei völlig unterschiedliche Welten.

    Oben zeigt sich Macht: Türme, Fassaden, Wohnräume und repräsentative Architektur.

    Unten zeigt sich ihre verletzliche Seite: Vorräte schützen, Angriffe abwehren, Wein lagern und schwierige Zeiten überstehen.

    Welches Schloss erzählt diese beiden Seiten seiner Geschichte schon so deutlich?

    Seit 1998 steht Brézé Besuchern offen. Mehr als 100.000 Menschen kommen inzwischen jedes Jahr hierher. Doch das eigentliche Geheimnis liegt nicht allein in den kilometerlangen Gängen.

    Es liegt in den Schichten der Geschichte.

    Fast tausend Jahre lang hinterließ jede Epoche ihr eigenes Brézé: mittelalterlicher Zufluchtsort, Festung, Renaissance Schloss, neugotische Residenz und Weingut.

    Wer nach dem Rundgang wieder aus den kühlen Galerien auftaucht und in den hellen Ehrenhof tritt, sieht das Schloss mit anderen Augen.

    Denn in Brézé liest man Geschichte nicht nur von links nach rechts.

    Man liest sie von unten nach oben.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Montsoreau – wo die Renaissance die Loire berührt

    Montsoreau – wo die Renaissance die Loire berührt

    Man müsste Montsoreau eigentlich vom Wasser aus entdecken. Erst von der Loire zeigt sich, was diesen Ort so besonders macht: Die helle Fassade scheint unmittelbar aus dem Fluss aufzusteigen. Tatsächlich steht das Château de Montsoreau als einziges Loire Schloss direkt im Flussbett. Wenige Kilometer …

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  • Hornissen greifen Mountainbiker an: 37 Verletzte bei Radtour in der Haute-Vienne

    Hornissen greifen Mountainbiker an: 37 Verletzte bei Radtour in der Haute-Vienne

    Ein friedlicher Sonntagmorgen auf dem Mountainbike endete für Dutzende Teilnehmer einer Radtour in der französischen Haute-Vienne mit Schmerzen, Schreck und einem größeren Rettungseinsatz. Bei der Veranstaltung „L’Occitane VTT“ zwischen Nieul und Peyrilhac griff ein Schwarm Hornissen zahlreiche Radfahrer an. 37 Menschen mussten medizinisch versorgt werden.

    Der Zwischenfall ereignete sich am Sonntag gegen 10 Uhr – am 29. Kilometer einer insgesamt 46 Kilometer langen Strecke. Nach Angaben der Organisatoren führte der Parcours offenbar unmittelbar an einem Hornissennest oder zumindest sehr nahe daran vorbei.

    Vermutlich lösten die Mountainbikes selbst die Attacke aus.

    Die Erschütterungen und Vibrationen, die durch die vorbeifahrenden Räder entstanden, dürften die Kolonie aufgeschreckt haben. Hornissen verteidigen den Bereich rund um ihr Nest energisch, sobald sie eine Bedrohung wahrnehmen. Für die Teilnehmer kam der Angriff völlig überraschend. Aus einer sportlichen Ausfahrt wurde innerhalb weniger Augenblicke ein medizinischer Notfall.

    Insgesamt kümmerten sich die Rettungskräfte um 37 Betroffene. Vier Verletzte im Alter zwischen 14 und 65 Jahren mussten in das Universitätsklinikum CHU von Limoges gebracht werden. Zwei von ihnen stuften die Einsatzkräfte zunächst als absolute Notfälle ein, zwei weitere als weniger schwer verletzt.

    Später gab es vorsichtige Entwarnung: Der Zustand der ins Krankenhaus gebrachten Patienten galt als beruhigend. Dennoch blieben sie unter Beobachtung. Nach zahlreichen Insektenstichen besteht das Risiko, dass allergische Reaktionen nicht sofort, sondern zeitlich verzögert auftreten.

    Die übrigen 33 Betroffenen durften nach einer medizinischen Untersuchung nach Hause zurückkehren.

    Der Umfang des Einsatzes zeigt, wie ernst die Lage zunächst erschien. Rund 20 Feuerwehrleute rückten aus, unterstützt vom französischen medizinischen Rettungsdienst SAMU und der Gendarmerie. Gleichzeitig reagierten die Veranstalter und leiteten die Strecke kurzfristig um, damit weitere Mountainbiker nicht ebenfalls in den Gefahrenbereich gerieten.

    Ein durchaus sinnvoller Schlenker – denn mit einer gereizten Hornissenkolonie möchte wohl niemand freiwillig eine zweite Runde drehen.

    Solche Begegnungen treten gegen Ende des Sommers und zu Beginn des Herbstes häufiger auf. In dieser Phase erreichen Hornissenvölker ihre größte Stärke. Entsprechend empfindlich reagieren die Tiere auf Bewegungen und Erschütterungen in unmittelbarer Nähe ihres Nestes.

    Der Vorfall in der Haute-Vienne zeigt damit, wie schnell Natur und Freizeitsport auf unangenehme Weise zusammentreffen können. Eine ganz normale Radtour wurde binnen Sekunden zu einem Großeinsatz – ausgelöst von einem Nest, das vermutlich kaum jemand vorher auf dem Weg bemerkt hatte.

    Daniel Ivers