Kategorie: Wirtschaft

  • Bio in der Krise: Frankreichs Regierung streicht Millionen – droht das Ende der Bio-Welle?

    Bio in der Krise: Frankreichs Regierung streicht Millionen – droht das Ende der Bio-Welle?

    Gerade als das Bio-Label AB in Frankreich seinen 40. Geburtstag feiern will, kommt der Paukenschlag: Das Landwirtschaftsministerium streicht der Agence Bio, der zentralen Institution zur Förderung von Biolandbau, satte 15 Millionen Euro aus dem Budget. Und das mitten in einer Zeit, in der Umweltbewusstsein und gesunde Ernährung mehr zählen sollten denn je. Ein Schlag ins Gesicht der Bio-Branche Fünf Millionen Euro weniger für Kommunikation – das bedeutet: Kein Geld mehr für Kampagnen, die erklären, warum Bio mehr ist als nur ein Siegel. Und fast zehn Millionen Euro weniger für den Fonds Avenir Bio – jenes Förderinstrument, das neue Bio-Projekte in Frankreich unterstützt. Statt 18 Millionen Euro stehen für 2025 nur noch 8,6 Millionen bereit. Klingt das nach Prioritätensetzung? Die Kampagne „C’est bio la France“, die eigentlich den Bio-Konsum wieder ankurbeln sollte, ist damit weitgehend lahmgelegt. Für dieses Jahr sind zwar noch zwei Werbewellen geplant, aber danach? Hängt alles in der …

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  • Starkregen legt den Südwesten Frankreichs lahm – Bahnverkehr zwischen Bordeaux und Marseille steht still

    Starkregen legt den Südwesten Frankreichs lahm – Bahnverkehr zwischen Bordeaux und Marseille steht still

    Der Himmel über dem Südwesten Frankreichs öffnete am 19. Mai 2025 seine Schleusen – und hinterließ eine Spur der Verwüstung, die die Region nicht so schnell vergessen wird. Innerhalb weniger Stunden verwandelten sich Straßen in Flüsse, Bahngleise in gefährliche Schluchten, und der Schienenverkehr geriet komplett aus dem Takt. Die Verbindung zwischen Bordeaux und Marseille? Totalausfall.

    Wetterextreme mit voller Wucht

    Was in der Nacht geschah, lässt sich nur als meteorologischer Ausnahmezustand beschreiben. Sintflutartige Regenfälle – stellenweise bis zu 78 Liter/m2 in wenigen Stunden – trafen unter anderem Saint-Félix-Lauragais in der Haute-Garonne. Das Resultat: Überschwemmungen, Schlammabrutsche und massive Schäden an der Bahn-Infrastruktur.

    In Tonneins (Lot-et-Garonne) führte ein plötzlicher Bodeneinbruch dazu, dass ein TGV auf dem Weg von Paris nach Toulouse eine Notbremsung einlegen musste. Über 500 Passagiere saßen fest, ehe sie stundenlang später in eine kommunale Notunterkunft gebracht wurden. Man stelle sich vor: eingepfercht in einem Zug, umgeben von Dunkelheit und Regen – kein Film, sondern Realität.

    Komplette Stilllegung auf der Strecke Bordeaux-Marseille

    Die SNCF, Frankreichs staatlicher Bahnbetreiber, sah sich gezwungen, den gesamten Verkehr auf der Strecke zwischen Agen und Marmande einzustellen – ein neuralgischer Punkt auf der Verbindung Bordeaux–Marseille. Auch die viel genutzte TGV-Verbindung Paris–Toulouse ist bis auf Weiteres unterbrochen. Für viele Pendler, Urlauber und Geschäftsreisende ein herber Rückschlag.

    Reisende werden nun dazu aufgerufen, ihre Fahrten zu verschieben oder alternative Routen zu prüfen – sofern überhaupt noch etwas fährt. Die Informationssysteme der SNCF glühen, Apps werden ständig aktualisiert. Eine zermürbende Geduldsprobe.

    Schäden, so weit das Auge reicht

    Und nicht nur die Gleise selbst sind betroffen. Zwischen Toulouse und Rodez stürzten Bäume auf die Schienen, in anderen Regionen wurden Bahndämme unterspült. Es ist ein Puzzle aus kleinen und großen Katastrophen, das derzeit von Wartungstrupps zusammengesetzt werden muss. Ersteinschätzungen lassen darauf schließen, dass die Wiederaufnahme des Normalbetriebs mehrere Tage in Anspruch nehmen dürfte.

    Einige Bauarbeiter vor Ort sprechen von Schäden, wie sie sie „seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben“. Ein Satz, der hängen bleibt.

    Ein Weckruf für die Infrastruktur?

    Die Natur hat keine Geduld – und dieses Mal hat sie erbarmungslos zugeschlagen. Der Vorfall zeigt überdeutlich, wie anfällig selbst hochfrequentierte Verkehrsachsen gegenüber extremen Wetterlagen geworden sind. Und das, obwohl Frankreich 2023 satte 450 Millionen Euro zur Modernisierung der Strecke Bordeaux–Marseille bereitgestellt hat. Neue Züge, neue Technik, ein zentrales Wartungszentrum – all das klingt gut. Aber reicht es?

    Vielleicht ist es an der Zeit, über die Geschwindigkeit der Umsetzung zu sprechen. Denn was nützt ein Fahrplan, wenn die Gleise wegschwimmen?

    Was Reisende jetzt wissen sollten

    Für alle, die dennoch unterwegs sein müssen, gelten derzeit klare Empfehlungen:

    • Stets den aktuellen Status checken: Die offiziellen Seiten der SNCF sowie deren App liefern die zuverlässigsten Infos zur Verkehrslage.
    • Umdenken und flexibel bleiben: Wer kann, sollte auf Busse, Mitfahrgelegenheiten oder Mietwagen umsteigen.
    • Wetter im Blick behalten: Besonders im Frühsommer sind Starkregen und Gewitter keine Ausnahme mehr, sondern immer öfter die Regel.

    Der Vorfall von Mitte Mai reiht sich ein in eine Kette immer häufiger auftretender Unwetterereignisse in Europa. Die Klimakrise zeigt ihre Zähne – und mit jedem weiteren Sturm wächst der Handlungsdruck. Doch wie weit müssen die Pegel noch steigen, bis ein flächendeckendes Umdenken stattfindet?

    Eins ist klar: Ohne robuste und wetterfeste Infrastruktur – sowohl bei der Bahn als auch bei Straßen und Energieversorgung – steht das Land künftig immer wieder still. Und das mitten im 21. Jahrhundert.

    Von Andreas M. Brucker

  • Frankreichs Felder unter Eis: Wenn Hagel alles vernichtet

    Frankreichs Felder unter Eis: Wenn Hagel alles vernichtet

    Was passiert, wenn der Himmel zum Gegner wird? Wenn statt ersehnter Frühlingssonne apokalyptische Gewitter mit riesiegen Hagelkörnern über Felder und Dörfer fegen – und alles zerstören, was monatelange Arbeit hervorgebracht hat? Genau das erleben derzeit viele Landwirte in Frankreich. Das Frühjahr 2025 geht jetzt schon als eines der härtesten der jüngeren Geschichte in die Bücher ein.

    Die Natur schlägt zurück

    Am 19. Mai tobten schwere Unwetter über Südwestfrankreich. Besonders die Departements Tarn und Haute-Garonne wurden heftig getroffen. In Lautrec – eigentlich bekannt für sein zartes rosa Knoblauch-Aroma – herrschte plötzlich Stille und Verzweiflung. Keine Ernte, keine Hoffnung. „Die Hagelkörner haben alles zerfetzt. Manche Landwirte erleben 100 % Verlust“, sagt Gaël Bardou, Präsident des örtlichen Knoblauch-Verbandes.

    Ein paar Kilometer weiter, in Saint-Marcet im Comminges, sieht es ähnlich düster aus. Julien Boudou zählt auf, was alles verloren ist: Bohnen, Erbsen, Kartoffeln, Zwiebeln, Salat. Die Felder gleichen einer matschigen Wüste. Und als wäre das nicht schon genug, droht den Pflanzen durch die durchnässten Böden jetzt auch noch ein Anstieg von Krankheiten.

    Ernteausfälle – und zwar überall

    Nicht nur die Gemüsebauern sind betroffen. Auch in der Region Rhône schlugen die Gewitter erbarmungslos zu. Ein Landwirt bringt es auf den Punkt: „Dieses Jahr ist gelaufen.“ – Kein Getreide, keine Einnahmen, keine Perspektive.

    Besonders hart trifft es auch die Obstbauern. Apfel-, Pfirsich-, Kirsch- und Aprikosenbäume sind verwüstet, viele Früchte wurden heruntergeschlagen oder sind unbrauchbar. In einigen Fällen liegt der Verlust bei 80 %. Und die Winzer? Müssen mit nur der Hälfte ihrer Trauben auskommen – eine dramatische Einbuße, die sich sowohl im Keller als auch im Glas bemerkbar machen wird.

    Ein wirtschaftlicher Albtraum

    Die Bilanz ist verheerend. Hunderte Millionen Euro Verluste. Viele Betriebe stehen kurz vor dem Bankrott, weil sie nicht nur ihre Erträge verlieren, sondern auch für neue Aussaat, Reparaturen und Schutzmaßnahmen aufkommen müssen.

    In den Yvelines schildert Landwirt Christophe Robin die Lage: „Der Hagel hat den Weizen einfach abgerissen. Alles liegt jetzt auf dem Boden.“ Die Kassen sind leer, das Konto im Minus. Die Hoffnung liegt – wie so oft – auf dem Staat. Doch ob dieser schnell und angemessen hilft, bleibt ungewiss.

    Ein Klima, das aus dem Ruder läuft

    Zunehmende Unwetter, extreme Niederschläge, Temperaturschwankungen – das alles ist längst kein Zufall mehr. Der Klimawandel macht sich breit. Und die Landwirtschaft, die ohnehin ständig unter Wetterrisiken leidet, ist eines der ersten Opfer.

    Hagelstürme wie dieser zeigen schonungslos, wie verletzlich unsere Nahrungsproduktion ist. Zwar gibt es technische Schutzmaßnahmen – wie Hagelnetze oder spezielle Kanonen, die das Wetter manipulieren sollen –, doch ihre Wirkung ist umstritten und sie sind teuer.

    Staatliche Hilfen wie die „Indemnisation de Solidarité Nationale“ greifen oft nur teilweise. Was nützt eine Entschädigung, wenn sie den tatsächlichen Schaden nur zu einem Bruchteil deckt?

    Neue Wege – jetzt oder nie

    Was also tun? Einfach weitermachen wie bisher? Unmöglich. Frankreichs Agrarpolitik muss dringend neu gedacht werden. Mehr Unterstützung für Versicherungen gegen Klimarisiken, Investitionen in wetterfeste Infrastrukturen, Förderung nachhaltiger, widerstandsfähiger Anbaumethoden – das alles sind Schritte in die richtige Richtung.

    Was aber oft übersehen wird: Die Kraft der Gemeinschaft. In Aurignac helfen sich Landwirte gegenseitig – sie teilen Saatgut, Maschinen, Arbeitskraft. Solche Solidarität kann Leben retten – und Betriebe.

    Denn eines ist sicher: Die Landwirtschaft ist kein romantisches Idyll auf Instagram. Sie ist das Fundament unserer Ernährung. Und wenn sie fällt, fällt mehr als nur eine Branche.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Schluss mit dem Telefonterror? Frankreich sagt dem Telefon-Marketing den Kampf an

    Schluss mit dem Telefonterror? Frankreich sagt dem Telefon-Marketing den Kampf an

    Jeden Tag dasselbe Spiel: Das Telefon klingelt – und am anderen Ende meldet sich ein Callcenter, das irgendetwas verkaufen will. Die meisten kennen das nur zu gut. Für Millionen Franzosen ist das längst nicht nur nervig, sondern ein echtes Ärgernis geworden. Jetzt allerdings kommt Bewegung in die Sache. Die französische Regierung hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, das das Thema grundlegend ändern könnte. Doch wie realistisch ist die Hoffnung auf ein Ende des Telefonterrors?

    Von genervt bis resigniert – eine Nation am Limit „Encore un appel à la noix!“ – wer in Frankreich lebt, hat diesen Stoßseufzer wohl schon mal von sich gegeben. Laut der Verbraucherorganisation UFC-Que Choisir fühlen sich 97 % der Befragten durch unerwünschte Werbeanrufe belästigt. 97 Prozent! Das ist mehr als nur ein Indiz – das ist ein handfestes Volksproblem. Dabei gibt es bereits seit Jahren das System „Bloctel“, mit dem sich Verbraucher vor eben diesen Anrufen schützen sollen. Theoretisch jedenfalls. Denn in…

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  • Privater Betreiber auf der Überholspur: Transdev übernimmt die Bahnlinie Marseille–Toulon–Nizza

    Privater Betreiber auf der Überholspur: Transdev übernimmt die Bahnlinie Marseille–Toulon–Nizza

    Ein bahnbrechender Wechsel steht bevor – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ab dem 29. Juni 2025 wird Transdev, ein privater Mobilitätskonzern, die Regionalzugverbindung Marseille–Toulon–Nizza übernehmen. Damit verliert die staatliche SNCF zum ersten Mal eine wichtige Bahnlinie an ein privates Unternehmen. Ein Einschnitt, der für Frankreichs Schienennetz historische Bedeutung hat.

    Schluss mit ewigen Verspätungen?

    In der Vergangenheit war die Strecke notorisch unzuverlässig. Jeder fünfte Zug kam zu spät, jeder achte fiel komplett aus. Die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur hatte genug – und schrieb die Konzession neu aus. Transdev konnte sich in diesem Vergabeverfahren gegen die SNCF durchsetzen. Ein mutiger Schritt der Region, der aufhorchen lässt.

    Aber was verspricht man sich davon?

    Ein ganz neues Level an Pünktlichkeit: 97,5 Prozent lautet die Zielmarke. Klingt ehrgeizig – ist aber dringend nötig. Denn Pendler und Reisende wollen sich auf den Zug verlassen können, nicht ständig auf Ersatzbusse oder Verspätungsnachrichten.

    Mehr Züge, mehr Komfort – mehr Frankreich

    Künftig sollen statt sieben gleich vierzehn Zugpaare täglich unterwegs sein. Verdopplung des Angebots also. Zum Einsatz kommen dabei neue Omneo-Premium-Züge von Alstom – und zwar made in France. Diese doppelstöckigen Garnituren sind ein echter Fortschritt in Sachen Komfort: breite Sitze, WLAN, Speisewagen, Fahrradabteile und barrierefreie Zugänge. Was will man mehr?

    Vielleicht ein bisschen französisches Flair. Das kommt ab sofort auch auf Schienen daher – mit einem Hauch von Luxus und praktischen Details, die den Alltag angenehmer machen.

    Ein öffentlicher Dienst bleibt – nur anders

    Obwohl Transdev ein Privatunternehmen ist, handelt es sich formal um eine öffentliche Dienstleistung. Die Region bleibt Herrin über die Tarife, Investitionen und strategische Ausrichtung. Transdev führt lediglich aus – nach klar definierten Vorgaben.

    Interessant dabei: 163 Mitarbeitende der SNCF wechseln freiwillig zu Transdev. Sie werden speziell geschult, um nahtlos weiterarbeiten zu können. Ein sensibles Thema, denn gerade in Frankreich sind Jobwechsel im Bahnsektor oft von Spannungen begleitet.

    Fragen, die auf den Schienen liegen

    Natürlich wirft dieser Wechsel auch Fragen auf. Etwa:

    Wird Transdev die hohen Erwartungen an Qualität und Zuverlässigkeit wirklich erfüllen?

    Auch das Thema Arbeitsbedingungen steht im Raum. Werden die übergewechselten Mitarbeitenden bei Transdev ähnliche Rechte genießen wie zuvor bei der SNCF? Und wird dieses Modell Schule machen – also als Vorlage für weitere Regionen dienen, die ihre Bahnverbindungen neu vergeben wollen?

    Klar ist: Dieser Schritt ist ein Signal. Ein Signal für mehr Wettbewerb – aber auch für mehr Verantwortung.

    Ein Pilotprojekt mit Signalwirkung

    Die Bahnlinie Marseille–Toulon–Nizza könnte zu einem Vorzeigemodell werden – oder zu einem warnenden Beispiel, je nachdem, wie Transdev sich schlägt. Die Konkurrenz zur alteingesessenen SNCF wird jedenfalls schärfer. Und wer weiß: Vielleicht ist genau dieser Druck nötig, um das französische Bahnnetz endlich auf Kurs zu bringen.

    Denn eines ist sicher: Wenn sich der Service spürbar verbessert, wird kaum jemand den Betreiberwechsel bereuen. Die Zeichen stehen auf Wandel – und die Züge hoffentlich auf Grün.

    Von Andreas M. Brucker

  • Ferrero investiert 95 Millionen Euro in Nutella-Megafabrik: Frankreich als strategischer Schlüsselmarkt

    Ferrero investiert 95 Millionen Euro in Nutella-Megafabrik: Frankreich als strategischer Schlüsselmarkt

    In der Normandie rührt sich was – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Der italienische Süßwarenriese Ferrero hat angekündigt, satte 95 Millionen Euro in seine französischen Standorte zu investieren. Im Mittelpunkt steht die Modernisierung der weltgrößten Nutella-Produktionsstätte im normannischen Villers-Écalles bei Rouen. Gleichzeitig entstehen zwei neue Logistikzentren in der Region. Das Ganze passiert passenderweise kurz vor dem Wirtschafts-Event „Choose France“ im Schloss Versailles – ein klares Signal an internationale Investoren. Die größte Nutella-Fabrik der Welt wird noch besser 30 Millionen Euro fließen direkt in die Optimierung der Produktionsanlagen in Villers-Écalles. Täglich verlassen rund 600.000 Gläser Nutella und 2,5 Millionen Kinder-Bueno-Riegel die Bänder dieser gigantischen Fabrik – jetzt soll sie noch effizienter und nachhaltiger werden. Geplant sind unter anderem der Austausch alter Produktionslinien und bessere Wärmedämmung. Damit setzt Ferrero auf eine grünere…

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  • Perrier-Skandal: Wie Frankreichs Edelwasser zum bitteren Tropfen wurde

    Perrier-Skandal: Wie Frankreichs Edelwasser zum bitteren Tropfen wurde

    Frankreich liebt seine Klassiker – Baguette, Camembert, Champagner. Und: Perrier. Das prickelnde Mineralwasser aus dem Süden des Landes galt jahrzehntelang als Inbegriff französischer Raffinesse. Nun steht genau dieses Kultgetränk im Zentrum eines erschütternden Skandals, der das Vertrauen in Marken, Behörden und Politik tief erschüttert. Ein Bericht des französischen Senats deckte auf: Nestlé Waters, der Mutterkonzern hinter Perrier, hat über Jahre hinweg verbotene Aufbereitungsverfahren eingesetzt – und die Regierung wusste Bescheid. Was steckt hinter diesem doppelten Spiel aus Täuschung und Duldung?

    Sauberes Wasser – mit schmutzigen Methoden Natürliches Mineralwasser darf laut Gesetz nur aus einer unterirdischen Quelle stammen und darf nicht behandelt werden. Das ist eigentlich glasklar. Doch bei Nestlé Waters sah man das offenbar anders. Der Senatsbericht vom 19. Mai 2025 legt offen: Mit UV-Bestrahlung und Mikrofiltration wurde kontaminiertes Wasser heimlich aufbereitet – Methoden…

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  • Versteckte Gefahr im Auto: Airbag-Skandal weitet sich aus – Klage gegen BMW, Mercedes, Toyota und VW

    Versteckte Gefahr im Auto: Airbag-Skandal weitet sich aus – Klage gegen BMW, Mercedes, Toyota und VW

    Es liest sich wie ein Krimi auf vier Rädern: BMW, Mercedes-Benz, Toyota und Volkswagen stehen wegen mutmaßlicher Täuschung und Gefährdung von Menschenleben wahrscheinlich bald vor Gericht. Der Vorwurf: Die Konzerne sollen wissentlich Fahrzeuge mit gefährlichen Takata-Airbags verkauft haben – und das über Jahre hinweg.

    Was steckt dahinter?

    Die Verbraucherschutzorganisation UFC-Que Choisir hat am 19. Mai offiziell Strafanzeige gegen die vier Automobilriesen eingereicht. Die Liste der Vorwürfe wiegt schwer: Irreführende Geschäftspraktiken, schwere Täuschung und vorsätzliche Gefährdung des Lebens anderer. In der Mitte dieses explosiven Skandals: die berüchtigten Airbags des japanischen Herstellers Takata.

    Diese Airbags bergen laut UFC-Que Choisir seit über zehn Jahren ein enormes Risiko. Im Fall eines Unfalls können sie unkontrolliert explodieren und dabei Metallteile durch das Fahrzeug schleudern. Selbst bei vergleichsweise leichten Kollisionen könnten dadurch tödliche Verletzungen entstehen. Und dennoch, so die Kritik, hätten die betroffenen Hersteller nur zögerlich und unzureichend auf diese Bedrohung reagiert.

    Ein Skandal mit Ansage

    Die Geschichte dieser defekten Airbags ist alles andere als neu. Weltweit sorgten sie bereits für Millionen Rückrufe – und mehrere Todesfälle. Doch laut UFC-Que Choisir sollen die betroffenen Autobauer nicht nur zu spät gehandelt haben, sondern sogar weiterhin Fahrzeuge mit den gefährlichen Bauteilen produziert haben. Einige Modelle seien bis 2017, in Einzelfällen sogar noch bis Juni 2020 mit Takata-Airbags ausgestattet worden – obwohl die Risiken und laufenden Rückrufaktionen längst bekannt waren.

    Man stelle sich das einmal vor: Während man sich anschnallt und sich in Sicherheit wiegt, tickt in der Mitte des Lenkrads möglicherweise eine Zeitbombe.

    Worum geht es wirklich?

    Hier geht es nicht um ein paar fehlerhafte Bauteile. Es geht um die Frage, ob weltweit agierende Konzerne bereit waren, aus Kostengründen oder Bequemlichkeit potenziell tödliche Risiken in Kauf zu nehmen – und ihre Kunden im Unklaren ließen. Die Anzeigen gegen Citroën und Stellantis im Januar dieses Jahres sowie ein tragischer Todesfall Ende März in Guadeloupe zeigen, dass die Gefahr alles andere als gebannt ist.

    Ein echtes Armutszeugnis, wenn man bedenkt, dass es im Automobilbau um Vertrauen, Sicherheit und technische Präzision geht.

    Die Rolle der Politik

    Die Verbraucherschützer fordern nun eine umfassende Aufklärung. Eine parlamentarische Untersuchungskommission soll ins Leben gerufen werden, um das ganze Ausmaß des Skandals ans Licht zu bringen. „Es ist an der Zeit, dass jeder Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen wird“, betont Marie-Amandine Stévenin, Präsidentin der UFC-Que Choisir.

    Und das ist mehr als verständlich. Denn solange gefährliche Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind, ist niemand wirklich sicher.

    Was bedeutet das für die Verbraucher?

    Die betroffenen Autobesitzer sehen sich nun zwischen Unsicherheit und Ärger. Viele wissen womöglich gar nicht, dass ihr Fahrzeug gefährliche Airbags enthält. Die Rückrufe seien laut UFC-Que Choisir zu spät erfolgt – teils sogar ohne klare Information an die Halter. Eine inakzeptable Situation, wenn man bedenkt, dass es hier um Menschenleben geht.

    Da stellt sich doch die Frage: Wie konnte es überhaupt so weit kommen?

    Die Verantwortlichkeit der Hersteller

    Während einige Hersteller das Problem inzwischen offensiver kommunizieren und Fahrzeuge zurückrufen, werfen die Vorwürfe der UFC-Que Choisir ein grelles Schlaglicht auf die internen Abläufe großer Autobauer. Wurde bewusst weggeschaut? Oder hat man gehofft, dass sich das Problem von selbst erledigt?

    Klar ist: Vertrauen ist schnell verspielt – gerade wenn die Sicherheit auf dem Spiel steht. Und wer seine Kunden wissentlich gefährdet, muss sich nicht nur vor dem Gesetz, sondern auch moralisch verantworten.

    Wie geht es jetzt weiter?

    Die Klage gegen BMW, Mercedes, Toyota und Volkswagen könnte eine Lawine lostreten. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen empfindliche Strafen, ein gewaltiger Imageschaden und mögliche Schadenersatzforderungen. Und auch politisch dürfte das Thema Wellen schlagen.

    Denn eines ist sicher: Dieser Skandal ist noch lange nicht ausgestanden.

    Von Andreas M. Brucker

  • Vertrauensschub für Frankreich: 37 Milliarden Euro neue Investitionen beim „Choose France“-Gipfel

    Vertrauensschub für Frankreich: 37 Milliarden Euro neue Investitionen beim „Choose France“-Gipfel

    Frankreich erlebt gerade einen wahren Investitionsrausch – und der nächste Meilenstein steht schon vor der Tür. Beim diesjährigen „Choose France“-Gipfel am Montag wird Präsident Emmanuel Macron Investitionen in Höhe von 37 Milliarden Euro ankündigen. Ein Rekord. Nie zuvor floss so viel Kapital auf einen Schlag ins Land. Der Clou: Über die Hälfte dieser Summe – satte 20 Milliarden – stammen aus komplett neuen Projekten. Diese Zahl lässt aufhorchen. Zum Vergleich: Die letztjährige Ausgabe des Gipfels brachte bereits die beeindruckende Summe von 15 Milliarden Euro zusammen. Was steckt hinter diesem Boom? Ein Land auf dem Sprung Frankreich will mehr sein als ein schöner Ort für Croissants und Côte d’Azur – es will Industrie, Innovation und Zukunftstechnologien anziehen. Genau hier setzt der Gipfel an. Die neu angekündigten 20 Milliarden Euro fließen in eine erstaunlich breite Palette an Branchen: Kreislaufwirtschaft, seltene Erden, Mobilität, Digitalisierung, Logistik, Tourismus. Ein wirts…

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  • Verkehrschaos und Protest: Taxifahrer machen in Paris mobil – und das ist erst der Anfang

    Verkehrschaos und Protest: Taxifahrer machen in Paris mobil – und das ist erst der Anfang

    Am heutigen Montag, dem 19. Mai, droht Paris ein regelrechter Verkehrskollaps. Der Grund: Frankreichs Taxifahrer gehen auf die Barrikaden. Eine landesweite Streikwelle rollt an – inklusive einer „Opération escargot“, einer Protestaktion im Schneckentempo, bei der Fahrzeuge absichtlich den Verkehr lahmlegen. Ausgangspunkt in Paris: der Boulevard Raspail, ab 7 Uhr morgens. Doch worum geht es eigentlich? Warum wollen die Taxifahrer das Land zum Stillstand bringen? Ein Tarifmodell sorgt für Zündstoff Auslöser des Protests ist eine neue Regelung der französischen Krankenversicherung, die am 1. Oktober 2025 in Kraft treten soll. Sie betrifft den sogenannten „transport sanitaire“ – also die Beförderung kranker Menschen durch Taxis. Die Krankenversicherung (Assurance Maladie) möchte ein landesweit einheitliches Tarifmodell einführen. Die Fahrer sollen künftig pauschal 13 Euro pro Fahrt erhalten, dazu kommt ein Kilometerpreis, der sich je nach Departement unterscheidet. Für besondere Leistungen…

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