In diesem Monat hat es kaum geregnet und der Juli 2022 könnte der trockenste Monat Juli in Frankreich seit 1959 werden.
„Der Juli 2022 wird höchstwahrscheinlich der trockenste Juli seit 1959 sein“, sagt ein Klimatologe von Météo-France am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
„Im Durchschnitt fielen in Frankreich vom 1. bis 25. Juli acht Millimeter Niederschlag“, was einem „enormen Niederschlagsdefizit“ entspricht, wie Christian Veil, Klimatologe bei Météo-France, erklärte.
„Wir werden auf Platz 1 oder 2 der trockensten Juli-Monate seit 1959 sein, es wird von den letzten Tagen des Monats abhängen, mit einem kleinen Niederschlag am Freitag, der geringe Niederschlagsmengen bringen sollte“.
Bisher war der Juli 2020 mit 16 Millimetern kumuliertem Regen der trockenste Juli seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1959.
„Die Sommerniederschläge dienen dazu, die oberflächlichen Böden feucht zu halten und die Vegetation zu erhalten“, erklärt der Klimatologe Christian Veil.
Nach dem sehr starken Regenmangel befindet sich Frankreich „in extremen Bedingungen, was die oberflächlichen Böden angeht, das sieht man allein schon am Zustand der Vegetation“, sagt der Klimatologe und nennt als Beispiel „Bäume, die so sehr unter der Hitze leiden, dass sie ihre Blätter abwerfen“.
„Das ist eine sehr schwierige Situation… wir haben seit dem 17. Juli ein historisches Niveau der Bodentrockenheit erreicht“.
In der Nähe von Gignac im Departement Hérault entsteht ein weiterer grosser Waldbrand. Zwei nahe beieinander liegende Brände brachen am Dienstagmorgen, dem 26. Juli aus und haben bereits über 800 Hektar Land verwüstet.
In nur wenigen Sekunden gehen die verdorrten Bäume in Flammen auf. Der anhaltende Wind facht das Feuer an, das sich in der Nähe von Gignac im Departement Hérault immer weiter ausbreitet. Bereits über 800 Hektar Garrigue und Wald wurden unter den besorgten Blicken der Bewohner verwüstet. „Es hat ein riesiges Ausmaß angenommen, innerhalb von Minuten hat es sich ausgebreitet, das ist beeindruckend“, berichtet ein Anwohner auf France Télévisions. „Hier hat es noch nie gebrannt, nie. Und dann gleich mit einer solchen Intensität“, sorgt sich eine andere Anwohnerin.
Das Feuer breitet sich weiter aus Alles begann am Dienstagmorgen, dem 26. Juli, als zwei Brände gleichzeitig in Gignac und Saint-Bauzille-de-la-Sylve ausbrachen, zwei Gemeinden im Departement Hérault, die nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegen. Am Nachmittag vereinigten sich die beiden Brände und bildeten ein einziges grosses Feuer. Am Dienstagabend breitete sich der Brand weiter nach Osten aus. „Das Thema für uns ist heute die Stabilisierung des Feuers an seiner linken Flanke, die trotz aller Bemühungen immer weiter voranschreitet“, fasst Oberstleutnant Sylvain Besson, stellvertretender Direktor der Feuerwehr, zusammen.
Etwa 120 Hektar sind bereits verbrannt und zahlreiche Feuerwehrleute sind in der Gegend von Aumelas im Departement Hérault im Einsatz. Vorsorglich werden bereits Evakuierungen durchgeführt.
Im Departement Hérault, in der Nähe von Montpellier, wurden am Dienstag, dem 26. Juli, zwei verschiedene Feuerausbrüche gemeldet. Die Feuerwehr ist im Gebiet des Plateaus von Aumelas in der Gemeinde Gignac im Einsatz. Bis zum frühen Nachmittag brannten dort bereits rund 120 Hektar ab. Das Feuer wird durch starken Wind angeheizt und breitet sich aufgrund der sehr trockenen Vegetation in der Region schnell aus.
Die Feuerwehr setzte sofort 200 Feuerwehrleute aus Montpellier und Lodève ein. Sie werden von drei Canadair-Löschflugzeugen unterstützt, die ihre Wassertanks am Salagou-See unweit des Brandortes auffüllen.
An einigen Stellen in Aumelas kommt das Feuer den Häusern gefährlich nahe und ist zum Teil nur noch wenige hundert Meter von den Häusern entfernt. Etwa 30 der Häuser werden derzeit vorsorglich evakuiert.
Der A400M hat bei einem Test in weniger als zehn Sekunden bis zu 20 Tonnen Wasser abgeworfen. Zum Vergleich: Ein Canadair kann sechs Tonnen Wasser abwerfen.
Airbus hat einen Bausatz getestet, mit dem ein A400M innerhalb weniger Minuten in einen Wasserbomber umgewandelt werden kann. Der Test wurde in den letzten Wochen in Spanien durchgeführt, so der Flugzeughersteller in einer am Montag, dem 25. Juli veröffentlichten Pressemitteilung.
Bis zu 20 Tonnen Wasser werden in 10 Sekunden abgeworfen.
Der A400M, ein taktisches militärisches Transportflugzeug, wurde mit dem Prototyp eines abnehmbaren Feuerlöschsatzes ausgestattet. Bei einem Test am Donnerstag warf er bis zu zwanzig Tonnen Wasser in weniger als zehn Sekunden aus 45 Meter Höhe und bei niedriger Geschwindigkeit (230 km/h) ab, was eine hohe Präzision beim Abwurf ermöglicht. Ein weiterer Vorteil des A400M ist, dass er auf kurzem, weichem Gelände landen kann, sogar auf einem Strand. Dort kann er innerhalb von fünf bis zehn Minuten wieder gefüllt werden. Zum Vergleich: Eine Canadair kann nur sechs Tonnen Wasser abwerfen.
„Der A400M kann eine herausragende Rolle bei der Bekämpfung der wachsenden Bedrohung durch Waldbrände sowie bei der Erhaltung von Umweltökosystemen spielen.“ (Airbus Industries)
Der von Airbus getestete Bausatz erfordert keine Änderungen am Flugzeug. Dadurch ist er mit jedem Flugzeug der A400M-Flotte ohne weiteres kompatibel. Das Flugzeug kann so schnell in einen Wasserbomber umgewandelt und in kürzester Zeit bei nWaldbränden eingreifen. Bei den Tests wurde der Airbus mit 20 Tonnen Wasser beladen, doch die Kapazität kann bei Bedarf gesteigert werden, betont Airbus.
Fünfzig A400M bestellt
Die Tests wurden bislang bei Tageslicht durchgeführt. Airbus plant aber, diese Art von Missionen auch bei Nacht zu ermöglichen, um die Fähigkeit und Effizienz des Flugzeugs zu verbessern.
Derzeit besitzt Frankreich neunzehn A400M. Insgesamt wurden fünfzig bestellt. Diese Lösung würde es Frankreich ermöglichen, „seine Wasserbomberflotte einfach und kostengünstig zu erweitern“, so Airbus.
Seit Montag, dem 25. Juli, ist das Feuer in Landiras nach 13-tägigem Kampf endlich unter Kontrolle. Der Schaden ist jedoch sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich gross: Viele Touristen haben ihren Aufenthalt in der Gironde abgesagt. Die Tourismusbranche hofft, dass die Augusturlauber ihre Ferien in der Region nicht stornieren.
An der Strandpromenade von Arcachon beginnt die Touristensaison dieses Jahr sehr langsam. Die Urlauber kehren nur ganz allmählich zurück, beruhigt durch die Tatsache, dass die Feuer unter Kontrolle sind. „Ich hatte keine Angst vor den Bränden, der Umweltverschmutzung und dem Rauch, im Gegenteil, wir müssen den Tourismus am Laufen halten“, meint ein Urlauber gegenüber France 2. „Die Feuerwehr hat super gut gearbeitet, jetzt müssen wir wiederkommen“, wirft eine andere Urlauberin ein.
760 Millionen Euro fließen jedes Jahr durch den Tourismus in die lokale Wirtschaft. Eine Restaurantbesitzerin wartet ungeduldig auf die Rückkehr der Touristen, bis jetzt fehlt immer noch die Hälfte ihrer Kundschaft. „Normalerweise müssten wir eine voll besetzte Terrasse haben, aber jetzt ist niemand da“, beklagt sie. Ein Fahrradverleiher sieht in dieser Zeit eine Chance für zukünftige Touristen. „Es gibt weniger Leute, also ist es eine Gelegenheit, etwas ruhigere Ecken zu entdecken“, lädt Sylvain Presti, Geschäftsführer von „Dingovelos“, die Urlauber ein. Der Tourismus spült immerhin etwa 760 Millionen Euro in die Kassen der lokalen Wirtschaft.
Nur in den Departements Aisne, Ariège, Corrèze, Hauts-de-Seine, Paris und Seine-Saint-Denis gibt es noch keinen Präfekturerlass, der die Wassernutzungen einschränkt.
Tag für Tag wird die Liste der Einschränkungen länger: Fast das gesamte französische Mutterland, 90 von 96 Departements, befindet sich nun im Dürrealarm. Nur die Departements Aisne, Ariège, Corrèze, Hauts-de-Seine, Paris und Seine-Saint-Denis waren am Montag, dem 25. Juli, (noch) nicht von mindestens einem Präfekturerlass betroffen, der bestimmte Wassernutzungen einschränkt. Das berichtet die amtliche Website für Dürreinformationen, Propluvia, berichtet.
Die Frankreich-Karte von Propluvia, die die verschiedenen Alarmstufen anzeigt, ist für einen Großteil des westlichen Loirebeckens (Indre, Loire-Atlantique, Mayenne, Sarthe, Deux-Sèvres, Vendée, Vienne), aber auch in der Drôme, im Inneren des Var, im Lot und im Südosten des Val-de-Marne rot eingefärbt.
Die roten Gebiete werden als Krisengebiete eingestuft. In diesen Gebieten ist die Entnahme von Wasser nur noch für vorrangige Zwecke erlaubt, d. h. für die Körperpflege, die zivile Sicherheit, die Trinkwasserversorgung und die Gesundheitsfürsorge.
Auch mehrere Bergmassive in erhöhter Alarmbereitschaft Sogar in Gebieten wie dem Finistère, den Vogesen, dem Jura, der Westflanke der Alpen, Creuse, Aveyron, Vaucluse, Haute-Corse usw. gilt eine erhöhte Alarmstufe. Die Wasserentnahme für landwirtschaftliche Zwecke ist dort um mindestens 50% reduziert und die Entnahme für die Bewässerung von Gärten, Grünflächen, Golfplätzen und zum Waschen von Autos ist eingeschränkt oder sogar verboten.
Ein Großteil Frankreichs ist inzwischen in erhöhter Alarmbereitschaft – mit Einschränkungen der Wasserentnahme für die Landwirtschaft und eine auf bestimmte Stunden beschränkte Bewässerung. In jedem Fall sind Privatpersonen und Gewerbetreibende dazu aufgefordert, wo immer möglich Wasser zu sparen.
Grau: Information und Aufforderung an Privatpersonen und Gewerbetreibende, Wasser zu sparen. Gelb: Reduzierung der Wasserentnahme für landwirtschaftliche Zwecke um weniger als 50 % (oder Verbot an bis zu 3 Tagen pro Woche), Verbote von Ventilmanövern, Wassersportaktivitäten, Verbot der Bewässerung von Gärten, Grünflächen, Golfplätzen, des Autowaschens zu bestimmten Zeiten, … Orange: Reduzierung der Entnahmen für landwirtschaftliche Zwecke um mindestens 50 % (oder Verbot an mindestens 3,5 Tagen pro Woche), stärkere Einschränkung der Entnahmen für die Bewässerung von Gärten, Grünflächen, Golfplätzen, Autowaschen, …, bis hin zum Verbot bestimmter Entnahmen. Rot: Stopp der nicht prioritären Entnahmen einschließlich der Entnahmen für landwirtschaftliche Zwecke. Nur Entnahmen, die die Ausübung der vorrangigen Verwendungszwecke gewährleisten, sind erlaubt (Gesundheit, zivile Sicherheit, Trinkwasser, Hygiene).
Météo France hat auch am Montagmorgen die Hitzewarnung Orange für 13 Departements aufrechterhalten, die sich überwiegend im Südosten Frankreichs befinden.
Die große Hitze ist noch nicht vorbei, ein Teil Frankreichs leidet noch immer unter hohen Temperaturen. Nachdem Frankreich fast den ganzen Juli über von einer Hitzewelle heimgesucht wurde, die vor allem im Westen für Rekorde sorgte, ist die Hitzewelle immer noch in vollem Gange, diesmal jedoch im Südosten.
Météo France hat daher in seinem Warnbericht vom Montag, dem 25. Juli um 6 Uhr, die Warnstufe Orange für 13 Departements aufrechterhalten.
Am Montag erwarten die Vorhersagen erneut Temperaturen zwischen 35 und 38 °C in den Departements im Südosten. Die Vorhersagen gehen davon aus, dass das Quecksilber ab Dienstag „spürbar“ zu sinken beginnt.
In weiteren Departements im Osten Frankreichs gilt Hitzewarnstufe Gelb.
Neben der Hitzewelle sagt Météo France auch Gewitter in einem großen Teil Frankreichs voraus. Vom südlichen Zentralmassiv bis zum Nordosten des Landes und in den Alpen wird mit Gewittern gerechnet. Auch ein Teil der Pyrenäen ist betroffen.
Das Feuer war am Sonntagabend noch nicht unter Kontrolle. Ein Reiterhof musste evakuiert werden, mehrere Dutzend Hektar Vegetation sind gefährdet.
In der Gemeinde Vallabrix im Département Gard ist am Sonntagnachmittag ein Feuer ausgebrochen, wie Franceinfo unter Berufung auf die Feuerwehr des Départements meldete. Über 40 Hektar Wald sind bereits abgebrannt, mehrere Dutzend weitere sind gefährdet. Das Feuer ist noch nicht unter Kontrolle.
Fünf Canadair-Löschflugzeuge unterstützen die Feuerwehr. Am Sonntagabend traf Verstärkung aus anderen Departements ein, 250 Feuerwehrleute sind mobilisiert.
Ein Reiterhof wurde evakuiert
„Die Ersthelfer waren mit mehreren Feuersprüngen konfrontiert“, meldet der Service Départemental Incendie et de Secours (SDIS) des Departements Gard. Ein Reiterhof musste evakuiert werden.
Die Brände in Landiras und La Teste sind noch nicht vollständig gelöscht, breiten sich aber nicht mehr weiter aus. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie in wenigen Tagen wirklich gelöscht sein werden. Der Einsatz der Feuerwehr wird wahrscheinlich noch viele Wochen dauern.
Die Feuerwehr ist davon überzeugt. Wenn es nicht bald zu heftigen Regenfällen kommt, wird das Feuer in Landiras erst in einigen Wochen vollständig gelöscht sein. Dasselbe Szenario gilt auch für das Feuer in La Teste.
Die Brände in Landiras und La Teste breiten sich nicht weiter aus, aber die Feuerwehr bleibt weiterhin mobilisiert und wachsam. Die neuesten Zahlen sprechen von insgesamt mindestens 20.800 Hektar verbrannter Fläche. „Die Brände schreiten nicht mehr voran, es gibt keine Feuerfront mehr“, berichtet die Feuerwehr der Gironde. Dennoch gibt es immer noch heiße Stellen mit mit Glutnestern. Diese glühenden Stellen können jederzeit zu einem Wiederaufflammen des Feuers führen.
Die Feuerwehr betrachtet das Feuer noch nicht als gelöscht, weil zum Beispiel starke Winde ein Wiederaufflammen des Feuers verursachen könnten.
Wiederaufflammen des Feuers jederzeit möglich Nach Angaben der Feuerwehr zieht man es vor, die Brände als „eingedämmt“ zu bezeichnen. Die Brandbekämpfer arbeiten mit Luftaufnahmen und Satellitenfotos, mit denen sie die wichtigsten Glutnester in dem verbrannten Gebiet aufspüren können. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es mehrere Wochen dauern wird, bis die Brände als gelöscht gelten können.
88 der 96 Departements, die es im französischen Mutterland gibt – sind derzeit von ihren Präfekturen in Alarmbereitschaft wegen starker Trockenheit versetzt, berichtet die Regierungswebsite Propluvia.
88 Departements des französischen Staatsgebiets sind laut der Regierungswebsite Propluvia von Erlassen zur Einschränkung der Wassernutzung betroffen. Nur die Departements Ariège, Calvados, Seine-Maritime, Aisne, Yonne und Corrèze sind vorerst nicht betroffen.
Grund dafür ist das seit einigen Wochen ungewöhnlich trockene und heiße Wetter und die geringen Niederschläge im Winter, die die Wasserreserven nicht auffüllen konnten.
Die Website der Regierung kennt vier Stufen der Dürrewarnung. Bild: Propluvia
Die Regierungswebsite bietet auf ihrer interaktiven Karte, die regelmäßig aktualisiert wird, vier Warnstufen an:
Den Wachsamkeitszustand, in dem Privatpersonen und Gewerbetreibende dazu angehalten werden, Wasser zu sparen.
Den Alarmzustand, in dem eine Reduzierung der Wasserentnahme für landwirtschaftliche Zwecke um weniger als 50% (oder ein Verbot an bis zu drei Tagen pro Woche) angeordnet wird, wie es in Lozère, Haute-Loire, Meuse oder auch Côtes d’Armor der Fall ist.
Der verstärkte Alarmzustand, in dem eine Reduzierung der Wasserentnahme für landwirtschaftliche Zwecke um mindestens 50% (oder ein Verbot von mindestens 3,5 Tagen pro Woche), eine stärkere Einschränkung der Wasserentnahme für die Bewässerung von Gärten, Grünflächen, Golfplätzen und zum Autowaschen angeordnet wird, wie es zur Zeit in den Vogesen, in Hochsavoyen, in Isère oder in Finistère der Fall ist.
In den Departements Loire-Atlantique, Deux-Sèvres, Var, Drôme und Mayenne ist die Entnahme von nicht prioritärem Wasser, auch für landwirtschaftliche Zwecke, vollständig verboten.