Im Departement Var haben einige Gemeinden jetzt beschlossen, neue Bauanträge für die nächsten vier Jahre einzufrieren. Der Grund: Die Bevölkerung ist bereits jetzt zu zahlreich für die geringen Wasserressourcen.
Im östlichen Teil des Departements Var sind die Flüsse seit vielen Monaten ausgetrocknet und der Grundwasserspiegel in den neun Gemeinden des Kantons Fayence ist auf einem dramatisch niedrigen Stand. Jetzt erklärten die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, dass sie keine neuen Bewohner mehr aufnehmen können, da sie nicht mehr genug Wasser für die Bevölkerung haben. Sie haben nun beschlossen, keine neuen Bauanträge für die nächsten vier Jahre zu genehmigen. „Es ist besser, den Leuten zu sagen, sie sollen nicht bauen und ihr Projekt verzögern, als ihnen zu sagen, ‚baut‘ und dann nicht mit Wasser versorgt zu werden, wenn sie sich niederlassen“, erklärte Jean-Yves Huet, Bürgermeister von Montauroux (Var) gegenüber France 3.
„Das wird dramatisch für das Baugewerbe“. Für Bauanträge, die vor Februar 2023 genehmigt wurden, ist das Bauen weiterhin möglich. Die lokale Bevölkerung ist über die Entscheidung gespalten. „Das ist wieder eine Freiheit weniger. Mir wäre es lieber gewesen, man hätte sich früher Gedanken über die Wasseraufteilung gemacht“, kommentiert eine Frau. „Ich denke, es ist eine Maßnahme des gesunden Menschenverstands“, meint ein anderer Bewohner. Die Entscheidung blockiert auch viele Berufe rund um den Bau. „Das wird dramatisch für das Baugwerbe“, sagt Jean-Jacques Castillon, Präsident des Baugewerbe-Verbands des Departements Var.
Die Organisationen Les Amis de la Terre France, Oxfam France und Notre Affaire à Tous fordern die Bank BNP Paribas auf, ihren Verpflichtungen im Kampf gegen den Klimawandel nachzukommen.
Die Bank wird aufgefordert, Rechenschaft abzulegen. Les Amis de la Terre France, Oxfam France und Notre Affaire à Tous verklagen BNP Paribas am Donnerstag, dem 23. Februar, wegen der finanziellen Unterstützung der französischen Bankengruppe für neue Projekte zur Ausbeutung fossiler Energien. Es handelt sich um den „weltweit ersten Klimastreitfall, der sich gegen eine Geschäftsbank richtet“, so die drei Umwelt-NGOs in einer gemeinsamen Erklärung. Sie hatten die Bank bereits am 26. Oktober verklagt und stellen fest, dass „BNP Paribas seither nicht die aus wissenschaftlicher Sicht dringendste Maßnahme ergriffen hat: die finanzielle Unterstützung für den Ausbau der fossilen Energien einzustellen“, betonen sie.
Als Grund für die Klage führen die NGOs die Nichteinhaltung des Gesetzes über die Sorgfaltspflicht multinationaler Unternehmen an. Dieses 2017 verabschiedete Gesetz verpflichtet bestimmte multinationale Unternehmen, „schwere Verstöße gegen die Menschenrechte, die Gesundheit und Sicherheit von Personen und die Umwelt“ im Zusammenhang mit ihren Aktivitäten zu verhindern.
Justine Ripoll von Notre Affaire à Tous erklärte in der Pressemitteilung: „Der Finanzsektor trägt eine enorme Verantwortung für unsere kollektive Fähigkeit, das Pariser Abkommen einzuhalten oder nicht.“ Das Abkommen zielt darauf ab, den Anstieg der globalen Temperaturen unter eine Schwelle zu drücken, bei deren Überschreitung Katastrophen und Mangel zur Normalität werden.
Die NGOs beschuldigen BNP Paribas, zwischen 2016 und 2021 „der größte europäische und der fünftgrößte globale Finanzierer der Entwicklung fossiler Energien“ zu sein und „durch ihre Finanzierung und ihre Investitionen in die Kohle-, Öl- und Gasindustrie zur globalen Erwärmung beizutragen“. Die von der NGO Reclaim Finance erstellte Website Change de banque schätzt, dass BNP Paribas „bei weitem die französische Bank ist, deren Aktivitäten die größten Auswirkungen auf das Klima haben“, mit „mehr als 142 Milliarden US-Dollar, die seit dem Pariser Abkommen in den Sektor der fossilen Energien (Kohle, Öl und Gas) geflossen sind“.
Laut einem 2021 veröffentlichten Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) ist es jedoch nur dann möglich, bis 2050 CO2-neutral zu werden und das Pariser Abkommen einzuhalten, wenn keine neuen Projekte zur Förderung fossiler Energieträger in Angriff genommen werden. „Wir fordern, dass die Bank jegliche Unterstützung für den Ausbau fossiler Energien einstellt und ihre Aktivitäten wirklich darauf ausrichtet, die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, in Übereinstimmung mit den Zielen des Pariser Abkommens“, teilen die drei klagenden Organisationen mit.
„BNP Paribas stellt den größten fossilen Energieunternehmen weiterhin neue Blankoschecks aus, ohne Bedingungen für einen Übergang weg von Öl und Gas. Anstatt konkrete Verpflichtungen einzugehen, um elementare wissenschaftliche Forderungen zu erfüllen, kommuniziert BNP Paribas und trägt dazu bei, die Zweifel am wissenschaftlichen Konsens zu schüren.“ (Alexandre Poidatz, im Kommuniqué von Oxfam Frankreich, Friends of the Earth und Notre Affaire à Tous)
Im April 2021 trat BNP Paribas der Net Zero Banking Alliance (NZBA) bei, einem Programm, das von den Vereinten Nationen im Rahmen der COP26 in Glasgow initiiert wurde, um Banken dazu zu bewegen, sich am Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe zu beteiligen. Auf Anfrage verteidigte die Bank ihre diesbezüglichen Ambitionen und bezeichnete sich „heute“ als „eine der großen globalen Banken mit den ehrgeizigsten Zielen zur Reduzierung der Erdölfinanzierung“. Auf ihrer Website verspricht BNP Paribas, „ihr Engagement in der Ölproduktion bis 2025 um 25% (im Vergleich zu 2020) zu reduzieren“.
Für die Verbände sind diese Ankündigungen sowie die offizielle Antwort an die Anwälte der NGOs jedoch „noch weitgehend unzureichend“. „Die Bank verlangt von ihren Kunden nicht, dass sie einen Ausstiegsplan ohne neue Öl- und Gasprojekte haben, auch wenn sie sich im Jahr 2020 dazu verpflichtet hat, dies für den Kohlesektor zu tun.“
In Frankreich gab es 32 Tage lang keinen richtigen Regen – die längste meteorologische Dürreperiode, die jemals aufgezeichnet wurde. Diese Situation gefährdet die Erholung des Grundwasserspiegels, der bereits durch die historische Dürre im letzten Jahr erschöpft war. Umweltminister Christophe Béchu erwägt Maßnahmen zur Einschränkung der Wassernutzung.
Es ist ein Rekord, auf den Frankreich gut hätte verzichten können: Météo-France bestätigte gestern, dass es im ganzen Land 32 Tage lang keinen richtigen Regen gegeben hat – die längste meteorologische Dürreperiode, die jemals in Frankreich aufgezeichnet wurde. Die Trockenheit ist umso besorgniserregender, als sie im Winter auftritt, einer Zeit, in der sich normalerweise die Grundwasserr-Reserven auffüllen. Und das wäre vor dem Hintergrund eines chronischen Niederschlagsdefizits seit August 2021 und nach einer außergewöhnlichen Dürre und Hitzewelle im Jahr 2022, die Folgen der globalen Erwärmung sind, besonders wichtig gewesen.
Minister Béchu beruft am Montag die Präfekten ein, um Maßnahmen zu ergreifen.
Diese Dürreperiode wurde gestern unterbrochen, als es endlich etwas regnete, aber die Situation ist und bleibt so besorgniserregend, dass der Minister für den ökologischen Übergang, Christophe Béchu, gestern ankündigte, dass er Maßnahmen zur Einschränkung der Wassernutzung „ab März“ in Betracht ziehen werde.“ „Frankreich befindet sich in Alarmbereitschaft. Ab Montag werden wir mit den Präfekten schauen, wo wir stehen. Es ist der trockenste Winter seit 1959“, sagte der Minister gegenüber Franceinfo und erklärte, dass die Grundwasserspiegel „zwei Monate hinter der normalen Füllung zurückliegen.“
Der Minister hat bereits bestätigt, dass ab Montag „weiche“ Einschränkungsmaßnahmen ergriffen werden, „um katastrophale Situationen“ in diesem Sommer zu vermeiden. Christophe Béchu rief dazu auf, ab sofort sehr sparsam zu sein, insbesondere bei der Befüllung von Schwimmbädern.
In der Landwirtschaft wächst die Sorge um die Wasserversorgung und am Dienstag fand in Mont-de-Marsan eine Demonstration von rund 1.000 Landwirten statt, die den Erhalt der Bewässerung forderten. Dazu sagte der Minister: „Es gibt keine Landwirtschaft ohne Wasser. Es wäre scheinheilig, die Landwirte daran zu hindern, zu produzieren, um dann zu importieren“. Béchu sprach sich dafür aus, dass „mehr Abwasser genutzt werden kann“.
Auf jeden Fall besteht nunmehr dringender Handlungsbedarf, da die Prognosen von Météo-France in der Tat alarmierend sind. „Der Februar 2023 wird voraussichtlich mit einem Niederschlagsdefizit von mehr als 50 % enden und damit zu einem der trockensten Februarmonate seit Beginn der Messungen im Jahr 1959 werden“, kündigte Météo-France an. Der Mangel an Regen „hängt hauptsächlich mit den antizyklonalen Bedingungen seit Ende Januar zusammen, die wie eine Art Schutzschild“ gegen die regenbringenden Wolken gewirkt haben, so Simon Mittelberger, Klimatologe bei Météo-France.
Aber insbesondere sind es die Wiederholung der Trockenperioden und der Kontext, was Anlass zur Sorge gibt – auch wenn die Wissenschaftler diese spezifischen Dürreperioden noch nicht eindeutig auf Klimaveränderungen zurückgeführt haben.
Im Januar bereits äußerte sich das Bureau de recherches géologiques et minières (BRGM) „ziemlich pessimistisch“ über die Verfügbarkeit von Grundwasser im nächsten Sommer, das immerhin zwei Drittel des Trinkwassers und ein Drittel der landwirtschaftlichen Bewässerung liefert. Wenn es 2023 genauso wenig regnet, „werden wir zu einer Situation kommen, die viel schlimmer ist als die, die wir im Spätsommer 2022 erlebt haben.“
„Die Erwärmung hat begonnen. In Frankreich sind wir bereits bei +1,7 °C… Sich vorbereiten heißt, die Leugnung aufzugeben“, sagt Umweltminister Christophe Béchu.
„Die Wintertrockenheit, die Frankreich derzeit heimsucht, zwingt uns dazu, unsere Wasser-Nutzungen zu priorisieren. Der erhöhte Druck auf die Wasserressourcen wird jedes Jahr stärker und wir müssen gemeinsam sparsam sein, wie wir es auch bei der Energie tun“, mahnt Carole Delga, Präsidentin von Régions de France und der Region Okzitanien, die eine große Konzertierung zum Thema Wasser eingeleitet hat, die den Auftakt zu einem regionalen Wasserplan bildet, „der im kommenden Juni verabschiedet werden soll“.
Seit nunmehr über einem Monat hat es in Frankreich keinen richtigen Regen mehr gegeben. Das ist umso besorgniserregender, als dies mitten im Winter stattfindet. Das Umweltministerium kündigt an, dass ab März lokal begrenzte Einschränkungen eingeführt werden sollen.
Wassereinschränkungen mitten im Winter – das war früher undenkbar. Und doch ist es in dem Dorf Coucouron in der Ardèche jetzt Realität. Die Einwohner müssen mit Wassertanks versorgt werden. In dem kleinen Ort dauert das Ballett der Wassertankwagen seit Juni 2022 an. Die Regenfälle im Herbst und Winter haben nicht ausgereicht. Die Quelle des Dorfes ist fast versiegt. Das ist für einen Monat Februar eine völlig neue Situation und lässt mit grosser Unruhe auf den kommenden Sommer blicken.
Das Grundwasser wieder auffüllenEs wird erwartet, dass es in ganz Frankreich zu vermehrten Einschränkungsmaßnahmen kommen wird. In vier Departements gelten bereits heute verschärfte Regeln. Es handelt sich um die Departements Isère, Bouches-du…
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Nach einer Rekordzeit von 31 Tagen ohne wirklichen Regen, werden von Météo France für Mittwoch, den 22. Februar, tatsächlich einige Schauer vorhergesagt.
Endlich soll mal wieder Wasser vom Himmel fallen. Nach 31 fast vollständig trockenen Tagen in Frankreich. Am Mittwoch, dem 22. Februar, wird es in zwei Dritteln der westlichen Landeshälfte regnen, wie Meteo France ankündigt. Das Regengebiet wird sich langsam nach Osten verlagern und am Nachmittag bis zu den östlichen Regionen reichen. Aber es werden nur geringe Niederschlagsmengen erwartet.
🌧️ Un épisode faiblement pluvieux concernera l’ensemble du pays mercredi. Puis nouveaux épisodes précipitant sur la moitié sud d’ici fin de semaine, moitié nord nettement moins arrosée.
Der Himmel bleibt den ganzen Tag über bedeckt. In den Pyrenäen schneit es bereits seit heute Morgen oberhalb von 1.600m, in den Alpen am Nachmittag ab 1.800m. Am Abend werden die Niederschläge im Südwesten an Intensität zunehmen und in Richtung des Baskenlandes zu nennenswerten Niederschlagsmengen führen.
Bis zu 18 Grad auf Korsika Auf der Rückseite des Wolkenbandes wird es wieder Aufhellungen in der Bretagne, den Pays de la Loire und der Basse-Normandie geben. Schauer wird es an der bretonischen Küste und am Ärmelkanal geben. Die Mittelmeerküste bleibt am Rande der Störung und behält bei einem stark bewölkten Himmel trockenes Wetter bei. Auflockerungen am Nachmittag sind möglich. Der Nordwestwind weht an den Küsten des Ärmelkanals spürbar.
Die Höchsttemperaturen erreichen heute im Allgemeinen 10 bis 15 Grad, bis zu 17 bis 18 Grad in den Ebenen des Languedoc und auf Korsika.
Während der milden und schönen Tage hat die Blütezeit einiger Arten bereits begonnen. Das veranlasste das Nationale Netzwerk für aerobiologische Überwachung (RNSA), in einigen Regionen Frankreichs die höchste Allergiewarnstuife auszurufen.
Juckende Augen, trockener Husten, eine juckende Nase – solche Symptome sind 20 % der französischen Bevölkerung wohlbekannt.
Mit den sehr milden Tagen dieses Winters, der eigentlich keiner ist, sind die Pollen wieder in der Luft. Eine Geißel für alle Allergiker, die diese Zeit besonders fürchten. Mitte Februar trifft das besonders auf Südfrankreich zu, wo ein Großteil der Departements wegen Allergierisiken als rot eingestuft ist.
Derzeit sind vor allem drei Pollenarten im Umlauf: Erle, Hasel und Zypresse. Letztere ist besonders häufig, da sie sich in ihrer Hauptverbreitungsphase befindet. Einzeln betrachtet ist das Vorhandensein dieser drei Pollenarten nicht so dramatisch. Aber das Trio zusammen sind sie ein explosiver Cocktail für Allergiker.
Dass so…
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Frankreich hat seit Januar 31 Tage lang keinen Regen gesehen, wie Météo-France am Dienstag mitteilte. Und mit der globalen Erwärmung werden Dürreperioden in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich häufiger auftreten und sich intensivieren. Und das stellt auch eine Bedrohung für die Energieerzeugung, insbesondere die Wasserkraft, dar.
„So etwas hat es in einem Winter noch nie gegeben“: So beschrieb Météo-France am Dienstag, dem 21. Februar, die Trockenheit, die seit einem Monat in Frankreich herrscht. „Die derzeitige Situation äußert sich in einer Austrocknung der Böden, die bereits durch die Dürre im Sommer 2022 geschwächt sind“, so das französische Wetterinstitut, das vorhersagt, dass „der Winter 2023 zu den zehn regenärmsten Wintern seit 1959 gehören wird“.
Diese Dürreepisoden – Auswirkungen der globalen Erwärmung – hatten auch Einfluss auf die Energieerzeugung in Frankreich im Jahr 2022, insbesondere auf die Stromerzeugung durch Wasserkraft. „Die Wasserkraftproduktion erreichte aufgrund der außergewöhnlich warmen und trockenen Wetterbedingungen ihren niedrigsten Stand (49,7 TWh) seit 1976“, stellte der französische Stromnetzbetreiber RTE in einer am 16. Februar veröffentlichten Bilanz fest.
„Die Wasserkraft ist eine Energieart, die sehr stark von der Schneedecke in den Bergen, der Eisschmelze oder auch dem Wasserstand der Flüsse abhängt“, erklärt Nicolas Goldberg, Senior Manager Energie bei der Beratungsfirma Colombus Consulting. „Wenn man also eine Dürreperiode oder keinen Schnee hat, erzeugen die Staudämme weniger Strom“.
In Frankreich hat die Wasserkraft eine lange Tradition. Sie wird seit dem Ende des 19. Jahrhunderts genutzt und ist damit die älteste Art der Energieerzeugung. Entsprechend zahlreich sind die Standorte für die Wasserkraftproduktion auf französischem Staatsgebiet, die oft schon seit vielen Jahrzehnten bestehen: Es gibt derzeit mindestens 427 Wasserkraftwerke und 600 Staudämme, die von der EDF betrieben werden.
Zu den regenabhängigsten – und damit von Dürreperioden direkt betroffenen – Anlagen gehören Laufwasseranlagen, die in der Regel in Flüssen und Schleusen installiert sind. Hinzu kommen Seekraftwerke und Pumpspeicherkraftwerke – große Anlagen, für die oftmals große Dämme erforderlich sind -, die Wasser speichern, um es später schnell wieder abzugeben, wenn es zu Spitzen im Stromverbrauch kommt.
Der Vorteil der Wasserkraft ist, dass sie viel leichter steuerbar ist als andere Energien. Wasserkraftwerke können ideal als Energiespeicher genutzt werden.
Wasserkraft nimmt im französischen Energiemix einen wichtigen Platz ein. Im Jahr 2021 machte Wasserkraft 62,5 TWh oder 12 % der gesamten Stromerzeugung Frankreichs aus und lag damit weit vor Windkraft und Photovoltaik. Außerdem „emittiert sie keine Treibhausgase, ist schnell nutzbar und ist auch langfristig eine sehr wirtschaftliche erneuerbare Energie“, erklärt der Stromerzeuger EDF.
Das französische Stromsystem, so wie es in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut wurde, steht auf zwei Beinen: Kernkraft und Wasserkraft. Atomkraftwerke produzieren kontinuierlich und die Wasserkraft ermöglicht es, die Bedarfsspitzen zu überbrücken, indem man im richtigen Moment Wasserkraftwerke aktiviert. Das hat bisher gut funktioniert. Wasserkraftanlagen können je nach Bedarf im französischen Stromnetz schnell und häufig (manchmal mehrere tausend Mal pro Jahr) an- und abgeschaltet werden. So etwas ist bei den Kernkraftwerken komplizierter und dauert länger.
Derzeit wird die Energiepolitik Frankreichs durch mehrjährige Energieprogramme (Programmations pluriannuelles de l’énergie, PPE) geregelt. Das letzte wurde 2020 für den Zeitraum 2019-2028 verabschiedet und legt mehrere Ziele für den Wasserkraftsektor fest: Erhöhung der Produktion um rund 200 MW bis 2023 und von 900 auf 1200 MW bis 2028 sowie Optimierung der Produktion und Flexibilität des Wasserkraftparks – insbesondere durch die Installation von Wasserkraftwerken an bestehenden, noch nicht nachgerüsteten Staudämmen.
Es ist derzeit allerdings nicht bekannt, ob diese Ziele für die Wasserkraft eingehalten werden können, im Gegensatz zu Wind- und Solarenergie – bei denen Frankreich beim derzeitigen Tempo sein Ziel krachend verfehlen wird.
Auch in Zukunft wird die Wasserkraft für Frankreich eine Schlüsselenergie darstellen. Und obwohl die Wasserkraft durch Dürreperioden bedroht ist, dürfte sie nicht so schnell aus der französischen Energielandschaft verschwinden. Die Frage bleibt, wie man mit den Auswirkungen des Klimawandels umgehen kann und wie man die Investitionen in erneuerbare Energien sinnvoll streut.
Der Wirbelsturm Freddy hat die französische Insel La Réunion gestreift und verursachte er am Dienstag, dem 21. Februar, starke Schäden. Aufgrund des Sturms waren Tausende Haushalte ohne Strom.
Bis zu 7 m hohe Wellen fegten am Dienstag, dem 21. Februar, über die Strände von La Réunion. Der Zyklon Freddy, der von den Meteorologen als „Monster“ bezeichnet wurde, streifte das französische Überseedepartement. Er zog 190 km vor der Küste der Insel vorbei und forderte trotz Böen von bis zu 130 km/h glücklicherweise keine Todesopfer. Auf dem Höhepunkt des Sturms waren 25.000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. Techniker arbeiten daran, das Stromnetz wieder herzustellen.
Der Zyklon bewegt sich auf Madagaskar zu. Auch am Dienstagabend hatten etwa 9.000 Haushalte noch immer keinen Strom. Ein wichtiges Stromkabel war unter dem Druck des Windes gebrochen. „Gegen 21 Uhr fiel der Strom aus und es folgte sofort eine große Explosion“, berichtet ein Anwohner auf dem Sender France 3. Dir Sturmwarnung Orange konnte inzwischen für La Réunion wieder aufgehoben werden. Der tropische Wirbelsturm Freddy, der sich jetzt von La Reunion weg bewegt, wird voraussichtlich in der Nacht auf Mittwoch die Insel Madagaskar mit voller Wucht treffen.
Der künstliche See von Montbel in der Ariège ist fast ausgetrocknet. Das Wasserdefizit besteht seit neun Monaten, nach einem heißen Sommer und einem trockenen Winter.
In der Ariège ist der Lac de Montbel Ende Februar fast ausgetrocknet. Der künstlich angelegte See mit 60 Millionen m3 Wasser auf einer Fläche von 550 Hektar ist auch ein Reservat für Vögel, die es gewohnt sind, hier zu überwintern. „Es ist wirklich dramatisch“, betont eine Frau gegenüber dem Sender France 2. Auch die Fischer sind beunruhigt. Der Montbel-Staudamm versorgt die Landwirtschaft in der Region und die Flüsse mit Wasser.
Die Niederschläge werden nicht ausreichen Aus der Luft betrachtet ist die Trockenheit eklatant. Satellitenbilder zeigen, wie viel Wasser der See in nur einem Jahr verloren hat. Die Niederschläge der nächsten Tage dürften nicht ausreichen. „Das Defizit besteht seit neun Monaten. Wir hatten schon ein Frühjahrsdefizit im Jahr 2022, gefolgt von einem heißen Sommer und einem trockenen Winter (…) Es müsste wirklich mehr regnen“, erklärte Xavier Rouja, von der SMDEA, die den Staudamm verwaltet. Die Behörden raten den Landwirten bereits dazu, auf weniger wasserintensive Nutzpflanzen umzusteigen.
Seit dem 21. Januar hat es in Frankreich nicht mehr richtig geregnet. Ein Mangel an Niederschlag, der auf dem besten Weg ist, den französischen Rekord von 2020 zu brechen.
Frankreich hat seit 31 Tagen keinen richtigen Regen mehr erlebt: Das wird Météo France am Dienstag, dem 21. Februar, bekannt geben. Der seit einem Monat ausbleibende Niederschlag wird den Rekord aus dem Jahr 2020 egalisieren, als Frankreich zwischen dem 16. März und dem 15. April 2020 keinen Regen erlebt hatte.
Der ausbleibende Niederschlag gefährdet die dringend notwendige Auffüllung des Grundwasserspiegels und hat bereits den Trockenheits-Rekord für Wintermonate in den Schatten gestellt. Dieser stammt aus dem Jahr 1989, als es zweiundzwanzig Tage lang keinen Niederschlag gab.
Laut Météo France hängt das Ausbleiben von Regen „hauptsächlich mit den antizyklonalen Bedingungen seit Ende Januar zusammen, die wie eine Art Schutzschild“ gegen regenbringende Wolken gewirkt haben.
Der Februar 2023 ist zu einem historisch niederschlagsarmen Monat geworden. „Der Februar 2023 wird voraussichtlich mit einem Niederschlagsdefizit von mehr als 50 % enden und damit zu einem der trockensten Februar-Monate seit Beginn der Messungen im Jahr 1959 werden“, kündigte Météo France am Montag, dem 20. Februar an.
Diese lange regenfreie Zeit verdeutlicht die Prognosen der UN-Experten über die durch menschliche Aktivitäten bedingte globale Erwärmung. „Frankreich leidet unter einer besorgniserregenden meteorologischen Dürre“, so Météo France. „Seit August 2021 weisen fast alle Monate ein Regendefizit auf“.
Nach einem besonders trockenen Jahr 2022 könnte es 2023 in Frankreich noch weniger Regen geben. Im Januar 2023 warnte das Bureau des recherches géologiques et minières (BRGM) bereits, dass, wenn es 2023 genauso wenig regnen würde, „wir zu einer Situation kommen würden, die viel schlimmer ist als die, die wir im Spätsommer 2022 erlebt haben“.
Wenn Météo France bestätigt, dass es auch am Dienstag, dem 21. Februar nirgends in Frankreich regnet, wird der Rekord von 2020 gebrochen. Am Mittwoch sollte allerdings mit einer „schwach regnerischen Episode“, die für das ganze Land angekündigt ist, ein wenig des so dringend benötigten Niederschlags kommen.