Kategorie: Umwelt

  • Klimawandel: Szenarien einer einer ungewissen Zukunft

    Klimawandel: Szenarien einer einer ungewissen Zukunft

    Alle Artikel unserer Serie über den Klimawandel findet ihr unter diesem Link …

    Nachdem wir in unseren früheren Artikeln die zugrunde liegende Funktionsweise des Klimasystems besprochen und die aktuellen Klimamodelle kurz angesprochen haben (ein detaillierte Erklärung der verschiedenen Modelle wäre leider zu akademisch ausgefallen und hätte unseren Rahmen sicherlich gesprengt), wenden wir uns heute den Prognosen über den künftigen Klimawandel zu.

    Wie wird sich die Erde erwärmen? Verschiedene Szenarien sind denkbar.

    Bevor man die vom Menschen verursachten Klimaänderungen prognostizieren kann, sollten wir uns zunächst verschiedene logische Szenarien für das künftige menschliche Verhalten und die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen als Grundlage nehmen.

    Was sind Szenarien? In diesem Fall sind es plausible Annahmen künftiger menschlicher Aktivitäten und deren Auswirkungen auf die Treibhausgasemissionen. Und da gibt es eine Reihe von Möglichkeiten.

    Allerdings wollen wir hier das sprichwörtliche Rad nicht neu erfinden und stützen uns auf Szenarien der IPCC-Berichte seit 2014.

    Die ersten vier Bewertungsberichte des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) verwendeten vorher schon eine Reihe von Szenarien, die sogenannten SRES-Szenarien (Special Report on Emissions Scenarios). Diese berücksichtigten bereits unterschiedliche Annahmen über Faktoren wie Bevölkerungswachstum, technologische Entwicklung, Globalisierung und gesellschaftliche Werte. Das Problem mit den SRES-Szenarien war jedoch, dass sie Versuche zur Stabilisierung oder Reduzierung der Emissionen selbst nicht berücksichtigen.

    Die CO2-Sättigungskurven der RCP-Szenarien

    Für den fünften Bewertungsbericht des IPCC aus dem Jahre 2014 wurde eine neue Reihe von Szenarien entwickelt, die als repräsentative Konzentrationspfade (Representative Concentration Pathway) oder einfach RCPs bezeichnet werden. Diese Pfade, zu denen RCP 2.6, RCP 4.5, RCP 6.0 und RCP 8 gehören und die nach ihrem Erwärmungseffekt im Jahr 2100 benannt sind, wurden von der wissenschaftlichen Gemeinschaft als repräsentative Szenarien ausgewählt und gelten als anerkannte Grundlagen der Vorhersagen.

    Der Erwärmungseffekt wird in Watt pro Quadratmeter gemessen. Die Szenarien spiegeln eine Reihe von Annahmen wieder, angefangen bei einer starken Eindämmung der CO2-Emissionen (RCP 2.6), die darauf abzielt, die Erwärmung unter den gefährlichen 2 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitraum zu halten, bis hin zu einem „Business-as-usual“-Szenario (RCP 8.5), das bis zum Jahr 2100 zu einer Erwärmung des Planeten um 4 bis 5 Grad Celsius oder 7 bis 9 Grad Fahrenheit führt.

    Vorhergesehene Änderung der Erdtemperatur je nach Berechnungsgrundlage (Szenario)

    Die RCPs werden als Pfade bezeichnet, um zu betonen, dass sie nicht endgültig sind, sondern in sich konsistente, zeitabhängige Projektionen darstellen, die möglicherweise mit mehreren sozioökonomischen Szenarien realisiert werden könnten. Sie berücksichtigen Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels und einer Begrenzung der CO2-Emissionen.

    Die RCP-Szenarien sind nach dem Erwärmungseffekt im Vergleich zum vorindustriellen Zeitraum benannt, der entweder im Jahr 2100 oder bei einer Stabilisierung nach 2100 erreicht wird. Sie wurden mit integrierten Bewertungsmodellen erstellt, die Klima-, Wirtschafts-, Landnutzungs-, Bevölkerungs- und Energienutzungseffekte einbeziehen, deren Treibhausgaskonzentrationen dann mit Hilfe von Kohlenstoffkreislaufmodellen in einen Emissionspfad umgerechnet wurden.

    Das besonders Besorgniserregende an den RCPs ist: Sie berechnen im positivsten Fall die Möglichkeit einer Begrenzung der Erwärmung auf etwa zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Erwärmungsniveau, was jedoch von vielen Wissenschaftlern, die die Auswirkungen des Klimawandels bewerten, schon als gefährlich eingestuft wird. Eine niedrigere Erwärmung wird schon nicht mehr als erreichbar angesehen. Dafür ist es zu spät.

    Schauen wir uns jetzt die verschiedenen repräsentativen Konzentrationspfade (RCPs) einmal genauer an. Sie spiegeln unsere heutigen und künftigen Entscheidungen über die Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels, über die Verringerung der Kohlenstoffemissionen und darüber, wie sehr wir uns für die Begrenzung des Klimawandels einsetzen, wieder.

    Unterschiede in der Erwärmung und den Niederschlägen zwischen RCP 2.6 und RCP 8.5

    Das RCP 2.6-Szenario ist ein Szenario, das die CO2-Konzentration in der Atmosphäre grob auf etwa 450 Teile pro Million (450 ppm) begrenzt. Heute liegen wir schon bei fast 410 Teilen pro Million CO2 in der Atmosphäre. Es bleibt uns also nicht mehr viel Spielraum übrig, wenn wir den CO2-Gehalt unter 450 ppm halten wollen. In diesem Szenario erreicht der Erwärmungseffekt einen Spitzenwert von etwa 3 Watt pro Quadratmeter, bevor er im Jahr 2100 wieder auf 2,6 Watt pro Quadratmeter sinkt. Aber Achtung: Das erfordert eine sofortige starke Abschwächung der Treibhausgasemissionen im 21 Jahrhundert!

    Die Szenarien RCP 4.5 und RCP 6.0 stabilisieren sich nach 2100 bei 4,5 Watt pro Quadratmeter bzw. 6 Watt pro Quadratmeter.

    Das RCP 8.5-Szenario kommt einem Business-as-usual-Szenario für die Nutzung fossiler Brennstoffe am nächsten. Mit anderen Worten: Wenn wir nichts unternehmen, um die Verbrennung fossiler Brennstoffe bis zum Ende des 21. Jahrhunderts drastisch einzuschränken, steigt der CO2-Gehalt auf das Dreifache des vorindustriellen Niveaus.

    Entwicklung der Erderwärmung in Watt pro Quadratmeter

    Im Szenario RCP 8.5, dem Business-as-usual-Szenario, steigt die globale Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf vier bis fünf Grad Celsius an. Dieses Szenario hat sich in den letzten 10 bis 20 Jahren am ehesten bewahrheitet.

    Im Jahr 2018 hat der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen einen Sonderbericht veröffentlicht, in dem er sich speziell mit den Zielen von 1,5 Grad Celsius und 2 Grad Celsius Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit befasst. Dies sind bereits Erwärmungswerte, die nach Ansicht vieler Wissenschaftler eine gefährliche Beeinflussung unseres Klimas durch den Menschen darstellen.

    Der IPCC-Bericht kommt zu folgendem Schluss: Es wird geschätzt, dass menschliche Aktivitäten bereits heute eine globale Erwärmung von etwa 1 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau verursacht haben, mit einer wahrscheinlichen Spanne von 0,8 Grad Celsius bis 1,2 Grad Celsius, da die Beobachtungen mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sind. In dem Bericht heißt es, dass die globale Erwärmung zwischen 2030 und 2052 wahrscheinlich mindestens eineinhalb Grad Celsius erreichen wird, wenn sie weiterhin mit der derzeitigen Geschwindigkeit zunimmt.

    Allerdings haben einige Wissenschaftler den IPCC-Bericht als zu konservativ kritisiert und argumentieren, dass die zu Grunde gelegten Annahmen tatsächlich zu einer Erwärmung von mehr als 2 Grad Celsius bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts führen werden.

    Und jetzt sollten wir uns daran erinnern, was wir schon in einem früheren Artikel festgestellt haben: Eine Erwärmung der Erdoberfläche und der Ozeane um nur 1 Grad Celsius erhöht die Wahrscheinlichkeit von Stürmen und Starkregen um 7% und deren Zerstörungskraft um etwa 23%.

    Frühjahr 2021: Hagelsturm in den Vogesen.

    Wenn wir diese gefährliche Tendenz stoppen wollen, dann bleibt uns keine andere Möglichkeit, als die CO2-Emissionen sofort und drastisch zu reduzieren. Denn der Zug ist schon fast abgefahren – jedenfalls bewegt er sich schon. Und den kurzsichtigen Argumenten, dies sei alles zu teuer für unsere Gesellschaft (wer soll das bezahlen?) muss man entgegenhalten, dass die Kosten der zu erwartenden Zerstörungen und Schäden um ein Vielfaches höher sein werden als die Kosten der Umstellung. Noch dazu, wenn man bedenkt, dass bisher jede Umstellung in der Industrie und Wirtschaft grosse Chancen für neue Gewinne im Gepäck hatte.

    Zu unserem nächsten Artikel geht es hier: Klimawandel: Stabilisierung oder was wir für unsere Natur tun müssen

    Andreas M. Brucker, Redaktionsleitung, Nachrichten.fr

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  • Klimawandel: Stabilisierung oder was wir für unsere Natur tun müssen

    Klimawandel: Stabilisierung oder was wir für unsere Natur tun müssen

    Diesen Artikel haben wir mit Bildern illustriert, die uns die Schönheit unserer Natur vor Augen halten sollen und uns klarmachen, für was wir kämpfen müssen…

    Alle Artikel unserer Serie über den Klimawandel findet ihr unter diesem Link …

    Foto: IvaCastro auf Pixabay

    Um ein Überleben der Menschheit und der Natur, so wie wir sie heute kennen, zu gewährleisten, müssen wir dafür sorgen, dass die jährlichen CO2-Emissionen irgendwann im 21. Jahrhundert ihren Höchststand erreichen und dann relativ schnell zurückgehen.

    Die Szenarien, um genau das zu erreichen, nennt der Zwischenstaatliche Ausschusses für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) „Stabilization scenarios“ – „Stabilisierungs-Szenarien“. Und mit diesen Szenarien und ihrer Bedeutung wollen wir uns heute hier beschäftigen.

    Foto:  Ales Krivec auf Pixabay

    Wie sehen Stabilisierungsszenarien aus?

    Grundsätzlich bestätigen sie erst einmal folgende Aussage: Je länger wir den CO2-Anstieg zulassen, desto höher wird die endgültige CO2-Konzentration sein. Eigentlich logisch, oder?

    Wenn wir den CO2-Gehalt der Atmosphäre bei 550 Teilen pro Million stabilisieren wollen, sollten die CO2-Emissionen auf einen Höchstwert von nicht mehr als 8,7 bis 9 Gigatonnen begrenzt werden, was nicht weit von unserem derzeitigen Stand entfernt ist, und dieser Höchstwert muss vor 2050 erreicht werden. Und sehr wichtig ist dabei: Die Emissionen müssen bis zum Ende des Jahrhunderts unter das Niveau von 1990 von etwa 6 Gigatonnen Kohlenstoff pro Jahr gesenkt werden.

    Foto: PublicDomainPictures auf Pixabay

    Wollten wir den CO2-Gehalt bei 450 Teilen pro Million stabilisieren, was uns aller Wahrscheinlichkeit nach unter der gefährlichen Erwärmung des Planeten von 2 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit gehalten hätte, zeigen die Zahlen, dass wir die Emissionen vor 2010 auf einen Höchststand von etwa siebeneinhalb Gigatonnen pro Jahr hätten bringen und sie bis Mitte dieses Jahrhunderts auf etwa vier Gigatonnen pro Jahr, also etwa 33% unter das Niveau von 1990, senken müssen. Offensichtlich ist dieser Zug aber bereits abgefahren.

    Und für unser verspätetes Handeln werden wir prompt bestraft: Mit jedem Jahr Untätigkeit bei der Senkung unserer Kohlenstoffemissionen wird es immer schwieriger, aufwendiger und teurer, die CO2-Konzentrationen unter dem kritischen Wert von 450 ppm zu stabilisieren.

    Foto: RÜŞTÜ BOZKUŞ auf Pixabay

    Wo stehen wir im Moment? Im Jahr 2016 sah es so aus, als hätten die Kurven der weltweiten Kohlenstoffemissionen ihren Höhepunkt erreicht, würden abflachen und vielleicht sogar langsam zurückgehen. Das hätte darauf hindeuten können, dass die Kohlenstoffemissionen, hervorgerufen durch eine Dekarbonisierung unserer Wirtschaft, trotz des zunehmenden globalen Wirtschaftswachstums nicht weiter ansteigen.

    Nun, ihr habt es schon geahnt, hier kommt das grosse ABER: Nur wenige Jahre später sind die Kohlenstoffemissionen wieder angestiegen. Während es vor einigen Jahren noch so aussah, als ob wir uns auf dem RCP-2,6-Pfad (siehe Artikel: Klimawandel: Szenarien einer einer ungewissen Zukunft) befänden, um die CO2-Konzentration auf unter 450 Teile pro Million zu begrenzen, sieht es jetzt so aus, als ob wir uns eher dem Business-as-usual-Szenario, RCP 8,5, annähern, das zu einer Verdreifachung der CO2-Konzentration bis zum Ende des Jahrhunderts führt, wenn wir nicht sofort erhebliche Anstrengungen zur Verringerung der Emissionen unternehmen.

    Foto: RÜŞTÜ BOZKUŞ auf Pixabay

    Wenn wir die CO2-Konzentration in der Atmosphäre unter 450 ppm stabilisieren wollen, müssen wir die globalen Kohlenstoffemissionen innerhalb dieses Jahrzehnts – also bis etwa 2030 – auf einen Höchststand von unter 10 Giga-Tonnen pro Jahr bringen und sie bis zum Ende dieses Jahrhunderts durch geeignete Umweltschutzmaßnahmen drastisch und kompromisslos auf nahezu Null reduzieren.

    Wenn wir jedoch mit der Verbrennung von Kohlenstoff wie bisher weitermachen, wird das Ziel von 450 Teilen pro Million bald außer Reichweite sein. Und die zu befürchtenden katastrophalen Folgen werden uns hart für unser Nicht-Handeln bestrafen.


    Und um die Sache noch etwas schwerer und spannender zu machen, müssen wir in unseren Stabilisierungs-Szenarien auch die Tatsache berücksichtigen, dass Kohlendioxid nicht das einzige Treibhausgas ist, das durch menschliche Aktivitäten erzeugt wird und den Klimawandel vorantreibt. Methan, Distickstoffoxide, Ozon und andere Schadstoffe haben ebenfalls zugenommen und werden den Prognosen zufolge auch noch weiter zunehmen.

    Foto: Quang Nguyen Vinh auf Pixabay

    Wie können wir diese anderen Gase berücksichtigen? Dafür hat die Wissenschaft das Konzept des CO2-Äquivalents entwickelt. Die Wirkung all dieser anderen Treibhausgase kann man berücksichtigen, indem wir das Äquivalent der CO2-Konzentration in Bezug zu den gesamten Auswirkungen der Kombination aller anderen Treibhausgase setzen.

    Wenn wir aber nun die Auswirkungen durch den Anstieg von Methan, Ozon und anderen anthropogenen Treibhausgasen berücksichtigen, dann entspricht das Ergebnis einer Erhöhung der CO2-Konzentration auf einem wesentlich höheren Niveau, nämlich von etwa 485 Teilen pro Million.

    Mit anderen Worten: Der aktuelle Gesamtwert unter Berücksichtigung der CO2-Konzentration und des CO2-Äquivalents aus den anderen Treibhausgasen liegt bei etwa 485 Teilen pro Million.

    Wie man sich vorstellen kann, hat diese Tatsache erhebliche Verwirrung gestiftet und einige Kommentatoren dazu veranlasst, fälschlicherweise Alarm zu schlagen, dass es bereits zu spät sei, die CO2-Konzentration unter 450 ppm zu stabilisieren, um die Überschreitung des Grenzwertes zu vermeiden, der als gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems festgelegt wurde.

    Wenn nun das CO2 und das Äquivalent der anderen Gase 485 Teile pro Million erreicht hat, bedeutet das wirklich, dass wir bereits jetzt der Nettoerwärmung und ihren Folgen, die bei einer Konzentration von 485 Teilen pro Million CO2 in der Atmosphäre zu erwarten ist, nicht mehr entkommen können?

    Die sibyllinische Antwort auf diese Frage lautet: Ja und nein, das wird sich zeigen.

    Denn bei diesen ganzen Berechnungen haben wir bisher etwas vergessen, nämlich dass Treibhausgase nicht der einzige bedeutende anthropogene Einfluss des Menschen auf das Klima sind. Wir wissen, dass die Produktion von Sulfataerosolen und anderen Aerosolen schon in der Vergangenheit eine wichtige Rolle bei der Abkühlung wesentlicher Regionen der Kontinente der nördlichen Hemisphäre gespielt hat, insbesondere während des letzten Jahrhunderts.

    Die möglicherweise genaueste Schätzung der Auswirkung dieses kühlenden anthropogenen Einflusses auf die Atmosphäre, die allerdings immer noch recht unsicher ist, liegt bei maximal -0,8 Watt pro Quadratmeter, was in einem Stabiliserungs-Szenario der Konzentration von 60 Teilen CO2 pro Million in der Atmosphäre entspricht, die wir von 485 Teilen pro Million abziehen können. Damit erhalten wir 425 Teile pro Million, was der derzeitigen CO2-Konzentration von etwa 410 Teilen pro Million nahekommt.

    Foto: David Mark auf Pixabay

    Wenn wir also nicht nur die Wirkung aller anderen Treibhausgase, sondern auch die ausgleichende kühlende Wirkung der anthropogenen Aerosole berücksichtigen, landen wir ungefähr dort, wo wir uns anfangs auch gesehen haben, als wir lediglich die Wirkung der steigenden atmosphärischen CO2-Konzentration durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe betrachteten. Es ist daher eine zulässige Vereinfachung, das atmosphärische CO2 allein zu betrachten, sozusagen als Annäherungswert für den gesamten anthropogenen Einfluss auf die Erwärmung des Klimas.

    Um den heutigen Artikel über Stabilisierungs-Szenarien abzuschließen, fassen wir kurz zusammen: Diese Szenarien zielen darauf ab, die atmosphärische CO2-Konzentration auf einem bestimmten Niveau zu stabilisieren, und je niedriger das angestrebte Stabilisierungsniveau ist, desto niedriger und früher muss der Spitzenwert und damit die Umkehrung der Kohlenstoffemissionen eintreten.

    Foto: Sasin Tipchai auf Pixabay

    Aus diesen Berechnungen und Szenarien definiert sich die verantwortungsvolle und anspruchsvolle Aufgabe, die auf unsere Gesellschaft zukommt:

    Um eine Stabilisierung auf weniger als dem Doppelten des vorindustriellen Niveaus zu erreichen, müssen die Emissionen innerhalb der nächsten Jahrzehnte ihre Spitze erreichen und bis Mitte dieses Jahrhunderts auf 80% unter das Niveau von 1990 gesenkt werden.

    Die schönen Fotos, mit denen wir den heutigen Artikel illustriert haben, zeigen uns mit aller Deutlichkeit, was wir zu verlieren haben, wenn wir nicht sofort beginnen, für unsere Natur zu kämpfen.

    Foto: Waldemar Pache auf Pixabay

    In diesem Sinne: Farbenprächtige Grüsse aus dem schönen Süden Frankreichs, bleibt wachsam und schützt unsere Natur!

    Andreas M. Brucker, Redaktionsleitung Nachrichten.fr

    Alle Artikel unserer Serie über den Klimawandel findet ihr unter diesem Link …

  • Schneefall: Chaos auf der A75 am Mittwochabend – Autofahrer schliefen in Tankstellen!

    Schneefall: Chaos auf der A75 am Mittwochabend – Autofahrer schliefen in Tankstellen!

    Starke Schneefälle gingen am Mittwochabend auf der A75 rund um Clermont-Ferrand nieder. Hunderte von Autofahrern steckten fest. Einige mussten sogar in Tankstellen übernachten.

    Es war eine harte Nacht für die Autofahrer, die sich am Mittwochabend entschieden hatten, die A75 zu benutzen. Trotz der vorhergesagten Schneefälle und obwohl die Achse Béziers-Clermont-Ferrand teilweise in großer Höhe liegt, war für den Puy-de-Dôme, wo es am frühen Mittwochnachmittag zu schneien begann, keine Wetterwarnung ausgerufen worden.

    Bereits am späten Mittwochabend waren die Ausfahrten von Clermont-Ferrand und die Straße nach Riom von liegengebliebenen Fahrzeugen verstopft. Um 19 Uhr waren bereits etwa 8 km Stau entstanden. „In 20 Jahren habe ich so etwas zum ersten Mal gesehen! Überall stehen die Autos“, wird ein Autofahrer von der Zeitung La Montagne zitiert. „Viele Autofahrer haben keine Winterausrüstung. An den Steigungen halten sie am Straßenrand an und gehen dann zu Fuß weiter. Es gibt auch Verrückte, die es trotzdem versuchen und dann alle blockieren!“ Ein Anwohner und Pendler brauchte am Mittwochabend drei Stunden, um nach Hause zu kommen.

    Am späten Mittwochabend hatte die Präfektur des Departements Puy-de-Dôme den Verkehr von LKWs über 7,5 Tonnen auf der A75 in beiden Richtungen zwischen Veyre-Menton und Lorlanges verboten. Dies verhinderte jedoch nicht, dass sich bereits auf der Autobahn befindliche LKWs in Probleme gerieten. Mehr als 10 cm Schnee bedeckten die Fahrbahn.

    Querstehende LKWs und liegengebliebene Fahrzeuge verstopften die A75. Am frühen Morgen des Donnerstags standen mindestens noch 30 LKWs auf dem Seitenstreifen. In der Gegend von Issoire hielten einige Autofahrer auf einer Autobahnraststätte an und versuchten, dort trotz der Kälte in ihren Fahrzeugen zu schlafen. Der Tankstellenbetreiber bot ihnen an, im Inneren der Tankstelle auf provisorischen Betten mit Decken zu schlafen.

    Die Situation hat sich seit seit dem frühen Vormittag verbessert. Die A75 ist zwischen Béziers und Clermont-Ferrand in beiden Richtungen wieder geöffnet. Um 8 Uhr berichtet die Website Inforoute Massif Central, dass die Verkehrsbedingungen wieder annähernd normal sind.

  • Hochwasser im Pas-de-Calais: 304 Millionen Kubikmeter Wasser wurden seit November abgepumpt

    Hochwasser im Pas-de-Calais: 304 Millionen Kubikmeter Wasser wurden seit November abgepumpt

    Die Region Pas-de-Calais wurde in den letzten Monaten von mehreren Hochwasserereignissen heimgesucht. Die Kosten allein für das Abpumpen des Wassers belaufen sich laut dem Direktor der Institution intercommunale des wateringues auf „vier Millionen Euro“.

    „Seit November bis zum 8. Januar haben wir das Äquivalent von 304 Millionen Kubikmetern Wasser gepumpt“, sagte Frédérique Barbet, stellvertretende Direktorin der Interkommunalen Institution der Wateringues (IIW), am Mittwoch, dem 10. Januar, gegenüber dem Sender Franceinfo. Die Wateringues sind Gräben und Kanäle, die das Gebiet im Pas-de-Calais entwässern sollen, das in den letzten Monaten zweimal überschwemmt wurde. „Dieses Abpumpen hat uns eine Stromrechnung, die sich heute auf vier Millionen Euro beläuft, beschert“, fügte Frédérique Barbet hinzu. Daher die von der Organisation beantragte staatliche Soforthilfe.

    Der neue französische Premierminister Gabriel Attal war am Dienstag nach Clairmarais in der Nähe von Saint-Omer gereist und Hilfe zugesagt. Parallel dazu werde als Priorität, die Instandhaltung dieser Kanäle, in den Vordergrund gestellt. Dem IIW obliegt nämlich die Verwaltung von 140 Kilometern „Hauptkanälen“.

    Fast 40 Millionen Euro werden benötigt, um die Kanäle instand zu setzen.
    „Wir haben im letzten Jahr eine Reihe von Operationen durchgeführt, um den Zustand dieser Wasserläufe und Kanäle besser zu erkennen. Für ihre vollständige Instandsetzung werden etwa vierzig Millionen Euro veranschlagt“, sagte Frédérique Barbet auf Franceinfo. Derzeit wird die Institution von sechs Gemeindeverbänden finanziert und erhält einige Subventionen vom Staat und von der EU.

    Für Frédérique Barbet besteht dringender Handlungsbedarf. „Wir haben tatsächlich die Befürchtung, dass wir, wenn weitere Hochwasser kommen, mit einem System dastehen, das sich als überfordert erweist“, betont sie. Eine Angst, die durchaus auch langfristig besteht: „Wir haben eine Prospektivstudie über die voraussichtlichen Auswirkungen des Klimawandels erstellt und es hat sich herausgestellt, dass sich die Ereignisse, die wir im Laufe des Novembers erlebt haben, wiederholen können“, sagt sie.

  • Schnee, Eis und Kälte: Das Wetter in Frankreich am 11. Januar

    Schnee, Eis und Kälte: Das Wetter in Frankreich am 11. Januar

    Sechs Departements, davon vier im Südwesten, wurden für Donnerstag unter Kältewarnstufe Orange gesetzt. Die Schneefälle werden am Vormittag noch recht intensiv sein, am Nachmittag an Intensität jedoch verlieren.

    Die Kältewelle in Frankreich wird sich auch am Donnerstag, dem 11. Januar, fortsetzen. Im Südwesten fiel in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag Schnee, insbesondere in der Region um Toulouse, und sechs Departements, davon vier in Okzitanien, wurden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

    In den Departements Aveyron, Hérault, Tarn, Aude, Cantal und Lozère wurde für den Donnerstag die Warnstufe Orange „Schnee-/Glatteis“ ausgerufen. Schneefälle in tiefen Lagen, die am Mittwochabend begannen, werden am Donnerstagmorgen in diesen Gebieten anhalten und könnten auf die angrenzenden Departements übergreifen, warnt Météo France.

    Schnee und gefrierender Regen in der Südhälfte
    Am Donnerstagmorgen werden die Niederschläge im Mittelmeerraum als Regen fallen. Im Landesinneren werden sie in Schnee übergehen, insbesondere „in den Ebenen im Osten Okzitaniens“, mit „möglichen kleinen vereisenden Regenfällen in Richtung Poitou und dem Süden der Pays de la Loire“, so der Wetterdienst. Die Schneedecke dürfte in den Departements, die unter Wetterwarnung stehen, besonders hoch werden.

    Am Ende des Vormittags „werden die Schneefälle im Flachland zwischen Haute-Garonne und Tarn nachlassen. In den östlichen Pyrenäen, im Departement Aude und in den Cevennen wird es weiterhin mäßig schneien, je nach Sektor ab 300 bis 500 m Höhe“, berichtet La chaîne météo. Die Niederschläge werden sich später nach und nach auf die Pyrenäen zurückziehen und am Nachmittag an Intensität verlieren.

    In der Nordhälfte Frankreichs werden ab dem Morgen von der Normandie bis zur Bourgogne-Franche-Comté schöne Aufhellungen zu sehen sein, „abgesehen vom Saône-Tal, wo der Nebel lokal gefrierend sein kann“. Die Aufhellungen werden im Laufe der Stunden nach Süden vordringen.

    Zwischen -5°C und 15°C
    Die Tiefsttemperaturen liegen zwischen -5 und -1 Grad in der Nordhälfte und zwischen -1 und 2 Grad im Süden. Die Höchsttemperaturen steigen im Norden um einige Grad, mit 2°C bis 4°C nördlich der Seine, 3°C bis 6°C im Westen, 4°C bis 8°C im Südwesten und bis zu 15°C an der Côte d’Azur.

  • Hochsavoyen: Viel Schnee in Annecy

    Hochsavoyen: Viel Schnee in Annecy

    In den Straßen von Annecy finden die Fußgänger am Mittwoch, dem 10. Januar, nach starken Schneefällen glatte und gefährliche Gehwege vor.

    In Annecy (Departmen Haute-Savoie) sind die Straßen am Mittwoch, dem 10. Januar, zwar geräumt, doch auf den Bürgersteigen gibt es noch einiges zu tun. Der heftige Schneefall am Abend zuvor hat selbst in dieser Bergstadt für Erstaunen gesorgt. Innerhalb weniger Stunden fielen bis zu 15 Zentimeter Schnee, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. Für Fußgänger ist Vorsicht geboten, da bei -2 °C in der Nacht die Gefahr von Glatteis deutlich erhöht ist.

    Während des größten Teils der Nacht räumten die Teams der Stadtverwaltung und des Departements Schnee und streuten Salz. Je nach Gemeinde sind neben Geschäftsinhabern auch Privatpersonen verpflichtet, den Zugang vor ihrem Haus zu sichern.

  • Hochwasser im Pas-de-Calais: Ankündigungen des neuen Premierministers Gabriel Attal

    Hochwasser im Pas-de-Calais: Ankündigungen des neuen Premierministers Gabriel Attal

    Zu den Maßnahmen, die Premierminister Attal bei seinem Besuch in der Region ankündigte, gehören die Freigabe von „mindestens 50 Millionen Euro“ für den Wiederaufbau öffentlicher Einrichtungen und „die Abschaffung des doppelten Selbstbehalts für Haushalte und Unternehmen“. Der neue Premierminister Gabriel Attal machte am Dienstag, dem 9. Januar, während einer kurzen Reise in das Departement Pas-de-Calais, das seit Tagen stark von Hochwasser betroffen ist, eine Reihe von Ankündigungen. Darunter die, dass er „einen Betrag von mindestens 50 Millionen Euro“ für den Wiederaufbau öffentlicher Einrichtungen bereitstellen werde, wie eine Regierungsquelle berichtet. „Angesichts der Notlage wird der Staat präsent sein, die Solidarität wird voll zum Tragen kommen“, so Attals Büro in einer Erklärung, die am frühen Dienstagabend an die Presse weitergeleitet wurde. Gabriel Attal kündigte den Bürgermeistern und den Geschädigten zunächst die „Abschaffung des doppelten Selbstbehalts (in den Versicherung…

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  • Überschwemmungen im Norden Frankreichs: Versicherer zahlten bereits im November über 60 Millionen Euro aus

    Überschwemmungen im Norden Frankreichs: Versicherer zahlten bereits im November über 60 Millionen Euro aus

    Der Berufsverband France Assureurs bestätigte am Montag außerdem, dass Haushalte, die im Januar erneut betroffen sind, nicht zweimal den vertraglichen Selbstbehalt tragen müssen.

    Die Versicherer haben bis Ende Dezember bereits „mehr als 60 Millionen Euro“ an die Geschädigten der Novemberüberschwemmungen in der Region Hauts-de-France ausgezahlt, wie France Assureurs am Montag, dem 8. Januar, mitteilte. Dies entspricht „im Durchschnitt einer Anzahlung von 2.600 Euro pro geschädigtem Versicherten“, so der Verband.

    France Assureurs bestätigte auch, dass Haushalte, die im Januar erneut vom Hochwasser betroffen waren, die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung nicht zweimal tragen müssen. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hatte dies bereits angekündigt.

    Nach den Überschwemmungen im November, die mehrere hundert Gemeinden im Norden Frankreichs in Mitleidenschaft gezogen hatten, „wurden bis Ende Dezember 2023 98% der Expertenbesuche ausgeführt“, so die Organisation. Die Caisse centrale de réassurance hatte Ende November die Kosten der Überschwemmungen, die im Rahmen des Naturkatastrophenregimes in der Region Hauts-de-France übernommen wurden, auf etwa 550 Millionen Euro geschätzt, wovon sie mindestens die Hälfte selbst tragen muss. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire erklärte am Sonntag, dass „50 % der im November Geschädigten vollständig entschädigt worden sind“.

  • Kälteeinbruch: Chaos auf Frankreichs Straßen

    Kälteeinbruch: Chaos auf Frankreichs Straßen

    Schnee und Eis überraschten die Autofahrer in der Nacht von Montag auf Dienstag, den 9. Januar, und führten zu dutzenden Kilometern Stau in der Region Ile-de-France. Mehr als 1.000 Menschen steckten in ihren Autos fest.

    Die Schneefälle überraschten die Franzosen in der Nacht. Dienstag, der 9. Januar, war bisher der kälteste Tag der Woche und 11 Departements wurden von Météo France unter die Alarmstufe Orange für Hochwasser und Schnee-Glatteis gesetzt. Schnee und Eis sorgten für große Probleme auf den Straßen: Mehr als 1.000 Autofahrer steckten in der Nacht auf den Autobahnen A12 und A13 in der Region Ile-de-France in mehr als 150 Kilometern Stau fest.

    Auf den Straßen und Autobahnen warteten die Autofahrer geduldig auf die Ankunft der Streu- und Schneeräumfahrzeuge, erhielten aber keine Informationen über den Fortschritt der Räumarbeiten. In den Staus machte sich Verärgerung breit: „Nicht einmal zwei Zentimeter Schnee, es sieht aus, als hätten wir 40 Zentimeter. Das ist doch alles Quatsch. Die meisten Leute können nicht mit Schnee umgehen und das Ergebnis ist das“, beklagte ein Autofahrer, der im Stau feststeckte, gegenüber dem Sender Franceinfo.

  • 120 Millionen Euro für Notunterkünfte: „Es muss sehr schnell gehen“ fordert die Abbé Pierre Stiftung

    120 Millionen Euro für Notunterkünfte: „Es muss sehr schnell gehen“ fordert die Abbé Pierre Stiftung

    Man muss „alle leeren Gebäude finden, sie einrichten und von den Vereinen verwalten lassen“, fordert der Generaldelegierte der Stiftung, Christophe Robert.

    „Das ist eine gute Nachricht, aber jetzt muss es sehr schnell gehen, um diese Plätze zu schaffen“, reagierte der Generaldelegierte der Fondation Abbé Pierre, Christophe Robert, am Dienstag, dem 9. Januar, auf dem Sender Franceinfo auf die Ankündigung des Ministers für Wohnungsbau Patrice Vergriete vom Montag. Vergriete kündigte an, dass zusätzliche Mittel in Höhe von 120 Millionen Euro bereitgestellt würden, um „das System der Notunterkünfte zu stärken“, in einer Zeit, in der Frankreich einen heftigen Kälteeinbruch erlebt.

    „Wir fordern die Regierung auf, mit den Präfekten Notfallzellen einzurichten, um alle leeren Gebäude zu finden, sie einzurichten und von Vereinen verwalten zu lassen“, forderte der Generaldelegierte der Stiftung Abbé Pierre, Christophe Robert. Er beschreibt eine „wirklich angespannte Situation“.

    „In den letzten Wochen gab es ungefähr 5.300 Personen, die die Notrufnummer 115 anriefen und denen keine Hilfe angeboten werden konnte, darunter mehr als 1.300 Kinder.“ (Christophe Robert Generaldelegierter der Fondation Abbé Pierre gegenüber Franceinfo).

    Dabei sind diejenigen, für die die Notrufnummer keine Option mehr ist, noch gar nicht berücksichtigt. Denn: „Wir wissen, dass zwei Drittel der Obdachlosen sie nicht mehr anrufen, weil sie dort keine Hilfe finden. Seit Monaten schlagen wir Alarm, um zu erklären, dass vor allem in den Großstädten Tausende die Notrufnummer 115 anrufen, weil sie nicht wissen, wo sie schlafen sollen, wenn es Abend wird“, betont Robert.