Kategorie: Umwelt

  • Klar, das Klima wandelte sich schon immer – aber noch nie so schnell wie heute!

    Klar, das Klima wandelte sich schon immer – aber noch nie so schnell wie heute!

    Alle Artikel unserer Serie über den Klimawandel findet ihr unter diesem Link …

    Eines der häufigsten Argumente, das wir von Personen hören, die den Klimawandel nicht für vom Menschen gemacht halten, ist das, dass sich das Klima doch schon immer geändert hat, dass die globale Erwärmung doch Teil eines natürlichen Prozesses sei.

    Natürlich ist das ein Argument, dass man nicht einfach vom Tisch wischen kann. Und ja, in diesem Punkt haben sie recht, die Leugner eines menschengemachten Klimawandels: Das Klima wandelt sich, seit es ein Klima auf unserem Planeten gibt. Auch stimmt es, dass die Temperaturen und der CO2-Gehalt der Atmosphäre vor Millionen von Jahren schon wesentlich höher waren als heute.

    Aber all das ist für uns Menschen nicht ausschlaggebend. Wichtig ist lediglich die Frage: Können wir mit dem jetzigen Tempo des Klimawandels mithalten? Welchen Schaden wird er der Menschheit bringen? Wird sie ihn überhaupt überleben?

    Im Folgenden wollen wir die Geschichte des Klimawandels auf der Erde etwas genauer betrachten: In geologischen Zeitspannen von Millionen von Jahren, in einer Zeitspanne von 800.000 Jahren und schliesslich in den vergangenen 1.000 Jahren.

    Wie sahen die Veränderungen in der Urgeschichte unseres Planeten aus?

    Betrachten wir das Känozoikum, das aktuelle geologische Zeitalter der Erde, das die letzten 66 Millionen Jahre der Erdgeschichte umfasst. Es ist gekennzeichnet durch die Dominanz von Säugetieren, Vögeln und Blütenpflanzen, ein abkühlendes und ausgeglichenes Klima und die heutige Konfiguration der Kontinente. Vor hundert Millionen Jahren, in der frühen Kreidezeit (das war die Zeit, als die Dinosaurier auf der Erde lebten) bis hin zur Mitte des Känozoikums war der CO2-Gehalt in der Atmosphäre tatsächlich um ein Vielfaches höher als heute. Es gab kein Eis auf der Erde und die globalen Temperaturen waren deutlich höher als wir es jetzt kennen.

    Und wenn du dich fragst warum das so war, dann hier ein interessanter Hinweis: In bemerkenswerter Parallelität zu der Temperaturkurve zeigt sich auch die Kurve des CO2-Gehalts in der Atmosphäre (vergleiche die beiden Grafiken).

    Der Vergleich der Werte beweist, dass auch auf geologische Zeitskalen über Millionen von Jahren bezogen, die CO2-Schwankungen die Hauptursache für Veränderungen der globalen Temperatur zu sein scheinen.

    Offensichtlich waren in der Erdgeschichte schon immer die Treibhausgase die Hauptursache für einen Klimawandel.

    In den vergangenen etwa 100 Millionen Jahren haben dann natürliche Prozesse den größten Teil dieses CO2 unter der Erdoberfläche begraben. Es wurde in Pflanzen gebunden, die nach und nach als Faulschlamm unter Erdschichten oder in den Tiefen des Meeres begraben und eingeschlossen wurden. Das bildete die Grundlage für die Kohle-, Erdöl- und Erdgasvorkommen.

    Und als die Menschen in den letzten 100 Jahren diese fossilen Brennstoffe entdeckten, zu Tage förderten und verbrannten, haben sie einen grossen Teil des Kohlenstoffs, den die Natur in hundert Millionen Jahren begraben hat, in einem sehr kurzen Zeitraum von gerade mal hundert Jahren wieder in die Atmosphäre geblasen, also eine Million Mal schneller.

    Was hierbei wirklich relevant ist, ist aber nicht die Menge von CO2 und die Größenordnung der Veränderungen, die dies verursacht. Sondern die Geschwindigkeit, in der das alles abläuft.

    Veränderungen, die über viele Millionen Jahre hinweg stattfinden, erlauben es den Lebewesen, sich an sie anzupassen. Aber dieselben Veränderungen über hundert Jahre hinweg, eine Million Mal schneller, übersteigen mit hoher Sicherheit die Anpassungsfähigkeit der Lebewesen auf der Erde – die Menschheit eingeschlossen. Und das ist das eigentliche Problem bei dem beispiellosen Tempo, mit dem wir heute Kohlenstoff in die Atmosphäre blasen – die Klimaveränderungen könnten uns überfordern und überrennen.


    Wie sieht es mit anderen Zeitskalen aus? Was ist mit kürzeren Zeitskalen? Wie kann das Kommen und Gehen der Eiszeiten in den letzten 700.000 Jahren erklärt werden?

    Nachdem klar ist, dass über Millionen von Jahren hinweg die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre für Veränderungen des Wärmehaushalts der Erde verantwortlich sind, ist es logisch, dass auch in kürzeren Zeiträumen Kohlendioxid und Methan eine Schlüsselrolle bei der Steuerung der Eiszeitzyklen während der letzten 700.000 Jahre spielen.

    Und tatsächlich: Auch in vergangenen 700.000 Jahren bewegen sich die Kurven der Temperaturentwicklungen und er CO2-Sättigung der Atmosphäre auffällig parallel.

    Aber auch die Albedo-Rückkopplung des Eises, über die wir bereits gesprochen haben, spielt hierbei eine sehr wichtige Rolle. Während der Eiszeiten wird ein größerer Teil des einfallenden Sonnenlichts von den Eis- und Schneedecken auf der Erdoberfläche direkt reflektiert, was eine Abkühlung begünstigt. Schmilzt das Eis jedoch, wird mehr Sonnenlicht von der Erdoberfläche absorbiert, was zu einer Erwärmung führt. Dieser Rückkopplungsprozess ist sehr wichtig, um das Kommen und Gehen der Eiszeiten zu verstehen.

    Um gründlich zu sein, müssen wir in diesem Zusammenhang aber auch betrachten, wie sich die Geometrie der Erdumlaufbahn relativ zur Sonne auf diesen Zeitskalen verändert. Und dabei stellt es sich heraus, dass es drei Hauptkomponenten gibt, wenn es darum geht, wie das absorbierte Sonnenlicht über die Erdoberfläche verteilt wird und wie dies das Klima auf Zeitskalen von Tausenden von Jahren beeinflusst.

    Es gibt drei Hauptkomponenten dafür, wie sich die Geometrie der Erdumlaufbahn im Verhältnis zur Sonne auf Zeitskalen von zehn- bis hunderttausend Jahren verändert: Die elliptische Umlaufbahn, die Neigungsachse und die Rotationsachse der Erde.

    Je elliptischer die Umlaufbahn ist, desto größer ist der Unterschied zwischen dem Punkt, an dem die Erde der Sonne am nächsten ist, und dem Punkt, an dem sie am weitesten von der Sonne entfernt ist, und je größer diese Unterschiede sind, desto ausgeprägter sind die Jahreszeiten, und je ausgeprägter die Jahreszeiten sind, desto größer ist das Potenzial für Veränderungen der Eisbedeckung in hohen Breiten, die das globale Klima beeinflussen können. Die elliptische Umlaufbahn ändert sich ungefähr alle 100.000 Jahre.

    Die Neigungsachse der Erdrotation schwankt auf Zeitskalen von 40.000 Jahren. Heute beträgt sie etwa 22,5 Grad gegenüber der Senkrechten, und das bestimmt die Lage der Tropen und des Polarkreises. Aber es gibt Zeiten, in denen dieser Neigungswinkel größer ist und Zeiten, in denen er kleiner ist. Die Schwankungen dieses Neigungswinkels bestimmen, wie viel Sonnenlicht in hohen Breitengraden einfällt. Auch das wirkt sich auch auf die Eisbildung aus.

    Und auf einer Zeitskala von etwa 20.000 Jahren bewegt sich die Rotationsachse der Erde wie ein Kreisel, der langsam wackelt und sich nach unten dreht.

    All diese Veränderungen auf Zeitskalen von 20.000 Jahren, 40.000 Jahren und 100.000 Jahren beeinflussen die jahreszeitliche Verteilung des Sonnenlichts auf der Erdoberfläche, was wiederum die Ansammlung und den Verlust von Eis in hohen Breitengraden beeinflussen kann.

    Wie wir durch den Eis-Albedo-Effekt wissen, kann sich dies auf die Gesamttemperatur des Planeten auswirken.

    All diese Faktoren sind also wichtig, aber selbst auf diesen Zeitskalen können wir sehen, dass die Schwankungen der Konzentrationen des Treibhausgases CO2 eine wichtige Rolle beim Kommen und Gehen der Eiszeiten spielt, und zwar genau die gleiche Rolle, wie auch auf den langen geologischen Zeitskalen.

    Zusammenfassend müssen wir feststellen, dass zu allen Zeiten ein enger Zusammenhang zwischen CO2-Sättigung der Atmosphäre und den Temperaturverläufen der Erdoberfläche und der Meere besteht. Es gibt zwar verschiedene Einflüsse, die das Klima in den letzten 100 Millionen Jahren beeinflusst haben, aber nur ein Einfluss begleitet die Temperaturunterschiede mit absolut verblüffender Übereinstimmung. Und richtig, das ist der CO2-Gehalt der Atmosphäre.


    So, genug zu Erdgeschichtlichem, wie sieht es nun aber mit den letzten tausend Jahren aus, die uns wirklich interessieren? Das ist ein Zeitraum, der vor der industriellen Revolution beginnt und jung genug ist, dass wir auf bestimmte Arten von „Beweisen“ und „Aufzeichnungen“ zurückgreifen können, die die Wissenschaft als „Proxy Records“ bezeichnet.

    Bei diesen Beweisen handelt es sich um Baumringe, Eisbohrungen, Korallen und Seesedimente. Das sind natürliche Archive, die es uns ermöglichen zu dokumentieren, wie sich das Klima auf Zeitskalen von Jahren, Jahrzehnten oder Jahrhunderten verändert hat.

    Baumringe sind wichtige sogenannte Paläo-Archive der Klimaveränderungen der letzten 1.000 Jahre.

    Lassen Sie uns also ein wenig über diese sogenannten Paläo-Klimaarchive sprechen.

    Als erstes gibt es da die Eisbohrkerne aus dem Eis, das sich jedes Jahr in den Polarregionen oder sogar in den Hochlagen der Tropen, in den Anden, den Alpen oder im Himalaya bildet. Durch die jährlichen Staubschichten im Eis können wir meist auf ein Jahr genau dokumentieren, wie sich die Zusammensetzung des Eises verändert hat.

    Das Eis in Eisbohrkernen ist oft mehrere Millionen Jahre alt.

    Und dann wird es spannend: Wissenschaftler konnten den Sauerstoff, aus dem das H2O-Molekül in diesen Eisschichten besteht und die Isotope dieses Sauerstoffs untersuchen. Dabei stellte es sich heraus, dass die beiden stabilen Isotope des Sauerstoffs, das schwerere Isotop Sauerstoff 18, und das leichtere Isotop Sauerstoff 16 direkt auf die atmosphärischen Temperaturen zum Zeitpunkt der Ablagerung des Eises hinweisen.

    Es gibt also Isotopensignaturen in den Eisschichten, die es uns ermöglichen, Klimaveränderungen in der Vergangenheit zu dokumentieren.

    Ein höheres Vorkommen des schweren Isotops Sauerstoff-18 weist auf eine höhere Temperatur zur Zeit der Ablagerung hin.

    Auch mit dem fossilen Skelett einer Koralle kann eine solche Chronologie erstellt werden, die viele Jahrhunderte zurückreicht. Die Jahresringe dieser Korallen bestehen aus Kalziumkarbonat, CaCO₃, das auch ein Sauerstoffatom enthält. Und wieder sagt uns die relative Häufigkeit der beiden Sauerstoffisotope, des schweren Isotops Sauerstoff 18 und des leichteren Isotops Sauerstoff 16, und das Verhältnis dieser Isotope im Korallenskelett tatsächlich etwas über das Meerwasser aus, in dem die Koralle lebte: sowohl über die Temperatur als auch über den Salzgehalt des Meerwassers.

    Last but not the least gibt es die Baumringe in terrestrischen Regionen, die sich die Wissenschaftler ansehen. Das jährliche Wachstum von Bäumen spiegelt sehr gut die Klimaschwankungen von Jahr zu Jahr wider, und die Dicke und die Dichte der jährlichen Wachstumsringe können etwas über die Veränderungen der Temperaturen in der Vergangenheit sagen.


    Letztendlich können unsere Wissenschaftler also all diese Daten von Eisbohrkernen von den Polen, Eisbohrkernen von Gebirgsgletschern, Baumringen von den Kontinenten der mittleren Breiten, Korallen aus den tropischen Meeren nehmen und so all diese Beweise zusammenfügen und uns damit ein ziemlich genaues globales Bild davon zeichnen, wie sich das Klima in der näheren Vergangenheit verändert hat.

    So können wir das Klima der Vergangenheit rekonstruieren und mit den Aufzeichnungen über die treibenden Kräfte des Klimas vergleichen, um Einblicke in die Funktionsweise des Klimasystems auf längeren Zeitskalen zu erhalten, was wiederum unser Verständnis des heutigen Klimawandels verbessert.

    Und wenn wir uns diese Klimarekonstruktionen ansehen und die Frage stellen: Wie warm war die Erde denn nun?

    Dann führt uns das zu der sogenannten Hockeyschläger-Kurve, die wir in dieser Grafik sehen können, wobei das Ende der Kurve die jüngste Vergangenheit zeigt. Wir sehen eine abrupte Erwärmung während der letzten 100 bis 150 Jahre, und wir sehen, dass diese Erwärmung alles übertrifft, was wir in den letzten tausend Jahren und darüber hinaus auf globaler Ebene dokumentieren können.

    Es gibt keine vergleichbare Erwärmungsrate in all den Millionen von Jahren, die wir uns heute angesehen haben. Soweit die „Proxy Rekords“ zurückreichen findet sich nichts auch nur annähernd Ähnliches. Und das zeigt den beispiellosen Charakter des jüngsten Erwärmungstrends, der sich in der Grafik als die Klinge des Hockeyschlägers darstellt.


    Abschliessend lässt sich also sagen, dass die paläoklimatischen Beweise auf historischen Zeitskalen, auf Jahrtausendzeitskalen, die das Kommen und Gehen von Eiszeiten zeigen, und auf den längsten geologischen Zeitskalen, die uns bis ins Zeitalter der Dinosaurier zurückführen, zeigen, dass die heute stattfindende Erwärmung einmalig ist. Dass die Erwärmungsrate, die wir aufgrund des vom Menschen verursachten Klimawandels beobachten, jede Erwärmungsrate übersteigt, die wir für irgendeinen Zeitpunkt in der Vergangenheit dokumentieren konnten.

    Die Untersuchung des Klimas in der Vergangenheit unterstreicht die Rolle, die der vom Menschen verursachte Anstieg der Treibhausgase heute für die globale Erwärmung und den Klimawandel spielt.

    Wie alle unsere bisherigen Artikel über den Klimawandel soll auch dieser dazu beitragen, das Basiswissen zu erlangen, das notwendig ist, um ein Verständnis für die komplexen Zusammenhänge des Klimas zu erlangen. Ausserdem hoffen wir auch, Argumente und Informationen zu liefern, die mithelfen könnten, Leugner des vom Menschen verursachten Klimawandels davon zu überzeugen, dass sie sich die Sache nochmals überlegen sollten…

    Bleibt neugierig und zu Veränderungen bereit!

    Andreas M. Brucker, Redaktionsleitung Nachrichten.fr

    Unser nächster Artikel wird eine Zusammenfassung der 2. Artikelreihe sein. Auch werden wir euch wieder eine kleine Liste interessanter wissenschaftlicher Veröffentlichungen geben: Klimawandel: Resumé der zweiten Artikelreihe – am Tag des Hurrikans Ida

    Alle Artikel unserer Serie über den Klimawandel findet ihr unter diesem Link …


  • Der Spaziergang eines Paares endet in einer Tragödie: Der Mann wird von der Flut mitgerissen

    Der Spaziergang eines Paares endet in einer Tragödie: Der Mann wird von der Flut mitgerissen

    Ein Ehepaar in den Sechzigern machte am späten Montagmorgen einen Spaziergang vor der Küste von Camiers im Departement Pas-de-Calais, doch der Spaziergang entwickelte sich zu einem Albtraum. Das Paar wurde von der Flut eingeholt. Der Mann starb, die Frau erlitt eine schwere Unterkühlung.

    Ein Paar hatte vor, einige Tage Urlaub am Meer in Camiers im Departement Pas-de-Calais zu verbringen. Am späten Vormittag des Montags machten der Mann und die 69-jährige Frau einen Spaziergang am Strand. Dabei achteten sie offensichtlich nicht auf die Gezeiten.

    Das Paar wagt sich zu weit vom Strand weg. „Sie hatten sich weit vom Strand entfernt auf eine Sandzunge bewegt“, erzählt ein Kitesurfer in der Zeitung La Voix du Nord. Am Morgen war Niedrigwasser, aber anschliessend stieg das Meer wieder an. Am Strand bemerkt der Kitesurfer, ein Arzt aus dem Badeort Camiers, dass das Paar in die Falle gehen wird. Er ruft ihnen zu, aber sie können ihn nicht hören. Er bittet einen Spaziergänger, den Notruf zu wählen, und springt selbst ins Wasser, um zu helfen.

    Als er das Paar erreicht, sind der Mann und die Frau auf der Sandzunge von der Flut eingeschlossen und haben keine Möglichkeit, an den Strand zurückzukehren. Die Frau treibt auf dem Rücken, der Mann liegt auf dem Bauch und hat das Gesicht im Wasser. Der Arzt und Kitesurfer begreift schnell, dass es für den Mann leider keine Rettung mehr gibt. Der Arzt bringt die Frau mit seinem Surfbrett zurück an den Strand. Einige herbeigeeilte Spaziergänger nehmen sich ihrer an und wärmen sie auf.

    Der Arzt geht erneut ins Wasser, um auch den Ehemann zu holen, und führt am Strand eine Herzmassage durch. Leider kann er den Ehemann nicht wieder ins Leben zurückholen. Auch der Feuerwehr, die inzwischen vor Ort eintraf, gelang es nicht, den Verunglückten wiederzubeleben. Die Frau wurde in stark unterkühltem Zustand in ein Krankenhaus in Boulogne-sur-Mer eingeliefert.

    Die Seepräfektur des Ärmelkanals weist darauf hin, dass man sich vor Spaziergängen am Meer unbedingt über die Gezeiten informieren sollte.

  • Video – Zyklon Belal: Auf La Reunion wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 217 km/h gemessen

    Video – Zyklon Belal: Auf La Reunion wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 217 km/h gemessen

    Auf der Insel La Réunion, dem französischen Überseedepartement, das am Montag, 15. Januar, vom Zyklon Belal heimgesucht wurde, wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 217 km/h gemessen. Die Bewohner, die sich in ihren Häusern verbarrikadiert hatten, erlebten bange Stunden.

    Am Montag, den 15. Januar, fegten zerstörerische Windböen über die französische Insel La Réunion, die die Bewohner in Angst und Schrecken versetzten. An manchen Orten wurden bis zu 217 km/h gemessen. Eine Frau filmte die Wasserflut, die über die Insel hereinbrach. „Die beiden Bäume sind abgerissen. So etwas habe ich in 36 Jahren noch nie gesehen, das ist eine kranke Sache“, kommentierte sie ihr Video. Eine andere Familie, die sich seit Sonntag in ihrem Haus verbarrikadiert hatte, erlebte Stunden der Angst. „Als ich heute Morgen aufwachte, war es ziemlich apokalyptisch, mit unglaublichen Winden“, berichtete ein Bewohner von Saint-Denis (Departement La Réunion) auf dem Sender Franceinfo.

    Ein Obdachloser verlor sein Leben.
    Auf dem Höhepunkt des Zyklons Belal wurde die Insel am Montagmorgen für einige Stunden in Alarmstufe Violett, der höchsten Warnstufe, versetzt. Selbst den Rettungskräften war es verboten, sich auf die Straßen zu begeben. Ein Obdachloser kam in Saint-Gilles ums Leben. Die Alarmstufe Rot und die Ausgangssperre für die Bevölkerung wurden in der Nacht von Montag auf Dienstag aufrechterhalten. Der Präfekt soll im Laufe des Dienstags mitteilen, ob und wann sie aufgehoben werden.

  • Nach einem Todesopfer auf La Réunion bedroht der Zyklon Belal jetzt die Insel Mauritius

    Nach einem Todesopfer auf La Réunion bedroht der Zyklon Belal jetzt die Insel Mauritius

    Der Zyklon Belal, der im französischen Überseedepartement La Réunion ein Todesopfer forderte, aber nicht die befürchtete große Katastrophe auslöste, bedroht am Dienstag die Insel Mauritius, wo sintflutartige Regenfälle und Windböen von bis zu 110 km/h erwartet werden.

    Nachdem der Zyklon Belal bei seinem Durchzug durch das französische Überseedepartement La Réunion ein Todesopfer gefordert hatte, bedroht er nun am Dienstag, dem 16. Januar, die Insel Mauritius, wo sintflutartige Regenfälle die Bewohner überraschten und erste Schäden verursachten.

    In der Hauptstadt Port Louis blieben schon am Montag Autos in überfluteten Straßen stecken, denen das Wasser bis zur Motorhaube stand und die manchmal sogar weggespült wurden, wie Bilder lokaler Medien zeigten. Andere Bilder zeigten mächtige Wellen, die die Strandpromenade der Hauptstadt überfluteten, sowie überschwemmte Gebäude mit im Wasser treibenden Möbeln.

    Die Alarmstufe für die Insel wurde am Montag auf drei (von vier möglichen) erhöht und „sintflutartige Regenfälle“ und Windböen von bis zu 110 km/h werden in den nächsten Stunden erwartet, wie der lokale Wetterdienst mitteilte.

    Auf La Réunion gab es am Montag einen Todesfall: eine obdachlose Person, die in Saint-Gilles im Westen der Insel tot aufgefunden wurde. Rund 150.000 Haushalte waren zeitweilig ohne Strom und mehr als 130.000 Menschen hatten am Abend keinen Zugang zu fließendem Wasser.

    Wie eine AFP-Reporterin berichtete, blockierten zahlreiche liegende Bäume die Straßen der Städte im Westen der Insel und mehrere Nebenstraßen wurden überschwemmt. Als Zeichen für die Heftigkeit der Winde wurde ein Hochseefischerboot im Jachthafen von Saint-Gilles teilweise überflutet.

    Der Zyklon Belal hat jedoch „glücklicherweise nicht die befürchtete Katastrophe ausgelöst“, erklärte der Präfekt des Überseedepartements, Jérôme Filippini, bei einer Pressekonferenz, sagte jedoch, dass „die Auswirkungen beeindruckend waren“. Er erklärte: „Belal wird in die Geschichte der Wirbelstürme eingehen und seine Auswirkungen haben noch nicht ganz aufgehört“. Der Präfekt sprach von einer „sich entwickelnden Bilanz“, da die Schäden in vielen Gebieten bisher noch nicht bewertet werden konnten.

    Die Bevölkerung des französischen Überseedepartements mit 870.000 Einwohnern durfte bis Dienstagmorgen die Häuser nicht verlassen. Die Ausgangssperre soll erst aufgehoben werden, wenn die Behörden eine neue Lagebeurteilung vornehmen konnten, damit die Rettungsteams ungestört mit der Räumung der Straßen fortfahren können.

    Der französische Innenminister Gérald Darmanin wird am Mittwoch auf Wunsch von Emmanuel Macron das Departement La Reunion besuchen, um sich ein Bild von den Schäden zu machen und das Rettungspersonal zu unterstützen, wie am Montagabend aus dem Umfeld des Ministers verlautete.

    Der Bürgermeister der Gemeinde Sainte-Marie im Norden von La Réunion hat die Einstufung zur Naturkatastrophe beantragt. „Der Durchzug des Zyklons Belal hat in der Gemeinde Sainte-Marie sehr schwere Schäden verursacht. Kein Stadtteil wurde von den Winden und Niederschlägen verschont. Das zentrale Rathaus wurde so stark beschädigt, dass seine Räumlichkeiten bis auf Weiteres nicht genutzt werden können“, sagte Bürgermeister Richard Nirlo in einer Erklärung.

    Sainte-Marie liegt in der Nähe des Flughafens Roland-Garros von La Réunion, der nach Angaben der Präfektur am Dienstag um 20 Uhr (17 Uhr in Paris) den Flugbetrieb wieder aufnehmen soll.

    Nachdem der Wirbelsturm im Norden und Westen der Insel auf Land getroffen war, hatte er schließlich seinen Lauf nach Norden verändert, ohne ins Landesinnere vorzudringen, wie ursprünglich von Météo-France vorhergesagt. Um 0:30 Uhr GMT am Dienstag befand sich Belal laut einem Bulletin von Météo-France 255 km südöstlich der Küste von La Réunion.

  • Wetter in Frankreich: Schnee- und Eiswarnung in 18 Departements

    Wetter in Frankreich: Schnee- und Eiswarnung in 18 Departements

    Météo France hat 18 Departements vom Ärmelkanal über die Île-de-France bis zum Territoire-de-Belfort in Alarmstufe Orange versetzt. Es wird mit Eisregen und starken Schneefällen gerechnet.

    In Frankreich startet der Winter eine neue Offensive. Météo France setzte für diesen Dienstagabend 18 Departements auf die Warnstufe Orange für Schnee und Eis. Die betroffenen Departements sind: Manche, Calvados, Orne, Eure-et-Loir, Paris, Hauts-de-Seine, Val d’Oise, Essonne, Seine-Saint-Denis, Val-de-Marne, Seine-et-Marne, Yvelines, Loiret, Yonne, Côte d’Or, Haute-Marne, Haute-Saône und Territoire de Belfort.

    Die Schlechtwetterfront wird über den Atlantik kommen. Sie bringt Niederschläge mit sich, die auf kalte Böden fallen und zu gefährlichem Glatteis führen, das in der zweiten Nachthälfte zwischen Dienstag und Mittwoch für Autofahrer besonders gefährlich sein wird.

    Ab Mittwoch folgen auf den Eisregen Schneefälle, die sich auf die gesamte Region Île-de-France ausbreiten und bis Donnerstagmorgen anhalten werden. Auch die Region Hauts-de-France wird am Mittwoch unter Schnee liegen, warnt Météo France.

    Für Mittwoch kündigt Meteo France bereits für 36 Departements in der Nordhälfte die Alarmstufe Orange aufgrund von Unwettern an. In den Departements Finistère und Morbihan werden starke Niederschläge mit 30 bis 50 Litern Regen pro m2 in 24 Stunden erwartet.

    Frankreich befindet sich derzeit inmitten eines Konflikts verschieden warmer und kalter Luftmassen.

  • Klimawandel: Resumé der zweiten Artikelreihe – am Tag des Hurrikans Ida

    Klimawandel: Resumé der zweiten Artikelreihe – am Tag des Hurrikans Ida

    Alle Artikel unserer Serie über den Klimawandel findet ihr unter diesem Link …

    In der zweiten Artikelreihe betrachteten wir die Messungen, die die Veränderungen in den Eigenschaften unserer Atmosphäre im Laufe der Zeit dokumentieren.
    Ziel dieser Messungen ist es zu beurteilen, ob es Trends bei den Faktoren, die das Klima bestimmen, zu geben scheint und ob die Trends mit der Reaktion des Klimasystems auf menschliche Einflüsse übereinstimmen.
    Diese Messungen stammen aus einer Vielzahl von Quellen, von Messungen der Veränderungen des CO2-Gehalts in der Atmosphäre bis hin zu Beobachtungen und Aufzeichnungen von extremen Wetterereignissen.


    Im ersten Artikel der zweiten Reihe stellten wir die Frage:

    Klimawandel – Oder sind wir Menschen doch unschuldig?

    Und fanden folgende Antwort:

    Nein, wir Menschen sind nicht unschuldig! Die Art des Kohlenstoffs (Kohlenstoff-12) beweist, dass der Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre durch menschliche Aktivitäten verursacht ist.

    Seit über 60 Jahren gibt es den in der sogenannten Keelingkurve verdeutlichten Anstieg der Konzentration des Treibhausgases CO2, und weitere Messungen beweisen ausserdem, dass das Kohlenstoff-12-Isotop in der Atmosphäre immer dominanter wird und daher ein immer grösserer CO2-Anteil durch Menschen verursacht wurde. 


    Im zweiten Artikel kam eine interessante Frage auf: Woher wissen wir eigentlich, dass eine Erwärmung der Erde wirklich stattfindet?

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Daten, die über etwa 140 Jahre gesammelt wurden, belegen, dass sich die Erdoberfläche erwärmt. Und in bestimmten Regionen wie der Arktis schreitet die Erwärmung sogar schneller voran als in anderen. Das vertikale Muster der Erwärmung zeigt, dass sich die Oberfläche und die untere Atmosphäre erwärmen, während die Stratosphäre sich in der Höhe abkühlt, was wiederum den Treibhauseffekt belegt: Die Wärmeabstrahlung der Erdoberfläche erreicht nicht mehr die obersten Schichten der Atmosphäre und kann deshalb auch nicht in den Weltraum entweichen.

    Da liegt schon eine gewisse Ironie in der Sache: Unten, da, wo wir leben, wird es immer heisser – und ganz weit oben, wo es keinem mehr etwas nützt, wird es immer kühler.

    Und wieder gelangen wir zu der gleichen Erkenntnis: Wir müssen die CO2-Emissionen, die offensichtlich das natürliche Gleichgewicht auf eine gefährliche Art und Weise durcheinanderbringen, schnellstmöglich stoppen.


    Der dritte Artikel beschäftigte sich mit 2 sehr wichtigen Punkten: Dem nicht mehr vermeidbaren Klimawandel und den zerstörerischen Auswirkungen, unter denen wir Menschen leiden werden.

    Der nicht mehr vermeidbare Klimawandel in den Ozeanen ist bereits eingetreten, aber noch nicht in seinen vollständigen Auswirkungen messbar. Er ist bedingt durch den Prozess einer lang anhaltenden, allmählichen Durchmischung warmen Oberflächenwassers mit dem kalten Wasser in der Tiefe. Wärme, die den Ozean langsam nach unten durchdringt. Dieser Prozess ist nicht mehr aufhaltbar oder gar umkehrbar, wenn die Wärmeenergie einmal im Wasser gespeichert wurde. Es setzt etwas ein, von dem wir schon oft gehört haben: Der langsame und unaufhaltsame Anstieg des Meeresspiegels.

    Der Anstieg der Meeresspiegel, der weite Küstenregionen betreffen wird, ist schon heute nicht mehr aufzuhalten – mit keinen Mitteln.

    Nach der Erwärmung der Weltmeere müssen wir jetzt aber auch von extremem Wetter sprechen, insbesondere von Hurrikanen und tropischen Stürmen. Denn beides ist untrennbar miteinander verbunden.

    In den letzten Jahren haben wir die stärksten Stürme weltweit aufgezeichnet. Als Beispiele seien genannt der Hurrikan Patricia Oktober 2015 im Nordpazifik und kurz darauf im Frühjahr 2016 der stärkste Sturm, der je in der südlichen Hemisphäre zu messen war, nämlich der Zyklon Winston. Und der stärkste Sturm, der jemals auf dem offenen Atlantik gemessen wurde, das war Irma im Spätsommer 2017.

    Und heute kommt der Hurrikan Ida:

    Hurrikan Ida trifft heute, 29/08/21, mit unglaublicher Zerstörungskraft bei new Orleans auf die amerikanische Küste.

    Und heute, am 29. August 2021, wird Hurricane Ida als Sturm der Kategorie 4 in Louisiana auf die amerikanische Küste treffen. Winde mit einer Geschwindigkeit von unglaublichen 242 Stundenkilometern und Flutwellen mit über 3 Metern Höhe werden erwartet!

    Ida gilt als der stärkste Sturm, den Louisiana jemals erlebt hat. Wer bitte will so etwas am eigenen Leibe erleben?

    Es gibt also einen Trend zu extremeren, intensiveren Stürmen und Wissenschaftler haben geschätzt, dass für jedes Grad Celsius Erwärmung der Oberflächentemperaturen der Ozeane die maximalen Windgeschwindigkeiten und die Häufigkeit dieser Stürme insgesamt um etwa sieben Prozent ansteigen können.

    Irma wütet in der Karibik

    Was bedeutet das für uns Menschen?

    Man berechnet das zerstörerische Potenzial eines Hurrikans als dritte Potenz der Windgeschwindigkeit, 7% Zunahme der Windgeschwindigkeit bedeuten also gleichzeitig etwa 23% Zunahme des zerstörerischen Potentials eines solchen Sturmes. Es ist also wahrscheinlich kein Zufall, dass wir in den vergangenen Jahren einen Trend zu intensiveren und zerstörerischeren Stürmen beobachten, da sich die Temperaturen der Ozeanoberfläche erwärmen.

    Die Zunahme der Intensität von Hurrikanen korreliert mit der Erwärmung der Ozeane. Und das ist die Formel, die die Wissenschaft dafür aufgestellt hat:

    1 Grad Celsius Erwärmung der Wassertemperatur der Weltmeere bringt um 7% höhere Windgeschwindigkeiten in den Stürmen und damit ein um 23% höheres Zerstörungspotential!


    Folgerichtig musste sich der vierte Artikel mit den Veränderungen der Niederschläge und des Niederschlagsmusters befassen.

    Denn die Niederschlagsmuster spiegeln am deutlichsten die früheren und künftigen Auswirkungen des Klimawandels wieder.

    Wenn sich die Erde erwärmt, wenn sich die Ozeane erwärmen und mehr Feuchtigkeit in die Atmosphäre verdunstet, kann es zu intensiveren Niederschlägen kommen. Selbst in Regionen, in denen öfter Dürre herrscht, kann es zu intensiveren Niederschlägen und intensiveren Schneefällen kommen, weil eine wärmere Atmosphäre mehr Feuchtigkeit speichert. Wenn also die Bedingungen für Niederschläge günstig sind, wenn es durch die Erwärmung zu einer Aufwärtsbewegung in der Atmosphäre kommt, kann tatsächlich mehr Niederschlag aus der Atmosphäre herauskommen.

    Nicht nur Hitzeperioden – auch extreme Regenfälle und Hochwasser sind Auswirkungen der globalen Erderwärmung und des Klimawandels.

    Auch diese Veränderungen stimmen mit dem überein, was wir als Folge des Klimawandels erwarten, nämlich dass sich der trockene Wüstengürtel mit der Erwärmung des Planeten polwärts ausbreitet, während die Gesamtniederschläge weltweit und im Norden Europas zunehmen.

    Und das zeigt uns einmal mehr, welch tiefgreifende Auswirkungen selbst eine geringe Erwärmung auf das Klima haben kann. Wenn wir so weitermachen wie bisher, könnte ein Sommer wie der europäische Sommer 2003 in relativ naher Zukunft einmal alle zwei Jahre auftreten. Eine katastrophale Hitzewelle würde in Europa und in vielen anderen Regionen der Welt zu einem zweijährlichen Ereignis werden – mit zehntausenden Toten.


    Der fünfte Artikel begann mit einer traurigen Feststellung:

    Das Eis in seinen verschiedenen Formen, Meereis, Gletscher und Eisschilde, schwindet weltweit.

    Einer der alarmierendsten Trends ist, dass vor allem das mehrjährige Eis in den letzten Jahrzehnten geringer wurde. Tatsächlich gibt es nur noch sehr wenig mehrjähriges Eis, das meiste Eis, das wir inzwischen in der Arktis sehen, ist das saisonale Meereis, das dünne Eis, das mit den Jahreszeiten kommt und geht und oft nicht dick genug wird, um jagende Eisbären zu tragen.

    Immer grössere Teile des mehrjährigen Eises in der Arktis schmelzen ab: In knapp 40 Jahren hat die Arktis fast 40% ihres Eisschildes verloren.

    Auch bei den Gletschern sehen wir einen ähnlichen Trend. Es gibt das Gletscherwachstum, das durch Akkumulation von Schneefall den Gletscher wachsen lässt, und die Ablation, die den Verlust von Eis, entweder durch Abschmelzen oder durch direkte Sublimation von Eis in die Atmosphäre, beschreibt.

    Betrachtet man den Trend der Messdaten, so zeigt sich, dass die Gebirgsgletscher rund um den Globus im letzten Jahrhundert in dramatischem Tempo zurückgegangen sind. Aber warum passiert das? Nun, insbesondere wärmere Sommer führen zu einem höheren Eisverlust, der die Winterakkumulation, das durch Schneefall sich neu bildende Eis, übersteigt.

    Werfen wir einen Blick auf die aggregierten Daten aus Satellitenmessungen, die uns Aufschluss über die Gesamtveränderungen der Eismasse dieser beiden kontinentalen Eisschilde, des arktischen und des antarktischen Eisschildes, geben. Und wir sehen, dass diese Eisschilde bereits beträchtliche Mengen an Eis verloren haben.

    Wenn man noch vor einem Jahrzehnt Experten auf diesem Gebiet gefragt hätte, was sie erwarten würden, hätten sie gesagt, dass wir wahrscheinlich bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts keinen nennenswerten Verlust an Eis bei diesen beiden kontinentalen Eisschilden sehen würden. Und zwar deshalb, weil die Modelle mit der Erwärmung der Ozeane höhere Niederschläge und damit eine verstärkte Ansammlung von Schnee im Zentrum der Eisschilde vorhersagten, was den verstärkten Verlust an der Peripherie der Eisschilde durch die Erwärmung der Ozeane ausgleichen würde. Das war leider ein Irrtum.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle Bereiche der Kryosphäre, von den Gebirgsgletschern bis hin zu den kontinentalen Eisschilden, in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich an Eis verloren haben.

    Ist ja eigentlich auch logisch und leicht zu verstehen: Während sich die Erde weiter erwärmt, schmilzt auch das Eis weiter.

    Was sind die Folgen dieser Eisschmelze? Nun, die Tatsache, dass die Eisschilde früher als von den meisten Modellen der Wissenschaftler vorhergesagt zu kollabieren beginnen, bedeutet, dass wir den Beitrag des schmelzenden Eises beim Anstieg des Meeresspiegels früher als erwartet erleben werden.

    Und tatsächlich steigt auch der Meeresspiegel schneller, als noch vor einem Jahrzehnt vorhergesagt.

    Vor diesem Hintergrund muss man leider sagen: Haltet euch in etwa 50 Jahren von den Küsten fern – es könnte nass und ungemütlich werden. Auf alle Fälle sollten Besitzer von Liegenschaften in unmittelbarer Küstennähe mit einem einsetzenden Wertverlust in den kommenden Jahrzehnten rechnen, der gegen Ende des 21. Jahrhunderts auch ein Totalverlust werden könnte.


    Der sechste und letzte Teil der zweiten Artikelserie beschäftigte sich mit der Erdgeschichte und den Klimaveränderungen der vergangenen 100 Millionen Jahre bis heute.

    Eines der häufigsten Argumente, das wir von Personen hören, die den Klimawandel nicht für vom Menschen gemacht halten, ist, dass sich das Klima doch schon immer geändert hat, dass die globale Erwärmung doch Teil eines natürlichen Prozesses sei.

    Natürlich ist das ein Argument, dass man nicht einfach vom Tisch wischen kann. Und ja, in diesem Punkt haben sie sogar recht, die Leugner eines menschengemachten Klimawandels: Das Klima wandelt sich, seit es ein Klima auf unserem Planeten gibt. Auch stimmt es, dass die Temperaturen und der CO2-Gehalt der Atmosphäre vor Millionen von Jahren schon wesentlich höher waren als heute.

    Aber all das ist für uns Menschen nicht ausschlaggebend. Wichtig ist lediglich die Frage: Können wir mit dem jetzigen Tempo des Klimawandels mithalten? Welchen Schaden wird er der Menschheit bringen? Wird sie ihn überhaupt überleben?

    Wir haben festgestellt, dass die paläoklimatischen Beweise auf historischen Zeitskalen, auf Jahrtausendzeitskalen, die das Kommen und Gehen von Eiszeiten zeigen, und auf den längsten geologischen Zeitskalen, die uns bis ins Zeitalter der Dinosaurier zurückführen, zeigen, dass die heute stattfindende Erwärmung einmalig ist. Dass die Erwärmungsrate, die wir aufgrund des vom Menschen verursachten Klimawandels beobachten, jede Erwärmungsrate übersteigt, die die Wissenschaft für irgendeinen Zeitpunkt in der Vergangenheit dokumentieren konnte.

    Die Untersuchung des Klimas in der Vergangenheit unterstreicht die Rolle, die der vom Menschen verursachte Anstieg der Treibhausgase heute für die globale Erwärmung und den Klimawandel spielt.

    Und niemand vermag zu sagen, ob die Menschheit dazu in der Lage ist, eine Klimaveränderung in einem solchen Ausmass und in dieser nie da gewesenen Geschwindigkeit überleben zu können – falls es uns nicht gelingt sie zu stoppen.


    Unsere grosse Artikelserie über den Klimawandel soll dazu beitragen, ein Basiswissen zu bekommen, das notwendig ist, um ein Verständnis für die komplexen Zusammenhänge des Klimas zu erlangen. Ausserdem hoffen wir auch, Argumente und Informationen zu liefern, die mithelfen können, Leugner des vom Menschen verursachten Klimawandels davon zu überzeugen, dass sie sich die Sache nochmals überlegen sollten…

    Weiter geht es mit dem dritten Teil unserer grossen Artikelserie, der sich mit den Klima- und Wettermodellen beschäftigt, die die Wissenschaftler nutzen, um die Zukunft vorherzusagen. Und wie bei jeder Vorhersage kommt es auf kleinste Details an, die wahrhaft grosse Auswirkungen haben können. Hier der Link: Klimamodelle oder wie die Wissenschaft unsere Zukunft sieht

    Andreas M. Brucker, Redaktionsleitung, Nachrichten.fr

    Alle Artikel unserer Serie über den Klimawandel findet ihr unter diesem Link …


    Und hier nun, wie versprochen, eine Liste von wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu den behandelten Themen:

    IPCC 2014: Observed Changes and Their Causes

    Citation: IPCC, 2014: Climate Change 2014: Synthesis Report. Contribution of Working Groups I, II and III to the Fifth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change [Core Writing Team, R.K. Pachauri and L.A. Meyer (eds.)]. IPCC, Geneva, Switzerland, 39-54.

    National Climate Assessment 2018, Chapter 2 – Our changing climate

    Citation: Hayhoe, K., D.J. Wuebbles, D.R. Easterling, D.W. Fahey, S. Doherty, J. Kossin, W. Sweet, R. Vose, and M. Wehner, 2018: Our Changing Climate. In Impacts, Risks, and Adaptation in the United States: Fourth National Climate Assessment, Volume II [Reidmiller, D.R., C.W. Avery, D.R. Easterling, K.E. Kunkel, K.L.M. Lewis, T.K. Maycock, and B.C. Stewart (eds.)]. U.S. Global Change Research Program, Washington, DC, USA, pp. 72–144. doi: 10.7930/NCA4.2018.CH2

    Northern hemisphere temperatures during the past millennium: Inferences, uncertainties, and limitations

    Citation: Mann, M. E., Bradley, R. S., & Hughes, M. K. (1999). Northern hemisphere temperatures during the past millennium: Inferences, uncertainties, and limitations. Geophysical Research Letters, 26(6), 759-762.

    Record temperature streak bears anthropogenic fingerprint

    Citation: Mann, M. E., S. K. Miller, S. Rahmstorf, B. A. Steinman, and M. Tingley (2017), Record temperature streak bears anthropogenic fingerprint, Geophys. Res. Lett., 44, doi:10.1002/ 2017GL074056.

  • Zyklon Bélal auf La Réunion: Alarmstufe Violett – mindestens ein Toter und 100.000 Haushalte ohne Strom

    Zyklon Bélal auf La Réunion: Alarmstufe Violett – mindestens ein Toter und 100.000 Haushalte ohne Strom

    Für die Insel La Réunion (französisches Überseedepartement) gilt am Montag seit 6 Uhr früh die Zyklonwarnstufe Violett. Dabei handelt es sich um die höchste mögliche Alarmstufe. Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Die Rettungsdienste können wegen der hohen Gefahrenstufe nicht mehr eingreifen.

    Die höchste Alarmstufe wurde am Montagmorgen vom Präfekten des Departements und der Region La Réunion ausgelöst. Laut Météo France könnte der Zyklon „Bélal“, der über die Insel ziehen soll, „verheerend“ sein und wird wohl „Geschichte schreiben“.

    La Réunion hat 870.000 Einwohner.
    Nach Angaben der Präfektur von La Réunion ist am Montag bereits eine Person gestorben. Nach ersten Informationen sind mindestens 100.000 Haushalte ohne Strom. Die Bewohner der Insel werden aufgefordert, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten.
    Am Montagmorgen wurden bereits schwere Windböen mit über 200 km/h verzeichnet.

    Auch Mauritius vom Wirbelsturm betroffen

    Auch auf der Insel Mauritius wurde von den Behörden ein Alarm der Stufe 3 ausgelöst. Die Insel wurde am Montag von heftigen Überschwemmungen heimgesucht. Zahlreiche Autofahrer waren auf überschwemmten Straßen in ihren Fahrzeugen blockiert.

  • Klimamodelle oder wie die Wissenschaft unsere Zukunft sieht

    Klimamodelle oder wie die Wissenschaft unsere Zukunft sieht

    Alle Artikel unserer Serie über den Klimawandel findet ihr unter diesem Link …

    In der heute beginnenden dritten Phase unserer grossen Artikelserie über den Klimawandel werden wir uns heute zunächst den Modellen der Klimavorhersage widmen.

    Auch wenn wir in den vorherigen Artikeln die Beweise dafür gefunden haben, dass sich die Erde wirklich erwärmt und dass es eine ganze Reihe von Veränderungen im Klimasystem gibt, die mit der Erwärmung zusammenhängen, und auch wenn diese Veränderungen auf einen vom Menschen verursachten Klimawandel hindeuten, können aus diesen Trends und Feststellungen alleine keine Schlüsse auf künftige Entwicklungen gezogen werden. Hier kommen die theoretischen Klimamodelle ins Spiel.

    Mit komplexen Modellrechnungen berechnen Wissenschaftler das Ausmaß und die Folgen des Klimawandels. Um die Qualität der Berechnungen zu überprüfen, füttern sie ihre Computer auch mit Daten aus der Vergangenheit. Bild: AWI

    Erst die Klimamodelle ermöglichen es uns, Annahmen über den Fortschritt und die Auswirkungen des Klimawandel zu testen. Ist es doch klar, dass nur verlässliche und immer wieder überprüfte Modelle vorhersagen können, wie hoch oder niedrig eine Erwärmung der Erde bei einer vom Menschen verursachten Veränderung der Treibhausgaskonzentration ausfallen könnte.

    Die einfachen Klimamodelle bilanzieren das von der Sonne einfallende Sonnenlicht und die von der Erdoberfläche ausgehende Wärmestrahlung (Sonnenerwärmung = kurzwellige Strahlung, die von der Erdoberfläche ausgehende Wärme = langwellige Strahlung, siehe: Klimawandel: Wie genau funktioniert eigentlich diese Erderwärmung?).

    Bei den einfachsten Modellen wird die ein- und ausgehende Strahlung bilanziert, und man kann so die Temperatur der Erde berechnen. So ein Modell mag nützlich sein, wenn man verstehen will, wie viel Erwärmung wir im globalen Durchschnitt bei einem Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen erwarten können. Aber wenn man sich für die Niederschlagsmuster in Europa oder die Schneefälle im Osten der USA, für Veränderungen in den Meeresströmungen oder für eine beliebige Anzahl von unzähligen Klimavariablen und regionalen Einflüssen interessiert, die für stimmige Vorhersagen über die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Gesellschaft von Interesse sein könnten, dann kann man mit einem Modell, das eine so einfache Wärmebilanz zieht, natürlich nicht viel anfangen.

    Dieses einfache Modell nennen die Klimaforscher das 0-dimensionale Energiebilanzmodell.

    Und natürlich haben die Forscher immer ausgefeiltere Modelle entwickelt, die schließlich zu dem führen, was man globale gekoppelte Klimamodelle nennt, bei denen man die Atmosphäre in viele verschiedene Boxen rund um den Globus aufteilt und die physikalischen Gleichungen für jede dieser Boxen und deren Wechselwirkung miteinander in Verbindung setzt und auflöst.

    Für den Ozean macht man dasselbe, man unterteilt ihn in viele verschiedene Boxen und beschreibt die Temperaturschwankungen, aber man lässt auch Windmuster, Meeresströmungen, Niederschläge und alle anderen Variablen einfliessen, die von Interesse sein könnten.

    Ein sogenanntes globales gekoppeltes Klimamodell, in das die bekannten Besonderheiten möglichst engmaschig und genau eingefügt werden.

    In gewissem Sinne ähnelt ein gekoppeltes Klimamodell den numerischen Wettervorhersagemodellen, die heute zur Vorhersage des Wetters rund um den Globus verwendet werden. Mit einem wichtigen Unterschied: Beim Klima sind die Zeitspannen der Vorhersage wesentlich länger, und daher können wir uns nicht nur auf die Atmosphäre konzentrieren und beschränken, sondern müssen auch die Ozeane und die Biosphäre einbeziehen. Die Rolle, die das menschliche und tierische Leben für das Klima spielt, die Vegetation, der Kohlenstoffkreislauf, das Gleichgewicht des Kohlenstoffs in den Klimasystemen, die Eisschilde und Gletscher und wie alle mit den jeweils anderen Komponenten interagieren – das alles muss Bestandteil eines verlässlichen Klimamodells sein.

    Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung

    Am Ende erhält man ein komplexes Modell, das buchstäblich aus Tausenden von Zeilen Computercode besteht und auf einem Superrechner ausgeführt werden muss, um die Lösungen für alle interessierenden Gleichungen und Formeln zu erhalten.

    Aber der Aufwand lohnt sich, denn es gibt eine lange Reihe von Möglichkeiten, Klimamodelle zu nutzen. Nicht zuletzt können wir sie sogar dazu verwenden zu verstehen, was in der Vergangenheit passiert ist.

    So ist es zum Beispiel möglich, die Eiszeiten zu reproduzieren, wenn das Muster der Sonneneinstrahlung in Verbindung mit den verschiedenen Änderungen der Erdumlaufbahn in der Vergangenheit in Verhältnis gesetzt werden. Aber können wir die Wärme der frühen Kreidezeit vor hundert Millionen Jahren in einem Modell reproduzieren (und damit erklären), als die Treibhausgaskonzentrationen wesentlich höher waren als heute?

    Ja, genau das haben Klimawissenschaftler bereits versucht, und es ist ihnen gelungen, diese längst vergangenen Klimaveränderungen zu modellieren. Die daraus entstandene Fähigkeit, das Geschehene korrekt zu beschreiben, gibt uns natürlich auch Aufschluss über die Zuverlässigkeit dieser Modelle bei der Beschreibung des heutigen Geschehens und der erwarteten Veränderungen in der Zukunft.

    Verlässliche Klimamodelle sind sehr wichtig, um die richtigen Schlüsse aus der derzeitigen Situation zu ziehen und natürlich auch, um die richtigen Prognosen für die Zukunft zu erstellen. Schließlich gehen wir davon aus, dass wir durch unsere Handlungen, durch Änderungen in unserem Leben, im Transport, in der Industrie und unserer Einstellung zu der Natur noch einige Weichen für die Zukunft stellen können. Damit diese Weichen aber an der richtigen Stelle in die richtige Richtung weisen, brauchen wir funktionierende Klimamodelle, die unsere Bemühungen entweder bestätigen oder Fehler aufzeigen.

    Gute Modelle, die mit verschiedenen Konzentrationen von Treibhausgasen in der Atmosphäre gefüttert werden, sagen uns voraus:

    • wie sich die zukünftige Erwärmung des Planeten darstellen wird
    • wie sich die Verschiebung von Luft- und Meeresströmungen auf das Klima und unser Wetter auswirken werden
    • wie die Verschiebung von Niederschlags- und Trockenheitsmustern zu erwarten ist
    • wie sich all die anderen Dinge, die uns interessieren, da sie für unser Überleben wichtig sind, entsprechend verändern.

    Die Modelle ermöglichen es uns nicht nur, unser Verständnis der Physik, der Chemie und der Biologie der verschiedenen Komponenten, aus denen das Klimasystem der Erde besteht, theoretisch-wissenschaftlich zu formalisieren. Sie werden uns dabei helfen, unsere Städte so umzugestalten, dass wir mit der Erwärmung besser umgehen können. Sie werden uns auch dabei helfen, unsere Küstenregionen entsprechend dem Anstieg des Meeresspiegels umzugestalten und abzusichern. Und natürlich werden sie uns dabei helfen, uns auf häufigere, heftigere und zerstörerischere Stürme in der Zukunft einstellen zu können.

    Hier ein höchst aktuelles Beispiel: Am Sonntag traf der Hurrikan Ida in New Orleans auf die Küste und zog mit Windgeschwindigkeiten von etwa 240 km/h über die Stadt. Wissenschaftler hatten vor Überflutungen gewarnt, wie man sie bereits Ende August 2005 in New Orleans erlebte. Glücklicherweise waren die Verantwortlichen der Stadt und des Staates Louisiana klug genug, mit den Klimamodellen, die ihnen zur Verfügung standen, verschiedene Szenarien durchzuspielen und dadurch geeignete Sicherungsmassnahmen zu ergreifen. Das Resultat: Der Sturm Ida war zwar stärker als Katrina, aber die Folgen der Sturmflut sind offensichtlich wesentlich geringer als damals. Den Klimamodellen sei es gedankt!

    Wir beschäftigen uns in dieser Woche mit den Klimamodellen, weil sie im Endeffekt helfen können und werden, viele Menschenleben zu retten.

    Mit Hilfe dieser mathematischen Modelle können wir fundierte Prognosen darüber erstellen, was wir in der Zukunft unter verschiedenen möglichen Szenarien, zum Beispiel in Bezug auf das Auftreten heftiger Wetterphänomene, erleben könnten.

    Ist es nicht viel beruhigender zu sehen, dass die Zukunft berechnet werden kann und nicht in einer Kristallkugel erahnt werden muss?

    Hier geht es zum nächsten Artikel: Klimawandel: Szenarien einer einer ungewissen Zukunft

    Bis dahin, bleibt gesund!

    Andreas M. Brucker, Redaktionsleitung, Nachrichten.fr

    Alle Artikel unserer Serie über den Klimawandel findet ihr unter diesem Link …


    Und hier noch einige Links für Neugierige:

    National Oceanic and Atmospheric Administration. (n.d.). Climate Models. Retrieved from climate.gov: https://www.climate.gov/maps-data/primer/climate-models

    McSweeney, R., & Hausfather, Z. (2018, January 15). Q&A: How do climate models work? Retrieved from Carbon Brief: https://www.carbonbrief.org/qa-how-do-climate-models-work

    Australian Government Department for Environment. (n.d.). Climate Sensitivity Fact Sheet. Retrieved from environment.gov.au: https://www.environment.gov.au/system/files/resources/d3a8654f-e1f1-4d3f-85a1-4c2d5f354047/files/factsheetclimatesensitivitycsiro-bureau.pdf

  • Zyklon Belal: Im Überseedepartement La Réunion herrscht heute ab 17 Uhr Pariser Zeit Alarmstufe Rot

    Zyklon Belal: Im Überseedepartement La Réunion herrscht heute ab 17 Uhr Pariser Zeit Alarmstufe Rot

    Das französische Überseedepartement La Réunion bereitet sich auf den Durchzug des „sehr gefährlichen Zyklons“ Belal, mit „potenziell verheerenden Winden“ in der Nacht von Sonntag auf Montag vor. Die Insel wird ab 17 Uhr (20 Uhr auf La Réunion) am Sonntagabend in Alarmstufe Rot versetzt. Die Bevölkerung wird aufgefordert, die Häuser nicht zu verlassen.

    La Réunion wurde am Samstagabend bereits unter Zyklonwarnstufe Orange gestellt, was „Gefahr innerhalb von 24 Stunden“ bedeutet. Eine Warnstufe, die um 17 Uhr Pariser Zeit – Ortszeit La Reunion 20 Uhr – auf Rot wechselt.

    Der Sturm Belal, der derzeit als tropischer Wirbelsturm eingeordnet ist, befindet sich weniger als 300 Kilometer nördlich von La Réunion. Er könnte sich jedoch zu einem „sehr gefährlichen Zyklon mit extremen Winden“ entwickeln, wenn er in der Nacht von Sonntag auf Montag an der französischen Insel vorbeizieht, so Météo-France.

    Es wird erwartet, dass der Zyklon in den nächsten 24 Stunden weiter an Intensität zunimmt. „Die Unsicherheit über die genaue Zugbahn liegt noch bei etwa 80 km, aber die Wahrscheinlichkeit eines Durchzugs in unmittelbarer Nähe von La Réunion ist signifikant“, meldete die französische Wetteragentur.

  • Frankreich: – 31.8°C in der letzten Nacht in einem „Kälteloch“ gemessen

    Frankreich: – 31.8°C in der letzten Nacht in einem „Kälteloch“ gemessen

    Die Kälte hat sich in Frankreich eingenistet. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden in einem „Kälteloch“ eisige Temperaturen gemessen. Welches sind die Orte, an denen es in Frankreich am kältesten ist?

    Brrr – man stelle sich vor, bei einer Außentemperatur von -31,8°C nach draußen gehen zu müssen. Das ist die Temperatur, die letzte Nacht um 3 Uhr morgens in Darbounouse auf der Hochebene des Vercors gemessen wurde, wie die Aufzeichnungen von Info Climat belegen. Die Ebene von Darbounouse ist das, was man ein „Kälteloch“ nennt. Sie liegt zwischen La Chapelle-en-Vercors und Corrençon-en-Vercors im Departement Isère.

    „Es ist ein Ort, an dem es thermische Anomalien gibt. Man liegt meist 10°C unter den anderen Temperaturen. Man hat immer extrem kalte Temperaturen im Vergleich zu den Rändern des Talkessels“, erklärte der Geologe Pierre-Eymard Biron gegenüber dem TV-Sender France Bleu. Die Täler im Vercors und im Jura sind dafür bekannt, dass sie im Winter solche extremen Temperaturen aufweisen können. In der Combe Noire de Mignovillard im Jura wurden am vergangenen Freitag um 9 Uhr morgens -36,4°C gemessen.

    Vom absoluten Kälterekord in Frankreich ist man jedoch noch ein ganzes Stück entfernt. Dieser Rekord liegt bei – 41°C. Diese Tiefsttemperatur war im Winter 1985 in Mouthe im Département Doubs in einem Dorf gemessen worden, das den Spitznamen „Klein-Sibirien“ trägt.

    Wie sind solche Temperaturen möglich? Sie entstehen in tiefen und engen Tälern, in die eisige Luft eindringt und dort ein Mikroklima schafft. Nachts, bei klarem Himmel und Windstille, strömt die kalte Luft in die Täler und wird dort eingeschlossen. Nur wenige Kilometer entfernt können die Temperaturen viel milder sein.

    Die bekanntesten Kältelöcher befinden sich im Haut-Doubs um den Ort Mouthe, in den Alpen um Chamonix, in den Pyrenäen bei Cauterets oder im Ossau-Tal und in geringerem Maße im Zentralmassiv in der Nähe der Margeride und an einigen Flanken des Sancy im Cantal, listet La Chaîne Météo auf.