Kategorie: Klimawandel

  • Waldbrände in Frankreich: Schon mehr als 47.000 Hektar im Jahr 2022 verbrannt

    Waldbrände in Frankreich: Schon mehr als 47.000 Hektar im Jahr 2022 verbrannt

    Am Donnerstagabend, dem 4. August, loderten im Departement Alpes-de-Haute-Provence erneut die Flammen. Die Brände in Niozelles und Rougon sind wieder aufgeflammt und breiten sich weiter aus. Seit Anfang des Jahres sind in Frankreich bereits mindestens 47.286 Hektar Vegetation in Flammen aufgegangen. Das ist eine viermal so grosse Fläche wie die Stadt Paris.

    Noch nie zuvor hat es in Frankreich einen Sommer mit so vielen Bränden gegeben. Innerhalb von 15 Jahren hat sich die verbrannte Fläche vervierfacht. Im Jahr 2022 zählen die Behörden 47.286 Hektar verbrannte Fläche. Das ist ein neuer Rekord. Aufgrund der globalen Erwärmung wird es in Zukunft häufiger zu grossen Bränden kommen. Mittlerweile ist das gesamte Hexagon bedroht. In Frankreich gibt es 3.400 Löschzüge. Nach Angaben der Feuerwehr werden doppelt so viele benötigt.

    Mehr Mittel und Freiwillige
    „Die Verteilung dieser Fahrzeuge ist extrem auf Südfrankreich konzentriert, was bedeutet, dass wir eine ehrgeizige Politik verfolgen müssen, um die Ausrüstung bestimmter Feuerwehr-Kasernen in Nordfrankreich zu verbessern, die ihrerseits dafür sorgen müssen, dass sie gegen die Brände, ein neues Phänomen im Norden, kämpfen können“, erklärte Eric Brocardi, Sprecher der französischen Feuerwehr auf dem Sender France 2. In einem Bericht forderte der Senat den Staat auch dazu auf, mehr in eine bessere Waldplanung zu investieren. Ausserdem braucht es nach Ansicht der Feuerwehr 50.000 freiwillige Feuerwehrleute zusätzlich zu den 200.000, die es heute gibt.

  • Wasserknappheit: Sind ganze Regionen bald ohne Leitungswasser?

    Wasserknappheit: Sind ganze Regionen bald ohne Leitungswasser?

    In Frankreich herrscht Dürrealarm. In einigen Gebieten ist die Situation sehr schlimm und die lokalen Behörden sehen sich gezwungen, Leitungswasser abzustellen.

    Überall in Frankreich wird von Problemen bei der Wasserversorgung berichtet. In vielen Gegenden hat man Angst, dass die lokale Versorgung zusammenbricht oder die Behörden gezwungen sind, wegen Wassermangels strenge Beschränkungen aufzuerlegen.

    In einigen Regionen im Süden Frankreichs ist die Situation inzwischen sehr brenzlig geworden – die Bewohner haben kein fließendes Wasser mehr.

    Die örtliche Wasserversorgung wird teilweise gestoppt, weil das inzwischen sehr niedrige Grundwasser ganz versiegt oder nicht mehr trinkbar ist.

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    So haben zum Beispiel die Behörden im Norden Korsikas am Mittwoch davor gewarnt, dass das Wasser „in 25 Tagen zu Ende sein“ könne, wenn der derzeitige Verbrauch anhält. Dörfer in der Drôme, im Finistère, in der Haute-Saône, in der Dordogne, in den Vogesen, im Var, in der Creuse und in der Haut-Loire meldeten schon vorübergehende Unterbrechungen der Wasserversorgung.

    Aus dem kleinen Dorf Ollières im südostfranzösischen Departement Var berichtete Franceinfo, dass das Leitungswasser von der Gemeinde vorübergehend abgestellt werden musste. Nach der Wiederaufnahme der Wasserversorgung musste das Wasser für unsicher erklärt werden, weil Sand und Sedimente in die Leitungen gelangt waren. Die Gemeindeverwaltung begann daraufhin mit der Verteilung von Wasserflaschen, und die Menschen wurden aufgefordert, kein Leitungswasser zu trinken.

    „Innerhalb von drei Stunden wurden die 700 Einwohner mit Wasserflaschen versorgt“, so Bürgermeister Arnaud Fauquet-Lemaitre gegenüber Franceinfo.

    Der ungewöhnlich heiße und trockene Sommer, der auf einen milden Winter mit wenig Schneefall in den Alpen folgte, wodurch das Schmelzwasser, das einen großen Teil der Wasserversorgung der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur ausmacht, fehlte, löst nun eine Wasserknappheit mit historischem Ausmass aus.

    In einem anderen Dorf im Departement Var hat das Bürgermeisteramt ein Wasserlimit von 200 Litern pro Person und Tag verhängt.

    Lesen Sie auch: Wasserknappheit: In Bagnols-en-Forêt (Var) gibts nur noch 200 Liter/Tag und Haushalt

    Frankreich erlebte dieses Jahr den trockensten Juli aller Zeiten und im Sommer 2022 gab es bereits drei starke Hitzewellen. Experten warnen, dass solche Hitzewellen und Dürren mit dem Voranschreiten der Klimakrise in den kommenden Jahren immer häufiger und heftiger werden könnten.

  • Trockenheit: Premierministerin Borne aktiviert wegen „historischer Situation“ interministeriellen Krisenstab

    Trockenheit: Premierministerin Borne aktiviert wegen „historischer Situation“ interministeriellen Krisenstab

    Laut Wettervorhersage wird sich die Lage auch in den nächsten Tagen nicht bessern.

    Angesichts einer „außergewöhnlichen Dürre“ und einer „historischen Situation, die viele Gebiete durchleben“, hat Premierministerin Elisabeth Borne beschlossen, eine interministerielle Krisenzelle zu aktivieren, wie ihr Büro am Freitag bekannt gab.

    Der Krisenstab werde schon im Laufe des Tages zusammentreten, so eine Regierungsquelle. „Diese Dürre ist die schlimmste, die jemals in Frankreich registriert wurde“ und „die Wettervorhersagen lassen vermuten, dass die Situation in den nächsten 15 Tagen anhalten oder sogar noch besorgniserregender werden könnte“, meldete das Büro der Premierministerin.

    Probleme durch die Hitzewellen
    „Die außergewöhnliche Trockenheit, die wir derzeit erleben, entzieht vielen Gemeinden das Wasser und ist ein Drama für unsere Landwirte, unsere Ökosysteme und die Artenvielfalt“, fügte der Dienst der Premierministerin in der Erklärung hinzu.

    Treffen der Präfekten
    Der Krisenstab soll eine regelmäßige Informationsweitergabe durch die Präfekten der Departements der am stärksten betroffenen Gebiete sicherstellen und die Aktivierung der Unterstützungspläne-Pläne für die betroffenen Orte und Gebiete überwachen und notwendige Maßnahmen der zivilen Sicherheit (Wasserversorgung der Gemeinden, Lieferung von Trinkwasser usw.) koordinieren, lässt Bornes Büro verlauten. Der Krisenstab soll auch die Überwachung „der Auswirkungen der Dürre auf Infrastrukturen für Energieerzeugung und Verkehr sowie auf den Agrarsektor, insbesondere den Viehzuchtsektor“ sicherstellen.

    Elisabeth Borne forderte die Präfekten auf, „ab nächster Woche in jedem Spannungsgebiet die lokalen Wasserkommissionen und, sofern vorhanden, die anderen lokalen Abstimmungsstrukturen für die Wasserbewirtschaftung“ einzuberufen, um „die Priorisierung der Nutzungen im Bedarfsfall“ festzulegen. „Es wurden und werden überall dort, wo es notwendig ist, restriktive Maßnahmen ergriffen, um die vorrangigen Verwendungszwecke Gesundheit, zivile Sicherheit und Trinkwasserversorgung zu gewährleisten“.

    62 Departements „in der Krise“.
    Am Donnerstag waren 93 Departements von Wasserbeschränkungen betroffen, von denen 62 als „in der Krise“, der höchsten Alarmstufe, eingestuft wurden. Seit Mittwoch sind auch die Departements Creuse und Nièvre davon betroffen.

    Auch für den französischen Stromversorger EDF hat die Wasserknappheit schwere Folgen. Er könnte in den nächsten Tagen seine Atomstromproduktion weiter drosseln oder sogar einen Reaktor des Kraftwerks Tricastin (Drôme) aufgrund der niedrigen Wasserstände und hohen Temperaturen der Flüsse abschalten müssen.

  • Wasserknappheit: In Bagnols-en-Forêt (Var) gibts nur noch 200 Liter/Tag und Haushalt

    Wasserknappheit: In Bagnols-en-Forêt (Var) gibts nur noch 200 Liter/Tag und Haushalt

    Da sich die Dürre im Land jeden Tag weiter ausbreitet, haben einige Gemeinden inzwischen zu drastischen Maßnahmen gegriffen. In der Stadt Bagnols-en-Forêt, wie auch in anderen umliegenden Gemeinden, dürfen die Einwohner nur noch 200 Liter pro Tag und Haushalt verbrauchen.

    Viele Bewohner von Bagnols-en-Forêt (Var) trinken das Wasser aufgrund der Einschränkungen in der Gemeinde nur noch aus Flaschen. Es ist verboten, mehr als 200 Liter pro Tag und Haushalt zu verbrauchen. „Wir werden das Wasser nicht verschwenden, das Wasser laufen lassen, wie wir es sonst immer tun…. Jetzt sind wir etwas vorsichtiger“, räumt ein Anwohner gegenüber France 2 ein. Es ist natürlich auch verboten, den Pool zu füllen oder den Garten zu bewässern.

    Besorgte Einwohner
    In der Region hat die Dürre Rekordwerte erreicht. Das Niederschlagsdefizit beträgt stellenweise 70%. „Es ist besorgniserregend. Wenn man die Seen […] sieht, die wirklich sehr, sehr niedrig sind. So etwas hat man noch nie gesehen“, sagt ein anderer Einwohner vor der Kamera von France 2. Die beispiellose Situation betrifft natürlich auch die Geschäftsleute. Ein Restaurantbesitzer in der Gemeinde muss seinen Wasserverbrauch im Vergleich zum letzten Jahr um die Hälfte einschränken. „Der Tellerwäscher muss aufpassen, dass er nicht zu viel Wasser verbraucht, und was wir oft tun, ist auf die Toilette zu gehen, weil die Gäste die Wasserhähne offen lassen“.

  • Frankreich: Welche Risiken birgt die neue Hitzewelle für die Atomkraftwerke?

    Frankreich: Welche Risiken birgt die neue Hitzewelle für die Atomkraftwerke?

    Frankreich sieht sich bereits mit der dritten Hitzewelle des Sommers konfrontiert. Der Anstieg der Temperaturen belastet die nukleare Stromerzeugung, die stark von Wasser abhängig ist. Bereits im Juli war vier Kraftwerken eine vorübergehende Ausnahme von den Umweltvorschriften gewährt worden. Die Sorgen um die ökologischen Auswirkungen und die nukleare Sicherheit Frankreichs steigen.

    Nach nur ein paar Tagen Pause erstickt Frankreich wieder unter einer Hitzewelle. Vom Süden des Landes breitet sich die Hitzewelle seit Dienstag, dem 2. August, auch auf den Rest des Landes aus. Die Hitzewellen beeinträchtigen inzwischen auch die französische Atomenergieproduktion.

    Atomanlagen sind sehr wasserabhängig, da sie ständig gekühlt werden müssen, um sicher funktionieren zu können. Daher werden sie an Meeresküsten oder in der Nähe von Flüssen gebaut, wo sie große Mengen Wasser zur Verfügung haben. Das Wasser wird aufbereitet und je nach Kühlsystem vollständig oder zu über 90% an die Umwelt zurückgegeben.

    Aber: In jedem Fall wird das Wasser bei einer bestimmten Temperatur entnommen, um dann wärmer wieder zurückgeleitet zu werden.

    „Jedes Kraftwerk unterliegt spezifischen Regeln, was die Temperatur seiner Rückleitungen betrifft“, erklärt Valérie Faudon, Generaldelegierte der Société française d’énergie nucléaire (SFEN).

    In Fällen, in denen ein Risiko für die Stromversorgung besteht, kann der Betreiber EDF Anträge auf Ausnahmen bei der Behörde für nukleare Sicherheit stellen.

    Die Kraftwerke Golfech, Blaye und Saint-Alban sowie das Kraftwerk Bugey erhielten bereits Mitte Juli eine Ausnahmegenehmigung von den Umweltvorschriften, um die Versorgung mit Strom während der damaligen Hitzewelle zu gewährleisten. Ihnen wurde das Recht eingeräumt, wärmeres Wasser als üblich einzuleiten.

    Umweltorganisationen zufolge wird die Erwärmung des Flusswassers zwangsläufig zu einem gefährlichen Rückgang der Artenvielfalt führen. Mit zunehmender Temperatur wird das Wasser sauerstoffärmer, was bereits bedrohte Arten wie Lachse oder Forellen gefährdet.

    Hohe Temperaturen begünstigen auch das Wachstum von sauerstoffhungrigen Algen auf Kosten anderer Organismen, die dann ersticken. Darüber hinaus könnte die Erwärmung des Wassers auch zum Wachstum von Bakterien wie Legionellen führen, die Flüsse verunreinigen und gesundheitliche Probleme bei Anwohnern verursachen können.

    Und: Je niedriger der Wasserstand eines Flusses ist, desto höher wird – bei gleicher Reaktorleistung – die Temperatur eines Kernkraftwerks, da es weniger Wasser gibt, das die Wärme absorbieren kann.

    Könnte Frankreich eine Katastrophe wie in Fukushima erleben?
    Die thermische Trägheit eines Kernreaktors ist sehr groß. Selbst nach der Abschaltung eines Reaktors muss er noch Monate später weiter gekühlt werden, ganz zu schweigen vom Kühlbedarf der Lagerbecken für abgebrannte Brennelemente, die an jedem Standort vorhanden sind. Man kann sich eine Situation vorstellen, in der die Rhône so wenig Wasser führt, dass trotz der Abschaltung der Reaktoren nicht mehr genug Wasser vorhanden ist, um deren Mindestkühlung bei abgeschaltetem Reaktor zu gewährleisten. Bei einer solchen Konstellation könnte Frankreich eine Katastrophe wie in Fukushima erleben.

    In den Sommermonaten werden oft routinemäßige Wartungsarbeiten, bei denen die Reaktoren zur Vorbereitung auf den Winter mit Brennstäben aufgefüllt werden, durchgeführt. Aber in diesem Sommer ist es anders: Aufgrund von Kontrollen, bei denen Korrosionsschäden gefunden wurden, mussten 12 weitere Reaktoren abgeschaltet werden.

    Laut dem französischen Büro für geologische und mineralische Forschungen könnte die durchschnittliche jährliche Wassermenge der Flüsse in Frankreich bis 2050 um 10 bis 40 Prozent sinken. Im Sommer könnte der Wasserstand der Flüsse sogar um bis zu 60% sinken.

    Mit Meerwasser gekühlte Atomanlagen sind zwar nicht von der Problematik des Wasserrückgangs in den Flüssen betroffen, hier ist es eher der Anstieg des Wasserspiegels, der Sorgen bereitet.

    Im Dezember 1999 fegte der Sturm Martin über die Region Blayais hinweg. In der Mündung des Flusses Gironde wurde damals ein Teil des Atomkraftwerks überflutet, sodass zwei Reaktoren abgeschaltet werden mussten. Zwar konnte eine größere Katastrophe verhindert werden, doch der Vorfall hatte die nie verstummende Sorge um die Sicherheit der fünf Atomkraftwerke an der französischen Küste wieder aufleben lassen.

  • Wie Frankreich mit einer „beispiellosen“ Trockenheit umgeht

    Wie Frankreich mit einer „beispiellosen“ Trockenheit umgeht

    Einem regenarmen Winter und Frühling folgte der trockenste Juli aller Zeiten mit einer Reihe von Hitzerekorden: Die Dürre in Frankreich beunruhigt die Menschen. Insgesamt 93 der 96 Departements haben bereits Maßnahmen zur Einschränkung der Wasserversorgung ergreifen müssen.

    Auf einer Weide zwischen Tarn und Aveyron kauen die Kühe an den Heureserven, weil es kein Gras mehr gibt. Auf den Feldern verwandelt sich die Erde in Staub. Es ist eine katastrophale Dürre. Seit Juni gab es immer mehr Tage, an denen die Hitze und der Wind auf den Feldern zusammenwirkten. Die Austrocknung der Böden ist oft so stark, dass auf den leichten, flachen Böden im Herbst vielleicht nichts geerntet werden kann. Die Ernte von Sonnenblumen, Sojabohnen, Hirse und Mais ist in vielen Gegenden gefährdet.

    Lesen Sie auch: Neue Hitzewelle: Die Temperaturen sollen erst ab Freitag wieder fallen

    Auch der Weinbau ist betroffen: Auf vielen Weinbergen sehen die Winzer Verbrennungen, die Beeren werden von der Sonne verbrannt. Einige Winzer rechnen damit, dass sie die Ernte um einen Monat vorziehen müssen, was zu einem Rückgang der Erntemengen führen wird. Insgesamt werden die Ernten in Frankreich unter den von der Regierung am 1. Juli veröffentlichten Zahlen bleibent. Sogar die Blätter der Obstbäume und anderer Bäume werden stellenweise bereits gelb und fallen ab.

    Trockenster Juli in Frankreich
    Tatsächlich hat Frankreich mit 9,7 Litern kumulierten Niederschlägen pro Quadratmeter gerade „den trockensten Juli im Zeitraum 1959-2022“ erlebt, wie Météo-France gestern bestätigte. Der bisherige Rekord war der Juli 2020 mit 16,7 Litern Niederschlag pro Quadratmeter. Was die Sache noch verschlimmert: Der Monat Juni rangierte „auf dem zweiten Platz der trockensten Monate aller Monate seit Beginn der Messungen 1959“, so Météo-France. In Frankreich herrscht derzeit ein Niederschlagsdefizit von 84% im Vergleich zu den Normalwerten des Zeitraums 1991-2020. Man kann also tatsächlich von einer „historischen“ Trockenheit sprechen, die heute 93 Departements in „Dürrealarm“ versetzt.

    Laut den Wettervorhersagen sind echte Regenfälle in nächster Zeit nicht zu erwarten, dafür aber zunehmend ‚tropische‘ Gewitter, bei denen in sehr kurzer Zeit viel Regen fällt und das nicht unbedingt überall. Klimawissenschaftler sind besorgt: „Der Klimawandel ist da – er kommt nicht erst im Jahr 2050“. Dies zeigt sich auch in der dramatischen Schmelze der Pyrenäengletscher: Diese werden wohl bis 2030 vollständig verschwunden sein.

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    Das Schwierigste kommt erst
    Garonne, Tarn und Aveyron erleben ein steiles Absinken der Pegelstände, Adour, Nestes und Gave sehen auch nicht besser aus… Nach einer nur mittelmäßigen Schneemenge im Winter gab es seit Januar keine ausreichenden Regenfälle, was es den Grundwasserspeichern und Flüssen ermöglicht hätte, sich wieder aufzufüllen.
    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Hälfte des Wassers, das derzeit in Toulouse in die Garonne fließt, von den Staudämmen in den Pyrenäen abgelassen wurde, um einen Mindestwasserstand aufrechtzuerhalten. Glücklicherweise startete das Jahr mit einer zufriedenstellenden Füllung in den Stauseen. Am 22. Juli sind jedoch bereits 25 der 75 Millionen Kubikmeter Reserven verbraucht, ein Volumen, das normalerweise erst Mitte August erreicht wird. Auch die restlichen 50 Millionen Kubikmeter stellen keine Garantie für den Rest des Jahres dar. Wenn es nicht entsprechend regnet, wird es ab September und Oktober schwierig.

    Ein weiteres Problem ist die Wassertemperatur. Ab 25°C wird es für die Lebewesen in den Flüssen gefährlich. Dieses Jahr steigen die Temperaturen während der Hitzewellen manchmal bis auf 30 °C, was dazu führt, das der Sauerstoffgehalt des Wassers zurück geht. Wenn der Sauerstoff fehlt, sterben jedoch die Fische.

    Hitze + Phosphate führen zu einer Zunahme von Cyanobakterien in den Gewässern, und damit zu Trinkwasserproblemen für die Regionen und Städte, die kein ausreichendes Grundwasser haben, das sie abpumpen können.

    220 Millionen Kubikmeter – so groß war das Defizit zwischen dem Wasserbedarf und den verfügbaren Ressourcen  allein im Südwesten Frankreichs bereits zu Beginn des Jahres. Nach aktuellen Schätzungen wird diese Zahl bis 2050 auf 1,2 Milliarden ansteigen.

    Daten, die umso mehr zum Nachdenken anregen, als der „Tag der Überschreitung“ schon am 28. Juli erreicht wurde, Seither lebt die Menschheit über ihre Verhältnisse und verbraucht mehr natürliche Ressourcen, als der Planet in diesem Jahr produzieren kann.

    Wasser bedeutet Leben: Leitet der Sommer 2022 das Zeitalter der Genügsamkeit ein?

  • Französische Gastwirte müssen wegen der Dürre ihre Speisekarte ändern

    Französische Gastwirte müssen wegen der Dürre ihre Speisekarte ändern

    Als Folge der Dürre sind einige Obst- und Gemüsesorten knapp geworden oder haben nicht den üblichen Geschmack. In der Drôme hat ein Restaurantbesitzer seine Speisekarte jetzt an die außergewöhnlichen Klimabedingungen angepasst.

    Seit mehreren Wochen brennt in der Drôme die Sonne. In den Gemüsegärten in Grignan (Drôme) ist die Vegetation vertrocknet und einige Pflanzen wachsen kaum noch. „Wo meine acht Zucchini hätten kommen sollen, habe ich keine“, beklagt sich ein Gärtner auf France 2. Er arbeitet mit dem Küchenchef Julien Allano zusammen und beliefert dessen Sternerestaurant mit Gemüse. Dieses Jahr ist die Ernte schwierig: Er konnte nur ein Drittel der Tomaten in seinem Gewächshaus retten. Er erzählt, dass er so etwas „noch nie“ erlebt habe: „Ich habe Jahre erlebt, in denen ich Tomaten fast bis Weihnachten gehabt habe. Und jetzt, Mitte Juli …“.

    Eine Trockenheit, auf die sich auch Sternekoch Julien Allano einstellen muss. Der Gastronom bietet ein einzigartiges, tagesaktuelles Menü an. Er wählt seine Rezepte je nach Ernte und Wetterbedingungen aus. „Es ist Antizipation, es ist Kreation und voilà, man passt sich an, man erfindet sich neu. Es gibt neue Situationen, man macht neue Rezepte, es ist nicht komplizierter als das“, lächelt der bekannte Koch.

  • Korsika: „In 25 Tagen wird es kein Wasser mehr geben!“

    Korsika: „In 25 Tagen wird es kein Wasser mehr geben!“

    Die lokalen Behörden auf Korsika haben strenge Einschränkungen für den Wasserverbrauch angekündigt und die Einwohner gewarnt, dass es „in 25 Tagen kein Wasser mehr geben wird, wenn der Verbrauch so weitergeht wie bisher“.

    Die Flüsse sind auf Rinnsale geschrumpft, die Vegetation stirbt ab und im nördlichen Teil Korsikas sind Waldbrände ausgebrochen, was die lokalen Behörden von Haut-Corse dazu veranlasst hat, strenge neue Regeln einzuführen.

    Wenn sich die Vorhersagen von Météo France bestätigen, wird die Region in den nächsten fünfzehn Tagen nur sehr wenig oder gar keinen Regen erleben.

    Fast in ganz Frankreich gelten schon gewisse Wassereinschränkungen, aber die lokalen Behörden sind befugt, bei Bedarf darüber hinaus zusätzliche Beschränkungen zu verhängen.

    „Ohne eine gemeinsame Anstrengung wird eine schwere Krise unvermeidlich sein“, warnte der Präfekt von Haute-Corse, François Ravier, am Dienstag, dem 2. August, in einer Twitter-Mitteilung.

    „Wenn wir den Wasserverbrauch in diesem Tempo beibehalten, wird es angesichts der zu erwartenden Wetterentwicklung in 25 Tagen kein Wasser mehr geben!“

    Aufgrund dieser Situation haben die lokalen Behörden die nördliche Hälfte Korsikas wegen der Dürre in „verstärkte Alarmbereitschaft“ versetzt.

    Alle Verbraucher – unabhängig davon, ob sie Wasser aus dem Wasserhahn oder aus anderen Quellen (Quellwasser oder Regenwasser) verwenden – sind aufgerufen, ihren Verbrauch zu senken, indem sie sich an die nachstehenden Vorschriften halten:

    Die Bewässerung von Gärten oder Sportplätzen ist nur noch alle 36 Stunden erlaubt – auch wenn Quellwasser oder Brunnenwasser verwendet wird.

    Für Haushalte ist Folgendes ab sofort komplett verboten:

    Waschen von Fahrzeugen außerhalb von professionellen Waschanlagen mit Wassersparern (außer bei professionellen Fahrzeugen, die sanitären oder technischen Anforderungen unterliegen)

    Befüllen von privaten Swimmingpools für den Familiengebrauch nach dem Entleeren sowie zusätzliches Befüllen

    Waschen von Booten (mit Ausnahme von Booten, die sanitären oder technischen Anforderungen unterliegen)

    Bewässerung von Rasenflächen, öffentlichen und privaten Grünflächen und Freizeitgärten durch Besprengen

    Waschen oder Bewässern von Terrassen und Privatwegen

    Die folgenden Tätigkeiten sind zwischen 8 Uhr morgens und 20 Uhr abends verboten:

    Bewässerung von Rasenflächen, öffentlichen und privaten Grünflächen und Erholungsgärten mit Tropfbewässerungssystemen

    Bewässerung von Sportplätzen, Golfplätzen, Gärtnereien und öffentlichen Gärten

    Das Waschen öffentlicher Straßen

    Die öffentliche Bekanntmachung schloss mit der Aufforderung an die Bevölkerung, den derzeitigen Verbrauch sofort zu senken oder eine „schwere Krisensituation zu riskieren, die innerhalb von 25 Tagen eintreten wird“.

  • „Der Juli 2022 ist der trockenste Monat Juli seit 1959“ – so der Minister für den ökologischen Übergang

    „Der Juli 2022 ist der trockenste Monat Juli seit 1959“ – so der Minister für den ökologischen Übergang

    Christophe Béchu spricht von einem sehr hohen „Niederschlagsdefizit“ und einer „kritischen“ Situation. Der Minister für den ökologischen Übergang plädiert für „die Umsetzung bereits getroffener Entscheidungen“.

    Der Juli 2022 war der trockenste Monat Juli, den Frankreich seit 1959 erlebt hat. Es sind nur 7,8 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Frankreich verzeichnet ein Niederschlagsdefizit von 88% im Vergleich zu dem, was eigentlich für eine gesunde Umwelt notwendig gewesen wäre. Das jedenfalls sagt Christophe Béchu, Minister für den ökologischen Übergang, am Montag, dem 1. August, auf Franceinfo. Gleichzeitig beginnt eine neue Hitzewelle in Südfrankreich und soll am Dienstag und Mittwoch in Richtung Norden ziehen.

    Als erschwerender Faktor kommt hinzu, dass jede Hitzewelle die bestehende Dürre verschärft, die Wasserressourcen verringert, und gleichzeitig die Nachfrage nach Wasser verstärkt.

    „Wir befinden uns in einer Situation, die kritisch ist, das ist ein weiteres Indiz dafür, dass die globale Erwärmung keine Laune ist, sondern eine Realität, die sich durchsetzt.“ (Christophe Béchu, Minister für den ökologischen Übergang gegenüber Franceinfo)

    Die Wasserbewirtschaftung Frankreichs muss eine neue ökologische Planung vornehmen. Christophe Béchu spricht von 13 Milliarden, die in den nächsten fünf Jahren ausgegeben werden sollen, insbesondere um den Verbrauch zu senken, Abwasser wiederzuverwenden und Lecks zu schliessen. 20% des in französischen Trinkwasserwerken produzierten Wassers geht durch undichte Leitungen verloren.

    Ausserdem müsse man den Kampf gegen die Versiegelung der Städte aufnehmen, damit eine natürliche Wiederauffüllung des Grundwassers ermöglicht wird. Der Minister sagt, es gäbe bereits Lösungen, es fehle aber noch an der Entschlossenheit sie umsetzen.

    Christophe Béchu zeigt sich sehr besorgt darüber, dass es derzeit Dörfer gibt, in denen es kein Trinkwasser mehr gibt und in die Wasser per Tankwagen transportiert werden muss. „Wir sehen Staudämme, die nicht mehr genug Wasser haben, um ihre Stromturbinen zu betreiben, obwohl dies eine Energiequelle ist, auf die man sich stützen kann. Und wir sehen Schwierigkeiten in der Landwirtschaft und dahinter kommt dann schnell die Frage nach der Ernährungssicherheit“.

    „Wir brauchen ein größeres Bewusstsein für die Erhaltung der Wasserressourcen, und zwar nicht nur zur Sommerzeit.“ (Christophe Béchu, Minister für den ökologischen Übergang gegenüber Franceinfo)

    Am vergangenen Freitag hat Christophe Béchu ein Dekret unterzeichnet, das es ermöglichen soll, Maßnahmen zu ergreifen, gegen Wasserverschwendung anzukämpfen und die Ressource Wasser auch im Winter und Herbst zu schonen. In den letzten Jahren bereits konnte Frankreich die Wasserverschwendung und damit den Wasserverbrauch um fast 400 Millionen Kubikmeter reduzieren, so Christophe Béchu.

  • Klimawandel: Wir werden uns an immer öfter auftretende Hitzewellen gewöhnen müssen

    Klimawandel: Wir werden uns an immer öfter auftretende Hitzewellen gewöhnen müssen

    Am Montag, dem 1. August, beginnt in Frankreich eine erneute Hitzeperiode. Die Journalistin Chloé Nabédian erklärt in der Sendung 8 Heures auf France 2, dass wir uns an aufeinanderfolgende Hitzewellen gewöhnen müssen.

    Ab Montag, dem 1. August, erlebt Frankreich eine weitere Hitzewelle. Wird man sich an diese aufeinanderfolgenden Hitzewellen gewöhnen müssen? „Leider ja, wir erleben jetzt all das, was die Fachleute des IPCC schon vor mehreren Jahren gesagt haben. Wir befinden uns wirklich in Hitzewellen, die intensiver und häufiger werden“, erklärt die Journalistin Chloé Nabédian in der 8-Uhr-Nachrichtensendung des Senders France 2.

    Vor 30 Jahren war es im Sommer nicht so heiß.
    „Es stimmt schon, dass es vor 20 – 30 Jahren im Sommer auch extrem heiß war. Es waren 30 – 33 °C. Aber wenn man heute von Hitze spricht, spricht man von 40 °C Hitze, und morgen wird man von 45 oder 50 °C Hitze sprechen, wenn es zu extrem hohen Spitzenwerten kommt. Das ist die Situation im Kontext der globalen Erwärmung. Wir müssen also viele Dinge in die Wege leiten, um uns letztendlich an diese Veränderung anpassen zu können“.