Kategorie: Tourismus

  • Klimawandel in Frankreichs Überseegebieten: Warum die Zeit zum Handeln drängt

    Klimawandel in Frankreichs Überseegebieten: Warum die Zeit zum Handeln drängt

    Wenn in Europa über den Klimawandel diskutiert wird, richtet sich der Blick häufig auf Hitzewellen, Waldbrände oder schmelzende Gletscher. Weit weniger Beachtung finden dagegen die französischen Überseegebiete, obwohl sich die Folgen der globalen Erwärmung dort bereits heute besonders deutlich zeigen. Von den Antillen über La Réunion und Mayotte bis nach Französisch-Polynesien, Neukaledonien, Französisch-Guayana oder Saint-Pierre-et-Miquelon […]

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  • Verveine: Das aromatische Multitalent zwischen Tradition, Genuss und französischer Lebensart

    Verveine: Das aromatische Multitalent zwischen Tradition, Genuss und französischer Lebensart

    Kaum eine Pflanze verbindet Geschichte, Genuss und Natur so harmonisch wie die Verveine. Ihr frischer, zitroniger Duft erinnert an warme Sommertage, ihre Blätter verfeinern Desserts ebenso wie edle Spirituosen, und als Kräutertee gehört sie seit Generationen zu den beliebtesten Getränken Frankreichs. Was auf den ersten Blick wie ein unscheinbares Kraut wirkt, entpuppt sich bei näherem […]

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  • Schinken mit göttlicher Reifung: Wie eine Kathedrale im Cantal zur außergewöhnlichsten Reifekammer Frankreichs wurde

    Schinken mit göttlicher Reifung: Wie eine Kathedrale im Cantal zur außergewöhnlichsten Reifekammer Frankreichs wurde

    Wer die mächtigen Mauern der Kathedrale Saint-Pierre in Saint-Flour betritt, erwartet gotische Architektur, jahrhundertealte Geschichte und die beeindruckende Stille eines sakralen Bauwerks. Dass hoch oben im Glockenturm gleichzeitig eine der ungewöhnlichsten Delikatessen Frankreichs heranreift, überrascht selbst erfahrene Frankreichkenner. Zwischen dicken Natursteinmauern, unter historischen Glocken und in rund 1.000 Metern über dem Meeresspiegel entsteht seit einigen […]

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  • Die normannische Schweiz – Flusstäler, Felsen und Naturerlebnisse mitten in der Normandie

    Die normannische Schweiz – Flusstäler, Felsen und Naturerlebnisse mitten in der Normandie

    Wer bei der Normandie sofort an lange Sandstrände, die Kreidefelsen von Étretat oder den Mont Saint Michel denkt, entdeckt im Landesinneren eine völlig andere Welt. Die sogenannte normannische Schweiz überrascht mit tief eingeschnittenen Tälern, schroffen Felsen, dichten Wäldern und einer Landschaft, die an manchen Stellen eher an Mittelgebirge als an das sanfte Hügelland Nordfrankreichs erinnert. […]

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  • Alkoholverbot in Paris: Hauptstadt reagiert wegen Hitzewelle und überlasteter Krankenhäuser mit drastischen Maßnahmen

    Alkoholverbot in Paris: Hauptstadt reagiert wegen Hitzewelle und überlasteter Krankenhäuser mit drastischen Maßnahmen

    Paris erlebt derzeit eine der intensivsten Hitzewellen der vergangenen Jahre – und die Behörden greifen zu ungewöhnlichen Mitteln. Ab Freitagmittag gilt in der französischen Hauptstadt ein zeitlich begrenztes Alkoholverbot im öffentlichen Raum. Gleichzeitig dürfen Geschäfte während der Abend- und Nachtstunden keinen Alkohol mehr zum Mitnehmen verkaufen. Mit dieser Maßnahme soll verhindert werden, dass die ohnehin stark belasteten Rettungsdienste und Krankenhäuser durch zusätzliche Notfälle weiter unter Druck geraten.

    Nach Angaben der Pariser Präfektur arbeiten die Kliniken der Hauptstadtregion bereits an der Belastungsgrenze. Die Zahl der Einweisungen steigt kontinuierlich, während Feuerwehr und Rettungsdienste deutlich mehr Einsätze als gewöhnlich bewältigen müssen. Allein am Donnerstag rückte die Feuerwehr zu mehr als 2.500 Einsätzen aus – etwa doppelt so häufig wie an einem durchschnittlichen Tag. Vor diesem Hintergrund sehen die Behörden dringenden Handlungsbedarf.

    Das Alkoholverbot gilt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils von 12 Uhr mittags bis 7 Uhr am folgenden Morgen. In dieser Zeit ist der Konsum alkoholischer Getränke auf Straßen, öffentlichen Plätzen und in Parks untersagt. Parallel dazu dürfen Supermärkte, Kioske und andere Geschäfte keinen Alkohol zum Mitnehmen verkaufen. Ausgenommen bleiben Restaurants, Cafés und Bars mit genehmigten Außenbereichen. Dort dürfen Gäste weiterhin alkoholische Getränke bestellen und konsumieren.

    Die Entscheidung mag auf den ersten Blick streng erscheinen, folgt jedoch einer medizinischen Logik. Alkohol entzieht dem Körper Flüssigkeit und erschwert die natürliche Regulierung der Körpertemperatur. Gerade bei Temperaturen um oder sogar über 40 Grad steigt dadurch das Risiko für Kreislaufprobleme, Hitzschläge und andere lebensbedrohliche Komplikationen erheblich. Hinzu kommt, dass alkoholbedingte Unfälle oder Auseinandersetzungen zusätzliche Rettungseinsätze nach sich ziehen können – Einsätze, die in der aktuellen Lage möglichst vermieden werden sollen.

    Die Hitzewelle trifft nicht nur Paris. In weiten Teilen Frankreichs gelten die höchsten Warnstufen. Millionen Menschen sind von extremen Temperaturen betroffen. Zahlreiche Schulen haben ihren Betrieb eingeschränkt oder geschlossen, Kommunen richten zusätzliche Trinkwasserstellen ein und klimatisierte Räume stehen besonders gefährdeten Menschen als Rückzugsorte zur Verfügung. Auch die Öffnungszeiten vieler Parks wurden verlängert, damit Bewohner bis in die Abendstunden schattige Aufenthaltsorte nutzen können.

    Gesundheitsexperten raten dringend dazu, ausreichend Wasser zu trinken, körperliche Anstrengungen während der heißesten Stunden des Tages zu vermeiden und besonders ältere Menschen sowie chronisch Kranke im Blick zu behalten. Bereits wenige Stunden extremer Hitze können den Organismus stark belasten – vor allem dann, wenn Flüssigkeitsmangel hinzukommt.

    Mit dem vorübergehenden Alkoholverbot setzt Paris ein deutliches Signal. Die Maßnahme soll nicht das gesellschaftliche Leben einschränken, sondern in einer außergewöhnlichen Wetterlage Menschen schützen und das Gesundheitssystem entlasten. Ob andere französische Städte diesem Beispiel folgen, hängt von der weiteren Entwicklung der Hitzewelle ab. Klar ist schon jetzt: Die extremen Temperaturen zwingen viele Kommunen dazu, neue Wege im Bevölkerungsschutz zu gehen.

    Autor: Andreas M. B.

  • Wegen Hitzewelle: Tagsüber fahren bis Freitag keine TER-Züge mehr in Nouvelle-Aquitaine

    Wegen Hitzewelle: Tagsüber fahren bis Freitag keine TER-Züge mehr in Nouvelle-Aquitaine

    Die anhaltende Hitzewelle zwingt den Bahnverkehr im Südwesten Frankreichs zu drastischen Maßnahmen. In der gesamten Region Nouvelle-Aquitaine bleiben die TER-Regionalzüge bis einschließlich Freitag täglich zwischen 10 und 18 Uhr vollständig stehen. Die Entscheidung betrifft sämtliche Linien des regionalen Schienennetzes und soll Fahrgäste, Bahnpersonal sowie die Infrastruktur vor den Folgen der extremen Temperaturen schützen.

    Von der Einschränkung sind zahlreiche wichtige Verbindungen betroffen. Rund um Bordeaux, Limoges, Poitiers, Bayonne, Pau, La Rochelle oder Périgueux müssen Reisende ihre Fahrten neu planen. Erst nach 18 Uhr soll der Regionalverkehr schrittweise wieder aufgenommen werden. Dennoch weist die Bahn darauf hin, dass auch außerhalb der Sperrzeiten Verspätungen oder kurzfristige Änderungen jederzeit möglich sind.

    Der Grund für die außergewöhnliche Maßnahme liegt in den enormen Belastungen, denen das Schienennetz während einer Hitzewelle ausgesetzt ist. Stahl dehnt sich bei hohen Temperaturen aus. Erreichen die Schienen Oberflächentemperaturen von mehr als 60 Grad Celsius, steigt die Gefahr von Verformungen deutlich an. Gleichzeitig geraten Oberleitungen, Weichen und technische Anlagen an ihre Belastungsgrenzen. Auch Klimaanlagen in den Zügen arbeiten unter Extrembedingungen und können ausfallen.

    Mit der vorsorglichen Einstellung des Verkehrs während der heißesten Stunden des Tages möchte die SNCF größere Störungen und mögliche Sicherheitsrisiken vermeiden. Die Verantwortlichen betonen, dass Prävention in dieser außergewöhnlichen Wetterlage Vorrang vor einem eingeschränkten Regelbetrieb hat. Lieber einige Stunden Stillstand als ein unkontrollierter Zwischenfall auf offener Strecke – so lässt sich die Strategie zusammenfassen.

    Die Regionalverwaltung rät Fahrgästen deshalb, Reisen nur dann anzutreten, wenn sie wirklich notwendig sind. Vor jeder Abfahrt empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Fahrpläne und Verkehrsmeldungen. Je nach Wetterentwicklung können weitere Anpassungen kurzfristig beschlossen werden.

    Auch der Schülerverkehr bleibt von den hohen Temperaturen nicht verschont. In mehreren Départements wurden Fahrpläne angepasst oder klimatisierte Busse bevorzugt eingesetzt, damit Kinder und Jugendliche möglichst sicher zu ihren Schulen oder nach Hause gelangen.

    Die vorübergehende Stilllegung des TER-Verkehrs zählt zu den bislang weitreichendsten Reaktionen auf die aktuelle Hitzewelle in Frankreich. Sie zeigt eindrucksvoll, wie empfindlich selbst moderne Verkehrsnetze auf extreme Wetterereignisse reagieren. Was früher als Ausnahme galt, entwickelt sich zunehmend zu einer Herausforderung, mit der sich Betreiber öffentlicher Infrastruktur immer häufiger auseinandersetzen müssen.

    Andreas M. Brucker

  • Hitze legt Züge lahm: SNCF reagiert mit Streichungen und Einschränkungen

    Hitze legt Züge lahm: SNCF reagiert mit Streichungen und Einschränkungen

    Die außergewöhnliche Hitzewelle, die derzeit weite Teile Frankreichs erfasst, bringt nicht nur Menschen ins Schwitzen, sondern stellt auch das französische Eisenbahnnetz vor erhebliche Herausforderungen. Die französische Bahngesellschaft SNCF hat deshalb beschlossen, ihre außergewöhnlichen Schutzmaßnahmen mindestens bis Montag, den 22. Juni, zu verlängern. Besonders betroffen ist die Region Grand Est, wo mehrere ältere TER-Züge ohne Klimaanlage vorsorglich aus dem Verkehr gezogen werden.

    Die Entscheidung klingt zunächst drastisch. Doch aus Sicht der Bahn ist sie notwendig. Niemand möchte in einem überhitzten Zug festsitzen, dessen Technik bei Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke an ihre Grenzen stößt. Genau dieses Szenario soll vermieden werden. Statt auf mögliche Pannen während der Fahrt zu reagieren, setzt die SNCF auf Vorbeugung.

    Nicht nur Regionalzüge sind betroffen.

    Bereits seit Mitte Juni hat die Bahn zahlreiche Intercités-Verbindungen gestrichen. Insgesamt fallen 71 Fernzüge aus. Besonders stark betroffen sind die Strecken zwischen Paris und Toulouse, Paris und Clermont-Ferrand sowie die Verbindung zwischen Bordeaux und Marseille. Der Grund liegt vor allem in den älteren Corail-Wagen, die noch auf vielen dieser Linien eingesetzt werden. Ihre Klimaanlagen gelten als anfällig, wenn die Temperaturen über längere Zeit extrem hoch bleiben.

    Die aktuelle Wetterlage verschärft die Situation zusätzlich. Meteorologen erwarten regional Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius. Unter solchen Bedingungen geraten nicht nur Fahrgäste und Bahnpersonal an ihre Belastungsgrenzen. Auch die technische Infrastruktur wird stark beansprucht.

    Schienen können sich bei direkter Sonneneinstrahlung auf mehr als 50 Grad erhitzen. Das Metall dehnt sich aus, wodurch Spannungen im Gleis entstehen. Gleichzeitig verlängern sich Oberleitungen durch die Hitze. Für den Bahnbetrieb bedeutet das ein erhöhtes Risiko technischer Störungen. In manchen Fällen bleibt der SNCF nichts anderes übrig, als Züge langsamer fahren zu lassen oder Verbindungen ganz auszusetzen.

    Für Reisende im Grand Est heißt das vor allem: vor der Abfahrt genau informieren. Die Bahn weist darauf hin, dass kurzfristige Fahrplanänderungen jederzeit möglich sind. Je nachdem, wie sich die Wetterlage entwickelt, könnten weitere Anpassungen notwendig werden. Wer von einer Zugstreichung betroffen ist, erhält in der Regel die Möglichkeit, sein Ticket kostenlos umzutauschen oder erstatten zu lassen.

    Die aktuelle Lage zeigt deutlich, vor welchem Wandel das französische Bahnnetz steht. Viele Strecken, Fahrzeuge und technische Anlagen stammen aus einer Zeit, in der extreme Hitzewellen deutlich seltener auftraten. Heute häufen sich solche Wetterereignisse. Sie beginnen früher im Jahr, dauern länger und erreichen höhere Temperaturen.

    Für die SNCF entsteht daraus eine doppelte Herausforderung. Einerseits muss der laufende Betrieb auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig funktionieren. Andererseits wächst der Druck, ältere Fahrzeuge und Infrastrukturen schneller zu modernisieren. Klimaanlagen, hitzebeständige Materialien und angepasste Wartungskonzepte gewinnen zunehmend an Bedeutung.

    Die aktuelle Hitzewelle wirkt deshalb wie ein Stresstest für das gesamte System. Sie zeigt, wie eng Klimawandel und Mobilität inzwischen miteinander verknüpft sind. Während Reisende auf aktuelle Fahrpläne achten und ihre Fahrten flexibel planen müssen, arbeitet die Bahn daran, den Betrieb auch bei extremen Wetterlagen aufrechtzuerhalten.

    Der Sommer hat gerade erst begonnen – und schon jetzt wird deutlich, dass die Hitze nicht nur die Thermometer nach oben treibt, sondern auch die Anforderungen an Frankreichs Schienenverkehr.

    Autor: C.H.

  • Mit Tablett und Tempo durch die Altstadt: Dinan feiert die Rückkehr der „Course des Garçons de Café“

    Mit Tablett und Tempo durch die Altstadt: Dinan feiert die Rückkehr der „Course des Garçons de Café“

    Wenn Kellner rennend durch die Straßen ziehen, dabei Gläser und Wasserflaschen auf einem Tablett balancieren und das Publikum begeistert anfeuert, dann herrscht in Dinan wieder Ausnahmezustand. Am 24. Juni kehrt die traditionsreiche „Course des Garçons de Café“ zurück und verwandelt die historische …

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  • Wenn die Schienen glühen: Wie die SNCF ihr Bahnnetz durch die Hitzewellen steuert

    Wenn die Schienen glühen: Wie die SNCF ihr Bahnnetz durch die Hitzewellen steuert

    Sommerliche Hitze stellt nicht nur Menschen vor Herausforderungen. Auch das französische Schienennetz gerät bei extremen Temperaturen an seine Grenzen. Während Reisende bei 37 Grad Celsius vor allem an Klimaanlagen und kühle Getränke denken, beobachten die Ingenieure der französischen Staatsbahn SNCF eine andere Zahl mit besonderer Aufmerksamkeit: die Temperatur der Schienen.

    Denn Stahl erhitzt sich deutlich stärker als die Umgebungsluft. Scheint die Sonne stundenlang auf die Gleise, können die Schienen Temperaturen von mehr als 50 Grad erreichen. In besonders heißen Phasen sind sogar Werte um 55 Grad keine Seltenheit. Damit beginnt ein Bereich, in dem das Material unter erheblichem Druck steht.

    Der Grund liegt in einem physikalischen Phänomen, das jeder aus dem Alltag kennt: Wärme lässt Metall sich ausdehnen. Moderne Bahngleise bestehen aus langen, durchgehend verschweißten Schienensträngen. Diese Bauweise sorgt für ruhigere Fahrten und weniger Verschleiß. Gleichzeitig steigen bei großer Hitze die mechanischen Spannungen innerhalb des Materials. Im Extremfall kann sich das Gleis verformen. Fachleute sprechen von sogenannten Gleisverwerfungen oder Schienenverwerfungen. Für den Bahnbetrieb stellt dies ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko dar.

    Um solche Situationen frühzeitig zu erkennen, setzt die SNCF während der Sommermonate auf ein engmaschiges Überwachungssystem. Spezielle Teams führen regelmäßig sogenannte Hitzekontrollen durch. Dabei prüfen sie besonders gefährdete Streckenabschnitte und kontrollieren den Zustand der Gleise, der Befestigungen sowie der Schwellen. Auch die Oberleitungen stehen im Fokus der Inspektionen.

    Denn nicht nur die Schienen reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen. Die elektrischen Leitungen über den Gleisen dehnen sich ebenfalls aus und können durchhängen. Schon geringe Veränderungen reichen aus, um den Betrieb zu beeinträchtigen oder Schäden an vorbeifahrenden Zügen auszulösen.

    Unterstützt werden die Mitarbeiter inzwischen durch moderne Technik. Auf ausgewählten Strecken erfassen Sensoren die Temperatur der Schienen in Echtzeit. Die Systeme melden automatisch kritische Entwicklungen und ermöglichen ein schnelles Eingreifen. Das klingt zunächst unspektakulär, ist aber ein entscheidender Vorteil. Schließlich können zwei benachbarte Streckenabschnitte trotz identischer Wettervorhersage völlig unterschiedliche Temperaturen erreichen – abhängig von Sonneneinstrahlung, Gelände oder Umgebung.

    Erreichen die Schienen kritische Werte, greift die SNCF zu einer Maßnahme, die viele Reisende unmittelbar spüren: Züge fahren langsamer. Solche Geschwindigkeitsbegrenzungen reduzieren die Belastung der Infrastruktur und senken das Risiko von Schäden. Zwar verlängern sich dadurch die Reisezeiten, doch Sicherheit hat Vorrang.

    Mitunter reichen selbst diese Maßnahmen nicht aus. Besonders ältere Zugmodelle reagieren empfindlicher auf extreme Hitze. Klimaanlagen, elektrische Systeme und technische Komponenten stammen häufig aus einer Zeit, in der Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke deutlich seltener auftraten. Um Ausfälle auf freier Strecke zu vermeiden, streicht die SNCF deshalb gelegentlich einzelne Verbindungen vorsorglich aus dem Fahrplan.

    Die zunehmende Zahl solcher Entscheidungen zeigt eine grundlegende Entwicklung: Hitzewellen gelten längst nicht mehr als außergewöhnliche Wetterereignisse. Sie entwickeln sich zu einem festen Bestandteil des europäischen Sommers. Für die SNCF bedeutet das, ein Bahnnetz, das ursprünglich für die klimatischen Bedingungen des 20. Jahrhunderts ausgelegt wurde, schrittweise an neue Realitäten anzupassen.

    Wenn die Schienen in der Sonne glühen, geht es daher um weit mehr als ein paar Minuten Verspätung. Auf dem Prüfstand steht die Widerstandsfähigkeit einer der wichtigsten Verkehrsinfrastrukturen Frankreichs – und ihre Fähigkeit, auch unter den Bedingungen eines wärmeren Klimas zuverlässig zu funktionieren.

    Autor: C.H.

  • Sommer in Paris: Diese Metro-, RER- und Tramlinien sorgen 2026 für Umwege

    Sommer in Paris: Diese Metro-, RER- und Tramlinien sorgen 2026 für Umwege

    Wer Paris in diesem Sommer besucht, sollte bei der Reiseplanung nicht nur an Sehenswürdigkeiten, Cafés und Museumsbesuche denken. Auch der öffentliche Nahverkehr verdient besondere Aufmerksamkeit. Während der Sommermonate laufen in der französischen Hauptstadt zahlreiche Modernisierungsarbeiten, die den Verkehr auf vielen Metro-, RER-, Tram- und Vorortbahnlinien spürbar beeinträchtigen.

    Die Bauarbeiten gehören mittlerweile fast schon zum Pariser Sommer wie das Picknick an der Seine. Hinter den Sperrungen steckt ein ehrgeiziges Ziel: Ein Verkehrsnetz, das teilweise seit mehr als einem Jahrhundert besteht, soll fit für die Zukunft gemacht werden. Gleise, Weichen, Stromleitungen und Bahnhöfe erhalten eine umfassende Modernisierung. Gleichzeitig bereiten die Verkehrsbetriebe die Einführung neuer Züge vor.

    Für Besucher bedeutet das allerdings Geduld.

    Besonders mehrere wichtige Metrolinien geraten in den kommenden Wochen immer wieder ins Visier der Bauarbeiter. Die Linien 4, 8, 12 und 13 zählen zu den am stärksten betroffenen Strecken. Auf der Linie 12 laufen bereits seit Monaten umfangreiche Arbeiten, die noch bis Ende Juli andauern. Auch die stark frequentierte Linie 13 bleibt von Einschränkungen nicht verschont. Dort erfolgen Anpassungen für die künftigen MF19-Züge, die schrittweise das Netz modernisieren sollen.

    Noch deutlicher fallen die Auswirkungen bei den RER-Linien aus, die täglich Millionen Menschen zwischen Paris und den Vororten transportieren. Die Linien A, B, D und E verzeichnen während des Sommers wiederholt Unterbrechungen, Streckensperrungen und geänderte Fahrpläne.

    Besonders einschneidend wirkt die Situation auf der RER-D-Linie. Zwischen dem 25. Juli und dem 16. August verkehren keine Züge zwischen den Bahnhöfen Paris-Nord und Paris-Lyon. Der Grund: ein umfangreicher Austausch von Weichen in einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Region. Für Pendler und Touristen bedeutet das teils erhebliche Umwege.

    Auch auf der RER-E-Linie müssen Fahrgäste längere Einschränkungen einkalkulieren. Vor allem im Bereich Chelles-Gournay ziehen sich die Arbeiten bis in den September hinein.

    Nicht nur Schienen unter der Erde stehen im Fokus. Die Straßenbahnlinien T1 und T2 erhalten ebenfalls technische Erneuerungen. Auf einzelnen Streckenabschnitten ersetzen Busse die regulären Tramverbindungen. Wer sich auf gewohnte Fahrzeiten verlässt, könnte schnell feststellen: Aus einer kurzen Fahrt wird plötzlich ein kleiner Ausflug.

    Ähnlich sieht die Lage bei der RER C aus. Dort schließen die Betreiber zwischen Mitte Juli und Ende August mehrere Abschnitte, um Oberleitungen zu erneuern und die Infrastruktur besser gegen Hochwasser zu schützen. Solche Maßnahmen wirken auf den ersten Blick unspektakulär, bilden jedoch die Grundlage für einen zuverlässigeren Betrieb in den kommenden Jahren.

    Trotz aller Baustellen bleibt Paris hervorragend erreichbar. Ersatzbusse, alternative Streckenführungen und zusätzliche Informationen sollen die Auswirkungen begrenzen. Dennoch lohnt sich ein täglicher Blick auf aktuelle Verkehrsmeldungen. Gerade in einer Stadt, in der Entfernungen oft unterschätzt werden, spart eine gute Vorbereitung Zeit und Nerven.

    Denn eines gilt im Sommer 2026 mehr denn je: Der schnellste Weg durch Paris ist nicht immer der, der gestern noch funktioniert hat. Wer flexibel bleibt und seine Route rechtzeitig prüft, erlebt die französische Hauptstadt trotzdem entspannt – und erspart sich so manche unangenehme Überraschung auf dem Weg zum nächsten Wahrzeichen.

    Autor: C.H.