Kategorie: Gesellschaft

  • Sie arbeiten in Frankreich? Verdienen Sie mehr oder weniger als der Durchschnitt der Arbeitnehmer?

    Sie arbeiten in Frankreich? Verdienen Sie mehr oder weniger als der Durchschnitt der Arbeitnehmer?

    Das amtliche Statistik-Institut Insee hat seine jährliche Studie über die Gehälter im privaten Sektor in Frankreich veröffentlicht. Das Instrument ermöglicht es jedem Arbeitnehmer, sein eigenes Gehalt zu vergleichen und herauszufinden, ob er mehr oder weniger verdient als die Mehrheit der Franzosen.

    Verdienen Sie mehr oder weniger Geld als die Mehrheit der anderen Arbeitnehmer in Frankreich? Es gibt ein Instrument, um das herauszufinden: Die Übersicht über den Durchschnitts-Nettomedianlohn vor Einkommenssteuer. Die Übersicht für das Jahr 2021 wurde am Donnerstag, dem 16. Februar vom amtlichen Statistik-Institut Insee veröffentlicht.

    So errechnet sich der Nettomedianlohn: 50 % der Franzosen, die in der Privatwirtschaft arbeiten, haben ein monatliches Einkommen, das über dem Durchschnittslohn liegt, und 50 % haben ein Gehalt, das unter diesem Durchschnitt liegt.

    Das Insee hat festgestellt, dass der monatliche Nettomedianlohn im Jahr 2021 bei 2.012 Euro lag. So verdienten 90 % der Beschäftigten in der Privatwirtschaft mehr als 1.366 Euro netto pro Monat. Umgekehrt hatten 10 % der Arbeitnehmer ein monatliches Einkommen von weniger als 1.366 Euro bei einer Vollzeitbeschäftigung. Im Gegensatz dazu verdienten die 10 % der am besten verdienenden Arbeitnehmer mehr als 4.010 Euro netto pro Monat und 1 % mehr als  9.602 Euro netto pro Monat.

    Unterschied von 14,8 % zwischen Männern und Frauen
    Die Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen ist auch in Frankreich immer noch nicht gegeben, das Insee hat einen Unterschied von 14,8 % bei Vollzeitbeschäftigungen festgestellt. Im Jahr 2020 betrug dieser Unterschied 15,2 %. Der Median des monatlichen Nettolohns von Männern liegt bei 2.104 Euro, der von Frauen bei nur 1.889 Euro.

    Der monatliche Nettomedianlohn ist nicht mit dem durchschnittlichen französischen Monatslohn zu verwechseln, bei dem die Löhne aller Franzosen zusammengezählt und durch die Anzahl der Beschäftigten geteilt werden. Dieser belief sich 2021 auf 2.524 Euro netto (+0,2 % im Jahresvergleich).

  • Rassismus: 91% der in Frankreich lebenden schwarzen Menschen fühlen sich diskriminiert

    Rassismus: 91% der in Frankreich lebenden schwarzen Menschen fühlen sich diskriminiert

    Laut einer neuen Umfrage geben fast alle in Frankreich lebenden Schwarzen oder Mischlinge mit schwarzer Abstammung an, mindestens einmal Opfer von Diskriminierung aufgrund ihrer Hautfarbe gewesen zu sein.

    Neun von zehn schwarzen Menschen in Frankreich geben an, dass sie in ihrem Alltag rassistisch diskriminiert werden, genauer gesagt sind es 91%. Dies geht aus der neuesten Umfrage des Conseil représentatif des associations noires (Cran)* hervor, das Franceinfo und die Zeitung Le Parisien jetzt veröffentlichten.

    Im Einzelnen antworteten in dieser vom Cran in Auftrag gegebenen Ipsos-Umfrage auf die Frage „Würden Sie sagen, dass Sie persönlich in Ihrem Alltag Opfer von rassistischer Diskriminierung sind…?“ nur 9% der Schwarzen oder Mischlinge schwarzer Abstammung mit „nie“, während 22% mit „selten“, 44% mit „gelegentlich“ und 25% mit „häufig“ antworteten.

    Der „Alltagsrassismus“ äußert sich manchmal auf fast unmerkliche Weise. Nach Ansicht von 41 % der befragten schwarzen Franzosen sind Diskriminierungen im öffentlichen Raum, auf der Straße oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, am stärksten spürbar. Auch am Arbeitsplatz (31 %), in Bahnhöfen, Flughäfen oder an den Grenzen (18 %) sowie in der Schule oder Universität (14 %) kommt es zu Diskriminierungen.

    „Das sind die Orte des täglichen Lebens“, beklagt der Gründer des Cran, Patrick Lozès, gegenüber der Zeitung Le Parisien. So gaben sieben von zehn Menschen in der französischen Hauptstadt an, dass sie innerhalb eines Jahres respektlosen oder verächtlichen Haltungen ausgesetzt waren, die ihrer Meinung nach mit ihrer Hautfarbe zusammenhingen. Ein gesellschaftlicher Rassismus, der sich auch am Arbeitsplatz einschleicht, bis hin zu echten Schwierigkeiten bei der Einstellung, bezeugen zwei Drittel der Befragten.

    Die Umfrage ergab auch, dass schwarze Menschen immer noch doppelt so häufig von der Polizei kontrolliert werden als die weisse französische Bevölkerung insgesamt. 49 % der Schwarzen und Mischlinge mit schwarzer Abstammung gaben an, mindestens einmal kontrolliert worden zu sein, während es in der französischen Gesamtbevölkerung nur 23 % waren.

    Schließlich wirft die Umfrage auch ein Schlaglicht auf die familiäre Ablehnung von Minderheiten: Ein Drittel (31 %) der Franzosen gibt an, dass sie „schlecht“ reagieren würden, wenn ihr Kind eine schwarze Person oder eine Person gleichen Geschlechts (36 %) heiraten würde, und bis zu 46 %, wenn diese Person nordafrikanischer Abstammung ist.

    * Online- und Telefonumfrage, durchgeführt vom 10. bis 26. November 2022 von Ipsos für den Cran bei einer Stichprobe von 807 Personen, die repräsentativ für die schwarze oder gemischtrassige französische Bevölkerung ab 18 Jahren ist.

  • Hochzeiten: 244.000 Hochzeiten in Frankreich im Jahr 2022 – ein Rekord seit 10 Jahren

    Hochzeiten: 244.000 Hochzeiten in Frankreich im Jahr 2022 – ein Rekord seit 10 Jahren

    Die Zahlen des amtlichen Statistikinstituts Insee zeigen, dass die Ehe für die Franzosen nach wie vor eine wichtige Institution ist. Eine Tradition, die in Frankreich fest verankert ist. Im Jahr 2022 wurden 244.000 Ehen geschlossen, so viele wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr.

    Letzte Anproben für diese zukünftige Braut. Sie ist auf der Suche nach dem perfekten Kleid. Ihre lang ersehnte Hochzeit wird nicht unter der Sonne, sondern im November stattfinden, da es im Sommer keine freien Termine mehr gab. Im Jahr 2022 gaben sich 244.000 Brautpaare in Frankreich das Jawort. Ein Rekord in den letzten zehn Jahren, der vor allem auf die Verschiebung von Hochzeiten zurückzuführen ist, die in den Covid-Jahren nicht stattfinden konnten.

    Im Jahr 2023 ist der Andrang noch größer als 2022. Viele Brautpaare befürchteten, dass Covid ihren großen Tag stören könnte, wie dieses Paar, das einen Raum für den grossen Hochzeitsempfang besichtigt. Die Brautleute zogen es vor, sich zu gedulden, um sicherzugehen, dass sie ihre 120 Gäste ohne gesundheitliche Einschränkungen und Masken empfangen können.

    Trotzdem heiraten heute weniger Franzosen als noch im letzten Jahrhundert. In den 1970er Jahren waren es fast 400.000 Menschen, die jedes Jahr ihre Liebe offiziell machten un die Ehe eingingen.

  • Rentenreform: CGT ruft Müllabfuhr ab 7. März zu unbefristetem Streik auf

    Rentenreform: CGT ruft Müllabfuhr ab 7. März zu unbefristetem Streik auf

    Die Gewerkschaft CGT ruft ab dem 7. März gegen die geplante Rentenreform zu einem unbefristeten verlängerbarem Streik der „gesamten Branche“ der Abfallwirtschaft auf. Die Gewerkschaft CGT hat am Dienstag einen Aufruf zu einem verlängerbaren Streik der „gesamten Branche“ der Abfallwirtschaft ab dem 7. März veröffentlicht. „Die CGT-Verbände des öffentlichen Dienstes und des Verkehrs rufen (…) in allen Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Körperschaften dazu auf, sich (…) zu versammeln, um den Streik in den Bereichen Müll- und Abfallsammlung, Müllsortierung und -aufbereitung ab dem 7. März und bis zur Rücknahme des Gesetzentwurfs vorzubereiten“, heißt es in einer Erklärung der Gewerkschaft. Bisher ist die CGT die einzige Gewerkschaft, die einen solchen Aufruf veröffentlicht hat, aber die CGT hat beispielsweise in Paris die Mehrheit, sowohl bei den städtischen als auch bei den privaten Müllbetrieben. Die Müll- und Abfallbranche ist aufgeteilt zwischen dem öffentlichen Dienst, de…

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  • Rentenreform: Ist der nächste Schritt die Blockade?

    Rentenreform: Ist der nächste Schritt die Blockade?

    Die französischen Gewerkschaften wollen am 7. März „Frankreich zum Stillstand bringen“ und rufen alle Geschäftsleute dazu auf, ihre Läden zu schließen. Trotzdem beharrt die Regierung auf ihren Positionen und bekräftigt, dass das Renteneintrittsalter 64 nicht verhandelbar ist. Es wurde befürchtet: Dass nach der Gelbwestenkrise, den Streiks 2019 und dann den Covid-Lockdowns die von Emmanuel Macron vorgelegte Rentenreform eine erneute Blockade Frankreichs verursachen könnte. Die Drohungen der Gewerkschaften werden immer konkreter. Laurent Berger, Generalsekretär der Gewerkschaft CFDT, sprach gestern von einer „Stilllegung“ des Landes und beschuldigte die Regierung, die Ursache für die „Blockade“ zu sein. „Wir werden tote Städte sehen, wir werden die Geschäftsleute auffordern, ihre Unzufriedenheit zu zeigen“. Der Führer der Gewerkschaft CGT, Philippe Martinez, wünscht sich, dass am 7. März „die wenigsten Menschen arbeiten“ und erwähnt auch seinerseits eine Unterstützung durch die Einzelhä…

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  • Rauchen: Aromen in Einweg-Vaporizern sorgen für Diskussionen

    Rauchen: Aromen in Einweg-Vaporizern sorgen für Diskussionen

    Das Dampfen wird für Jugendliche dank Puffs, kleinen elektronischen Einwegzigaretten mit süßem Geschmack, inzwischen fast zu einem Leckerbissen. Doch nicht alle Experten sind sich über deren Schädlichkeit einig. Sie sehen aus wie Bonbonpackungen und schmecken auch so: Puffs, elektronische Einwegzigaretten, die bei den französischen jugendlichen inzwischen sehr beliebt sind. Die bunten Packungen sind inzwischen nicht mehr wegzudenken. „Es werden viel mehr fruchtige Puffs als Tabakwaren verkauft“, sagt Stéphane Guégan, Tabakhändler in Paris, auf dem Sender France 3. Ein Viertel der Jugendlichen in Frankreich sind tägliche Raucher, jedoch sind sich die Experten nicht einig, ob die Puffs wirklich schädlich sind. Laut Emmanuelle Beguinot vom Comité national contre tabagisme ist „das Aroma tatsächlich ein Mittel, um vergessen zu lassen, dass man die extrem süchtig machende Droge Nikotin konsumiert“. Der Arzt Damien Mascret sagt dagegen: „Sicher ist, dass das Rauchen einer E-Zigarette viel we…

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  • Galentine’s day: Der „Anti-Valentinstag“ als Alternative zum Tag der Liebenden

    Galentine’s day: Der „Anti-Valentinstag“ als Alternative zum Tag der Liebenden

    Viele haben die grosse Liebe noch nicht gefunden oder haben einfach keine Lust, den Valentinstag zu feiern. Seit einigen Jahren gibt es eine Alternative: den Galentine’s Day.

    Viele Menschen können mit dem Valentinstag einfach nichts anfangen. Viele sehen ihn nicht als Feiertag, vielleicht, weil sie die „die grosse Liebe“ (noch) nicht gefunden haben, oder weil sie die künstliche Aufregung um diesen Tag ablehnen und diesem sogenannten Tag der Liebe eher mit Gleichgültigkeit begegnen. Seit einigen gibt es daher einen neuen „Feiertag“, mit dem die Liebe ganz allgemein gefeiert werden soll: Der Galentine’s Day. Er feiert die Freundschaft unter Mädchen und Frauen. Der Galentine’s Day ist nicht nur für Verliebte gedacht, sondern vor allem ein guter Vorwand, um einen Abend mit Freundinnen zu verbringen.

    Woher kommt der Galentine’s Day?
    Dieser neue und ganz besondere Feiertag wurde von den Machern der amerikanischen Serie Parks & Recreation (2009) erfunden. Die Hauptdarstellerin Leslie Knope schwört auf den „Galentine’s Day“, einen Tag, der ins Leben gerufen wurde, um am Vorabend des Valentinstags die Freundschaft unter Frauenzu feiern – im Englischen wird der umgangssprachliche Begriff „gal“ in der Regel für Mädchen verwendet.

    Dieses aus dem Nichts erfundene Konzept kam bei den Fernsehzuschauern so gut an, dass mittlerweile überall auf der Welt Mädelsabende organisiert werden. Das Prinzip ist zwar das gleiche wie bei einer „normalen“ Party (Essen, Geschenke, …), aber, und das ist wichtig, man muss nicht unbedingt ein Paar sein, um den Galentine’s Day zu feiern.

    Das Ziel ist es, einen Gegenpol zum Valentinstag zu bilden und sich gleichzeitig vom gesellschaftlichen Druck zu befreien.

    Dieser reine Frauen“feier“tag hat bis heute kein männliches Pendant. Eine Idee, die man eventuell weiterentwickeln sollte?

  • Rentenreform: Wie geht es mit den Streiks und Protesten weiter?

    Rentenreform: Wie geht es mit den Streiks und Protesten weiter?

    Am Samstag fand der vierte Tag der Proteste und Demonstrationen gegen die Rentenreform statt. Nach Angaben des Innenministeriums nahmen fast 963.000 Franzosen daran teil- etwa 200.000 mehr als am 7. Februar.  Nachdem laut Innenministerium am Samstag wieder fast eine Million Menschen gegen die von der Regierung angestrebte Rentenreform demonstrierten, bestätigten die Gewerkschaften, dass weitere Aktionstage geplant sind. Nächster Termin: Donnerstag, 16. Februar.Der fünfte grosse Protesttag ist für Donnerstag, den 16. Februar, geplant. Eine Ankündigung, die Dominique Corona, stellvertretender Generalsekretär der Gewerkschaft Unsa im Namen der acht größten französischen Gewerkschaften, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP bestätigte: „Die Gewerkschaften haben beschlossen, am 16. Februar einen nationalen, berufsübergreifenden Aktionstag durchzuführen“. Presseinformationen zufolge haben die Generalsekretäre der acht Gewerkschaften, die den Kampf gegen die Rentenreform anführen, darunter Phi…

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  • Pas-de-Calais: 200 Personen während einer Messe nach mehreren Ohnmachtsanfällen evakuiert

    Pas-de-Calais: 200 Personen während einer Messe nach mehreren Ohnmachtsanfällen evakuiert

    Am Samstagabend mussten 200 Personen wegen des Verdachts auf eine Vergiftung aus einer Kirche evakuiert werden. Am Samstag, dem 11. Februar, gegen 21 Uhr, wurden in Tincques, Pas-de-Calais, mehrere Personen ohnmächtig, als sie an einer Messe in einer Kirche teilnahmen, berichtet die Zeitung Actu. Die Behörden befürchteten eine Massenvergiftung und beschlossen, die 200 Personen in den benachbarten Festsaal zu evakuieren. 44 Feuerwehrleute waren vor Ort im Einsatz. Die Ursache der Vergiftung könnten defekte Gasflaschenheizstrahler gewesen sein. „Alle Heizgeräte wurden außer Betrieb genommen und die natürliche Belüftung wurde wiederhergestellt“, teilte die Feuerwehr mit. 7 Personen wurden aufgrund eines als besorgniserregend eingestuften Zustands in ein Krankenhaus gebracht….

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  • Rentenreform: Gemischte Bilanz des Protest-Samstags

    Rentenreform: Gemischte Bilanz des Protest-Samstags

    Am Samstag, dem 11. Februar, fand ein weiterer Tag der Demonstrationen und Proteste gegen die Rentenreform statt. Die Gewerkschaft CGT zählte 2,5 Millionen Demonstranten in ganz Frankreich, das Innenministerium meldete hingegen nur 963.000. Sie wollen angesichts der der ungeliebten und scharf kritisierten Reform nicht schweigen. Viele Franzosen gingen an diesem Samstag zum ersten Mal auf die Straße, um gegen die Verschiebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters zu protestieren. „An einem Samstag verliert man keinen Arbeitstag, und man kann endlich sagen, was man zu sagen hat“, sagt eine Frau gegenüber France Télévisions. In Paris war der Zulauf am insgesamt vierten Tag der Mobilisierung tatsächlich rekordverdächtig. Es kamen Demonstranten aller Altersgruppen  – und einige kamen mit ihren Familien. In Marseille (Bouches-du-Rhône) gab es am ersten Tag der Schulferien wie auch in vielen anderen Regionen hingegen weniger Demonstranten, dafür aber mehr Familien. Ein Vater nahm seinen 13-j…

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