Kategorie: Frankreich

  • Chikungunya auf La Réunion: Wenn Mücken zur Gesundheitskrise werden

    Chikungunya auf La Réunion: Wenn Mücken zur Gesundheitskrise werden

    La Réunion steht am Rand einer ernsten Gesundheitskrise – und die Ursache ist kaum größer als ein Fingernagel: die Tigermücke. Zwischen dem 17. und 26. März 2025 meldete die Agence Régionale de Santé (ARS) fast 6.000 neue Chikungunya-Fälle. Insgesamt sind seit August 2024 bereits über 20.000 Menschen betroffen. Das sind Zahlen, die aufhorchen lassen – und alte Erinnerungen wecken. Ein Plan für den Notfall Das Universitätsklinikum CHU auf La Réunion hat Alarm geschlagen und den sogenannten „Plan blanc“ aktiviert. Was klingt wie ein diplomatischer Code, ist ein klarer Notfallmechanismus. Geplante Eingriffe werden verschoben, mehr Personal wird einberufen – und trotzdem reichen die Betten kaum aus. Die Notaufnahmen sind voll, die Belastung des medizinischen Personals ist enorm. Warum greift das System so früh zu so drastischen Maßnahmen? Weil man weiß, wie schlimm es werden kann. Die Epidemie von 2005/2006 sitzt vielen noch tief in den Knochen – buchstäblich. Damals infizierten sich rund …

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  • Marseille im Wandel: Vom Heroinumschlagplatz zur Drehscheibe für synthetische Drogen

    Marseille im Wandel: Vom Heroinumschlagplatz zur Drehscheibe für synthetische Drogen

    Marseille – einst als Symbol für Heroinschmuggel bekannt – verändert sich. Aber nicht wirklich zum Guten. Heute steht die Hafenstadt im Fokus wegen etwas anderem: Sie hat sich zu einem zentralen Einfuhrpunkt für sogenannte Precursor Chemicals entwickelt, also chemische Substanzen, die zur Herstellung synthetischer Drogen wie MDMA oder Amphetaminen verwendet werden. Was bedeutet das für Europa – und wie reagieren die Behörden? Die alten Wege funktionieren nicht mehr Früher war Marseille das Epizentrum der „French Connection“ – ein Begriff, der bis heute in dunklen Farben schimmert. In den 1960er- und 70er-Jahren wurde hier tonnenweise Heroin verarbeitet und über den Atlantik geschmuggelt. Das ist längst Geschichte. Heute sieht der Drogenmarkt ganz anders aus. Statt fertiger Substanzen kommen nun die Bausteine: Vorprodukte, die diskret importiert und in versteckten Labors verarbeitet werden. Warum dieser Strategiewechsel? Ganz einfach – fertige Drogen sind leichter aufzuspüren, Precursor…

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  • Korruption im Herzen der Drogenbekämpfung: Marseiller Drogenfahnder unter schwerem Verdacht

    Korruption im Herzen der Drogenbekämpfung: Marseiller Drogenfahnder unter schwerem Verdacht

    Was passiert, wenn aus Jägern plötzlich Mitjäger werden? In Marseille steht genau das zur Debatte. Zwei Beamte der Antidrogeneinheit Ofast (Office antistupéfiants) wurden am Freitag, dem 4. April 2025, unter schwerwiegendem Tatverdacht in Untersuchungshaft genommen. Die Liste der Vorwürfe liest sich wie aus einem Kriminalroman – nur ohne fiktives Happy End. Ein anonymer Hinweis bringt den Stein ins Rollen Im Februar 2023 meldete sich eine unbekannte Quelle bei den Behörden. Sie warnte vor einer kolumbianischen Kokainlieferung, die im Hafen von Marseille erwartet wurde – Ziel: die Region Paris. Geplant war, rund 180 bis 200 Kilogramm des weißen Pulvers unter Beobachtung zu nehmen. Doch dann die Überraschung: Die Lieferung umfasste fast doppelt so viel – knapp 400 Kilogramm. Diese plötzliche Diskrepanz verunsicherte offenbar selbst die Ermittler. Die Ofast-Zweigstelle in Nanterre zog sich aus dem Einsatz zurück – ein stilles Misstrauensvotum? Spuren führen nach innen Nach außen passierte…

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  • „ProtectEU“ – Europas neuer Sicherheitsplan zwischen Schutz und Privatsphäre

    „ProtectEU“ – Europas neuer Sicherheitsplan zwischen Schutz und Privatsphäre

    Die EU rüstet auf – nicht militärisch, sondern sicherheitspolitisch. Mit der neuen Strategie „ProtectEU“, die am 1. April 2025 von der Europäischen Kommission vorgestellt wurde, will die Union ihre Widerstandsfähigkeit gegen moderne Bedrohungen deutlich steigern. Ob Terrorismus, organisierte Kriminalität, Cyberangriffe oder Attacken auf kritische Infrastrukturen – die Herausforderungen sind vielfältig, grenzüberschreitend und technisch hochentwickelt.

    Doch kann man Sicherheit schaffen, ohne Freiheitsrechte zu opfern?

    Mehr Macht für Europol und Frontex

    Ein zentraler Baustein der ProtectEU-Strategie ist die Stärkung europäischer Behörden. Europol soll künftig nicht mehr nur eine beratende Rolle spielen, sondern bei internationalen Großermittlungen aktiv operativ eingreifen dürfen. Ein Novum mit Potenzial – und Sprengkraft. Denn bisher waren polizeiliche Eingriffe strikt national geregelt.

    Auch Frontex erhält mehr Personal und modernste Technologie, um die EU-Außengrenzen effizienter zu überwachen. Von Drohnen über KI-gestützte Analysen bis hin zu biometrischen Systemen – das Repertoire wächst rasant. Kritiker warnen allerdings vor einem „Überwachungsstaat durch die Hintertür“.

    Der digitale Schauplatz – Kampf gegen Cyberkriminalität

    Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der digitalen Sicherheit. Die EU will ihre technologische Souveränität stärken, insbesondere im Bereich Cloud-Computing und bei kritischer Infrastruktur. Ziel ist es, europäische Standards zu schaffen – unabhängig von US-amerikanischen oder chinesischen Systemen.

    Ein besonders umstrittenes Thema ist der Zugriff auf verschlüsselte Kommunikation. Ermittler fordern, in verschlüsselte Chats eindringen zu dürfen, um Straftaten besser aufklären zu können. Datenschützer schlagen Alarm: Wird hier die digitale Privatsphäre der Bürger aufs Spiel gesetzt?

    Die Kommission verspricht Ausgewogenheit – und arbeitet an einer Roadmap, um technische Lösungen zu finden, die Strafverfolgung ermöglichen, ohne die Integrität verschlüsselter Kommunikation grundsätzlich zu gefährden. Klingt gut – aber klappt das auch in der Praxis?

    Sicherheit ist Teamarbeit

    Neu ist auch der integrative Ansatz von ProtectEU. Es geht nicht nur um Polizei und Geheimdienste. Auch Unternehmen, Universitäten, NGOs und Bürger sollen Teil eines gemeinsamen Sicherheitsbewusstseins werden. Aufklärungskampagnen, gemeinsame Forschungsprojekte und regelmäßiger Austausch sollen die europäische Sicherheitskultur nachhaltig prägen.

    Die Idee: Sicherheit ist keine Einbahnstraße. Sie lebt von Vertrauen, Transparenz – und der aktiven Beteiligung aller.

    Zwischen Vision und Wirklichkeit

    Doch jede Strategie steht und fällt mit ihrer Umsetzung. Und hier lauern gleich mehrere Stolpersteine: Uneinigkeit unter den Mitgliedstaaten, rechtliche Hürden, technische Komplexität – und nicht zuletzt die Frage: Wie viel Überwachung ist zu viel?

    Die Balance zwischen Sicherheit und Freiheit bleibt der heikle Kern dieses Plans. Denn was bringt eine sichere Gesellschaft, wenn sich die Menschen darin nicht mehr frei fühlen?

    Ein europäischer Drahtseilakt

    ProtectEU ist ambitioniert – und notwendig. Die Bedrohungslage hat sich verändert, der Sicherheitsapparat muss nachziehen. Die EU versucht, proaktiv zu handeln, statt nur zu reagieren. Doch das Misstrauen gegenüber staatlicher Datensammlung ist groß – und gewachsen durch frühere Fehltritte.

    Ob ProtectEU ein Meilenstein oder ein Stolperstein wird, hängt davon ab, wie ernst die Kommission den Schutz der Grundrechte nimmt – und wie transparent sie bei der Umsetzung vorgeht.

    Eines ist jedenfalls klar: Wer Sicherheit verspricht, muss auch Vertrauen schaffen. Und das ist oft der schwerste Teil.

    Von M.A.B.

  • 800 Kilo Kokain vor der Küste – Wie ein Drogenkartell in der Normandie aufflog

    800 Kilo Kokain vor der Küste – Wie ein Drogenkartell in der Normandie aufflog

    Ein nächtlicher Einsatz, ein Dutzend Boote, rund 100 Einsatzkräfte und ein Coup, wie man ihn sonst nur aus Serien kennt: In der Nacht vom 3. auf den 4. April 2025 gelang der französischen Polizei ein Schlag gegen den organisierten Drogenhandel, der als Meilenstein gilt. 800 Kilo Kokain wurden sichergestellt, 30 Personen festgenommen – darunter Fischer, Logistiker und mutmaßliche Drahtzieher. Ort des Geschehens: die Küsten der Normandie. Und der Modus Operandi? Hochprofessionell – und brandgefährlich.

    Drogenlieferung auf hoher See

    Die Ermittler staunten nicht schlecht, als sie die Einzelheiten des „Drop-off“-Verfahrens entschlüsselten. Bei dieser Technik werden Pakete mit Drogen – meist Kokain – von Frachtschiffen in internationalen Gewässern ins Meer geworfen. Kleine, wendige Boote nehmen die Lieferung auf, bringen sie an Land und verteilen sie weiter. Was wie ein Drehbuch aus einem Mafiafilm klingt, ist in Wahrheit ein ausgeklügeltes System, das nur selten aufgedeckt wird.

    Doch dieses Mal klappte es. Und wie.

    Monatelange Ermittlungen und ein sensibler Zugriff

    18 Monate lang hatten die Behörden Observierungen durchgeführt, Kommunikationsmuster analysiert und internationale Frachtschiffe ins Visier genommen. Als Hinweise auf eine baldige Lieferung eingingen, wurde das Puzzle schnell zusammengefügt.

    In der Nacht des Zugriffs koordinierte man ein Großaufgebot: Spezialeinheiten des RAID, Beamte der Kriminalpolizei, maritime Einsatzkräfte. Der Zugriff erfolgte, als die kleinen Boote nach erfolgreichem „Abholen“ der Drogen wieder an Land kamen – in Ouistreham, Tancarville und Le Havre.

    Festgenommen wurden dabei unter anderem drei Fischer, zwei Frauen und mehrere Logistiker. Zeitgleich wurde ein Frachtschiff aus Brasilien, das eigentlich Amsterdam als Ziel hatte, vorübergehend festgesetzt – mit einer Crew aus 22 philippinischen Seeleuten, die nun ebenfalls vernommen wird.

    Ein Novum in Frankreich

    Der zuständige Staatsanwalt aus Rennes zeigte sich beeindruckt: „In dieser Form ist uns so etwas in Frankreich noch nicht untergekommen.“ Nicht nur die Professionalität des Netzwerks, sondern auch die logistische Komplexität der Operation stellte die Behörden vor Herausforderungen – die sie jedoch meisterten.

    Die „Drop-off“-Methode wurde bislang vor allem in Lateinamerika, Portugal oder Spanien beobachtet. Dass sie nun auch systematisch an der französischen Küste auftaucht, ist ein deutliches Warnsignal.

    Warum gerade die Normandie?

    Der Hafen von Le Havre ist längst mehr als ein regionaler Umschlagplatz – er gilt als Knotenpunkt für den internationalen Drogenhandel in Europa. Schon 2022 waren dort mehr als 10 Tonnen Kokain sichergestellt worden, ein massiver Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Die Lage an der Atlantikküste, die Dichte des Schiffsverkehrs und die teils schwer kontrollierbaren Hafenzugänge machen das Gebiet für Schmuggler besonders attraktiv.

    Man fragt sich: Wie viele dieser Transporte blieben bislang unentdeckt?

    Ein Signal an die Szene

    Die französischen Behörden werten diesen Erfolg nicht als Endpunkt, sondern als wichtigen Etappensieg. Man habe gezeigt, dass man auch ausgeklügelte Methoden durchkreuzen könne – wenn man flexibel bleibt und moderne Ermittlungsarbeit leistet. Doch sie wissen auch: Die Gegenseite schläft nicht. Die Kartelle verfügen über Geld, Technik und weltweite Netzwerke. Und sie sind anpassungsfähig.

    Umso wichtiger ist es, nicht nur auf vergangene Taktiken zu reagieren, sondern vorauszudenken.

    Die Schattenseite der Globalisierung

    Dieser Fall wirft erneut ein grelles Licht auf die Realität des modernen Drogenhandels: Er ist global vernetzt, hoch technologisiert und operiert oft genau dort, wo staatliche Kontrolle an ihre Grenzen stößt – wie auf dem offenen Meer. Der Kampf dagegen gleicht einem Wettrüsten: Jede Innovation der Kriminellen verlangt eine noch raffiniertere Reaktion der Ermittler.

    Aber: Mit Entschlossenheit, guter Koordination und internationaler Zusammenarbeit lassen sich selbst große Netze zerschlagen. Der Einsatz in der Normandie hat das eindrucksvoll bewiesen.

    Von Andreas M. B.

  • Marine Le Pen, Trump und das Spiel mit dem Feuer – Wenn internationale Allianzen zur Hypothek werden

    Marine Le Pen, Trump und das Spiel mit dem Feuer – Wenn internationale Allianzen zur Hypothek werden

    Ein Urteil mit Nachhall: Die Verurteilung von Marine Le Pen wegen Veruntreuung von EU-Geldern schlägt nicht nur in Frankreich hohe Wellen, sondern entfacht auch international Debatten – insbesondere durch einen prominenten Unterstützer: Donald Trump. Der US-Präsident springt der Chefin des Rassemblement National (RN) öffentlich bei und spricht von einer „Hexenjagd“ – eine Vokabel, die man von ihm nur zu gut kennt. Doch Trumps Rückendeckung bringt für den RN nicht nur Applaus – sondern auch reichlich Bauchschmerzen. Trumps Unterstützung: Rückenwind oder Ballast? In einem Beitrag auf Truth Social schrieb Trump sinngemäß, die ganze Sache sei kaum mehr als ein Buchhaltungsfehler – und Le Pen habe davon vermutlich nicht einmal etwas gewusst. Damit stellt er sich demonstrativ hinter eine Politikerin, die mit einer fünfjährigen Ämtersperre belegt wurde. Das allein ist schon brisant genug. Aber noch spannender ist die Reaktion aus Le Pens eigenem Lager. Denn nicht jeder dort begrüßt Trumps Sol…

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  • Rote Verführung aus dem Vaucluse – Die Erdbeere von Carpentras glänzt im Frühling

    Rote Verführung aus dem Vaucluse – Die Erdbeere von Carpentras glänzt im Frühling

    Ein Hauch von Sonne, ein bisschen Zucker – und das Aroma der Erdbeere von Carpentras ist wieder da. Auch wenn die Saison 2025 etwas verspätet startet, dürfen sich Liebhaber der süßen Frucht auf eine hochwertige Ernte freuen. Zwischen Tradition, Wetterkapriolen und wirtschaftlichem Druck kämpfen die Produzenten im Vaucluse nicht nur um Ernteerträge, sondern auch um ihre Existenz.

    Ein verspäteter Start mit Geschmack

    Eigentlich hätte die Saison schon vor über einer Woche starten sollen. Doch die Erdbeeren ließen auf sich warten. Der Grund? Ein Frühling, der sich mehr nach Winter anfühlte – mit trübem Himmel, wenig Sonne und häufigen Morgenfrösten. Stéphane Millet, Landwirt aus Caderousse, bringt es auf den Punkt: „Die Sonne fehlte, die Kälte hat alles verzögert. Aber was jetzt geerntet wird, schmeckt fantastisch.“

    Diese Aussage dürfte vielen Erzeugern Mut machen. Denn wer die Erdbeere von Carpentras kennt, weiß: Hier geht es nicht nur um Geschmack, sondern auch um ein Stück Identität.

    Lokale Spitzenqualität gegen internationale Masse

    Jahr für Jahr erntet die Region rund um Carpentras etwa 4.000 Tonnen Erdbeeren. Das klingt viel – ist aber ein Tropfen im rotglänzenden Ozean der europäischen Erdbeerproduktion. Vor allem Spanien dominiert den Markt und stellt fast 40 % des französischen Konsums.

    Das macht den heimischen Produzenten ordentlich Druck. Sie setzen deshalb auf kurze Transportwege, Frische und Transparenz. Ihre Botschaft? Wer lokal kauft, bekommt nicht nur besseren Geschmack, sondern auch die Gewissheit, regionale Betriebe zu stärken.

    Zwischen Stromrechnung und Überlebenskampf

    Die wirtschaftlichen Herausforderungen sind aber nicht zu unterschätzen. Virginie Fraysse, Vorsitzende des Schutzverbands der Erdbeere von Carpentras, spricht offen über die Probleme der Branche: „Die Produktionskosten sind explodiert. Energie, Verpackung, Dünger – alles ist teurer geworden.“

    Einige Landwirte mussten ihre Ware sogar unter dem Selbstkostenpreis verkaufen. Was das bedeutet? Kurz gesagt: Schuften, ohne am Ende davon leben zu können. Eine Situation, die für viele kaum länger tragbar ist.

    Verantwortung auf dem Marktstand

    Was also tun? Die Antwort ist so einfach wie wirksam: lokal kaufen. Wer Erdbeeren direkt auf dem Wochenmarkt oder beim Erzeuger kauft, unterstützt nicht nur den regionalen Wirtschaftskreislauf, sondern hilft konkret dabei, den Fortbestand dieser traditionsreichen Anbauregion zu sichern.

    Und mal ehrlich: Gibt es etwas Besseres als eine noch leicht sonnenwarme, frisch gepflückte Erdbeere, direkt vom Feld auf den Tisch?

    Ein Zeichen der Hoffnung

    Trotz aller Schwierigkeiten ist die Stimmung im Vaucluse nicht nur von Sorge geprägt. Die Saison hat begonnen, die Qualität überzeugt, und die Erzeuger setzen auf die Unterstützung durch bewusste Konsumenten. Es ist kein leichter Weg – aber einer, den viele mit Herzblut gehen.

    Denn hinter jeder Kiste Carpentras-Erdbeeren steckt mehr als nur ein Produkt – es steckt Arbeit, Leidenschaft und ein Stück Heimat.

    Von C. Hatty

  • Brand am Stellwerk legt Bahnhof Tours lahm – Chaos auf den Schienen dauert an

    Brand am Stellwerk legt Bahnhof Tours lahm – Chaos auf den Schienen dauert an

    Ein einzelner Brand in der Nacht – und plötzlich steht in Tours fast alles still. Das Feuer, das sich in den letzten Märztagen nahe dem Stellwerk der Gare de Tours entfachte, hat weitaus größere Wellen geschlagen als zunächst angenommen. Kabel verschmort, Signalanlagen zerstört – die Folge: Der Bahnhof Tours bleibt bis zum 28. April komplett vom Bahnverkehr abgehängt.

    Was ist passiert?

    In der Nacht vom 28. auf den 29. März brach das Feuer aus und beschädigte nicht nur oberirdische Technik, sondern vor allem jene unsichtbaren Lebensadern der Bahn – die unterirdischen Kabel. Auch das Signalsystem des Stellwerks erwischte es heftig. Kein Signal, keine Züge – so einfach, so dramatisch. Ursprünglich rechnete die SNCF mit etwa zwei Wochen Reparaturzeit. Doch je tiefer die Techniker gruben, desto klarer wurde: Das wird nichts mit einem schnellen Comeback.

    Stillstand mit Umwegen

    Damit Touraine nicht komplett abgehängt wird, hat die SNCF in Windeseile einen Notfallplan aufgezogen – improvisiert, aber effektiv:

    – Züge, besonders die beliebten TER-Verbindungen, werden derzeit nach Joué-lès-Tours und Saint-Pierre-des-Corps umgeleitet. Keine perfekte Lösung, aber besser als gar nichts.

    – Busse pendeln im 30-Minuten-Takt zwischen dem Stadtzentrum von Tours und Saint-Pierre-des-Corps. Wer ein Zugticket besitzt, darf einfach zusteigen – ohne Zusatzkosten.

    – In den Bahnhöfen selbst stehen mehr Mitarbeiter als gewöhnlich bereit. Sie helfen Reisenden bei der Orientierung und sorgen dafür, dass sich niemand komplett verloren fühlt.

    Rund um die Uhr im Einsatz

    Die Reparaturarbeiten laufen auf Hochtouren. Mehr als 100 Personen – Spezialisten der SNCF und beauftragter Firmen – schuften Tag und Nacht. Sie ersetzen die zerstörten Kabel, installieren neue Systeme und testen die Anlagen gründlich. Klar, niemand will riskieren, dass bei Wiederaufnahme des Betriebs irgendetwas wackelt. Sicherheit geht vor – ohne Kompromisse.

    Und was ist mit den Pendlern?

    Tja, für die rund 7.000 Stammkunden der TER-Linien in der Region ist das Ganze alles andere als ein kleines Ärgernis. Verspätungen, alternative Routen, Chaos in der täglichen Routine – wer auf den Zug angewiesen ist, spürt die Krise hautnah.

    Doch es gibt ein kleines Trostpflaster: Die Region Centre-Val de Loire stellt 200.000 Euro als Entschädigung bereit – das sind im Schnitt etwa 30 Euro pro betroffene Person. Sicher keine Wunderheilung, aber zumindest ein Zeichen, dass die Sorgen der Pendler nicht übersehen werden.

    Was zeigt uns das alles?

    Ganz ehrlich: Wie kann ein einziges Feuer so viel lahmlegen? Die Antwort ist simpel – und beunruhigend. Moderne Infrastruktur ist komplex, eng vernetzt und dadurch anfällig. Ein Zwischenfall wie dieser zeigt, wie schnell alles aus dem Ruder laufen kann. Man möchte sich nicht ausmalen, was ein gezielter Angriff anrichten könnte…

    Was sollten Reisende jetzt tun?

    Wer in den nächsten Wochen durch oder ab Tours reisen will, sollte doppelt wachsam sein. Vor der Abfahrt unbedingt die aktuellen Infos checken – über die offiziellen SNCF-Kanäle oder per App. Zusätzlich Zeit einplanen, lieber einmal zu früh am Bahnsteig als zu spät. Und – auch wenn’s schwerfällt – ein bisschen Geduld mitbringen.

    Krisen wie diese fordern alle: Betreiber, Techniker, aber vor allem die Fahrgäste. Doch wenn man eines sagen kann, dann das: Die Region rückt in solchen Momenten spürbar zusammen. Und das ist vielleicht der einzige Lichtblick inmitten all der verkohlten Technik.

    Von Andreas M. Brucker

  • Kommunale Unterstützung für nationale Verteidigung: Symbolik mit politischer Tragweite

    Kommunale Unterstützung für nationale Verteidigung: Symbolik mit politischer Tragweite

    In der südfranzösischen Gemeinde Trans-en-Provence hat der Gemeinderat beschlossen, 1.500 Euro zur Unterstützung der nationalen Verteidigungsanstrengungen bereitzustellen. Dieser Schritt ist bemerkenswert, da die Verteidigung traditionell eine Domäne des Zentralstaates ist. Die Bereitstellung finanzieller Mittel für die nationale Verteidigung durch eine Kommune ist in Frankreich ungewöhnlich. Es stellt sich die Frage, ob lokale Gebietskörperschaften in strategischen Angelegenheiten des Staates eine Rolle spielen sollten und welches Signal eine solche Initiative aussendet. Bürgermeister Pascal Demarthe betont die Bedeutung des Beitrags im aktuellen geopolitischen Kontext, insbesondere angesichts der militärischen Unterstützung Frankreichs für die Ukraine. Die bereitgestellten Mittel sollen an die Stiftung der sozialen Werke der Luftwaffe (FOSA) oder an einen Solidaritätsfonds für Kriegsversehrte fließen. Dies ermöglicht es der Gemeinde, rechtliche Hürden zu umgehen, die eine direkte Fin…

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  • Brandade de Morue im Mille-Feuille-Stil mit Zitronen-Petersilienöl

    Brandade de Morue im Mille-Feuille-Stil mit Zitronen-Petersilienöl

    Ein Hauch von Tradition, Schicht für Schicht neu gedacht. Die Brandade de Morue ist eine klassische Spezialität aus Nîmes – im Herzen des Languedoc. Traditionell handelt es sich um eine cremige Emulsion aus gesalzenem Stockfisch (Morue), Olivenöl, Milch und oft Kartoffeln, serviert rustikal in eine…

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