Kategorie: Frankreich

  • Tod von Nahel: Für die Familie des Polizisten wurden fast 1.4 Millionen Euro gespendet – heftige Kritik wird laut

    Tod von Nahel: Für die Familie des Polizisten wurden fast 1.4 Millionen Euro gespendet – heftige Kritik wird laut

    Ein Pool zur Unterstützung der Familie des Polizisten, der wegen Totschlags an dem jungen Nahel angeklagt und in Haft genommen wurde, sorgt für viel Gesprächsstoff, vor allem wegen des überwältigenden Erfolgs. Der Aufruf zur Unterstützung wurde vom ehemaligen Sprecher des rechtsextremen Politikers Éric Zemmour, Jean Messiah, veröffentlicht und hat mittlerweile fast 1,4 Millionen Euro erreicht.

    Fast 900.000 Euro kamen in nur drei Tagen zusammen. Zur Unterstützung der Familie des Polizisten aus Nanterre, der nach dem Tod des 17-jährigen Nahel bei einer Verkehrskontrolle wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt wurde, wurde ein Spendenpool eingerichtet. Über 40.000 Menschen haben sich daran beteiligt. Einige Spenden beliefen sich sogar auf bis zu 3.000 Euro. Nach Ansicht der Polizeigewerkschaft ist diese Hilfe dringend erforderlich. Jean-Christophe Couvy von der Gewerkschaft SGP-FO erklärte: „Die Frau des Polizisten sowie sein Kind mussten sehr schnell umziehen. Das verursacht Kosten. […] Es ist auf einen Schlag eine Familie, die ihr Leben ändern muss.“

    „Die Gelder werden direkt an die betreffende Familie gezahlt“
    Aber die Initiative ist höhst umstritten. Sie wird von Jean Messiah, dem ehemaligen Wahlkampfsprecher des Rechtspolitikers Eric Zemmour, vorangetrieben. Einige, wie der Generalsekretär der Parti Socialiste, empören sich über die Spendenwebseite und prangern sie als „einen Pool der Schande“ an. 
    Ein anderer Spendenpool zur Unterstützung von Nahels Mutter hat bisher nur etwa 170.000 Euro eingesammelt.

  • Landung in der Normandie: Letzter Zeitzeuge Léon Gautier stirbt im Alter von 100 Jahren

    Landung in der Normandie: Letzter Zeitzeuge Léon Gautier stirbt im Alter von 100 Jahren

    Frankreich hat einen seiner letzten Kriegshelden verloren. Léon Gautier, der letzte Veteran des Kommandos Kieffer, das am 6. Juni 1944 in der Normandie landete, starb am Montag, dem 3. Juli, im Alter von 100 Jahren.

    Applaus am 6. Juni für einen Veteran der Landung in der Normandie: Léon Gautier. Er war der letzte Überlebende des Kommandos Kieffer. Gautier war einer der Franzosen, die mit den Alliierten an den Stränden der Normandie anlandeten, um ihr Land von den Nazis zu befreien. Er war das letzte überlebende Mitglied der 177 Soldaten der prestigeträchtigen Einheit Kieffer, die am 6. Juni 1944 landete. „Ich hatte keine Angst. Meine Kameraden übrigens auch nicht. Wir wollten als Sieger nach Hause gehen. Wir wollten nach Hause gehen, aber vorher Frankreich befreien“, bezeugte Gautier im Jahr 2022.

    Von seinem längsten Tag unter dem Feuer der deutschen Verteidigung wurde dieser ehemalige Marinefüsilier nicht müde, den jungen Generationen unermüdlich zu erzählen. Der Veteran zögerte auch nicht, sich für den Frieden einzusetzen. „Krieg bedeutet, Menschen zu töten. Menschen töten, das ist kein Vergnügen. […] Krieg ist nicht schön“, sagte er immer wieder. In Kürze wird ihm an den Stränden der Normandie, die er einst befreit hatte und wo er sich anschließend niedergelassen hatte und nun im Alter von 100 Jahren verstarb, eine nationale Ehrung zuteil werden.

  • Gewalt nach Nahels Tod: Kehrt in Frankreich wieder Ruhe ein?

    Gewalt nach Nahels Tod: Kehrt in Frankreich wieder Ruhe ein?

    Die Nacht vom 2. auf den 3. Juli war ruhiger als die vorherigen Nächte. In Dammarie-lès-Lys im Département Seine-et-Marne schlossen sich Geschäftsleute zusammen, um durch die Straßen zu patrouillieren und die Ruhe zu bewahren.

    Es herrscht Ruhe am späten Montagabend, dem 3. Juli, in Nanterre (Hauts-de-Seine). Gegen 18 Uhr waren keine Polizei-Busse im Einsatz und keine Polizeipatrouillen auf den Straßen zu sehen. Die Regierung versichert aber, dass die Ordnungskräfte genauso zahlreich sein werden wie am Vortag. 45.000 Gendarmen und Polizisten sind mobilisiert. Diese Vorkehrungen scheinen Früchte zu tragen. In Dammarie-lès-Lys (Seine-et-Marne) in der Nähe von Paris sind die Geschäftsleute jedoch noch immer auf der Hut, weil sie Angst haben, dass die Gewalt wieder aufflammt. Der Betreiber eines Mini-Marktes musste mit ansehen, wie sein Geschäft verwüstet wurde. Bei ihm gibt es nichts mehr zu holen, aber das gilt nicht für alle Läden in der Nähe. Einige sind bisher verschont geblieben. Um sie zu schützen, haben sich die Ladenbesitzer nun zusammengeschlossen und patrouillieren selbst in den Straßen.

    Farid Hassouni, einer der Ladenbesitzer, berichtet gegenüber dem Sender France 3: „Für mich hat sich das ausgezahlt, denn die Gruppen, die wir gesehen haben, sind umgekehrt.“ Weniger Festnahmen, weniger Zwischenfälle in der letzten Nacht. Haben die Aufrufe der Familie des von einem Polizisten getöteten Nahel zur Ruhe den Zorn einiger Jugendlicher besänftigt? Die Ruhe könnte aber fragil sein. Auch die kommende Nacht wird wieder strenge Sicherheitsvorkehrungen erleben.

  • Angers: Polizei sucht flüchtigen Doppelmörder

    Angers: Polizei sucht flüchtigen Doppelmörder

    Ein 42-jähriger Häftling wird derzeit von Polizei und Gendarmerie in der Gegend rund um Angers (Maine-et-Loire) gesucht. Der Flüchtige wird verdächtigt, auf seiner Flucht zwei Menschen getötet zu haben.

    Mehrere Dutzend Gendarmen sind auf der Suche nach einem besonders gefährlichen Straftäter, der aus dem Gefängnis in Argentan (Orne) ausgebrochen ist. Die Suche begann in der Nacht von Montag auf Dienstag, den 4. Juli. Es wurde ein Zeugenaufruf gestartet. Der Flüchtige wird verdächtigt, eine Frau und einen 72-jährigen Mann getötet zu haben, nachdem er während eines Hafturlaubs geflüchtet war.

    Der 42-jährige Verdächtige verbüßte im Gefängnis von Argentan eine 12-jährige Haftstrafe wegen versuchten Mordes an seiner Ehefrau und eine dreijährige Strafe wegen schwerer Sachbeschädigung.
    Nach ersten Erkenntnissen der Ermittlungen nahm der Beschuldigte während eines Hafturlaubs einen Zug und reiste am 20. Juni nach Angers, wo er sich Verwaltungsdokumente kümmern wollte.

    Am 22. Juni wird in Angers ein erstes Opfer, eine 40-jährige Frau, entdeckt. Man fand die Frau in ihrer Wohnung. Sie trug Spuren am Hals, die auf eine Strangulation mit bloßen Händen hindeuteten, die zu ihrem Tod geführt hat. Der Verdächtige befand sich im selben Gefängnis wie der Ex-Lebensgefährte der Frau. der Flüchtige war seinem späteren Opfer im Gefängnis in Argentan im Besucherraum begegnet.

    Am 28. Juni wurde weiter nördlich in Chailland (Mayenne) eine 26-jährige schwangere Frau entdeckt, die ebenfalls Opfer eines Strangulationsversuchs gworden war. der Täter hatte es offensichtlich auf ihr Fahrzeugs abgesehen. Diese Frau wurde dank des beherzten Eingreifens einer dritten Person gerettet. Der Mann flüchtete daraufhin in ein bewaldetes gebiet und verschwand.

    Am Samstagabend gegen 19 Uhr wurde in Cantenay-Epinard (Maine-et-Loire), nördlich von Angers, ein brennendes Fahrzeug entdeckt. Der Besitzer, ein 72-jähriger Mann, ehemaliger Mechaniker in der Gemeinde und Gemeinderat, wird tot in seinem Haus aufgefunden.

    Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte am Montagabend einen Fahndungsaufruf mit einem Foto: Darin wird der Verdächtige als 1,85 m großer Mann beschrieben, „ein Mischlingstyp mit athletischer Statur und schwarzen, lockigen Haaren“. Alle Personen, die über Hinweise verfügen, werden gebeten, die Nummer 0800 877 668 (oder in Notfällen die Nummer 17) zu kontaktieren, ohne zu versuchen, selbst einzugreifen, heißt es in der Fahndungsausschreibung. Laut dem Kommandanten der Gendarmeriegruppe des Departements Maine-et-Loire, sind 52 Gendarmen im Einsatz und über 400 Immobilien wurden bereits überprüft. Auch Polizisten aus Angers beteiligen sich an der Suche.

  • Ferienbeginn in Frankreich: Dürfen Sie Ihre Kinder früher aus dem Unterricht nehmen?

    Ferienbeginn in Frankreich: Dürfen Sie Ihre Kinder früher aus dem Unterricht nehmen?

    Die großen Sommerferien beginnen in Frankreich offiziell am Freitag, dem 7. Juli. Wie jedes Jahr wird ein Teil der Familien ihre Kinder nicht bis zum letzten Tag in die Schule schicken. Ist das erlaubt?

    Während ein Teil der Schülerinnen und Schüler in der Mittel- und Oberstufe nach den Prüfungen bereits in den Ferien ist, ist der letzte Schultag offiziell auf Freitag, den 7. Juli 2023, festgelegt. Alle Schülerinnen und Schüler sollen bis zu diesem Datum in den Unterricht gehen. In Wirklichkeit werden in der letzten Schulwoche die Tage der jüngeren Schüler mit Spielen verbracht, und die Mittel- und Oberschüler wissen, dass die Prüfungen und Zeugnisentscheidungen vorbei sind und nichts mehr auf dem Spiel steht.

    Aus all diesen Gründen ist die Versuchung für einen Teil der Familien in Frankreich groß, ihre Kinder nicht bis zum Ende in die Schule zu schicken. Aus der Sicht dieser Familien gibt es noch andere Vorteile, die Schule ausfallen zu lassen: Die Preise für Hotels und Ferienwohnungen sind in diesen Tagen günstiger, die Touristenorte sind noch nicht so überfüllt und es gibt weniger Verkehr auf den Straßen.

    Haben die Familien das Recht dazu und was riskieren sie?

    Was das Gesetz sagt
    Das Gesetz sieht eine Schulpflicht für Kinder von 3 bis 16 Jahren vor. Es gibt vier offiziell anerkannte Gründe für das Fernbleiben vom Unterricht, heißt es auf der Website service-public.fr: Krankheit des Kindes oder einer seiner Verwandten, feierliche Familienversammlung (Hochzeit, Beerdigung), Verhinderung durch einen Unfall oder für ein Kind, das mit seinen gesetzlichen Vertretern außerhalb der Ferienzeiten umzieht. Außerhalb dieser Gründe wird das Fernbleiben vom Schulleiter, Rektor oder Direktor als unentschuldigt angesehen. Die vorzeitige Abreise in die großen Ferien ist kein gültiger Grund für eine Abwesenheit, auch wenn die Eltern einen Buchungsnachweis vorlegen.

    Was sagt die Schulbehörde?
    Die Éducation nationale muss sofort über jede Abwesenheit informiert werden. „Wenn ein Kind vorübergehend den Unterricht versäumt, müssen die verantwortlichen Personen dem Direktor oder der Direktorin der Bildungseinrichtung unverzüglich die Gründe für diese Abwesenheit mitteilen“, heißt es in Artikel L131-8 des Bildungsgesetzbuchs (Code de l’éducation). Bei mehr als vier unentschuldigten Fehltagen muss sich der Schulleiter mit den Familien in Verbindung setzen und bei mehr als zehn Fehltagen die Behörde (Directeur académique des services de l’Education nationale) benachrichtigen.

    Was droht den Familien?
    Bei wiederholten unentschuldigten Fehlzeiten droht den Familien gemäß Artikel R624-7 des Strafgesetzbuchs eine Geldstrafe von 135 EUR. Wenn die Fehlzeiten wiederholt auftreten und die Erziehung des Kindes gefährden, kann die Strafe sogar bis zu zwei Jahren Gefängnis und 30.000 Euro Geldstrafe betragen (Artikel 227.17 des Strafgesetzbuchs). In der Praxis werden jedes Jahr aber nur äußerst selten Sanktionen verhängt, zumal die Verwaltungsverfahren langwierig sind. Im Mai 2018 wurden gegen einen Notar in Sables-d’Olonne in der Vendée, der sein Kind in der Vor- und Grundschule zweimal eine Woche hatte fehlen lassen, um in den Urlaub zu fahren, zwei Geldstrafen von jeweils 135 Euro verhängt.

    Aus Respekt vor den Lehrkräften und damit das Kind alle seine Sachen abholen kann, ist es in jedem Fall dringend angeraten, das Lehrpersonal im Vorfeld darüber zu informieren, dass ein Kind nicht bis zum letzten Tag am Unterricht teilnehmen wird. Der Dialog ist immer noch die beste Lösung.

  • Vater soll seinem sechsjährigen Sohn die Kehle durchgeschnitten und seine Familie schwer verletzt haben

    Vater soll seinem sechsjährigen Sohn die Kehle durchgeschnitten und seine Familie schwer verletzt haben

    Alptraum im Departement Seine-et-Marne. Ein sechsjähriger Junge wurde am Sonntag mit durchschnittener Kehle in Tournan-en-Brie aufgefunden. Seine Mutter und seine Schwester wurden schwer verletzt, wie die Staatsanwaltschaft Melun mitteilte. Der Familienvater wird der Taten verdächtigt.

    Die Gendarmen wurden gegen 15 Uhr zu einem Haus gerufen, aus dem eine Familie schreiend und blutüberströmt herausgestürmt war. Vor Ort wurde ein sechsjähriger Junge mit durchschnittener Kehle tot aufgefunden. Seine 10-jährige Schwester, die Mutter und der Vater wiesen ebenfalls alle drei mehr oder weniger schwere Stichwunden am Hals auf. Die Schwester wurde in das Krankenhaus Necker gebracht, am frühen Abend war ihr Zustand nicht mehr lebensbedrohlich. Die Mutter und der Vater befanden sich in einem weniger kritischen Zustand und wurden in verschiedene Krankenhäuser eingeliefert.

    Blutiges Messer am Tatort entdeckt
    Der zuständige Staatsanwalt Jean-Michel Bourlès erklärte vor Ort: „Nach den ersten Anzeichen scheint es, dass die Taten vom Vater begangen wurden“. Die Ermittler stellten am Tatort ein blutiges Cuttermesser sicher. Der Gesundheitszustand des Verdächtigen erlaubte es am Sonntagabend nicht, ihn in Polizeigewahrsam zu nehmen, er wurde im Krankenhaus unter Aufsicht gestellt.

    Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist der Verdächtige den örtlichen Justizbehörden und der Gendarmerie bisher nicht bekannt. Die Autopsie des verstorbenen Kindes wird am Montagmorgen durchgeführt.

  • Einwanderung: Frankreich zählt mehr als 547.000 Flüchtlinge – 56.000 Asylanträge in 2022 angenommen

    Einwanderung: Frankreich zählt mehr als 547.000 Flüchtlinge – 56.000 Asylanträge in 2022 angenommen

    Im fünften Jahr in Folge beantragten afghanische Staatsangehörige mit 17.000 von 131.000 Anträgen am häufigsten Asyl in Frankreich.

    Mit 56.276 angenommenen Asylanträgen im Jahr 2022 hat Frankreich die Grenze von einer halben Million Flüchtlingen überschritten. Insgesamt leben 547.102 Personen im Asyl in Frankreich, wie aus dem am Montag, dem 3. Juli, veröffentlichten Jahresbericht des französischen Amtes für den Schutz von Flüchtlingen und Staatenlosen (Ofpra) hervorgeht. Im Einzelnen wurden im Jahr 2022 56.276 Personen „neu unter den Schutz“ Frankreichs gestellt, sei es nach einer erstinstanzlichen Entscheidung des Ofpra oder einer Berufung beim Nationalen Asylgerichtshof (CNDA), heißt es in dem Dokument.

    Im fünften Jahr in Folge waren es afghanische Staatsangehörige, die in Frankreich am häufigsten Asyl beantragten: 17.000 der 131.254 gestellten Anträge entfielen auf sie. Ein Trend, der sich seit der Rückkehr der Taliban an die Macht im Sommer 2021 noch verschärft hat (+37% zwischen 2021 und 2022). Es folgten Bangladeschi (8.611 Erstanträge, +68%) und Türken (8.463 Erstanträge, +87%).

    Anstieg der ukrainischen und russischen Flüchtlinge.
    Diese Zahlen hätten mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine im Februar 2022, der den größten Flüchtlingsstrom nach Europa seit dem Zweiten Weltkrieg auslöste, eigentlich explodieren müssen. Doch die Ukrainer profitierten von einer besonderen Regelung, die als „vorübergehender Schutz“ bezeichnet wird. Dieses befreit die ukrainischen Kriegsflüchtlinge in Frankreich (etwa 100.000 Personen) davon, einen Asylantrag zu stellen. Sie erhalten automatisch ein Aufenthaltsrecht und Sozialleistungen.

    Der Ukraine-Krieg hatte jedoch „indirekte Auswirkungen“, wie die Ofpra betont. So haben „die Langfristigkeit und die Verhärtung des russischen Regimes einen Strom von Asylanträgen aus Russland (+75%) erzeugt, der größer ist als in den letzten Jahren“. Insgesamt beantragten 2022 2.617 Russen in Frankreich Asyl, die „ihre Befürchtungen aufgrund ihrer politischen Ansichten gegen den Krieg und ihrer Ablehnung der Einberufung oder Mobilisierung in den russischen Streitkräften zum Ausdruck bringen“, so die Ofpra weiter.

  • Krawalle nach Nahels Tod: Die Touristen verlassen Paris

    Krawalle nach Nahels Tod: Die Touristen verlassen Paris

    Welche Folgen haben die Unruhen für den Tourismus? Die amerikanische und die britische Regierung riefen ihre Staatsbürger zur Vorsicht auf. In mehreren französischen Städten ist bereits ein Rückgang der Buchungen zu beobachten, insbesondere in Paris, dem weltweit beliebtesten Reiseziel.

    Seit mehreren Tagen sorgen die Gewaltszenen in Frankreich für Schlagzeilen in ausländischen Medien, die ihre nach Frankreich reisenden Landsleute zu äußerster Vorsicht aufrufen. Das Ergebnis war, dass in Paris die Stornierungen reihenweise erfolgten und ein Hotel mit 38 Zimmern komplett leer stand. Zwei australische Touristinnen sind nur halbwegs beruhigt, sie haben ihren Aufenthalt nicht storniert, trauen sich aber nicht, nachts auszugehen. „Wir werden wahrscheinlich in ein Restaurant gehen, aber bevor es dunkel wird“, erklärt eine von ihnen gegenüber dem Sender France 3.

    Die Branche fordert staatliche Unterstützung.
    Die Folge: Ein Restaurant im Viertel Les Halles musste einen Umsatzrückgang von 20 % hinnehmen. Die Unternehmer des Sektors fordern dringend staatliche Hilfe. „Wir fordern die Aussetzung der Rückzahlung staatlich garantierter Darlehen und die Aussetzung der Arbeitgeberbeiträge“, sagt Frank Delvau, Vorsitzender der UMIH Ile-de-France. Viele hoffen nun auf die Rugby-Weltmeisterschaft im September, um die Kassen wieder aufzufüllen.

  • Nordfrankreich: Zwei Monate nach dem Kauf eines Hauses muss ein junges Paar es jetzt abreißen

    Nordfrankreich: Zwei Monate nach dem Kauf eines Hauses muss ein junges Paar es jetzt abreißen

    Als ein junges Ehepaar mit den Arbeiten an seinem neu erworbenen Haus begann, stürzte es teilweise ein. Nun mussten sie das Haus komplett abreißen und auf ihre Kosten ein neues bauen.

    Constance und Benjamin, ein junges Paar aus Saint-André-lez-Lille (Nord), haben ein echtes Drama erlebt. Nachdem sie gerade erst ein Haus gekauft hatten, waren sie gezwungen, es auf eigene Kosten komplett abzureißen.

    Das Missgeschick begann im November 2022, als das 200 m² große Haus des 34-jährigen Paares, das es für 210.000 Euro gekauft hatte, teilweise zusammenbrach, als sie mit den Bauarbeiten begannen, berichtet die Zeitung La Voix du Nord. Als die Gipsplatten entfernt wurden, stürzte die hintere Fassade in den Garten und hinterließ ein klaffendes Loch. Ein kleines Wunder: Das Paar und sein kleine Sohn Marius befanden sich zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht in dem Haus.

    45.000 Euro nur um das Haus abzureißen
    Da jedoch keine Versicherung für die Schäden aufkommen will, ist es nicht möglich, das Haus zu reparieren. Constance und Benjamin sind daher gezwungen, ihr Haus für 45.000 Euro komplett abzureißen, wie La Voix du Nord berichtet.

    Das Paar, das sich betrogen fühlt, hat nun beschlossen, die Verkäufer, den Makler, den Architekten und die Firma, die die Arbeiten durchgeführt hat, zu verklagen. Sie behaupteten, dass ihnen beim Kauf ein Loch in der Wand verschwiegen worden sei.

    Das Paar und ihr Kind, das bisher bei den Eltern leben musste, wollte ein eigenes Haus kaufen und die Innenarbeiten selbst durchführen. Jetzt haben sie eine Webseite für Spenden eingerichtet und freuen sich auch über Materialspenden.

  • Proteste in Frankreich: In Belgien verbieten Grenzstädte vorübergehend den Verkauf von Feuerwerkskörpern

    Proteste in Frankreich: In Belgien verbieten Grenzstädte vorübergehend den Verkauf von Feuerwerkskörpern

    Der Tod des jungen Nahel hat auch Folgen für Belgien. Seit Samstag haben Gemeinden in der Nähe der französischen Grenze beschlossen, den Verkauf von Feuerwerkskörpern vorübergehend zu verbieten, um zu verhindern, dass Randalierer sich bei ihnen mit pyrotechnischem Material eindecken. Sie stehen in Frankreich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: Feuerwerkskörper. Seit dem Tod des jungen Nahel am Dienstag in Nanterre sind die französischen Ordnungskräfte nämlich mit Jugendlichen konfrontiert, die mit diesen pyrotechnischen Gegenständen bewaffnet sind und sie brutal zweckentfremden. So kommt es regelmäßig zu Zusammenstößen zwischen Gruppen von Jugendlichen, die einen Regen von Feuerwerkskörpern auf die Ordnungskräfte abfeuern, die ihrerseits mit Tränengasgranaten reagieren. Und das beunruhigt die europäischen Nachbarn Frankreichs. In der belgischen Stadt Tournai, die etwa 30 km von Lille entfernt liegt, sind in den letzten Tagen die Umsätze der Feuerwerksläden regelrecht explodiert. „Man ah…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…