Kategorie: Grand Est

  • Dijon im Ausnahmezustand: Tödliche Schüsse mitten in der Stadt

    Dijon im Ausnahmezustand: Tödliche Schüsse mitten in der Stadt

    Ein lauer Samstagabend, die Cafés voll, das Pflaster glänzt im Laternenlicht – und plötzlich zerreißt das Knattern von Schüssen die Normalität. Es war kurz nach Mitternacht am 7. September, als eine Szene wie aus einem Mafiafilm den Alltag im Herzen von Dijon durchbrach. Zwei Männer in einem Buggy wurden ins Visier genommen, von einem Roller aus. Der Fahrer, gerade einmal 23 Jahre alt, starb sofort. Sein Beifahrer, 26, liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Die Brutalität dieser Attacke hat die Stadt erschüttert. Dijon, wo man sonst an Senf, Wein und die stolze Geschichte der Herzöge denkt, steht seit dieser Nacht für etwas anderes: für eine Gewalt, die sich mitten ins Herz der Stadt geschlichen hat. Vier Verdächtige vor Gericht Nur wenige Tage nach der Tat meldeten die Ermittler einen Durchbruch. Vier junge Männer wurden festgenommen und am 12. September einem Haftrichter vorgeführt. Drei von ihnen sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Der älteste, 27, ist kein Unbekannter: bereits…

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  • Zwölf entflohene Krallenaffen – Aufruhr um ein Forschungslabor bei Straßburg

    Zwölf entflohene Krallenaffen – Aufruhr um ein Forschungslabor bei Straßburg

    Ein kleiner Ort vor den Toren Straßburgs, Niederhausbergen. Normalerweise herrscht hier friedliche Idylle – bis am Freitagabend eine Geschichte begann, die klingt wie der Auftakt zu einem Krimi. Zwölf Krallenaffen, winzige, flinke Primaten mit großen Augen und einer Energie, die kaum zu bändigen scheint, sind plötzlich verschwunden. Ihr Zuhause: das Primatenzentrum der Universität Straßburg. Ihr Ziel: ungewiss. Der Vorfall hat sofort für Schlagzeilen gesorgt. Denn dieses Zentrum ist nicht irgendeine Einrichtung, sondern eine der größten seiner Art in Europa. Über 800 Affen, neun verschiedene Spezies, werden hier für biomedizinische und verhaltenswissenschaftliche Studien gehalten. Nun sind ein Dutzend dieser Tiere in die Freiheit entlassen worden – nicht etwa durch einen Zufall, sondern durch eine geplante Aktion. Auf dem Gelände blieben Schutzanzüge zurück, klare Spuren einer gezielten Intrusion. Zwei der Tiere konnten bereits wieder eingefangen werden. Zehn aber sind noch unterwegs, …

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  • Bas-Rhin: Wenn die Verwaltung einen Menschen für tot erklärt

    Bas-Rhin: Wenn die Verwaltung einen Menschen für tot erklärt

    In Truchtersheim, einem idyllischen Ort im Elsass, spielt sich derzeit ein Stück Bürokratie-Drama ab, das man eher in einem Roman erwarten würde als in der Realität. Die Hauptfigur: Aline Riffel, 77 Jahre alt, quicklebendig – und doch seit Juli 2025 offiziell „tot“. Der Albtraum begann nach dem Tod ihres Onkels, für den sie als Tutorin verantwortlich war. Ein Verwaltungsfehler ließ die Behörden nicht nur den Onkel, sondern gleich auch die Nichte „sterben“. Mit einem Schlag verlor Riffel ihre Rente, ihre Krankenversicherung und ihre finanzielle Sicherheit. Die Karte Vitale, die in Frankreich wie ein Schlüssel zur medizinischen Versorgung funktioniert, wurde gesperrt. Wer krank wird, hat Pech – außer er kann nachweisen, dass er eben nicht im Grab liegt.

    Das Leben als Verwaltungs-Gespenst Man stelle sich vor: Man lebt, man atmet, man bezahlt seine Rechnungen – und plötzlich sagt der Staat: „Nein, Sie existieren nicht mehr.“ G…

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  • Ein Monat Regen in einer Nacht – die Moselle kämpft mit Wassermassen

    Ein Monat Regen in einer Nacht – die Moselle kämpft mit Wassermassen

    In der Nacht vom 8. auf den 9. September 2025 erlebte das lothringische Departement Moselle ein Naturereignis, das selbst wettererprobte Einwohner sprachlos machte. Innerhalb weniger Stunden fiel so viel Regen wie sonst in einem ganzen Monat. Straßen wurden zu Bächen, Felder zu Seen – und aus friedlichen Bächen wurden reißende Ströme.

    Rekordwerte, die sprachlos machen Die Messwerte lesen sich wie aus einem Katastrophenroman: In Porcelette kamen 90 Liter Regen vom Himmel, in Lesse 86 Liter, davon allein 34 Liter in nur einer Stunde. Für Meteorologen sind das Werte, die in die Chroniken eingehen. Für die Menschen vor Ort hieß es: nasse Keller, verschlammte Straßen und eine Nacht voller Ungewissheit.Denn die Böden waren längst gesättigt, das Wasser fand keinen Halt mehr – es schoss über Hänge, sammelte sich in Senken und drängte in Häuser.

    Dörfer im Ausnahmezustand Einige Gemeinden traf es besonders hart. Himeling wurde von einer Schlammlawine heimgesucht, die quer durchs Dorf raste und…

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  • Kugelhagel im Herzen von Dijon – wenn das Nachtleben zur Zielscheibe wird

    Kugelhagel im Herzen von Dijon – wenn das Nachtleben zur Zielscheibe wird

    Ein lauer Spätsommerabend, die Place de la République voller Leben – bis plötzlich Schüsse die Nacht zerreißen. In Dijon hat sich am Wochenende eine Szene abgespielt, die mehr an einen Film erinnert als an die Wirklichkeit. Zwei junge Männer, unterwegs in einem offenen Buggy, werden von einem vorbeifahrenden Scooter unter Beschuss genommen. Sekunden später ist einer tot, der andere ringt im Krankenhaus um sein Leben. Die Wucht dieses Vorfalls liegt nicht nur in der Brutalität des Angriffs, sondern auch in seiner Symbolkraft. Mitten im Herzen einer französischen Großstadt, dort, wo normalerweise Studenten, Familien und Nachtschwärmer flanieren, wird das Pflaster zur Bühne eines mutmaßlichen Drogenkriegs.

    Ein Tatort mit Signalwirkung Der 23-jährige Fahrer stirbt noch am Tatort, sein 26-jähriger Begleiter wird schwer verletzt abtransportiert. Beide Männer waren keine Unbekannten – zumindest nicht für die Polizei. Der Überlebende war bereits in Drogengeschäfte verwickelt, auch das Fahrzeu…

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  • Unwetter im Anmarsch – Moselle und Meurthe-et-Moselle unter Unwetterwarnung

    Unwetter im Anmarsch – Moselle und Meurthe-et-Moselle unter Unwetterwarnung

    Der Himmel über dem Nordosten Frankreichs zieht sich zusammen. Was bislang nach spätsommerlicher Ruhe aussah, droht sich am Abend des 8. Septembers in ein gefährliches Schauspiel zu verwandeln. Météo-France hat die Départements Moselle und Meurthe-et-Moselle in die Vigilance orange, die zweithöchste Warnstufe, versetzt – wegen heftiger Regenfälle und möglicher Überschwemmungen.

    Ab 21 Uhr soll es losgehen.


    Wenn der Regen nicht mehr aufhört

    „Eine sehr aktive Regen- und Gewitterstörung“, heißt es im nüchternen Französisch der Meteorologen, werde ab dem späten Abend über die Region hinwegziehen. Was das bedeutet? Regen. Viel Regen. Und das in erstaunlich kurzer Zeit.

    Lokal können bereits zu Beginn der Gewitter zwischen 15 und 30 Liter fallen – innerhalb weniger Minuten. Das klingt technisch. Übersetzt bedeutet es: Die Kanalisation könnte überfordert sein, Keller volllaufen, Straßen sich in Bäche verwandeln.

    Und das ist erst der Anfang.


    Die kritische Nacht

    In der zweiten Nachthälfte dreht die Wetterlage richtig auf. Die Gewitter sind nicht in Bewegung, sie bleiben stehen, schwenken, wirbeln – und regnen sich aus. Die Niederschlagsmengen, die in wenigen Stunden erwartet werden, sind beachtlich: 40 bis 60 Liter, teils sogar bis zu 80 Liter. Und auf bestimmten Abschnitten – vor allem im Westen der Moselle und im Norden der Meurthe-et-Moselle – könnten es sogar mehr als 80 Liter werden.

    Wer das geografisch einordnen will: Das ist mehr als ein Drittel des durchschnittlichen Monatsniederschlags – in einer einzigen Nacht.


    Warnstufe Orange – was heißt das?

    Vigilance orange heißt nicht „Panik“. Aber es heißt: sehr ernst nehmen.

    Laut Météo-France sind erhebliche Störungen im Alltag zu erwarten – von Sichtbehinderungen im Straßenverkehr bis hin zu überfluteten Kellern, blockierten Straßen und möglichen Schäden an der Infrastruktur. Wer kann, sollte auf Fahrten verzichten, sich von Ufern und tiefer gelegenen Gebieten fernhalten und höher gelegene Zufluchtsorte kennen.

    Nicht in den Keller gehen, keine überfluteten Wege betreten, keine Risiken eingehen – das sind keine übertriebenen Ratschläge, sondern konkrete Handlungsempfehlungen für diese Nacht.


    Und morgen?

    Noch ist unklar, ob die Lage bis in den Morgen andauert oder sich im Laufe der Nacht wieder beruhigt. Météo-France hat die Warnung zunächst bis Dienstag, 6 Uhr früh, ausgesprochen. Danach wird neu bewertet.

    Doch eines ist sicher: Die Nacht vom 8. auf den 9. September wird in Moselle und Meurthe-et-Moselle nicht ruhig verlaufen.


    Klimawandel oder Normalität?

    Natürlich gibt es immer mal wieder Starkregen – das ist kein Novum. Aber die Häufung solcher Ereignisse, ihre Intensität, ihre Unberechenbarkeit: All das lässt Fragen aufkommen. Ist das noch normales Wetter – oder schon ein neues Kapitel im Buch des Klimawandels?

    Gerade Regionen wie Lothringen, mit ihrer Mischung aus Städten, ländlichen Gegenden und Flusstälern, reagieren empfindlich auf solche Wetterextreme. Und die Infrastruktur – sei es Kanalisation oder Verkehrsnetz – ist darauf nicht immer ausgelegt.


    Fazit: Türen zu, Augen offen

    Was also tun? Informiert bleiben. Ruhe bewahren. Vorsorgen.

    Wer in den betroffenen Regionen lebt oder unterwegs ist, sollte sich regelmäßig über die Lage informieren – etwa über die Apps von Météo-France, lokale Nachrichten oder offizielle Warnsysteme. Das Handy aufgeladen, Taschenlampe griffbereit, Wertsachen in Sicherheit – all das kann im Zweifel den Unterschied machen.

    Und wer ohnehin zuhause ist, der tut gut daran, dort zu bleiben.

    Denn heute Nacht hat das Wetter das letzte Wort.

    Autor: C.H.

  • Kanal mit Charakter: Entschleunigt durch die Bourgogne

    Kanal mit Charakter: Entschleunigt durch die Bourgogne

    Stell dir vor, du gleitest mit einem kleinen Boot durchs Herz Frankreichs – langsam, fast lautlos, vorbei an Weinbergen, historischen Städtchen und alten Schleusenhäuschen, in denen die Zeit stehen geblieben scheint. Genau das bietet der Canal du Centre: eine Reise durch die Seele der Bourgogne, fernab vom Autolärm, mitten im Grünen – und mit jeder […]

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  • Wenn aus Wasser Gefahr wird – Wie PFAS die Idylle der Ardennen vergiften

    Wenn aus Wasser Gefahr wird – Wie PFAS die Idylle der Ardennen vergiften

    Was, wenn das Glas Wasser am Morgen plötzlich zur Gesundheitsgefahr wird? Wenn Eltern ihren Kindern verbieten müssen, den Wasserhahn aufzudrehen? Wenn der tägliche Schluck aus der Leitung zum Symbol für Vertrauensverlust wird? Genau das geschieht seit Juli 2025 im Nordosten Frankreichs. In sechzehn ländlichen Gemeinden der Ardennen und der Meuse sind über 3.500 Menschen von einer regelrechten Umweltkatastrophe betroffen – der schlimmsten PFAS-Verseuchung des Trinkwassers, die Frankreich je erlebt hat. Die unsichtbare Bedrohung Die Zahlen sprechen eine verstörende Sprache: In Villy, einem der betroffenen Dörfer, wurde ein PFAS-Wert von 2.729 Nanogramm pro Liter gemessen – das ist das 27-fache des gesetzlich erlaubten Grenzwerts von 100 Nanogramm. Und es ist kein Einzelfall. PFAS – das steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Industriechemikalien, die man früher vor allem in der Herstellung von wasser-, fett- und schmutzabweisenden Produkten verwendete. Beschichtete Pfannen, Fu…

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  • Fère-en-Tardenois: Ein Dorf sagt Nein zur Fast-Food-Flut

    Fère-en-Tardenois: Ein Dorf sagt Nein zur Fast-Food-Flut

    Wer Fère-en-Tardenois besucht, erwartet Idylle. Kopfsteinpflaster, kleine Läden, eine Handvoll Cafés – und plötzlich: Fast-Food-Buden an jeder Ecke. Für eine Gemeinde mit gerade einmal 2.900 Einwohnern wirkt das grotesk. Sechs Schnellrestaurants drängen sich hier bereits, als wäre man mitten in einer Großstadt. Nun zieht Bürgermeister Jean-Paul Roseleux die Notbremse und verhängt ein Verbot für weitere Fast-Food-Restaurants. Eine kleine Revolution? Oder nur ein symbolischer Akt gegen den übermächtigen Trend?

    Ein Dorf im Fast-Food-Fieber Man stelle sich das vor: Sechs Schnellrestaurants in einer Kleinstadt, die kaum drei Kilometer lang ist. Döner, Pizza, Burger – das Menü der Globalisierung. Für Jugendliche ist es praktisch, für Familien oft die günstige Lösung. Doch für viele Bewohner hat sich das Gesicht des Dorfes verändert. Der Marktplatz riecht nach frittierten Kartoffeln statt nach frisch gebackenem Brot. Bürgermeister Roseleux spricht Klartext: „Dieses Verbot wird vielleicht gek…

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  • Nordahl Lelandais erneut vor Gericht – erscheint aber nicht persönlich

    Nordahl Lelandais erneut vor Gericht – erscheint aber nicht persönlich

    Ein Name, der seit Jahren Schockwellen durch Frankreich jagt, steht wieder im Zentrum der Schlagzeilen: Nordahl Lelandais – mittlerweile unter dem Namen Nordahl Périnet geführt – hat sich geweigert, vor Gericht zu erscheinen. Am 28. August hätte er sich vor dem Strafgericht in Colmar verantworten sollen. Der Vorwurf: häusliche Gewalt. Der Ort des Geschehens ist dabei alles andere als gewöhnlich. Der mutmaßliche Übergriff ereignete sich am 9. Juni dieses Jahres im Besuchsraum der Justizvollzugsanstalt Ensisheim. Dort soll Lelandais seine Partnerin attackiert haben – und das in Anwesenheit ihres gemeinsamen, erst 19 Monate alten Sohnes. Doch der Angeklagte weigert sich, seine Zelle zu verlassen. „Zu viel Druck“ Die Begründung, die er anführt, klingt fast wie ein Mantra: die unerträgliche „mediale Belastung“. Schon seit Jahren steht Lelandais unter grellem Scheinwerferlicht – und er hat allen Grund dazu, nicht nur weil er zu den bekanntesten Strafgefangenen Frankreichs zählt, sondern auch…

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