Kategorie: À la une

  • Hulkamania for ever: Der Tod von Hulk Hogan beendet eine Ära des Entertainments

    Hulkamania for ever: Der Tod von Hulk Hogan beendet eine Ära des Entertainments

    Ein roter Bandana, ein zerrissenes Shirt, zwei aufgepumpte Arme und ein Kampfschrei, den ganze Generationen mitgröhlten: „Whatcha gonna do when Hulkamania runs wild on you?“

    Am 24. Juli 2025 verstummte diese Stimme für immer.

    Hulk Hogan, mit bürgerlichem Namen Terry Gene Bollea, starb im Alter von 71 Jahren an einem Herzstillstand in seinem Haus in Clearwater, Florida. Trotz der schnellen Reaktion der Rettungskräfte konnte das Team des Morton Plant Hospital nur noch seinen Tod feststellen.

    Ein Urgestein des Wrestlings ist gegangen – und mit ihm ein Stück amerikanischer Popkultur.


    Der Mann, der das Wrestling zur Show machte

    Hulk Hogan war kein gewöhnlicher Wrestler. Er war das Gesicht einer Ära. 1977 stieg er erstmals in den Ring, doch erst mit seinem Wechsel zur WWF (heute WWE) im Jahr 1983 begann die Hulkamania – ein Phänomen, das das Wrestling aus der Nische holte und mitten in den Mainstream katapultierte.

    Mit seiner ikonischen Erscheinung – gelber Schnurrbart, knallbunte Outfits, die „24-Inch Pythons“ – wurde Hogan zur Projektionsfläche des amerikanischen Traums: stark, unbeugsam, ein Held der Massen.

    In den 1980ern war er allgegenwärtig. Sein epischer Kampf gegen André the Giant bei WrestleMania III im Jahr 1987, vor über 93.000 Fans, zählt zu den legendärsten Momenten des Sport-Entertainments.

    Insgesamt zwölf Mal krönte man ihn zum Weltmeister – sechs Titel bei der WWF, sechs bei der WCW. Doch sein Einfluss ging weit über Pokale und Kämpfe hinaus.


    Vom Ring ins Rampenlicht: Hogans zweite Karriere

    Hogan verstand, wie man das Publikum fesselt – nicht nur im Ring. Er schlüpfte in Filmrollen, etwa an der Seite von Sylvester Stallone in Rocky III, und startete mit Hogan Knows Best seine eigene Reality-Show.

    2024 überraschte er erneut: Mit seiner Biermarke „Real American Beer“ und der Gründung der Wrestling-Liga „Real American Freestyle“ kehrte er als Promoter zurück ins Geschäft – als Strippenzieher hinter den Kulissen, mit dem gleichen Sendungsbewusstsein wie eh und je.

    Er war ein Showman. Ein Selfmade-Mythos. Und ein Geschäftsmann mit Gespür für den nächsten Coup.


    Patriot, Provokateur, Politaktivist?

    Nicht nur im Wrestling-Ring ging Hogan aufs Ganze – auch politisch. Bei der republikanischen Parteiversammlung 2024 riss er auf der Bühne sein Shirt auf und enthüllte ein „Trump-Vance 2024“-Trikot. Die Botschaft war unmissverständlich: „Let Trumpamania rule again!“

    Donald Trump, selbst Reality-Star und Wrestling-Fan, würdigte ihn prompt als „MAGA all the way“.

    Viele bejubelten den Auftritt. Andere schüttelten nur den Kopf.


    Licht und Schatten: Die späte Phase seines Lebens

    Doch Hogans Karriere war nicht frei von Brüchen. 2015 erschütterte ein Skandal seine Fans: Rassistische Äußerungen aus einem privaten Mitschnitt wurden publik – und die WWE suspendierte ihn.

    Er entschuldigte sich öffentlich. 2018 folgte seine Rückkehr in die Hall of Fame. Auch juristisch setzte er Zeichen: Im Rechtsstreit gegen Gawker Media wegen eines veröffentlichten Sexvideos erhielt er 31 Millionen Dollar Entschädigung – ein wegweisender Fall für Persönlichkeitsrechte in digitalen Zeiten.

    Skandalös, umstritten, aber nie irrelevant – so blieb er bis zuletzt.


    Ein Erbe, das bleibt

    Wie misst man das Erbe eines Mannes, der für viele der erste Held auf dem Bildschirm war?

    Hogan war für Millionen der Einstieg in die Welt des Wrestlings. Seine Energie, seine Auftritte, sein Pathos – all das machte ihn zu einer Ikone. Ob man ihn verehrte oder kritisierte: Er hinterließ Spuren, tief und unauslöschlich.

    Mit seinem Tod endet nicht nur ein Leben, sondern auch ein Mythos – einer, der bunt war, laut und größer als das Leben.


    Stimmen der Trauer

    Die Wrestling-Welt trauert. Vince McMahon bezeichnete ihn als „größte Superstar aller Zeiten“. Wrestling-Legenden wie The Undertaker, Ric Flair und Triple H fanden emotionale Worte. Viele sprachen von einem Mentor, einem Wegbereiter, einem Freund.

    Seine Familie bat unterdessen um Privatsphäre – ein stiller Wunsch inmitten des lauten Erbes.


    Hulk Hogan: Mehr als ein Catcher

    Er war Held und Hassfigur, Selfmade-Man und Show-Titan. Ein Symbol seiner Zeit – grell, unübersehbar, unvergessen.

    Hulk Hogan lebt weiter – in Erinnerungen, auf YouTube, in Catchphrases. Und immer dann, wenn ein Kind sich ein Shirt vom Leib reißt und ruft: „Whatcha gonna do?“

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Frankreich am Kipppunkt: Droht 2025 erstmals ein negativer Bevölkerungssaldo?

    Frankreich am Kipppunkt: Droht 2025 erstmals ein negativer Bevölkerungssaldo?

    Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs könnte Frankreich im Jahr 2025 mehr Sterbefälle als Geburten verzeichnen. Die demografischen Daten deuten auf eine historische Wende hin, die nicht nur statistischen, sondern auch politischen und gesellschaftlichen Sprengstoff birgt. Der natürliche Bevölkerungssaldo, lange Zeit eine verlässliche Quelle für das Bevölkerungswachstum der Nation, steht vor der Negativwende – ein Ausdruck tiefgreifender struktureller Veränderungen.


    Ein langfristiger Abwärtstrend bei der Geburtenrate

    Die Zahl der Geburten in Frankreich sinkt seit Jahren kontinuierlich. Im Jahr 2024 wurden laut dem französischen Statistikamt Insee lediglich 663.000 Kinder geboren – ein Rückgang von 2,2 % gegenüber 2023. Noch alarmierender: Im Zeitraum von Januar bis Mai 2025 fiel die Zahl der Geburten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um weitere 3,2 %. Die Entwicklung ist somit keine temporäre Schwankung, sondern ein struktureller Trend.

    Zentraler Indikator für diese Entwicklung ist das sogenannte „indicateur conjoncturel de fécondité“ (ICF) – die zusammengefasste Geburtenziffer. Sie lag 2024 bei nur noch 1,62 Kindern pro Frau – dem tiefsten Stand seit dem Ersten Weltkrieg. Damit bleibt Frankreich zwar im europäischen Vergleich im oberen Mittelfeld, aber weit unterhalb des zur Bestandserhaltung nötigen Wertes von 2,1.

    Die Gründe sind vielschichtig: wirtschaftliche Unsicherheiten, veränderte Rollenbilder und Lebensentwürfe, aber auch ein stetiger Trend zur späteren Elternschaft. Die durchschnittliche Erstgebärende ist heute über 30 Jahre alt. Laut Soziologen hat sich die Familienplanung bei vielen jüngeren Franzosen und Französinnen von einer Selbstverständlichkeit hin zu einer individuell abzuwägenden Option entwickelt.


    Alterung der Gesellschaft und steigende Mortalität

    Während die Geburtenrate sinkt, steigt zugleich die Zahl der Todesfälle – vor allem aufgrund der demografischen Alterung. Im Jahr 2024 verstarben in Frankreich rund 646.000 Menschen, 1,1 % mehr als im Jahr zuvor. Von Januar bis April 2025 lag die tägliche Sterberate im Durchschnitt sogar 4,3 % höher als im entsprechenden Zeitraum 2024.

    Diese Entwicklung ist insbesondere auf die Nachkriegsgeneration – die sogenannten Babyboomer – zurückzuführen. Die geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1946 und 1974 erreichen nun ein Alter, in dem das Sterberisiko signifikant ansteigt. In den kommenden Jahren wird dieser Effekt noch stärker spürbar werden, was Experten als „Tsunami gris“ – die graue Welle – bezeichnen.

    Neben der demografischen Struktur spielen auch akute Faktoren eine Rolle: etwa schwere Grippewellen, Hitzesommer oder die Spätfolgen der Covid-19-Pandemie. Der Gesundheitsökonom Jean-Marie Robine weist zudem auf strukturelle Schwächen im französischen Gesundheitssystem hin, die sich angesichts der alternden Bevölkerung verschärfen könnten.


    Ein drohender Kipppunkt mit politischen Folgen

    2024 lag der natürliche Bevölkerungssaldo – also die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen – nur noch bei +17.000 Personen. Zum Vergleich: In den frühen 2000er-Jahren betrug dieser Saldo teils über +200.000. Sollte sich der Trend aus dem bisherigen Jahresverlauf 2025 fortsetzen, ist erstmals ein negativer Wert zu erwarten – ein symbolträchtiger Wendepunkt.

    Die Auswirkungen wären weitreichend: Ein negativer natürlicher Saldo bedeutet eine beschleunigte Alterung der Gesellschaft. Schon jetzt liegt der Median des Bevölkerungsalters in Frankreich bei rund 42 Jahren – Tendenz steigend. Daraus ergeben sich wachsende Belastungen für Rentenversicherung, Gesundheitssystem und Pflegeinfrastruktur.

    Zugleich stellt sich die Frage, wie der Staat mit dieser Entwicklung umgeht. Eine mögliche Antwort wäre eine verstärkte Zuwanderungspolitik, um dem Arbeitskräftemangel zu begegnen. Doch Migration ist in Frankreich ein hochpolitisches Thema, das spätestens seit den Präsidentschaftswahlen 2022 stark polarisiert. Alternativ oder ergänzend könnten gezielte Maßnahmen zur Förderung der Familiengründung diskutiert werden – von steuerlichen Anreizen über subventionierte Kinderbetreuung bis hin zu einer umfassenden Reform des Elterngelds.


    Frankreichs demografische Zukunft steht auf dem Prüfstand

    Frankreichs bisheriger demografischer Vorteil – ein im europäischen Vergleich relativ hoher Anteil junger Menschen – scheint zu erodieren. Damit steht das Land an einem Wendepunkt, der nicht nur statistisch relevant ist, sondern auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Implikationen mit sich bringt. Eine alternde Bevölkerung bedeutet weniger Erwerbstätige, geringeres Potenzialwachstum, höhere Sozialausgaben und veränderte politische Prioritäten.

    Ob und wie Frankreich gegensteuern kann, wird entscheidend davon abhängen, ob es gelingt, die tiefgreifenden Ursachen der sinkenden Geburtenrate anzugehen und zugleich einen gesellschaftlichen Konsens über die Rolle von Zuwanderung und Generationengerechtigkeit herzustellen. Die demografische Uhr tickt – leise, aber unerbittlich.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Zwischen Kritik und Kalkül: Bruno Retailleaus riskante Gratwanderung im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2027

    Zwischen Kritik und Kalkül: Bruno Retailleaus riskante Gratwanderung im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2027

    Bruno Retailleau, Innenminister und neuer Vorsitzender der konservativen Partei Les Républicains (LR), stellt sich demonstrativ quer zur politischen Linie von Emmanuel Macron – und bleibt dennoch Teil dessen Regierung. Diese ambivalente Haltung ist mehr als eine persönliche Marotte: Sie ist Teil einer politischen Strategie, die auf das höchste Amt im Staat zielt. Mit scharfen Worten hat Retailleau in einem Interview mit dem konservativen Magazin Valeurs Actuelles den „Macronismus“ für gescheitert erklärt. Dieser sei „kein Programm, keine Ideologie, sondern ein Projekt, das sich ausschließlich um die Person Emmanuel Macron dreht“. Das „en même temps“, die politische Kunst der Gleichzeitigkeit und des Sowohl-als-auch, mache den Staat handlungsunfähig. Es ist eine fundamentale Kritik, die nicht nur Macron selbst, sondern auch die Grundlogik seines Präsidialstils infrage stellt. Besonders bemerkenswert: Retailleau formuliert diese Kritik nicht als Oppositionsführer, sondern als amtierender…

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  • Demografische Zäsur: Frankreich verzeichnet erstmals seit 1945 ein Geburtendefizit

    Demografische Zäsur: Frankreich verzeichnet erstmals seit 1945 ein Geburtendefizit

    Frankreich hat in den vergangenen zwölf Monaten einen historischen demografischen Wendepunkt erreicht: Erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs starben mehr Menschen als geboren wurden. Zwischen dem 1. Juni 2024 und dem 31. Mai 2025 wurden laut aktuellen Zahlen des französischen Statistikamts Insee 651.000 Todesfälle und 650.000 Geburten registriert. Damit weist das Land einen negativen natürlichen Bevölkerungssaldo von rund 1.000 Personen auf – ein Novum in der jüngeren französischen Geschichte, das tiefgreifende gesellschaftliche und wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen dürfte. Ein Jahrzehnt früher als erwartet Die Entwicklung kommt für Demografen nicht völlig überraschend, wohl aber in ihrer Geschwindigkeit. „Diese Situation war für 2035 prognostiziert, wir erleben sie nun zehn Jahre früher“, so der Demograf Julien Damon, ehemals Studienleiter bei der Caisse nationale des allocations familiales (Cnaf), gegenüber Radio France. Bereits in den vergangenen Jahren war ein s…

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  • Zwischen Meinungsfreiheit und Verleumdung: Der Fall Macron gegen Candace Owens

    Zwischen Meinungsfreiheit und Verleumdung: Der Fall Macron gegen Candace Owens

    Mit einer spektakulären Klage in den Vereinigten Staaten haben Emmanuel und Brigitte Macron einen ungewöhnlichen juristischen Schritt gesetzt: Das französische Präsidentenpaar wehrt sich in einem US-amerikanischen Gericht gegen gezielte Diffamierungen durch die rechtskonservative US-Influencerin Candace Owens. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf das Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit, digitaler Desinformation und dem Schutz der Privatsphäre öffentlicher Personen – nicht zuletzt im transatlantischen Kontext. Eine Verschwörungstheorie reist um die Welt Ausgangspunkt der Affäre ist eine bizarre, wiederholt widerlegte Verschwörungserzählung, der zufolge Brigitte Macron in Wahrheit als Mann namens Jean-Michel Trogneux geboren worden sei. Diese Theorie kursiert in Frankreich bereits seit 2021 in rechtsextremen und verschwörungsideologischen Kreisen, wurde jedoch von der Justiz als haltlos zurückgewiesen. Dass sie nun in den USA neue Popularität erfährt, ist maßgeblich Candace Owens zu ve…

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  • Gemeinsamer Widerstand, unterschwellige Spannungen – Das deutsch-französische Gipfeltreffen in Berlin

    Gemeinsamer Widerstand, unterschwellige Spannungen – Das deutsch-französische Gipfeltreffen in Berlin

    Am Tegeler See in Berlin trafen sich Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am 23. Juli 2025 zu einem Arbeitsessen, das nicht nur symbolträchtig war, sondern auch konkrete Weichenstellungen für die europäische Politik in einer Phase globaler Umbrüche einleitete. Trotz sichtbar demonstrierter Einigkeit in zentralen Fragen bleibt die bilaterale Beziehung durch strukturelle Unterschiede und alte Konflikte belastet. Ein Schulterschluss gegen Washington Im Mittelpunkt der Gespräche stand die drohende Eskalation im transatlantischen Handelsstreit. US-Präsident Donald Trump hat für den 1. August weitreichende Strafzölle von bis zu 50 % auf EU-Importe angekündigt – mit besonderem Fokus auf die europäische Automobilindustrie. Deutschland sieht sich als wichtigster Autoexporteur in seiner industriellen Substanz bedroht. Frankreich, weniger direkt betroffen, stellte sich demonstrativ hinter Berlin. Macron betonte: „In einer Zeit wachsender globaler Spannungen müsse…

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  • Frankreichs neue Festung gegen die Drogenmafia – ein Gefängnis als Wende in der Strafpolitik

    Frankreichs neue Festung gegen die Drogenmafia – ein Gefängnis als Wende in der Strafpolitik

    Mitten im beschaulichen Pas-de-Calais erhebt sich eine Bastion, die Frankreichs Kampf gegen den organisierten Drogenhandel ein neues Gesicht gibt: die Hochsicherheitsanstalt von Vendin-le-Vieil. Am 22. Juli 2025 begann dort ein neues Kapitel – 17 der gefährlichsten Drogenbosse des Landes wurden unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen verlegt. Ein symbolträchtiger Auftakt der neuen „Narcotrafik“-Gesetzgebung, die vor allem eines will: abschneiden, was sonst aus der Zelle weiterwuchert. Diese neue Linie ist drastisch, kompromisslos – und umstritten. Ein Gefängnis wie eine Festung Der Name Vendin-le-Vieil klingt harmlos. Doch hinter den Mauern der dortigen Justizvollzugsanstalt regiert ab sofort eine der strengsten Vollzugsregime Europas. Bereits vor der Umrüstung galt das Gefängnis als eines der sichersten des Landes. Jetzt ist es praktisch unangreifbar. Scanner durchleuchten jede Faser eines Körpers. Verstärkte Gitterroste versperren jeden Griff nach der Freiheit. Türen verfügen über V…

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  • Alarmstufe Rot: Frankreich impft gegen neue Rinderseuche

    Alarmstufe Rot: Frankreich impft gegen neue Rinderseuche

    Plötzlich war sie da. Heimlich, still und gefährlich: Die dermatose nodulaire contagieuse – auf Deutsch meist als „ansteckende knotige Hautkrankheit“ bezeichnet – hat Frankreich erreicht und sorgt seither in der Rinderhaltung für Aufregung, Unruhe und enorme Herausforderungen. Klingt harmlos? Ist es nicht. Diese aus Afrika stammende Viruserkrankung, international auch als „lumpy skin disease“ (LSD) bekannt, betrifft ausschließlich Rinder – und zwar heftig. Sie äußert sich durch schmerzhafte Hautknoten, hohes Fieber, stark reduzierte Milchleistung und im Extremfall sogar durch den Tod der Tiere. Für den Menschen ist die Krankheit zwar ungefährlich, aber wirtschaftlich kann sie für Betriebe existenzbedrohend sein. Frankreich hat seinen ersten bestätigten Fall am 29. Juni 2025 in einem Hof in der Savoie gemeldet. Seitdem ist das Virus nicht mehr zu stoppen – zumindest nicht ohne massive Gegenmaßnahmen. Inzwischen wurden 32 Ausbrüche registriert, vor allem in den Départements Savoie und Ha…

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  • Wasseralarm – Wie die Dürre Ploërmel und den Morbihan in die Knie zwingt

    Wasseralarm – Wie die Dürre Ploërmel und den Morbihan in die Knie zwingt

    Ein Sommertag in der Bretagne, wie gemalt: flirrende Hitze, der Duft trockener Felder – und kein Tropfen Regen in Sicht.

    Doch was romantisch klingt, entwickelt sich in Ploërmel, einem beschaulichen Städtchen im Herzen des Morbihan, zum ökologischen Drama. Seit dem 17. Juli 2025 herrscht hier offiziell Krisenzustand. Der Grund: eine Dürre, die ihresgleichen sucht – mit einem Wasserdefizit von rund 35 Prozent seit Jahresbeginn.

    Was bedeutet das konkret?

    Die Hydrologen schlagen Alarm: Das Einzugsgebiet des Yvel, zu dem auch Ploërmel gehört, trocknet aus. Die Grundwasserspiegel sind auf historische Tiefstände gefallen. Flüsse und Bäche fließen nur noch in Zeitlupe – oder sind gleich ganz versiegt. Die offiziellen Warnschwellen des regionalen Trockenheitsdekrets sind längst unterschritten. Die Folge: drastische Maßnahmen, die das öffentliche Leben in Ploërmel spürbar verändern.

    Ein Alltag unter Wasserbann

    Auto-Waschstraßen haben Pause, Gärten verdursten. Wer seinen Rasen sprengen will, muss sich bis nach 20 Uhr gedulden – und auch dann nur, wenn es sich um einen privaten Gemüsegarten handelt. Öffentliche Brunnen stehen still, Duschen an Stränden sind abgestellt, Sportplätze verstauben ungenutzt.

    Noch einschneidender trifft es die Landwirtschaft: Je nach Getreide- oder Gemüseart ist die Bewässerung komplett untersagt – außer sie erfolgt aus autarken Rückhaltebecken, die nicht mit dem Wassernetz verbunden sind. Selbst für Profis gelten harte Regeln: Gewerbliche Wassernutzung wird massiv eingeschränkt, Reinigungsarbeiten an Straßen, Fassaden und Booten sind verboten – außer mit Sondergenehmigung. Und selbst die Wasserregulierung an Schleusen und Teichen wird auf ein Minimum reduziert.

    Kollektives Handeln statt Einzelkämpfertum

    Die Botschaft der Behörden ist klar – und eindringlich: Nur gemeinsames Handeln kann den Ernst der Lage abfedern. Die Bevölkerung wird aufgefordert, jeden möglichen Tropfen zu sparen. Duschen statt Baden. Wasser aus der Regentonne nutzen. Spülmaschinen nur voll beladen starten. Kleinvieh macht auch Mist – und spart.

    Es ist ein Appell an das Gemeinschaftsgefühl – an Verantwortungsbewusstsein im Alltag. Denn was heute nach lästiger Einschränkung klingt, könnte morgen über Lebensqualität entscheiden.

    Ein Symptom des großen Wandels

    Doch die Wasserknappheit in Ploërmel ist mehr als ein lokales Phänomen. Sie ist Teil eines größeren Puzzles, das sich mit jedem trockenen Sommer schärfer zeichnet: Der Klimawandel ist da – und er meint es ernst.

    Weniger Regen, längere Hitzeperioden, gestresste Ökosysteme. Was einst als Ausnahme galt, wird zum neuen Normal. Die aktuelle Krise zeigt, wie verwundbar unsere Wasserversorgung ist – und wie dringend neue Antworten gebraucht werden.

    Wie gehen wir künftig mit dieser lebenswichtigen Ressource um?

    Ein Weckruf – für alle

    Ploërmel steht in diesen Wochen sinnbildlich für viele Gemeinden in Europa. Es zeigt, wie fragil unser Umgang mit natürlichen Ressourcen geworden ist. Und es erinnert uns daran, dass Wasser keine Selbstverständlichkeit ist – sondern ein Gut, das es zu schützen gilt.

    Die Zukunft liegt in nachhaltiger Infrastruktur, smarter Wassernutzung und dem Mut, alte Gewohnheiten zu überdenken. Kommunen, Unternehmen, Bürger – sie alle müssen Teil der Lösung sein.

    Denn eins steht fest: Der nächste trockene Sommer kommt bestimmt.

    Autor: C.H.

  • Regierung greift durch – und bringt Autofahrer ins Schwitzen

    Regierung greift durch – und bringt Autofahrer ins Schwitzen

    Frankreichs Regierung hat Ende Juni die Notbremse gezogen: 800.000 weitere Fahrzeuge mit Takata-Airbags wurden per Anordnung zwangsweise stillgelegt. Damit steigt die Zahl der betroffenen Autos auf insgesamt 1,7 Millionen. Wer solch ein Fahrzeug besitzt, darf es nicht mehr fahren – bis der defekte Airbag ersetzt ist. Doch was nach konsequentem Verbraucherschutz klingt, entpuppt sich für viele Betroffene als organisatorischer Albtraum. Werkstatttermine sind Mangelware, Ersatzteile lassen auf sich warten. Die Kommunikationspolitik der Hersteller? Ein kafkaeskes Verwirrspiel, sagen Betroffene. Und genau da setzt die Klage der UFC-Que Choisir an. „Stop Drive“ – aber wie weiter? Seit 2023 mehren sich Rückrufe unter dem Label „Stop Drive“ – also einer sofortigen Fahrverbotsanordnung. Die Organisation wirft Stellantis – Mutterkonzern von Peugeot, Citroën, Fiat, Opel und weiteren Marken – vor, die Maßnahmen unkoordiniert, intransparent und auf dem Rücken der Verbraucher durchzuziehen. Viele Be…

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