Kategorie: Blick in die Welt

Neuigkeiten, Einschätzungen und Meinungen zu Ereignissen, die die Welt bewegen.

  • George Foreman ist tot: Vom Boxring zum Küchengrill – ein Leben voller Kontraste

    George Foreman ist tot: Vom Boxring zum Küchengrill – ein Leben voller Kontraste

    Ein Koloss mit Herz, ein Kämpfer mit Charme, ein Schwergewichts-Champion mit Geschäftssinn: George Foreman ist im Alter von 76 Jahren in Houston, Texas, gestorben. Eine Ikone des Sports, die mehr als einmal bewiesen hat, dass Rückschläge nicht das Ende bedeuten – sondern manchmal der Anfang von etwas Größerem.

    Foreman war mehr als ein Boxer. Er war eine Legende, die zwei Leben gelebt hat – und beide mit Kraft, Humor und erstaunlicher Leichtigkeit.

    Ein Comeback für die Geschichtsbücher

    Man kennt seine Geschichte: In den 1970ern donnert er mit gewaltiger Wucht durch die Schwergewichtsklasse, wird 1973 Weltmeister. Ein furchteinflößender Kämpfer – still, fokussiert, beinahe unnahbar. Und dann verliert er 1974 in Zaire den „Rumble in the Jungle“ gegen Muhammad Ali. Ein Kampf, der Sportgeschichte schrieb.

    Viele hätten sich danach zurückgezogen. Nicht George.

    Nach einer langen Pause – er wird Geistlicher, gründet ein Jugendzentrum – kehrt er 1987 in den Ring zurück. Er ist da schon Mitte 30, rundlicher, langsamer. Aber er hat etwas, das viele unterschätzen: Erfahrung, mentale Stärke und eine unfassbare Ausstrahlung.

    Und siehe da: 1994 – mit 45 Jahren – holt er sich sensationell den Weltmeistertitel zurück. Der älteste Schwergewichts-Weltmeister aller Zeiten. Wer hätte das gedacht?

    Vom Faustschlag zur Fleischplatte

    Doch damit nicht genug. Während andere Champions ihre Millionenschecks verprassen, beginnt Foreman das nächste Kapitel.

    Ein Elektrogrill – klingt unspektakulär, oder? Nicht bei ihm. Der „George Foreman Grill“ wird ein Verkaufsschlager. Über 100 Millionen Stück weltweit. Er selbst nennt ihn augenzwinkernd „den Champion unter den Küchengeräten“.

    Das Geheimnis? Seine freundliche, glaubwürdige Art. Die Menschen mochten ihn. Nicht nur als Sportler, sondern als Persönlichkeit. Ehrlich, bodenständig, manchmal ein bisschen verschmitzt – ein Typ, dem man den Grill eben abkauft.

    Ein Mann mit vielen Gesichtern

    George Foreman war kein einfacher Mensch, aber ein durch und durch echter. Im Ring ein Bulldozer, privat ein liebevoller Vater von zwölf Kindern (fünf davon heißen übrigens auch George – kein Scherz). Seine Autobiografie liest sich wie ein Roman über die Kraft des Wandels: vom wütenden Teenager aus armen Verhältnissen zum gefeierten Sportstar, dann zum spirituellen Prediger – und schließlich zur Marketing-Ikone.

    Was bleibt, ist das Bild eines Mannes, der nie aufgab – auch wenn’s manchmal so aussah, als hätte ihn das Leben aus dem Ring geworfen. Er kam zurück. Immer wieder. Und zwar mit Stil.

    Ein letzter Abschied – mit einem Lächeln

    George Foreman hinterlässt Spuren, nicht nur in der Boxgeschichte, sondern in den Herzen von Millionen. Seine Geschichte motiviert – und lässt uns lächeln. Denn sie zeigt: Größe misst sich nicht nur in Titeln oder Knockouts, sondern auch darin, wie ein Mensch mit dem Leben tanzt. Oder ringt. Oder grillt.

    Mach’s gut, George.

    Von C. Hatty

  • Raketenschläge, politische Machtspiele und globale Spannungen – unsere World-News

    Raketenschläge, politische Machtspiele und globale Spannungen – unsere World-News

    Gestern feuerte die Hamas erstmals seit Monaten wieder eine Raketenserie auf Tel Aviv ab. Die israelische Armee intensivierte zeitgleich ihre Bodenoffensive im Gazastreifen. Laut Militärangaben wurden Einsätze sowohl im Süden bei Rafah als auch im Norden nahe Beit Lahiya durchgeführt. Die monatelange Waffenruhe ist damit endgültig Geschichte – die Gewalt droht erneut in einen umfassenden Krieg zu eskalieren.

    Trotz anhaltender Proteste in den Straßen Israels genehmigte die Regierung gestern kurz vor Mitternacht die Entlassung des Chefs des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet durch Premierminister Benjamin Netanjahu. Ein innenpolitisches Beben, das für Gesprächsstoff sorgt.

    Währenddessen spitzt sich auch die Lage in der Ukraine weiter zu.

    Ukrainische Streitkräfte griffen laut offiziellen Angaben einen Militärflugplatz tief im russischen Hinterland an. Gleichzeitig versuchten die USA, eine partielle Waffenruhe zu vermitteln. In der Ukraine töteten russische Drohnenangriffe mindestens fünf Menschen, 26 weitere wurden verletzt.

    Der Kreml teilte mit, dass für kommenden Montag ein neues Treffen zwischen russischen und US-amerikanischen Vertretern in Saudi-Arabien vorgesehen sei – auch die Ukraine wird Vertreter dorthin entsenden.

    Ein brisanter US-Vorschlag steht ebenfalls im Raum: Ex-Präsident Donald Trump brachte kürzlich die Idee ins Spiel, dass die USA die Kontrolle über ukrainische Atomkraftwerke übernehmen. Was das für die Souveränität der Ukraine bedeuten würde, ist eine hochbrisante Frage.

    Trump und der Griff nach der Justiz

    Donald Trump sorgt mit einem neuen Machtschachzug für Aufsehen – und Besorgnis. Verfassungsrechtler und Historiker schlagen Alarm. Erst in dieser Woche ignorierte Trump eine gerichtliche Anordnung zur Aussetzung eines Abschiebeflugs und forderte im Anschluss die Amtsenthebung des betreffenden Richters.

    Seine zunehmend umfassend ausgelegte Idee von präsidialer Macht wird mehr und mehr zum Markenzeichen seiner zweiten Amtszeit. „Das Ausmaß und die Geschwindigkeit dessen, was gerade passiert, ist erschreckend“, sagte ein Historiker.

    Ein Bundesrichter in Washington prüft aktuell, ob die Trump-Administration gegen seine Anordnung zur Aussetzung der Abschiebung zahlreicher Venezolaner verstoßen hat – und erwägt Sanktionen wegen Missachtung des Gerichts.

    Weltgeschehen im Schnelldurchlauf

    In Indonesien setzen sich Parlamentarier über landesweite Studentenproteste hinweg und schaffen mehr zivile Posten für Militärs – ein Schritt zurück in autoritäre Zeiten?

    In China wurden vier Doppelstaatsbürger (Kanada/China) wegen Drogendelikten hingerichtet. Die kanadische Regierung verurteilte die Hinrichtungen als Verstoß gegen die Menschenwürde.

    Ein französischer Wissenschaftler wurde an der US-Grenze abgewiesen – Grenzbeamte fanden kritische Nachrichten zu Trumps Forschungspolitik auf seinem Handy.

    Am Londoner Flughafen Heathrow ging heute früh nichts mehr – ein Brand nahe des Flughafens sorgte für einen großflächigen Stromausfall. Der Betrieb bleibt den ganzen Tag eingestellt.

    In Indien kam es im Bundesstaat Maharashtra zu schweren Ausschreitungen. Auslöser: Die Forderung einer hindu-nationalistischen Gruppe, das Grab eines muslimischen Herrschers aus dem 17. Jahrhundert zu entfernen. Daraufhin wurde eine Ausgangssperre verhängt.

    Im Iran wurde der französische Staatsbürger Olivier Grondeau freigelassen – er war über zwei Jahre wegen Spionagevorwürfen inhaftiert.

    In Syrien kursieren Listen des Assad-Regimes mit Namen von Millionen gesuchter Personen. Viele Syrer, die sich darauf wiederfinden, teilen dies nun öffentlich – teils mit Stolz.

    In Kanada trägt Ontarios Premier Doug Ford nun den Spitznamen „Captain Canada“, weil er öffentlich gegen Trumps Äußerungen Stellung bezogen hat.

    In Afghanistan wurde ein US-Amerikaner freigelassen, der 2022 als Tourist ins Land gereist war und von den Taliban festgenommen wurde.

    Einen echten Paukenschlag gab’s aus Den Haag: Ex-Präsident Rodrigo Duterte sitzt inzwischen in einer Zelle – sein spektakulärer Haftantritt schlägt international Wellen.

    Zum Schluss ein Blick auf den Klimawandel: Satellitenbilder zeigen eindrucksvoll, wie stark Solar- und Windenergie weltweit zugelegt haben. Endlich mal gute Nachrichten inmitten all des Chaos, oder?

    Catherine H.

  • Ukraine stoppt Angriffe auf russische Energieanlagen – und andere World-News

    Ukraine stoppt Angriffe auf russische Energieanlagen – und andere World-News

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einem von Russland vorgeschlagenen beiderseitigen Stopp von Angriffen auf Energieinfrastruktur für 30 Tage zugestimmt. Dies könnte ein erster Schritt zu einem umfassenderen Waffenstillstand sein.

    Die Entscheidung traf Selenskyj nach einem Telefonat mit Donald Trump, der das Gespräch als „sehr gut“ beschrieb. Selenskyj nannte es „positiv, sehr substanziell und offen“ und betonte, dass er Trump für die Unterstützung der USA gedankt habe.

    Das Gespräch fand einen Tag nach Trumps Telefonat mit Wladimir Putin statt. Es war das erste Mal, dass Trump und Selenskyj seit ihrem misslungenen Treffen im Oval Office im letzten Monat wieder miteinander sprachen.

    Trump brachte zudem die Idee ins Spiel, dass die USA die Kontrolle über ukrainische Kraftwerke übernehmen könnten – ein Vorschlag, den ukrainische Energieexperten als kaum umsetzbar bezeichneten. Das Weiße Haus kündigte an, dass in den kommenden Tagen Gespräche in Saudi-Arabien stattfinden werden, um die Waffenruhe möglicherweise auf Aktivitäten im Schwarzen Meer auszuweiten – mit dem Ziel eines vollständigen Waffenstillstands.

    Nächste Schritte

    Selenskyj betonte, dass eine Überwachung durch die USA notwendig sei. Kiew werde eine Liste von Objekten erstellen, die besonderen Schutz benötigen. „Putins bloße Zusicherung, keine Energieanlagen anzugreifen, reicht nicht aus“, sagte er. „Der Krieg hat uns pragmatisch gemacht.“

    Analyse

    Obwohl viele der Punkte, die Putin in seinem Gespräch mit Trump erwähnt hat, als Zugeständnisse dargestellt wurden, hat der russische Präsident in Wirklichkeit kaum nachgegeben.


    Kanada rückt näher an Europa

    Angesichts wachsender Spannungen mit den USA unter Präsident Trump führt Kanada Gespräche über eine Beteiligung an einem europäischen Rüstungsprojekt. Ziel ist es, kanadische Unternehmen in die Produktion europäischer Kampfflugzeuge und anderer militärischer Ausrüstung einzubinden.

    Dies soll sowohl die europäische Verteidigungsindustrie stärken als auch Kanada eine Alternative zum amerikanischen Markt bieten. Der neue kanadische Premierminister Mark Carney besuchte in dieser Woche Paris und London auf seiner ersten Auslandsreise seit Amtsantritt. Dabei bezeichnete er Kanada als „das europäischste nicht-europäische Land“.

    Hintergrund

    Kanada ist traditionell ein wichtiger Rüstungslieferant der USA. Kanadische Fabriken produzieren Munition, Panzer, Flugzeuge, Verteidigungstechnologien und Kriegsschiffe. Eine Analyse aus dem Jahr 2022 ergab, dass der Großteil kanadischer Militärgüter in die USA exportiert wurde.

    Was als Nächstes kommt

    Die geplante Partnerschaft mit der EU wird Jahre brauchen, um Wirkung zu zeigen. Die europäische Verteidigungsindustrie leidet seit langem unter Unterfinanzierung und der Dominanz der USA. Die Bestände der EU-Mitgliedstaaten wurden durch die Waffenlieferungen an die Ukraine zusätzlich geschwächt.


    Israel besetzt neues Gebiet im Gazastreifen

    Israelische Truppen haben ihre Bodenoffensive im Gazastreifen ausgeweitet und eine wichtige Verkehrsachse besetzt. Dies ist die größte militärische Operation seit dem Zusammenbruch der Waffenruhe mit der Hamas.

    Die Soldaten führen „gezielte Bodenoperationen“ entlang des sogenannten Netzarim-Korridors durch, um eine „teilweise Pufferzone“ zwischen dem nördlichen und südlichen Gazastreifen zu schaffen, teilte das israelische Militär mit.

    Der Vorstoß folgt auf massive Luftangriffe, die bereits am Dienstag begonnen hatten. Hamas hat bislang militärisch nicht darauf reagiert. In Jerusalem forderten Tausende Demonstranten eine erneute Waffenruhe.


    Weitere wichtige Nachrichten

    Jemen: Präsident Trump erklärte, dass die Huthi-Milizen durch US-Militärschläge „vollständig vernichtet“ werden würden, und forderte den Iran auf, „sofort“ die militärische Unterstützung für sie einzustellen.

    Afrika: Die Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo und Ruandas forderten eine Waffenruhe im tödlichen Konflikt zwischen der kongolesischen Armee und einer von Ruanda unterstützten Rebellengruppe.

    Türkei: Die türkischen Behörden haben den Bürgermeister von Istanbul, einen der größten politischen Rivalen von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, verhaftet – kurz bevor er als Präsidentschaftskandidat der Opposition nominiert werden sollte.

    USA: Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihre Zinssenkungen erneut aufgeschoben. Trumps aggressive Handelspolitik und Zollerhöhungen sorgen für wirtschaftliche Unsicherheit.

    Technologie: Die EU beschuldigt Apple und Google, kleinere Wettbewerber unfair aus dem Markt zu drängen – eine weitere Belastung für die transatlantischen Beziehungen.

    Papst Franziskus: Laut Vatikan verbessert sich die Gesundheit des Papstes. Dennoch halten sich Verschwörungstheorien hartnäckig.

    Myanmar: Der Anführer einer bewaffneten Gruppe, die die Rohingya-Muslime vertritt, wurde bei einer Razzia in Bangladesch festgenommen.

    Mexiko: Das Parlament von Mexiko-Stadt hat den traditionellen Stierkampf verboten. Eine gewaltfreie Version mit reinen Showelementen bleibt erlaubt.

    Großbritannien: Zwei Männer wurden für den Diebstahl und Verkauf einer 18-karätigen goldenen Toilette verurteilt.

    Klima: Die vergangenen zehn Jahre waren laut UN-Bericht die wärmsten in fast 200 Jahren Temperaturaufzeichnung.

    Brasilien: Ein brasilianischer Abgeordneter, Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, hat angekündigt, in den USA Asyl zu beantragen.

  • Putin will Waffenruhe für Energieziele akzeptieren – und weitere World-News

    Putin will Waffenruhe für Energieziele akzeptieren – und weitere World-News

    Während eines Telefonats mit US-Präsident Donald Trump erklärte der russische Präsident Wladimir Putin gestern, er sei bereit, Angriffe auf Energieinfrastruktur im Krieg gegen die Ukraine zu stoppen – unter der Bedingung, dass beide Seiten sich daran hielten. Dies teilte der Kreml mit. Allerdings lehnte Putin einen weitergehenden, von den USA und der Ukraine vorgeschlagenen 30-tägigen Waffenstillstand ab.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich offen für eine Aussetzung der Angriffe auf Energieziele, betonte jedoch, dass die Vereinbarung nicht einseitig sein dürfe. „Es kann nicht sein, dass Russland unsere Energieversorgung attackiert und wir schweigen“, sagte er. „Wir werden reagieren.“

    Putin erklärte Trump zudem, dass die „zentrale Voraussetzung“ für eine Lösung des Konflikts das Ende der westlichen militärischen und geheimdienstlichen Unterstützung für die Ukraine sei. Ein solcher Schritt, so Analysten, würde die Ukraine dauerhaft verwundbar gegenüber Russland machen.

    Das Weiße Haus wertete eine Unterbrechung der Angriffe auf Energieziele als einen ersten Schritt in Richtung Frieden. Dennoch fiel das Ergebnis des Gesprächs mit Putin weit hinter das zurück, was Trump als möglich dargestellt hatte.

    Analyse: Ein Stopp der Angriffe auf Energieinfrastruktur könnte beiden Ländern nutzen. Die Ukraine kämpft mit den wiederholten russischen Attacken auf ihr Stromnetz, während ukrainische Angriffe auf russische Öl- und Gasanlagen eine essenzielle Einnahmequelle Moskaus bedrohen.


    Israels Angriffe auf Gaza fordern über 400 Tote

    Israels Streitkräfte haben gestern massive Luftangriffe auf den Gazastreifen durchgeführt und damit eine seit Januar bestehende Feuerpause mit der Hamas beendet. Die Angriffe kosteten laut Gesundheitsministerium in Gaza mehr als 400 Menschen das Leben – darunter viele Kinder. Es war einer der blutigsten Tage seit Beginn des Krieges.

    Die Attacken folgten auf wochenlange gescheiterte Verhandlungen über eine Verlängerung des fragilen Waffenstillstands. Die erste Phase der Feuerpause lief bereits Anfang März aus, wurde jedoch weitgehend eingehalten, während Diplomaten versuchten, eine Verlängerung zu erreichen, um die verbliebenen israelischen Geiseln zu befreien. Von den 59 noch in Gaza vermuteten Geiseln sind wahrscheinlich weniger als die Hälfte noch am Leben.

    Premierminister Benjamin Netanjahu deutete an, dass Israel weitere Angriffe parallel zu laufenden Verhandlungen durchführen werde. „Das ist erst der Anfang“, sagte er. „Wir werden weiterkämpfen, bis alle Kriegsziele erreicht sind.“ Hamas-Offizielle warfen Israel vor, die Waffenruhe einseitig gebrochen zu haben, reagierten jedoch zunächst nicht militärisch.

    Analyse: Israel scheint den Krieg fortzusetzen, um die Kontrolle der Hamas über Gaza endgültig zu brechen, schreiben die Analysten Patrick Kingsley und Ronen Bergman.


    Oberster US-Richter widerspricht Trump

    Wenige Stunden nachdem Ex-Präsident Donald Trump die Amtsenthebung eines Richters gefordert hatte, der gegen seine Regierung entschieden hatte, äußerte sich der Oberste Richter der USA, John Roberts, mit einer seltenen öffentlichen Stellungnahme.

    „Seit über zwei Jahrhunderten steht fest, dass eine Amtsenthebung nicht als Reaktion auf eine juristische Entscheidung angebracht ist“, erklärte Roberts. Der von Trump kritisierte Richter hatte zuvor eine Abschiebung hunderter Migranten nach El Salvador gestoppt.

    Hintergrund: Der Fall ist Teil einer größeren Debatte über die Machtbefugnisse des Präsidenten und die Rolle der Gerichte bei deren Kontrolle.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    • Raumfahrt: Zwei NASA-Astronauten sind nach einem neun Monate längeren Aufenthalt als geplant sicher vor der Küste Floridas gelandet.
    • Technologie: Google übernimmt das Cybersecurity-Start-up Wiz für 32 Milliarden Dollar – der bislang größte Zukauf des Unternehmens.
    • Deutschland: Der Bundestag hat knapp für eine Lockerung der Schuldenbremse gestimmt, um mehr Geld für Verteidigung und Infrastruktur bereitzustellen.
    • Sudan: US-Kürzungen bei Auslandshilfen treffen lebenswichtige Ressourcen für Flüchtlinge aus Darfur.
    • Großbritannien: Die Mitte-Links-Regierung der Labour-Partei hat neue Pläne zur Begrenzung der steigenden Sozialausgaben vorgestellt.
    • Frankreich: Caroline Darian, Tochter von Gisèle Pelicot, klagt gegen ihren Vater wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs.
    • Südafrika: Trotz laufender Untersuchungen zu Übergriffen weigert sich das Land, Wissenschaftler aus einer Antarktis-Station abzuziehen.
    • Kriminalität: In Großbritannien fordern ehemalige Krankenhausmanager, die Ermittlungen gegen die verurteilte Mörderin Lucy Letby auszusetzen – neue Beweise deuten auf andere Todesursachen der Babys hin.
    • Nepal: Drohnen sollen künftig schwere und gefährliche Lasten auf den Mount Everest transportieren – eine Aufgabe, die bisher von Bergführern übernommen wurde.

    Von C. Hatty

  • Befürchtungen einer US-Verfassungskrise – und andere World-News

    Befürchtungen einer US-Verfassungskrise – und andere World-News

    Die Trump-Regierung verweigerte gestern die Kooperation mit einem Bundesrichter, der klären wollte, ob die Regierung gegen seine Anordnung verstoßen hatte, indem sie am Wochenende mehr als 200 Venezolaner nach El Salvador abschob. Die Anhörung in Washington verschärft einen Konflikt, der das Potenzial hat, sich zu einer Verfassungskrise auszuwachsen.

    Ein Anwalt des Justizministeriums weigerte sich, dem Richter detaillierte Auskünfte über die Abschiebeflüge nach El Salvador zu geben. Er argumentierte, dass Präsident Trump aufgrund eines wenig bekannten Kriegsgesetzes, dem Alien Enemies Act von 1798, weitreichende Befugnisse habe, um Migranten mit minimalem oder keinem rechtsstaatlichen Verfahren aus den USA zu entfernen.

    Richter James Boasberg forderte den Anwalt Abhishek Kambli auf, schriftlich zu bestätigen – falls nötig unter Verschluss –, dass nach Inkrafttreten seiner Anordnung keine weiteren Abschiebungen durchgeführt wurden. Die Frist dafür setzte er auf heute Mittag.

    Hintergrund: Der juristische Streit ist der bisher wohl schwerwiegendste Konflikt zwischen den Bundesgerichten, die versucht hatten, viele von Trumps Exekutivmaßnahmen einzuschränken, und einer Regierung, die mehrfach kurz davor stand, gerichtliche Anordnungen offen zu missachten.


    Putin und Trump beraten über die Ukraine

    Der russische Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump werden sich heute telefonisch austauschen, wie der Kreml mitteilte. Im Vorfeld gab es Spekulationen über die Themen des Gesprächs, insbesondere über Trumps Äußerungen zu möglichen Vereinbarungen.

    Es wird das erste bekannte Gespräch zwischen den beiden Staatschefs sein, seitdem sich die Ukraine bereit erklärt hat, einen von den USA unterstützten Waffenstillstand von einem Monat zu akzeptieren – unter der Bedingung, dass Russland dasselbe tut. Trump sagte, er rechne damit, territoriale Fragen und die Zukunft ukrainischer Kraftwerke mit Putin zu besprechen. Zudem habe es bereits Diskussionen über eine mögliche „Aufteilung bestimmter Vermögenswerte“ gegeben.

    Während Trump erklärt hat, dass er so schnell wie möglich eine Art Waffenstillstand erreichen möchte, scheint Putin die Gelegenheit zu nutzen, um weitere Zugeständnisse zu erwirken. Der Kreml hat dem Waffenstillstand bislang nicht zugestimmt und Bedingungen formuliert, die eine Umsetzung verzögern oder verhindern könnten.

    Verbrechen gegen die Ukraine: Ein von US-Behörden versandtes Schreiben zeigt, dass sich die USA aus einer multinationalen Arbeitsgruppe zurückziehen, die für die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen – einschließlich Wladimir Putin – des russischen Angriffs auf die Ukraine gegründet wurde. Dieser Schritt ist ein weiteres Indiz dafür, dass das Weiße Haus sich zunehmend von seinem früheren Engagement zur Rechenschaftspflicht Moskaus distanziert.


    Israel führt massive Angriffe im Gazastreifen durch

    Israel hat in den frühen Morgenstunden einen groß angelegten Angriff auf den Gazastreifen gestartet – die erste größere Militäroperation in der Region seit Monaten. Es ist unklar, ob dieser Angriff das Ende des Waffenstillstands bedeutet, der seit Mitte Januar zwischen Israel und der Hamas galt.

    Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden dabei über 200 Palästinenser getötet, darunter viele Kinder. Das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu erklärte, die Angriffe seien eine Reaktion auf die „wiederholte Weigerung“ der Hamas, israelische Geiseln freizulassen.


    WEITERE TOP-MELDUNGEN

    • Südsudan: Nach weniger als einem Jahrzehnt brüchigen Friedens steht das Land erneut am Rande eines Krieges.
    • Ruanda: Als Reaktion auf EU-Sanktionen wegen der Unterstützung des Konflikts in der Demokratischen Republik Kongo hat Ruanda die diplomatischen Beziehungen zu Belgien, dem ehemaligen Kolonialherrn, abgebrochen.
    • Wirtschaft: Ein neuer Bericht prognostiziert, dass politische Unsicherheiten und der eskalierende Handelskrieg das globale Wachstum belasten werden.
    • Soziale Medien: Pavel Durov, der Gründer von Telegram, wurde letztes Jahr in Frankreich wegen mehrerer Vergehen angeklagt, durfte das Land nun aber vorübergehend verlassen.
    • Bildung: Die Harvard-Universität wird künftig Studiengebühren für Studierende aus Haushalten mit einem Jahreseinkommen von 200.000 US-Dollar oder weniger erlassen.
    • Nordmazedonien: Die Behörden haben mehrere Regierungsbeamte wegen eines Brandes in einem Nachtclub festgenommen, bei dem mindestens 59 Menschen ums Leben kamen.
    • USA: Untersuchungen legen nahe, dass Betsy Arakawa, die letzten Monat zusammen mit ihrem Ehemann Gene Hackman tot aufgefunden wurde, möglicherweise länger gelebt hat als zunächst angenommen.
    • Syrien: Konfessionell motivierte Morde an Zivilisten zeigen, dass die neue Regierung Schwierigkeiten hat, ihre eigenen Streitkräfte und verbündeten Kämpfer unter Kontrolle zu halten.
    • Technologie: Während Unternehmen um Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz konkurrieren, entstehen weltweit neue Rechenzentren.
    • Film: Émilie Dequenne, die im Alter von 17 Jahren als beste Schauspielerin bei den Filmfestspielen von Cannes ausgezeichnet wurde, ist am Sonntag im Alter von 43 Jahren verstorben.
  • USA deportieren Hunderte trotz richterlicher Anordnung – und andere World-News

    USA deportieren Hunderte trotz richterlicher Anordnung – und andere World-News

    Die Trump-Regierung bestritt, eine Gerichtsentscheidung verletzt zu haben, als sie am Wochenende Hunderte venezolanische Einwanderer, die der Mitgliedschaft in einer kriminellen Bande beschuldigt wurden, in ein Gefängnis in El Salvador abschob. Sie argumentierte, dass der Präsident weitreichende Befugnisse habe, sie auf Grundlage eines Gesetzes aus dem 18. Jahrhundert, das für Kriegszeiten vorgesehen ist, schnell auszuweisen.

    Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte zudem in einer Stellungnahme, dass die Bundesgerichte „keine Zuständigkeit“ über die außenpolitischen Entscheidungen des Präsidenten oder sein Recht zur Ausweisung ausländischer Feinde hätten.

    Zeitpunkt: Der Richter erließ seine Anordnung kurz vor 19 Uhr am Samstag in Washington, Videos aus El Salvador zeigen, dass die Abgeschobenen später in der Nacht ankamen. El Salvador liegt zwei Stunden hinter Washington zurück. Präsident Nayib Bukele postete einen Screenshot der richterlichen Anordnung mit dem Kommentar: „Oopsie… Zu spät.“

    Hintergrund: Präsident Trump unterzeichnete am Freitag eine Verfügung, die sich auf den „Alien Enemies Act“ von 1798 stützt. Dieses Gesetz erlaubt die sofortige Abschiebung von Personen aus Ländern, die sich im Krieg mit den USA befinden. Die venezolanische Regierung bezeichnete die Anwendung dieses Gesetzes auf die aktuelle Situation als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.


    Netanjahu will israelischen Geheimdienstchef entlassen

    Israels Premierminister Benjamin Netanyahu kündigte an, Schritte zur Absetzung von Ronen Bar, dem Direktor des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet, einzuleiten. Kritiker befürchten, dass Netanyahu damit die Unabhängigkeit der Behörde untergraben könnte. Mitglieder seiner Koalition fordern Bars Entlassung, da dieser den Premierminister geschwächt habe.

    Die Entscheidung fällt in eine Zeit wachsender Spannungen zwischen Netanyahu und den Sicherheitsbehörden im Zusammenhang mit dem Krieg in Gaza. Zudem untersucht der Shin Bet Vorwürfe gegen mehrere enge Vertraute Netanyahus.

    In Gaza: Israelische Streitkräfte töteten am Samstag mindestens neun Palästinenser bei Luftangriffen, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Seit dem 2. März ist keine humanitäre Hilfe mehr in das Gebiet gelangt, was die Preise für Lebensmittel in unerschwingliche Höhen treibt.


    Endphase der ukrainischen Offensive in Russland

    Ukrainische Truppen haben sich in den vergangenen Tagen aus fast allen eroberten Gebieten in der russischen Region Kursk zurückgezogen, berichten Militäranalysten und Soldaten. Die monatelange Offensive Kiews, russisches Territorium zu besetzen, scheint unter dem Druck intensiver Luftangriffe und Drohnenattacken zu enden.

    Der Kampf in Kursk dreht sich nun weniger um die Besetzung russischen Territoriums, sondern vielmehr darum, strategisch günstige Verteidigungspositionen zu halten, um einen russischen Vorstoß in die ukrainische Region Sumy zu verhindern.

    Ausblick: Steve Witkoff, der US-Sondergesandte für den Nahen Osten, erklärte gestern, dass er erwarte, dass Präsident Trump noch in dieser Woche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über eine Waffenruhe sprechen werde.


    Weitere wichtige Nachrichten:

    • Nordmazedonien: Mindestens 59 Menschen kamen bei einem Brand in einem Nachtclub rund 80 Kilometer östlich der Hauptstadt Skopje ums Leben, 155 weitere wurden verletzt.
    • Saudi-Arabien: In den vergangenen fünf Jahren starb eine außergewöhnlich hohe Zahl kenianischer Hausangestellter in dem arabischen Königreich.
    • Äthiopien: Ein mittelschweres Erdbeben erschütterte das Land in der vergangenen Nacht.
    • Papst Franziskus: Der Vatikan veröffentlichte das erste Foto des Papstes, seit er letzten Monat ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Junge Gläubige versammelten sich am Krankenhaus, um ihm eine schnelle Genesung zu wünschen.
    • Klima: Greenpeace kämpfte einst für den Schutz der Wale – doch kann die Organisation jetzt sich selbst retten?
    • Serbien: Mehr als 100.000 Demonstranten forderten in Belgrad erneut den Rücktritt von Präsident Aleksandar Vučić.
    • Weltraum: Eine SpaceX-Dragon-Kapsel dockte an der Internationalen Raumstation an und ebnete damit den Weg für zwei NASA-Astronauten, die nach neun Monaten im Orbit zur Erde zurückkehren sollen.
  • Massenproteste in Belgrad: Zehntausende fordern das Ende von Vucics Regierung

    Massenproteste in Belgrad: Zehntausende fordern das Ende von Vucics Regierung

    Belgrad steht still – und das nicht wegen eines Feiertags. Öffentliche Verkehrsmittel sind lahmgelegt, Straßen überfüllt, während zehntausende Menschen gegen die Regierung von Präsident Aleksandar Vučić protestieren. Es ist der Höhepunkt monatelanger Demonstrationen gegen Korruption und Machtmissbrauch.

    Proteste trotz Drohungen

    Schon in den frühen Morgenstunden versammelten sich Demonstranten an verschiedenen Orten der Stadt, um gemeinsam in die Innenstadt zu marschieren. Trommelschläge, Trillerpfeifen, Vuvuzelas – die Straßen von Belgrad hallen wider vom Lärm des Protests. Auf Transparenten stehen Parolen wie „Pump It Up“ und „Er ist am Ende“.

    Vučić hatte vorab mit Festnahmen gedroht, doch das hielt die Menschen nicht auf. Besonders Studierende und ihre Unterstützer spielen eine Schlüsselrolle in den Protesten – viele von ihnen wurden durch ein tragisches Unglück aufgerüttelt: den Einsturz eines Betonvordachs an einem Bahnhof im Norden Serbiens, bei dem am 1. November 15 Menschen starben.

    Anreise zu Fuß und auf Fahrrädern

    Die Entschlossenheit der Demonstrierenden zeigt sich auch daran, wie viele von ihnen angereist sind. Schon am Freitagabend erreichten Zehntausende Belgrad – manche nach tagelanger Reise zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

    Die serbische Regierung reagierte hart: Öffentliche Verkehrsmittel wurden ausgesetzt, angeblich aus Sicherheitsgründen. Doch Kritiker vermuten dahinter den Versuch, weitere Demonstranten vom Protest abzuhalten.

    Erste Gewaltvorfälle – aber nicht durch die Demonstranten

    Obwohl die Proteste überwiegend friedlich verlaufen, gab es erste Gewaltvorfälle – jedoch nicht aus den Reihen der Demonstranten. In einem Vorort Belgrads wurde ein Mann festgenommen, nachdem er mit seinem Auto in eine Menschengruppe raste und drei Menschen verletzte.

    Innenminister Ivica Dačić meldete zudem die Festnahme von 13 Personen in der Nacht sowie sechs Aktivisten, die angeblich einen Staatsstreich geplant haben sollen.

    Hunderte Polizisten wurden mobilisiert, um Regierungsgebäude und den Präsidentenpalast zu schützen.

    Vučić verteidigt sich – und schiebt die Schuld auf den Westen

    In einer Facebook-Nachricht erklärte Vučić, er werde keine „undemokratischen Methoden“ akzeptieren und sein Land vor der „Zerstörung“ bewahren. Gleichzeitig machte er – ohne Beweise vorzulegen – westliche Geheimdienste für die Proteste verantwortlich.

    Einige internationale Journalisten wurden an der serbischen Grenze gestoppt, darunter Reporter aus Kroatien und Slowenien. Offiziell hieß es, sie stellten ein „Sicherheitsrisiko“ dar.

    US-Botschaft warnt amerikanische Bürger

    Die USA beobachten die Lage mit Sorge. Schon am Donnerstag gab die amerikanische Botschaft in Belgrad eine Sicherheitswarnung für US-Bürger heraus. Sie empfahl, das Zentrum Belgrads zu meiden und sich bei Gewalt oder Massenaufläufen in Sicherheit zu bringen.

    Wie lange die Proteste andauern – und ob sie Vucics Regierung ins Wanken bringen – bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Die Menschen in Serbien haben ihre Geduld verloren.

    Von C. Hatty

  • US-Senat verhindert Shutdown der Regierung, aber die Demokraten sind tief gespalten

    US-Senat verhindert Shutdown der Regierung, aber die Demokraten sind tief gespalten

    Die Vereinigten Staaten haben einen drohenden Regierungsstillstand in letzter Minute abgewendet. Der US-Senat verabschiedete am Freitagabend ein sechsmonatiges Haushaltsgesetz, das die Finanzierung der Bundesbehörden bis Ende September sicherstellt. Die Entscheidung fiel mit einer knappen Mehrheit von 54 zu 46 Stimmen. Zehn Demokraten stimmten gemeinsam mit den Republikanern für das Gesetz, was zu erheblichen Spannungen innerhalb der Demokratischen Partei führte.

    Ein Kompromiss mit schwerwiegenden Konsequenzen

    Das verabschiedete Gesetz erhöht die Verteidigungsausgaben um sechs Milliarden US-Dollar, während die Mittel für nicht-verteidigungsbezogene Programme um 13 Milliarden US-Dollar gekürzt werden. Diese ungleiche Verteilung stößt insbesondere bei progressiven Demokraten auf Ablehnung. Sie befürchten, dass essenzielle Sozialprogramme unterfinanziert werden und wichtige Dienstleistungen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen wegfallen.

    Senatsminderheitsführer Chuck Schumer (D-New York) verteidigte seine Entscheidung, für das von den Republikanern vorgelegte Finanzierungsgesetz zu stimmen. Er argumentierte, dass eine Regierungsschließung der Trump-Administration die Möglichkeit gegeben hätte, Bundesbehörden noch aggressiver umzustrukturieren. Eine solche Situation wäre langfristig noch schädlicher gewesen als der nun erzielte Kompromiss.

    Widerstand aus den eigenen Reihen

    Diese Haltung stieß auf massive Kritik innerhalb der eigenen Partei. Insbesondere progressive Demokraten wie Alexandria Ocasio-Cortez und die frühere Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, zeigten sich empört über Schumers Vorgehen. Pelosi erklärte, dass es inakzeptabel sei, die Partei vor die Wahl zwischen einem Regierungsstillstand und einer massiven Kürzung sozialer Programme zu stellen.

    Ein weiterer Streitpunkt ist die Rolle des neu geschaffenen „Department of Government Efficiency“ (Doge), das von Elon Musk geleitet wird. Die Trump-Administration hat dieses Ministerium ins Leben gerufen, um angeblich ineffiziente Bundesprogramme zu überprüfen und einzuschränken. Demokraten fürchten jedoch, dass dies lediglich eine Tarnung für eine aggressive Deregulierung und einen massiven Abbau öffentlicher Dienstleistungen darstellt.

    Historische Parallelen und wirtschaftliche Auswirkungen

    Regierungsschließungen in den USA haben nicht nur politische, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Folgen. Sie führen zu Unterbrechungen öffentlicher Dienstleistungen, Verzögerungen bei Gehaltszahlungen für Bundesbedienstete und können das Vertrauen der Finanzmärkte erschüttern. In diesem Fall konnte ein Shutdown abgewendet werden, doch die innerparteilichen Spannungen innerhalb der Demokratischen Partei könnten langfristig ihre politische Handlungsfähigkeit schwächen.

    Eine ungewisse Zukunft für die Demokraten

    Die aktuelle Spaltung innerhalb der Demokratischen Partei wirft Fragen über ihre künftige strategische Ausrichtung auf. Während moderate Demokraten bereit sind, mit den Republikanern zu kooperieren, fordern progressive Stimmen eine klarere Abgrenzung von Trumps Politik. Die Partei muss einen Weg finden, diese Differenzen zu überbrücken, wenn sie als geschlossene Opposition gegen die republikanische Regierung bestehen will.

    Letztendlich mag die Verhinderung eines Regierungsshutdowns kurzfristig Stabilität bringen. Doch die tiefen Gräben innerhalb der Demokratischen Partei zeigen, dass der eigentliche Konflikt erst begonnen hat.

    Von Andreas Brucker

  • Putin fordert ukrainische Zugeständnisse für eine Waffenruhe – und andere World-News

    Putin fordert ukrainische Zugeständnisse für eine Waffenruhe – und andere World-News

    Präsident Wladimir Putin hat einen von den USA und der Ukraine vorgeschlagenen einmonatigen Waffenstillstand nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Allerdings stellte er gestern zahlreiche Bedingungen, die eine Waffenruhe entweder verzögern oder gänzlich unmöglich machen könnten.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, Putin habe so viele Forderungen gestellt, „dass am Ende überhaupt nichts daraus wird“ oder es „so lange wie möglich nicht zustande kommt“.

    Putin deutete an, dass er auf Beschränkungen der ukrainischen Fähigkeit zur Mobilmachung und zur Einfuhr von Waffen während der Feuerpause bestehen würde. Zudem sagte er, dass sich ukrainische Truppen in der russischen Region Kursk nicht einfach zurückziehen dürften, da Kiew ihnen befehlen könne, sich „einfach zu ergeben“. Seine Aussagen lassen darauf schließen, dass er Russland auf dem Schlachtfeld im Vorteil sieht und dass es in seinem Interesse liegt, die Verhandlungen in die Länge zu ziehen.

    Der Kreml hat sich bislang nicht zu den gestrigen Gesprächen zwischen Putin und Steve Witkoff, dem Nahost-Gesandten von Präsident Trump, geäußert. Thema der Gespräche war der von der Ukraine akzeptierte Waffenstillstandsvorschlag. Laut Kreml sprach Putin außerdem telefonisch mit Kronprinz Mohammed bin Salman, dem De-facto-Herrscher Saudi-Arabiens, der sich als Vermittler im Ukraine-Konflikt etabliert hat.

    Aus den USA: Trump erklärte gestern, dass die USA und die Ukraine über Gebiete gesprochen hätten, die Kiew im Rahmen einer Einigung zur Beendigung des Krieges möglicherweise abtreten müsse. Er fügte hinzu, dass „viele Details einer endgültigen Vereinbarung tatsächlich bereits besprochen wurden“.

    Frontlinien: Russland behauptet, Sudscha, das wichtigste Verwaltungszentrum in dem von der Ukraine letzten Sommer eroberten Teil der Region Kursk, zurückerobert zu haben.


    Trump droht Europa mit 200 % Zöllen auf Wein

    Präsident Trump verschärfte gestern seinen Handelskonflikt mit der EU und kündigte an, bald Zölle von 200 Prozent auf europäischen Wein und andere alkoholische Getränke zu erheben, falls die EU ihre für den 1. April geplanten Zölle auf US-Waren nicht zurücknehme.

    Die Aktienmärkte reagierten mit deutlichen Verlusten und rutschten in den Korrekturbereich, was die wachsende Besorgnis der Investoren über Trumps Wirtschaftspolitik unterstreicht.

    Europäische Regierungschefs haben deutlich gemacht, dass sie lieber eine Einigung mit Trump erzielen würden, als selbst Zölle zu verhängen. US-Handelsminister Howard Lutnick warnte in einem Interview davor, Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA zu ergreifen. „Wenn man ihn unglücklich macht, reagiert er unglücklich“, sagte Lutnick über Trump.

    Ausblick: Der EU-Handelskommissar wird heute mit seinen US-Kollegen in Washington telefonieren, teilte ein Sprecher mit.

    Weinbau: Ein Zollsatz von 200 Prozent „würde das Geschäft völlig ruinieren“, sagte der Besitzer eines kleinen Champagnerhauses, das 10 bis 12 Prozent seiner Jahresproduktion in die USA exportiert.


    UN-Gremium: Israel versucht, Geburten in Gaza zu verhindern

    Eine UN-Kommission hat Israel beschuldigt, gezielt Krankenhäuser und andere Einrichtungen in Gaza anzugreifen, die reproduktive Gesundheitsdienste anbieten. Sie sprach von einem Versuch, palästinensische Geburten zu verhindern. Außerdem dokumentierte sie eine Reihe sexueller Übergriffe, darunter erzwungenes Entkleiden, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung oder die Androhung solcher Taten sowie sexuelle Folter an Gefangenen.

    Der Bericht bezeichnete Israels Handlungen als „genozidal“ und warf der Regierung vor, die Palästinenser kollektiv für den Hamas-geführten Angriff vom 7. Oktober 2023 zu bestrafen, bei dem 1200 Menschen getötet wurden.

    Reaktion: Israels UN-Mission in Genf wies den Bericht umgehend zurück und bezeichnete ihn als „schamlosen Versuch, das israelische Militär zu kriminalisieren, um eine vorgefasste politische Agenda zu fördern“. Israel wirft dem UN-Menschenrechtsrat seit Langem vor, es gezielt zu kritisieren.

    Syrien: Mehr als 13 Millionen Menschen flohen während des Bürgerkriegs aus ihrer Heimat. Fotos und Videos zeigen die Zerstörung, in die sie nun zurückkehren.


    WEITERE TOP-MELDUNGEN

    Frankreich: Während sich die US-Politik zunehmend feindselig zeigt, wird Präsident Emmanuel Macron zur Schlüsselfigur der europäischen Bemühungen um strategische Eigenständigkeit.

    China: Tesla verliert rapide Marktanteile in seinem wichtigsten Auslandsmarkt, den es jahrelang dominiert hatte.

    USA: Zwei deutsche Touristen wurden bei ihrer Einreise in die USA wochenlang festgehalten, bevor sie abgeschoben wurden.

    Indien: Elon Musks Starlink hat Verträge mit den beiden größten Telekommunikationsanbietern des Landes unterzeichnet – ein entscheidender Schritt, um Zugang zu einem riesigen Markt zu erhalten.

    Arbeitsrecht: Vier indonesische Fischer verklagen den Hersteller von Bumble Bee Thunfisch und werfen dem Unternehmen vor, wissentlich Zulieferer mit Zwangsarbeit zu nutzen.

    Jemen: Berichten zufolge ermöglichen ins Land geschmuggelte Komponenten für Wasserstoff-Brennstoffzellen den Huthi-Rebellen den Bau schnellerer und schwerer zu ortender Kampfdrohnen.

    Videospiele: Das Unternehmen hinter Pokémon Go hat seine Videospielsparte für 3,5 Milliarden US-Dollar an ein Unternehmen verkauft, das dem saudischen Staatsfonds gehört.

    USA: Mahmoud Khalil, ein Absolvent der Columbia University, der derzeit in den USA festgehalten wird, hat die Universität und Abgeordnete verklagt, um die Namen von Mitaktivisten geheim zu halten.

    Großbritannien: Premierminister Keir Starmer kündigte die Abschaffung von NHS England an, einer Verwaltungseinheit innerhalb des britischen Gesundheitssystems.

  • E.U. und Kanada reagieren mit Vergeltungszöllen auf Trumps neue Handelsbarrieren – und weitere World-News

    E.U. und Kanada reagieren mit Vergeltungszöllen auf Trumps neue Handelsbarrieren – und weitere World-News

    Der Handelskonflikt eskalierte gestern weiter: Die Europäische Union und Kanada kündigten Milliardenstrafzölle auf US-Exporte an – nur wenige Stunden nachdem Trumps neue Abgaben auf Stahl- und Aluminiumimporte in Kraft traten.

    Europa

    Die EU erklärte, dass ihre Zölle ab dem 1. April gelten sollen – als Antwort auf US-Zölle in Höhe von rund 26 Milliarden Dollar. Dennoch betonten die Verantwortlichen, dass sie gesprächsbereit seien.

    Der europäische Gegenschlag kommt in zwei Schritten. Zunächst läuft eine Zollaussetzung aus, wodurch die Abgaben auf Produkte wie Boote, Bourbon und Motorräder wieder steigen. Anschließend sollen zusätzliche Zölle auf Waren im Wert von etwa 18 Milliarden Euro folgen – die genaue Liste steht noch aus.

    Kanada

    Die kanadische Regierung kündigte an, dass sie neue Zölle auf US-Importe im Wert von 20 Milliarden Dollar erheben wird. Besonders betroffen: Stahl und Aluminium. Aber auch Werkzeuge, Computer, Sportartikel und Gusseisen stehen auf der Liste.

    Andere Länder

    Großbritannien hält sich zurück. Premierminister Keir Starmer will stattdessen ein langfristiges Handelsabkommen mit den USA abschließen. Auch Australiens Premierminister Anthony Albanese verzichtet auf Vergeltungsmaßnahmen – mit der Begründung, dass Gegenzölle vor allem die eigenen Verbraucher treffen würden.


    Pro-palästinensischer Aktivist in den USA festgehalten – ohne Zugang zu Anwälten

    Ein pro-palästinensischer Aktivist und US-Resident wurde am vergangenen Wochenende von den US-Behörden festgenommen. Seine Anwälte konnten bislang nicht mit ihm sprechen, wie eine Gerichtsanhörung enthüllte.

    Die Trump-Regierung will Mahmoud Khalil abschieben – ohne dass er eines Verbrechens angeklagt wurde.

    Khalil, verheiratet mit einer US-Amerikanerin, war eine führende Figur pro-palästinensischer Proteste an der Columbia University in New York, wo er kürzlich seinen Abschluss machte. Trumps Regierung begründet seine Festnahme mit einem kaum genutzten Gesetz, das die Abschiebung von Personen erlaubt, deren Anwesenheit als „gegnerisch“ zur US-Außenpolitik gilt.

    Trump erklärte diese Woche: Khalils Fall sei der erste von „vielen weiteren“.

    Zitat: „Hier geht es nicht um Meinungsfreiheit“, betonte Außenminister Marco Rubio. „Es geht um Menschen, die von Anfang an kein Recht hatten, sich in den USA aufzuhalten. Niemand hat ein Anrecht auf ein Studentenvisum. Niemand hat ein Anrecht auf eine Green Card.“

    Der Richter ordnete an, dass Khalils Anwälte mit ihm sprechen dürfen. Zudem forderte er die Regierung auf, sich mit einem Urteil des Obersten Gerichtshofs von 2004 auseinanderzusetzen, das Khalils Rechtsvertretern helfen könnte, das Verfahren in New York zu halten.


    Syrien: Sektiererische Gewalt und Rachemorde eskalieren

    In den letzten Tagen kam es in der Küstenregion Syriens zu massiven Gewaltausbrüchen. Eine britische Beobachtungsstelle macht regierungstreue Milizen und ausländische Kämpfer dafür verantwortlich. Die Spannungen könnten den Friedensprozess gefährden.

    Laut einem Bericht des Syrian Network for Human Rights vom Dienstag kam es zu „außergerichtlichen Hinrichtungen, Erschießungen und systematischen Massakern – motiviert durch Rache und religiöse Spannungen“. Eine unabhängige Bestätigung der Vorwürfe steht noch aus.

    Hintergrund

    Hunderte Zivilisten wurden in den Provinzen Latakia und Tartus getötet, Gebiete, die traditionell von der alawitischen Minderheit dominiert werden. Der gestürzte Diktator Baschar al-Assad war selbst Alawit, und viele seiner Anhänger genossen unter seiner Herrschaft Privilegien.

    Der Türkei-Kurden-Konflikt eskaliert weiter

    Die Türkei setzt ihre Luftangriffe auf kurdische Milizen in Syrien und Irak fort – selbst nachdem deren Anführer zur Auflösung aufgerufen und einen Waffenstillstand erklärt hat.


    Weitere Top-Meldungen

    Krieg in der Ukraine

    • Hoffnung auf Waffenstillstand: US-Außenminister Marco Rubio erklärte, ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine sei möglich – wenn Moskau einlenkt.
    • Russland greift an: Russische Truppen starteten eine Offensive auf die von der Ukraine gehaltene Stadt Sudzha in der Region Kursk. Ziel: ein Druckmittel für Verhandlungen.

    Weltgeschehen

    • Japan: Eine junge Influencerin wurde während eines Livestreams auf offener Straße in Tokio erstochen. Der Täter – ein verärgerter Follower.
    • Australien: Drei chinesische Kriegsschiffe kreuzen vor der Küste – das Land fühlt sich „schutzlos“.
    • Serbien: Von Protesten ermutigt und mit Rückenwind von Trump ließ die Regierung mehrere NGOs ohne Durchsuchungsbefehl stürmen.
    • Grönland: Die gemäßigte Partei Demokraatit, die sich gegen Trumps Expansionspläne und für eine Unabhängigkeit von Dänemark ausspricht, gewinnt die Wahlen.
    • Klimakrise: Breakthrough Energy, das Umwelt- und Energieprojekt von Bill Gates, kündigt drastische Kürzungen an.

    Von C. Hatty