Kategorie: Blick in die Welt

Neuigkeiten, Einschätzungen und Meinungen zu Ereignissen, die die Welt bewegen.

  • Warum Trump mit einer dritten Amtszeit spielt – und andere World-News

    Warum Trump mit einer dritten Amtszeit spielt – und andere World-News

    Ohne eine Verfassungsänderung kann Präsident Trump nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren. Dennoch hat er die Idee öffentlich – und auch hinter den Kulissen – immer wieder ins Spiel gebracht. Kürzlich sagte er sogar, er „mache keinen Scherz“ damit, obwohl es keinerlei reale Anzeichen gibt, dass dies rechtlich möglich wäre. Führende Republikaner lehnten gestern eine Verfassungsänderung diesbezüglich entschieden ab.

    Doch diese Aussagen haben einen Zweck: Sie lenken von anderen Kontroversen ab und halten potenzielle Nachfolger davon ab, aus seinem Schatten zu treten. Manche Beobachter vermuten, dass Trumps Strategie darin besteht, die Menschen im Unklaren zu lassen – und die politische Linke zu provozieren. „Trump ist darin großartig, die Leute aus dem Gleichgewicht zu bringen und Unbehagen zu stiften“, sagte ein ehemaliger republikanischer Stratege.

    Parallel dazu: Einbruch an den Weltmärkten

    Die globalen Märkte stürzten gestern ab, als Investoren sich auf neue Zölle Trumps vorbereiteten, die die wichtigsten Handelspartner der USA betreffen würden. Trump, der das globale Handelssystem grundlegend umbauen will, plant morgen die Vorstellung sogenannter „Reziprozitätszölle“. Diese sollen die Einfuhrabgaben und anderen Handelshemmnisse ausgleichen, die andere Länder auf amerikanische Exporte erheben. (Er nennt den Tag mittlerweile „Befreiungstag“.)

    Widersprüchliche Botschaften

    Ein Berater des Weißen Hauses gab an, dass die Zölle über die nächsten zehn Jahre rund sechs Billionen Dollar einbringen würden. Doch Experten warnen, dass die Nutzung von Zöllen zur Einnahmesteigerung im Widerspruch zu Trumps Ziel steht, die Produktion zurück in die USA zu holen. Warum? Weil höhere Importkosten auch die Preise für heimische Hersteller in die Höhe treiben.

    Die neuen Zölle dürften die Preise für Autos, Elektronik und andere Produkte, die Amerikaner aus dem Ausland kaufen, deutlich anheben. Trump und sein Team setzen darauf, dass die US-Bürger bereit sind, diese höheren Preise zu akzeptieren – ein politischer Kraftakt mit ungewissem Ausgang.


    Innenpolitische Turbulenzen rund um Netanyahu

    Israels Premierminister Benjamin Netanyahu gerät zunehmend in Konflikt mit staatlichen Institutionen – darunter Polizei, Inlandsgeheimdienst, Staatsanwaltschaft und sogar das Oberste Gericht.

    Vor diesem Hintergrund versuchte Netanyahu gestern, einen leitenden Geheimdienstchef auszutauschen: Ronen Bar, der Ermittlungen gegen enge Vertraute Netanyahus angestoßen hatte. Netanjahu will Eli Sharvit, einen früheren Marinekommandeur, zum neuen Chef des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet machen – trotz einer Gerichtsentscheidung, die Bars Entlassung bis zum 8. April aussetzt.

    Gleichzeitig führt Netanjahu weiterhin Israels längsten Krieg. Das israelische Militär erließ einen umfassenden Evakuierungsbefehl für den südlichen Gazastreifen, was auf eine neue Angriffswelle hindeutet. Heute früh meldete das Militär außerdem einen Luftschlag am südlichen Stadtrand von Beirut – der zweite Angriff nahe der libanesischen Hauptstadt binnen einer Woche.

    „Es ist verrückt und kaum zu glauben, was da passiert“, sagte Ami Ayalon, ein früherer Leiter des Shin Bet.


    Weitere wichtige Meldungen

    • Myanmar: Nach dem Erdbeben vom Freitag stieg die Zahl der Todesopfer auf über 2.000. Erste Hilfen erreichten die nahezu zerstörte Stadt Sagaing.
    • Thailand: In Bangkok durchsuchten Rettungskräfte weiter ein eingestürztes Hochhaus nach verschütteten Bauarbeitern.
    • Pakistan: Tausende Afghanen haben gestern das Land verlassen. Viele fürchten Verfolgung durch die Taliban.
    • Simbabwe: Präsident Emmerson Mnangagwa sieht sich dem stärksten Machtverlust seit seinem Amtsantritt gegenüber – sogar Parteifreunde fordern seinen Rücktritt.
    • Litauen: Drei US-Soldaten wurden tot aufgefunden, fast eine Woche nachdem ihr Panzerfahrzeug bei einer Übung in einem Moor stecken geblieben war.
    • Technologie: Wen Han, Gründer von Windrose Technology, plant den Börsengang seines Elektro-Lkw-Startups in New York mit einem Zielvolumen von mindestens 400 Millionen Dollar.
    • USA: Hunderte Seelöwen, Delfine und andere Tiere wurden in Südkalifornien tot oder schwer krank an den Strand gespült – Tierschützer und Badegäste sind alarmiert.
  • Die Rolle der USA im Ukraine-Krieg – und weitere World-News

    Die Rolle der USA im Ukraine-Krieg – und weitere World-News

    Als russische Truppen 2022 in die Ukraine einmarschierten, reisten zwei ukrainische Generäle heimlich zu einem US-Militärstützpunkt in Deutschland. Dort besiegelten sie eine Partnerschaft, die Amerikas Rolle im Krieg weit enger definierte, als bisher bekannt war.

    Dieses Abkommen, das bisher nur einem kleinen Kreis von Regierungsvertretern bekannt war, wurde von der Biden-Regierung als Basis ihrer Bemühungen, sowohl die Ukraine zu retten als auch die Nachkriegsordnung nach dem 2. Weltkrieg im Westen zu schützen. Gleichzeitig ermöglichte es den Ukrainern, drei lange Jahre gegen einen zahlenmäßig und militärisch weit überlegenen Feind durchzuhalten.

    Jetzt, da Präsident Trump beginnt, Teile dieses Abkommens rückgängig zu machen, kommt die bislang unbekannte Geschichte von Amerikas verdeckter Rolle im militärischen Widerstand gegen die russischen Invasoren nach und nach ans Licht.


    Nachbeben und Luftangriffe in Myanmar

    Wahrscheinlich kamen mehr als 1.700 Menschen in Myanmar ums Leben, über 3.000 wurden verletzt, als am Freitag ein schweres Erdbeben das Land erschütterte – das schlimmste seit über einem Jahrhundert. Das Ausmaß der Schäden und der Verwüstung ist enorm.

    Ein Nachbeben traf gestern Mandalay, die zweitgrößte Stadt Myanmars, in der Nähe des ursprünglichen Epizentrums. Mehrere Gebäude stürzten ein. Die Hoffnung auf Überlebende schwindet, denn inzwischen sind 72 Stunden vergangen – eine kritische Marke, nach der die Überlebenschancen laut Experten rapide sinken.

    Bürgerkrieg: Während Myanmar noch unter dem Schock der Katastrophe stand, setzte die herrschende Militärjunta ihre brutalen Bombardierungen gegen die Rebellengruppen fort. Der seit Langem andauernde Bürgerkrieg hat das Land schwer gezeichnet – laut UN waren bereits vor dem Beben rund 20 Millionen Menschen auf Nahrungshilfe angewiesen und teilweise obdachlos. Experten vermuten, dass das Beben den Verlauf des Krieges verändern könnte.

    Hilfe: Erste internationale Hilfsgüter sind eingetroffen – doch es bestehen Zweifel, ob die Armee die Unterstützung gerecht verteilen wird. Die USA, früher der großzügigste Geber, haben bisher nichts geschickt.

    Thailand: Durch das Beben stürzte ein im Bau befindliches Hochhaus in Bangkok ein – bis zu 85 Menschen kamen mutmasslich ums Leben.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Syrien: Übergangspräsident Ahmed al-Shara kündigte eine neue Übergangsregierung an. Sie soll fünf Jahre im Amt bleiben, um eine dauerhafte Verfassung zu schaffen und Wahlen vorzubereiten.

    Krieg in Gaza: Israel und die Hamas deuteten neue Gespräche über eine Waffenruhe an – konkrete Informationen blieben jedoch aus.

    Großbritannien: Polizisten stürmten ein Quäker-Versammlungshaus in London und nahmen Aktivisten fest, die dort Protestaktionen gegen den Gaza-Krieg planten.

    Kanada: Ein Walfang-Schrein, der vor 120 Jahren einer First Nation-Gemeinschaft entwendet wurde, kehrt nun endlich zurück.

    China: Präsident Xi Jinping traf sich mit Spitzenmanagern von Saudi Aramco, BMW, Toyota, FedEx und zahlreichen weiteren internationalen Unternehmen.

    Weltraum: Eine Rakete des deutschen Start-ups Isar Aerospace hob vom Andoya Space Center in Norwegen ab – und stürzte nach rund 30 Sekunden ins Meer.

    Britisches Königshaus: Prinz Harry wird von einem Mitgründer seiner Wohltätigkeitsorganisation des Mobbings beschuldigt.

  • Dnipro: Tödlicher Waffenstillstand – ein sinnloses Konzept der Deeskalation

    Dnipro: Tödlicher Waffenstillstand – ein sinnloses Konzept der Deeskalation

    Das jüngste russische Bombardement auf die ostukrainische Stadt Dnipro hat nicht nur Todesopfer und Zerstörung hinterlassen – es hat auch eine politische Illusion hinweggefegt. Vier Menschen starben, mehr als zwanzig wurden verletzt, als eine Welle von Drohnen die Stadt erschütterte. Und mit jeder Explosion wurde deutlicher, wie brüchig und zweideutig das Konzept eines Waffenstillstands im gegenwärtigen Krieg ist. Für viele Ukrainer ist klar: Was unter dem Titel „Deeskalation“ verhandelt wurde, hat im Alltag keinerlei Substanz.

    Schon der Kontext der Angriffe verweist auf ein tieferliegendes Problem. Russland und die Ukraine hatten sich – jeweils im bilateralen Austausch mit den Vereinigten Staaten – auf eine temporäre Feuerpause verständigt. Der Deal sah vor, dass keine Angriffe auf kritische Energieinfrastrukturen erfolgen sollten, insbesondere auf Anlagen am Schwarzen Meer. Doch in der Interpretation der Vereinbarung lagen Welten zwischen den Parteien. Während Kiew sich um eine umfassende Zurückhaltung bemühte, nutzte Moskau das Abkommen offenbar, um gezielt Lücken auszutesten – und zivile Ziele unterhalb der formellen Schwelle der Vereinbarung weiter ins Visier zu nehmen.

    Der Angriff auf ein beliebtes Restaurant am Flussufer von Dnipro, das in Flammen aufging, war nur das sichtbarste Zeichen dieser Strategie. In der gleichen Nacht wurden auch Wohnhäuser, ein Hotel, mehrere Apartments und ein ganzes Stadtviertel getroffen. Unter den Verletzten ist auch eine schwangere Frau. In den Augen vieler Einwohner war dies ein demonstratives Signal: Russland lässt sich nicht durch diplomatische Formeln binden, solange es militärisch die Initiative behält.

    Die politische Rhetorik folgt einem altbekannten Muster. Der Kreml spricht von einem Rückschlag, wenn ukrainische Drohnen russische Ziele treffen, gleichzeitig aber scheint es kein Problem zu sein, wenn man selbst mitten in der Nacht hunderte Drohnen auf ukrainische Städte schickt. Dass Moskau das Abkommen mit Bedingungen wie der Aufhebung westlicher Sanktionen verknüpft, zeugt von einem instrumentellen Umgang mit der Diplomatie. Es geht nicht um den Aufbau gegenseitigen Vertrauens – es geht um taktische Vorteile und propagandistische Deutungshoheit.

    Präsident Selenskyj versucht, sich in dieser Lage auf einem schmalen Grat zu bewegen. Einerseits will er die Unterstützung Washingtons nicht gefährden, andererseits muss er seinem Land erklären, warum Vereinbarungen mit einem Aggressor, der wiederholt gegen alle Regeln des Kriegsrechts verstößt, überhaupt geschlossen werden. Dass die USA den Waffenstillstand zunächst als Erfolg verbuchten, unterstreicht das Dilemma westlicher Politik: Der Wunsch nach Stabilität trifft auf einen Gegner, der systematisch Instabilität als strategisches Mittel nutzt.

    Hinzu kommt die innenpolitische Dimension. Viele Ukrainer empfinden die derzeitige Lage als zermürbend – ein Zustand zwischen Hoffnung auf Frieden und täglichem Ausnahmezustand. Die wiederholten Angriffe auf zivile Infrastruktur, auf Wohnhäuser, Cafés, kulturelle Orte des Alltagslebens, haben nicht nur körperliche, sondern auch psychologische Spuren hinterlassen. Für einen Großteil der Bevölkerung wird jede vermeintliche Entspannung der Lage sofort von neuen Explosionen konterkariert. Der Waffenstillstand, so wie er derzeit besteht, bietet keine Sicherheit, sondern schafft neue Unsicherheit.

    Besonders bitter ist, dass ausgerechnet das Versprechen auf Frieden zur Quelle neuer Enttäuschung wird. Der Angriff in Dnipro hat viele Ukrainer daran erinnert, dass es keine einfache Lösung geben wird – und dass das Vertrauen in Verhandlungen mit Putin mittlerweile nahezu vollständig erodiert ist. Die Vorstellung, dass eine Vereinbarung mit Moskau auch nur temporär Frieden bringen könnte, erscheint vor dem Hintergrund der letzten Tage naiv. Viele Stimmen in der Ukraine fordern nun eine offenere Diskussion darüber, ob man den Krieg nicht ehrlicher als das benennen sollte, was er ist: ein langwieriger, von Moskau gewollter Abnutzungskrieg ohne Aussicht auf baldige Entspannung.

    Auch geopolitisch ist die Situation brisant. Die Vereinigten Staaten stehen unter innenpolitischem Druck, den Konflikt nicht weiter eskalieren zu lassen, während sie zugleich versuchen, mit diplomatischen Mitteln eine Stabilisierung zu erreichen. Doch jeder russische Angriff wie der auf Dnipro untergräbt dieses Narrativ und stellt die westliche Strategie in Frage. Für Kiew ist das eine paradoxe Lage: Man muss sich westliche Unterstützung sichern, ohne dabei zu offen auszusprechen, dass man der Strategie der Unterstützer wenig zutraut.

    Die Geschichte von Stas Smirnov, einem Bewohner Dnipros, der beim Angriff sein Haus verlor und nur durch Zufall überlebte, bringt das Dilemma auf eine persönliche Ebene. Sein Haus brannte nieder, sein Wachmann starb, sein fünf Monate alter Kater überlebte nur knapp im Rauch der Trümmer. Für ihn – wie für viele andere – bleibt am Ende nur das Bewusstsein, dass in diesem Krieg das Private nie vom Politischen zu trennen ist.

    Die Angriffe auf Dnipro markieren daher mehr als nur eine weitere Eskalation in einem bereits grausamen Krieg. Sie sind ein Fanal dafür, wie tief das Misstrauen sitzt, wie begrenzt die Wirkung diplomatischer Appelle ist – und wie weit der Weg zu einem echten, tragfähigen Frieden noch ist. Der Waffenstillstand war bestenfalls ein politisches Manöver, schlimmstenfalls eine Falle.

    P.T.

  • Verheerendes Erdbeben in Südostasien: Über 1.000 Tote und mehr als 2.300 Verletzte in Myanmar

    Verheerendes Erdbeben in Südostasien: Über 1.000 Tote und mehr als 2.300 Verletzte in Myanmar

    Ein Erdstoß, der alles veränderte – binnen Sekunden hat ein Beben der Stärke 7,7 am Freitag weite Teile Myanmars erschüttert und eine Schneise der Zerstörung hinterlassen. Besonders schlimm traf es die Region um Mandalay. Die traurige Bilanz: Über 1.000 Todesopfer, mehr als 2.300 Verletzte und ein erschüttertes Land, das jetzt buchstäblich in Trümmern liegt.

    Die genaue Zahl der Opfer ist kaum zu schätzen, nicht zuletzt, weil viele Gebiete noch immer von der Außenwelt abgeschnitten sind. Telefonleitungen sind zerstört, Straßen unpassierbar – viele Orte bleiben vorerst unerreichbar. Doch was man weiß, reicht aus, um das Ausmaß der Katastrophe zu erahnen.

    Rettung in der Hoffnungslosigkeit

    Seit dem Beben kämpfen Helfer gegen die Zeit. Inmitten von eingestürzten Häusern, umgestürzten Strommasten und klaffenden Rissen im Asphalt suchen sie unermüdlich nach Überlebenden. Der Lärm der Rettungsgeräte mischt sich mit Rufen und Hilfeschreien – eine Szene, die unter die Haut geht.

    In der Hauptstadt Rangun sind erste Hilfsgüter eingetroffen. Ein Flugzeug aus Indien brachte Decken, Nahrung, Hygieneartikel – Dinge, die jetzt über Leben und Tod entscheiden können. Auch China schickt Hilfe: 82 Rettungskräfte wurden entsandt. Weitere Unterstützung kam von der EU, Frankreich, den USA und Indonesien. Die WHO hat ihr Notfallmanagement aktiviert.

    Bangkok – eine Stadt im Ausnahmezustand

    Während Myanmar um seine Menschen ringt, traf das Beben auch das Nachbarland Thailand. In Bangkok stürzte ein im Bau befindliches Hochhaus mit 30 Stockwerken in sich zusammen. Eine apokalyptische Szene – Stahlträger wie Mikadostäbe geknickt, Betonplatten wie Spielkarten übereinander gestapelt.

    Mindestens zehn Menschen kamen dort ums Leben, zahlreiche Bauarbeiter wurden verschüttet. Die Suche nach Überlebenden läuft rund um die Uhr. Der Gouverneur von Bangkok warnte bereits, dass auch hier die traurige Zahl steigen dürfte.

    Ein Beben, das Grenzen sprengt

    Die Erdstöße waren nicht nur lokal spürbar – selbst in der chinesischen Provinz Yunnan wackelten die Wände. Die chinesische Erdbebenbehörde registrierte eine Erschütterung mit der Stärke 7,9. Auch wenn es sich um dieselbe seismische Aktivität handelt, schwanken die Messwerte je nach Region und Instrument.

    Ist das erst der Anfang? Das fragen sich viele. Denn kurz nach dem Hauptbeben gab es bereits Nachbeben – das stärkste mit einer Magnitude von 6,7. Ein gefährliches Spiel der Natur, das die Angst weiter schürt.

    Ein Land ruft um Hilfe

    Myanmars Militärregierung steht international stark in der Kritik – doch jetzt, im Angesicht der Katastrophe, ist die Politik Nebensache. General Min Aung Hlaing bat um weltweite Unterstützung. „Jedes Land, jede Organisation“ solle helfen, hieß es offiziell.

    Und tatsächlich: Die internationale Gemeinschaft scheint gewillt, ihre Differenzen vorübergehend beiseitezulegen. Menschlichkeit vor Machtpolitik – eine wohltuende Ausnahme im geopolitischen Alltagschaos.

    Ein Schicksal, das verbindet

    Erdbeben kennen keine Grenzen, keine Religion, keine Politik. Sie treffen jeden. Vielleicht ist es genau das, was in diesen Tagen zählt – die Erinnerung daran, dass wir letztlich alle verletzlich sind.

    Ein Rettungssanitäter aus Mandalay erzählte Reportern, wie er ein kleines Mädchen aus den Trümmern zog. Sie hatte sich an eine Holzplanke geklammert, ihr Blick starr, ihr Körper zitternd. „Ich dachte, sie sei tot“, sagte er. Doch dann bewegte sie sich. Und weinte.

    Was bedeutet die Katastrophe für die Region, in der politische Konflikte, Armut und Instabilität ohnehin Alltag sind? Wird das Beben als neue Zäsur in die Geschichte eingehen – oder einfach nur als weiteres Kapitel in einer langen Reihe von Tragödien?

    Vielleicht liegt darin auch ein Hoffnungsschimmer. Denn Katastrophen zeigen nicht nur, wie viel zerstört werden kann – sondern auch, wie viel Solidarität in uns steckt.

    Von Catherine H.

  • Trump-Zölle schüren Angst vor globalem Handelskrieg – und andere World-News

    Trump-Zölle schüren Angst vor globalem Handelskrieg – und andere World-News

    Die Ankündigung von Präsident Trump, einen Strafzoll von 25 Prozent auf Autos und Autoteile zu erheben, hat die weltweite Automobilbranche aufgeschreckt. Die Aktienmärkte in Asien, Europa und den USA reagierten nervös, zahlreiche Autohersteller mussten Kursverluste hinnehmen. Trump droht nun sogar offen damit, gezielt die EU und Kanada zu bestrafen, falls diese gemeinsam Vergeltungsmaßnahmen ergreifen sollten.

    Die Zölle sollen ab nächstem Donnerstag in Kraft treten und würden alle Autos sowie bestimmte Autoteile betreffen, die in die USA exportiert werden. Länder wie Mexiko, Japan, Südkorea und Kanada sind besonders betroffen – sie stehen für rund 75 Prozent aller Fahrzeugimporte der USA.

    Damit steht Trumps eigenwillige Theorie zur Handelspolitik auf dem Prüfstand: Zölle sollen laut ihm Unternehmen dazu bringen, ihre Produktionsstätten in die USA zu verlegen – mit dem Ziel, mehr Jobs für Amerikaner zu schaffen. Ökonomen sehen das deutlich differenzierter und warnen vor schwerwiegenden Nebenwirkungen für die Weltwirtschaft.

    Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Mark Carney, Kanadas Premier, sprach davon, dass die USA „kein verlässlicher Partner“ mehr seien. Sein Land wolle bereits nächste Woche mit Gegenzöllen reagieren. In Deutschland, wo der Automobilsektor stark exportorientiert ist, forderte Wirtschaftsminister Robert Habeck eine klare Antwort der EU: „Es muss deutlich werden, dass wir uns nicht einschüchtern lassen.“


    Vage Zukunft für die Ukraine nach dem Krieg

    In Paris trafen sich europäische Staats- und Regierungschefs, um über einen französischen Vorschlag zu beraten: Eine sogenannte „Beruhigungstruppe“ soll helfen, einen möglichen Friedensprozess in der Ukraine abzusichern. Doch wie genau diese Truppe aussehen soll – das steht noch in den Sternen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte, viele Details seien noch nicht geklärt. Moskau indes lehnt das Konzept kategorisch ab.

    Das Treffen folgte auf dreitägige, von den USA vermittelte Gespräche in Saudi-Arabien. Dabei konnten Russland und die Ukraine zumindest vorläufige Einigungen erzielen – etwa auf ein Ende der Angriffe auf Energieanlagen sowie auf ein Ende der Kämpfe im Schwarzen Meer. Allerdings: Die Vereinbarungen haben Haken.

    Denn Russland stellt Bedingungen. Moskau fordert unter anderem die Aufhebung von Beschränkungen im Bereich Schifffahrt, Versicherungen und Banken, die die Agrarexporte des Landes massiv erschweren. „Russland möchte außerdem, dass die Sanktionen gegen die staatliche Agrarbank fallen und diese wieder an das internationale Zahlungssystem Swift angeschlossen wird“, erklärt Paul Sonne, Russland-Experte. Doch das setzt die Zustimmung europäischer Partner voraus – und genau die waren bei den Gesprächen in Saudi-Arabien außen vor.


    Unmut gegen Hamas wächst – Proteste in Gaza nehmen zu

    In Gaza hat sich etwas bewegt. Zum ersten Mal seit Beginn des Krieges im Jahr 2023 gehen Menschen offen auf die Straße – gegen die Herrschaft der Hamas und für ein Ende des Krieges. Zwar sind die Demonstrationen bisher eher klein, doch sie gelten als der deutlichste Ausdruck des Unmuts seit Langem.

    Früher hat Hamas solche Proteste mit harter Hand zerschlagen. Diesmal ist das Bild ein anderes: Ihre Sicherheitskräfte halten sich auffallend zurück. Der Grund dürfte in der angespannten Lage liegen – zum einen wächst der Druck aus der Bevölkerung, zum anderen erschwert die ständige Bedrohung durch israelische Luftangriffe jede Reaktion.


    Weitere wichtige Meldungen im Überblick:

    • Südkorea: Verheerende Waldbrände haben bereits 88.000 Hektar Land verwüstet. Zwei buddhistische Tempel, die seit 1.000 Jahren bestehen, wurden zerstört. 37.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, 27 Menschen kamen ums Leben.
    • Ägypten: Vor der Küste des Roten Meeres sank ein U-Boot mit russischen Touristen. Sechs Personen starben, Rettungsteams konnten weitere Menschen aus dem Wasser retten.
    • Türkei: Die BBC berichtet, dass ihr Journalist Mark Lowen in Istanbul festgenommen und abgeschoben wurde – nach seiner Berichterstattung über regierungskritische Proteste.
    • USA: Eine Recherche der New York Times beleuchtet die wachsende Szene sogenannter „Pädophilenjäger“ – Internetaktivisten, die ihre Opfer in teils brutalen Videos bloßstellen.
    • Großbritannien: König Charles III. wurde kurzzeitig im Krankenhaus behandelt, nachdem er Nebenwirkungen seiner Krebsbehandlung zeigte. Inzwischen ist er wieder zurück in seiner Londoner Residenz.
    • Frankreich: Die Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre Haft für Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. Ihm wird vorgeworfen, 2007 illegale Wahlkampfhilfe aus Libyen angenommen zu haben.
    • USA: Ein Gericht hat Texas untersagt, eine Vorladung gegen eine Ärztin aus New York zu erlassen, weil sie einer texanischen Frau Abtreibungspillen verschrieben hatte.
    • Südsudan: Vizepräsident Riek Machar wurde unter Hausarrest gestellt. Dieser Schritt bringt das ohnehin fragile Friedensabkommen des Landes ins Wanken.
    • Algerien: Der französisch-algerische Schriftsteller Boualem Sansal wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt – ein Urteil, das weltweit bei Kulturschaffenden Empörung auslöste.
    • Archäologie: In Ägypten wurde südlich von Kairo ein gigantisches Grab entdeckt – vermutlich das eines bisher unbekannten Pharaos, etwa 3.600 Jahre alt. Und in England dürfen Archäologen endlich über bedeutende Funde aus der Eisenzeit sprechen, die sie seit 2021 ausgraben.
    • Soziale Medien: Facebook plant ein neues „Freunde“-Tab, in dem Beiträge von Freunden und Familie im Fokus stehen – zurück zu den Wurzeln der Plattform also.

  • Neu veröffentlichte Signal-Nachrichten – und weitere World-News

    Neu veröffentlichte Signal-Nachrichten – und weitere World-News

    Gestern wurden weitere Nachrichten aus einem Signal-Gruppenchat veröffentlicht, in dem hochrangige Sicherheitsbeamte des US-Präsidenten Donald Trump Pläne zur Bombardierung von Huthi-Zielen im Jemen diskutierten. In diesen Chat war versehentlich auch der Chefredakteur des Magazins The Atlantic eingebunden worden.

    Bei einem Auftritt vor der Presse spielte Trump die Bedeutung des Leaks herunter und bezeichnete die Aufregung als „Hexenjagd“. Er machte die Messaging-App für die versehentliche Einbindung des Journalisten verantwortlich.

    Vertreter der Demokratischen Partei forderten daraufhin den Rücktritt von Verteidigungsminister Pete Hegseth. Ihm wird vorgeworfen, durch die Preisgabe des genauen Zeitpunkts der Angriffe amerikanische Soldaten gefährdet zu haben. Hegseth wies die Vorwürfe zurück und erklärte, es habe sich bei den Informationen nicht um „Kriegspläne“ gehandelt.

    Technisch gesehen enthielten die Nachrichten keine formalen Kriegspläne. Allerdings sind die Beschreibungen von Hegseth derart detailliert gewesen, dass dieser Unterschied kaum relevant gewesen ist.

    Wären die Nachrichten geleakt worden, hätten die Huthis im Voraus gewarnt werden können, die betreffenden Orte zu verlassen und einen Erfolg Operation zu vereiteln. Die Rebellen hätten auch Angriffe auf die US-Flugzeuge vorbereiten können – was das Leben der Piloten gefährdet hätte.

    Handelskrieg: Trump kündigte neue Zölle an

    Trump kündigte an, einen Einfuhrzoll von 25 Prozent auf alle Autos und bestimmte Autoteile zu erheben, die in die USA importiert werden. Die Maßnahme könnte die Lieferketten stark beeinträchtigen und zu spürbaren Preiserhöhungen für US-Verbraucher führen – gleichzeitig könnten aber auch Unternehmen wie Tesla profitieren.

    Waffenstillstandsgespräche verschaffen Russland Zeit

    Widersprüchliche Aussagen aus Russland, den USA und der Ukraine zu den laufenden Waffenstillstandsverhandlungen deuten auf einen chaotischen Prozess hin. Analysten zufolge spielt der Kreml gezielt auf Zeit und verschafft sich so strategische Vorteile.

    Vereinbarungen über eine Waffenruhe im Schwarzen Meer sowie über ein 30-tägiges Aussetzen von Angriffen auf Energieinfrastruktur nutzen Moskau mehr als Kiew. Selbst Trump räumte jetzt ein, dass Russland die Gespräche möglicherweise absichtlich hinauszögert, um eigene Ziele voranzutreiben.

    Es gibt erhebliche Zweifel daran, ob Russland ernsthaft verhandelt oder einfach nur auf Zeit spielt. Den bisherigen Stellungnahmen zufolge hat die Ukraine kaum etwas erreicht.

    Trotz demonstrativer Einigkeit kämpfen die europäischen Regierungen damit, die finanzielle Lücke zu schließen, die durch den Rückzug der USA aus der Ukrainehilfe entsteht – und gleichzeitig ihre eigene Verteidigung zu stärken.

    Opposition in der Türkei ruft zu Massenprotesten auf

    In der Türkei fordert die Opposition die Bürger zu einer Großkundgebung auf, um gegen die Inhaftierung von Präsident Erdogans wichtigstem politischen Rivalen Ekrem Imamoglu zu protestieren. Zudem wird zum Boykott von Unternehmen aufgerufen, die Erdogan unterstützen.

    Die Festnahme Imamoglus hat landesweite Proteste ausgelöst: Hunderttausende Menschen versammeln sich seither jede Nacht in Istanbul und anderen Städten. Die Regierung reagiert mit harter Hand. Nach Angaben des Innenministeriums wurden bisher über 1.300 Menschen festgenommen, darunter auch 11 Journalistinnen und Journalisten.


    WEITERE NACHRICHTEN DES TAGES

    • Sudan: Die Rapid Support Forces, eine paramilitärische Einheit, haben sich weitgehend aus der Hauptstadt zurückgezogen, die sie seit Beginn des Bürgerkriegs vor fast zwei Jahren besetzt hielten.
    • Südkorea: Mindestens 24 Tote und zahlreiche Verletzte durch verheerende Waldbrände, die laut Behörden historische Ausmaße erreichen könnten.
    • Brasilien: Der Oberste Gerichtshof ordnete ein Verfahren gegen Ex-Präsident Jair Bolsonaro an – wegen versuchten Staatsstreichs.
    • Gaza: Hunderte Palästinenser protestieren bereits den zweiten Tag in Folge gegen die Hamas.
    • Israel: Mit dem neuen Staatshaushalt sichert sich Premierminister Benjamin Netanjahu weiteren Rückhalt und zeigt, dass das Land weiter auf Kriegskurs bleibt.
    • Südkorea: Eine Untersuchungskommission deckte auf, dass Adoptionsagenturen in der Vergangenheit fragwürdige Praktiken anwendeten, um Kinder in die USA und nach Europa zu vermitteln.
    • Indien: Zahlreiche US-Unternehmen expandieren derzeit stark in Indien und eröffnen dort neue Büroparks.
    • Japan: Masaki Kashiwara wurde mit dem diesjährigen Abel-Preis ausgezeichnet – dem Nobelpreis der Mathematik.
  • Geheimplan enthüllt – Trump wiegelt ab. Und andere World-News

    Geheimplan enthüllt – Trump wiegelt ab. Und andere World-News

    Donald Trump versuchte gestern, die Wogen zu glätten, nachdem ein peinlicher Vorfall publik wurde: Ein Gruppenchat auf der verschlüsselten Messaging-App Signal, der eigentlich für ranghohe Regierungsmitglieder gedacht war, landete versehentlich bei einem Journalisten. Pikant: Darin wurden sensible Informationen über einen bevorstehenden Angriff auf den Jemen diskutiert.

    Wie kam es dazu? Michael Waltz, nationaler Sicherheitsberater der USA, hatte aus Versehen Jeffrey Goldberg, den Chefredakteur des „The Atlantic“, in die Gruppe eingeladen – genau in jenem Chat, in dem Verteidigungsminister Pete Hegseth die Pläne für den Angriff am 15. März offenlegte.

    Tulsi Gabbard, Direktorin der Nachrichtendienste, und CIA-Chef John Ratcliffe mussten nun vor dem Senat Rede und Antwort stehen. Sie räumten ein, dass über Angriffsziele gesprochen wurde – aber betonten, dass keine geheimdienstlichen Informationen preisgegeben wurden. Klar im Fokus steht jetzt Hegseth. Demokraten fordern seinen Rücktritt – ebenso wie den von Waltz.

    Trump? Der redete die Sache klein, stellte sich schützend vor Waltz und bezeichnete ihn als „sehr guten Mann“. Für Goldberg hingegen hatte er nur eine Beschimpfung übrig: „Schmierlappen“, so Trump – ganz in seinem Stil.

    Einigung im Schwarzen Meer – aber mit Vorbehalten

    Ein kleines Licht am Horizont: Die USA verkündeten, dass Russland und die Ukraine sich darauf geeinigt haben, die Kämpfe im Schwarzen Meer zu stoppen. Eine überraschende Wendung nach monatelanger Eskalation – doch der Teufel steckt im Detail.

    Zwar einigten sich beide Seiten in Saudi-Arabien auf eine Pause der Angriffe auf See, aber wann genau diese beginnt, bleibt offen. Zudem stellte Moskau Bedingungen: Erst wenn die Sanktionen gegen russische Agrarprodukte aufgehoben werden, will man sich an das Abkommen halten.

    Die USA signalisierten Kompromissbereitschaft – man wolle Russland wieder Zugang zum Weltmarkt für Agrar- und Düngemittel ermöglichen. Klingt nach Entspannung? Nicht für den ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Er warnte, dies sei ein gefährlicher Rückschritt – eine Schwächung der Positionen und der Sanktionen.

    Zudem braucht eine Lockerung der Sanktionen das Okay der EU. Und das – seien wir ehrlich – ist momentan eher unwahrscheinlich.

    Was motiviert beide Seiten? Moskau und Kiew wollen die gegenseitigen Angriffe auf Energieanlagen stoppen. Im Schwarzen Meer hat die russische Marine durch ukrainische Drohnenangriffe bereits empfindliche Verluste erlitten.

    Was jetzt? Die Umsetzung des Deals ist unklar. Der ukrainische Verteidigungsminister erklärte, weitere Verhandlungen seien dringend notwendig. Ob daraus ein echter Waffenstillstand wird – wer weiß?

    Palästinensischer Oscar-Preisträger in Gewalt verwickelt

    Hamdan Ballal, Regisseur des preisgekrönten Dokumentarfilms „No Other Land“ und Osakar-Gewinner, sorgte ebenfalls für Schlagzeilen – allerdings unfreiwillig. Nach einem angeblichen Angriff maskierter israelischer Siedler im Westjordanland wurde er festgenommen und verbrachte eine Nacht in Gewahrsam.

    Ballal bestritt die Vorwürfe von Steinwürfen und Sachbeschädigung, die ihm zur Last gelegt wurden. Zeugen bestätigen seine Version – die Siedler hätten ihn angegriffen, nicht umgekehrt.

    Ein Skandal, der in einer ohnehin aufgeheizten Atmosphäre zusätzliches Öl ins Feuer gießt.

    In Gaza kam es derweil zu einer seltenen Form des Protests: Palästinenser stellten sich offen gegen die Hamas. Nach über einem Jahr Krieg mit Israel wuchs die Kritik an der Herrschaft der bewaffneten Gruppe – ein Zeichen für wachsenden Unmut in der Bevölkerung.

    Die Lage bleibt dramatisch. Die Vereinten Nationen kündigten an, etwa ein Drittel ihrer internationalen Mitarbeitenden aus Gaza abzuziehen – Grund: wiederholte Angriffe auf UN-Einrichtungen durch israelische Streitkräfte.

    Weitere Meldungen aus aller Welt

    In Japan wurde einem Mann 1,4 Millionen Dollar zugesprochen – er hatte 44 Jahre unschuldig in der Todeszelle verbracht. Eine unfassbare Lebensgeschichte, die unter die Haut geht.

    In Sudan traf ein Luftangriff der Armee einen belebten Markt in Darfur. Mindestens 54 Menschen kamen ums Leben. Die Welt schaut – wieder einmal – viel zu still zu.

    China ließ fünf Mitarbeiter eines US-Unternehmens frei, die vor zwei Jahren im Zuge eines Vorgehens gegen ausländische Beratungsfirmen festgenommen worden waren.

    In Indien eskalierte die Stimmung nach einem Comedy-Auftritt. Ein Mob stürmte einen Club in Mumbai, nachdem ein Comedian einen politischen Führer aufs Korn genommen hatte.

    Deutschland bekommt einen neuen Bundestag – männlicher und weniger vielfältig als die Wählerschaft. Ein Rückschritt oder nur eine Momentaufnahme?

    Frankreichs Filmlegende Gérard Depardieu musste sich vor Gericht verantworten. Er räumte ein, eine Kollegin an den Hüften angefasst zu haben – bestritt jedoch die Vorwürfe sexueller Übergriffe.

    In Großbritannien gab es Ärger um Paddington Bär. Zwei Männer beschädigten eine Statue des beliebten Kinderbuchhelden – ein Richter sprach von einem Verhalten, das dem Charakter „diametral entgegensteht“.

    Am Himmel zeigte sich zuletzt ein magisches Schauspiel: Gefrorener Treibstoff einer SpaceX-Rakete sorgte für ein leuchtendes Spektakel über Europa – von England bis zur Ukraine.

    Und zum Schluss: Europas Unis buhlen um amerikanische Forscher, die unter Trumps Sparmaßnahmen ihren Job verloren haben. Wissen kennt eben keine Grenzen.

    Von C. Hatty

  • US-Kriegspläne versehentlich auf Social Media veröffentlicht – und weitere World-News

    US-Kriegspläne versehentlich auf Social Media veröffentlicht – und weitere World-News

    In einem äußerst heiklen Vorfall hat der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth detaillierte Pläne für Luftangriffe auf Ziele im Jemen in einem Gruppenchat über die App „Signal“ preisgegeben – zwei Stunden bevor die Angriffe auf die Huthi-Miliz begannen. Brisant: In diesem Chat befand sich auch Jeffrey Goldberg, Chefredakteur des Magazins The Atlantic. Das Weiße Haus bestätigte gestern den Vorfall, der zuvor von der Zeitschrift selbst öffentlich gemacht worden war.

    Der Journalist Goldberg war offenbar versehentlich von Michael Waltz, dem nationalen Sicherheitsberater, zu der Chatgruppe hinzugefügt worden. Die Konversation fand außerhalb gesicherter Regierungskanäle statt – ein absoluter Tabubruch, wenn es um klassifizierte und hochsensible Kriegsplanung geht.

    Beamte des Verteidigungsministeriums zeigten sich entsetzt darüber, dass Hegseth Kriegspläne der USA in einer kommerziellen Chat-App diskutierte. Allein das könnte bereits einen Verstoß gegen das Spionagegesetz darstellen – ein Gesetz, das den Umgang mit vertraulichen Informationen streng regelt.

    Laut Goldberg enthielt Hegseths Nachricht vom 15. März um 11:44 Uhr „operative Details bevorstehender Angriffe auf den Jemen, einschließlich Informationen über Ziele, eingesetzte Waffen und den Ablauf der Angriffe“. Hätten gegnerische Kräfte der USA diese Informationen abgefangen, so Goldberg, hätte das die Sicherheit amerikanischer Militär- und Geheimdienstmitarbeiter – insbesondere im Nahen Osten – gefährden können.

    Ein weiteres Detail: Vizepräsident JD Vance, ebenfalls Teilnehmer des Gruppenchats, äußerte Bedenken bezüglich der Angriffe. Seiner Ansicht nach profitierten vor allem europäische Staaten von den US-Maßnahmen zum Schutz der Schifffahrtsrouten gegen Huthi-Angriffe. „Ich hasse es einfach, Europa schon wieder aus der Patsche zu helfen“, schrieb Vance. Daraufhin Hegseth: „Ich teile deinen Ekel vor Europas Schmarotzerei voll und ganz. Es ist ERBÄRMLICH.“


    Tiefe politische Gräben in Israel brechen erneut auf

    Israel kämpft derzeit an mehreren Fronten: militärisch in Gaza, im Libanon, im besetzten Westjordanland und im Jemen – aber auch innenpolitisch brodelt es gewaltig. Alte Konflikte brechen wieder auf und werfen große Fragen über Israels Zukunft auf.

    Die Regierungskoalition von Premierminister Benjamin Netanjahu greift erneut nach mehr Kontrolle. Laut Netanjahu soll damit die Macht nicht gewählter Bürokraten und Richter beschränkt werden, die angeblich die gewählten Vertreter behindern. Kritiker hingegen sehen einen klaren Interessenkonflikt – schließlich steht Netanjahu wegen Korruption selbst vor Gericht.

    Die Wiederaufnahme des Krieges in Gaza hat ihm politisch offenbar genutzt und seine fragile Koalition gestärkt – was den öffentlichen Frust zusätzlich anheizt.


    USA und Russland sprechen über Waffenruhe in der Ukraine

    Gestern trafen sich Vertreter Russlands und der USA in Saudi-Arabien zu Gesprächen über eine mögliche begrenzte Waffenruhe im Ukrainekrieg. Laut russischen Staatsmedien soll heute eine gemeinsame Erklärung folgen.

    Steven Witkoff, den Donald Trump als seinen persönlichen Gesandten für Wladimir Putin benannt hat, erklärte, Ziel sei eine vollständige 30-tägige Waffenruhe. In dieser Zeit sollen Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden beginnen. Ob dieser Weg realistisch ist, bleibt offen.

    Laut Einschätzung von Journalisten sieht der Kreml geopolitische und wirtschaftliche Vorteile darin, Trumps Vorstoß für eine Waffenruhe zu unterstützen. An den Kriegszielen Russlands habe sich allerdings nichts geändert.


    Weitere Schlagzeilen weltweit

    Türkei: Die Verhaftung von Präsident Erdogans wichtigstem politischen Rivalen löst die größten Proteste seit über zehn Jahren aus.

    Afghanistan: Die USA haben laut afghanischen Behörden und einem US-Offiziellen Kopfgelder auf drei hochrangige Taliban-Funktionäre gestrichen.

    Libanon: Das Land braucht dringend Finanzhilfen zum Wiederaufbau – dafür muss es allerdings grundlegende Reformen angehen.

    Klimawandel: Viele Länder haben Einwegplastiktüten verboten – doch Papiertüten sind nicht automatisch umweltfreundlicher.

    Japan: Die Autoindustrie steht unter Druck – mögliche Zölle auf Exporte in die USA machen Planungen zunichte.

    Großbritannien: Vogelgrippe bei einem Schaf entdeckt – ein weltweit erster Fall, wie die Regierung mitteilt.

  • Ein «hochaggressiver» Besuch in Grönland – und weitere World-News

    Ein «hochaggressiver» Besuch in Grönland – und weitere World-News

    Die Beziehungen zwischen Grönland und den Vereinigten Staaten haben sich weiter verschärft. Der grönländische Premierminister Múte B. Egede reagierte gestern empört auf eine geplante Delegation hochrangiger US-Beamter, die diese Woche nach Grönland reisen soll. Er bezeichnete den Besuch als «hochaggressiv».

    Der Versuch der Grönländer, diplomatisch zu bleiben, pralle an Donald Trump und seiner Regierung ab, sagte Egede. Deren einziges Ziel sei es, «Grönland zu besitzen und zu kontrollieren». Besonders kritisierte er die geplante Teilnahme von Michael Waltz, dem nationalen Sicherheitsberater, dessen Anwesenheit lediglich dazu diene, «Macht über uns zu demonstrieren». Auch Usha Vance, die Ehefrau des Vizepräsidenten, soll Grönland besuchen.

    Präsident Trump hatte zuvor angekündigt, Grönland «so oder so» in die Vereinigten Staaten eingliedern zu wollen. Innerhalb der grönländischen Bevölkerung wächst das Misstrauen gegenüber den wahren Absichten Washingtons. Bislang hatten sich viele grönländische Regierungsvertreter um einen Balanceakt bemüht: Sie wollten ihre Souveränität betonen, ohne Trump zu provozieren.

    Die US-Regierung hingegen stellte die geplante Reise als freundlichen Besuch dar. In einer Mitteilung hieß es, Usha Vance werde eines ihrer Kinder mitbringen und an einem nationalen Hundeschlittenrennen teilnehmen.


    Israelische Streitkräfte weiten Offensive im Gazastreifen aus

    Im Norden und Süden des Gazastreifens intensiviert das israelische Militär seine Militäroperationen. Truppen nahmen zusätzliche Gebiete ein und ordneten Evakuierungen in Regionen an, in die erst kürzlich vertriebene Menschen zurückgekehrt waren. Laut israelischem Militär richteten sich die Luftangriffe gegen Ziele und Infrastruktur der Hamas.

    Die Zivilschutzbehörde im Gazastreifen warnte vor einer «unmittelbaren Gefahr für das Leben» von Zehntausenden in der Stadt Rafah. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza hat die Zahl der Todesopfer seit Beginn des Kriegs mittlerweile die Marke von 50.000 überschritten. Allein in den vergangenen 24 Stunden seien 39 Menschen bei israelischen Angriffen ums Leben gekommen.

    Politisch sorgt eine Entscheidung der israelischen Regierung für zusätzliche Spannungen: Das Kabinett sprach der Generalstaatsanwältin das Vertrauen ab – der erste Schritt hin zu ihrer möglichen Absetzung. Diese erklärte, die Regierung unter Premierminister Benjamin Netanjahu versuche, sich «über das Gesetz zu stellen». Netanjahu wiederum wirft ihr vor, gezielt gegen ihn zu arbeiten.


    Annäherungsgespräche zwischen der Ukraine und den USA in Saudi-Arabien

    Vertreter der ukrainischen Regierung trafen sich gestern mit US-Delegierten in Saudi-Arabien, um über einen möglichen begrenzten Waffenstillstand im Krieg mit Russland zu sprechen. Für heute sind auch Gespräche zwischen russischen und amerikanischen Unterhändlern angesetzt.

    Im Zentrum der Gespräche in Riad steht die Umsetzung einer befristeten Einstellung von Angriffen auf Energieinfrastruktur, auf die sich beide Seiten in der Vorwoche verständigt hatten. Zudem geht es um Sicherheitsfragen im Schwarzen Meer. Ein ukrainischer Regierungsvertreter kündigte an, dass möglicherweise weitere Gespräche mit den USA am heutigen Tag folgen könnten.

    Der Weg zu einem Waffenstillstand bleibt jedoch unsicher. Beide Seiten betonen ihre Gesprächsbereitschaft. Moskau beharrt allerdings weiterhin auf Maximalforderungen – unter anderem auf die Kontrolle besetzter Gebiete und die Zusicherung, dass die Ukraine niemals der NATO beitritt. Die Regierung in Kiew lehnt diese Bedingungen entschieden ab und wirft dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, lediglich Zeit gewinnen zu wollen.

    Währenddessen reißen die Angriffe nicht ab: Bei einem massiven Drohnenangriff auf Kiew wurden nach offiziellen Angaben mindestens drei Menschen getötet. Russland hat in den vergangenen Monaten die Intensität seiner Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt deutlich erhöht.


    Weitere Schlagzeilen weltweit

    • Kanada: Premierminister Mark Carney hat Neuwahlen für den 28. April angesetzt – nur zehn Tage nach seiner Vereidigung.
    • Südkorea: Premierminister Han Duck-soo wurde nach einem Urteil des Verfassungsgerichts wieder als amtierender Präsident eingesetzt. Das Gericht hatte seine Amtsenthebung für ungültig erklärt.
    • Vatikan: Papst Franziskus, sichtbar geschwächt, zeigte sich kurz auf dem Balkon eines Krankenhauses in Rom und grüßte Hunderte von Gläubigen.
    • Türkei: Der Bürgermeister von Istanbul, einer der schärfsten Widersacher von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, wurde inhaftiert und seines Amtes enthoben – ein schwerer Rückschlag für seine vermutete Präsidentschaftskandidatur.
    • Großbritannien: Die Regierung hat eine Untersuchung zum Großbrand am Flughafen Heathrow eingeleitet, der seit Freitag den Betrieb erheblich beeinträchtigt.
    • Kino: Disneys neue Verfilmung von «Schneewittchen» startete mit enttäuschenden Zahlen an den US-Kinokassen.

    Von Andreas Brucker

    Quellen: New York Times, Al Jazeera, BBC, Reuters, Jerusalem Post, CNN, CBC, Korea Herald, Vatican News, Hürriyet Daily News

  • Klingt verrückt, funktioniert aber: Strom aus der Erdrotation

    Klingt verrückt, funktioniert aber: Strom aus der Erdrotation

    Wer hätte gedacht, dass unser Planet nicht nur als Heimat dient, sondern auch als – nennen wir es mal ganz frech – „rotierender Dynamo“ herhalten kann? Die Erde dreht sich täglich einmal um ihre Achse, und genau diese Bewegung hat jetzt das Interesse von Physikern geweckt, die auf der Suche nach neuen Energiequellen sind. Was bislang nach Science-Fiction klang, wurde nun durch ein verblüffendes Experiment in greifbare Nähe gerückt. Die Erde – mehr als nur ein Magnet Der innere Kern unseres Planeten besteht aus flüssigem Eisen, das in ständiger Bewegung ist. Dieses flüssige Eisen erzeugt ein Magnetfeld, das – bildlich gesprochen – aussieht wie das eines gigantischen Stabmagneten. Wer schon mal mit einem Kompass gespielt hat, kennt das Phänomen: Die Nadel richtet sich brav nach Norden aus. Doch was, wenn man diese Kombination aus Erdrotation und Magnetfeld nutzen könnte, um Strom zu erzeugen? Genau dieser Idee widmeten sich die beiden Physiker Christopher Chyba (Princeton University) und…

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