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  • Wirtschaft statt Werte: Wie Donald Trump die Ukraine-Verhandlungen für eigene Interessen nutzt

    Wirtschaft statt Werte: Wie Donald Trump die Ukraine-Verhandlungen für eigene Interessen nutzt

    Die Gespräche über eine Waffenruhe in der Ukraine haben eine neue Wendung genommen. Während öffentlich über Frieden, Stabilität und humanitäre Hilfe gesprochen wird, rücken hinter den Kulissen zunehmend wirtschaftliche Interessen in den Mittelpunkt – allen voran jene der Vereinigten Staaten. Präsident Donald Trump lässt dabei kaum Zweifel daran, dass er die geopolitische Lage nutzen möchte, um den Zugriff auf kritische Rohstoffe und strategische Infrastruktur der Ukraine zu sichern. In jüngsten Äußerungen betonte Trump die Bedeutung eines raschen Abkommens über die Ausbeutung ukrainischer Ressourcen – eine Forderung, die inzwischen in ein konkretes Verhandlungsformat gegossen wurde. Zwar wurde offiziell ein einmonatiger Waffenstillstand zwischen Kiew und Moskau vereinbart, jedoch ist offenkundig, dass diese Feuerpause auch genutzt werden soll, um wirtschaftliche Vereinbarungen zwischen Washington und Kiew zu vertiefen. Im Zentrum steht dabei ein geplanter Rohstoff- und Investitionspakt…

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  • Truffade neu gedacht: Süßkartoffel, Ziegenfrischkäse & Cantal-Chips

    Truffade neu gedacht: Süßkartoffel, Ziegenfrischkäse & Cantal-Chips

    Ein rustikaler Bergklassiker mit feinem Twist. In den windumtosten Höhen des französischen Zentralmassivs liegt das Département Cantal – ein Paradies für Käseliebhaber und Freunde deftiger Hausmannskost. Die klassische Truffade – ein herzhafter Kartoffelauflauf mit viel Cantal-Käse und Knoblauch – …

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  • Google rüstet auf: Mit Wiz in eine neue Ära der Cybersicherheit

    Google rüstet auf: Mit Wiz in eine neue Ära der Cybersicherheit

    32 Milliarden Dollar – so viel ist Google-Mutter Alphabet die Zukunft wert. In einem bislang beispiellosen Deal schluckt der Tech-Riese das junge, aber hochangesehene Cybersicherheitsunternehmen Wiz. Damit setzt Alphabet nicht nur ein klares Zeichen in Richtung Wettbewerber wie Microsoft und Amazon – es geht auch um nichts Geringeres als das Sicherheitsversprechen der digitalen Welt.

    Wiz: Vom Newcomer zum Big Player

    Wiz wurde 2020 gegründet – ein Jahr, das viele eher mit globaler Unsicherheit verbinden. Für das israelische Start-up jedoch war es der Beginn eines kometenhaften Aufstiegs. Die Gründer, einst Teil des von Microsoft übernommenen Sicherheitsunternehmens Adallom, brachten Erfahrung, Vision und eine ordentliche Portion Ehrgeiz mit.

    Innerhalb kürzester Zeit konnte sich Wiz als feste Größe im Cloud-Sicherheitsmarkt etablieren. Und das nicht irgendwo – Kunden wie BMW, Morgan Stanley oder der Luxuskonzern LVMH zeugen von einem Ruf, den sich viele in Jahrzehnten nicht erarbeiten.

    Ein zweiter Anlauf mit mehr Biss

    Schon 2023 versuchte Google, sich Wiz zu schnappen – damals für 23 Milliarden US-Dollar. Doch die Sorge um kartellrechtliche Stolpersteine ließ den Deal platzen. Jetzt, mit satten 9 Milliarden mehr auf dem Tisch, war der Weg frei. Manchmal muss man eben zweimal anklopfen, bevor sich die Tür öffnet.

    Cloud first, Security always

    Warum diese Summe? Warum jetzt?

    Die Antwort liegt in der strategischen Ausrichtung von Alphabet. Die Cloud-Sparte von Google wächst, doch sie hinkt den Platzhirschen AWS und Azure noch hinterher. Wer dort aufholen will, braucht ein starkes Argument – und das ist heute mehr denn je: Sicherheit.

    Cyberattacken, Datenlecks, KI-Risiken – Unternehmen stehen unter Druck, ihre digitalen Vermögenswerte zu schützen. Wiz bringt das nötige Know-how mit, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und abzuwehren – direkt in der Cloud-Umgebung.

    Sundar Pichai, CEO von Alphabet, bringt es auf den Punkt: „Sicherheit ist eine fundamentale Priorität… die Landschaft verändert sich.“ Recht hat er – und mit Wiz will Google ganz vorne mitmischen, wenn es um die Sicherheit von morgen geht.

    Große Chancen – und einige Stolpersteine

    Doch so vielversprechend die Übernahme klingt, so anspruchsvoll ist auch die Umsetzung. Wiz ist ein agiles, schnell wachsendes Start-up mit einer ganz eigenen Kultur. Google, obwohl für Innovation bekannt, ist eben doch ein Riese mit gewachsenen Strukturen.

    Die große Herausforderung? Die Eigenständigkeit und Dynamik von Wiz zu bewahren, ohne die Synergieeffekte zu verschenken.

    Hinzu kommt die Beobachtung durch die Kartellbehörden. Auch wenn der Deal im zweiten Anlauf durchgewunken wurde – bei Summen in dieser Größenordnung wird genau hingeschaut.

    Ein Signal an die Konkurrenz

    Was bedeutet das alles für den Markt? Klar ist: Google will nicht mehr nur mitspielen, sondern mitgestalten. Die Integration von Wiz könnte sich als echter Gamechanger erweisen, vor allem für Unternehmen, die nach umfassenden Sicherheitslösungen aus einer Hand suchen.

    Und während AWS und Azure mit etablierten Sicherheitsangeboten punkten, bringt Google jetzt frischen Wind in die Szene – mit Technologie, die auf Innovation statt Tradition setzt.

    Mehr als nur ein Zukauf

    Es geht hier nicht einfach um den Kauf eines Unternehmens. Es geht um ein Statement. Alphabet zeigt, dass Sicherheit nicht nur ein technisches, sondern ein strategisches Thema ist. Wer im Cloud-Geschäft erfolgreich sein will, muss Vertrauen schaffen – und genau das will Google mit Wiz.

    Wie gut das gelingt? Die Zeit wird’s zeigen. Doch eines ist sicher: Die Karten im Cloud-Sicherheitsmarkt wurden gerade neu gemischt.

    Catherine H.

  • F-47: Amerikas neues Tarnkappenflugzeug als strategisches Signal

    F-47: Amerikas neues Tarnkappenflugzeug als strategisches Signal

    Mit der Entscheidung zugunsten von Boeing für den Bau des neuen Tarnkappenjets F-47 setzt die US-Regierung unter Präsident Donald Trump ein deutliches Zeichen in Richtung militärischer Modernisierung. Der Jet der sechsten Generation, der im Rahmen des Next Generation Air Dominance (NGAD)-Programms entwickelt wird, soll nicht nur die alternde F-22 Raptor ablösen, sondern auch die künftige Lufthoheit der USA sichern. Dabei steht weniger eine singuläre Plattform im Mittelpunkt als vielmehr ein vernetztes System aus bemannten und unbemannten Luftfahrzeugen. Der F-47 als Herzstück eines neuen Luftkampfsystems Das NGAD-Programm verfolgt einen systemischen Ansatz: Der F-47 dient als zentrale bemannte Komponente, begleitet von autonomen Drohnen, die zusätzliche Waffen tragen und elektronische Kriegsführung oder Aufklärung übernehmen können. Dieses „Familiensystem“ soll in Echtzeit vernetzt und flexibel einsetzbar sein – eine Antwort auf die dynamischen Herausforderungen moderner Luftkriegsführ…

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  • Steuerlücke mit Ansage: Wie der Umbau der US-Steuerbehörde zu einem Milliardenverlust führen könnte

    Steuerlücke mit Ansage: Wie der Umbau der US-Steuerbehörde zu einem Milliardenverlust führen könnte

    Die Steuersaison in den Vereinigten Staaten droht in diesem Jahr zu einem historischen Wendepunkt zu werden. Hochrangige Beamte im US-Finanzministerium rechnen mit einem Rückgang der Steuereinnahmen von mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr – ein Minus von über 500 Milliarden Dollar. Diese Zahl steht sinnbildlich für eine institutionelle Krise: Die Steuerbehörde IRS (Internal Revenue Service), seit Jahrzehnten Rückgrat der föderalen Einnahmeerhebung, wird systematisch geschwächt. Im Zentrum der Debatte steht die neue Regierung unter Präsident Donald Trump.

    Ein beispielloser Rückgang

    Die offiziellen Prognosen, gestützt auf interne Berechnungen der IRS, deuten darauf hin, dass bis zum Stichtag am 15. April signifikant weniger Steuererklärungen eingereicht und ausstehende Zahlungen beglichen werden als im Vorjahr. Schon jetzt verzeichnet die Behörde 1,7 Prozent weniger eingegangene Erklärungen – ein Wert, der auf den ersten Blick moderat erscheint, sich jedoch in deutlich drastischeren Rückgängen bei den erwarteten Einnahmen niederschlägt.

    Insgesamt beliefen sich die Steuereinnahmen der USA im Jahr 2024 auf 5,1 Billionen Dollar. Ein Rückgang um zehn Prozent entspricht in etwa den gesamten jährlichen Ausgaben des US-Verteidigungsministeriums. Damit droht nicht nur ein haushaltspolitisches Problem, sondern ein tiefer Eingriff in die fiskalische Stabilität des Landes.

    Ursachenforschung: Personalkürzungen und institutionelle Demontage

    Zentraler Treiber dieses dramatischen Einbruchs ist nicht etwa eine wirtschaftliche Rezession – die US-Wirtschaft wuchs 2024 um solide 2,8 Prozent – sondern ein fundamentaler Umbau der IRS durch die neue Regierung. Seit dem Amtsantritt Trumps wurden bereits über 11.000 Mitarbeitende der Steuerbehörde entlassen, insgesamt sind bis zu 20.000 Stellen gefährdet. Besonders betroffen sind Bereiche wie Steuerzahlerdienste und die Steuerfahndung – also jene Abteilungen, die für Kontrolle und Durchsetzung der Steuergesetze verantwortlich sind.

    Die Folge: Ermittlungen gegen große Konzerne und wohlhabende Einzelpersonen wurden mangels Kapazitäten eingestellt, zentrale Systeme der Behörde laufen auf Notbetrieb. Zwei IRS-Kommissare sowie die Leiterin der Steuer-Compliance, Heather Maloy, haben in den vergangenen Monaten ihren Rücktritt erklärt. Die institutionelle Erosion ist nicht mehr zu übersehen.

    Verändertes Steuerverhalten und digitale Resignation

    Der Vertrauensverlust in die Durchsetzungsfähigkeit der IRS schlägt sich auch im Verhalten der Steuerzahler nieder. Die Behörde beobachtet eine Zunahme an Online-Kommentaren, in denen Individuen ankündigen, bewusst keine Steuern zu zahlen oder unrechtmäßig hohe Rückzahlungen geltend zu machen – in der Annahme, dass die Behörde ohnehin nicht eingreifen könne.

    Das neue Klima einer faktischen Straflosigkeit trifft auf eine ohnehin herausgeforderte digitale Infrastruktur. Zwar strebt die IRS laut internen Präsentationen eine umfassende Digitalisierung und Automatisierung ihrer Prozesse an – doch diese Transformation benötigt Zeit, Expertise und Ressourcen. Die Realität in der aktuellen Steuersaison zeigt jedoch eine Überlastung: Die Erreichbarkeit der IRS-Hotlines sank im Vergleich zum Vorjahr von 93,6 auf 85 Prozent.

    Der politische Kontext: Ideologie versus Verwaltung

    Bereits während der Übergangsphase zur neuen Trump-Regierung warnte die Steuerbehörde in einem internen 68-seitigen Dossier eindringlich vor den Risiken drastischer Kürzungen. Die Präsentation verglich die Arbeit der IRS mit einem Fließband: Bei halbiertem Personal sei auch nur die Hälfte der Produktivität zu erwarten. Empfehlungen für eine schrittweise Modernisierung wurden ignoriert – stattdessen setzte das Weiße Haus auf eine sofortige Verkleinerung der Behörde, unterstützt durch republikanische Mehrheiten im Kongress, die jüngst weitere 20,2 Milliarden Dollar an IRS-Mitteln strichen.

    Der Präsident verfolgt damit eine seit Jahren gepflegte Linie: Misstrauen gegenüber föderalen Institutionen, insbesondere jenen, die er als Teil des „administrativen Tiefenstaates“ begreift. Bereits in seiner ersten Amtszeit hatte Trump die IRS unter Druck gesetzt, etwa durch die Besetzung von Schlüsselpositionen mit loyalen Parteigängern und die Verweigerung zusätzlicher Budgetmittel.

    Konsequenzen für Haushalt und Gesellschaft

    Die Auswirkungen auf die Finanzpolitik der USA könnten gravierend sein. Die IRS generiert rund 95 Prozent der jährlichen Staatseinnahmen. Ein strukturelles Einnahmedefizit bedeutet zwangsläufig höhere Schulden, sollte der Kongress keine massiven Ausgabenkürzungen vornehmen – ein politisch höchst unwahrscheinliches Szenario angesichts bestehender Verteidigungs-, Sozial- und Gesundheitsausgaben.

    Bereits jetzt beläuft sich die US-Staatsverschuldung auf 36,2 Billionen Dollar. Ein Defizit in dreistelliger Milliardenhöhe würde das Vertrauen in die fiskalische Nachhaltigkeit weiter untergraben – mit potenziellen Folgen für Zinsen, Inflation und die Kreditwürdigkeit des Landes.

    Zugleich offenbart die Krise eine gesellschaftliche Schieflage. Während Angestellte mit festen Einkommen ihre Steuern automatisch abführen, können Selbstständige, Unternehmer und Vermögende nun leichter Regelverstöße begehen. Die ohnehin bestehende Steuerlücke – jene Differenz zwischen geschuldeten und tatsächlich gezahlten Steuern – droht sich weiter zu vergrößern. Der Glaube an Steuergerechtigkeit steht auf dem Spiel.

    Der Rückgang der Steuereinnahmen ist damit nicht nur ein fiskalisches, sondern auch ein demokratisches Problem. Ein Staat, der seine Einnahmen nicht mehr verlässlich sichern kann, verliert an Legitimität und Handlungsfähigkeit. Die gegenwärtige Entwicklung ist kein Betriebsunfall – sie ist das Ergebnis bewusster politischer Entscheidungen.

    Autor: MAB

    Quellen:

    • The Washington Post, 21. März 2025: „IRS braces for sharp revenue loss amid filing season chaos“
    • Congressional Budget Office (CBO)
    • Internal Revenue Service (IRS), Filing Season Statistics 2024/2025
    • U.S. Department of the Treasury
    • Bureau of Economic Analysis (BEA)
  • Politische Krise in der Türkei: Die Festnahme Ekrem Imamoğlus und die Zukunft der Opposition

    Politische Krise in der Türkei: Die Festnahme Ekrem Imamoğlus und die Zukunft der Opposition

    Die Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu am 19. März 2025 markiert einen dramatischen Wendepunkt in der politischen Entwicklung der Türkei. Die Reaktion auf die Festnahme war unmittelbar: landesweite Proteste, internationale Kritik und ein erneutes Aufflammen der Debatte um Rechtsstaatlichkeit und Demokratie im Land. Inmitten wachsender Spannungen zwischen Regierung und Opposition steht die Türkei vor einer Phase politischer Unwägbarkeit.

    İmamoğlu, eine der populärsten Persönlichkeiten der Opposition, war kurz vor seiner offiziellen Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Volkspartei (CHP) für die Wahl 2028 ins Visier der Justiz geraten. Die Anklagepunkte – Korruption, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Unterstützung der PKK – werden von seinen Anhängern als konstruiert und politisch motiviert angesehen.

    Eine gezielte Schwächung der Opposition?

    Die Festnahme des Bürgermeisters erfolgte in einem politisch aufgeladenen Moment. Seit seinem spektakulären Wahlsieg bei der Istanbuler Kommunalwahl 2019 gilt Ekrem İmamoğlu als ernstzunehmender Herausforderer von Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Dass nun ausgerechnet er ins Fadenkreuz der Justiz gerät, interpretieren viele Beobachter als Versuch der Regierung, mögliche Konkurrenten frühzeitig auszuschalten.

    Tatsächlich zeigen jüngste Umfragen, dass İmamoğlu über ein hohes Maß an Vertrauen in der Bevölkerung verfügt – auch über die Grenzen seiner Partei hinaus. Insbesondere bei städtischen, jungen und gebildeten Wählergruppen konnte er Erfolge verbuchen. Seine politische Rhetorik, die auf Ausgleich und institutionelle Reformen setzt, stellt einen Kontrapunkt zum konfrontativen Regierungsstil der AKP dar. In diesem Kontext wirkt die Festnahme wie ein autoritärer Reflex in einem zunehmend umkämpften politischen System.

    Eskalierende Proteste und polizeiliche Repression

    Unmittelbar nach Bekanntwerden der Festnahme bildeten sich in mehreren Großstädten spontane Protestzüge. In Istanbul versammelten sich Tausende vor dem Polizeihauptquartier, riefen Parolen für Demokratie und forderten die Freilassung İmamoğlus. In Ankara, Izmir, Bursa und Diyarbakır schlossen sich immer mehr Menschen den Protesten an. Landesweit kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften.

    Die staatliche Reaktion fiel erwartungsgemäß hart aus: Bereits am ersten Abend wurden Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse eingesetzt. Die Behörden verhängten Demonstrationsverbote, hunderte Menschen wurden festgenommen. Menschenrechtsorganisationen berichten von teils übermäßiger Gewaltanwendung und willkürlichen Verhaftungen – ein Vorgehen, das international für Empörung sorgt.

    Der Rechtsstaat unter Druck

    Die türkische Justiz steht seit Jahren im Zentrum internationaler Kritik. Immer wieder wurde ihr vorgeworfen, nicht unabhängig, sondern politisch beeinflusst zu agieren. Die Prozesse gegen oppositionelle Politiker, kritische Journalisten oder Akademiker erwecken den Eindruck eines Instruments zur Machtsicherung der Regierung.

    Auch im Fall İmamoğlu gibt es Hinweise auf eine gezielte Instrumentalisierung der Justiz: Die Ermittlungen wurden auffällig schnell geführt, und die Beweise gegen den Bürgermeister gelten als dürftig. Bereits 2022 war İmamoğlu wegen „Beleidigung von Wahlbeamten“ verurteilt worden – ein Urteil, das später juristisch angefochten wurde. Die jetzige Inhaftierung erscheint vielen daher als Wiederholung eines bekannten Musters.

    Internationale Kritik und geopolitische Folgen

    Die Reaktionen aus dem Ausland ließen nicht lange auf sich warten. Die Europäische Union zeigte sich „zutiefst besorgt“ über die Entwicklungen in der Türkei und forderte eine umgehende Freilassung des Bürgermeisters. Auch das Auswärtige Amt in Berlin und die US-Regierung äußerten sich kritisch. Human Rights Watch und Amnesty International sprachen von einem „weiteren Tiefpunkt der türkischen Demokratie“.

    Diese internationale Aufmerksamkeit hat nicht nur symbolischen Wert. Die Türkei ist wirtschaftlich und sicherheitspolitisch eng mit dem Westen verbunden. Besonders in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten – etwa im Nahen Osten oder im Schwarzen Meer – ist Ankara ein wichtiger, wenngleich schwieriger Partner. Eine weitere Destabilisierung der innenpolitischen Lage könnte auch außenpolitische Konsequenzen nach sich ziehen.

    Ein Wendepunkt?

    Die Proteste gegen die Festnahme İmamoğlus könnten das politische Kräfteverhältnis in der Türkei nachhaltig verändern. Zum einen könnte das Vorgehen der Regierung die Opposition einen – eine Entwicklung, die seit Jahren nur schleppend vorankam. Zum anderen besteht die Gefahr, dass die Regierung auf eine Eskalationsstrategie setzt, um ihre Macht zu sichern.

    Offen ist derzeit, wie sich die CHP verhalten wird. Parteivorsitzender Özgür Özel hat zwar İmamoğlus Unschuld beteuert, aber bislang keine klare Strategie für die kommenden Wochen vorgelegt. Eine neue Präsidentschaftskandidatur müsste entweder durchgesetzt oder rasch neu justiert werden. Die Glaubwürdigkeit der Partei steht dabei ebenso auf dem Spiel wie die Hoffnung auf demokratische Veränderung.

    Insgesamt zeigt der Fall İmamoğlu, wie fragil das politische Gleichgewicht in der Türkei derzeit ist. Die Regierung setzt auf Repression, die Opposition auf Mobilisierung – doch der Ausgang dieses Machtkampfes ist ungewiss. Die nächsten Wochen könnten über die demokratische Zukunft des Landes entscheiden.

    P.T.

    Quellen:

    • Tagesschau.de, „Proteste nach Festnahme von İmamoğlu“, 21. März 2025
    • BBC, „Turkey: Istanbul mayor arrested on politically motivated charges“, 20. März 2025
    • Human Rights Watch, Pressemitteilung, 21. März 2025
    • Al Jazeera, „Mass protests erupt after Turkey detains opposition mayor“, 21. März 2025
  • Frankreichs Wissenschaftsoffensive: Eine strategische Antwort auf die US-Kürzungen in der Forschung

    Frankreichs Wissenschaftsoffensive: Eine strategische Antwort auf die US-Kürzungen in der Forschung

    Am 21. März 2025 schlug Philippe Baptiste, Frankreichs Minister für Hochschulbildung und Forschung, Alarm. In einer öffentlichkeitswirksamen Erklärung kritisierte er die drastischen Kürzungen im US-amerikanischen Forschungsetat und sprach von einer Bedrohung ganzer „Teile der weltweiten Forschung“. Die Aussagen des Ministers markieren einen Wendepunkt in der europäischen Wissenschaftspolitik und spiegeln die Sorge wider, dass die USA – lange Zeit das Rückgrat der globalen Grundlagenforschung – als Antriebskraft ins Wanken geraten könnten. Während die Vereinigten Staaten unter der aktuellen Regierung tiefgreifende Einschnitte bei den Budgets zentraler Forschungsinstitutionen wie der National Science Foundation (NSF), der National Institutes of Health (NIH) und des Energieministeriums vornehmen, verfolgt Frankreich den gegenteiligen Kurs. Baptiste kündigte nicht nur die Einhaltung, sondern auch eine Verstärkung der im Forschungsgesetz vorgesehenen Mittel an – ein deutliches Signal an int…

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  • Klingt verrückt, funktioniert aber: Strom aus der Erdrotation

    Klingt verrückt, funktioniert aber: Strom aus der Erdrotation

    Wer hätte gedacht, dass unser Planet nicht nur als Heimat dient, sondern auch als – nennen wir es mal ganz frech – „rotierender Dynamo“ herhalten kann? Die Erde dreht sich täglich einmal um ihre Achse, und genau diese Bewegung hat jetzt das Interesse von Physikern geweckt, die auf der Suche nach neuen Energiequellen sind. Was bislang nach Science-Fiction klang, wurde nun durch ein verblüffendes Experiment in greifbare Nähe gerückt. Die Erde – mehr als nur ein Magnet Der innere Kern unseres Planeten besteht aus flüssigem Eisen, das in ständiger Bewegung ist. Dieses flüssige Eisen erzeugt ein Magnetfeld, das – bildlich gesprochen – aussieht wie das eines gigantischen Stabmagneten. Wer schon mal mit einem Kompass gespielt hat, kennt das Phänomen: Die Nadel richtet sich brav nach Norden aus. Doch was, wenn man diese Kombination aus Erdrotation und Magnetfeld nutzen könnte, um Strom zu erzeugen? Genau dieser Idee widmeten sich die beiden Physiker Christopher Chyba (Princeton University) und…

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  • Frankreich rüstet die Zivilgesellschaft auf – Ein Überlebenshandbuch für den Ernstfall

    Frankreich rüstet die Zivilgesellschaft auf – Ein Überlebenshandbuch für den Ernstfall

    Frankreich plant die flächendeckende Verteilung eines 20-seitigen Überlebenshandbuchs an alle Haushalte, um die Bevölkerung auf mögliche Krisensituationen vorzubereiten. Das Dokument, das in seiner Sprache nüchtern und sachlich gehalten ist, umfasst insgesamt 63 praktische Empfehlungen – von der Anlage eines Notfallvorrats bis zur aktiven Beteiligung am Zivilschutz. Angesichts internationaler Spannungen, wachsender Sicherheitsbedenken und wachsender Klimarisiken signalisiert der französische Staat damit einen Paradigmenwechsel in seiner Sicherheitsarchitektur: Der Schutz des Landes wird zunehmend als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden. Eine Anleitung zur Resilienz Das sogenannte „Guide de Résilience“ gliedert sich in drei Hauptbereiche: Selbstschutz, Verhalten im Alarmfall und gesellschaftliche Beteiligung. Die Empfehlungen basieren auf Szenarien wie Naturkatastrophen, Industrieunfällen, Cyberattacken oder bewaffneten Konflikten. Schon der erste Teil zeigt, dass das Handbuch me…

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  • Geheimes Labyrinth unter den Pyramiden? Neue Theorie entfacht alte Debatte

    Geheimes Labyrinth unter den Pyramiden? Neue Theorie entfacht alte Debatte

    Gizeh – das Herz der ägyptischen Antike, ein Ort, der wie kaum ein anderer für Mythen, Rätsel und archäologische Sensationen steht. Jetzt sorgen zwei Wissenschaftler für Furore: Corrado Malanga von der Universität Pisa und Filippo Biondi von der Universität Strathclyde behaupten, mithilfe modernster…

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