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  • Brustkrebs in Frankreich: 61.000 neue Fälle – doch die Vorsorge verliert an Boden

    Brustkrebs in Frankreich: 61.000 neue Fälle – doch die Vorsorge verliert an Boden

    Mehr als 61.000 neue Fälle pro Jahr: Brustkrebs bleibt in Frankreich die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Medizinisch hat sich die Lage in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Die Sterblichkeit sinkt, die Überlebenschancen steigen. Doch ausgerechnet bei der Früherkennung zeigt sich ein hartnäckiges Problem: Immer weniger Frauen nehmen am organisierten Screening teil. Die Zahlen verdeutlichen die Dimension. Für 2023 wurden im französischen Mutterland 61.214 neue Brustkrebsfälle geschätzt. Damit entfällt rund ein Drittel aller neu diagnostizierten Krebserkrankungen bei Frauen auf Brustkrebs. Zugleich bleibt die Erkrankung die häufigste krebsbedingte Todesursache unter Frauen. Und doch steckt in der Statistik auch eine Erfolgsgeschichte. Zwischen 1990 und 2023 stieg die standardisierte Neuerkrankungsrate von 72,8 auf 99,2 Fälle je 100.000 Frauen. Gleichzeitig verbesserte sich die Prognose erheblich. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei Frauen, deren Diagnose zwischen …

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  • Frankreichs «Krawallmacher-zahlen»-Gesetz: Zwischen Abschreckung und Beweisproblem

    Frankreichs «Krawallmacher-zahlen»-Gesetz: Zwischen Abschreckung und Beweisproblem

    Angesichts der Proteste französischer Gymnasiasten und der Ausschreitungen an mehreren Schulen beschleunigt die Regierung ihr umstrittenes Gesetzesprojekt «casseurs-payeurs» – sinngemäss: Krawallmacher sollen zahlen. Am 27. Oktober soll der Senat darüber beraten. Die politische Botschaft ist einfach. Juristisch ist das Vorhaben erheblich komplizierter. Bis zu 10 000 Euro Haftung Der Gesetzentwurf führt eine neue Form der solidarischen zivilrechtlichen Haftung ein. Wer wissentlich einer Gruppe angehört, die Gewalttaten oder Sachbeschädigungen vorbereitet, könnte künftig für Schäden anderer Gruppenmitglieder mithaften – bis zu 10 000 Euro pro Person. Für die gegenwärtigen Schülerproteste wichtiger ist eine zweite Regelung. Wer nach einer polizeilichen Aufforderung zur Auflösung freiwillig in einer Menschenansammlung verbleibt, obwohl er weiss, dass dort Gewalt, Diebstähle oder Sachbeschädigungen begangen werden, könnte ebenfalls zur Kasse gebeten werden. Das bedeutet allerdings nicht, da…

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  • Frankreichs Schulproteste: Wie aus sozialem Unmut eine Spirale der Gewalt wird

    Frankreichs Schulproteste: Wie aus sozialem Unmut eine Spirale der Gewalt wird

    Frankreich erlebt eine Protestbewegung, deren Geschwindigkeit selbst für ein streikerprobtes Land ungewöhnlich ist. Was am 21. September mit Blockaden einzelner Gymnasien begann, hat sich binnen zwei Wochen zu einer landesweiten Krise entwickelt. Mehr als 1200 Schulen waren zeitweise von Protestaktionen betroffen, Tausende Jugendliche wurden festgenommen, Hunderte Polizisten verletzt. Brennende Barrikaden, Feuerwerkskörper gegen Sicherheitskräfte und verwüstete Schulen bestimmen inzwischen die Bilder. Doch die Gewalt ist weniger Ursache als Symptom einer tieferliegenden Entwicklung: Frankreichs traditionelle Mechanismen zur Einhegung sozialer Konflikte funktionieren bei dieser neuen Form der Mobilisierung immer schlechter.

    Vom fehlenden Lehrer zur Staatskrise

    Der Ausgangspunkt des Protests war bemerkenswert konkret. Schüler beklagten fehlende Lehrer, überfüllte Klassen und heruntergekommene Gebäude. Besonders in den sozial schwächeren Vorstädten von Paris hatte sich seit Langem Unmut über die ungleichen Bedingungen im französischen Bildungssystem angestaut.

    Innerhalb weniger Tage breitete sich die Bewegung aus. Am 1. Oktober waren nach Angaben des Bildungsministeriums bereits mehr als 1000 Gymnasien betroffen, 222 davon vollständig blockiert. Zwei Tage später wurde von mehr als 1200 beteiligten Schulen berichtet.

    Die Geschwindigkeit erklärt sich auch durch die Organisationsform. Die Proteste besitzen kein Zentrum, kaum erkennbare Führungsfiguren und keine klassische Befehlskette. TikTok, Snapchat und andere soziale Netzwerke übernehmen Funktionen, die früher Gewerkschaften, Schülerverbände oder politische Organisationen erfüllten.

    Das macht die Bewegung mobil – aber zugleich schwer kontrollierbar.

    Wenn niemand mehr für die Demonstration verantwortlich ist

    Frankreichs System des «maintien de l’ordre» entstand über Jahrzehnte im Umgang mit relativ klar strukturierten Demonstrationen. Gewerkschaften melden Kundgebungen an, verhandeln Routen mit den Behörden und stellen eigene Ordner. Polizei und Organisatoren wissen im Idealfall, mit wem sie sprechen müssen.

    Dieses Modell verliert an Bedeutung.

    Schon die Proteste der «Gilets jaunes» ab 2018 zeigten die Grenzen des traditionellen Systems. Auch damals entstanden Demonstrationen über soziale Netzwerke, häufig ohne offizielle Organisatoren. Der französische Senat setzte deshalb Anfang 2026 eine eigene Untersuchungskommission zur Zukunft der öffentlichen Ordnung ein. Die Senatoren verweisen ausdrücklich auf weniger strukturierte Proteste, unangemeldete Versammlungen und das Fehlen eindeutig identifizierbarer Organisatoren.

    Genau diese Konstellation findet sich nun vor den Gymnasien wieder – verschärft durch das Alter vieler Beteiligter.

    Wo niemand die Kontrolle über eine Demonstration besitzt, kann auch niemand zuverlässig deeskalieren. Einige Dutzend Gewaltbereite können deshalb die Dynamik eines Protests mit Hunderten friedlichen Teilnehmern verändern.

    Die Gewalt einer Minderheit verändert das Ganze

    Die jüngsten Ausschreitungen lassen sich nicht verharmlosen. Schulen wurden beschädigt oder in Brand gesetzt, Polizisten mit Feuerwerkskörpern attackiert, öffentliche Einrichtungen verwüstet. In mehreren Städten kam es zu schweren Zusammenstössen. Bis Anfang Oktober wurden rund 5000 Personen festgenommen, überwiegend Jugendliche. Zugleich meldeten die Behörden Hunderte verletzte Polizisten.

    Damit entsteht ein klassisches Problem asymmetrischer Protestbewegungen: Eine relativ kleine Gruppe kann die Regeln für alle anderen bestimmen.

    Für die Polizei spielt es operativ nur eine begrenzte Rolle, ob 95 Prozent einer Menschenmenge friedlich bleiben, wenn sich innerhalb derselben Menge Gruppen bewegen, die Brandsätze werfen oder gezielt Sicherheitskräfte angreifen. Der Polizeieinsatz richtet sich zwangsläufig nach dem gefährlichsten Teil der Versammlung.

    Damit verändert sich jedoch auch die Erfahrung der friedlichen Teilnehmer. Sie begegnen plötzlich einem Sicherheitsapparat, dessen Kräfte nicht für eine Schülerkundgebung, sondern für mögliche schwere Ausschreitungen disponiert wurden.

    Die Minderheit der Gewalttäter verändert so den Staat – und dessen Reaktion verändert wiederum die Demonstration.

    Die umstrittene Rolle der radikalen Linken

    Die Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu versucht die Eskalation auch politisch zu erklären. Sicherheitsbehörden sehen insbesondere Aktivisten aus dem Umfeld der radikalen Linken und von La France insoumise als Verstärker der Proteste.

    Dass solche Gruppen präsent sind, ist kaum umstritten. Schwieriger ist die Behauptung, sie steuerten die Bewegung.

    Eine interne Analyse der Pariser Polizeipräfektur zur Lage im Département Seine-Saint-Denis spricht zwar von einer Instrumentalisierung durch studentische Gewerkschaften und Organisationen der extremen Linken. Doch selbst die zugrunde liegenden Beobachtungen ergeben kein eindeutiges Bild einer zentral gelenkten Kampagne. Sichtbare politische Unterstützung ist nicht dasselbe wie operative Kontrolle.

    Gerade eine spontane Protestbewegung bietet politischen Organisationen naturgemäss Gelegenheit, sich anzuschliessen, Forderungen zu übernehmen und ihre eigenen Botschaften zu verbreiten.

    Für die Regierung ist die These einer politischen Instrumentalisierung dennoch attraktiv. Sie verschiebt die Debatte von den materiellen Ursachen der Proteste zur Frage der öffentlichen Ordnung. Umgekehrt hat auch die Opposition ein Interesse daran, Polizeigewalt zum bestimmenden Thema zu machen.

    Beide Seiten kämpfen damit zunehmend um die Interpretation der Krise.

    Die Polizei wird selbst Teil des Konflikts

    Besonders gefährlich wird diese Entwicklung dort, wo Polizeieinsätze neue Mobilisierung erzeugen.

    Symbolisch dafür steht der Fall eines 14-Jährigen in Saint-Ouen-l’Aumône. Der Schüler wurde Ende September aus sehr kurzer Entfernung von einer Granate aus einem Polizeilanceur im Gesicht getroffen. Er erlitt schwere Verletzungen am Kiefer und verlor zahlreiche Zähne. Die Justiz eröffnete Ermittlungen sowohl wegen eines vorausgegangenen Angriffs des Jugendlichen auf einen Polizisten als auch wegen des Waffeneinsatzes.

    Weitere Jugendliche wurden schwer verletzt. Amnesty International wirft den französischen Sicherheitskräften unverhältnismässige Gewalt vor und verlangt insbesondere beim Einsatz gegen Minderjährige stärkere Zurückhaltung. Die Organisation verurteilt zugleich Gewalt durch Demonstranten.

    Gerade diese Gleichzeitigkeit ist entscheidend. Gewalttätige Demonstranten und problematische Polizeieinsätze schliessen sich nicht gegenseitig aus. Sie können vielmehr Teil desselben Eskalationsmechanismus werden.

    Die Regierung hat deshalb CRS-Einheiten und mobile Gendarmerie verstärkt eingesetzt. Diese Kräfte sind für die Kontrolle größerer Unruhen besser ausgebildet als lokale Polizeieinheiten. Das kann professionelleres Vorgehen ermöglichen. Gleichzeitig verstärkt eine massive Präsenz von Bereitschaftspolizei den Eindruck einer aussergewöhnlichen Konfrontation.

    Die Kamera als Beschleuniger

    Hinzu kommt eine Entwicklung, die den Charakter moderner Protestbewegungen grundlegend verändert hat. Gewalt findet heute nicht nur auf der Strasse statt, sondern gleichzeitig auf Millionen Bildschirmen.

    Ein Video von zehn Sekunden kann innerhalb weniger Stunden zum politischen Symbol werden. Es zeigt einen Jugendlichen, der von Polizisten geschlagen wird – aber möglicherweise nicht den Angriff unmittelbar zuvor. Ein anderes zeigt Polizisten unter Beschuss – aber nicht, was zuvor in der Menge geschah.

    Beide Bilder können authentisch sein und dennoch nur Ausschnitte der Wirklichkeit darstellen.

    Damit entsteht eine neue Form politischer Mobilisierung. Bilder dokumentieren Gewalt nicht mehr lediglich; sie werden selbst Teil ihrer Dynamik. Empörung produziert Beteiligung, Beteiligung erzeugt neue Konfrontationen, diese liefern neue Bilder.

    Frankreich hat diese Mechanismen bereits bei den «Gilets jaunes» erlebt. Bei einer Protestbewegung von Jugendlichen wirken sie noch stärker, weil deren politische Kommunikation fast vollständig über digitale Netzwerke verläuft.

    Die französische Krise ist deshalb mehr als eine Auseinandersetzung über fehlende Lehrer. Sie zeigt eine strukturelle Schwäche moderner Demokratien: Institutionen, die für organisierte gesellschaftliche Konflikte geschaffen wurden, treffen auf Bewegungen ohne feste Organisation.

    Der Staat braucht Ansprechpartner, Demonstrationen haben aber immer häufiger keine. Die Polizei sucht Verantwortliche, doch Mobilisierung entsteht dezentral. Politiker suchen Urheber, während Algorithmen innerhalb weniger Stunden Proteste vervielfachen können.

    Dabei droht der ursprüngliche Konflikt aus dem Blick zu geraten. Frankreich steht gleichzeitig vor einem erheblichen finanzpolitischen Problem. Die Staatsverschuldung liegt bei rund 119 Prozent der Wirtschaftsleistung, die Regierung plant für 2027 Einsparungen von Dutzenden Milliarden Euro. Der Spielraum für zusätzliche öffentliche Ausgaben ist entsprechend begrenzt. Gerade deshalb dürfte der Streit über die Ausstattung der Schulen politisch schwierig bleiben.

    Die entscheidende Herausforderung besteht nun darin, zwei Wahrheiten gleichzeitig anzuerkennen: Ein demokratischer Staat darf schwere Gewalt gegen Polizisten, Lehrer oder öffentliche Einrichtungen nicht dulden. Er darf aber ebenso wenig jede Jugendprotestbewegung auf ein Sicherheitsproblem reduzieren.

    Denn wenn am Ende nur noch über Brandsätze, Festnahmen und Polizeiwaffen gesprochen wird, haben die Gewalttäter bereits einen entscheidenden Erfolg erzielt: Sie bestimmen das Thema. Aus einer Debatte über Bildung wird dann eine Debatte über Ordnung, aus sozialem Protest ein Kampf um staatliche Autorität. Genau darin liegt die eigentliche Gefahr der gegenwärtigen Eskalation.

    P.T.

  • Frankreichs Schulen unter Druck: Hunderte Gymnasien setzen Unterricht aus

    Frankreichs Schulen unter Druck: Hunderte Gymnasien setzen Unterricht aus

    Frankreichs Gymnasien starten unter erheblichen Spannungen in die neue Woche. An diesem Montagmorgen, dem 5. Oktober, müssen nach Angaben von Bildungsminister Édouard Geffray in 400 bis 500 der rund 3.700 Lycées des Landes die Unterrichtsstunden vollständig oder teilweise ausgesetzt werden. Hinter d…

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  • Präsidentschaftswahl im Krieg: Was würde in Frankreich passieren?

    Präsidentschaftswahl im Krieg: Was würde in Frankreich passieren?

    Krieg verändert vieles. Aber verschiebt er auch einfach eine Präsidentschaftswahl? Für Frankreich lautet die kurze Antwort: nein. Ein Krieg setzt die demokratische Uhr nicht automatisch außer Kraft. Die Verfassung sieht keineswegs vor, dass sich die Amtszeit des Präsidenten verlängert, nur weil französische Soldaten kämpfen oder das Land militärisch bedroht ist. Artikel 7 der französischen Verfassung schreibt grundsätzlich vor, dass die Wahl eines neuen Präsidenten vor Ablauf der Amtszeit des amtierenden Staatschefs stattfindet. Für bestimmte außergewöhnliche Situationen existieren Möglichkeiten zur Verschiebung. Eine allgemeine Regel nach dem Motto „Krieg bedeutet Amtszeitverlängerung“ gibt es jedoch nicht. Politisch sähe eine Präsidentschaftswahl während eines Krieges trotzdem völlig anders aus. Der Präsident nimmt in Frankreich eine besondere Stellung ein. Er wacht über die Unabhängigkeit des Landes und die territoriale Integrität, zugleich ist er Oberbefehlshaber der Streitkräfte. …

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  • Lorient empfängt die Nao Victoria

    Lorient empfängt die Nao Victoria

    Ende September schien die Zeit am Ponton de la Découverte in Lorient für ein paar Tage rückwärtszulaufen. Zwischen modernen Segelbooten lag dort ein Schiff mit hohen Holzwänden, mächtigen Masten, Rahen und einem Gewirr aus Tauen: die Nao Victoria.

    Vom 24. bis 27. September öffnete der Nachbau jenes berühmten Seglers seine Decks für Besucher. Das historische Vorbild gehörte zur Expedition Ferdinand Magellans und vollendete vor mehr als 500 Jahren als einziges Schiff der Flotte die erste Weltumsegelung.

    Eigentlich sollte die Nao Victoria bereits im Mai nach Lorient kommen. Schlechtes Wetter durchkreuzte die Pläne. So wurde der bretonische Hafen im September zur ersten vorgesehenen französischen Station ihrer Europatournee 2026.

    Fünf Schiffe fahren los, eines kehrt heim

    Im Jahr 1519 brach eine spanische Flotte unter dem Kommando des portugiesischen Seefahrers Ferdinand Magellan auf. Das Ziel: eine westliche Route zu den begehrten Gewürzinseln Asiens finden. Fünf Schiffe stachen in See, darunter die Victoria.

    Was folgte, hatte wenig mit romantischer Seefahrt zu tun.

    Hunger, Krankheiten, Meutereien, Schiffbrüche und bewaffnete Konflikte bestimmten die Reise. Magellan selbst erreichte Spanien nie wieder. Er starb 1521 bei einer Auseinandersetzung auf der philippinischen Insel Mactan.

    Die entscheidende letzte Etappe führte Juan Sebastián Elcano. Unter seinem Kommando segelte die Victoria durch den Indischen Ozean, umrundete das Kap der Guten Hoffnung und erreichte im September 1522 Spanien.

    Nur eines der ursprünglich fünf Schiffe kam zurück.

    Was muss in den Männern vorgegangen sein, als nach drei Jahren endlich wieder die spanische Küste auftauchte?

    Mit der Rückkehr der Victoria war erstmals eine vollständige Umrundung der Erde auf dem Seeweg gelungen. Zugleich lieferte die Expedition neue Erkenntnisse über Entfernungen, Ozeane, Winde und Navigationswege.

    Geschichte unter den Füßen

    Der besondere Reiz der heutigen Nao Victoria liegt darin, dass Geschichte hier nicht hinter Glas steckt. Besucher laufen über Holzplanken, steigen hinunter in den Laderaum und erleben, wie erstaunlich wenig Platz den Seeleuten einst zur Verfügung stand.

    Kein GPS, keine Wetter App, kein Funkgerät. Wer damals den Ozean überquerte, vertraute auf astronomische Beobachtungen, nautisches Wissen und Erfahrung. Gleichzeitig mussten Wasser, Proviant, Ersatzteile und Handelswaren an Bord verstaut sein.

    Ganz schön eng für eine Reise ans andere Ende der Welt.

    Gerade diese Dimensionen machen den Nachbau so eindrucksvoll. Plötzlich erscheinen die Ozeane wieder riesig und das Schiff erschreckend klein. Wie viel Mut, Hoffnung oder schlicht Abenteuerlust brauchte es, um damit in Gewässer aufzubrechen, die auf europäischen Karten teilweise kaum erfasst waren?

    Die heutige Nao Victoria ist dabei mehr als eine schwimmende Kulisse. Der Nachbau ist seetüchtig und absolvierte zwischen 2004 und 2006 sogar eine eigene Weltumsegelung.

    Lorient und das Meer

    Dass die Nao Victoria ausgerechnet Lorient anlief, passt ausgezeichnet zur Geschichte der bretonischen Hafenstadt.

    Lorient verdankt seine Entwicklung wesentlich dem maritimen Fernhandel und der französischen Ostindienkompanie. Von hier richtete sich der Blick später ebenfalls nach Indien und Asien, zu Gewürzen, Stoffen und anderen begehrten Waren.

    Damit begegneten sich Ende September zwei Kapitel europäischer Seefahrtsgeschichte.

    Doch die Geschichte der ersten Weltumsegelung besitzt auch dunkle Seiten. Die großen europäischen Expeditionen ebneten nicht nur Handel und Wissensaustausch den Weg. Ihnen folgten Eroberung, Gewalt und koloniale Expansion.

    Vielleicht wirkt die Nao Victoria gerade deshalb so nach.

    Zwischen modernen Yachten erscheint sie beinahe zerbrechlich. Und doch erinnert dieses kleine Schiff aus Holz und Segeltuch an einen Moment, der den Blick der Menschen auf die Welt dauerhaft veränderte.

    Die Nao Victoria hat Lorient inzwischen verlassen und ihre Europareise fortgesetzt. Zurück bleibt die Erinnerung an vier Tage, an denen im Hafen plötzlich fünf Jahrhunderte Seefahrtsgeschichte zum Greifen nah lagen.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Bei den Meistern des Feuers

    Bei den Meistern des Feuers

    BIOT. Feuer, Atem, Geduld. Viel mehr scheint es im ersten Moment nicht zu brauchen. Am Ende einer langen Glasmacherpfeife glüht eine orangefarbene Masse. Der Glasbläser dreht das Rohr, prüft die Form, tritt wieder an den Ofen. Dann ein Atemzug – und aus dem unförmigen Klumpen wächst langsam eine transparente Kugel.

    So beginnt in Biot seit Jahrzehnten ein kleines Schauspiel.

    Das mittelalterliche Dorf zwischen Antibes und Nizza zählt heute zu den Hochburgen der europäischen Glaskunst. Beim fünften Biot International Glass Festival, kurz BIG, verwandelte sich der Ort vom 18. bis 20. September 2026 erneut in eine internationale Bühne. Rund 200 Glaskünstler und Kunsthandwerker aus fünf Kontinenten kamen zusammen. In den vier örtlichen Glaswerkstätten arbeitete man vor Publikum, tauschte Techniken aus und zeigte, wie lebendig dieses alte Handwerk geblieben ist.

    Das Festival selbst ist vorbei, sein Nachhall jedoch noch spürbar. Bis zum 25. Oktober zeigt die Ausstellung „Glass is Biotiful V“ rund vierzig Werke zeitgenössischer Glaskunst. Mit dabei sind Arbeiten der Ehrengäste Tobias Møhl aus Dänemark und Juliette Leperlier aus Frankreich.

    Und wer dabei nur an Vasen und Weingläser denkt, liegt ziemlich daneben.

    Ein Fehler macht Geschichte

    Die besondere Geschichte des Bioter Glases beginnt ausgerechnet mit etwas, das Glasbläser gewöhnlich vermeiden: Luftblasen.

    1956 experimentierte der Keramikingenieur Éloi Monod in Biot mit der Glasherstellung. Statt eingeschlossene Luft als Makel zu betrachten, machte er sie zum Gestaltungselement. Kleine Blasen verteilten sich bewusst im Material.

    Der „verre bullé“, das berühmte Blasenglas von Biot, war geboren.

    Gemeinsam mit Lucette, der Tochter des Besitzers der damaligen Poterie Provençale, gründete Monod die Verrerie de Biot. Seine zweite Idee erwies sich beinahe als ebenso prägend: Die Werkstatt blieb für Besucher offen.

    Plötzlich ließ sich Kunst beim Entstehen beobachten.

    Aus Monods Umfeld gingen Glaskünstler wie Jean Claude Novaro, Robert Pierini, Raphaël Farinelli sowie Daniel und Marcel Saba hervor. Lehrlinge entwickelten eigene Handschriften, wurden Meister und gaben ihr Wissen weiter.

    Biot besaß damit eine Schule ohne Klassenzimmer – der Unterricht fand am Ofen statt.

    Wo Glas lebendig bleibt

    Noch heute gehört die Glaskunst zum Alltag des Dorfes. Mehr als 80 Künstler und Kunsthandwerker arbeiten hier, darunter etwa zehn aktive Glaskünstler.

    In der traditionsreichen Verrerie de Biot entsteht weiterhin mundgeblasenes Glas. Besucher stehen in der Halle und erleben aus nächster Nähe, wie Karaffen, Gläser oder Leuchter Form annehmen.

    Bei der Verrerie Du Val De Pôme führen Daniel und Christophe Saba ihre eigene Tradition fort. Im Studio Antoine Pierini entwickelte sich das Handwerk stärker in Richtung zeitgenössischer Kunst. Und Sébastien Sappa führt die Linie seines Lehrmeisters Raphaël Farinelli weiter.

    Was verbindet diese Werkstätten?

    Vielleicht vor allem die Nähe zwischen Künstler, Material und Publikum.

    Denn Glasbläserei besitzt etwas ausgesprochen Theatralisches. Vor dem Ofen herrschen Temperaturen von weit über tausend Grad. Das Material duldet keine endlosen Überlegungen. Drehen, ziehen, blasen, formen – jeder Griff sitzt, während die Zeit davonläuft.

    Ganz schön heißer Arbeitsplatz.

    Der Zauber eines Atemzugs

    Beim BIG wurde sogar Glas tragbar. Die „Glass Fashion Show“ verband das Material mit Mode und Körperkunst. Die entstandenen Stücke bleiben bis zum 25. Oktober im Musée d’Histoire et de Céramique Biotoises zu sehen.

    Biot zeigt damit, warum Tradition nicht Stillstand bedeuten muss. Einst war das Dorf vor allem für seine großen Tonkrüge bekannt. Erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägt Glas seine Identität.

    Und alles begann mit einer Luftblase, die eigentlich ein Fehler war.

    Wer heute durch Biot schlendert, findet fertige Werke in Galerien und Geschäften. Doch der schönste Moment wartet vor dem Ofen: Ein Mensch hebt die Glasmacherpfeife. Ein Tropfen glüht. Ein Atemzug folgt.

    Plötzlich entsteht eine Form.

    Vielleicht liegt genau darin die Magie von Biot – in diesem kurzen Augenblick, in dem Feuer, Sand und menschliches Können etwas hervorbringen, das länger lebt als sein Schöpfer.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Das Schloss, das ein zweites Schloss verbirgt

    Das Schloss, das ein zweites Schloss verbirgt

    Nur wenige Kilometer von Saumur entfernt präsentiert sich das Château de Brézé zunächst so, wie man sich ein Schloss an der Loire vorstellt. Elegante Türme, helle Fassaden aus Tuffstein, ein herrschaftlicher Innenhof und Weinberge ringsum – eigentlich fehlt nur noch eine Kutsche, die über den Kies rumpelt.

    Doch wer Brézé wirklich entdecken möchte, darf nicht nach oben schauen.

    Er muss hinabsteigen.

    Unter Gärten, Innenhof und Schlossgebäuden liegt eine zweite Welt. Fast vier Kilometer Gänge, Räume, Keller und Kammern ziehen sich durch den weichen Tuffstein. Mehr als ein Kilometer davon steht Besuchern offen. Brézé ist deshalb weit mehr als eines der vielen prächtigen Schlösser im Loiretal.

    Es ist ein Schloss über einem Schloss.

    Eine Festung, die niemand sehen sollte

    Die Geschichte reicht bis weit ins Mittelalter zurück. Bereits 1063 erwähnt eine Urkunde der Abtei Saint Florent eine Burg in Brézé. Mit den eleganten Schlossbauten, die heute über dem Gelände thronen, hatte diese frühe Anlage allerdings wenig gemeinsam.

    Ihr Herz lag unter der Erde.

    Die sogenannte „Roche de Brézé“ befindet sich unter dem heutigen Ehrenhof und reicht stellenweise etwa elf Meter tief in den Felsen. Rund um einen Lichtschacht entstand ein erstaunliches System aus Räumen und Gängen.

    Hier ging es nicht um Schönheit.

    Hier ging es ums Überleben.

    Enge, verwinkelte Passagen erschwerten Angreifern das Vordringen. Schießstände sicherten wichtige Zugänge. Große Silos dienten zur Lagerung von Vorräten für den Fall einer Belagerung.

    Warum hohe Mauern bauen, wenn sich eine Festung einfach im Felsen verstecken lässt?

    Brézé erscheint aus heutiger Sicht beinahe wie ein mittelalterlicher Bunker – nur ohne Beton, Neonlicht und schwere Stahltüren.

    18 Meter hinab

    Im 14. Jahrhundert gelangte das Anwesen an die Familie Maillé Brézé. Gilles de Maillé Brézé erhielt 1448 die Erlaubnis, die Anlage zu befestigen und dort eine Garnison unterzubringen.

    Damals entstanden gewaltige trockene Gräben.

    An manchen Stellen reichen sie fast 18 Meter in die Tiefe. Wer unten steht und zu den Fassaden hinaufblickt, erlebt das Schloss plötzlich aus einer völlig anderen Perspektive. Die eleganten Mauern wirken von hier aus geradezu monumental.

    Dabei folgten die Bauherren einer ziemlich cleveren Idee.

    Die Gräben verbesserten nicht nur die Verteidigung. Der herausgeschlagene Tuffstein lieferte zugleich Baumaterial für die Gebäude darüber.

    Das sichtbare Brézé entstand also teilweise aus dem Gestein des unsichtbaren Brézé.

    Eine kleine Stadt im Felsen

    Doch unter der Erde wurde nicht nur gekämpft und Schutz gesucht.

    Dort wurde gearbeitet, gebacken, gelagert und Wein produziert.

    Besucher entdecken eine große unterirdische Bäckerei mit mehreren Öfen. Dazu kommen eine historische Seidenraupenzucht, Weinpressen, Lagerräume und weitläufige Keller.

    Kurz gesagt: Da unten war ordentlich was los.

    Gerade diese Räume erzählen besonders anschaulich vom Alltag früherer Jahrhunderte. Ein Schloss bestand schließlich nicht nur aus Adeligen, Festessen und kostbaren Möbeln. Lebensmittel mussten gelagert, Tiere versorgt, Trauben verarbeitet und Menschen ernährt werden.

    Der Wein spielt in Brézé bis heute eine besondere Rolle. Bereits im 15. Jahrhundert genossen die Weine des Gutes einen guten Ruf. Heute umfasst der Weinberg mehr als 27 Hektar, auf denen Weine der Appellation Saumur entstehen.

    Zwei Gesichter der Macht

    Während unter der Erde diese verborgene Welt fortbestand, veränderte sich das Schloss darüber immer wieder. Aus der mittelalterlichen Festung entwickelte sich eine Renaissance Residenz. Im 19. Jahrhundert kamen umfangreiche neugotische Umbauten hinzu.

    So entstanden zwei völlig unterschiedliche Welten.

    Oben zeigt sich Macht: Türme, Fassaden, Wohnräume und repräsentative Architektur.

    Unten zeigt sich ihre verletzliche Seite: Vorräte schützen, Angriffe abwehren, Wein lagern und schwierige Zeiten überstehen.

    Welches Schloss erzählt diese beiden Seiten seiner Geschichte schon so deutlich?

    Seit 1998 steht Brézé Besuchern offen. Mehr als 100.000 Menschen kommen inzwischen jedes Jahr hierher. Doch das eigentliche Geheimnis liegt nicht allein in den kilometerlangen Gängen.

    Es liegt in den Schichten der Geschichte.

    Fast tausend Jahre lang hinterließ jede Epoche ihr eigenes Brézé: mittelalterlicher Zufluchtsort, Festung, Renaissance Schloss, neugotische Residenz und Weingut.

    Wer nach dem Rundgang wieder aus den kühlen Galerien auftaucht und in den hellen Ehrenhof tritt, sieht das Schloss mit anderen Augen.

    Denn in Brézé liest man Geschichte nicht nur von links nach rechts.

    Man liest sie von unten nach oben.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Genug ist genug!

    Genug ist genug!

    Kommentar

    GENUG IST GENUG!

    Frankreichs Schüler haben offenbar einen geradezu unverschämten Wunsch: Sie möchten in der Schule Unterricht haben.

    Ja, wirklich! Unterricht! Mit Lehrern! In funktionierenden Gebäuden! Mit Computern, die nicht beim Öffnen eines Programms röcheln wie ein Renault 5 nach 400.000 Kilometern!

    Was kommt als Nächstes? Wasser aus dem Wasserhahn? Züge, die fahren? Behörden, die ans Telefon gehen?

    Die Jugendlichen sollen Leistung bringen. Immer schön Leistung! Gute Noten, gutes Bac, guter Lebenslauf. Parcoursup kontrollieren, Zukunft planen, bloß keinen Fehler machen. Mit 17 Jahren sollst du bitteschön wissen, was du mit 37 machen willst.

    Aber wenn montags der Mathematiklehrer fehlt?

    Tja.

    Pech gehabt, Kevin! Der Staat arbeitet an einem Konzept!

    Und genau deshalb stehen inzwischen Schüler vor ihren Lycées und sagen: Es reicht.

    Und was macht Frankreich?

    Frankreich macht, was Frankreich immer macht.

    Zuerst hört keiner zu.

    Dann demonstrieren ein paar Leute.

    Dann blockieren sie etwas.

    Dann kommt die Polizei.

    Dann brennen Mülltonnen.

    Dann erklären Politiker, Gewalt sei keine Lösung.

    UND DANN ERÖFFNET DAS MINISTERIUM EINE DIALOGPLATTFORM!

    Eine Dialogplattform!

    Natürlich!

    Denn nichts sagt so sehr „Wir hören euch zu“ wie ein Onlineformular, nachdem vorher fast zweitausend Menschen festgenommen wurden.

    Dabei ist die ursprüngliche Forderung dieser Jugendlichen geradezu erschütternd langweilig: Lehrer. Personal. Ordentliche Gebäude. Psychologen. Krankenschwestern. Studienplätze. Faire Chancen.

    Das ist keine bolschewistische Revolution!

    Die wollen keine Produktionsmittel verstaatlichen.

    DIE WOLLEN MATHEUNTERRICHT!

    Und natürlich gibt es inzwischen Gewalt. Brandstiftung, Angriffe, Sachbeschädigung – dafür gibt es keine Rechtfertigung. Wer Lehrer, Polizisten oder Feuerwehrleute angreift, kämpft nicht für bessere Bildung, sondern sorgt zuverlässig dafür, dass über alles gesprochen wird – nur nicht mehr über Bildung.

    Aber genau deshalb darf die Politik jetzt nicht den bequemen Trick anwenden und aus jedem Schüler mit einem Protestplakat einen potentiellen Randalierer machen.

    Denn hinter dem ganzen Lärm steckt eine verdammt einfache Frage.

    Frankreich erzählt seinen Kindern seit Generationen von der republikanischen Schule. Von Gleichheit. Von Aufstieg durch Bildung. Davon, dass es keine Rolle spielen soll, ob du aus einem schicken Pariser Viertel kommst oder aus Aubervilliers.

    Schön.

    Dann liefert!

    Denn dasselbe Abitur bei völlig unterschiedlichen Bedingungen ist keine Gleichheit. Es ist Gleichheit auf dem Papier.

    Und während in Paris Statistiken erklären, dass Schülerzahlen sinken und Betreuungsverhältnisse rechnerisch besser werden, sitzt irgendwo ein Jugendlicher in Créteil und fragt:

    „Interessant. Und wo ist jetzt mein Lehrer?“

    Genau darum geht es.

    Eine Generation, der Erwachsene seit Jahren erklären, sie müsse funktionieren, verlangt plötzlich dasselbe vom Staat.

    Und darauf gibt es eigentlich nur eine vernünftige Antwort:

    Sorgt dafür, dass die verdammten Schulen funktionieren!

    Genug ist genug.

    Christine Macha

  • Wenn Erinnerung zur politischen Bewährungsprobe wird

    Wenn Erinnerung zur politischen Bewährungsprobe wird

    Es sind zwei sehr verschiedene Affären, und gerade deshalb lohnt der Vergleich. Im sächsischen Heidenau beschliesst eine kommunale Mehrheit unter Beteiligung von CDU und AfD, keine neuen Stolpersteine mehr im öffentlichen Strassenraum zuzulassen. In Frankreich erschüttern derweil Veröffentlichungen über antisemitische Äusserungen, die Jordan Bardella aus seiner politischen Jugend zugeschrieben werden, die Normalisierungsstrategie des Rassemblement national. Beide Vorgänge berühren dieselbe empfindliche Stelle europäischer Politik: die Frage, wie weit sich Parteien von den historischen Belastungen der extremen Rechten tatsächlich entfernt haben – und wie belastbar die Grenzen sind, welche die bürgerliche Rechte gegenüber ihr zieht. Heidenau und die Verlagerung der Erinnerung Die Entscheidung des Stadtrats von Heidenau wirkt auf den ersten Blick provinziell. Eine Stadt mit rund 17 000 Einwohnern entscheidet darüber, wie sie ihrer Opfer des Nationalsozialismus gedenken will. Doch die poli…

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