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  • Tod einer Joggerin im Département Loiret im Jahr 2008: 15 Jahre später wird Verdächtiger verhaftet

    Tod einer Joggerin im Département Loiret im Jahr 2008: 15 Jahre später wird Verdächtiger verhaftet

    Im Fall des Mordes an der Joggerin Caroline Marcel im Jahr 2008 wurde am Dienstag ein 34-jähriger Verdächtiger verhaftet und in Polizeigewahrsam genommen.

    Im Jahr 2008 wurde die Leiche der Joggerin Caroline Marcel am Ufer des Flusses Loiret gefunden. Ein Verdächtiger, der den Mord an der 45-jährigen Frau begangen haben könnte, wurde am Samstag, dem 20. Januar, einem Haftrichter orgeführt und in Untersuchungshaft genommen, wie die Staatsanwaltschaft von Nanterre mitteilte. Der 15 Jahre alte Fall war im Jahr 2022 an die nationalen Abteilung für Cold Cases weitergeleitet worden.

    Auf einem Schlüssel des Opfers, der im Wasser gefunden worden war, hat die Kriminalpolizei mithilfe neuer Techniken eine neue DNA-Spur entdeckt. Diese Spur führte zu einem 34-jährigen Mann namens Stanislas A., der zum Zeitpunkt der Tat im Département Loiret arbeitete und 2006 bereits wegen sexueller Belästigung verurteilt worden war.

    Der Mann, der am Dienstag in Toulouse verhaftet und in Polizeigewahrsam genommen worden war, wurde am Samstagnachmittag einer Untersuchungsrichterin der Abteilung für ungeklärte Fälle vorgeführt. Er hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäussert, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Der mutmaßliche Täter war zum Zeitpunkt der Tat 18 Jahre alt.

  • Frankreichs neues Einwanderungsgesetz beraubt 110.000 Menschen ihrer sozialen Rechte

    Frankreichs neues Einwanderungsgesetz beraubt 110.000 Menschen ihrer sozialen Rechte

    Das Kollektiv der öffentlichen Bediensteten in Frankreich „Nos services publics“ kritisiert, dass das Einwanderungsgesetz eine „nationale Präferenz“ bei „Familienleistungen und Wohngeld einführen wird, die de facto auf prekärsten Personen und Kinder benachteiligt“. Mindestens 110.000 Menschen, darunter 30.000 Kinder, würden aufgrund des neuen Einwanderungsgesetzes „ihrer sozialen Rechte beraubt“, warnt das Kollektiv „Nos services publics“. In einem 17-seitigen Text kritisiert das Kollektiv öffentlicher Bediensteter, dass das Einwanderungsgesetz, genauer gesagt sein Artikel 19, eine „nationale Präferenz“ bei „Familienleistungen und Wohngeld einführen würde, die de facto auf die prekärsten Personen und Kinder abzielt“. Diese Einschätzung stammt von dem Kollektiv „Nos services publics“, dem rund 600 Beamte und Vertragsbedienstete des öffentlichen Dienstes angehören, die sich nach eigenen Angaben „dafür einsetzen, den Sinn wiederzufinden, der den öffentlichen Dienst und seine Aufgaben im A…

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  • Großer Schlag gegen das Drogenmilieu von Marseille nach einem Doppelmord in Spanien

    Großer Schlag gegen das Drogenmilieu von Marseille nach einem Doppelmord in Spanien

    In der vergangenen Woche wurden 13 Personen festgenommen. Sie werden verdächtigt, mit der kriminellen Organisation „DZ Mafia“ in Marseille in Verbindung zu stehen.

    Eine neue Episode im Bandenkrieg in Marseille. Die Staatsanwaltschaft von Marseille gab am Freitag, dem 19. Januar, die Festnahme von 13 Personen bekannt, die alle verdächtigt werden, an einem doppelten Mord der Drogen-Mafia am 3. Mai 2023 in der Stadt Salou in Spanien beteiligt gewesen zu sein. Die Gruppe von fünf Männern und acht Frauen wurde in der vergangenen Woche festgenommen und am Freitag zusammen mit einer vierzehnten Person, die schon vor mehreren Monaten in Spanien festgenommen wurde, einem Haftrichter vorgeführt.

    Am 3. mai 2023 wurden zwei französische Staatsbürger, die der Polizei und den Gerichten wegen Drogenhandels im Großraum Marseille bereits gut bekannt waren, in der spanischen Stadt Salou durch Schüsse aus einem Sturmgewehr vom Typ Kalaschnikow ermordet, heißt es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft.

    Bei dem Doppelmord handelte es sich laut Staatsanwaltschaft um eine Abrechnung zwischen den Drogenbanden „Yoda“ und „DZ Mafia“, zwei rivalisierenden Banden, die im vergangenen Jahr für rund 40 Morde in Frankreich verantwortlich waren. Laut einer mit den Ermittlungen vertrauten Quelle waren die beiden Opfer, die den Anführern der Yoda-Gruppe nahe standen, am Tag ihres Todes in Katalonien in Begleitung von drei Escort-Mädchen unterwegs. Eine von ihnen gab dem Killer-Kommando, das mutmaßlich der „DZ Mafia“ angehört, grünes Licht.

    An der Ermordung beteiligt waren vier Männer, die der Justiz bereits bestens bekannt sind und von denen einige verdächtigt werden, auch in andere Morde verwickelt zu sein. Einer von ihnen wurde unmittelbar nach der Schießerei von der spanischen Polizei festgenommen, während es den anderen drei gelang, mit Hilfe mehrerer junger Frauen aus Spanien zu fliehen und nach Frankreich zurückzukehren.

    Die meisten Täter waren unter 30 Jahre alt, aber „entschlossen“, wie es aus einer den Ermittlungen nahestehenden Quelle heißt. In einem der Fahrzeuge fanden die Polizisten ein regelrechtes Kriegsarsenal: zwei Pistolen, zwei Granaten und eine Kalaschnikow.

    Im Jahr 2023 standen 70% der vollendeten oder versuchten bandenmäßigen Morde in Marseille im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen „DZ Mafia“ und „Yoda“, mit einem „sehr starken Höhepunkt“ im August, wie der zuständige Staatsanwalt am 22. Dezember auf dem Sender Franceinfo berichtete.

  • Emmanuel Macron fordert Waffenindustrie zu mehr Anstrengungen auf

    Emmanuel Macron fordert Waffenindustrie zu mehr Anstrengungen auf

    Der französische Präsident forderte die französische Rüstungsindustrie am Freitag dazu auf, schneller zu produzieren. Emmanuel Macron erinnerte insbesondere daran, wie wichtig es sei, die ukrainische Armee in ihrem Krieg gegen Russland zu unterstützen und damit große Rüstungsaufträge zu gewinnen. Macron möchte Frankreich aufrüsten. Der französische Präsident Emmanuel Macron forderte am Freitag, dem 19. Januar, die französische Rüstungsindustrie außerdem auf, schneller auf die Bedürfnisse der Ukraine im Krieg gegen Russland zu reagieren. „Wir werden den Ukrainern weiterhin helfen“, denn „man darf Russland nicht denken lassen, dass es gewinnen kann (…) Ein russischer Sieg ist das Ende der europäischen Sicherheit“, sagte der französische Staatschef im Rahmen seiner Neujahrswünsche für die Streitkräfte auf dem Marinestützpunkt Cherbourg (Departement Manche). Aber dafür müsse die französische Verteidigungsindustrie in den „Kriegswirtschaftsmodus“ mit „einer schnelleren und stärkeren Produkt…

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  • Frankreich: Drei Polizisten wegen unangemessener Gewaltanwendung zu Bewährungsstrafen verurteilt

    Frankreich: Drei Polizisten wegen unangemessener Gewaltanwendung zu Bewährungsstrafen verurteilt

    Die drei Polizisten, die einen Jugendlichen bei einer Festnahme erheblich verletzt hatten, wurden am Freitag, dem 19. Januar, für schuldig befunden und zu Bewährungsstrafen zwischen 3 und 12 Monaten verurteilt. Menschenrechtsorganisationen sprechen von zu milden Strafen.

    Das Urteil wurde von Assoziationen, die sich gegen Polizeigewalt einsetzen, mit großer Enttäuschung aufgenommen. Im Fall Théo wurden die drei Angeklagten Polizisten am Freitag, dem 19. Januar, der vorsätzlichen Gewalt für schuldig befunden. Die verhängten Strafen reichen von 3 bis 12 Monaten Haft auf Bewährung. Der Hauptangeklagte erhielt ein fünfjähriges Berufsverbot. Er hatte den Schlagstock geschwungen, der Théodore Luhaka schwer verletzte.

    „Es ist eine Entscheidung, die wir als Sieg werten, denn sie zeigt einmal mehr, dass Théo an diesem Tag Opfer war, dass es keine Rechtfertigung dafür gab, dass er geschlagen wurde“, sagte Anwalt Antoine Vey beim Verlassen des Gerichts. Maître Thibault de Montrial, der Anwalt des Hauptangeklagten, war ganz anderer Meinung. „Das erste Gefühl unseres Mandanten ist eine große Erleichterung, da zum ersten Mal vor den Augen ganz Frankreichs festgestellt wurde (…), dass er kein Verbrecher ist“, begrüßte der Anwalt das Urteil. Menschenrechtsvereine kritisieren das Urteil als wesentlich zu milde, da nur Bewährungsstrafen ausgesprochen wurden.

  • Kälte: Eisige Temperaturen in Nord- und Ostfrankreich gemessen

    Kälte: Eisige Temperaturen in Nord- und Ostfrankreich gemessen

    Mit der aktuellen Kältewelle kommt es in Nordfrankreich zu Rekordtemperaturen. Nach dem Schnee sind es nun die eisigen Temperaturen und das Glatteis, die den Alltag der Franzosen beeinträchtigen: Viele Schulen bleiben am Freitag, 19. Januar, geschlossen.

    Das nördliche Elsass glich am Freitag, dem 19. Januar, einem kleinen Sibirien. Die Temperatur näherte sich der -10°C-Marke. Auf den Bürgersteigen führte gefrierender Regen zu vielen gefährlichen Situationen. Der Elsass hat schon lange keinen so harten Winter mehr erlebt. „In den 1980er Jahren hatten wir zeitweise -15°C, -18°C. Das war nichts Außergewöhnliches. Die Leute sind es einfach nicht mehr gewohnt“, meint ein Mann auf dem Sender Franceinfo.

    Das Glatteis schränkte die Bewegungsfreiheit der Bewohner spürbar ein. Der mobile Metzger jedoch setzte seine Touren vorsichtig fort. „Es ist ein bisschen komplizierter, wir brauchen ein bisschen länger“, sagt der Metzger Nicolas Dubois. In der Region Hauts-de-France hat der Schnee viele Schulen dazu gezwungen, den Unterricht auszusetzen. Seit drei Tagen schon muss Amandine Verwaerd ihre Kinder zu Hause beaufsichtigen.

  • Zug Paris-Clermont hat Panne: 11 Stunden Albtraum für etwa 700 Reisende

    Zug Paris-Clermont hat Panne: 11 Stunden Albtraum für etwa 700 Reisende

    Die 700 SNCF-Kunden im Zug von Paris nach Clermont-Ferrand haben eine anstrengende Nacht hinter sich. Sie saßen in der Nacht auf Samstag, 20. Januar, elf Stunden lang an Bord eines Intercités-Zuges fest.

    Nach einer Horrornacht, die sie in bitterer Kälte in einem kaputten Zug verbracht haben, machen die etwa 700 Reisenden des Zuges Paris-Clermont ihrem Unmut Luft. „Es ist die Hölle, danke SNCF!“, meint einer von ihnen ironisch gegenüber dem Sender France 2. Ein anderer Fahrgast schätzt sich glücklich, dass er trotz der Müdigkeit nach einer anstrengenden Nacht etwas zu essen bekommen hat: „An einem bestimmten Punkt war es im Zug sehr kalt“, präzisiert er. Der Zug war am Freitag planmäßig in Paris abgefahren und sollte eigentlich um 22.30 Uhr in Clermont-Ferrand ankommen. Erst um 6.30 Uhr am Samstagmorgen erreichten die Reisenden schließlich ihr Ziel.

    An Bord des Zuges verteilten Feuerwehrleute und das Rote Kreuz nach Mitternacht, also mehr als drei Stunden, nachdem der Intercités-Zug zum Stehen gekommen war, Rettungsdecken. Die Verspätung von fast 7,5 Stunden wurde durch einen Lokomotivausfall in Nogent-sur-Vernisson verursacht. Die Reisenden mussten auf einen aus Paris entsandten Hilfszug warten. Auf dieser Strecke kommt es aufgrund der sehr veralteten Gleisanlagen häufig zu Verspätungen. Die SNCF entschuldigte sich und versprach, dass die betroffenen Fahrgäste eine Entschädigung in Höhe von 200 % des Fahrpreises erhalten würden.

  • Zorn der französischen Landwirte: Droht eine Ausweitung der Protestbewegung?

    Zorn der französischen Landwirte: Droht eine Ausweitung der Protestbewegung?

    Wütende Landwirte blockieren seit Tagen die Autobahn A64 im Departement Haute-Garonne. Die Regierung befürchtet nun, dass die Protestbewegung sich nach dem Vorbild der Gelbwesten-Proteste auf ganz Frankreich ausweiten könnte. Den dritten Abend in Folge, trotz der Kälte, bereiten sich Landwirte darauf vor, die Nacht auf der Autobahn A64 im Departement Haute-Garonne zu verbringen. Die wütenden Bauern wollen die Blockade so lange aufrechterhalten, bis sie ihre Forderungen durchgesetzt haben. „Solange wir etwas zu essen und Brennholz haben, werden wir uns nicht von hier wegbewegen“, bekräftigt Jérôme Bayle, Rinderzüchter aus Montesquieu-Volvestre (Haute-Garonne). Die Regierung ist besorgtInflation, steigende Beiträge und Normen, die als zu restriktiv und zahlreich empfunden werden – das sind die Beschwerden der Landwirte, die inzwischen die Regierung beunruhigen. Die Regierung von Premierminister Attal befürchtet, dass sich die bauern-Bewegung auf das ganze Land ausweiten könnte. Der Élysé…

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  • Neues Einwanderungsgesetz: Demonstrationen am Sonntag in ganz Frankreich geplant

    Neues Einwanderungsgesetz: Demonstrationen am Sonntag in ganz Frankreich geplant

    In rund 100 französischen Städten werden mehrere Demonstrationszüge stattfinden, um den Präsidenten der Republik aufzufordern, das geplante neue Einwanderungsgesetz, das die Politik Frankreichs insbesondere in Bezug auf eingewanderte Studierende und Arbeitnehmer/innen verschärft, wieder rückgängig zu machen. Französische Bürger gehen gegen das umstrittene neue Einwanderungsgesetz auf die Straße. In Bordeaux, Nantes und Paris wurde für Sonntag, dem 21. Januar, zu Demonstrationen aufgerufen, um die Rücknahme des Einwanderungsgesetzes zu fordern, das Ende Dezember unter chaotischen Umständen vom Parlament verabschiedet wurde. Die Demonstranten hoffen, mit ihrem Protest Einfluss auf Präsident Emmanuel Macron nehmen zu können. Der Verfassungsrat am 25. Januar über die Konformität des Textes mit der französischen Verfassung entscheiden. Laut der Website 21janvier.fr, auf der die geplanten Aktionen verzeichnet sind, wurden 164 Demonstrationen in 95 französischen Departements festgelegt. „In u…

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  • Klimawandel: Unten warm und oben kalt…

    Klimawandel: Unten warm und oben kalt…

    Alle Artikel unserer Serie über den Klimawandel findet ihr unter diesem Link …

    Wie oft haben wir schon diese anscheinend so einfache Frage gehört: Woher wissen wir eigentlich, dass eine Erwärmung der Erde wirklich stattfindet?

    Und meist verteidigen diejenigen, die uns diese Frage stellen, mit allem Nachdruck die These, dass die Welt doch gar nicht wärmer geworden sei. Wer hat denn nun eigentlich recht?

    Im vorherigen Artikel haben wir die CO2-Messungen in der Atmosphäre betrachtet und festgestellt, dass die Neugier der Wissenschaftler, die sie dazu bringt, Daten zu sammeln und zu vergleichen, handfeste Beweise hervorbringen kann. Und natürlich finden diese Wissenschaftler auch Beweise für steigende Oberflächentemperaturen aus mehr als einem Jahrhundert gesammelter Messungen und Daten rund um den Globus.

    Rund um den Globus werden seit etwa 140 Jahren ununterbrochen Temperaturen gemessen und aufgezeichnet

    Wir verfügen über eine grosse Datenmenge von Temperaturaufzeichnungen, die über ein Jahrhundert hinweg von Landstationen, auf Inseln und auf Schiffen an der Meeresoberfläche gesammelt wurden. Diese Daten versorgen uns mit einem globalen Protokoll der Oberflächentemperaturveränderungen beginnend in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts bis zum heutigen Tag.

    Als Beispiel sei das Goddard-Institut der NASA for Space Studies genannt. Die Mitarbeiter dieses Instituts beobachten globale Temperaturveränderungen im Laufe der Zeit. Zur Verdeutlichung der gefundenen Resultate erstellt das Goddard-Institut regelmässige Animationen aus den Daten, die im Laufe der vergangenen etwa 140 Jahre gesammelt wurden.

    Diese Animationen zeigen uns ein sehr dynamisches Klimasystem, man erkennt warme Flecken und Kaltflecken im tropischen Pazifik, man kann bei genauem Hinsehen deutlich das El-Niño-Phänomen ausmachen, das kommt und geht, und seinen Gegenpart, das La-Niña-Phänomen, die beide den tropischen Pazifik erwärmen und kühlen, was, wir wir bereits gesehen haben, Auswirkungen auf das Klima in der ganzen Welt hat.

    Man kann in dem Film auch deutlich erkennen, dass die Erwärmung in höheren Breitengraden stärker ist und sich die Polkappen, insbesondere die Arktis, schneller erwärmen, als der Rest des Planeten.

    Der zu erwartende Teufelskreis tritt ein: Die Polkappen schmelzen ab, die Gletscher und Eiskappen verschwinden immer mehr. Und dann setzt das Eis-Albedo-Feedback ein, dieses Feedback, das zu weiterer Erwärmung führt, da an vielen Stellen kein Eis oder Schnee mehr die Strahlung der Sonne reflektiert – denn es gibt diesen natürlichen Spiegel nicht mehr. Der freigelegte Erdboden oder die jetzt eisfreie Meeresoberfläche nimmt das Sonnenlicht mit seiner Wärmeenergie fast ungebremst auf.

    Der Eis-Albedo-Effekt

    Was aber in der Animation besonders auffällt sind die erkennbaren Schwankungen von Jahr zu Jahr, die uns zeigen, dass das Klimasystem an und für sich dynamisch ist. Einige Gebiete sind kalt, andere sind warm. Und diese Dynamik ist, wie wir bereits wissen, die Lebensgarantie für das Klima und ein erträgliches Wetter.

    Der Jetstream variiert von Jahr zu Jahr, die El Niños kommen und gehen. Es gibt eine große natürliche Variabilität, aber mit der Zeit, so erkennt man in der Animation, überwiegt die Erwärmung, sie überwältigt die natürliche Variabilität und bringt sie zum Erliegen.

    Und tatsächlich, wenn wir nun die Durchschnittstemperaturen rund um den Globus betrachten, so wie sie jeweils über viele Jahre aufgezeichnet wurden, dann können wir unschwer erkennen, dass die globalen Temperaturen wirklich mit der Zeit zunahmen. Die Erde hat sich um ein wenig mehr als ein Grad Celsius seit Mitte des 19. Jahrhunderts, dem Beginn der Temperaturbeobachtungen, erwärmt.

    Aber können wir beweisen, dass wirklich und insbesondere der Anstieg des CO2 in der Atmosphäre Ursache für diese Erwärmung ist?

    Allein aus der Tatsache, dass eine Erwärmung beobachtet wird, kann man nicht ohne weiteres auf die Gründe dafür schliessen. Wie auch immer, wir können und müssen nach möglichen Hinweisen suchen. Genau wie Forensikexperten suchen Klimawissenschaftler nach Anhaltspunkten, die sie als Fingerabdrücke bezeichnen (in unserem vorherigen Artikel sprachen wir schon über den Fingerabdruck des in der Atmosphäre gemessenen CO2).

    Und bei der Suche nach den Hinweisen und Anhaltspunkten, den Fingerabdrücken, stellen wir Folgendes fest: Natürliche Quellen der Erwärmung führen zu anderen Mustern der Temperaturveränderung als menschliche Quellen, wie z.B. zunehmende Treibhausgase. Dies gilt insbesondere dann, wenn wir die vertikalen Muster der Erwärmung in der Atmosphäre untersuchen.

    Wetterballons messen die Temperaturen bis in die obersten Schichten der Atmosphäre.

    Wir sprachen in einem unserer ersten Artikel bereits über die verschiedenen Schichten der Atmosphäre, nämlich die Troposphäre und die Stratosphäre. Die Troposphäre ist der untere Teil der Atmosphäre, in dem wir leben, die Stratosphäre die darüber liegende Schicht.

    Nun gibt es eine Reihe von Messungen der Lufttemperatur, durchgeführt mit Hilfe von Wetterballons und Satelliten. Messungen, die die Temperaturen sowohl in der Troposphäre als auch in der Stratosphäre dokumentieren. Und siehe da, diese Messungen offenbaren ein bemerkenswertes Muster: Der untere Teil der Atmosphäre, die Troposphäre, hat sich zusammen mit der Oberfläche erwärmt. Schauen wir jedoch in die Stratosphäre, dann sind die Temperaturen tatsächlich zurückgegangen. Haben wir da einen Fingerabdruck gefunden?

    Diese Graphik zeigt sehr schön die gemessene Erwärmung der Troposphäre und die gleichzeitige Abkühlung der Stratosphäre

    Könnt ihr erraten, welche andere Veränderung in der Atmosphäre mit diesem vertikalen Muster von Temperaturänderungen nahezu konsistent ist?

    Wenn ihr vermutet, dass es sich um den Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen handelt, dann habt ihr Recht. Die durch die Treibhausgase verursachte Rückspiegelung der langwelligen Wärmeabstrahlung der Erdoberfläche führt zwangsläufig auch zur Abkühlung der obersten Atmosphärenschichten.

    Und tatsächlich haben wir da einen eindeutigen Fingerabdruck gefunden, der belegt, dass die Veränderungen der Temperaturen in der Atmosphäre mit der von uns Menschen zu verantwortenden Emission von Treibhausgasen in Zusammenhang gebracht werden müssen!

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Daten, die über etwa 140 Jahre gesammelt wurden, belegen, dass sich die Erdoberfläche erwärmt. Und in bestimmten Regionen wie der Arktis schreitet die Erwärmung noch schneller voran als in anderen. Das vertikale Muster der Erwärmung zeigt, dass sich die Oberfläche und die untere Atmosphäre erwärmen, während die Stratosphäre sich in der Höhe abkühlt, was wiederum den Treibhauseffekt belegt: Die Wärmeabstrahlung der Erdoberfläche erreicht nicht mehr die obersten Schichten der Atmosphäre und kann deshalb auch nicht in den Weltraum entweichen.

    Da liegt schon eine gewisse Ironie in der Sache: Unten, da, wo wir leben, wird es immer heisser – und ganz weit oben, wo es keinem mehr etwas nützt, wird es immer kühler.

    Und wieder gelangen wir zu der gleichen Erkenntnis: Wir müssen die CO2-Emissionen, die offensichtlich das natürliche Gleichgewicht auf eine gefährliche Art und Weise durcheinanderbringen, schnellstmöglich stoppen.

    Lasst uns damit beginnen!

    In diesem Sinne grüsst das Autorenteam von Nachrichten.fr

    Andreas M. Brucker, Redaktionsleitung

    Der Link zum nächsten Artikel: Klimawandel: 1 Grad wärmere Ozeane = 7% stärkere Stürme = 23% mehr Zerstörung