Schlagwort: Zölle

  • Verlustgeschäft mit Ansage: Französische Winzer schlagen Alarm wegen US-Zöllen

    Verlustgeschäft mit Ansage: Französische Winzer schlagen Alarm wegen US-Zöllen

    Was wie ein Déjà-vu klingt, ist für Frankreichs Weinbauern ein bitterer Rückschlag – und ein handfester wirtschaftlicher Albtraum. 20 Prozent Zoll – und ein Milliardenverlust Mit einem Federstrich hat der ehemalige US-Präsident Donald Trump erneut hohe Strafzölle auf Produkte aus der Europäischen Union verhängt. Diesmal trifft es unter anderem die französischen Weine mit voller Wucht: Ein Einfuhrzoll von 20 Prozent soll künftig auf sämtliche EU-Weine erhoben werden. Die Branche ist empört – und in großer Sorge. Jérôme Bauer, Winzer aus dem Elsass und Präsident der Confédération nationale des producteurs de vins à appellations d’origine contrôlées (CNAOC), beziffert die erwarteten Verluste auf rund eine Milliarde Euro. Eine gewaltige Summe, die man nicht einfach wegstecken kann. Vor allem, weil der amerikanische Markt einer der wichtigsten für französische Weine ist. Erinnerungen an alte Wunden Bauer weiß genau, wovon er spricht – denn das ist nicht das erste Mal, dass Trump den französ…

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  • „Eine Katastrophe für die Weltwirtschaft“ – François Bayrou warnt vor den Folgen der US-Zölle

    „Eine Katastrophe für die Weltwirtschaft“ – François Bayrou warnt vor den Folgen der US-Zölle

    Mit deutlichen Worten reagierte François Bayrou, Premierminister Frankreichs, auf die jüngsten protektionistischen Maßnahmen der Vereinigten Staaten. Am Rande eines wirtschaftspolitischen Kolloquiums im Senat bezeichnete er die von US-Präsident Donald Trump verhängten Importzölle als „Katastrophe für die Weltwirtschaft“ und sprach von einer „immensen Schwierigkeit für Europa“. In einer Zeit geopolitischer Instabilität und wirtschaftlicher Unsicherheit kommt diese Maßnahme einem Frontalangriff auf das multilaterale Handelssystem gleich – mit weitreichenden Folgen für Europa, die USA und die globale Ordnung. Die von Trump angekündigten Zölle sollen mindestens 10 Prozent auf sämtliche Einfuhren in die USA betragen. Für Importe aus der Europäischen Union wurde ein Aufschlag von 20 Prozent festgelegt. China trifft es mit 34 Prozent, Japan mit 24 Prozent, Vietnam mit 46 Prozent, die Schweiz mit 31 Prozent. Diese Zölle gelten ab sofort und erfassen nahezu alle Warengruppen. Trump begründete d…

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  • Trump und das Primat des Profits: Wie der Mercantilismus die amerikanische Außenpolitik formt

    Trump und das Primat des Profits: Wie der Mercantilismus die amerikanische Außenpolitik formt

    Die Außenpolitik Donald Trumps erscheint auf den ersten Blick erratisch und sprunghaft. Entscheidungen werden oft ad hoc verkündet, langjährige Bündnisse infrage gestellt, diplomatische Konventionen ignoriert. Doch unter der Oberfläche dieses scheinbaren Chaos erkennt der französische Politikwissenschaftler Frédéric Encel eine stringente Logik: „Le Nord de la boussole de Trump, c’est le mercantilisme“ – die Richtschnur von Trumps geopolitischer Orientierung sei der wirtschaftliche Nutzen für die Vereinigten Staaten. Mit dieser These eröffnet Encel eine Perspektive, die Trumps Handeln im internationalen Raum als konsequente Umsetzung eines neo-merkantilistischen Weltbildes interpretiert.

    Die Rückkehr eines ökonomisch dominierten Außenpolitikkonzepts ist dabei kein rein amerikanisches Phänomen, doch unter Trump erreichte es eine neue Radikalität. Die Vereinigten Staaten verstanden sich in der Nachkriegsordnung lange Zeit als Schutzmacht der freien Welt, als Garantiemacht des Multilateralismus. Diese Haltung wich in der Präsidentschaft Trumps einer Haltung, in der die Außenpolitik primär als Geschäft betrachtet wurde – ein Tauschhandel, bei dem militärische, diplomatische oder wirtschaftliche Zugeständnisse stets an eine direkte Gegenleistung geknüpft sind.

    Bilateralismus statt Bündnistreue

    Trump misstraute von Anfang an multilateralen Institutionen. Die NATO, die UNO, selbst die WTO galten ihm als Mechanismen, durch die die USA wirtschaftlich und sicherheitspolitisch ausgenutzt würden. Seine Außenpolitik zielte daher auf bilaterale Arrangements, in denen Machtasymmetrien direkter ausgenutzt werden konnten. Besonders deutlich wurde dies im Verhältnis zu Ländern wie der Ukraine: In Gesprächen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj bot Trump ein bilaterales Abkommen zur Ausbeutung seltener Erden an – ein Deal, der sich klar an amerikanischen Interessen orientierte, losgelöst von moralischen oder sicherheitspolitischen Erwägungen.

    Auch gegenüber europäischen Partnern zeigte sich Trumps nüchterne Haltung. Die Verteidigungsausgaben europäischer NATO-Staaten wurden zur wiederkehrenden Klage. Der Nutzen des Bündnisses wurde von ihm einzig unter dem Gesichtspunkt der Kosten-Nutzen-Rechnung betrachtet. „Die Europäer profitieren, die Amerikaner zahlen“ – so lautete das unausgesprochene, aber konsequent vertretene Credo. Encel fasst dies pointiert zusammen: Für Trump sei der Schutz Europas zu teuer – zumal ohne sichtbaren Gegenwert für die USA.

    Wirtschaftliche Logik als außenpolitische Maxime

    Diese Position steht in der Tradition des Merkantilismus, einer wirtschaftspolitischen Lehre des 17. und 18. Jahrhunderts, die nationale Stärke in direkter Abhängigkeit vom Handelsbilanzüberschuss sah. In Trumps Denken spiegelt sich diese Logik in der Fokussierung auf Handelsdefizite, die er als Zeichen nationaler Schwäche betrachtete. Ob gegenüber China, Mexiko oder Deutschland – überall dort, wo die USA ein Handelsdefizit aufwiesen, sah Trump unfairen Wettbewerb oder gar bewusste Ausbeutung.

    Die Zölle gegen China, die Neuaushandlung des NAFTA-Abkommens zu USMCA, die Drohungen gegen deutsche Autobauer – all dies sind Manifestationen dieser ökonomischen Maxime. Außenpolitik, so Trump, müsse sich rechnen. Militärische Präsenz, diplomatische Unterstützung, Entwicklungszusammenarbeit – alles steht unter dem Vorbehalt eines positiven Saldenausgleichs zugunsten Amerikas.

    Diese Haltung erklärt auch Trumps Nähe zu autoritären Regimen wie Russland oder Saudi-Arabien. Anstelle normativer Kriterien zählte allein der bilaterale Nutzen: Waffenverkäufe, Investitionen, Marktöffnungen. Die Menschenrechte oder demokratische Werte werden zur vernachlässigbaren Größe, wenn sie dem Geschäft im Wege stehen.

    Konsequenzen für die transatlantischen Beziehungen

    Für Europa bedeutet diese Politik eine fundamentale Herausforderung. Die traditionelle transatlantische Partnerschaft basierte auf gemeinsamen Werten, strategischen Interessen und einer multilateralen Ordnung. Trumps Haltung jedoch zwang die europäischen Staaten, ihre sicherheitspolitische Abhängigkeit von den USA zu überdenken. Der Ruf nach „strategischer Autonomie“ wurde unter Trumps Präsidentschaft lauter – insbesondere in Frankreich, aber auch zunehmend in Deutschland.

    Gleichzeitig offenbarte sich die strukturelle Schwäche Europas: die Abhängigkeit von amerikanischer Technologie, Sicherheitsgarantien und Wirtschaftsbeziehungen. Trump nutzte diese Hebel offen und ohne diplomatische Zurückhaltung. Die EU wurde nicht als Partner, sondern als wirtschaftlicher Rivale betrachtet. In dieser Perspektive stehen europäische Exportüberschüsse nicht für Wettbewerbsfähigkeit, sondern für Ausbeutung der USA.

    Eine neue Form geopolitischer Pragmatik?

    Encel argumentiert, dass Trumps Politik nicht als irrational, sondern als Ausdruck einer neuen geopolitischen Rationalität verstanden werden müsse – einer Rationalität, die nationale Stärke nicht aus normativen Prinzipien, sondern aus unmittelbarem wirtschaftlichen Gewinn ableitet. Diese Sichtweise mag für liberale Demokratien verstörend sein, sie findet jedoch weltweit Nachahmer. Der globale Trend zu Autarkie, Protektionismus und geopolitischem Kalkül folgt ähnlichen Mustern.

    Gleichzeitig zeigt sich, dass Trumps Politik durchaus Wirkung zeigt. Seine wirtschaftliche Fokussierung zwang andere Staaten zu Zugeständnissen: China akzeptierte neue Handelskonditionen, Mexiko intensivierte Grenzschutzmaßnahmen, Europa diskutiert ernsthaft über höhere Rüstungsausgaben. In dieser Hinsicht war Trumps außenpolitischer Stil nicht ineffektiv – er war nur radikal anders.

    Wie nachhaltig diese Strategie ist, bleibt indes offen. Die Abkehr von multilateralen Strukturen schwächt langfristig die globale Ordnung, von der auch die USA profitieren. Zudem bleibt unklar, ob diese Politik von der US-Regierung zukünftig fortgesetzt oder doch korrigiert wird. Derzeit bestätigt sich Trumps Motto: America first, im wörtlichsten Sinne.

    Autor: P. Tiko

  • Trumps Zollhammer trifft französische Wirtschaft ins Mark

    Trumps Zollhammer trifft französische Wirtschaft ins Mark

    Donald Trump macht Ernst mit seinem protektionistischen Kurs – und diesmal trifft es direkt die französische Wirtschaft. Der frühere US-Präsident kündigte neue Strafzölle in Höhe von 20 Prozent auf Produkte aus der Europäischen Union an. Unter dem Motto „Make America Rich Again“ entfesselt er eine neue Runde im globalen Handelskrieg – mit bitteren Folgen für Frankreich. Wein, Käse und Parfüm im Visier Besonders hart trifft der Schlag die französische Weinbranche. Die USA sind nicht nur ein wichtiger Partner, sondern der größte Exportmarkt für französische Weine – mit einem Volumen von 3,8 Milliarden Euro im Jahr 2024. Jetzt rechnen Winzer und Konzerne wie LVMH, Pernod Ricard oder Rémy Cointreau mit einem Absatzrückgang von mindestens 20 Prozent. Ein wirtschaftlicher Kater, den man nicht so leicht wegtrinkt. Und damit nicht genug. Auch Frankreichs Fromagerie-Industrie zieht die Stirn kraus. Bereits frühere Handelskonflikte hatten Exporteinbußen von rund 14 Millionen Euro verursacht – di…

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  • Trumps Zollpläne als Belastung für Europa – und eine Chance für China

    Trumps Zollpläne als Belastung für Europa – und eine Chance für China

    Donald Trump nennt es einen „Tag der Befreiung“ – doch für Europa, insbesondere für Frankreich und Deutschland, droht es ein Tag der wirtschaftlichen Belastung zu werden. Der ehemalige US-Präsident hat unlängst signalisiert, weitreichende Strafzölle auf Importe in die Vereinigten Staaten verhängen zu wollen. Ob es sich um eine pauschale Importabgabe oder um sogenannte reziproke Zölle handelt, die spiegelbildlich auf ausländische Handelsbarrieren reagieren, ist derzeit noch offen. Die Stoßrichtung ist jedoch klar: Trumps Ziel ist es, die US-Industrie zu stärken, Einnahmen zu generieren und zugleich die internationale Handelsordnung grundlegend zu erschüttern.

    Neue Zölle, alte Muster

    Für Beobachter in Paris und Berlin sind Trumps Pläne ein Déjà-vu mit potenziell schwerwiegenderen Folgen. Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Trump Zölle auf Stahl, Aluminium und Autos aus der EU erhoben. Damals konnte ein umfassender Handelskrieg durch diplomatisches Lavieren und sektorale Zugeständnisse abgewendet werden. Nun aber mehren sich die Anzeichen, dass es diesmal zu einem systemischen Bruch kommen könnte. In den ersten Monaten seiner zweiten Amtszeit lässt Trump wenig Bereitschaft erkennen, transatlantische Kompromisse zu suchen. Vielmehr richtet sich seine Rhetorik offen gegen Europa, das er als unfairen Profiteur des globalen Handels betrachtet.

    Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, kündigte an, man sei „vorbereitet zurückzuschlagen“, sollte Washington tatsächlich neue Zölle verhängen. Die EU habe „einen starken Plan“ und werde diesen auch umsetzen. In Paris reagierte man ähnlich unversöhnlich. Ein Meinungsbild in Frankreich zeigt, dass eine Mehrheit der Bevölkerung amerikanische Produkte boykottieren würde, sollte Trump ernst machen. Die ablehnende Stimmung in Deutschland ist sogar noch deutlicher: Lediglich 16 Prozent der Befragten bezeichneten die USA im März noch als vertrauenswürdigen Partner.

    Frankreichs Industrie unter Druck

    Für Frankreich sind die möglichen Folgen vielfältig. Das Land exportiert jährlich Waren im Wert von rund 50 Milliarden Euro in die USA – darunter vor allem Flugzeugteile, Wein, Luxusgüter und pharmazeutische Erzeugnisse. Gerade die französische Luxusindustrie, die stark vom US-Markt abhängt, könnte durch neue Zölle empfindlich getroffen werden. Zudem ist Präsident Emmanuel Macron bemüht, Frankreich als globale Handelsmacht zu positionieren. Ein eskalierender Handelsstreit mit den USA würde dieses strategische Ziel gefährden – und zugleich innenpolitisch als Schwäche gewertet.

    Macrons Bemühungen um eine europäische Industriepolitik erhalten durch die US-amerikanische Abkehr vom Multilateralismus zusätzliche Dringlichkeit. Frankreich drängt bereits seit Jahren auf eine koordinierte europäische Antwort auf chinesische und amerikanische Subventionspolitik. Sollte Trump seine Pläne realisieren, dürfte dieser Impuls weiter verstärkt werden.

    Deutschlands Exportmodell in Gefahr

    Noch gravierender sind die Auswirkungen auf Deutschland. Als größte Volkswirtschaft Europas und weltweit drittgrößter Exporteur ist Deutschland in besonderem Maße von freien Märkten abhängig. Die USA sind Deutschlands wichtigster Handelspartner außerhalb Europas. Der Fokus liegt auf Maschinenbau, Automobilindustrie und chemischen Produkten – allesamt Sektoren, die Trumps Politik ins Visier nimmt. Bereits 2018 drohte Trump mit Strafzöllen auf deutsche Autos, ein Schritt, der damals in letzter Minute abgewendet wurde. Eine Neuauflage dieses Szenarios würde das deutsche Exportmodell ins Mark treffen.

    Hinzu kommt die konjunkturelle Lage: Deutschland kämpft mit schwachem Wachstum, hoher Inflation und einem brüchigen industriellen Rückgrat. Neue US-Zölle könnten die fragile Lage verschärfen und eine Rezession auslösen. Die deutsche Wirtschaft stünde damit vor einem Dilemma: Einerseits ist sie auf internationale Märkte angewiesen, andererseits wird der politische Druck steigen, sich stärker autark und europäisch zu positionieren.

    Der lachende Dritte: China

    Während Europa um Schadensbegrenzung bemüht ist, beobachtet man in Peking die Entwicklungen mit Genugtuung. Chinesische Analysten sehen in Trumps Konfrontationskurs eine historische Chance. Wang Yiwei, Professor an der Renmin-Universität, sprach gegenüber der Zeitung El País von einem „historischen Bruch“ in den transatlantischen Beziehungen, der eine Annäherung Europas an China begünstigen könnte. Die monatelangen Bemühungen der Biden-Regierung, die EU auf einen härteren Kurs gegenüber China einzuschwören, drohen zunichtegemacht zu werden.

    Tatsächlich zeigt sich in den Hauptstädten Europas ein wachsendes Interesse an strategischer Autonomie. Der Bruch mit den USA könnte, so die Hoffnung in Peking, zu einer pragmatischeren Haltung Europas gegenüber China führen. Schon jetzt bemüht sich Peking, neue Gesprächskanäle zu öffnen – etwa in Form trilateraler Wirtschaftsforen mit Japan und Südkorea, an denen auch europäische Beobachter teilnehmen sollen.

    Der Rückzug Amerikas aus der multilateralen Ordnung

    Die USA selbst geben sich unterdessen unbeeindruckt vom Unmut ihrer Verbündeten. Trumps Regierung arbeitet an einer umfassenden Transformation des Staates – verbunden mit dem Rückbau föderaler Institutionen, Angriffen auf die Zivilgesellschaft und autoritären Tendenzen. Handels- und Außenpolitik sind dabei Ausdruck eines umfassenderen Paradigmenwechsels. In den Worten von Michael Froman, früherer US-Handelsbeauftragter und heutiger Präsident des Council on Foreign Relations: „Die Vereinigten Staaten betreiben eine Wirtschaftspolitik nach chinesischem Vorbild – nationalistisch, protektionistisch und staatszentriert.“

    Dieser Wandel ist für Europa von strategischer Bedeutung. Frankreich und Deutschland stehen vor der Aufgabe, den multilateralen Konsens neu zu definieren – notfalls auch ohne amerikanische Beteiligung. Das bedeutet nicht nur wirtschaftspolitische Umstellungen, sondern auch eine Neujustierung außenpolitischer Prioritäten.

    Während Washington sich abschottet, ist Europa gezwungen, sich als eigenständiger geopolitischer Akteur zu behaupten. Dies setzt jedoch eine klare Linie, wirtschaftlichen Mut und vor allem europäische Einigkeit voraus – Eigenschaften, die in den letzten Jahren nicht immer sichtbar waren.

    Von Andreas Brucker

  • Trumps Zollpolitik: Abschottung um jeden Preis

    Trumps Zollpolitik: Abschottung um jeden Preis

    Am 3. April tritt in den USA ein neuer, einschneidender Schritt in der Handelspolitik in Kraft: Präsident Donald Trump hat einen zusätzlichen Zollsatz von 25 Prozent auf ausländische Autos und leichte Nutzfahrzeuge angekündigt. Es ist ein weiterer Vorstoß seiner „America First“-Strategie, die die inländische Industrie stärken soll – ungeachtet möglicher negativer Auswirkungen auf Konsumentenpreise und internationale Handelsbeziehungen. Trumps Haltung dazu ist unmissverständlich: „Ich hoffe, die Preise steigen. Dann kaufen die Leute amerikanische Autos.“

    Abschottung als Wirtschaftspolitik

    Donald Trumps wirtschaftspolitischer Kurs setzt seit Jahren auf Protektionismus. Die jüngste Ankündigung eines 25-prozentigen Aufschlags auf importierte Fahrzeuge reiht sich ein in eine Reihe von Maßnahmen, die auf die Stärkung der US-amerikanischen Industrie abzielen – und dabei gezielt auf Handelsbarrieren setzen. Trump begründet dies mit dem Ziel, Arbeitsplätze im eigenen Land zu sichern und die nationale Produktion zu fördern. In seinem Interview mit dem US-Sender NBC zeigte er sich demonstrativ unbeeindruckt von den möglichen Folgen für die Verbraucher: „Ich hoffe, die Preise steigen.“

    Der Eingriff betrifft nicht nur komplette Fahrzeuge, sondern auch einzelne Bauteile. Zwar sind Teilelieferungen aus Mexiko und Kanada vorerst ausgenommen – sie unterliegen dem USMCA-Freihandelsabkommen –, doch auch hier herrscht Unsicherheit. Viele Hersteller verfügen über komplexe, grenzüberschreitende Lieferketten, die auf Just-in-Time-Logistik und günstige Komponentenimporte angewiesen sind. Diese könnten durch neue Zölle empfindlich gestört werden.

    Auswirkungen auf die Automobilbranche

    Die Reaktion der Märkte ließ nicht lange auf sich warten. Die Aktienkurse großer US-Hersteller wie General Motors und Ford verzeichneten unmittelbar nach der Ankündigung Kursverluste. Obwohl die Maßnahme ostensiv darauf abzielt, gerade diesen Konzernen zu helfen, erzeugt sie Unsicherheit. Unternehmen, die bereits stark im Ausland produzieren oder auf internationale Zulieferer angewiesen sind, stehen vor höheren Kosten, möglichen Lieferverzögerungen und dem Zwang zur Umstrukturierung ihrer Produktionsketten.

    Zudem ist nicht ausgemacht, dass sich die heimische Produktion kurzfristig ausweiten lässt. Der Aufbau neuer Fabriken ist kapitalintensiv und langwierig. Auch der Fachkräftemangel in der US-Industrie stellt eine Hürde dar. In der Praxis könnten höhere Importkosten schlichtweg an die Konsumenten weitergegeben werden – mit der Folge steigender Autopreise.

    Die Konsumenten zahlen den Preis

    Die Folgen dieser Zölle werden insbesondere US-amerikanische Verbraucher zu spüren bekommen. Laut aktuellen Schätzungen könnte ein Mittelklassewagen im Schnitt um 1.500 bis 2.000 Dollar teurer werden. Besonders betroffen sind Modelle, die aus Europa oder Asien importiert werden, aber auch viele Fahrzeuge, die in Mexiko montiert werden. Zwar mag der durchschnittliche Käufer patriotisch eingestellt sein – ob er jedoch bereit ist, mehrere tausend Dollar mehr zu zahlen, nur um ein in den USA gefertigtes Fahrzeug zu erwerben, ist fraglich.

    Die Erwartung, dass Konsumenten automatisch zu „amerikanischen“ Marken greifen, könnte sich als Fehleinschätzung erweisen. Viele der meistverkauften Fahrzeuge in den USA, wie der Toyota Camry oder der Honda CR-V, werden bereits zum Teil oder vollständig in US-Werken gefertigt. Umgekehrt lassen auch US-Hersteller einen Teil ihrer Produktion im Ausland abwickeln. Die Grenzen zwischen „amerikanisch“ und „ausländisch“ verlaufen zunehmend verschwommen.

    Internationale Reaktionen und mögliche Gegenmaßnahmen

    Die Entscheidung Washingtons dürfte auch auf internationaler Ebene für neue Spannungen sorgen. Die Europäische Union und Länder wie Japan oder Südkorea, deren Automobilkonzerne stark auf den US-Markt angewiesen sind, könnten mit eigenen Gegenmaßnahmen reagieren. Bereits während der ersten Runde von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium im Jahr 2018 hatte die EU mit Gegenzöllen auf US-Produkte wie Motorräder und Whiskey geantwortet.

    Eine Eskalation im Automobilbereich hätte deutlich weitreichendere wirtschaftliche Folgen. Der internationale Autohandel ist ein empfindliches Geflecht globaler Wertschöpfungsketten. Eine Fragmentierung dieser Strukturen durch einseitige nationale Maßnahmen könnte zu einer dauerhaften Verlagerung von Handelsströmen und Investitionsentscheidungen führen – nicht unbedingt zugunsten der Vereinigten Staaten.

    Politisches Kalkül hinter ökonomischer Härte

    Trump setzt mit seiner jüngsten Zollpolitik auch ein innenpolitisches Signal. In seiner zweiten Amtszeit will er sich erneut als kompromissloser Verfechter amerikanischer Interessen präsentieren. Seine Botschaft an die Industrie ist unmissverständlich: „Wenn ihr nicht in den USA produziert, habt ihr ein Problem.“ Es ist eine Mischung aus Druck und Anreiz, die auf kurzfristige Effekte und Schlagzeilen setzt – ungeachtet langfristiger Risiken.

    Dass Trump mit dieser Haltung auch innerhalb der republikanischen Partei polarisiert, ist kein Geheimnis. Wirtschaftsliberale Flügel kritisieren seine Abschottungspolitik als innovationshemmend und wachstumsfeindlich. Auch viele konservative Ökonomen zweifeln daran, dass ein solcher Protektionismus die strukturellen Probleme der US-Industrie lösen kann. Doch Trumps Strategie ist primär politischer Natur – wirtschaftliche Rationalität steht dabei nicht im Vordergrund.

    Autor: MAB

  • Trump-Zölle schüren Angst vor globalem Handelskrieg – und andere World-News

    Trump-Zölle schüren Angst vor globalem Handelskrieg – und andere World-News

    Die Ankündigung von Präsident Trump, einen Strafzoll von 25 Prozent auf Autos und Autoteile zu erheben, hat die weltweite Automobilbranche aufgeschreckt. Die Aktienmärkte in Asien, Europa und den USA reagierten nervös, zahlreiche Autohersteller mussten Kursverluste hinnehmen. Trump droht nun sogar offen damit, gezielt die EU und Kanada zu bestrafen, falls diese gemeinsam Vergeltungsmaßnahmen ergreifen sollten.

    Die Zölle sollen ab nächstem Donnerstag in Kraft treten und würden alle Autos sowie bestimmte Autoteile betreffen, die in die USA exportiert werden. Länder wie Mexiko, Japan, Südkorea und Kanada sind besonders betroffen – sie stehen für rund 75 Prozent aller Fahrzeugimporte der USA.

    Damit steht Trumps eigenwillige Theorie zur Handelspolitik auf dem Prüfstand: Zölle sollen laut ihm Unternehmen dazu bringen, ihre Produktionsstätten in die USA zu verlegen – mit dem Ziel, mehr Jobs für Amerikaner zu schaffen. Ökonomen sehen das deutlich differenzierter und warnen vor schwerwiegenden Nebenwirkungen für die Weltwirtschaft.

    Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Mark Carney, Kanadas Premier, sprach davon, dass die USA „kein verlässlicher Partner“ mehr seien. Sein Land wolle bereits nächste Woche mit Gegenzöllen reagieren. In Deutschland, wo der Automobilsektor stark exportorientiert ist, forderte Wirtschaftsminister Robert Habeck eine klare Antwort der EU: „Es muss deutlich werden, dass wir uns nicht einschüchtern lassen.“


    Vage Zukunft für die Ukraine nach dem Krieg

    In Paris trafen sich europäische Staats- und Regierungschefs, um über einen französischen Vorschlag zu beraten: Eine sogenannte „Beruhigungstruppe“ soll helfen, einen möglichen Friedensprozess in der Ukraine abzusichern. Doch wie genau diese Truppe aussehen soll – das steht noch in den Sternen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte, viele Details seien noch nicht geklärt. Moskau indes lehnt das Konzept kategorisch ab.

    Das Treffen folgte auf dreitägige, von den USA vermittelte Gespräche in Saudi-Arabien. Dabei konnten Russland und die Ukraine zumindest vorläufige Einigungen erzielen – etwa auf ein Ende der Angriffe auf Energieanlagen sowie auf ein Ende der Kämpfe im Schwarzen Meer. Allerdings: Die Vereinbarungen haben Haken.

    Denn Russland stellt Bedingungen. Moskau fordert unter anderem die Aufhebung von Beschränkungen im Bereich Schifffahrt, Versicherungen und Banken, die die Agrarexporte des Landes massiv erschweren. „Russland möchte außerdem, dass die Sanktionen gegen die staatliche Agrarbank fallen und diese wieder an das internationale Zahlungssystem Swift angeschlossen wird“, erklärt Paul Sonne, Russland-Experte. Doch das setzt die Zustimmung europäischer Partner voraus – und genau die waren bei den Gesprächen in Saudi-Arabien außen vor.


    Unmut gegen Hamas wächst – Proteste in Gaza nehmen zu

    In Gaza hat sich etwas bewegt. Zum ersten Mal seit Beginn des Krieges im Jahr 2023 gehen Menschen offen auf die Straße – gegen die Herrschaft der Hamas und für ein Ende des Krieges. Zwar sind die Demonstrationen bisher eher klein, doch sie gelten als der deutlichste Ausdruck des Unmuts seit Langem.

    Früher hat Hamas solche Proteste mit harter Hand zerschlagen. Diesmal ist das Bild ein anderes: Ihre Sicherheitskräfte halten sich auffallend zurück. Der Grund dürfte in der angespannten Lage liegen – zum einen wächst der Druck aus der Bevölkerung, zum anderen erschwert die ständige Bedrohung durch israelische Luftangriffe jede Reaktion.


    Weitere wichtige Meldungen im Überblick:

    • Südkorea: Verheerende Waldbrände haben bereits 88.000 Hektar Land verwüstet. Zwei buddhistische Tempel, die seit 1.000 Jahren bestehen, wurden zerstört. 37.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, 27 Menschen kamen ums Leben.
    • Ägypten: Vor der Küste des Roten Meeres sank ein U-Boot mit russischen Touristen. Sechs Personen starben, Rettungsteams konnten weitere Menschen aus dem Wasser retten.
    • Türkei: Die BBC berichtet, dass ihr Journalist Mark Lowen in Istanbul festgenommen und abgeschoben wurde – nach seiner Berichterstattung über regierungskritische Proteste.
    • USA: Eine Recherche der New York Times beleuchtet die wachsende Szene sogenannter „Pädophilenjäger“ – Internetaktivisten, die ihre Opfer in teils brutalen Videos bloßstellen.
    • Großbritannien: König Charles III. wurde kurzzeitig im Krankenhaus behandelt, nachdem er Nebenwirkungen seiner Krebsbehandlung zeigte. Inzwischen ist er wieder zurück in seiner Londoner Residenz.
    • Frankreich: Die Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre Haft für Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. Ihm wird vorgeworfen, 2007 illegale Wahlkampfhilfe aus Libyen angenommen zu haben.
    • USA: Ein Gericht hat Texas untersagt, eine Vorladung gegen eine Ärztin aus New York zu erlassen, weil sie einer texanischen Frau Abtreibungspillen verschrieben hatte.
    • Südsudan: Vizepräsident Riek Machar wurde unter Hausarrest gestellt. Dieser Schritt bringt das ohnehin fragile Friedensabkommen des Landes ins Wanken.
    • Algerien: Der französisch-algerische Schriftsteller Boualem Sansal wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt – ein Urteil, das weltweit bei Kulturschaffenden Empörung auslöste.
    • Archäologie: In Ägypten wurde südlich von Kairo ein gigantisches Grab entdeckt – vermutlich das eines bisher unbekannten Pharaos, etwa 3.600 Jahre alt. Und in England dürfen Archäologen endlich über bedeutende Funde aus der Eisenzeit sprechen, die sie seit 2021 ausgraben.
    • Soziale Medien: Facebook plant ein neues „Freunde“-Tab, in dem Beiträge von Freunden und Familie im Fokus stehen – zurück zu den Wurzeln der Plattform also.

  • Donald Trump droht der Europäischen Union und Kanada mit neuen Strafzöllen, sollten sie sich zum Nachteil der USA abstimmen

    Donald Trump droht der Europäischen Union und Kanada mit neuen Strafzöllen, sollten sie sich zum Nachteil der USA abstimmen

    „Wenn die Europäische Union mit Kanada zusammenarbeitet, um den Vereinigten Staaten wirtschaftlich zu schaden, werden beiden großflächige Zölle auferlegt, die deutlich über die derzeit vorgesehenen hinausgehen“, warnte der US-Präsident auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social.

    Es ist eine neue Drohgebärde in dem von Washington entfachten Handelskonflikt. Am Donnerstag, dem 27. März, kündigte Donald Trump an, der Europäischen Union und Kanada zusätzliche Zölle aufzuerlegen, sollten sie sich wirtschaftlich gegen die USA verbünden. Wörtlich schrieb er: „Wenn die EU mit Kanada zusammenarbeitet, um den Vereinigten Staaten wirtschaftlich zu schaden, werden groß angelegte Zölle, die weit über das bislang Geplante hinausgehen, gegen beide Länder verhängt – zum Schutz des besten Freundes, den jedes dieser beiden Länder je hatte!“

    Die Vereinigten Staaten haben bereits Zölle auf Stahl und Aluminium erhöht – beides Produkte, bei denen Kanada ein bedeutender Lieferant ist. Auf europäischer Seite sind zahlreiche Industriezweige ins Visier Washingtons geraten. So kündigte Trump am Mittwoch neue Strafzölle auf importierte Automobile an – ein Schritt, der unter anderem die deutsche Automobilindustrie empfindlich treffen dürfte.

    „Ein direkter Angriff auf die Arbeiter“

    Die neuen Autozölle sollen für alle Fahrzeuge gelten, „die nicht in den Vereinigten Staaten hergestellt werden“, so Trump bei einer Erklärung im Weißen Haus. Sie sollen am 2. April in Kraft treten und ab dem darauffolgenden Tag erhoben werden. Der gesamte Steuersatz beläuft sich auf 27,5 Prozent des Fahrzeugwertes. Trump rechtfertigte die Maßnahme mit den Worten: „Wir werden die Länder bezahlen lassen, die in unserem Land Geschäfte machen und unseren Reichtum an sich reißen.“

    Kanadas Premierminister Mark Carney verurteilte die Maßnahme als „direkten Angriff auf die Arbeiter“ seines Landes. Er versprach entschlossenen Widerstand: „Wir werden sie verteidigen – wir werden unsere Industrie, unsere Arbeiter, unser Land verteidigen.“ Sollten die derzeit ausgesetzten Strafzölle auf Produkte aus Kanada oder Mexiko zur Anwendung kommen, könnten Autos aus diesen Ländern sogar mit bis zu 50 Prozent besteuert werden.

    Trumps Drohungen erfolgen wenige Tage vor der erwarteten Inkraftsetzung wechselseitiger Zölle, mit denen die USA Importe künftig in gleicher Höhe besteuern wollen wie amerikanische Produkte im Ausland belastet werden. Mitte März hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Beziehungen zwischen der EU und Kanada als „wichtiger denn je“ bezeichnet. Am Tag des Amtsantritts von Premierminister Carney erklärte sie auf dem Netzwerk X: „Europa und Kanada sind Freunde und vertrauenswürdige Partner. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen zum Schutz der Demokratie, für freien und fairen Handel und unsere gemeinsamen Werte.“

  • Trump droht mit 25-Prozent-Zoll auf Autos – ein riskanter „Schutz“ für Amerikas Industrie

    Trump droht mit 25-Prozent-Zoll auf Autos – ein riskanter „Schutz“ für Amerikas Industrie

    Am 3. April 2025 will Donald Trump einen drastischen Schritt im internationalen Handel vollziehen: Mit einem flächendeckenden Zollsatz von 25 Prozent auf alle importierten Autos und Autoteile will er die amerikanische Autoindustrie stärken und Arbeitsplätze sichern. Doch diese protektionistische Maßnahme birgt erhebliche wirtschaftliche und geopolitische Risiken – für die Vereinigten Staaten ebenso wie für ihre Handelspartner.

    Rückkehr der Industriepolitik im Stil der 1980er-Jahre

    Trump argumentiert, dass die Maßnahme eine Reaktion auf unfaire Handelspraktiken sei und zugleich ein Instrument zur Reindustrialisierung der Vereinigten Staaten darstelle. Tatsächlich knüpft die geplante Zollregelung an eine lange Tradition protektionistischer Politik in der US-Industrie an – etwa an die sogenannten „Voluntary Export Restraints“ gegen Japan in den 1980er-Jahren, die auf Druck Washingtons zu einer freiwilligen Begrenzung japanischer Autoexporte führten.

    Doch während sich damals die asiatischen Autobauer allmählich mit US-Werken arrangierten und Arbeitsplätze vor Ort schufen, könnte der jetzige Schritt zu einer massiven Belastung für die global eng verflochtene Autoindustrie werden.

    Ein tiefer Einschnitt in globale Lieferketten

    Betroffen sind nicht nur fertige Fahrzeuge, sondern auch essenzielle Komponenten wie Motoren, Getriebe und elektrische Bauteile. Da nahezu jedes moderne Fahrzeug auf internationale Zulieferungen angewiesen ist, werden auch US-Autohersteller wie Ford oder General Motors die Auswirkungen zu spüren bekommen. Experten der Brookings Institution weisen darauf hin, dass selbst Fahrzeuge „Made in USA“ teils zu über 40 Prozent aus importierten Teilen bestehen.

    Die Folge: höhere Produktionskosten, die an die Verbraucher weitergegeben werden. Analysten von Bloomberg schätzen, dass der durchschnittliche Neuwagenpreis in den USA um 2.000 bis 5.000 US-Dollar steigen könnte – zusätzlich zu den Preisanstiegen seit der Pandemie.

    Unruhe an den Börsen und Widerstand aus der Wirtschaft

    Schon die Ankündigung der Maßnahme ließ die Aktienkurse großer Hersteller abstürzen: Ford verlor am Tag der Ankündigung knapp sieben Prozent, General Motors fünf, Toyota sogar acht Prozent. Branchenverbände warnen, dass die Zölle nicht nur die Preise in die Höhe treiben, sondern auch die Nachfrage dämpfen könnten – mit negativen Effekten auf Produktion und Beschäftigung.

    Nicht alle Stimmen aus der Industrie sind jedoch kritisch. Der Vorsitzende der mächtigen Gewerkschaft United Auto Workers, Shawn Fain, nannte die Zölle einen „wichtigen Schritt zur Verteidigung amerikanischer Arbeitsplätze“. Für viele Arbeiter im Mittleren Westen, die in Trumps Wahlstrategie eine zentrale Rolle spielen, könnte dies als Signal verstanden werden, dass der Staat bereit ist, heimische Industrie gegen ausländische Konkurrenz zu verteidigen.

    Internationale Kritik und drohende Vergeltungsmaßnahmen

    Die Reaktionen aus dem Ausland ließen nicht lange auf sich warten. Der kanadische Premierminister Mark Carney sprach von einem „direkten Angriff auf kanadische Arbeiter“ und kündigte Gegenmaßnahmen an. Kanada ist einer der wichtigsten Handelspartner der USA im Automobilbereich – 2024 exportierte das Land Fahrzeuge und Autoteile im Wert von rund 62 Milliarden US-Dollar in die Vereinigten Staaten.

    Auch aus Europa kam scharfe Kritik: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einer „konfrontativen und kontraproduktiven Maßnahme“, Frankreichs Wirtschaftsminister Éric Lombard warnte vor einem Handelskrieg. Die EU prüft nun, ob die Zölle mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) vereinbar sind – die Erfolgsaussichten eines solchen Vorgehens sind jedoch ungewiss, da Trump sich bereits in seiner ersten Amtszeit wiederholt über WTO-Regeln hinweggesetzt hatte.

    Geopolitische Dimensionen: China und Mexiko im Fokus

    China, das 2024 rund 500.000 Fahrzeuge in die USA exportierte, dürfte neben der EU und Kanada zu den am stärksten betroffenen Ländern zählen. Peking reagierte bisher zurückhaltend, warnte jedoch vor einer „Eskalation der wirtschaftlichen Konfrontation“. In Mexiko, wo viele US-Hersteller kostengünstig produzieren, wächst die Sorge vor Standortverlagerungen oder massiven Produktionseinbrüchen.

    Auch für Japan und Südkorea, deren Hersteller Hyundai, Honda oder Toyota große Marktanteile in den USA halten, ist die Lage brisant. In Tokio sprach der Regierungssprecher von einem „tiefen Bedauern“ und verwies auf die mehr als 90.000 Arbeitsplätze, die japanische Unternehmen in US-Werken geschaffen hätten.

    Wirtschaftspolitische Risiken für die USA selbst

    Für die US-Wirtschaft droht eine doppelte Belastung: Einerseits steigen die Konsumentenpreise – was die Inflationsbekämpfung der US-Notenbank Fed erschwert. Andererseits könnte die Exportwirtschaft unter Gegenmaßnahmen leiden. Schon jetzt haben die USA ein Handelsdefizit im Automobilbereich von über 150 Milliarden US-Dollar, das sich durch einen Handelskonflikt weiter verschärfen könnte.

    Darüber hinaus ist unklar, ob die Zölle überhaupt ihr erklärtes Ziel erreichen – die Verlagerung von Produktion und die Schaffung gut bezahlter Industriearbeitsplätze. Laut einer Analyse des Peterson Institute for International Economics könnten kurzfristig zwar einige Montagekapazitäten in die USA verlagert werden, langfristig jedoch drohten Investitionsrückgänge und Innovationsverluste.

    Eine Wette auf protektionistische Politik

    Donald Trumps Ankündigung markiert eine Zuspitzung seiner handelspolitischen Strategie, die sich zunehmend vom Multilateralismus abwendet und auf bilaterale Machtpolitik setzt. Seine Maßnahme deutet auf ein kalkuliertes politisches Signal hin: Wirtschaftlicher Nationalismus als Mobilisierungsinstrument für die eigene Wählerschaft.

    Ob diese Strategie aufgeht, hängt nicht zuletzt von der Reaktion der internationalen Handelspartner ab – und davon, wie tiefgreifend die negativen Auswirkungen auf Wirtschaft und Verbraucher in den USA tatsächlich sein werden.

    Von Andreas Brucker

  • Neu veröffentlichte Signal-Nachrichten – und weitere World-News

    Neu veröffentlichte Signal-Nachrichten – und weitere World-News

    Gestern wurden weitere Nachrichten aus einem Signal-Gruppenchat veröffentlicht, in dem hochrangige Sicherheitsbeamte des US-Präsidenten Donald Trump Pläne zur Bombardierung von Huthi-Zielen im Jemen diskutierten. In diesen Chat war versehentlich auch der Chefredakteur des Magazins The Atlantic eingebunden worden.

    Bei einem Auftritt vor der Presse spielte Trump die Bedeutung des Leaks herunter und bezeichnete die Aufregung als „Hexenjagd“. Er machte die Messaging-App für die versehentliche Einbindung des Journalisten verantwortlich.

    Vertreter der Demokratischen Partei forderten daraufhin den Rücktritt von Verteidigungsminister Pete Hegseth. Ihm wird vorgeworfen, durch die Preisgabe des genauen Zeitpunkts der Angriffe amerikanische Soldaten gefährdet zu haben. Hegseth wies die Vorwürfe zurück und erklärte, es habe sich bei den Informationen nicht um „Kriegspläne“ gehandelt.

    Technisch gesehen enthielten die Nachrichten keine formalen Kriegspläne. Allerdings sind die Beschreibungen von Hegseth derart detailliert gewesen, dass dieser Unterschied kaum relevant gewesen ist.

    Wären die Nachrichten geleakt worden, hätten die Huthis im Voraus gewarnt werden können, die betreffenden Orte zu verlassen und einen Erfolg Operation zu vereiteln. Die Rebellen hätten auch Angriffe auf die US-Flugzeuge vorbereiten können – was das Leben der Piloten gefährdet hätte.

    Handelskrieg: Trump kündigte neue Zölle an

    Trump kündigte an, einen Einfuhrzoll von 25 Prozent auf alle Autos und bestimmte Autoteile zu erheben, die in die USA importiert werden. Die Maßnahme könnte die Lieferketten stark beeinträchtigen und zu spürbaren Preiserhöhungen für US-Verbraucher führen – gleichzeitig könnten aber auch Unternehmen wie Tesla profitieren.

    Waffenstillstandsgespräche verschaffen Russland Zeit

    Widersprüchliche Aussagen aus Russland, den USA und der Ukraine zu den laufenden Waffenstillstandsverhandlungen deuten auf einen chaotischen Prozess hin. Analysten zufolge spielt der Kreml gezielt auf Zeit und verschafft sich so strategische Vorteile.

    Vereinbarungen über eine Waffenruhe im Schwarzen Meer sowie über ein 30-tägiges Aussetzen von Angriffen auf Energieinfrastruktur nutzen Moskau mehr als Kiew. Selbst Trump räumte jetzt ein, dass Russland die Gespräche möglicherweise absichtlich hinauszögert, um eigene Ziele voranzutreiben.

    Es gibt erhebliche Zweifel daran, ob Russland ernsthaft verhandelt oder einfach nur auf Zeit spielt. Den bisherigen Stellungnahmen zufolge hat die Ukraine kaum etwas erreicht.

    Trotz demonstrativer Einigkeit kämpfen die europäischen Regierungen damit, die finanzielle Lücke zu schließen, die durch den Rückzug der USA aus der Ukrainehilfe entsteht – und gleichzeitig ihre eigene Verteidigung zu stärken.

    Opposition in der Türkei ruft zu Massenprotesten auf

    In der Türkei fordert die Opposition die Bürger zu einer Großkundgebung auf, um gegen die Inhaftierung von Präsident Erdogans wichtigstem politischen Rivalen Ekrem Imamoglu zu protestieren. Zudem wird zum Boykott von Unternehmen aufgerufen, die Erdogan unterstützen.

    Die Festnahme Imamoglus hat landesweite Proteste ausgelöst: Hunderttausende Menschen versammeln sich seither jede Nacht in Istanbul und anderen Städten. Die Regierung reagiert mit harter Hand. Nach Angaben des Innenministeriums wurden bisher über 1.300 Menschen festgenommen, darunter auch 11 Journalistinnen und Journalisten.


    WEITERE NACHRICHTEN DES TAGES

    • Sudan: Die Rapid Support Forces, eine paramilitärische Einheit, haben sich weitgehend aus der Hauptstadt zurückgezogen, die sie seit Beginn des Bürgerkriegs vor fast zwei Jahren besetzt hielten.
    • Südkorea: Mindestens 24 Tote und zahlreiche Verletzte durch verheerende Waldbrände, die laut Behörden historische Ausmaße erreichen könnten.
    • Brasilien: Der Oberste Gerichtshof ordnete ein Verfahren gegen Ex-Präsident Jair Bolsonaro an – wegen versuchten Staatsstreichs.
    • Gaza: Hunderte Palästinenser protestieren bereits den zweiten Tag in Folge gegen die Hamas.
    • Israel: Mit dem neuen Staatshaushalt sichert sich Premierminister Benjamin Netanjahu weiteren Rückhalt und zeigt, dass das Land weiter auf Kriegskurs bleibt.
    • Südkorea: Eine Untersuchungskommission deckte auf, dass Adoptionsagenturen in der Vergangenheit fragwürdige Praktiken anwendeten, um Kinder in die USA und nach Europa zu vermitteln.
    • Indien: Zahlreiche US-Unternehmen expandieren derzeit stark in Indien und eröffnen dort neue Büroparks.
    • Japan: Masaki Kashiwara wurde mit dem diesjährigen Abel-Preis ausgezeichnet – dem Nobelpreis der Mathematik.