Schlagwort: Wirtschaft

  • Trump und das Primat des Profits: Wie der Mercantilismus die amerikanische Außenpolitik formt

    Trump und das Primat des Profits: Wie der Mercantilismus die amerikanische Außenpolitik formt

    Die Außenpolitik Donald Trumps erscheint auf den ersten Blick erratisch und sprunghaft. Entscheidungen werden oft ad hoc verkündet, langjährige Bündnisse infrage gestellt, diplomatische Konventionen ignoriert. Doch unter der Oberfläche dieses scheinbaren Chaos erkennt der französische Politikwissenschaftler Frédéric Encel eine stringente Logik: „Le Nord de la boussole de Trump, c’est le mercantilisme“ – die Richtschnur von Trumps geopolitischer Orientierung sei der wirtschaftliche Nutzen für die Vereinigten Staaten. Mit dieser These eröffnet Encel eine Perspektive, die Trumps Handeln im internationalen Raum als konsequente Umsetzung eines neo-merkantilistischen Weltbildes interpretiert.

    Die Rückkehr eines ökonomisch dominierten Außenpolitikkonzepts ist dabei kein rein amerikanisches Phänomen, doch unter Trump erreichte es eine neue Radikalität. Die Vereinigten Staaten verstanden sich in der Nachkriegsordnung lange Zeit als Schutzmacht der freien Welt, als Garantiemacht des Multilateralismus. Diese Haltung wich in der Präsidentschaft Trumps einer Haltung, in der die Außenpolitik primär als Geschäft betrachtet wurde – ein Tauschhandel, bei dem militärische, diplomatische oder wirtschaftliche Zugeständnisse stets an eine direkte Gegenleistung geknüpft sind.

    Bilateralismus statt Bündnistreue

    Trump misstraute von Anfang an multilateralen Institutionen. Die NATO, die UNO, selbst die WTO galten ihm als Mechanismen, durch die die USA wirtschaftlich und sicherheitspolitisch ausgenutzt würden. Seine Außenpolitik zielte daher auf bilaterale Arrangements, in denen Machtasymmetrien direkter ausgenutzt werden konnten. Besonders deutlich wurde dies im Verhältnis zu Ländern wie der Ukraine: In Gesprächen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj bot Trump ein bilaterales Abkommen zur Ausbeutung seltener Erden an – ein Deal, der sich klar an amerikanischen Interessen orientierte, losgelöst von moralischen oder sicherheitspolitischen Erwägungen.

    Auch gegenüber europäischen Partnern zeigte sich Trumps nüchterne Haltung. Die Verteidigungsausgaben europäischer NATO-Staaten wurden zur wiederkehrenden Klage. Der Nutzen des Bündnisses wurde von ihm einzig unter dem Gesichtspunkt der Kosten-Nutzen-Rechnung betrachtet. „Die Europäer profitieren, die Amerikaner zahlen“ – so lautete das unausgesprochene, aber konsequent vertretene Credo. Encel fasst dies pointiert zusammen: Für Trump sei der Schutz Europas zu teuer – zumal ohne sichtbaren Gegenwert für die USA.

    Wirtschaftliche Logik als außenpolitische Maxime

    Diese Position steht in der Tradition des Merkantilismus, einer wirtschaftspolitischen Lehre des 17. und 18. Jahrhunderts, die nationale Stärke in direkter Abhängigkeit vom Handelsbilanzüberschuss sah. In Trumps Denken spiegelt sich diese Logik in der Fokussierung auf Handelsdefizite, die er als Zeichen nationaler Schwäche betrachtete. Ob gegenüber China, Mexiko oder Deutschland – überall dort, wo die USA ein Handelsdefizit aufwiesen, sah Trump unfairen Wettbewerb oder gar bewusste Ausbeutung.

    Die Zölle gegen China, die Neuaushandlung des NAFTA-Abkommens zu USMCA, die Drohungen gegen deutsche Autobauer – all dies sind Manifestationen dieser ökonomischen Maxime. Außenpolitik, so Trump, müsse sich rechnen. Militärische Präsenz, diplomatische Unterstützung, Entwicklungszusammenarbeit – alles steht unter dem Vorbehalt eines positiven Saldenausgleichs zugunsten Amerikas.

    Diese Haltung erklärt auch Trumps Nähe zu autoritären Regimen wie Russland oder Saudi-Arabien. Anstelle normativer Kriterien zählte allein der bilaterale Nutzen: Waffenverkäufe, Investitionen, Marktöffnungen. Die Menschenrechte oder demokratische Werte werden zur vernachlässigbaren Größe, wenn sie dem Geschäft im Wege stehen.

    Konsequenzen für die transatlantischen Beziehungen

    Für Europa bedeutet diese Politik eine fundamentale Herausforderung. Die traditionelle transatlantische Partnerschaft basierte auf gemeinsamen Werten, strategischen Interessen und einer multilateralen Ordnung. Trumps Haltung jedoch zwang die europäischen Staaten, ihre sicherheitspolitische Abhängigkeit von den USA zu überdenken. Der Ruf nach „strategischer Autonomie“ wurde unter Trumps Präsidentschaft lauter – insbesondere in Frankreich, aber auch zunehmend in Deutschland.

    Gleichzeitig offenbarte sich die strukturelle Schwäche Europas: die Abhängigkeit von amerikanischer Technologie, Sicherheitsgarantien und Wirtschaftsbeziehungen. Trump nutzte diese Hebel offen und ohne diplomatische Zurückhaltung. Die EU wurde nicht als Partner, sondern als wirtschaftlicher Rivale betrachtet. In dieser Perspektive stehen europäische Exportüberschüsse nicht für Wettbewerbsfähigkeit, sondern für Ausbeutung der USA.

    Eine neue Form geopolitischer Pragmatik?

    Encel argumentiert, dass Trumps Politik nicht als irrational, sondern als Ausdruck einer neuen geopolitischen Rationalität verstanden werden müsse – einer Rationalität, die nationale Stärke nicht aus normativen Prinzipien, sondern aus unmittelbarem wirtschaftlichen Gewinn ableitet. Diese Sichtweise mag für liberale Demokratien verstörend sein, sie findet jedoch weltweit Nachahmer. Der globale Trend zu Autarkie, Protektionismus und geopolitischem Kalkül folgt ähnlichen Mustern.

    Gleichzeitig zeigt sich, dass Trumps Politik durchaus Wirkung zeigt. Seine wirtschaftliche Fokussierung zwang andere Staaten zu Zugeständnissen: China akzeptierte neue Handelskonditionen, Mexiko intensivierte Grenzschutzmaßnahmen, Europa diskutiert ernsthaft über höhere Rüstungsausgaben. In dieser Hinsicht war Trumps außenpolitischer Stil nicht ineffektiv – er war nur radikal anders.

    Wie nachhaltig diese Strategie ist, bleibt indes offen. Die Abkehr von multilateralen Strukturen schwächt langfristig die globale Ordnung, von der auch die USA profitieren. Zudem bleibt unklar, ob diese Politik von der US-Regierung zukünftig fortgesetzt oder doch korrigiert wird. Derzeit bestätigt sich Trumps Motto: America first, im wörtlichsten Sinne.

    Autor: P. Tiko

  • Pulverfabrik Bergerac: Frankreich rüstet auf – und eine Stadt blüht auf

    Pulverfabrik Bergerac: Frankreich rüstet auf – und eine Stadt blüht auf

    In Bergerac, mitten im beschaulichen Dordogne-Tal, wird Geschichte neu geschrieben. Nicht mit Feder und Tinte – sondern mit Schwarzpulver und Produktionsanlagen. Die traditionsreiche Pulverfabrik von Eurenco erlebt gerade ihr Comeback. Und das hat weitreichende Folgen – nicht nur für die französische Rüstungsindustrie, sondern auch für die Menschen in der Region. Ein Ort mit Vergangenheit – und neuer Zukunft Die sogenannte „Poudrerie“ ist seit über hundert Jahren ein fester Bestandteil der Stadt. Wo früher bereits militärisches Schwarzpulver produziert wurde, laufen heute die Förderbänder wieder heiß. Die Nachfrage ist gewaltig, die Aufträge zahlreich – und der Umbau in vollem Gange. Eurenco, das Unternehmen hinter dem Standort, plant eine Verdreifachung der Produktionsmenge bis 2026. Das bedeutet nicht nur mehr Munition – sondern auch mehr Jobs. Viele mehr. Ein Job für morgen Richard Loubradou, 25 Jahre alt, ist einer von vielen jungen Arbeitern, die sich hier eine neue Perspektive er…

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  • Trumps Wirtschaftspolitik: Erwartungen und Realität

    Trumps Wirtschaftspolitik: Erwartungen und Realität

    Donald Trump trat zu Beginn seiner zweiten Amtszeit mit dem Versprechen an, die US-Wirtschaft zu stärken und die Lebenshaltungskosten für die Bürger zu senken. Nach den ersten Monaten seiner Präsidentschaft zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild, das Fragen zur Wirksamkeit seiner Wirtschaftspolitik aufwirft.

    Bei seiner Amtseinführung im Januar 2025 übernahm Trump eine Wirtschaft, die sich durch ein solides Wachstum, niedrige Arbeitslosigkeit und eine rückläufige Inflation auszeichnete. Die Arbeitslosenquote lag bei 4 %, und die Inflation, gemessen am Preisindex für persönliche Konsumausgaben, wurde für 2025 auf 2,2 % bis 2,4 % prognostiziert. Dennoch verspürten viele Amerikaner weiterhin die Auswirkungen des Inflationsanstiegs der Jahre 2021 bis 2023, was teilweise zu Trumps Wiederwahl beitrug.

    Ehrgeizige wirtschaftspolitische Maßnahmen

    In den ersten Wochen seiner zweiten Amtszeit initiierte Trump eine Reihe von Maßnahmen, die darauf abzielten, die US-Wirtschaft neu auszurichten. Dazu gehörten erhebliche Steuerkürzungen, die Einführung von Zöllen und eine strikte Einwanderungspolitik. Diese Schritte sollten das Wirtschaftswachstum ankurbeln und die heimische Industrie stärken. Allerdings äußerten Ökonomen Bedenken, dass diese Maßnahmen die Inflation erhöhen und die Bemühungen der Zentralbank zur Eindämmung des Preisdrucks erschweren könnten. Morgan Stanley senkte beispielsweise seine Wachstumsprognose für die USA für 2025 von 1,9 % auf 1,5 %, wobei die Auswirkungen der Zölle und ein angespannter Arbeitsmarkt als Gründe genannt wurden.

    Reaktionen der Finanzmärkte

    Die Finanzmärkte reagierten empfindlich auf Trumps Wirtschaftspolitik. In der zweiten Märzwoche 2025 erlebte die Wall Street einen deutlichen Ausverkauf, ausgelöst durch Rezessionsängste und die Auswirkungen der laufenden Handelskonflikte. Der Dow Jones Industrial Average fiel um über 2 %, der S&P 500 um 2,7 % und der Nasdaq um 4 %. Besonders bemerkenswert war der Rückgang der Tesla-Aktien um 15 %, was einen 50%igen Rückgang seit dem Allzeithoch im Dezember darstellt. Analysten äußerten Bedenken, dass die protektionistische Haltung der Regierung zu weiterer wirtschaftlicher Instabilität führen könnte.

    Handelskonflikte und internationale Spannungen

    Ein zentraler Bestandteil von Trumps Wirtschaftspolitik ist die Einführung hoher Zölle auf Importe, insbesondere aus China. Anfang Februar 2025 unterzeichnete Trump eine Verordnung, die einen Zoll von 10 % auf alle chinesischen Importe vorsieht. China reagierte mit eigenen Zöllen auf US-Produkte wie Kohle, Flüssigerdgas und landwirtschaftliche Maschinen. Diese gegenseitigen Maßnahmen schüren die Sorge vor einem umfassenden Handelskrieg und dessen möglichen Auswirkungen auf die globale Wirtschaft.

    Inländische Herausforderungen und politische Reaktionen

    Die innenpolitische Landschaft der USA ist ebenfalls von Trumps Wirtschaftspolitik betroffen. Die Einführung von Zöllen und die strikte Einwanderungspolitik haben zu Spannungen geführt, insbesondere in Branchen, die auf internationale Lieferketten und Arbeitskräfte angewiesen sind. Landwirte, die auf den Export angewiesen sind, sehen sich mit Gegenmaßnahmen aus dem Ausland konfrontiert, die ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen. Gleichzeitig haben Unternehmen, die auf kostengünstige Importe angewiesen sind, mit steigenden Produktionskosten zu kämpfen.

    Ausblick und zukünftige Entwicklungen

    Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, wie sich Trumps Wirtschaftspolitik auf die US-Wirtschaft auswirkt. Während einige seiner Anhänger weiterhin auf positive Effekte hoffen, deuten aktuelle Indikatoren eher auf große Herausforderungen hin. Die Kombination aus Handelskonflikten, Marktvolatilität und möglichen Inflationssteigerungen könnte die wirtschaftliche Stabilität gefährden. Es bleibt abzuwarten, ob die getroffenen Maßnahmen die gewünschten Ergebnisse erzielen oder ob Anpassungen erforderlich sind, um unerwünschte Nebenwirkungen zu minimieren.

    Insgesamt zeigt sich, dass die Umsetzung von Trumps wirtschaftspolitischen Versprechen komplexer ist als ursprünglich angenommen. Die Balance zwischen protektionistischen Maßnahmen und der Integration in die globale Wirtschaft erfordert ein sorgfältiges Vorgehen, um sowohl die heimische Wirtschaft zu stärken als auch internationale Beziehungen nicht übermäßig zu belasten.

    Von Andreas Brucker

  • Europas Streben nach strategischer Autonomie: Eine notwendige Anpassung an die veränderte Sicherheitslage

    Europas Streben nach strategischer Autonomie: Eine notwendige Anpassung an die veränderte Sicherheitslage

    Am 11. März empfängt Präsident Emmanuel Macron in Paris die Generalstabschefs europäischer Länder, die bereit sind, zur Friedenssicherung in der Ukraine beizutragen. Zwei Tage später werden auch Vertreter der Rüstungsindustrie zu Gesprächen geladen. Marc Feracci, der französische Minister für Industrie und Energie, betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit einer Anpassung an die veränderten Gegebenheiten und sprach sich für eine strategische Autonomie Europas aus. Die Abhängigkeit Europas von US-amerikanischer Rüstung Die europäischen Mitglieder der NATO beziehen über 60 % ihrer Rüstungsgüter aus den USA, wobei sich dieser Anteil in den letzten fünf Jahren verdoppelt hat. Diese Abhängigkeit birgt das Risiko, dass im Ernstfall die Nutzung dieser Waffen vom Wohlwollen des Lieferanten abhängt. Feracci unterstrich daher die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Strategie, die langfristig angelegt ist. Historische Versuche einer europäischen Verteidigungskooperation Der Wunsch…

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  • Trump schließt eine Rezession nicht aus – Auswirkungen der Zölle auf die US-Märkte

    Trump schließt eine Rezession nicht aus – Auswirkungen der Zölle auf die US-Märkte

    Trumps Eingeständnis wirtschaftlicher Turbulenzen stellt eine Kehrtwende zu seiner bisherigen Rhetorik dar und steht im Kontrast zu den beruhigenden Aussagen seiner Berater.

    US-Präsident Donald Trump wollte eine mögliche Rezession in diesem Jahr nicht ausschließen, während die Wirtschaft unter den Folgen seiner Zollpolitik und seinen Bemühungen zur Wiederbelebung des US-amerikanischen Produktionssektors leidet. In einem am Sonntag ausgestrahlten Interview räumte er ein, dass es „eine gewisse Zeit“ brauche, bis die Amerikaner die positiven Auswirkungen seiner Maßnahmen spüren würden.

    Diese Anerkennung wirtschaftlicher Unsicherheiten markiert einen Wandel in Trumps bisheriger Rhetorik, die schnelle Erfolge versprach. Sie widerspricht auch den Erklärungen seiner eigenen Berater, die am Sonntag versicherten, dass keine Rezession drohe. Trump spielte zudem den Rückgang des Aktienmarktes herunter – obwohl er jahrelang dessen Anstieg als eigenen Erfolg verbucht hatte. In dem am Donnerstag aufgezeichneten Interview mit Fox News erklärte er: „Man muss das Richtige tun, auch wenn die Märkte das nicht mögen.“

    Das Eingeständnis der wirtschaftlichen Turbulenzen ist besonders bemerkenswert, da Trump maßgeblich von der Unzufriedenheit der Wähler über die Inflation unter Präsident Joe Biden profitierte. Doch während Bidens letzte Amtsjahre eine Verlangsamung der Inflation brachten, übernahm Trump eine insgesamt stabile und robuste Wirtschaft.

    Unsicherheit über wirtschaftliche Aussichten

    Trump versuchte, Biden für die Entwicklung von Aktienmärkten, Inflation und Gesamtwirtschaft verantwortlich zu machen – jene Themen, bei denen er nun seine Wähler auffordert, die bisherigen Probleme zu ignorieren.

    Auf die Frage der Fox-News-Moderatorin Maria Bartiromo in der Sendung „Sunday Morning Futures“, ob er in diesem Jahr mit einer Rezession rechne, antwortete Trump: „Ich hasse es, solche Dinge vorherzusagen. Es gibt eine Übergangszeit, weil das, was wir tun, sehr groß ist. Wir bringen Wohlstand zurück nach Amerika. Das ist eine große Sache. Und es braucht immer eine gewisse Zeit.“

    Auf dem Rückflug nach Washington von seinem Anwesen Mar-a-Lago verteidigte Trump seine vorsichtige Haltung gegenüber einer möglichen Rezession. „Natürlich zögert man. Wer weiß das schon?“ Gleichzeitig äußerte er jedoch Optimismus in Bezug auf die langfristigen wirtschaftlichen Perspektiven. „Wartet einfach ab“, sagte er. „Wir werden Jobs haben. Wir werden offene Fabriken haben. Es wird großartig werden.“

    Er wies darauf hin, dass seine Wirtschaftspolitik sich nicht von den jüngsten Kursverlusten an den Märkten beeinflussen lassen sollte, da er entschlossen sei, Zölle gegen verschiedene Länder zu verhängen – insbesondere gegenüber China. Auch Mexiko und Kanada stehen vor neuen Zöllen, deren Einführung Trump allerdings wiederholt aufgeschoben hat.

    Seit Trumps Amtsantritt am 20. Januar ist der S&P-500-Index um 3,8 Prozent gesunken und liegt 6 Prozent unter seinem Höchststand vom 19. Februar. Das Verbrauchervertrauen befindet sich auf einem 15-Monats-Tief, da Sorgen über Entlassungen und steigende Preise zunehmen.

    Auswirkungen der Zölle auf den Markt

    Trump erklärte, dass die Märkte kurzfristig auf seine Maßnahmen reagieren würden, langfristig jedoch die Grundlagen für eine starke Wirtschaft gelegt würden. „Wenn man nach China schaut, haben sie eine 100-Jahres-Perspektive. Wir denken in Quartalen, und das funktioniert nicht. Man muss das Richtige tun“, sagte er über die Börse. „Wir schaffen eine enorme Grundlage für die Zukunft.“

    Er kritisierte zudem Unternehmen, die „Klarheit“ über die Zollpolitik forderten, und nannte solche Aussagen „fast nur ein Schlagwort“. Zudem deutete er an, dass die Zölle möglicherweise weiter steigen könnten.

    Die Regierung hat bereits mehrfach Zölle gegen Kanada und Mexiko verschoben, doch in dem Interview sagte Trump, dass der 2. April die endgültige Frist sei. Ab Mittwoch treten zudem separate 25-Prozent-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte in Kraft.

    Inflation als politisches Thema

    Inflation belastet die Verbraucher weiterhin, doch Trump versucht, deren Bedeutung herunterzuspielen. Während die Vogelgrippe die Eierpreise weiter steigen ließ, nachdem sie bereits unter Biden angestiegen waren, forderte Trump die Amerikaner auf, sich nicht darauf zu konzentrieren. Am Samstag teilte er einen Artikel des konservativen Aktivisten Charlie Kirk mit der Überschrift: „Hört auf, euch über die Eierpreise zu beschweren – Trump spart den Verbrauchern Millionen.“

    Trumps Regierung versucht, das Narrativ über Inflation zu verändern, nachdem sie Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris jahrelang dafür kritisiert hatte. Nun argumentieren Trump und sein Team, dass ihre „America First“-Wirtschaftspolitik stärker auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und Chancen im Inland ausgerichtet sei als auf niedrige Preise für Verbraucher.

    „Der Zugang zu billigen Waren ist nicht der Kern des amerikanischen Traums. Der amerikanische Traum basiert auf der Idee, dass jeder Bürger Wohlstand, sozialen Aufstieg und wirtschaftliche Sicherheit erreichen kann“, sagte Finanzminister Scott Bessent am Donnerstag vor dem New York Economic Club. „Zu lange haben die Architekten multilateraler Handelsabkommen dies aus den Augen verloren. Internationale Wirtschaftsbeziehungen, die den Amerikanern nicht nützen, müssen neu bewertet werden.“

    Unterschiedliche Einschätzungen zur Rezessionsgefahr

    Handelsminister Howard Lutnick sagte am Sonntag in der NBC-Sendung „Meet the Press“, dass es keine Pläne gebe, die Stahl- und Aluminiumzölle zu ändern – und im Gegensatz zu Trump wies er Bedenken über eine Rezession zurück.

    Die Federal Reserve Bank of Atlanta prognostiziert mittlerweile, dass die US-Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2025 um 2,8 Prozent sinken wird – nach fast drei Jahren Wachstum. Ökonomen definieren eine Rezession als zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem Wachstum.

    Während Trumps Berater weiterhin eine Rezession für unwahrscheinlich halten, argumentieren viele Ökonomen, dass die von Trump verhängten Zölle die Preise erheblich in die Höhe treiben könnten und damit den Spielraum für Zinssenkungen einschränken würden. Der Wiederaufbau des US-amerikanischen Produktionssektors sei zudem weitaus komplexer als die bloße Wiedereinführung von Handelsbarrieren.

    Zudem haben Ökonomen Zweifel an Trumps Versprechen, das Haushaltsdefizit zu reduzieren, während gleichzeitig Sozialprogramme wie Sozialversicherung und Medicare unangetastet bleiben sollen. Besonders in Kombination mit weiteren von ihm geplanten Steuersenkungen erscheine eine Reduzierung des Defizits unwahrscheinlich.

    „Die Menschen müssen verstehen, dass wir ein Defizit von zwei Billionen Dollar haben und Donald Trump versuchen wird, den Haushalt der Vereinigten Staaten auszugleichen“, sagte Lutnick. „Wir werden die Produktion zurückbringen, das ist unser Ziel. … Wird es Verzerrungen geben? Natürlich. Ausländische Waren werden teurer, aber amerikanische Produkte werden günstiger.“

    Autor: P. Tiko

  • Wirtschaftsängste lassen Weltmärkte einbrechen – und andere World-News

    Wirtschaftsängste lassen Weltmärkte einbrechen – und andere World-News

    Die Börsen weltweit erlitten gestern massive Verluste, nachdem US-Präsident Donald Trump einen Tag zuvor nicht ausgeschlossen hatte, dass seine Handelspolitik eine Rezession auslösen könnte. Der S&P 500 fiel um 2,7 Prozent – der stärkste tägliche Rückgang seit Monaten. Gleichzeitig traten mehrere Vergeltungszölle gegen die USA in Kraft.

    Investoren reagierten unter anderem auf ein am Sonntag ausgestrahltes Interview, in dem Trump von einer „Übergangsphase“ für die US-Wirtschaft sprach und weitere Zölle in Aussicht stellte. Besonders stark betroffen waren große Technologieunternehmen, deren Aktienkursverfall erheblichen Einfluss auf den Markt hatte. Die Verkaufswelle setzte sich heute in Asien fort, wo die Börsen ebenfalls im Minus eröffneten.

    Analysten von JPMorgan Chase warnten vor einem „deutlich erhöhten Risiko einer globalen Rezession in diesem Jahr aufgrund extremer US-Politik“. Sie bezifferten die Wahrscheinlichkeit eines wirtschaftlichen Abschwungs auf 40 Prozent.

    Analyse: „Die Marktvolatilität hat weniger mit den schlechten Nachrichten über Zölle zu tun als mit der Unsicherheit über diese Zölle – insbesondere darüber, was die Politik genau ist, wohin sie führt, wie lange sie andauern wird und welches Endergebnis sie haben könnte“, erklärte David Bahnsen, Chief Investment Officer der Bahnsen Group.


    Rubio: Ukraine muss Zugeständnisse machen

    Der US-Außenminister Marco Rubio erklärte, dass die Ukraine im Rahmen einer möglichen Einigung zur Beendigung des Krieges einige der von Russland seit 2014 eroberten Gebiete abtreten müsse. Auf dem Weg nach Saudi-Arabien zu Gesprächen mit hochrangigen ukrainischen Vertretern sagte Rubio vor Journalisten: „Das Wichtigste, womit wir hier herausgehen müssen, ist das klare Signal, dass die Ukraine bereit ist, schwierige Entscheidungen zu treffen.“

    Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reiste nach Saudi-Arabien, wo er Kronprinz Mohammed bin Salman traf. Dieser hat sich zunehmend als Vermittler zwischen der Ukraine und Russland positioniert.

    Ein kürzliches, kontrovers diskutiertes Treffen zwischen Präsident Trump und Selenskyj im Weißen Haus hat die Zustimmungswerte des ukrainischen Präsidenten in seiner Heimat steigen lassen und ihm eine Atempause von seinen Kritikern verschafft.

    An der Front: Ukrainische Streitkräfte konnten die russische Offensive in der Ostukraine, insbesondere in der Region Donezk, zum Stillstand bringen und begannen, kleinere Gebiete zurückzuerobern, so Aussagen von Soldaten und Militärexperten.


    Kurdische Kräfte unterzeichnen Abkommen mit der syrischen Regierung

    Die kurdisch geführte Miliz, die den Nordosten Syriens kontrolliert, hat sich bereit erklärt, sich mit der neuen syrischen Regierung zu vereinen. Dies stellt einen bedeutenden Durchbruch für die neuen Machthaber dar, die das Land inmitten anhaltender Gewalt zu stabilisieren versuchen.

    Das Abkommen sieht vor, dass die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) bis zum Jahresende sowohl ihre zivilen als auch militärischen Strukturen sowie die Kontrolle über Öl- und Gasfelder in den neuen syrischen Staat integrieren.

    Unruhen: Bewaffnete Angreifer attackierten am Sonntagabend eine Stellung der syrischen Sicherheitskräfte in Damaskus, berichtete eine unabhängige Beobachtungsstelle. Dies nährt die Befürchtung, dass die jüngste Gewalt, die in der vergangenen Woche an der syrischen Küste ausbrach, sich weiter ausbreiten könnte.

    Entführungen: Nach der Machtübernahme durch die Rebellen im Dezember wurden sämtliche staatlichen Polizeikräfte und Sicherheitsbeamten entlassen. Seitdem häufen sich Berichte über Entführungen auf unbeaufsichtigten Straßen, was viele Einwohner dazu zwingt, nachts in ihren Häusern zu bleiben.


    WEITERE TOP-THEMEN

    • Südkorea: Eine Untersuchung der New York Times zu Präsident Yoon Suk Yeols Bemühungen, das Kriegsrecht zu verhängen, offenbart zahlreiche Fehleinschätzungen – darunter eine Überschätzung der Unterstützung durch seine Verbündeten.
    • Philippinen: Der frühere Präsident Rodrigo Duterte, bekannt für seinen blutigen Anti-Drogen-Krieg, wurde heute in Manila auf Grundlage eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhaftet.
    • Kanada: Mark Carney, ehemaliger Zentralbankchef, der überraschend zum Vorsitzenden der Liberalen Partei gewählt wurde, will als Premierminister die angeschlagene Wirtschaft des Landes neu ausrichten.
    • Vatikan: Papst Franziskus befindet sich nicht mehr in akuter Lebensgefahr durch seine Lungenentzündung und andere Infektionen, teilten vatikanische Beamte mit.
    • Großbritannien: Ein Containerschiff kollidierte vor der nordöstlichen Küste mit einem Öltanker unter US-Flagge. Mehrere Explosionen zwangen die Besatzungen zur Aufgabe beider Schiffe.
    • Grönland: Unter dem Eindruck von Präsident Trumps einstiger Drohung, die Insel zu annektieren, wählen die Bewohner heute ein neues Parlament, das über den künftigen Weg zur Souveränität entscheiden könnte.
    • Rumänien: Die Wahlkommission des Landes hat den rechtsextremen Kandidaten Călin Georgescu von der Teilnahme an der Präsidentschaftswahl ausgeschlossen.
    • Bildung: Die Harvard-Universität verhängte einen Einstellungsstopp, nachdem Präsident Trump damit gedroht hatte, ihr die Bundesmittel zu entziehen.
    • Medien: Eine langjährige Kolumnistin der Washington Post trat zurück, nachdem die Zeitung sich weigerte, ihren kritischen Beitrag über Jeff Bezos zu veröffentlichen.
    • Unterhaltung: Michelle Obama wird Gastgeberin eines neuen Video-Podcasts – ihre nächste große öffentliche Rolle.

    Autor: P. Tiko

  • Trump – Wirtschaft im Würgegriff?

    Trump – Wirtschaft im Würgegriff?

    Donald Trump und seine unkonventionellen Aktionen könnten das Wirtschaftssystem der USA nachhaltig ins Wanken bringen.
    Die Märkte zittern.

    Seit Beginn seiner Amtszeit hat Trump von sich das Bild eines Wirtschaftsreformers gezeichnet – jemand, der frischen Wind und neue Impulse verspricht. Doch mittlerweile zeigen sich die Schattenseiten seiner exzentrischen Politik. Die Börsenkurse, insbesondere an der Wall Street, gerieten ins Stolpern, und das Ansehen amerikanischer Produkte erleidet einen erheblichen Imageschaden.

    Nachdem Trump von seinen Anhängern einst als Garant des wirtschaftlichen Aufschwungs gefeiert wurde, entwickelte sich allmählich ein anderes Bild: Auf dem in Frankreich renommierten Nachrichtenprogramm 20 Heures betonte der Journalist Axel de Tarlé, dass das unberechenbare Auftreten des Ex-Präsidenten nun sogar zu einer deutlichen Abwärtsspirale an der Wall Street führe. Eine Situation, in der viele Amerikaner ihre Ersparnisse in Aktien angelegt haben, sorgt für Besorgnis – die Unwägbarkeiten des Marktes können gravierende Folgen für den Mittelstand und die Rentner haben.

    Ein Sturm braut sich zusammen.

    Während der Finanzsektor schwankt, trifft Trumps Politik auch direkt prominente Wirtschaftsakteure. Elon Musk, ein treuer Verbündeter des US-Präsidenten, sieht sich nun mit einem drastischen Einbruch konfrontiert. In Deutschland beispielsweise haben sich die Absatzzahlen von Tesla dramatisch verschlechtert – Berichten zufolge sind die Verkaufszahlen um bis zu 76 Prozent eingebrochen, nachdem Musk öffentlich Position für die extreme Rechte bezogen hatte.

    Diese Entwicklung hat nicht nur finanzielle, sondern auch symbolische Bedeutung. Die Verbindung zwischen politischen Entscheidungen und wirtschaftlicher Stabilität wird hier auf eindrucksvolle Weise sichtbar – eine Manifestation der wechselseitigen Abhängigkeit zwischen Politik und Wirtschaft.

    Der Fall Tesla verdeutlicht zugleich, wie internationale Märkte auf politische Provokationen reagieren. Die Verbraucher verlieren das Vertrauen in Produkte, die mit umstrittenen politischen Positionen in Verbindung gebracht werden. So stellen sich Fragen: Können in einem solchen Klima wirklich langfristige wirtschaftliche Fortschritte erzielt werden?

    Es wird klar, dass nicht nur in den USA, sondern auch in Europa die Folgen von Trumps Handlungen spürbar sind.

    Kürzlich ergab eine Umfrage, dass mehr als zwei von drei Franzosen bereit wären, amerikanische Produkte zu boykottieren. Diese Entwicklung ist weitreichend: Die Ablehnung gegenüber US-Waren unterstreicht den sich wandelnden Zeitgeist, in dem national produzierte und – in diesem Fall – europäische Erzeugnisse zunehmend bevorzugt werden. Auch in strategisch relevanten Bereichen zeigt sich der Effekt: Als Reaktion auf die einseitige Kürzung von militärischen Geheimdienstinformationen an die Ukraine hat die italienische Regierung unter Giorgia Meloni angekündigt, künftig auf europäische Technologien zu setzen und beispielsweise nicht mehr auf das US-basierte Starlink-Netz zu vertrauen.

    Die Konsequenz? Eine Stärkung des europäischen Zusammenhalts in wirtschaftlichen und technologischen Fragen. So gewinnt der Euro, der mittlerweile eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung verzeichnet, weiter an Bedeutung. Trumps unberechenbare Politik könnte somit unbeabsichtigt den europäischen Märkten zu einem neuen Aufschwung verhelfen.

    In einigen Kreisen wird sogar spekuliert, dass dieser politische Umbruch die Weichen für einen Wandel im transatlantischen Machtgefüge stellen könnte. Plötzlich scheint es, als ob sich die Richtung verschiebt – die alten Allianzen werden neu bewertet, und der Ruf nach eigenständigen, regionalen Lösungen wird lauter.

    Man stelle sich vor: Ein Europa, das sich von den ständigen Turbulenzen der USA nicht länger beeinflussen lässt, ein Kontinent, der stolz auf seine eigenen Technologien und wirtschaftlichen Stärken ist. Eine verführerische Vorstellung, die allerdings auch mit Herausforderungen verbunden ist. Politische und wirtschaftliche Umstrukturierungen sind niemals frei von Risiken und können zu neuen, unerwarteten Spannungen führen.

    Und was passiert in den USA?
    Ein fragwürdiger Balanceakt zwischen wirtschaftlicher Stabilität und politischem Eskapismus. Die Märkte zeigen auf, dass kurzfristige Provokationen langfristige Unsicherheiten mit sich bringen – und das könnte sich in einer schleichenden Abwärtsspirale äußern, die niemand so richtig vorhergesehen hat.

    Es ist ein Wechselspiel: Während die Wirtschaft an der Wall Street unter Druck gerät, steigt gleichzeitig das Misstrauen der Verbraucher. Der Marktplatz – jener lebendige Raum, in dem Angebot und Nachfrage sich begegnen – reagiert sensibel auf jedes politische Zucken. Und hier liegt das Dilemma: Wie kann man wirtschaftliche Prosperität sichern, wenn politische Entscheidungen so unberechenbar getroffen werden?

    Man könnte meinen, dass der Markt ein mechanisches System ist, das sich eigenständig reguliert. Doch die Realität zeigt, dass menschliche Entscheidungen – geprägt von Meinungen, Emotionen und manchmal auch Eigensinn – einen erheblichen Einfluss auf das Wirtschaftsgeschehen haben. Dabei spielen auch internationale Beziehungen eine nicht zu unterschätzende Rolle.

    Die gegenwärtige Situation erinnert an turbulente Zeiten in der Geschichte, in denen unvorhergesehene politische Wendungen wirtschaftliche Krisen auslösten. Ein berühmtes Beispiel sei sicherlich die globale Finanzkrise vor einigen Jahrzehnten, als das Vertrauen in das Finanzsystem nahezu erschüttert wurde. Heute steht man vor einer ähnlichen, wenngleich anders gelagerten Herausforderung.

    Mit einem Augenzwinkern lässt sich sagen: Wer hätte gedacht, dass der US-Präsident, der einst als Garant für wirtschaftlichen Aufschwung gefeiert wurde, nun selbst zum Katalysator wirtschaftlicher Turbulenzen wird? Ist es nicht erstaunlich, wie eng Politik und Wirtschaft miteinander verflochten sind – so sehr, dass ein einziger Mann das Potenzial hat, globale Märkte ins Wanken zu bringen?

    Trotz aller kritischen Stimmen gibt es auch Optimisten. Einige Beobachter betonen, dass Krisen oft auch Chancen mit sich bringen. Ein Umdenken, eine Neuausrichtung und die Förderung regionaler Wirtschaftskraft könnten als positive Nebeneffekte betrachtet werden. Vielleicht liegt in diesem scheinbaren Chaos auch die Möglichkeit, neue Wege zu beschreiten und die Grundlagen für eine stabilere Zukunft zu legen.

    Es bleibt spannend: Werden die USA den drohenden wirtschaftlichen Abwärtstrend erfolgreich abfedern oder wird sich der Riss in der transatlantischen Wirtschaftsordnung weiter vertiefen? Die kommenden Monate versprechen viele Überraschungen – und die Welt schaut gespannt zu, wie sich dieser ungewöhnliche Balanceakt entwickelt.

    In einer Zeit, in der die Märkte wanken und politische Entscheidungen weitreichende Konsequenzen haben, lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten und die komplexen Zusammenhänge zu betrachten. Es zeigt sich, dass wirtschaftlicher Erfolg nicht allein von einzelnen Persönlichkeiten abhängt, sondern von einem Geflecht aus Vertrauen, Stabilität und einem gesunden politischen Diskurs.

    Doch wie lange kann das Vertrauen der Verbraucher noch bestehen, wenn die politischen Turbulenzen anhalten? Es bleibt abzuwarten, ob ein neuer Kurs eingeschlagen wird – einer, der nicht nur auf kurzfristige Provokationen setzt, sondern auf langfristige Perspektiven und nachhaltige Entwicklung.

    Manchmal fühlt es sich fast so an, als ob die Weltwirtschaft ein komplexes Uhrwerk ist, in dem jedes Rädchen – so klein es auch sein mag – unentbehrlich ist. Eine winzige Unregelmäßigkeit, ein unbedachter Impuls, und das ganze System gerät aus dem Takt. Die aktuellen Ereignisse um Donald Trump und die wirtschaftlichen Reaktionen in den USA und Europa sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie zerbrechlich und gleichzeitig faszinierend dieses System sein kann.

    Ein Kommentar von C. Hatty

  • Die Einstellung der US-Militärhilfe für die Ukraine: Konsequenzen für Mitteleuropa

    Die Einstellung der US-Militärhilfe für die Ukraine: Konsequenzen für Mitteleuropa

    Die jüngste Entscheidung der US-Regierung, die Militärhilfe für die Ukraine vorläufig einzustellen, hat weitreichende Implikationen für die Sicherheitsarchitektur Mitteleuropas. Dieser Schritt, der offiziell mit dem Ziel begründet wird, die Ukraine zu Friedensverhandlungen mit Russland zu bewegen, wirft Fragen über die Stabilität der Region und die Rolle Europas in der Verteidigungspolitik auf.

    Die plötzliche Reduzierung der US-Unterstützung könnte als strenges Signal gewertet werden, dass Europa seine Verteidigungsstrategien überdenken muss. Jahrzehntelang haben sich europäische Länder, insbesondere in Mitteleuropa, auf die Sicherheitsgarantien der USA verlassen. Die NATO, als Eckpfeiler der europäischen Verteidigung, stützte sich dabei maßgeblich auf amerikanische militärische Kapazitäten. Doch nun stellt sich die Frage, ob Washingtons Engagement in der Region langfristig gesichert ist oder ob Europa künftig stärker eigenständig agieren muss.

    Auch wirtschaftliche Interessen spielen eine Rolle. Die Entscheidung der USA, die Militärhilfe an Bedingungen wie wirtschaftliche Zugeständnisse der Ukraine zu knüpfen, könnte als Erpressung interpretiert werden. Ein Rohstoffabkommen zwischen den USA und der Ukraine, das den Zugang zu Ressourcen wie Öl, Gas und Seltenen Erden regelt, steht im Raum. Sollte Kiew gezwungen sein, signifikante Teile dieser Ressourcen für militärische Unterstützung abzugeben, würde dies langfristig die wirtschaftliche und strategische Souveränität der Ukraine gefährden. Ein geschwächter ukrainischer Staat würde wiederum die Sicherheitslage in Europa weiter destabilisieren.

    Zugleich verändert sich die innenpolitische Dynamik innerhalb der USA. Der Kongress ist in der Frage der Ukraine-Hilfe gespalten, und innenpolitische Erwägungen könnten eine noch größere Rolle spielen. Ein dauerhafter Rückzug der USA würde das Machtgleichgewicht in Europa zugunsten Russlands verschieben. Dies wiederum könnte weitere geopolitische Konsequenzen nach sich ziehen, insbesondere für Länder wie Polen und die baltischen Staaten, die sich in der direkten geopolitischen Einflusssphäre Moskaus befinden.

    Deutschland und andere europäische Staaten stehen nun vor der Herausforderung, eine eigenständigere Verteidigungspolitik zu entwickeln. Während Länder wie Frankreich, Großbritannien und Polen bereits intensiv an ihrer militärischen Stärkung arbeiten, bleibt Deutschland in dieser Frage oft zögerlich. Allerdings gibt es erste Ansätze einer Neuausrichtung, insbesondere mit Blick auf die Erhöhung der Verteidigungsausgaben und den Ausbau europäischer Sicherheitsstrukturen.

    Mitteleuropa muss sich auf eine unsichere Zukunft vorbereiten. Falls die Ukraine im Konflikt mit Russland weiter geschwächt wird, könnte dies direkte Auswirkungen auf die Sicherheitslage in der Region haben. Die europäischen Staaten können es sich nicht leisten, allein von Washingtons politischer Agenda abhängig zu bleiben. Ein strategischer Kurswechsel hin zu mehr Eigenverantwortung in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist längst überfällig.

    Von Andreas Brucker

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

  • Flutkatastrophe in der Bretagne: Händler kämpfen mit hohen Verlusten

    Flutkatastrophe in der Bretagne: Händler kämpfen mit hohen Verlusten

    Die Wassermassen ziehen sich langsam zurück – doch die Folgen bleiben. Während die Aufräumarbeiten beginnen, stellen sich viele Menschen in der Bretagne existenzielle Fragen: Wie groß sind die Schäden? Wer kommt für sie auf? Und wie sieht die Zukunft aus?

    Guipry-Messac im Département Ille-et-Vilaine steht seit Tagen unter Wasser. Am 1. Februar setzt endlich die langsame Entwässerung ein, doch das Ausmaß der Verwüstung ist enorm. Loïc Moison, Dachdecker, blickt mit gebrochener Stimme auf seine überflutete Werkstatt. „Das ist meine ganze Kindheit“, sagt er sichtlich bewegt. Drei Tage zuvor versuchte er noch, so viel wie möglich zu retten. Doch seine Maschinen – ein Schaden von rund 100.000 Euro – stehen weiterhin im Wasser. „Hoffentlich übernehmen die Versicherungen wenigstens einen Großteil“, sagt er, aber in seiner Stimme schwingt mehr Hoffnung als Gewissheit.

    Händler stehen vor dem Nichts

    Nicht nur Privatpersonen und Handwerker sind betroffen, auch viele Geschäftsinhaber kämpfen mit den Folgen der Flut. Yves Gautier, Betreiber eines Spielecafés, betritt sein Geschäft zum ersten Mal seit den Überschwemmungen. Der Anblick ist niederschmetternd: Durchnässte Kartons, aufgeweichte Spiele, zerstörte Waren – kaum etwas ist noch zu gebrauchen. Seine Verluste beziffert er auf 5.000 bis 10.000 Euro. Und eine schnelle Rückkehr zum Alltag? Davon kann keine Rede sein.

    „Wir warten auf die Gutachter der Versicherungen“, sagt Gautier. Doch selbst wenn das Geld irgendwann fließt, bleibt noch ein langer Weg: Reinigung, Reparaturen, Neubeschaffungen – und all das ohne laufende Einnahmen.

    Hoffnung auf Unterstützung

    Für viele Betroffene geht es jetzt um die Existenz. Werden die Schäden von den Versicherungen vollständig übernommen? Wie schnell erfolgt die Auszahlung? Und was passiert mit denen, die gar nicht oder nur unzureichend abgesichert sind?

    Während die Bretagne mit den Folgen der Flut kämpft, zeigen sich Parallelen zu anderen Katastrophen dieser Art: Die wirtschaftlichen Schäden für kleine Betriebe sind oft enorm, die Erholung dauert Monate oder gar Jahre. Wer keine finanziellen Rücklagen hat, steht vor einer ungewissen Zukunft.

    Aber eines zeigt sich auch immer wieder: Die Solidarität in den betroffenen Regionen ist groß. Freiwillige helfen beim Aufräumen, Nachbarn unterstützen sich gegenseitig. Die Hoffnung bleibt, dass die Behörden und Versicherungen schnell handeln – denn für viele zählt jeder Tag.

    Von Andreas M. Brucker

  • Frankreichs Debatte über Arbeitsmigration: Braucht das Land neue Wege?

    Frankreichs Debatte über Arbeitsmigration: Braucht das Land neue Wege?

    In der französischen Regierung herrscht Uneinigkeit – besonders bei einem brisanten Thema: der Arbeitsmigration. Während der Innenminister Bruno Retailleau klare Worte findet und erklärt, dass „die Immigration keine Chance für Frankreich ist“, schlägt der Wirtschaftsminister Eric Lombard eine völlig andere Tonart an. Er fordert mehr Offenheit und betont, dass Frankreich dringend auf Arbeitsmigration angewiesen ist. Doch worum geht es in dieser Diskussion eigentlich? Ein Land im Zwiespalt Lombard, der am Sonntag auf LCI sprach, ließ keinen Zweifel an seiner Position: „Wir brauchen Arbeitsmigration. Unternehmer fordern sie“, sagte er. Seine Argumentation ist klar und pragmatisch. Es gehe nicht nur um Arbeitskräfte in Fabriken oder Krankenhäusern, sondern um das Funktionieren der gesamten Wirtschaft. „Natürlich muss Frankreich ein Land der Immigration bleiben“, betonte er entschieden. Doch das klingt nach einer Position, die nicht jeder in der Regierung teilt. Innenminister Retailleau hat…

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