Schlagwort: Wintersaison

  • Wenn der Gipfel zur Gefahr wird – 25 Tote seit Beginn der Wintersaison

    Wenn der Gipfel zur Gefahr wird – 25 Tote seit Beginn der Wintersaison

    Die Berge schweigen nicht.Sie sprechen – durch Lawinenabgänge, in eisigem Wind, mit dumpfen Grollen unter einer Schneedecke, die trügerisch stabil wirkt. Seit Beginn der Wintersaison verloren in Europas Gebirgen 25 Menschen ihr Leben. Eine Zahl, die nüchtern klingt und doch jedes Mal eine Geschichte erzählt: von Aufbruch am frühen Morgen, von Vorfreude auf den ersten Hang, vom Traum, den Gipfel zu erreichen. Und vom jähen Ende. Wer einmal im Morgengrauen durch frisch gefallenen Pulverschnee gestapft ist, kennt diese fast religiöse Stimmung. Die Welt scheint gedämpft, jeder Atemzug kristallklar, das Handy verliert an Bedeutung. Die Berge versprechen Freiheit. Genau darin liegt ihre unwiderstehliche Anziehungskraft. Doch Freiheit besitzt ihren Preis. Die häufigste Todesursache bleibt die Lawine. Sie trifft nicht nur Extremalpinisten in abgelegenen Nordwänden. Oft erwischt sie Tourengeher auf scheinbar harmlosen Hängen. Eine einzige Spur genügt, um eine instabile Schneeschicht ins Rutsche…

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  • Masern in den Bergen – warum Val Thorens mitten in der Skisaison genauer hinschaut

    Masern in den Bergen – warum Val Thorens mitten in der Skisaison genauer hinschaut

    Die Sonne glitzert auf den Hängen, Skier klacken auf den Terrassen, Glühwein dampft in der kalten Luft. Val Thorens, Frankreichs höchstgelegene Skistation, steht im Februar unter Hochspannung – touristisch wie gesundheitlich. Denn während die Wintersportsaison auf Hochtouren läuft, sorgt ein anderes Thema für Aufmerksamkeit: mehrere bestätigte Masernfälle bei jungen Erwachsenen, die sich Mitte Januar in der Station aufgehalten haben. Ein leiser Alarmton, kein Sirenengeheul, aber deutlich genug, um hinzuhören. Seit der zweiten Januarhälfte beobachtet die Agence régionale de santé Auvergne-Rhône-Alpes eine aktive Zirkulation des Masernvirus in Val Thorens, gelegen im Département Savoie. Mindestens drei Infektionen gelten als bestätigt, eine davon führte zu einem Krankenhausaufenthalt. Weitere Verdachtsfälle werden geprüft. Alle Betroffenen hielten sich während ihrer ansteckenden Phase in der Station auf. Das ist der entscheidende Punkt. Kein importierter Einzelfall, sondern ein Virus, da…

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  • Schneeflocken und Follower: Wie Skiorte mit Instagram & Co. auf Touristensuche gehen

    Schneeflocken und Follower: Wie Skiorte mit Instagram & Co. auf Touristensuche gehen

    Der Winter schleicht sich heran – leise, weiß und in den Höhenlagen der Alpen derzeit besonders eindrucksvoll. Und während viele Menschen in der Stadt noch mit Nieselregen und Nebel kämpfen, zaubert der November weiter oben ein Postkartenidyll. Für die Skistationen ein gefundenes Fressen. Genauer gesagt: ein gefundenes Motiv. Denn sie sind längst nicht mehr nur Schneelieferanten, sondern auch Content-Schmieden.

    La Clusaz in der Haute-Savoie zeigt, wie’s geht. Zehn Jahre ist es her, dass so früh im Winter so viel Schnee gefallen ist. Und wenn der Schnee kommt, kommen auch die Drohnen. Community-Manager Pierrick Aubert ist mit Kamera, Skiern und einem wachen Auge unterwegs. Sein Revier: die unberührten Hänge. Sein Ziel: das perfekte Bild. Noch bevor der erste Tourist die frische Piste zerfurcht, fliegt die Drohne. Denn Timing ist alles – besonders im Netz.

    „Es ist noch völlig unberührt. Das ist der erste richtig schöne Tag nach mehreren Schneefällen“, erklärt Aubert, während er auf den Auslöser drückt. Für ihn sind Instagram, TikTok und Facebook keine Spielerei, sondern strategisches Werkzeug. „Die sozialen Netzwerke sind unser Schaufenster – sie kurbeln den Saisonstart an, schaffen Vertrauen, machen Lust. Es geht darum, Emotionen zu wecken, Sehnsüchte zu bedienen.“

    Und die Strategie greift. Eine einzige Veröffentlichung über die jüngsten Schneefälle brachte La Clusaz in wenigen Tagen fast eine halbe Million Views. Für eine Bergstation mit gerade mal ein paar Tausend Einwohnern ein digitaler Höhenflug. Julie Mugniery, die Kommunikationsverantwortliche des örtlichen Tourismusbüros, zeigt sich begeistert: „Das ist extrem effizient. Die Reichweite hat sich vervielfacht.“

    Was dabei auffällt: Es geht längst nicht mehr nur um klassische Werbung. Die Skistationen erzählen Geschichten. Sie lassen Follower am Morgenraureif teilhaben, nehmen sie mit auf Skitouren im Morgengrauen oder auf Helmkamera-Abfahrten mit Panorama. Es ist ein Mix aus Sehnsucht, Abenteuer und Lifestyle – und er funktioniert.

    Gleichzeitig verschiebt sich die Rolle der Tourismusbüros. Früher druckten sie Flyer, heute führen sie Social-Media-Kampagnen. Influencer-Kooperationen, bezahlte Inhalte, Echtzeit-Storys – der Aufwand ist gestiegen, die Budgets auch. Über deren genaue Höhe schweigt man sich aus. Die Summen? Betriebsgeheimnis.

    Dabei spielen Wetter und Technik Hand in Hand. Eine günstige Schneelage wird sofort medial verwertet. Wie ein Regisseur die erste Szene eines Films, so fängt Aubert die Frische des Neuschnees ein – bevor sie vom Massentourismus zur Erinnerung gestampft wird. Das Ziel: Viralität statt Prospekt.

    Aber: Bei aller Begeisterung bleibt auch die Realität nicht außen vor. Am bevorstehenden Wochenende wird in vielen Teilen der Alpen vor hoher Lawinengefahr gewarnt. Die Schneemassen, so schön sie aussehen, bergen auch Risiken. Wer sich nur vom Bildschirm aus inspirieren lässt, übersieht leicht die Schattenseite der Idylle.

    Und doch – der Trend ist gesetzt. Die Berge sprechen nicht mehr nur durch den Wind in den Bäumen, sondern auch durch Reels, Hashtags und Likes. Und wer heute im Netz nicht sichtbar ist, verschwindet im weißen Rauschen der Konkurrenz.

    Denn der Winter ist kein Selbstläufer mehr.

    Er will verkauft, erzählt, inszeniert werden. Bild für Bild.

    Autor: C.H.

  • Zigarettenverbot auf den Skipisten – Frankreich zieht eine klare Linie

    Zigarettenverbot auf den Skipisten – Frankreich zieht eine klare Linie

    Es ist vorbei mit dem genüsslichen Zug auf dem Sessellift, der entspannten Zigarette vor der Abfahrt oder dem schnellen Glimmstängel in der Warteschlange: Seit diesem Winter ist das Rauchen auf den französischen Skipisten offiziell verboten. Ein scheinbar kleines Dekret mit großer Wirkung – nicht nur für Wintersportler, sondern für das Bild der Berge als Ort von Reinheit und Ruhe.

    Die Regel ist klar und landesweit gültig: Wer in Frankreich Ski fährt, darf auf dem gesamten Skigebiet, in den Liften und in den Warteschlangen keine Zigarette mehr anzünden – auch keine E-Zigarette, sofern die örtliche Auslegung dies einschließt. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Bußgeld von 135 Euro. Und im Wiederholungsfall kann es noch teurer werden.

    Mancher mag denken: Ist das nicht übertrieben? Doch der Schritt fügt sich nahtlos in einen Trend ein, der seit Jahren an Fahrt gewinnt.

    Frankreich verfolgt schon länger das Ziel, das Rauchen in öffentlichen Außenbereichen schrittweise zurückzudrängen. An den Stränden ist es bereits vielerorts verboten, in Parks ebenso. Nun also die Skipisten – Orte, die traditionell mit Freiheit, Weite und klarer Luft assoziiert werden. Für die französische Regierung und die Betreiber der Skigebiete ist es nur konsequent, diesen Schutzraum auszuweiten.

    Das Argument? Gleich dreifach: Gesundheit, Umweltschutz, Image.

    Zum einen soll der öffentliche Raum für alle erträglicher werden – auch für Kinder und Nichtraucher, die bislang unweigerlich mitrauchen mussten, wenn sie im Lift neben einem passionierten Raucher saßen. Die Gesundheitspolitik des Landes will Tabak und Passivrauchen zurückdrängen, und jede neue Nichtraucherzone ist ein Baustein in diesem Puzzle.

    Zum anderen geht es um Sauberkeit – und hier werden die Zahlen plötzlich sehr konkret. Allein bei einer Aktion zur Müllvermeidung in französischen Skigebieten im vergangenen Jahr wurden über 57.000 (!) Zigarettenstummel eingesammelt. Viele davon lagen wochenlang unter dem Schnee, bis sie im Frühjahr auftauten – und mit ihnen das Problem. Denn jeder einzelne Stummel braucht Jahre, um sich zu zersetzen, und enthält Schadstoffe, die Boden und Wasser belasten.

    Nicht zuletzt steckt hinter dem Verbot auch eine kluge Imagepolitik. Skigebiete leben vom Versprechen unberührter Natur, klarer Luft, eines Erlebnisses fernab von Lärm, Hektik und Verschmutzung. Da wirkt eine Zigarette nicht nur wie ein olfaktorischer Störfaktor – sie kratzt auch am Selbstbild der alpinen Idylle.

    Viele Stationen haben deshalb nicht lange gefackelt: Die neuen Regeln werden mit Schildern, Aufklärungsaktionen und auch ein wenig Humor kommuniziert. Einer der geplanten Slogans bringt es auf den Punkt: „Die Aussicht raubt Ihnen doch schon den Atem – ganz ohne Zigarette.“ Treffender kann man es kaum sagen.

    Gleichwohl gibt es erste kritische Stimmen – sowohl unter Urlaubern als auch unter Branchenkennern. Vor allem die Frage nach der praktischen Umsetzung sorgt für Stirnrunzeln: Wie will man kontrollieren, ob jemand auf dem Sessellift schnell zur Zigarette greift? Und wer soll auf den Pisten patrouillieren?

    Tatsächlich hängt der Erfolg der Maßnahme stark von der Kommunikation und Akzeptanz ab. In Les Gets, einem Vorreiter unter den französischen Skigebieten, wurde das Rauchverbot bereits 2022 eingeführt – und dort zeigt sich: Es funktioniert, wenn die Gäste frühzeitig informiert und alternative Rauchzonen eingerichtet werden. Dazu gehören abgegrenzte Raucherbereiche mit sogenannten „ökologischen Aschenbechern“. Das mag zunächst etwas absurd klingen, ist aber Teil einer durchdachten Strategie: lenken statt verbieten.

    Auch die Frage, ob E-Zigaretten unter das Verbot fallen, sorgt für Diskussionen. Der Gesetzestext lässt Interpretationsspielraum – und so könnte es sein, dass die Handhabung von Station zu Station variiert. Manche Urlauber werden also je nach Ort mehr oder weniger streng behandelt.

    Und: Wo hört das Skigebiet eigentlich auf? Die neue Regel gilt auf den Pisten, Liften und in den Warteschlangen – nicht aber zwingend auf Restaurantterrassen oder in den Straßen der Skiorte. Das eröffnet Spielräume, aber auch Schlupflöcher. Wer wirklich rauchen will, wird Möglichkeiten finden. Doch das Grundgefühl verändert sich – und mit ihm die öffentliche Wahrnehmung.

    Natürlich gibt es auch jene, die sich an dieser Entwicklung stören. Für viele Skifahrer gehört die Zigarette zur Pause auf der Hütte wie der Kakao für die Kinder. Sie empfinden das Verbot als Einschränkung ihrer Freiheit, als weiteres Beispiel für staatliche Überregulierung. Der Begriff „Bevormundung“ fällt in Kommentaren immer wieder.

    Doch die Geschichte zeigt: Solche Eingriffe wirken, wenn man ihnen Zeit lässt. Was heute noch polarisiert, ist morgen oft schon selbstverständlich. Man denke nur an das Rauchverbot in Restaurants oder Zügen. Was einst Empörung auslöste, ist längst in den Alltag übergegangen – und von den meisten begrüßt.

    Es ist also gut möglich, dass auch das Rauchen auf den Skipisten in wenigen Jahren nur noch eine nostalgische Erinnerung ist. Eine Erinnerung an eine Zeit, in der Freiheit auch hieß, anderen die Luft zu nehmen.

    Frankreich hat mit seinem neuen Dekret ein deutliches Zeichen gesetzt – eines, das mehr bewirken könnte, als es auf den ersten Blick scheint. Denn es geht nicht nur um Rauch – es geht um Rücksicht, Respekt und das Bild der Berge, das wir uns bewahren möchten.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Pulverschnee und Premierenfreude: Saisonstart unter Wintersonne in Tignes

    Pulverschnee und Premierenfreude: Saisonstart unter Wintersonne in Tignes

    Minus 19 Grad, Sonne über den Gipfeln und der Geruch von frischer Piste in der Luft – der Start in die Skisaison 2025/26 im französischen Tignes hätte kaum malerischer ausfallen können. Während das Thermometer am frühen Morgen noch in sibirischen Regionen verharrte, machten sich bereits die ersten Skifahrer auf den Weg – dick eingepackt, mit glänzenden Augen und gespannter Vorfreude im Gepäck.

    Was für viele nach klirrender Kälte klingt, ist für die Haute Montagne in Wahrheit ein Geschenk: Der Schneefall der vergangenen Tage hat die Hänge großzügig eingepackt, die Schneekanonen liefern rund um die Uhr Nachschub, und selbst die Pistenraupen tanzen im Takt der Saisonvorbereitungen. In Tignes ist der Winter angekommen – und mit ihm ein Auftakt, der Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen hat.

    „Es ist unglaublich – einfach wunderschön“, schwärmt ein Skifahrer, während ihm kleine Dampfwolken aus dem Kragen steigen. Für ihn ist es mehr als nur Sport. Es ist ein Statement gegen den frühen Dunkelheitseinbruch, ein Plädoyer für die Bewegung, ein Ritual des Wiedererwachens. Zwei Stunden und dreißig Minuten sei er gefahren, „und das würde ich jeden Tag machen – wenn ich nicht arbeiten müsste“, sagt er mit einem Lachen, das selbst bei minus 15 Grad ansteckt.

    Tatsächlich war das, was noch vor wenigen Tagen als ambitioniert galt, nun greifbare Realität: 80 Prozent des Skigebiets sind zum Start bereits geöffnet – ein Wert, von dem man in Tignes vor zehn Tagen kaum zu träumen wagte. Der plötzliche Kälteeinbruch hat die Bedingungen nahezu perfektioniert, die Schneemaschinen laufen unermüdlich – zwischen minus fünf und minus zehn Grad, da performen sie am besten, erklärt Hervé Luciannaz, der als Sektorleiter jede Schneeflocke im Blick behält.

    Parallel dazu wird gearbeitet, als ginge es um ein Uhrwerk aus Schnee, Sicherheit und Geschwindigkeit. Innerhalb von nur 24 Stunden haben die Teams Pistenmarkierungen gesetzt, Sicherheitsnetze gespannt und Rettungsgeräte positioniert. „Das hier ist ein Traîneau – damit transportieren wir verletzte Skifahrer ab“, erklärt Virginie Pogneaux, eine erfahrene Pistenretterin, die mit stoischer Ruhe durch den Neuschnee stapft.

    Ohne sie und ihre Kolleginnen und Kollegen läuft hier gar nichts. Denn wer unter Extrembedingungen den Berg sichert, braucht nicht nur Erfahrung, sondern auch Präzision. Dazu gehört auch das tägliche Feintuning der Pisten. Clémentine Marmottan ist Fahrerin einer der mächtigen Pistenraupen – seit Tagen modelliert sie die Hänge bis ins letzte Detail. „Keine großen Hügel, keine tiefen Löcher – am Ende soll die Piste gleichmäßig und sicher sein“, erklärt sie, während draußen die Schneekristalle tanzen.

    Und das Ergebnis? Es begeistert. Bereits bei den ersten Abfahrten war die Freude greifbar. „Die erste Fahrt ist immer ein bisschen ruhiger – zum Reinkommen“, sagt ein Skifahrer. Doch schon beim zweiten Anlauf sei man „direkt mit Vollgas“ unterwegs gewesen. Ein anderer ergänzt mit leuchtenden Augen: „Die Schneeverhältnisse sind der Wahnsinn – ein bisschen fehlt noch im unteren Bereich, aber selbst mit Kunstschnee ist das hier einfach genial.“

    Ein erstes Fazit, das man auch in Zahlen fassen kann: Die Buchungslage für Dezember liegt laut aktuellen Angaben bereits acht Prozent über dem Vorjahr. Und mit weiteren Schneefällen, die bereits für den kommenden Sonntag angekündigt sind, dürfte sich dieser Trend fortsetzen.

    Tignes hat also vorgelegt – früh, stark und eindrucksvoll. Die neue Saison beginnt nicht mit einem vorsichtigen Schritt, sondern mit einem Schwung. Und während anderswo noch über Wärmerekorde diskutiert wird, zählt hier oben nur eines: der Moment, wenn Skier frisch über den Schnee gleiten und die Berge wieder zum Leben erwachen.

    Von C. Hatty

  • Kommentar: Schneeflöckchen, Weißröckchen – Du kommst nie zurück!

    Kommentar: Schneeflöckchen, Weißröckchen – Du kommst nie zurück!

    Man muss es einfach mal aussprechen: Der alpine Skitourismus, so wie wir ihn kannten, stirbt. Langsam, leise und von vielen verdrängt. Aber er stirbt – in Frankreich, in den Alpen, überall. Und während Politiker noch über Schneekanonen, neue Lifte oder Steuererhöhungen diskutieren, verabschiedet sich der Winter klammheimlich aus den Bergen.

    Ich komme aus einer Familie, die ihre Ferien immer im Schnee verbracht hat. Allos, Serre Chevalier, Les Orres – diese Namen schmeckten für uns nach Raclette, roter Nase und Skischuhdrama. Aber heute? Heute sehe ich nur noch braune Hänge, grüne Weihnachten und Gemeinden, die ihre Seele verkaufen, um ein paar Saisons länger durchzuhalten.

    Wie absurd ist es, im Jahr 2025 noch so zu tun, als könnten Skigebiete unter 2.000 Metern langfristig überleben? Es ist, als würde man mit einem Gießkännchen ein brennendes Haus löschen – ein netter Versuch, aber komplett zum Scheitern verurteilt.

    Und ja, ich höre sie schon, die Romantiker: „Aber was ist mit der Tradition?“
    Na und? Tradition darf doch kein Freifahrtschein für Realitätsverweigerung sein.

    Was wir brauchen, ist Ehrlichkeit. Und Mut. Der Mut zu sagen: „Schluss mit dem Selbstbetrug!“ Der Mut, Visionen für einen ganzjährigen, nachhaltigen Bergtourismus zu entwickeln, statt auf Alibiveranstaltungen und künstlich beschneite Pisten zu setzen. Das ist nämlich nichts anderes als Schnee von gestern – im wahrsten Sinne des Wortes.

    Warum fällt es uns so schwer loszulassen? Vielleicht, weil wir gelernt haben, den Winter mit Kindheit, Geborgenheit und Freiheit zu verbinden. Aber die Wahrheit ist: Der Winter hat sich verändert. Und wir müssen es auch tun.

    Natürlich tut es weh. Ich weine innerlich, wenn ich an all die stillgelegten Lifte, leerstehenden Chalets und das vergessene Rattern der Gondeln denke. Aber ich weine noch mehr, wenn ich sehe, wie Gemeinden ihr letztes Geld in eine Schneesaison investieren, die nie mehr kommt.

    Sollen wir deshalb alle Skiorte aufgeben? Nein. Aber wir müssen differenzieren. Hochgelegene Gebiete haben vielleicht noch eine Chance. Die anderen? Die brauchen ein neues Konzept. Wandern, Mountainbiken, Kulinarik, Kunst – das alles kann genauso magisch sein wie ein Tiefschneetag.

    Aber was wir nicht mehr brauchen, ist diese Verklärung des Skitourismus als alternativlose Lebensgrundlage.

    Denn wenn das einzige Zukunftsmodell lautet: „Entweder höhere Steuern oder mehr Schnee, der nicht mehr fällt“ – dann ist die Diskussion eigentlich längst entschieden.

    Es wird Zeit, dass wir aufhören, um ein System zu kämpfen, das sich selbst längst aufgegeben hat. Wer den Winter retten will, muss anfangen, neu zu denken. Und vielleicht – nur vielleicht – entdecken wir dabei eine ganz neue Liebe zu unseren Bergen.

    Von C. Hatty

  • Wintereinbruch im März: Autofahrer zwischen Burgund und Vogesen kalt erwischt

    Wintereinbruch im März: Autofahrer zwischen Burgund und Vogesen kalt erwischt

    Am Donnerstag, den 13. März, sorgte ein plötzlicher Wintereinbruch im Nordosten Frankreichs für chaotische Zustände auf den Straßen. Zwischen Burgund und Lothringen fiel in kurzer Zeit so viel Schnee, dass es zu zahlreichen Unfällen kam.

    Plötzlicher Schneefall sorgt für Verkehrschaos

    Innerhalb weniger Stunden war die Landschaft in ein weißes Kleid gehüllt – ein Anblick, mit dem viele nicht gerechnet hatten. Besonders betroffen waren die Vogesen, wo örtlich bis zu 15 Zentimeter Schnee fielen. In tieferen Lagen kamen immerhin bis zu fünf Zentimeter zusammen.

    Ein Schulbusfahrer musste blitzschnell reagieren, als ihm auf einer schneeglatten Straße ein anderer Bus entgegenkam. Um einen Frontalzusammenstoß zu vermeiden, steuerte er sein Fahrzeug in den Straßengraben. Ein Schockmoment – doch glücklicherweise blieben die 14 mitfahrenden Schüler unverletzt. Der Bürgermeister von Bettegney-Saint-Brice, Jean-François Virion, zeigte sich erleichtert, betonte aber, wie überraschend schnell sich die Lage geändert hatte: „Innerhalb einer Stunde war plötzlich alles weiß.“

    Räumfahrzeuge im Dauereinsatz

    Nicht nur in den Vogesen, sondern auch im Département Côte-d’Or kam es zu spektakulären Unfällen. Viele Autofahrer wurden von der plötzlichen Glätte überrascht und verloren die Kontrolle über ihre Fahrzeuge. Die Abschleppdienste hatten alle Hände voll zu tun, um liegengebliebene Autos aus Gräben und Böschungen zu ziehen.

    Auch die Straßenmeistereien mussten reagieren. Salzstreuer und Schneepflüge, die viele schon im Winterschlaf wähnten, wurden wieder auf die Straßen geschickt. „Während der Märzstürme gibt es immer mal wieder Schneefälle“, erklärte Clément Bouley, der für den Straßendienst in Côte-d’Or arbeitet. „Aber insgesamt gibt es heute weniger Schnee als früher.“

    Überraschender Schneefall – ein neues Phänomen?

    Diese plötzlichen Schneeschauer im März sind für viele überraschend, doch ungewöhnlich sind sie nicht. Besonders in den Mittelgebirgen kann es selbst im Frühling noch zu winterlichen Wetterlagen kommen. Was allerdings auffällt: Die Intensität der Schneefälle scheint sich zu verändern. Früher gab es in den Wintermonaten deutlich mehr Schnee, während er heute oft außerhalb der klassischen Winterzeit fällt.

    Bleibt also die Frage: Müssen sich Autofahrer in Zukunft auf noch unberechenbarere Wetterkapriolen einstellen? Sicher ist, dass der März weiterhin für Überraschungen gut ist – und Winterreifen auch im Frühling manchmal die beste Wahl sein können.

    Von C. Hatty

  • Winterferien: Last-Minute-Trips in die milde Sonne des Var

    Winterferien: Last-Minute-Trips in die milde Sonne des Var

    In Saint-Raphaël, im Département Var, genießen Touristen das angenehme Winterwetter. Die Region bietet zudem zahlreiche Aktivitäten für Urlauber.

    Lissandre und ihre Mutter sind quer durch Frankreich gereist, um ein paar Tage an der Côte d’Azur zu verbringen. „Es ist fast niemand hier – einfach perfekt!“, freut sich die junge Frau. Ein Rentnerpaar hat sich ein sportlicheres Programm vorgenommen: Jeden Morgen stehen 10 Kilometer Spaziergang entlang des Meeres auf dem Plan.

    Milde Temperaturen und entspannte Atmosphäre

    Auch wenn die Sonne sich an diesem Freitag, dem 21. Februar, eher zurückhält, sorgt das milde Klima im Var für vielfältige Möglichkeiten. Die Temperaturen erreichen am Nachmittag angenehme 15 Grad – für eine Familie aus Paris genau richtig. „Man kann immer irgendwo gut essen gehen und das Meer genießen“, sagen sie entspannt.

    Während die Februarferien für die Tourismusbranche im Var zu den ruhigeren Zeiten des Jahres gehören, verzeichnet ein Hotel in Saint-Raphaël dennoch eine Auslastung von 30 Prozent – vor allem dank spontaner Last-Minute-Buchungen.

  • Winterferien am Meer: Immer mehr Urlauber zieht es an die Küste

    Winterferien am Meer: Immer mehr Urlauber zieht es an die Küste

    Während die Skigebiete im Februar traditionell Hochsaison haben, erleben auch die Küstenstädte in Südfrankreich einen wachsenden Besucheransturm. Milde Temperaturen und erschwingliche Preise machen das Meer zur neuen Winteralternative für viele Urlauber.

    Flucht vor dem Wintergrau: Sonne statt Skibrille

    Wer monatelang durch graues Wetter und Regen stapft, sehnt sich nach Licht und Wärme – genau das treibt immer mehr Urlauber aus dem Norden Frankreichs an die Küsten des Mittelmeers. Ob aus Nantes, Lille oder Vendée: Viele Familien tauschen Pulverschnee gegen Sonnenschein und genießen im Februar angenehme 20 Grad im Süden.

    Ein Vater aus Nord-Pas-de-Calais beschreibt das Gefühl treffend: „Es ist, als würde man nach Monaten des Trübsinns endlich wieder aufatmen. Sobald wir die Sonne sehen, fühlen wir uns lebendig.“

    Das Meer als kostengünstige Alternative

    Der Trend zeigt sich auch in den Zahlen: 2024 entschieden sich doppelt so viele Franzosen für einen Winterurlaub am Meer wie für eine Reise in die Berge. Ein Grund dafür ist der Preis. Ferien an der Küste sind im Februar rund 30 % günstiger als in der Hochsaison im Sommer – ein echtes Argument für Familien und Paare, die spontan ein paar Tage dem Alltag entfliehen möchten.

    Besonders zum Valentinstag waren die Unterkünfte ausgebucht. Die Atmosphäre? Fast schon sommerlich! Viele genießen es, die Strände ohne Menschenmassen zu erleben, gemütlich entlang der Promenaden zu schlendern oder einfach die Ruhe des Meeres zu genießen.

    Winter am Meer: Weniger Stress, mehr Freiheit

    Neben den niedrigeren Kosten schätzen viele Urlauber die Flexibilität eines Winteraufenthalts an der Küste. Keine überfüllten Skipisten, kein teurer Skipass – stattdessen ein entspannter Kurztrip mit vielfältigem Freizeitangebot.

    Sasha, eine Urlauberin aus Nantes, schwärmt: „Wir sind für drei Tage hier und haben ein kleines Programm: Minigolf, ein Besuch im Aquarium – einfach die Seele baumeln lassen.“ Die Wassertemperaturen von 10 Grad schrecken die meisten vom Baden ab, doch für viele liegt der wahre Luxus darin, den Strand fast für sich allein zu haben.

    Ein Trend, der bleibt?

    Ob sich dieser Boom der Küstenorte im Winter langfristig hält, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Immer mehr Menschen suchen nach Alternativen zum klassischen Skiurlaub – sei es aus Kostengründen, wegen der Umwelt oder einfach, um die Sonne zu genießen. Und wer kann es ihnen verübeln?

    Von C. Hatty

  • Skispaß für kleines Geld: Bourg-d’Oueil, die charmanteste Mini-Skistation der Pyrenäen

    Skispaß für kleines Geld: Bourg-d’Oueil, die charmanteste Mini-Skistation der Pyrenäen

    Skifahren ist oft ein teures Vergnügen – teure Skipässe, überfüllte Pisten, teure Unterkünfte. Doch es gibt einen Ort in den französischen Pyrenäen, an dem Wintersport noch günstig und entspannt ist: Bourg-d’Oueil. Diese kleine, fast vergessene Skistation bietet ein einzigartiges Erlebnis für Familien, Anfänger und alle, die einfach ohne großen Schnickschnack in den Bergen durch den […]

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