Schlagwort: Weltpolitik

  • Arabische Staaten fordern erstmals Entwaffnung der Hamas – und andere World-News

    Arabische Staaten fordern erstmals Entwaffnung der Hamas – und andere World-News

    Erstmals haben sich die arabischen Staaten einhellig hinter die Forderung gestellt, dass die Hamas ihre Waffen niederlegen, alle Geiseln freilassen und ihre Herrschaft über den Gazastreifen beenden solle – Bedingungen, die nach Ansicht dieser Staaten den Weg zur Gründung eines palästinensischen Staates ebnen könnten.

    Die 22 Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga verurteilten zudem die Angriffe der Hamas vom 7. Oktober auf Israel, die den verheerenden Gaza-Krieg ausgelöst hatten. Die überraschende Erklärung, die auf einer UN-Konferenz in New York abgegeben wurde, ruft auch zur Entsendung einer „temporären internationalen Stabilisierungsmission“ auf, die von der Palästinensischen Autonomiebehörde eingeladen werden solle.

    Außerdem: Steve Witkoff, Nahost-Gesandter von Donald Trump, traf sich gestern in Jerusalem zu Gesprächen mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu.


    Russland bombardiert Kiew auch nach US-Sanktionsdrohung

    Russland hat Kiew gestern erneut mit Raketen und Drohnen attackiert. Mehr als zwei Dutzend Einschläge wurden in der ukrainischen Hauptstadt registriert, mindestens 16 Menschen kamen ums Leben. Über 150 weitere wurden verletzt. Die Angriffe begannen um Mitternacht mit Schwärmen explosiver Drohnen, gefolgt von Raketenangriffen in den frühen Morgenstunden.

    Die Attacke erfolgte kurz nachdem Donald Trump Russland nochmals mit neuen Sanktionen gedroht hatte, sollte Präsident Wladimir Putin die Kämpfe nicht binnen zehn Tagen beenden. Russische Offizielle wiesen dies zurück.


    Weitere wichtige Meldungen

    Myanmar: Die Militärregierung hat den vier Jahre andauernden Ausnahmezustand aufgehoben – wenige Monate vor den im Dezember geplanten Wahlen, die von Oppositionsgruppen boykottiert werden sollen.

    Pazifik: Nach einem schweren Erdbeben wurden Teile des Nordpazifiks, insbesondere vor der russischen Fernostküste, von heftigen Nachbeben erschüttert.

    USA: Die Familie von Virginia Giuffre, die Jeffrey Epstein beschuldigte, sie als Jugendliche sexuell missbraucht zu haben, zeigte sich empört über jüngste Äußerungen Donald Trumps über sie.

    Gesundheit: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat ein neues Implantat zur Behandlung von rheumatoider Arthritis zugelassen, das den Vagusnerv im Hals stimuliert.

    Technologie: Tech-Giganten aus dem Silicon Valley wie Meta werben A.I.-Talente inzwischen mit Verträgen im Wert von bis zu 250 Millionen Dollar an.

    Kalifornien: Nachdem Kamala Harris nicht für das Amt der Gouverneurin kandidieren wird, rücken nun mögliche Nachfolgekandidaten in den Fokus.

  • Alarmstufe Hunger: Die Hungersnot in Gaza erreicht laut UN-Bericht eine neue Eskalationsstufe

    Alarmstufe Hunger: Die Hungersnot in Gaza erreicht laut UN-Bericht eine neue Eskalationsstufe

    Die humanitäre Krise im Gazastreifen hat eine neue dramatische Dimension erreicht. Laut einem am 29. Juli veröffentlichten Bericht des IPC (Integrated Food Security Phase Classification), einem internationalen Instrument zur Bewertung von Ernährungssicherheit, ist der „schlimmste Fall einer Hungersnot“ in der palästinensischen Enklave bereits Realität. Der Bericht basiert auf einer Analyse internationaler UN-Organisationen, humanitärer NGOs und regionaler Partner und zeichnet ein Bild, das kaum noch schlimmer sein könnte: Tausende Kinder sind akut unterernährt, die Versorgungslage ist zusammengebrochen, und internationale Hilfsmechanismen greifen kaum noch.

    Eine Katastrophe mit Ansage

    Seit dem 7. Oktober 2023, dem Beginn der israelischen Militäroffensive als Reaktion auf den Terrorangriff der Hamas, hat sich die Lage in Gaza kontinuierlich verschärft. Doch die aktuelle Bewertung des IPC, einer Methodik, die weltweit zur Einschätzung von Hungersituationen eingesetzt wird, markiert einen Wendepunkt. Demnach befinden sich derzeit alle rund 2,2 Millionen Bewohner des Gazastreifens in einer kritischen Ernährungssituation. 495.000 Menschen – mehr als ein Fünftel der Bevölkerung – gelten als akut vom Hungertod bedroht (Phase 5: „Katastrophe/Hungersnot“). Das ist das erste Mal, dass eine ganze Bevölkerung in einem solchen Ausmaß betroffen ist.

    Besonders dramatisch ist die Lage für Kinder: Laut IPC wurden allein zwischen April und Mitte Juli über 20.000 Kinder wegen akuter Mangelernährung medizinisch behandelt – darunter mehr als 3.000 mit schwersten Symptomen. Mindestens 16 Kinder unter fünf Jahren starben seit dem 17. Juli an den Folgen von Hunger und Unterversorgung. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

    Humanitäre Hilfe: Tropfen auf den heißen Stein

    Trotz internationaler Anstrengungen bleibt die humanitäre Hilfe unzureichend. Zwar wurden laut israelischen Angaben am Montag rund 200 Hilfslastwagen durchgelassen, weitere 260 warteten auf die Entladung. Doch laut UN müssten täglich mindestens 500 bis 600 Hilfstransporte erfolgen, um die Grundbedürfnisse der Bevölkerung zu decken. Die seit März verstärkt eingesetzten Luftabwürfe durch Jordanien, die USA und andere Staaten seien laut IPC zwar symbolisch wichtig, aber logistisch ineffizient. Der Leiter des IPC-Analysekomitees warnte: „Die derzeitigen Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus, um das Ausmaß der Katastrophe zu begrenzen – geschweige denn umzukehren.“

    Zivilbevölkerung unter Dauerbeschuss

    Parallel zur humanitären Notlage setzen sich die Kampfhandlungen fort. Trotz einer von Israel angekündigten „taktischen Feuerpause“ kam es in den vergangenen Tagen zu schweren Luftangriffen – etwa auf das Flüchtlingslager Nousseirat im Zentrum des Gazastreifens. Laut Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden wurden dabei 30 Menschen getötet, darunter 14 Frauen und 12 Kinder. Das Al-Awda-Krankenhaus bestätigte den Eingang entsprechender Leichname. Beobachter sehen in solchen Angriffen eine weitere Verschärfung der humanitären Krise, da medizinische Einrichtungen und zivile Infrastruktur systematisch beschädigt oder zerstört werden.

    Internationale Reaktionen: Abwesenheit spricht Bände

    In New York tagt derzeit eine Sonderkonferenz der Vereinten Nationen zur Palästinafrage. Doch zwei zentrale Akteure fehlen demonstrativ: Israel und die Vereinigten Staaten. Israels Botschafter in Paris, Joshua Zarka, bezeichnete das UN-Treffen als „Farce“ und warf den Teilnehmern vor, bloße Symbolpolitik zu betreiben. Die Abwesenheit Washingtons ist insofern bedeutsam, als die USA als wichtigster Verbündeter Israels und gleichzeitig einer der größten Geber humanitärer Hilfe in Gaza gelten.

    UN-Generalsekretär António Guterres appellierte unterdessen erneut an alle Konfliktparteien, den Schutz der Zivilbevölkerung sicherzustellen und humanitäre Zugänge zu garantieren. Doch auf diplomatischer Ebene bleibt der Handlungsspielraum begrenzt – nicht zuletzt wegen der Vetomacht der USA im UN-Sicherheitsrat.

    Die aktuelle Lage im Gazastreifen ist eine humanitäre Katastrophe historischen Ausmaßes. Die internationale Gemeinschaft steht vor der Frage, ob sie in der Lage ist, einem sich vor aller Augen abspielenden Massensterben entgegenzuwirken – oder ob sich Gaza in eine Zone völliger Verwahrlosung und Vernachlässigung verwandelt, die als moralischer Bankrott der Weltgemeinschaft in die Geschichte eingehen könnte.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Kinder sterben an Hunger: Die humanitäre Katastrophe in Gaza verschärft sich dramatisch

    Kinder sterben an Hunger: Die humanitäre Katastrophe in Gaza verschärft sich dramatisch

    Die Bilder aus dem südlichen Gazastreifen sind verstörend – und zugleich Ausdruck einer sich rapide verschlimmernden humanitären Krise. Innerhalb von nur drei Tagen sind laut Angaben eines örtlichen Krankenhausdirektors mindestens 21 Kinder infolge von Hunger und Mangelernährung gestorben. Die Vereinten Nationen warnen, dass über 100.000 Menschen in dem palästinensischen Küstengebiet an akuter Unterernährung leiden – Tendenz steigend. Besonders betroffen sind Kinder, Säuglinge und stillende Mütter.

    Die französische Regierung fordert unterdessen freien Zugang für internationale Medien, um sich ein eigenes Bild von der Lage vor Ort zu machen. Denn trotz vereinzelter Hilfslieferungen ist die humanitäre Infrastruktur Gazas praktisch zusammengebrochen.

    Sterben in der Isolation

    Die Geschichte des kleinen Yahya, gestorben am 22. Juli in Khan Younis, steht exemplarisch für die Dramatik der Situation. Seine Tante, Lojaïn al-Najjar, sagt in Tränen aufgelöst: „Er ist an Mangelernährung gestorben. Wir konnten ihn nicht mehr ernähren.“ Wie Yahya sind laut Berichten in den letzten 24 Stunden drei weitere Babys gestorben. Im Al-Shifa-Krankenhaus – einst das größte und wichtigste Krankenhaus der Region – nimmt die Zahl der unterernährten Kinder rapide zu.

    Der 14-jährige Moussab wiegt noch zehn Kilogramm. Seine Mutter berichtet, dass er früher 40 Kilo gewogen habe. „Er war unsere Stütze, hat sich um seine Schwestern gekümmert“, sagt sie. Diese Einzelschicksale spiegeln ein größeres Muster wider: Der anhaltende Mangel an Nahrung und medizinischer Versorgung trifft die Schwächsten am härtesten.

    Ein Gazastreifen im Hungerzustand

    Die zugrunde liegende Ursache der Hungersnot ist strukturell und politisch. Seit März ist der Gazastreifen de facto vollständig abgeriegelt. Israel hat nach dem 7. Oktober 2023 seine Kontrolle über die Einfuhr von Hilfsgütern, Medikamenten und Nahrungsmitteln nochmals verschärft – offiziell aus Sicherheitsgründen. Gleichzeitig scheitern internationale Hilfsbemühungen regelmäßig an fehlenden Sicherheitsgarantien, blockierten Grenzübergängen und politischem Stillstand.

    Zwar erreichen vereinzelt Konvois mit Hilfsgütern über Ägypten oder die israelische Grenzstation Kerem Shalom das Gebiet, doch der Bedarf übersteigt das Angebot um ein Vielfaches. Das Welternährungsprogramm (WFP) bezeichnet die Versorgungslage als „katastrophal“ und warnt vor einer Hungersnot biblischen Ausmaßes. Auf lokalen Märkten gibt es kaum noch Lebensmittel – und wenn, dann zu astronomischen Preisen. So berichtet ein Journalist vor Ort, Rami Abou Jamous, dass 500 Gramm Mehl bis zu 50 Euro kosten – eine Summe, die für die meisten unerschwinglich ist.

    Hilfsorganisationen warnen seit Monaten

    Internationale Organisationen wie UNICEF, Oxfam und Ärzte ohne Grenzen warnen seit Monaten vor einer sich zuspitzenden Ernährungskrise in Gaza. Bereits im Frühjahr 2024 legte ein Bericht des Integrated Food Security Phase Classification (IPC) dar, dass große Teile der Bevölkerung sich in der höchsten Krisenstufe (Phase 5: Katastrophe) befinden. Diese Klassifikation bedeutet: akute Unterernährung, Hungertote, Zusammenbruch der Lebensgrundlagen.

    Laut UN-OCHA (Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten) sind insbesondere Kinder unter fünf Jahren gefährdet, da sie auf kontinuierliche Nahrungszufuhr angewiesen sind. Die Versorgung mit Trinkwasser ist ebenfalls stark eingeschränkt – was das Risiko von Durchfallerkrankungen und damit weiterer Mangelernährung erhöht. Krankenhäuser sind nicht nur unterbesetzt, sondern es fehlt auch an Strom und Medikamenten.

    Politisches Versagen auf allen Ebenen

    Die Situation in Gaza ist nicht nur eine humanitäre, sondern auch eine politische Katastrophe. Die Hamas nutzt zivile Infrastruktur für militärische Zwecke, was Hilfslieferungen erschwert. Israel wiederum rechtfertigt die Blockade mit Sicherheitsbedenken und verweist auf den fortgesetzten Raketenbeschuss aus Gaza. Gleichzeitig ist es für die internationale Gemeinschaft kaum möglich, koordinierte Hilfe zu leisten, da es an verlässlichen Ansprechpartnern, logistischen Strukturen und internationalem Druck mangelt.

    Frankreichs Außenminister Stéphane Séjourné forderte zuletzt „sofortigen und ungehinderten Zugang für humanitäre Helfer und unabhängige Journalisten“. Auch die EU und UN-Organisationen drängen auf einen Waffenstillstand und sichere humanitäre Korridore. Doch bislang bleiben diese Forderungen folgenlos. Die humanitäre Krise in Gaza wird mehr und mehr zu einem Spiegelbild des diplomatischen Stillstands im Nahen Osten.

    Der Tod von Kindern durch Hunger ist ein symbolisches wie reales Scheitern – der lokalen Akteure wie der internationalen Staatengemeinschaft. Es ist ein Rückfall in Zustände, die man im 21. Jahrhundert für überwunden hielt. Der Gazastreifen droht zum Mahnmal einer Weltordnung zu werden, in der das humanitäre Völkerrecht nicht mehr durchsetzbar ist – insbesondere nicht für die Schwächsten.

    Autor: P. Tiko

  • Israels Luftangriffe treffen WHO-Einrichtung in Gaza – und andere World-News

    Israels Luftangriffe treffen WHO-Einrichtung in Gaza – und andere World-News

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Israel beschuldigt, eine ihrer Einrichtungen im Zentrum des Gazastreifens angegriffen zu haben. Zuvor hatte das israelische Militär seine Einsätze in der Stadt Deir al-Balah ausgeweitet – einem Gebiet, das bis dahin weitgehend von Zerstörungen verschont geblieben war.

    Israel hatte Deir al-Balah zunächst gemieden, da befürchtet wurde, dass Hamas dort israelische und ausländische Geiseln festhalte. Diese Zurückhaltung scheint nun jedoch aufgegeben zu werden.

    Nach Angaben der WHO wurde am Montag ein Wohngebäude für Mitarbeitende der Organisation durch Luftangriffe beschädigt. Israelische Streitkräfte seien zudem in das Gebäude eingedrungen, hätten männliche Mitarbeitende und dort Schutz suchende Familienangehörige gefesselt, entkleidet und unter Waffengewalt festgehalten. Frauen und Kinder seien gewaltsam evakuiert worden, teilte die Organisation mit.

    Ein Sprecher des israelischen Militärs erklärte, der Angriff habe stattgefunden, nachdem das Personal evakuiert worden sei. Zudem seien israelische Soldaten in der Umgebung unter Beschuss geraten und hätten entsprechend reagiert.

    Kontext: Deir al-Balah war zu einem informellen Zufluchtsort für Palästinenser geworden, die aus anderen Teilen des Gazastreifens fliehen mussten. In der Stadt entstanden große Zeltlager. Zudem beherbergt Deir al-Balah Lagerhäuser der Vereinten Nationen sowie Unterkünfte für UN-Mitarbeitende.


    Ozzy Osbourne ist tot

    Ozzy Osbourne, der als „Prince of Darkness“ mit Black Sabbath das Genre des Heavy Metal mitbegründete und später als Reality-TV-Star weltweit bekannt wurde, ist im Alter von 76 Jahren gestorben. In den letzten Jahren war er wegen einer speziellen Form der Parkinson-Krankheit in Behandlung.

    Sein letztes Konzert gab Osbourne erst in diesem Monat – bei einem Festival in seiner Heimatstadt Birmingham, England. Auf einem schwarzen Thron sitzend und sichtlich bewegt von der Begeisterung des Publikums, verabschiedete er sich von der Bühne – gemeinsam mit der Originalbesetzung von Black Sabbath.

    Osbourne und Black Sabbath prägten einen von Horrorästhetik geprägten Look, der eine düstere Alternative zum bunten Tie-Dye der Hippie-Ära darstellte.


    Ukraine: Erste regierungskritische Proteste seit Kriegsbeginn richten sich gegen Selenskyj

    Tausende Menschen demonstrierten gestern in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gegen Bestrebungen der Regierung unter Präsident Wolodymyr Selenskyj, bestehende Antikorruptionsstrukturen abzubauen. Es war die erste größere regierungskritische Kundgebung seit Beginn des russischen Angriffskriegs.

    Wenige Stunden vor der Demonstration, an der sowohl Zivilistinnen und Zivilisten als auch Soldaten teilnahmen, verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das zwei zentralen Antikorruptionsbehörden ihre Unabhängigkeit entzieht. Zudem erhält der Generalstaatsanwalt – ein vom Präsidenten ernannter Beamter – neue Kompetenzen gegenüber diesen Behörden.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Bangladesch: Beim Absturz eines Kampfjets auf eine Schule kamen 31 Menschen ums Leben – die meisten von ihnen Kinder. Das Unglück löste landesweite Trauer aus.

    Handel: Nach einem Treffen mit dem philippinischen Präsidenten Ferdinand Marcos Jr. verkündete US-Präsident Donald Trump ein neues Handelsabkommen. Kurz darauf kündigte er eine ähnliche Einigung mit Japan an, das die Zölle von 25 auf 15 Prozent senken könnte.

    USA: Repräsentantenhaus-Sprecher Mike Johnson kündigte an, die Kammer bis September zu schließen, um eine Abstimmung zur Offenlegung der Epstein-Akten zu verhindern.

    Diplomatie: Die USA erklärten ihren Austritt aus der UNESCO, der UN-Kulturorganisation – ein weiterer Schritt der Trump-Administration zum Rückzug aus internationalen Institutionen.

    Europa: Wegen wachsender Handelskonflikte und einem schwächelnden Dollar gewinnt der Euro weiter an Wert.

    Afrika: Nach einem Erdrutsch in einer inoffiziellen Goldmine in der Demokratischen Republik Kongo werden noch zahlreiche Menschen vermisst.

    Österreich: Kanzler Christian Stocker kündigte in einem Interview an, dass sein Land die Militärausgaben verdoppeln werde. Der Traum von Abrüstung sei „nun vorbei“.

    Iran: Angriffe durch Israel und die USA haben nationalistische Gefühle im Land entfacht. Das wirtschaftlich angeschlagene Regime versucht, davon politisch zu profitieren.

    Autor: P. Tiko

  • Israel meldet, dass ein Teil von Irans Uranvorräten die Angriffe überstand – und andere World-News

    Israel meldet, dass ein Teil von Irans Uranvorräten die Angriffe überstand – und andere World-News

    Ein Teil von Irans unterirdisch gelagertem, nahezu waffenfähig angereichertem Uran hat die US-amerikanischen und israelischen Angriffe im vergangenen Monat überstanden und ist nach Angaben eines ranghohen israelischen Beamten für die Nukleartechniker Teherans weiterhin zugänglich.

    Geheimdienstanalysen Israels zeigten jedoch keine Besorgnis über das verbleibende angereicherte Uran. Sie erklären, jeder Versuch Irans, es zu bergen, würde mit hoher Wahrscheinlichkeit entdeckt werden und es bliebe ausreichend Zeit für einen Angriff. Präsident Trump und seine Regierung hatten erklärt, dass Irans Nuklearprogramm durch den gemeinsamen Schlag „ausgelöscht“ worden sei.

    Israel begann Ende vergangenen Jahres mit Vorbereitungen für militärische Schritte gegen Iran, nachdem man einen Endspurt zum Bau einer Atombombe befürchtet hatte. Israel erklärte damals, seine Geheimdienstinformationen seien mit den USA geteilt worden. Doch in den Monaten vor dem Angriff vertraten US-Beamte die Auffassung, dass Iran sich noch nicht zum Bau einer Waffe entschieden habe.


    Ukrainischer Geheimdienstoffizier auf Parkplatz in Kiew erschossen

    Die ukrainischen Behörden teilten gestern mit, dass ein Eliteoffizier des SBU, des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes, am helllichten Tag in Kiew erschossen wurde.

    Bei dem Opfer handelt es sich um Oberst Iwan Woronych, der eine Einheit leitete, die im vergangenen Sommer eine entscheidende Rolle beim Überraschungsangriff der Ukraine auf die russische Region Kursk spielte. Die als Fünfte Direktion bekannte Einheit erhielt technische Unterstützung durch die CIA und war auch für die Tötung eines ranghohen russischen Separatistenkommandeurs mit dem Nom de Guerre „Motorola“ im Jahr 2016 verantwortlich.

    Aktuelle ukrainische Offizielle äußerten sich nicht zu einer möglichen russischen Beteiligung. Sollte Russland hinter der Tat stehen, wäre dies ein seltener nachrichtendienstlicher Erfolg seit Beginn der Invasion vor drei Jahren.


    Großbritannien und Frankreich vereinbaren Atomwaffenpakt:

    Premierminister Keir Starmer und Präsident Emmanuel Macron gaben gestern ein neues Verteidigungsabkommen bekannt. Erstmals verpflichteten sich beide Länder, ihre Nukleararsenale gemeinsam einzusetzen, sollte ein europäischer Verbündeter angegriffen werden.

    Die beiden Regierungschefs verkündeten zudem ein Abkommen, das die Zahl der Migranten verringern könnte, die von Nordfrankreich aus in kleinen Booten den Ärmelkanal überqueren.


    Weitere World-News

    Diplomatie: Außenminister Marco Rubio traf in Malaysia mit dem russischen Außenminister zusammen und bekräftigte Trumps Unzufriedenheit über die stockenden Friedensgespräche.

    Drohnen: Moskau startete eine weitere Angriffswelle auf Kiew und tötete dabei zwei Menschen.

    Gaza: Ein israelischer Luftangriff in der Nähe einer von einer US-Hilfsorganisation betriebenen Gesundheitsklinik tötete mehr als ein Dutzend Menschen, darunter Kinder, wie das Krankenhaus berichtete.

    USA: Der Secret Service suspendierte sechs Agenten, die für die Sicherung des Geländes zuständig waren, an dem letzten Sommer ein Attentat auf Trump verübt wurde.

    Jemen: Zehn Besatzungsmitglieder eines Frachters, der von den Huthi-Rebellen im Roten Meer versenkt wurde, konnten gerettet werden. Etwa ein Dutzend gilt weiterhin als vermisst.

    Geschlechtsangleichung: Die Trump-Regierung forderte von Ärzten und Krankenhäusern personenbezogene Daten über geschlechtsangleichende Behandlungen bei Minderjährigen an – der jüngste Schritt, um solche Behandlungen zu unterbinden.

    Technologie: Nvidia, der weltweit führende Anbieter von KI-Chips, wurde als erstes börsennotiertes Unternehmen mit vier Billionen Dollar bewertet.

    Klima: Großbritannien bereitet sich erneut auf eine möglicherweise rekordbrechende Hitzewelle vor – die dritte des Jahres.

    Wirtschaft: Der italienische Süßwarenhersteller Ferrero übernimmt den US-amerikanischen Cerealienkonzern WK Kellogg in einem Deal im Wert von 3,1 Milliarden Dollar.

    Großbritannien: Vier Personen, darunter drei Teenager, wurden im Zusammenhang mit einem Cyberangriff im April festgenommen, der den Einzelhändler Marks & Spencer Millionen kostete.

    Technologie: Organisationen, die Kinderpornografie verfolgen, melden eine Zunahme von KI-generierten Bildern sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen im Netz. Die EU stellt neue Regeln zur Regulierung von KI vor.

  • Russland eskaliert seinen Krieg gegen die Ukraine – und andere World-news

    Russland eskaliert seinen Krieg gegen die Ukraine – und andere World-news

    Russland hat gestern einen massiven Drohnen- und Raketenangriff auf die Ukraine gestartet, kurz nachdem Donald Trump Wladimir Putin dafür scharf dafür kritisiert hatte, lediglich „sinnlose“ Schritte in Richtung Frieden zu unternehmen.

    Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe 728 Sprengstoffdrohnen und Täuschkörper abgefeuert – ein Rekordwert für eine einzige Nacht, der den dringenden Bedarf der Ukraine an Verteidigungswaffen unterstreiche. Trump, der erst vergangene Woche alle Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesetzt hatte, erklärte am Montag, die USA würden diese nun wieder aufnehmen, da das Land „sehr hart getroffen“ werde.

    Putins Kalkül: Trumps neuer scharfer Ton hat bislang wenig Einfluss auf Russlands Eskalationsstrategie gezeigt. Quellen im Kreml berichten, Putin sei überzeugt, dass Russlands militärische Überlegenheit auf dem Schlachtfeld zunehme und die ukrainischen Verteidigungslinien in den kommenden Monaten zusammenbrechen könnten. „Er wird seine Ziele in der Ukraine nicht für eine Verbesserung der Beziehungen zu Trump opfern“, sagte ein Experte.

    Strafmaßnahmen: Führende Republikaner im US-Senat erklärten, es zeichne sich eine Abstimmung über ein Gesetz ab, das Sanktionen gegen Länder vorsieht, die russisches Öl kaufen.


    Trump droht weiteren Ländern mit Zöllen

    Trump teilte gestern Algerien, Brunei, Libyen, Irak, Moldawien, den Philippinen und Sri Lanka mit, dass ihre Exporte in die USA mit hohen Zöllen belegt würden, sofern sie nicht bis zum 1. August neue Handelsabkommen mit den USA aushandelten. Mindestens 21 Länder haben bereits Schreiben mit entsprechenden Drohungen erhalten.

    Die jüngsten Schreiben kündigten Zölle von 20 Prozent für die Philippinen sowie 30 Prozent für Libyen und Irak an. Zudem drohte Trump Brasilien mit Strafzöllen von 50 Prozent, nachdem er die dortigen Behörden beschuldigte, seinen politischen Verbündeten, den ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, unfair zu behandeln. Brasiliens derzeitiger Präsident Luiz Inácio Lula da Silva erklärte, sein Land werde im Falle von Strafzöllen entsprechend reagieren.

    Die EU bemüht sich, noch diese Woche einen Vertragsentwurf vorzulegen, um flächendeckende Zölle zu verhindern. Trump kündigte zudem an, einen Zoll von 50 Prozent auf Kupferimporte zu erheben, was den Kupferpreis in den USA umgehend in die Höhe schnellen ließ.

    Sein Kurs setzt sich durch: Die zentralen Elemente von Trumps politischer Agenda treten nun immer deutlicher hervor. Seine umfangreichen Steuersenkungen sind Gesetz, und sein Handelskrieg nimmt Gestalt an. Das Schicksal der US-Wirtschaft liegt damit nun vollständig in seiner Hand.


    Ehemaliger Präsident Südkoreas erneut in Haft

    Yoon Suk Yeol, Südkoreas abgesetzter Präsident, der sich vor Gericht verantworten musste, nachdem er im vergangenen Jahr versucht hatte, sein Land unter Kriegsrecht zu stellen, wurde gestern erneut festgenommen und ins Gefängnis zurückgebracht.

    Ein vom neuen Präsidenten Lee Jae Myung eingesetzter Sonderstaatsanwalt warf Yoon zusätzliche Straftaten vor, darunter Behinderung der Justiz, und beantragte einen Haftbefehl. Bei der Ausstellung des Haftbefehls erklärte der Richter, Yoon könnte Beweise vernichten, sollte er auf freiem Fuß bleiben. Die Sonderstaatsanwaltschaft strebte Yoons erneute Inhaftierung an, seit sie ihre Arbeit im vergangenen Monat aufgenommen hat.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Texas: Die Zahl der Todesopfer nach den verheerenden Überschwemmungen stieg auf 120, 173 Menschen werden weiterhin vermisst.

    USA: Die Trump-Regierung scheint Beamte ins Visier zu nehmen, die die Ermittlungen zu den Russland-Kontakten der Trump-Kampagne 2016 geleitet hatten.

    Soziale Medien: Linda Yaccarino, Geschäftsführerin von X und enge Vertraute von Elon Musk, kündigte ihren Rücktritt an.

    Afrika: Trump traf im Weißen Haus die Staats- und Regierungschefs von Gabun, Guinea-Bissau, Liberia, Mauretanien und Senegal. Die US-Regierung konzentriert sich bei diesen Gesprächen auf Handelsfragen, während sie humanitäre Hilfen stark kürzt.

    Libanon: Trotz Waffenstillstand leitete Israel neue Bodenoperationen in Teilen des Südens ein.

    Naher Osten: Israel und Syrien waren jahrzehntelang Feinde. Nun eint sie ihre Abneigung gegenüber Iran.

    Gaza: Eine britische Chirurgin berichtete von ihren drei Wochen als Ärztin im Gazastreifen. „Sie sind bereit, für einen Sack Reis zu sterben.“

    Europa: Einer Studie zufolge könnte der Klimawandel die Zahl der Todesopfer während der jüngsten Hitzewelle in Europa verdreifacht haben.

    Umwelt: Eine neue Studie liefert erstmals eine Schätzung der Nanoplastik-Verschmutzung in den Weltmeeren. Das Ausmaß ist enorm.

  • Kommentar: Frieden kommt nicht durch Vertreibung – das sollten Sie wissen, Herr Netanjahu

    Kommentar: Frieden kommt nicht durch Vertreibung – das sollten Sie wissen, Herr Netanjahu

    Es klingt so nüchtern, so technisch, wenn Israels Verteidigungsminister Israel Katz eine „humanitäre Stadt“ für 600.000 Menschen ankündigt. Wenn Premierminister Netanjahu erklärt, wer Gaza verlassen wolle, solle das tun. Wenn Donald Trump von der „Säuberung“ des Gazastreifens spricht, als ginge es um ein schmutziges Zimmer.

    Doch hinter diesen Worten stehen Menschen. Männer, Frauen, Kinder, Alte, Verletzte, Traumatisierte. Menschen, die ihre Häuser verloren haben, ihre Geschwister, ihre Kinder, ihre Eltern. Menschen, die seit Monaten mit Hunger, Angst und der allgegenwärtigen Todesdrohung leben. Vertreibung als politische Strategie ist keine Lösung. Sie ist eine Kapitulation vor der Aufgabe, einen gerechten Frieden zu schaffen.

    Herr Netanjahu, Sie wissen so gut wie jeder, der in Israel lebt: Frieden kommt nicht durch Zäune, nicht durch Lager, nicht durch Vertreibung. Frieden entsteht, wenn Menschen bleiben dürfen, wo sie leben. Wenn sie ihre Kinder ohne Angst in die Schule schicken können. Wenn sie Perspektive spüren. Wenn sie gehört werden.

    Es mag sein, dass Sie und Ihre Minister heute Pläne entwerfen, die militärisch logisch erscheinen. Die Hamas schwächen, Sicherheitszonen schaffen, Druck aufbauen. Doch was bleibt nach der letzten Bombe, nach dem letzten Evakuierungsbefehl? Zwei Millionen entwurzelte Menschen, die Ihre Regierung in die Wüste treiben will – ohne zu wissen, wohin.

    Sie können Menschen aus ihren Häusern vertreiben. Aber ihre Geschichte, ihre Verbundenheit zu ihrem Land und ihr Recht auf ein Leben in Würde können Sie nicht auslöschen. Wer Vertreibung als Friedenspolitik verkauft, wird keinen Frieden ernten. Sondern nur mehr Hass, Verzweiflung und ein weiteres Kapitel unendlicher Gewalt.

    Frieden kommt nicht durch Vertreibung. Frieden kommt nur durch Gerechtigkeit.

    Ein Kommentar von MAB

  • Israels Gaza-Plan: Umsiedlung, „humanitäre Stadt“ und langfristige Emigration

    Israels Gaza-Plan: Umsiedlung, „humanitäre Stadt“ und langfristige Emigration

    Seit 21 Monaten führt Israel Krieg im Gazastreifen. Nun hat Verteidigungsminister Israel Katz Pläne vorgestellt, die weit über militärische Operationen hinausreichen: Sie sehen den Aufbau eines gigantischen „humanitären“ Lagers vor, Sicherheitskontrollen aller Palästinenser – und perspektivisch die Emigration der Bevölkerung.

    Am Montag, dem 7. Juli, skizzierte Verteidigungsminister Israel Katz gegenüber israelischen Medien und in Aussagen, die von der Tageszeitung Haaretz veröffentlicht wurden, ein neues Konzept für den Gazastreifen. Es enthält Elemente, die tiefgreifende Fragen nach dem Völkerrecht, humanitären Folgen und den langfristigen Zielen Israels in Gaza aufwerfen.

    600.000 Menschen in einem riesigen Lager bei Rafah

    Kernstück des Plans ist die Einrichtung eines gigantischen Lagers auf den Ruinen der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens. Die Stadt, einst letzter Zufluchtsort für die Binnenvertriebenen aus dem Norden, wurde in den vergangenen Monaten selbst heftig bombardiert. Die israelische Armee hatte dort wiederholt Einsätze durchgeführt, um, nach eigener Darstellung, Führungsstrukturen der Hamas zu zerschlagen.

    Laut Israel Katz sollen künftig bis zu 600.000 Palästinenser in dieser „humanitären Stadt“ untergebracht werden. Ein Großteil von ihnen lebt aktuell im Küstenstreifen von Al-Mawasi, der bereits im Mai 2024 von Israel als „humanitäre Zone“ deklariert wurde, um Evakuierungen aus Rafah zu ermöglichen.

    Der Zugang zu diesem Lager wird laut Katz streng kontrolliert: Jeder Bewohner muss eine Sicherheitsprüfung durchlaufen. Zudem sei es den Palästinensern verboten, die Zone ohne Erlaubnis wieder zu verlassen. Israel plane, den Betrieb des Camps zwar organisatorisch zu unterstützen, jedoch solle die Verwaltung durch „internationale Partner“ erfolgen. Wer diese sein könnten, ist bislang unklar.

    Beginn nur nach einer 60-tägigen Waffenruhe

    Voraussetzung für die Umsetzung ist ein Waffenstillstand mit der Hamas. Die Planungen gehen laut Katz von einer zunächst 60 Tage andauernden Feuerpause aus. Entsprechende Verhandlungen finden derzeit in Doha und Washington statt. US-Präsident Donald Trump äußerte sich am Montagabend nach einem Treffen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der amerikanischen Hauptstadt optimistisch: „Ich denke nicht, dass es Blockaden gibt. Die Dinge entwickeln sich gut.“

    Die Koordination des gesamten Projekts liegt in den Händen von General Amir Baram, dem Generaldirektor des israelischen Verteidigungsministeriums.

    Perspektivische „Emigration“ aller Einwohner Gazas

    Besonders brisant ist jedoch das langfristige Ziel, das Katz explizit formulierte. Er sprach davon, nicht nur einen Teil, sondern „alle Bewohner“ des Gazastreifens in diesem Lager zusammenzufassen – insgesamt rund zwei Millionen Menschen, auf einer Fläche, die vor Kriegsbeginn laut UN rund 250.000 Einwohner zählte.

    Doch auch damit endet die Vision nicht. Der Verteidigungsminister erklärte offen, es gehe perspektivisch um die Emigration der Palästinenser aus Gaza. „Das wird passieren“, sagte er gegenüber Journalisten, ohne Details zu nennen, ob und in welcher Form dies freiwillig erfolgen solle. Ministerpräsident Netanjahu bekräftigte diese Linie bei seinem Besuch in Washington: „Wenn Menschen Gaza verlassen wollen, sollten sie das tun können“, zitierte ihn der Sender Channel 12. Israel arbeite daher mit den USA zusammen, um Länder zu finden, die „den Palästinensern eine bessere Zukunft bieten“.

    Ägypten und Jordanien lehnten ähnliche Pläne bereits ab

    Ein vergleichbarer Vorschlag war bereits im Januar 2025 durch Donald Trump gemacht worden. Der US-Präsident hatte sich für eine Evakuierung von 1,5 Millionen Palästinensern aus Gaza ausgesprochen, teils nach Ägypten, teils nach Jordanien, mit dem Ziel, die Enklave zu „säubern“. Beide Nachbarstaaten wiesen diesen Vorschlag jedoch umgehend zurück.

    Internationale und völkerrechtliche Fragen

    Der aktuelle Plan wirft zahlreiche völkerrechtliche und politische Fragen auf. Artikel 49 der Vierten Genfer Konvention untersagt es Besatzungsmächten ausdrücklich, geschützte Personen zwangsweise aus besetztem Gebiet zu deportieren oder zu vertreiben. Auch eine langanhaltende Einschränkung der Bewegungsfreiheit kann als verbotene Kollektivstrafe gewertet werden.

    Darüber hinaus bleibt offen, wer die geplanten „internationalen Partner“ sein könnten, die Verwaltung und Versorgung von Hunderttausenden in einem Kriegsgebiet übernehmen würden. Weder UN-Organisationen noch große internationale Hilfswerke haben bislang Zustimmung zu vergleichbaren Plänen signalisiert.

    Schließlich steht die Frage im Raum, ob eine solche Politik die tieferen Ursachen des Konflikts löst – oder im Gegenteil den ohnehin brüchigen Status quo im Nahen Osten weiter destabilisiert. Das Ziel, die Bevölkerung Gazas dauerhaft in andere Länder zu transferieren, dürfte jedenfalls den Widerstand weiter Teile der internationalen Gemeinschaft hervorrufen.

    Autor: P. Tiko

  • Trump kündigt 25 % Zölle auf Japan und Südkorea an – und weitere World-News

    Trump kündigt 25 % Zölle auf Japan und Südkorea an – und weitere World-News

    Präsident Trump erklärte gestern, dass Südkorea und Japan ab dem 1. August mit neuen Zöllen in Höhe von 25 Prozent auf ihre Exporte in die USA rechnen müssen. Zudem verlängerte er eine Aussetzung höherer Zölle gegen Dutzende andere Länder, die eigentlich morgen in Kraft treten sollte, bis 1. August.

    Die Märkte reagierten mit Kursverlusten auf die Nachricht. Anleger betrachteten die Zölle offenbar als äußerst schmerzhaft für zwei der größten Handelspartner Amerikas.

    Trump veröffentlichte außerdem mehrere Nachrichten in den sozialen Medien, in denen er höhere Zölle für weitere Länder ankündigte: 40 Prozent für Myanmar und Laos, 30 Prozent für Südafrika sowie 25 Prozent für Kasachstan und Malaysia.

    Hintergrund: In den vergangenen 90 Tagen hat die US-Regierung versucht, Handelsabkommen mit zahlreichen Ländern abzuschließen. Bisher bestehen jedoch nur vorläufige Vereinbarungen mit Großbritannien und Vietnam.

    Kontext: Die Verhandlungen mit Japan und Südkorea verliefen langsamer als mit anderen Ländern – teils, weil beide Staaten Wahlen abhielten, teils, weil Trump weiterhin Zölle auf wichtige Exportgüter wie Autos, Stahl und Elektronik verhängt oder angedroht hat. Japan und Südkorea zögerten daher, ein Abkommen mit der Trump-Regierung zu schließen, aus Sorge, später erneut von Strafzöllen getroffen zu werden.


    Retter in Texas: eine erschütternde Suche nach Überlebenden

    Die Überschwemmungen in Texas gehören inzwischen zu den tödlichsten Hochwasserkatastrophen in den USA seit 100 Jahren. Am vierten Tag der Suche nach Überlebenden stieg die Zahl der Todesopfer auf über 100 Menschen. Camp Mystic, ein christliches Sommercamp für Mädchen, das von den reißenden Fluten erfasst wurde, teilte mit, dass mindestens 27 junge Camperinnen und Betreuer ums Leben kamen. Und es ist weiterer Regen vorhergesagt.

    Viele Rettungsgeschichten der vergangenen zwei Tage waren erschütternd. Retter der Küstenwache brachten 165 Menschen im Camp Mystic in Sicherheit. Eine 22-jährige Frau wurde gerettet, nachdem sie die Nacht über an einen Baum geklammert verbracht hatte. Ein junges Mädchen wurde gefunden, nachdem sie stundenlang auf einer Matratze im Wasser trieb.

    Behörden sehen sich zunehmend mit der Frage konfrontiert, ob nicht mehr hätte getan werden müssen, um rechtzeitig zu warnen und Gebiete entlang des Guadalupe River zu evakuieren. Senator Ted Cruz aus Texas sagte, es werde eine „sorgfältige Untersuchung der Ereignisse“ geben. Kerr County, das am stärksten betroffene Gebiet, hatte bereits 2017 darüber beraten, Wasserpegelmesser und Sirenen zu kaufen, verwarf den Plan jedoch als zu teuer.

    Die Wassermassen stiegen rasant: Sintflutartige Regenfälle verwandelten den Fluss laut einer Analyse der New York Times innerhalb von weniger als zehn Stunden von einem kleinen Bach in einen reißenden, zerstörerischen Fluss. Rund 3.500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde strömten flussabwärts – mehr als die durchschnittliche Durchflussmenge der Niagarafälle.


    Israel und Hamas führten zweiten Tag Waffenruhegespräche

    Während Premierminister Benjamin Netanjahu sich gestern in Washington zu Gesprächen mit der Trump-Regierung aufhielt, schienen Israel und die Hamas einer Waffenruhe in Gaza näherzukommen als in den vergangenen Wochen. Dennoch stritten beide Seiten weiterhin über die Bedingungen eines Abkommens, das auch die Freilassung von Geiseln beinhalten würde.

    Vertreter Israels und der Hamas führten in Doha, Katar, Gespräche über ein Kriegsende. Die Hamas bestand darauf, dass jede Vereinbarung einen Weg zu einem vollständigen und dauerhaften Ende der Kämpfe ebnen müsse.

    Netanjahu traf sich im Weißen Haus mit Trump. Bei einem gemeinsamen Abendessen, das beide als eine Art Siegesrunde nach ihrem Angriff auf den Iran inszenierten, erklärte Netanjahu, er habe Trump für den Friedensnobelpreis nominiert.


    WEITERE TOP-NACHRICHTEN

    Ukraine: Das ukrainische Militär kämpft darum, Kostiantynivka zu halten, das Tor zu seiner letzten großen Verteidigungslinie in der Region Donezk, und setzt Fischernetze ein, um Drohnen abzufangen.

    Australien: Erin Patterson wurde für schuldig befunden, drei Verwandte ihres Ehemanns mit Giftpilzen in einem Beef Wellington beim Mittagessen ermordet zu haben.

    Taiwan: Mindestens zwei Menschen starben, über 500 weitere wurden verletzt, nachdem Taifun Danas die dicht besiedelte Westküste der Insel getroffen hatte.

    Energie: Kanada hat seine erste Erdgaslieferung nach Südkorea geschickt, um seine Handelsabhängigkeit von den USA zu verringern.

    Südafrika: Nach dem Ende der Apartheid wurde Folter durch Polizeibeamte verboten, doch eine Analyse der New York Times zeigt, dass das Ersticken mit Plastiktüten („Tubing“) weiterhin praktiziert wird.

    Indonesien: Der Vulkan Lewotobi Laki-laki auf der Insel Flores brach etwa sechs Minuten lang aus und schleuderte eine Aschewolke weit höher in den Himmel als beim Ausbruch des Vormonats.

    Iran: Die Regierung führt derzeit Massenabschiebungen afghanischer Flüchtlinge durch, Hunderttausende wurden in den vergangenen Wochen ausgewiesen.

    Politik: Trump bezeichnete Elon Musk als „außer Kontrolle“ und als ein „Zugunglück“, nachdem dieser angekündigt hatte, eine politische Partei namens „America Party“ zu gründen. Die Tesla-Aktie fiel weiterhin, da Investoren auf den Plan negativ reagierten.

  • Israel will Gespräche mit Hamas wieder aufnehmen – und weitere World-News

    Israel will Gespräche mit Hamas wieder aufnehmen – und weitere World-News

    Der israelische Außenminister erklärte gestern, es gebe „einige positive Signale“ im von den USA geführten Bemühen, intensive Waffenstillstandsverhandlungen mit der Hamas wieder aufzunehmen. Israel, so fügte er hinzu, wolle die Gespräche „so schnell wie möglich“ fortsetzen.

    Außenminister Gideon Saar äußerte sich einen Tag nachdem Präsident Trump erklärt hatte, Israel habe „Bedingungen akzeptiert, um einen 60-tägigen Waffenstillstand im Gazastreifen abzuschließen“ – ein Vorschlag, der die meisten der letzten Geiseln befreien soll, die weiterhin im Gaza-Streifen von der Hamas festgehalten werden. Saar sagte, Ziel sei es, bald „Proximity Talks“ zu beginnen, also indirekte Verhandlungen mit Vermittlung, um die Details einer Vereinbarung auszuarbeiten. Hamas teilte mit, man prüfe den US-gestützten Vorschlag.

    Die genauen Bedingungen des US-Vorschlags blieben unklar, doch Insider beider Seiten erklärten, das Abkommen sehe vor, dass 10 der verbleibenden lebenden Geiseln freigelassen sowie 18 Leichen von der Terrororganisation Hamas zurückgegeben würden – im Austausch gegen palästinensische Gefangene.

    Kontext: Die Hoffnung auf neue Gesprächen entsteht, während Premierminister Benjamin Netanjahu sich auf ein Treffen mit Trump nächste Woche in Washington vorbereitet.

    Iran: Während das Land seine Zusammenarbeit mit UN-Atominspekteuren aussetzte, veröffentlichte das Pentagon eine neue Einschätzung darüber, wie sehr die US-amerikanischen und israelischen Bombardierungen das iranische Atomprogramm zurückgeworfen haben.

    Sean Combs vom Vorwurf des Sexhandels freigesprochen

    Der Musikmogul Sean Combs wurde zwar wegen zweier Anklagepunkte der Förderung von Prostitution verurteilt, jedoch vom Vorwurf des Sexhandels und der Verschwörung zur Bildung einer kriminellen Vereinigung – den beiden schwerwiegendsten Anklagen – freigesprochen.

    Das Urteil gilt als Teilsieg für Combs, dem eine mögliche lebenslange Haftstrafe gedroht hatte. Für die beiden Prostitutions-Anklagepunkte drohen ihm jeweils bis zu zehn Jahre Gefängnis, doch die endgültige Strafe liegt im Ermessen des Richters. Combs wurde bis zur noch nicht terminierten Urteilsverkündung erneut in Haft genommen, der Richter verweigerte eine Freilassung auf Kaution.

    Während des achtwöchigen Prozesses in Manhattan hörten die Geschworenen von Combs’ exzessivem Drogenkonsum und gewalttätigen Übergriffen auf zwei ehemalige Freundinnen, Casandra Ventura und eine Frau, die als „Jane“ aussagte. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, die Frauen zu „Freak-Offs“ gezwungen zu haben – ausgedehnten Sex-Sessions mit männlichen Prostituierten.

    Am Dienstag konnten sich die Geschworenen bei den Anklagepunkten bezüglich einer kriminellen Verschwörung nicht einigen, woraufhin der Richter sie anwies, weiter zu beraten. Gestern verkündeten sie, dass sie Combs in diesem Punkt freisprechen. Zudem sahen sie es nicht als erwiesen an, dass die Frauen zu den Sex-Marathons gezwungen wurden, die im Zentrum des Verfahrens standen.

    Waffenlieferungs-Stopp bestätigt Zweifel an US-Unterstützung für die Ukraine

    Die Ukraine bestellte gestern einen ranghohen US-Diplomaten in Kiew ein, um eine Erklärung zu erhalten, nachdem die Trump-Regierung angekündigt hatte, einige Waffenlieferungen auszusetzen. Betroffen sind unter anderem Flugabwehr-Interceptor-Raketen sowie präzisionsgelenkte Bomben und Raketen.

    Offiziell wurde die Entscheidung mit schrumpfenden US-Beständen begründet, doch eine andere Botschaft scheint deutlich zu werden: Washington zieht sich zunehmend aus dem Krieg zurück.

    Der Zeitpunkt könnte ungünstiger kaum sein. Russland attackiert das Land fast täglich sehr heftigen mit Angriffen, die darauf abzielen, die Luftabwehr zu durchbrechen. Drohnenangriffe werden oft von ballistischen Raketen gefolgt, die nur von US-gelieferten Patriot-Systemen abgefangen werden können.

    Laut Pentagon ist die Entscheidung Teil einer umfassenderen weltweiten Überprüfung, wohin das Verteidigungsministerium solche Waffensysteme liefert.

    WEITERE TOP-NACHRICHTEN

    Dalai Lama: Zu seinem 90. Geburtstag in diesem Monats erklärte der tibetische spirituelle Führer, China habe kein Mitspracherecht bei der Wahl seines Nachfolgers.

    USA: Trumps wichtiges Gesetzesvorhaben stößt im Repräsentantenhaus auf den Widerstand einiger Republikaner, was den Zeitplan für eine endgültige Abstimmung ungewiss macht.

    Klima: Rückschlag für den Klimaschutz: Ein Satellit, der Methanemissionen von Öl- und Gasstandorten weltweit maß, ging verloren.

    Europa: Hitzewarnungen in vielen EU-Ländern werfen eine drängende Frage auf: Wie heiß ist zu heiß zum Arbeiten?

    Russland: Der Tod zweier Brüder aus Aserbaidschan in russischem Gewahrsam vertieft die diplomatische Krise zwischen den einstigen Verbündeten.

    Japan: Mehr als 800 kleine Erdbeben erschütterten in den letzten zwei Wochen die Tokara-Inseln.

    Nordkorea: Bei einer im Staatsfernsehen übertragenen Veranstaltung gedachte Kim Jong-un nordkoreanischer Soldaten, die im Krieg Russlands gegen die Ukraine getötet wurden.

    Wirtschaft & Finanzen

    Tesla: Die weltweiten Fahrzeugverkäufe des Unternehmens brachen auch im zweiten Quartal 2025 stark ein. CEO Elon Musk legt den Fokus insbesondere auf selbstfahrende Autos.

    Großbritannien: Das Pfund fiel, nachdem Premierminister Keir Starmer sich weigerte, zu garantieren, dass die Finanzministerin im Amt bleibt.

    Vietnam: Trump erklärte, im Rahmen eines Handelsabkommens mit Vietnam würden einige US-Zölle abgebaut, während Vietnam seinen Markt für US-Produkte öffnet.

    Japan: Die Verhandlungen zwischen den USA und Japan über ein Zollabkommen stecken fest. Einige Handelsexperten vermuten, Japan habe Trumps Frustration über Tokios Politik unterschätzt.