Schlagwort: Weltpolitik

  • Israel will Gespräche mit Hamas wieder aufnehmen – und weitere World-News

    Israel will Gespräche mit Hamas wieder aufnehmen – und weitere World-News

    Der israelische Außenminister erklärte gestern, es gebe „einige positive Signale“ im von den USA geführten Bemühen, intensive Waffenstillstandsverhandlungen mit der Hamas wieder aufzunehmen. Israel, so fügte er hinzu, wolle die Gespräche „so schnell wie möglich“ fortsetzen.

    Außenminister Gideon Saar äußerte sich einen Tag nachdem Präsident Trump erklärt hatte, Israel habe „Bedingungen akzeptiert, um einen 60-tägigen Waffenstillstand im Gazastreifen abzuschließen“ – ein Vorschlag, der die meisten der letzten Geiseln befreien soll, die weiterhin im Gaza-Streifen von der Hamas festgehalten werden. Saar sagte, Ziel sei es, bald „Proximity Talks“ zu beginnen, also indirekte Verhandlungen mit Vermittlung, um die Details einer Vereinbarung auszuarbeiten. Hamas teilte mit, man prüfe den US-gestützten Vorschlag.

    Die genauen Bedingungen des US-Vorschlags blieben unklar, doch Insider beider Seiten erklärten, das Abkommen sehe vor, dass 10 der verbleibenden lebenden Geiseln freigelassen sowie 18 Leichen von der Terrororganisation Hamas zurückgegeben würden – im Austausch gegen palästinensische Gefangene.

    Kontext: Die Hoffnung auf neue Gesprächen entsteht, während Premierminister Benjamin Netanjahu sich auf ein Treffen mit Trump nächste Woche in Washington vorbereitet.

    Iran: Während das Land seine Zusammenarbeit mit UN-Atominspekteuren aussetzte, veröffentlichte das Pentagon eine neue Einschätzung darüber, wie sehr die US-amerikanischen und israelischen Bombardierungen das iranische Atomprogramm zurückgeworfen haben.

    Sean Combs vom Vorwurf des Sexhandels freigesprochen

    Der Musikmogul Sean Combs wurde zwar wegen zweier Anklagepunkte der Förderung von Prostitution verurteilt, jedoch vom Vorwurf des Sexhandels und der Verschwörung zur Bildung einer kriminellen Vereinigung – den beiden schwerwiegendsten Anklagen – freigesprochen.

    Das Urteil gilt als Teilsieg für Combs, dem eine mögliche lebenslange Haftstrafe gedroht hatte. Für die beiden Prostitutions-Anklagepunkte drohen ihm jeweils bis zu zehn Jahre Gefängnis, doch die endgültige Strafe liegt im Ermessen des Richters. Combs wurde bis zur noch nicht terminierten Urteilsverkündung erneut in Haft genommen, der Richter verweigerte eine Freilassung auf Kaution.

    Während des achtwöchigen Prozesses in Manhattan hörten die Geschworenen von Combs’ exzessivem Drogenkonsum und gewalttätigen Übergriffen auf zwei ehemalige Freundinnen, Casandra Ventura und eine Frau, die als „Jane“ aussagte. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, die Frauen zu „Freak-Offs“ gezwungen zu haben – ausgedehnten Sex-Sessions mit männlichen Prostituierten.

    Am Dienstag konnten sich die Geschworenen bei den Anklagepunkten bezüglich einer kriminellen Verschwörung nicht einigen, woraufhin der Richter sie anwies, weiter zu beraten. Gestern verkündeten sie, dass sie Combs in diesem Punkt freisprechen. Zudem sahen sie es nicht als erwiesen an, dass die Frauen zu den Sex-Marathons gezwungen wurden, die im Zentrum des Verfahrens standen.

    Waffenlieferungs-Stopp bestätigt Zweifel an US-Unterstützung für die Ukraine

    Die Ukraine bestellte gestern einen ranghohen US-Diplomaten in Kiew ein, um eine Erklärung zu erhalten, nachdem die Trump-Regierung angekündigt hatte, einige Waffenlieferungen auszusetzen. Betroffen sind unter anderem Flugabwehr-Interceptor-Raketen sowie präzisionsgelenkte Bomben und Raketen.

    Offiziell wurde die Entscheidung mit schrumpfenden US-Beständen begründet, doch eine andere Botschaft scheint deutlich zu werden: Washington zieht sich zunehmend aus dem Krieg zurück.

    Der Zeitpunkt könnte ungünstiger kaum sein. Russland attackiert das Land fast täglich sehr heftigen mit Angriffen, die darauf abzielen, die Luftabwehr zu durchbrechen. Drohnenangriffe werden oft von ballistischen Raketen gefolgt, die nur von US-gelieferten Patriot-Systemen abgefangen werden können.

    Laut Pentagon ist die Entscheidung Teil einer umfassenderen weltweiten Überprüfung, wohin das Verteidigungsministerium solche Waffensysteme liefert.

    WEITERE TOP-NACHRICHTEN

    Dalai Lama: Zu seinem 90. Geburtstag in diesem Monats erklärte der tibetische spirituelle Führer, China habe kein Mitspracherecht bei der Wahl seines Nachfolgers.

    USA: Trumps wichtiges Gesetzesvorhaben stößt im Repräsentantenhaus auf den Widerstand einiger Republikaner, was den Zeitplan für eine endgültige Abstimmung ungewiss macht.

    Klima: Rückschlag für den Klimaschutz: Ein Satellit, der Methanemissionen von Öl- und Gasstandorten weltweit maß, ging verloren.

    Europa: Hitzewarnungen in vielen EU-Ländern werfen eine drängende Frage auf: Wie heiß ist zu heiß zum Arbeiten?

    Russland: Der Tod zweier Brüder aus Aserbaidschan in russischem Gewahrsam vertieft die diplomatische Krise zwischen den einstigen Verbündeten.

    Japan: Mehr als 800 kleine Erdbeben erschütterten in den letzten zwei Wochen die Tokara-Inseln.

    Nordkorea: Bei einer im Staatsfernsehen übertragenen Veranstaltung gedachte Kim Jong-un nordkoreanischer Soldaten, die im Krieg Russlands gegen die Ukraine getötet wurden.

    Wirtschaft & Finanzen

    Tesla: Die weltweiten Fahrzeugverkäufe des Unternehmens brachen auch im zweiten Quartal 2025 stark ein. CEO Elon Musk legt den Fokus insbesondere auf selbstfahrende Autos.

    Großbritannien: Das Pfund fiel, nachdem Premierminister Keir Starmer sich weigerte, zu garantieren, dass die Finanzministerin im Amt bleibt.

    Vietnam: Trump erklärte, im Rahmen eines Handelsabkommens mit Vietnam würden einige US-Zölle abgebaut, während Vietnam seinen Markt für US-Produkte öffnet.

    Japan: Die Verhandlungen zwischen den USA und Japan über ein Zollabkommen stecken fest. Einige Handelsexperten vermuten, Japan habe Trumps Frustration über Tokios Politik unterschätzt.

  • EU will Treibhausgasemissionen bis 2040 um 90 Prozent senken – ambitioniert, umstritten, notwendig

    EU will Treibhausgasemissionen bis 2040 um 90 Prozent senken – ambitioniert, umstritten, notwendig

    Die Europäische Kommission hat am 2. Juli 2025 ihren Vorschlag zur Reduktion der Netto-Treibhausgasemissionen um 90 Prozent bis 2040 im Vergleich zu 1990 vorgelegt. Mit diesem ambitionierten Zwischenziel will Brüssel den Weg zur Klimaneutralität bis 2050 ebnen – ein zentrales Element des Europäischen Green Deal und des Klimagesetzes der EU. Doch der Vorstoß löst in den Mitgliedstaaten und bei der Wirtschaft kontroverse Reaktionen aus.

    Die Empfehlung der Kommission stützt sich auf die Analyse des Europäischen Wissenschaftlichen Beirats zum Klimawandel, der eine Reduktion von 90 bis 95 Prozent bis 2040 für erforderlich hält, um die Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen einzuhalten. Damit soll die Lücke zwischen dem bisherigen Ziel einer Emissionsminderung um 55 Prozent bis 2030 und der angestrebten Netto-Null-Emission bis 2050 geschlossen werden.

    Das 90-Prozent-Ziel bezieht sich auf Nettoemissionen. Es berücksichtigt also auch CO₂-Senken – natürliche wie Wälder oder technologische wie Carbon Capture and Storage (CCS). Zudem rechnet die EU mit internationalen Kompensationsprojekten, was bei Umweltverbänden teils Kritik hervorruft.

    Nationale Interessen versus europäische Klimapolitik

    Die Reaktionen der Mitgliedstaaten auf den Vorschlag fallen heterogen aus. Frankreich unterstützt das Ziel grundsätzlich, fordert jedoch mehr Flexibilität bei der Umsetzung. Präsident Emmanuel Macron betonte, Klimaschutz müsse mit wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit vereinbar bleiben: „Wenn wir diese Ziele für 2040 erreichen wollen, müssen wir uns die Mittel dafür geben und sicherstellen, dass sie mit unserer Wettbewerbsfähigkeit kompatibel sind.“

    Auch Deutschland äußerte sich bislang verhalten, während osteuropäische Staaten auf die sozialen und wirtschaftlichen Risiken einer zu raschen Transformation hinweisen. Vor allem Länder mit stark kohlenstoffintensiven Industrien befürchten Wettbewerbsnachteile, falls internationale Partner nicht ähnliche Ambitionen verfolgen.

    Investitionsbedarf von historischem Ausmaß

    Die Umsetzung des 90-Prozent-Ziels erfordert gewaltige Investitionen. Nach Berechnungen des französischen Think-Tanks Institut Rousseau muss Europa jährlich rund 1.520 Milliarden Euro investieren, um bis 2050 klimaneutral zu werden – insgesamt etwa 40.000 Milliarden Euro. Schwerpunkte liegen dabei auf der Dekarbonisierung der Industrie und Landwirtschaft, dem Ausbau erneuerbarer Energien sowie der energetischen Gebäudesanierung.

    Doch angesichts wachsender Haushaltsdefizite und der Debatten über fiskalische Konsolidierung droht die Finanzierung zur politischen Achillesferse zu werden. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass ohne eine Reform der europäischen Fiskalregeln sowie eine stärkere Mobilisierung privater Mittel die Zielerreichung gefährdet sein könnte.

    Wettbewerb um die Klimaführerschaft

    Die neue Zielmarke ist auch geopolitisch motiviert. Mit dem 2040-Ziel will die EU ihr globales Klimaleadership untermauern – nicht zuletzt gegenüber China, das laut aktuellen Studien (IEA, 2025) weiterhin rund 30 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen verursacht. Gleichzeitig will Brüssel die Transformation der eigenen Wirtschaft beschleunigen, um im internationalen Technologiewettbewerb zu bestehen.

    Allerdings betonen Ökonomen wie Philippe Aghion (Collège de France), dass eine erfolgreiche Klimapolitik Innovation und Investitionen gleichzeitig fördern müsse. Zu restriktive Regulierungen könnten hingegen Abwanderungseffekte („Carbon Leakage“) verstärken und die Nettoeffekte auf das globale Klima mindern.

    Politische Hürden auf dem Weg zur Umsetzung

    Bevor das 2040-Ziel in Kraft treten kann, müssen Europäisches Parlament und Rat zustimmen. Die anstehenden Verhandlungen dürften sich über Monate erstrecken. Im Zentrum stehen dabei Fragen der fairen Lastenverteilung zwischen Mitgliedstaaten, die Ausgestaltung von Übergangsregelungen für emissionsintensive Branchen sowie neue Finanzierungsinstrumente, etwa ein gestärkter Innovationsfonds.

    Trotz aller Kontroversen markiert der Vorschlag einen weiteren Meilenstein in der europäischen Klimapolitik. Ob er zu einem politischen Erfolg wird, hängt jedoch weniger von den Zielvorgaben als von ihrer Umsetzung ab – und davon, ob Europa den schwierigen Spagat zwischen Dekarbonisierung und wirtschaftlicher Stärke meistert.

    Autor: P. Tiko

  • Der US-Senat verabschiedete Trumps zentrales Gesetzesvorhaben – und weitere World-News

    Der US-Senat verabschiedete Trumps zentrales Gesetzesvorhaben – und weitere World-News

    Der US-Senat stimmte gestern mit 51 zu 50 Stimmen für Präsident Trumps umfassendes Gesetzespaket, das Steuern und Sozialprogramme drastisch kürzen wird. Vizepräsident JD Vance gab die entscheidende Stimme ab, nachdem drei republikanische Senatoren – Susan Collins, Thom Tillis und Rand Paul – mit Nein gestimmt hatten.

    Die Abstimmung folgte auf mehr als 24 zermürbende Stunden voller Debatten und Verhandlungen. Republikaner schlossen bis zur letzten Minute Kompromisse und feilschten mit Skeptikern. Doch dieser legislatorische Erfolg birgt erhebliche Risiken für die politische Zukunft der Republikaner.

    Eine erste Analyse ergab, dass das Gesetz in den nächsten zehn Jahren mindestens 3,3 Billionen Dollar zur Staatsverschuldung hinzufügen wird. Zudem wird es die Steuereinnahmen des Landes über Jahrzehnte verringern. Ein solches Defizit könnte eine tektonische Verschiebung in der fiskalischen Entwicklung der USA auslösen und das Risiko einer Schuldenkrise erhöhen.

    Details: Das Gesetz wird Steuerkürzungen im Umfang von rund 3,8 Billionen Dollar verlängern, die 2017 während Trumps erster Amtszeit eingeführt wurden, und Dutzende Milliarden Dollar an neuen Mitteln für Grenzsicherung und Militär bereitstellen. Millionen einkommensschwacher Amerikaner könnten dagegen durch Kürzungen bei Krankenversicherungen und anderen staatlichen Hilfen massive finanzielle Einbußen erleiden.


    Neuer Vorschlag für eine Waffenruhe im Gazastreifen

    In einem Beitrag in sozialen Medien erklärte Trump, Israel habe „Bedingungen zur Finalisierung“ einer 60-tägigen Waffenruhe mit der Hamas akzeptiert, nannte jedoch keine Details zu den möglichen Vereinbarungen. Israelische Offizielle, darunter das Büro von Premierminister Benjamin Netanjahu, haben bisher nicht bestätigt, dass sie solche Bedingungen akzeptiert haben.

    Trump sagte, seine Vertreter hätten „ein langes und produktives Treffen mit den Israelis zur Lage in Gaza“ gehabt. Sollte die Waffenruhe zustande kommen, würden Gespräche über ein dauerhaftes Ende des Konflikts folgen. Der von den USA und Israel unterstützte Vorschlag solle durch Katar und Ägypten an die Hamas übermittelt werden, so Trump.

    Netanjahu wird Trump nächste Woche in Washington treffen, der dritte US-Besuch des israelischen Premierministers binnen weniger als sechs Monaten. Die geplante Reise fällt in eine Phase zunehmender internationaler Forderungen für Bemühungen um eine Waffenruhe in dem seit fast zwei Jahren andauernden Krieg im Gaza-Streifen.

    Westjordanland: Dutzende Israelis drangen letzte Woche in ein palästinensisches Dorf ein und setzten Häuser sowie Autos in Brand. Der Angriff löste eine Welle der Gewalt aus.


    Wie Indiens heißeste Region zurechtkommt

    In einigen Teilen Indiens liegen die Tagestemperaturen derzeit bei fast 50 Grad Celsius, und drei Viertel der Bevölkerung sind extremer Hitze ausgesetzt.

    Für viele gibt es kein Entkommen: Klimaanlagen sind ein unerreichbarer Traum, die Arbeit findet unter der sengenden Sonne im Freien statt. Mit der Erwärmung des Landes verändern sich daher die täglichen Rhythmen.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Ukraine: Das Weiße Haus hat einige Waffenlieferungen, die bereits von der Biden-Regierung zugesagt worden waren, an die Ukraine ausgesetzt, wo Russlands Sommeroffensive an Schwung gewinnt.

    Thailand: Das Verfassungsgericht suspendierte Premierministerin Paetongtarn Shinawatra weniger als ein Jahr nach ihrem Amtsantritt.

    Iran: Ein ranghoher iranischer Offizieller, der im vergangenen Monat nach einem israelischen Angriff für tot gehalten wurde, wurde am Wochenende bei einer Trauerfeier gesehen.

    Indien: Mindestens 36 Menschen starben, weitere drei Dutzend wurden verletzt, nachdem eine Explosion in einer Pharmafabrik nahe Hyderabad ein Feuer auslöste.

    Algerien: Ein Berufungsgericht bestätigte die fünfjährige Haftstrafe gegen den algerisch-französischen Schriftsteller Boualem Sansal, dem vorgeworfen wird, die nationale Einheit und Sicherheit Algeriens zu untergraben.


    Aus Europa

    Großbritannien: Premierminister Keir Starmer sah sich seiner bislang größten parlamentarischen Revolte gegenüber, als einige Abgeordnete seiner eigenen Partei gegen Änderungen im Sozialsystem stimmten.

    Russland: Timur Iwanow, langjähriger stellvertretender Verteidigungsminister, wurde in einem aufsehenerregenden Korruptionsverfahren zu 13 Jahren Straflager verurteilt.

    Diplomatie: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Russlands Präsident Wladimir Putin telefonierten erstmals seit fast drei Jahren.

    Dänemark: Erstmals weitet das Land seine Wehrpflicht-Lotterie auch auf Frauen aus.

  • Der schlechte Jahresstart des Dollars – und andere World-News

    Der schlechte Jahresstart des Dollars – und andere World-News

    Der US-Dollar hat in den vergangenen sechs Monaten gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner Amerikas mehr als zehn Prozent an Wert verloren – der schlechteste Jahresbeginn seit 1973.

    Die aggressiven Zoll-Drohungen von Präsident Trump und seine eher isolationistische Außenpolitik, kombiniert mit Inflation und steigender Staatsverschuldung, haben dazu beigetragen, das Vertrauen in die Rolle der USA als Zentrum des globalen Finanzsystems zu untergraben. Auch wenn Trump inzwischen in seine Aggressivität etwas nachgelassen hat und sich die US-Aktien- und Anleihemärkte von ihren Verlusten zu Beginn des Jahres erholt haben, setzt der Dollar seine Talfahrt fort.

    „Ob der Dollar schwach oder stark ist, ist nicht die Frage“, sagte Steve Englander, globaler Leiter der G10-Devisenforschung. „Die Frage ist, was er dir darüber sagt, wie die Welt deine Politik einschätzt.“

    China liegt im Rennen um die Energie der Zukunft weit vorne

    Zwar stößt China weiterhin mehr klimaschädliche Emissionen aus als die USA und Europa zusammen, doch vollzieht es den Schwenk zu sauberer Energie mit atemberaubender Geschwindigkeit.

    Im vergangenen Jahr wurden in China mehr Windkraftanlagen und Solarpaneele installiert als im gesamten Rest der Welt, und der Boom der sauberen Energie breitet sich global aus. Chinesische Unternehmen bauen Fabriken für Elektrofahrzeuge und Batterien in Brasilien, Thailand, Marokko, Ungarn und anderen Ländern. China dominiert bereits die weltweite Produktion mehrerer sauberer Energietechnologien – und mit jedem Monat vergrößert sich sein technologischer Vorsprung.

    Gleichzeitig setzen die USA weiter auf Öl und Gas. Die Strategien beider Länder sind in hohem Maße von der nationalen Sicherheit geprägt. China verfügt im Gegensatz zu den USA nicht über leicht zugängliche eigene Öl- oder Gasvorkommen und ist daher bestrebt, seine Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen zu beenden und einen möglichst großen Teil seiner Wirtschaft mit erneuerbaren Energien zu versorgen.

    Tödlicher Angriff auf ein Strandcafé in Gaza

    Ein israelischer Luftangriff auf ein Café am Strand von Gaza-Stadt hat gestern Nachmittag mehr als zwei Dutzend Palästinenser getötet und dutzende weitere verletzt, berichten örtliche medizinische Helfer.

    Mohammad Abu Salmiya, Direktor des Al-Shifa-Krankenhauses in Gaza-Stadt, sagte, dass bei dem Angriff mehr als 30 Menschen getötet und mehr als 50 verletzt wurden. Das Gesundheitsministerium in Gaza veröffentlichte zunächst keine offiziellen Zahlen zu Toten und Verletzten, und das israelische Militär gab bisher keine Stellungnahme zu dem Angriff ab.

    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Europa: In Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien wurden Hitzewarnungen ausgegeben, da die Temperaturen mancherorts über 40 Grad Celsius stiegen.

    Syrien: Golfstaaten haben nach dem plötzlichen Zusammenbruch der Diktatur des Landes schnell Hilfe geleistet und investiert.

    Großbritannien: Da viele Abgeordnete der Labour-Partei offen revoltieren und die Wähler der Partei ihre Unterstützung entziehen, fordern Parteimitglieder Premierminister Keir Starmer auf, einen Linksschwenk vorzunehmen.

    Gesundheit: Eine neue Studie deutet darauf hin, dass Gewebeentzündungen möglicherweise kein natürlicher Teil des Alterns sind, sondern ein Produkt modernen Lebens.

    Reisen: Kriege und Konflikte zwingen Fluggesellschaften zunehmend dazu, ihre Routen neu zu planen.

    Russland: Wo früher alles Westliche verehrt wurde, ist China bei jungen Russen mittlerweile besonders angesagt.

    Norwegen: Ein Glücksspielunternehmen hat sich dafür entschuldigt, dass es tausende Menschen fälschlicherweise über große Lottogewinne informiert hatte. Ein Programmierfehler war der Grund für die Panne.

    Mexiko: Mitglieder des Sinaloa-Kartells haben sich mit einer rivalisierenden Bande verbündet – eine Allianz, die das kriminelle Untergrundnetzwerk in Dutzenden Ländern verändern könnte.

    US-Politik: Der Senat stimmt weiterhin über Änderungsanträge zu dem umfassenden wirtschafts- und innenpolitischen Gesetzespaket des Präsidenten ab.

    Migration: Die Trump-Regierung zahlte El Salvador Millionen Dollar, damit das Land abgeschobene Migranten inhaftiert.

  • „Merci, Donald Trump“? Wie die EU politisch reaktiver wurde

    „Merci, Donald Trump“? Wie die EU politisch reaktiver wurde

    Das französische Wirtschaftsministerium sorgte Mitte Juni für Aufsehen, als Minister Éric Lombard erklärte: „Merci à Donald Trump d’avoir réveillé l’Europe !“. Damit würzte er die Wahrnehmung der EU-Politik mit einer provokativen Wendung und löste eine strategisch-politische Debatte aus. Seine Aussage fiel im Kontext wachsender transatlantischer Handelskonflikte – die EU sei nun gefordert, ihre Interessen zu verteidigen und ihre Handlungsfähigkeit zu stärken.

    Alarmstufe Rot: Neue US-Zölle als europäischer Warnschuss

    Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar verfolgt Trump protektionistische Strategien. Importzölle von 25 Prozent oder mehr stehen im Raum – mit einer strategischen „Pause“ bis Mitte Juli, die Verhandlungsbereitschaft signalisieren soll. Éric Lombard bezeichnet es als ein transatlantisches Verhandlungsfenster, in dem Europa durch höhere Importe von US-Flüssiggas (LNG) die Zölle womöglich abwenden könnte.

    Für die EU aber ist längst klar: Es geht nicht mehr nur um Handelsfragen, sondern um gestärkte Eigenständigkeit gegenüber einem verhandelnden, fordernden Partner.

    Impuls zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und Energiesouveränität

    Lombard sieht in Trumps Politik „den Weckruf für mehr europäische Kohärenz“. Projekte wie industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Verteidigungsbudget und Klimaschutz müßten jetzt beschleunigt werden. Dieser Weckruf mündet in konkrete Vorhaben:

    • Neue europäische Verteidigungsinitiative: Jenseits der Nato verpflichtet sich die EU zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf mindestens zwei Prozent des BIP.
    • Weimar-Plus-Diplomatie: Ein Forum führender europäischer Staaten soll die strategische Souveränität fördern und die außenpolitische Koordination stärken.
    • Energiepartnerschaften: Die verstärkte Diversifizierung gegenüber den USA sowie alternativen Quellen reduziert die Abhängigkeit von Russland und verleiht energiepolitische Handlungsspielräume.

    Reaktionen innerhalb Europas: Ambivalente Zustimmung

    Die Reaktionen auf Lombards Einschätzung sind geteilt. Befürworter argumentieren, Trump habe ein längst überfälliges Momentum freigesetzt; Europa müsse nun handeln und das ökonomisch-politische Gefüge neu justieren. Kritiker hingegen warnen, die EU dürfe der US-Logik nicht blind folgen. Die Mahnung lautet: Strategische Autonomie dürfe kein Schlagwort bleiben, sondern müsse mit konsistenten Mitteln unterlegt werden.

    Eine strukturelle Antwort auf externe Aggressionen

    Das Trump-Regime fungiert für viele Europäer als Katalysator für ein neues Selbstbewusstsein. Die EU erwägt entschiedene politische und wirtschaftliche Antworten, mit einem klaren Fokus auf Autonomie. Die Ziele sind dabei vielfältig:

    1. Ökonomische Resilienz: industrielle Wertschöpfungsketten stärken und Investitionen in Zukunftsbranchen lenken.
    2. Strategische Souveränität: die NATO ergänzen durch eigenständige europäische Verteidigungsstrukturen.
    3. Handelspolitische Verhandlungsfähigkeit: Energieimporte als diplomatische Hebel nutzen, aber auch gezielte Gegenmaßnahmen vorbereiten.

    Zuwächse bei Verteidigungshaushalten und instrumentelle Energiepolitik sind Indizien, dass Lombards Lob nicht reiner Kommentar ist, sondern eine politisch gewollte Debatte und konkrete Reformprogramme in Gang gesetzt hat. Ob die EU jedoch dauerhaft gestärkt aus diesem „Weckruf“ hervorgeht, hängt entscheidend von interner Geschlossenheit und konsistenter Umsetzung ab.

    Autor: P. Tiko

  • Essen zu suchen ist in Gaza lebensgefährlich – und weitere World-News

    Essen zu suchen ist in Gaza lebensgefährlich – und weitere World-News

    Seit vor einem Monat ein neues, von Israel unterstütztes Hilfssystem eingerichtet wurde, sind laut örtlichen Gesundheitsbehörden Hunderte Palästinenser in der Nähe von Verteilzentren im Süden Gazas getötet worden. Die neuen Hilfszentren seien „Todesfallen“, so Jens Laerke, ein Sprecher der Vereinten Nationen.

    „Gaza ist der hungrigste Ort der Welt“, sagte Laerke. „Wenn wir es schaffen, etwas hineinzubringen, wird es sofort von der Bevölkerung geplündert. So verzweifelt ist die Lage.“

    Auch andere Hilfsaktionen versinken im Chaos. Die UN und weitere internationale Organisationen liefern nur spärlich Hilfe im Norden Gazas. Verzweifelte Menschenmengen plündern die Lastwagen, die Mehl und andere Güter transportieren, laut Zeugenaussagen oft nur Minuten nach deren Ankunft.

    Hintergrund: Das von Israel unterstützte System wird von der Gaza Humanitarian Foundation betrieben und verfügt nur über wenige funktionierende Verteilzentren – vor allem im Süden. Es wurde eingeführt, nachdem Israel die Hilfslieferungen für fast drei Monate blockiert hatte, mit dem Vorwurf, die Hamas plündere gespendete Lebensmittel. Die USA kündigten gestern eine Finanzierung von 30 Millionen Dollar für die Stiftung an.

    Israel: Eine Familie aus fünf Ukrainern wurde bei einem iranischen Raketenangriff in Israel getötet – eine tragische Schnittstelle zweier Kriege.


    Wo ist Irans angereichertes Uran?

    Nach Tagen der Diskussion darüber, wie schwer US-Schläge Irans Atomanlagen getroffen haben, bleibt das Schicksal des Vorrats an angereichertem Uran ein noch größeres Rätsel. Amerikanische Beamte berichten, dass die bisher gesammelten Geheimdienstinformationen widersprüchlich seien.

    Es besteht wenig Zweifel daran, dass das gesamte Atomprogramm Irans durch US- und israelische Angriffe erheblich geschwächt wurde – und dass das Land Schwierigkeiten hätte, schnell neues nukleares Material zu produzieren. Teile der Anlage in Natanz, in der man Uran vermutete, seien zwar beschädigt, aber nicht vollständig zerstört worden.

    Laut dem obersten Nuklearinspektor der UN seien die Zentrifugen in Fordo, einem der angegriffenen Standorte, „nicht mehr funktionsfähig“.

    Dazu passend: Verteidigungsminister Pete Hegseth und General Dan Caine, Vorsitzender des US-Generalstabs, äußerten sich gestern detaillierter zu den Luftschlägen. Keiner von beiden gab jedoch eine neue Einschätzung zur nuklearen Kapazität Irans ab.

    Iran: In einer trotzig wirkenden Videobotschaft gratulierte Ayatollah Ali Khamenei, Irans oberster Führer, seinem Volk zu einem angeblichen „Sieg“ über Israel und die USA.


    Immer mehr Tote nach Protesten in Kenia

    Die Zahl der Todesopfer nach landesweiten Protesten gegen Korruption und Polizeigewalt in Kenia ist gestern auf 16 gestiegen. Laut Irungu Houghton, Geschäftsführer von Amnesty Kenya, seien die meisten Opfer erschossen worden.

    Viele Demonstrierende schwenkten kenianische Flaggen und riefen: Präsident William Ruto „muss weg“. Sicherheitskräfte gingen gewaltsam gegen die Menschen vor, setzten scharfe Munition, Gummigeschosse und Tränengas ein.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Künstliche Intelligenz: In mindestens 50 Ländern soll KI demokratische Wahlen untergraben haben – ein globales Warnsignal.

    USA: Ein ranghoher Senatsbeamter blockierte zentrale Teile von Trumps innenpolitischem Gesetzespaket – Republikaner versuchen es nun in letzter Minute zu retten.

    Weltraum: Mexikanische Umweltaktivisten berichten, dass Raketenschrott von SpaceX in das Meer vor Mexiko gestürzt sei und dabei Menschen und Natur bedroht habe.

    Ecuador: Sicherheitskräfte verhafteten den Bandenboss „Fito“, dessen Gefängnisausbruch 2024 landesweite Gewalt ausgelöst hatte.

    Mexiko: Präsident López Obrador weist US-Vorwürfe zurück, wonach drei Finanzfirmen aus Mexiko in Geldwäsche in Zusammenhang mit Fentanyl-Handel verwickelt seien.

    Klima: Ein Bericht zeigt: Die menschengemachte Erderwärmung nimmt inzwischen um 0,27 Grad Celsius pro Jahrzehnt zu – ein seit den 1970er-Jahren ansteigender Trend.

    Wahlen: Laut neuen Daten hätte Kamala Harris auch bei höherer Wahlbeteiligung die US-Wahl 2024 gegen Trump verloren.

    Medien: Anna Wintour gibt ihren Chefredakteursposten bei der amerikanischen „Vogue“ ab – doch ihr Einfluss bleibt groß.

    NATO: Beim dieswöchigen Gipfel lag der Fokus auf Präsident Trump – die Ukraine spielte nur eine Nebenrolle.

    Griechenland: Eine Haushaltshilfe wurde auf Chios wegen der Verursachung verheerender Waldbrände festgenommen, so die Behörden.

    Irland: The Edge, Gitarrist von U2 und gebürtiger Engländer, erhielt diese Woche die irische Staatsbürgerschaft – nach 62 Jahren.

  • Freitag, der 13. – Ein schwarzer Morgen für den Nahen Osten

    Freitag, der 13. – Ein schwarzer Morgen für den Nahen Osten

    Zwischen Aberglauben und bitterer Realität

    Freitag, der 13. – für viele bloß ein kalendarischer Zufall, von anderen als Unglückstag verteufelt. Heute aber hat dieser Tag seinem düsteren Ruf alle Ehre gemacht. In den frühen Stunden des 13. Juni 2025 wurde die ohnehin fragile Lage im Nahen Osten in ein flammendes Inferno gestürzt: Israel startete eine großangelegte Militäraktion gegen den Iran. Ziel waren nicht nur militärische Anlagen, sondern auch Nuklearzentren, strategische Infrastruktur und führende Köpfe des iranischen Militärs.

    Was klingt wie ein Thriller aus einem dystopischen Drehbuch, ist bitterer Ernst geworden – und hat die Welt aufgeschreckt.

    Die Stunde der Entscheidungen

    Der Auslöser? Israelische Geheimdienste sollen Hinweise gehabt haben, dass der Iran nur noch Wochen von der Fertigstellung atomwaffenfähigen Materials entfernt sei. Die israelische Führung sah sich – nach eigenen Angaben – zum Handeln gezwungen. Der Angriff erfolgte mit chirurgischer Präzision, aber gewaltiger Wirkung: Explosionen erschütterten zahlreiche iranische Städte, während gleichzeitig Luftabwehrsysteme aktiviert wurden und Sirenen aufheulten.

    Zu den getroffenen Zielen zählten Einrichtungen, die in direktem Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm stehen. Besonders die Atomanlage Natanz soll erheblich beschädigt worden sein. Zeitgleich berichten Medien über den Tod mehrerer hochrangiger Generäle der Revolutionsgarden.

    Und dann ging alles ganz schnell

    Die Reaktion des Iran folgte prompt. Innerhalb kürzester Zeit stieg eine beispiellose Zahl an Drohnen auf, die Kurs auf israelisches Territorium nahmen. Teile davon wurden bereits über Jordanien abgefangen, andere drangen bis in den zentralen Luftraum Israels vor. Sirenen heulten, Luftschutzbunker wurden geöffnet, Schulen blieben geschlossen – das Land befand sich plötzlich in höchster Alarmbereitschaft.

    Wie in einem schlechten Traum schien Freitag, der 13. Juni, seinem Ruf gerecht zu werden. Ein Tag, der mit einem Morgenkaffee beginnen sollte, verwandelte sich in ein geopolitisches Pulverfass.

    Verlorene Hoffnung auf Diplomatie?

    Die internationale Gemeinschaft zeigt sich schockiert. Luftkorridore über Jordanien, dem Irak und Teilen Syriens wurden vorsorglich geschlossen. Fluggesellschaften stornierten Verbindungen oder leiteten sie um – aus Sicherheitsgründen. In den Vereinten Nationen folgen eilends einberufene Sitzungen, während diplomatische Kanäle heiß laufen. Doch wer kann, wer will jetzt noch vermitteln?

    Worte reichen in solchen Momenten oft nicht aus. In den Köpfen der Entscheidungsträger kreisen bereits nächste Schritte – Vergeltung, Ausweitung, vielleicht sogar Krieg. Der Iran hat bereits schlimme Konsequenzen angekündigt. Die Stimmung: geladen. Die Welt: in Alarmbereitschaft.

    Ein unheilvoller Tag mit Symbolkraft

    Zufall oder nicht – dass dieser dramatische Morgen ausgerechnet auf einen Freitag, den 13. fällt, verleiht dem Geschehen eine beinahe surreale Note. Aberglaube bekommt plötzlich Fleisch und Blut, verwandelt sich in Sirenenlärm und Kriegsrhetorik.

    Wer heute auf das Datum blickt, spürt unweigerlich einen Kloß im Hals. Denn was einst als Kalenderanekdote begann, ist heute zum Schreckensszenario geworden. Und doch – so sehr das Datum symbolisch wirkt, die Ursachen dieses Konflikts reichen weit zurück.

    Und nun?

    Was bleibt? Der Eindruck, dass ein Wendepunkt erreicht ist. Die Spirale der Eskalation dreht sich schneller als je zuvor. Während Diplomaten noch auf Zeit spielen, sprechen Raketen und Drohnen bereits eine andere Sprache. Die Frage, die sich aufdrängt: Warum ist all das passiert – und warum gerade jetzt?

    Vielleicht, weil zu lange gezögert wurde. Vielleicht, weil die Zeichen der Zeit nicht erkannt wurden. Oder weil Misstrauen und Drohungen längst stärker waren als jede Hoffnung auf Frieden.

    Freitag der 13. – nur ein Tag?

    Natürlich ist ein Datum nur ein Punkt auf dem Kalender. Doch seine symbolische Bedeutung kann nicht ignoriert werden, wenn sich Geschichte so drastisch in ihm verdichtet. Vielleicht werden künftige Generationen diesen Tag als Zäsur erleben. Als den Moment, an dem Vernunft endgültig verlorenging – oder, hoffentlich, doch noch gerettet wurde.

    Denn so finster dieser Freitag begonnen hat, so bleibt doch ein kleiner Hoffnungsschimmer: Dass die Weltgemeinschaft sich nicht zurückzieht, sondern genau jetzt Flagge zeigt. Für den Frieden. Für die Menschlichkeit.

    Von C. Hatty

  • US-Soldaten in Los Angeles: Trump geht aufs Ganze. Und andere World-News

    US-Soldaten in Los Angeles: Trump geht aufs Ganze. Und andere World-News

    Der Einsatz militärischer Kräfte auf amerikanischem Boden ist politisch höchst umstritten. Wenn ein Präsident zur Nationalgarde greift oder gar aktive Truppen aufmarschieren lässt, geht es meist um Naturkatastrophen, terroristische Anschläge oder Aufstände. Dass Donald Trump nun 4.000 Nationalgardisten und 700 Marines nach Los Angeles entsandt hat, um auf Proteste gegen Immigrationsrazzien zu reagieren, lässt viele Beobachter aufhorchen – und erinnert an autoritäre Tendenzen.

    Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, beantragte beim Bundesgericht eine Notverfügung, die den Einsatz der Truppen auf den Schutz von Bundeseigentum beschränken soll. In einer Fernsehansprache warnte Newsom vor einem gefährlichen Präzedenzfall: „Kalifornien mag das erste Ziel sein, aber hier wird es nicht enden. Andere Bundesstaaten folgen. Die Demokratie ist als Nächstes dran.“

    Trump rechtfertigte den Einsatz mit dramatischen Worten: „Wenn wir nicht eingeschritten wären, würde Los Angeles jetzt brennen.“ Die Gewalt sei nur durch sein entschlossenes Handeln verhindert worden.

    Rechtliche Grauzonen und politische Sprengkraft

    Verfassungsrechtlich ist in den USA der Einsatz von aktiven Truppen im Inland streng reglementiert. Das sogenannte Posse Comitatus-Gesetz verbietet es dem Militär, polizeiliche Aufgaben zu übernehmen – es sei denn, der Präsident beruft sich auf den Insurrection Act. Dieses Gesetz erlaubt im Falle eines Aufstands oder einer Rebellion die Entsendung von Bundestruppen. Doch genau hier liegt der Streitpunkt: Ist eine Serie von Demonstrationen, die punktuell aufflammt, aber das öffentliche Leben in der Millionenmetropole kaum beeinträchtigt, tatsächlich ein „Aufstand“ im Sinne des Gesetzes?

    Rechtsexperten äußern Zweifel: Es ist schwer vorstellbar, dass die Proteste in Los Angeles, die eher verstreut und nicht flächendeckend auftreten, als Insurrektion, als Aufstand im Sinne dieses Gesetzes, gewertet werden können.

    Inzwischen hat Bürgermeisterin Karen Bass eine nächtliche Ausgangssperre für die Innenstadt verhängt. Landesweit gingen Tausende Menschen auf die Straße – vielfach friedlich, aber in aufgeheizter Stimmung.

    Handelskonflikt zwischen den USA und China: Zeichen der Entspannung

    Während innenpolitisch der Ausnahmezustand droht, zeichnet sich außenpolitisch eine vorsichtige Annäherung ab: Nach zweitägigen Verhandlungen in London haben die USA und China ein Rahmenabkommen zum Handelsfrieden geschlossen. Dieser war in den vergangenen Wochen zunehmend ins Wanken geraten.

    Die Chefunterhändler beider Länder kündigten an, das Resultat zeitnah Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping zur Billigung vorzulegen. Laut US-Angaben sollen beide Seiten bereit sein, einige ihrer zuletzt verhängten Strafmaßnahmen zurückzunehmen. Details wurden bislang nicht veröffentlicht. Ein amerikanischer Regierungsvertreter erklärte jedoch, dass Bedenken hinsichtlich chinesischer Exportbeschränkungen für strategisch wichtige Mineralien und Magneten nun wieder ausgeräumt seien.

    Ein Berufungsgericht in den USA hat Trump vorläufig erlaubt, einen Großteil seiner Strafzölle aufrechtzuerhalten. Der Weltbank zufolge dürfte der Handelskonflikt das globale Wirtschaftswachstum in diesem Jahr spürbar bremsen.

    Chinas militärische Präsenz im Pazifik wächst

    Parallel dazu setzt China militärisch ein deutliches Zeichen: Erstmals haben zwei Flugzeugträger der chinesischen Marine gemeinsame Übungen im Pazifik jenseits der japanischen Inseln durchgeführt. Das japanische Verteidigungsministerium sprach von einer neuen Phase chinesischer Machtprojektion. Peking betont offiziell die „Routine“ des Manövers, doch die geopolitische Botschaft ist unmissverständlich: China will als Seemacht im asiatisch-pazifischen Raum ernst genommen werden.

    Blutiger Amoklauf in Österreich erschüttert ganz Europa

    In Graz, der zweitgrößten Stadt Österreichs, kam es am Vortag zu einem der schlimmsten Amoklauf an einer Schule in Europa seit Jahren. Ein 21-jähriger ehemaliger Schüler stürmte mit einer legal erworbenen Faustfeuerwaffe und einem Gewehr das Schulgebäude und tötete mindestens zehn Menschen, bevor er sich offenbar selbst richtete. Die Polizei fand ihn in einem Waschraum der Schule. Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker rief drei Tage Staatstrauer aus. Die Tat hat eine landesweite Debatte über Waffengesetze und psychologische Betreuung ausgelöst.

    Weitere internationale Entwicklungen

    • Argentinien: Die ehemalige Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner wurde wegen Korruption endgültig verurteilt. Der Oberste Gerichtshof bestätigte das Urteil; sie darf nie wieder ein öffentliches Amt ausüben.
    • Frankreich: In einer Schule wurde eine Lehrkraft bei einer Taschenkontrolle erstochen. Ein 14-jähriger Schüler wurde festgenommen.
    • Meta: Der Tech-Konzern arbeitet an einem neuen KI-Labor, das sich mit „Superintelligenz“ befassen soll.
    • Großbritannien: Die Regierung kündigte ein Investitionsprogramm von umgerechnet rund 19 Milliarden Dollar für ein neues Atomkraftwerk an.
    • Nordirland: Nach der Anklage gegen zwei Jugendliche wegen sexueller Übergriffe kam es in Ballymena zu Ausschreitungen und Brandstiftungen.
    • Nordkorea: Laut Atomaufsichtsbehörde der UNO errichtet Pjöngjang offenbar eine neue Urananreicherungsanlage.
    • USA: Der TikTok-Star Khaby Lame wurde aus den Vereinigten Staaten ausgewiesen, nachdem er sein Visum überschritten hatte.
    • Südkorea: Fans der K-Pop-Gruppe BTS warten gespannt auf die Wiedervereinigung der Band, deren Mitglieder bald ihren Wehrdienst beendet haben.

    Krisenherd Nahost: Israel, Gaza und die internationale Reaktion

    Die Spannungen in Nahost nehmen erneut zu. Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas forderte die radikal-islamistische Hamas auf, ihre Waffen niederzulegen, alle Geiseln freizulassen und sich aufzulösen. Gleichzeitig belegten fünf Länder zwei ultrarechte Minister der israelischen Regierung mit Sanktionen, nachdem diese öffentlich die Vertreibung von Palästinensern aus Gaza und dem Westjordanland gefordert hatten.

    In einem weiteren Vorfall wurde die Klimaaktivistin Greta Thunberg von den israelischen Behörden festgenommen und abgeschoben. Sie hatte an Bord eines Hilfsschiffs Richtung Gaza humanitäre Hilfe leisten wollen.

    Russland und Ukraine: Krieg und Konsequenzen

    Die Europäische Kommission plant neue Sanktionen gegen Moskau, darunter ein Verbot von finanziellen Transaktionen im Zusammenhang mit den Nord-Stream-Pipelines. Diese Maßnahme zielt auf die finanzielle Infrastruktur der russischen Energieexporte.

    In der Ukraine reißen nächtliche russische Angriffe viele Menschen immer wieder aus dem Schlaf. Die russische Strategie der psychologischen Kriegsführung trifft insbesondere die Zivilbevölkerung in Großstädten wie Charkiw und Odessa.

    Ein weiterer brisanter Fall sorgt für Aufmerksamkeit: Ein amerikanischer Lehrer, der 2022 aus seinem Haus in der Ostukraine entführt worden war, wurde nun in einem russischen Gefängnis entdeckt. Sein Schicksal wirft Fragen über das Ausmaß verdeckter Operationen auf.

    Von Andreas Brucker

  • Vom Dream-Team zur öffentlichen Fehde: Wie Trump und Musk ihre „Bromance“ beerdigen – und weitere World-News

    Vom Dream-Team zur öffentlichen Fehde: Wie Trump und Musk ihre „Bromance“ beerdigen – und weitere World-News

    Was einst wie eine unzertrennliche Männerfreundschaft zwischen Donald Trump und Elon Musk wirkte, ist nun krachend in sich zusammengefallen – und das mit einem Paukenschlag.

    Angefangen hatte alles mit einem wütenden Kommentar von Musk, der Trumps großes innenpolitisches Gesetzespaket als „widerwärtige Abscheulichkeit“ betitelte. Wenige Tage später kam es zur Eskalation: Bei einem Treffen mit dem deutschen Bundeskanzler im Oval Office wetterte Trump gegen den Tesla-Chef. „Ich bin sehr enttäuscht von Elon“, sagte er mit unverhohlener Verärgerung. „Ich habe ihm sehr geholfen.“

    Musk ließ das natürlich nicht auf sich sitzen – live und in Farbe auf X (ehemals Twitter). „Ohne mich hätte Trump die Wahl verloren“, polterte er und warf dem US-Präsidenten Undankbarkeit vor. Er legte noch nach: Vielleicht sei es Zeit, die Republikaner zu verlassen und eine eigene Partei zu gründen.

    Trumps Antwort? Ein kaum verhüllter Seitenhieb: Die Kündigung von Musks staatlichen Verträgen könnte dem Staat Milliarden sparen. Das politische Traumpaar, das noch vor Kurzem gemeinsam die Weltbühne bespielte, tauscht nun Memes und Sticheleien aus wie zwei Teenager nach einem Liebesaus.

    Vom „First Buddy“ zum Feind

    Seit der Präsidentschaftswahl erschienen Musk und Trump schier untrennbar. Musk half bei politischen Entscheidungen, beeinflusste Regierungspläne und war bei Staatsbesuchen stets an Trumps Seite. Einige nannten ihn augenzwinkernd den „First Buddy“.

    Dass dieser Bruch kommen würde, lag in der Luft. Aber so heftig – damit hatte kaum jemand gerechnet.

    Wann genau Trump und Musk sich zerstreiten würden, war monatelang Gegenstand wilder Spekulationen, war in der US-.Presse zu lesen. Einige aus Musks Umfeld waren sich sicher, das Bündnis halte nicht ewig – aber dass es so schnell und derart heftig zerbricht, hatte niemand erwartet.

    Der Börsenkater kommt prompt

    Die Börse reagierte sofort und gnadenlos. Die Tesla-Aktie stürzte innerhalb weniger Stunden um fast 15 Prozent ab. Investoren zeigten sich schockiert – nicht nur wegen der öffentlichen Fehde, sondern auch wegen der potenziellen wirtschaftlichen Konsequenzen, sollte Musk tatsächlich seine wichtigsten politischen Verbündete verlieren.

    Israel rüstet Milizen in Gaza auf – und steht in der Kritik

    Parallel zu den Schlagzeilen aus Washington sorgt eine andere Enthüllung weltweit für Aufsehen: Israel hat offenbar eine palästinensische Miliz im Gazastreifen mit Waffen unterstützt – angeblich, um effektiver gegen die Hamas vorzugehen. Ministerpräsident Netanjahu bestätigte nun die Zusammenarbeit mit sogenannten „Clans in Gaza“ und bezeichnete sie als „etwas Gutes“, das israelischen Soldaten das Leben gerettet habe.

    Der Milizführer Yasser Abu Shabab steht dabei besonders im Fokus. Ihm wird vorgeworfen, Hilfslieferungen geplündert und weiterverkauft zu haben. Abu Shabab selbst bestreitet jede Kooperation mit Israel.

    Ein Video, das ein kleines Mädchen bei dem Versuch zeigt, einem brennenden Gebäude nach einem israelischen Luftschlag zu entkommen, geht derweil um die Welt. Hanin al-Wadie hat überlebt – ihre Eltern und ihre kleine Schwester nicht. Diese Szenen brennen sich ins kollektive Gedächtnis – und lassen kaum jemanden unberührt.

    Trumps neues Einreiseverbot – ein Schlag für viele Hoffnungssuchende

    Ab Montag tritt ein neues Einreiseverbot der USA in Kraft. Es richtet sich gegen Bürger aus zwölf Ländern – darunter Somalia, Afghanistan und Myanmar. Viele davon leiden unter Kriegen oder autoritären Regimen.

    Trump berief sich bei der Verkündung des Verbots auf den „Schutz vor Terrorismus“, nachdem ein Ägypter in Colorado einen Anschlag auf eine pro-palästinensische Gruppe verübt hatte. Ironischerweise: Ägypten steht nicht auf der Liste.

    Sportler, die bei Großevents wie der Fußball-WM teilnehmen, dürfen trotzdem einreisen. Welche Veranstaltungen konkret ausgenommen sind, bleibt aber unklar.

    Was sonst noch passiert ist

    • Israel fand die Leichen zweier israelisch-amerikanischer Opfer des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023.
    • US-Außenminister Marco Rubio kündigte Sanktionen gegen vier Richter des Internationalen Strafgerichtshofs an – als Reaktion auf Ermittlungen gegen die US-Armee und Haftbefehle gegen israelische Spitzenpolitiker.
    • In Afrika zeigt eine neue Studie: Das Abnehmen Hörner der Nashörner hat tatsächlich geholfen, die Wilderei einzudämmen.
    • In den USA entschied das oberste Gericht: Mexiko darf keine US-Waffenhersteller wegen Gewalt durch Drogenkartelle verklagen.
    • Israel bombardierte erneut Ziele im Süden von Beirut – angeblich Drohnenanlagen der Hisbollah.
    • In China tobt ein Social-Media-Sturm – ausgelöst durch eine Schauspielerin, einen Arzt und eine Harvard-Absolventin.
    • Und am Broadway bereiten sich die Stars auf die Tony Awards vor – mit Geschichten voller Glanz, Drama und Durchhaltewillen.

    Von Andreas M. Brucker

  • Macron empfängt Lula: Zwischen Freihandel, Klimapolitik und globaler Neuordnung

    Macron empfängt Lula: Zwischen Freihandel, Klimapolitik und globaler Neuordnung

    Zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt empfängt Frankreichs Präsident wieder einen brasilianischen Amtskollegen zu einer offiziellen Staatsvisite. Der Besuch von Luiz Inácio Lula da Silva vom 5. bis 7. Juni in Paris geht über symbolische Geste hinaus: Er markiert eine geopolitisch wie wirtschaftlich aufgeladene Etappe in den Beziehungen zwischen Europa und Südamerika – und stellt Frankreichs Rolle als Brückenbauer auf die Probe. Der brasilianische Präsident betritt die Pariser Bühne zu einem Zeitpunkt, an dem der Westen seine außenpolitischen Prioritäten neu ausrichtet. Vor diesem Hintergrund will Lula nicht nur alte Bande auffrischen, sondern das globale Machtgefüge aktiv mitgestalten. Es ist ein Besuch mit Signalwirkung – nach außen wie nach innen. Ein Schulterschluss mit Spannungen Macron und Lula pflegen eine demonstrative Nähe. Bereits im März 2024 trafen sie sich zu einem symbolträchtigen Besuch im Amazonasgebiet, wo sie sich gemeinsam für den Erhalt der Regenwälder stark macht…

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