Schlagwort: Wassermangel

  • Dürre: Trinkwassermangel im Departement Creuse

    Dürre: Trinkwassermangel im Departement Creuse

    Die Dürre ist überall in Frankreich sichtbar. In 93 Departements gelten Wassereinschränkungen. Im Departement Creuse gibt es für mehrere Tausend Einwohner nun auch Schwierigkeiten bei der Trinkwasserversorgung.

    In der Gemeinde Bord-Saint-Georges (Creuse) floss am Donnerstag, dem 28. Juli, wieder etwas mehr Wasser aus dem Hahn, nachdem Anfang der Woche nur noch ein kleines Rinnsal aus den Wasserhähnen kam. Daher wurden Flaschen mit Trinkwasser an die Bewohner verteilt, in der Hoffnung, dass der Wasserfluss aus dem Wasserturm nicht vollständig zum Erliegen kommt. Die Zeit verlangt Einschränkungen. Der Gemeindeverband für Trinkwasserversorgung (SIAEP) des Beckens von Gouzon (Creuse) bittet die Bevölkerung, sehr vorsichtig mit dem verfügbaren Wasser umzugehen.

    „Wir stehen wirklich auf dem Schlauch, das heißt, wenn nicht jeder seinen Teil dazu beiträgt, kann es im August zu einem Blackout kommen und wir haben kein Wasser mehr. Das hatten wir vor einigen Jahren schon einmal, da waren wir gezwungen, uns Wassertanks liefern zu lassen“, erklärt Vincent Turpinat, Präsident des Wasserversorgungsverbands SIAEP du bassin de Gouzon. Um den immer wiederkehrenden Wassermangel zu beheben, plant der SIAEP kurzfristig, über 24 km lange Leitungen Wasser aus dem Fluss Allier zu pumpen.

  • Frankreichs spektakulärer Wasser-Naturpark Gorges du Verdon fast ausgetrocknet

    Frankreichs spektakulärer Wasser-Naturpark Gorges du Verdon fast ausgetrocknet

    Die Verwaltung einer der spektakulärsten Naturparks Frankreichs, der Gorges du Verdon, wollen jetzt Rafting und Schwimmen verbieten, da der Wasserstand in der Schlucht zu niedrig ist. Damit könnte hier zum ersten Mal die gesamte Sommersaison ausfallen.

    Die Gorges du Verdon – die größte Schlucht Europas und im Sommer ein Anziehungspunkt für Wassersportler – ist nach einem regen- und schneearmen Winter im Val d’Allos, Alpes-de-Haute-Provence, von einer starken Dürre betroffen.

    Der Wassermangel hat zu einer „historischen“ Notsituation geführt und die lokalen Behörden in dem Gebiet dazu veranlasst, bestimmte Aktivitäten zu verbieten und die Öffnung des Wasserparks in diesem Sommer zu untersagen.

    In den Gorges du Verdon, die jährlich bis zu 1 Million Besucher erleben, wurde bereits in früheren Sommern das Rafting und Schwimmen verboten, aber die diesjährige Schließung kommt aussergewöhnlich früh und es ist das erste Mal, dass eine ganze Sommersaison ausfällt.

    Lesen Sie auch: Hitzewelle: Müssen wir in Zukunft das Schlimmste befürchten?

    Der Wasserstand des Stausees Lac de Sainte-Croix, der vom Verdon gefüllt wird, ist bereits auf einem spätsommerlich-niedrigen Niveau. Wassersport ist auf dem See vorerst noch erlaubt, aber es ist fraglich, ob das den ganzen Juli und August über geöffnet der Fall sein kann.

    Der Stromversorger EDF, der den Stausee betriebt, hat eine Mindestwassermenge im Verdon aufrechterhalten, um die Tier- und Pflanzenwelt zu schützen und die Trinkwasserversorgung der Städte im Süden, darunter Marseille, und die landwirtschaftliche Bewässerung sicherzustellen. Außerdem hat die EDF die Stromerzeugung aus Wasserkraft für sechs Monate eingestellt, um die Wasserversorgung nicht zu gefährden.

    „Es ist wichtig, dass sowohl die Einwohner als auch die Touristen über diese außergewöhnliche Situation Bescheid wissen“, sagt die Präfektin der Alpes-de-Haute-Provence, Violaine Démaret.

    Auch der Wasserstand des Lac de Castillon, der in 900 m Höhe in den Alpen liegt, ist auf weniger als 40cm gesunken und liegt damit etwa 5m unter dem normalen Stand, so der Bürgermeister von Saint-André-les-Alpes gegenüber der Zeitung Le Figaro.

  • Wetter: Frühe Dürre beunruhigt in grossen Gebieten Frankreichs

    Wetter: Frühe Dürre beunruhigt in grossen Gebieten Frankreichs

    Es ist erst April und schon macht sich die Trockenheit in mehreren Regionen Frankreichs bemerkbar. In welchem Zustand befindet sich der Grundwasserspiegel im Vergleich zu den vergangenen Jahren?

    Laut dem Bureau de recherches géologiques et minières (BRGM), dem nationalen geologischen Dienst, liegt der Grundwasserspiegel fast überall unter dem Normalwert, außer in der Île-de-France, der Normandie, Savoyen und einem Teil der Pyrenäen sowie in den Departements Aude und Hérault. Diese Gebiete sahen zu Beginn des Jahres etwas mehr Niederschlag oder sind durch tiefere Grundwasservorkommen versorgt, aber überall sonst sind die Wasservorräte für einen April sehr niedrig. Tatsächlich hat es zwischen Oktober und März, der effektivsten Zeit, um das Grundwasser wieder aufzufüllen, nicht ausreichend geregnet.
    Besonders besorgniserregend ist die Situation in den Regionen Provence-Alpes-Côte d’Azur, Vendée, Charente-Maritime und im Grand Est.

    Es ist schwer vorstellbar, wie sich der Trend umkehren könnte, denn Météo France sagt bis Juni Zeiten voraus, die wärmer und trockener als normal sind. Und selbst wenn es jetzt zu regnen beginnen würde, würde das Wasser, abgesehen von außergewöhnlichen Niederschlägen, von der Vegetation aufgefangen und nicht in den Untergrund versickern können, erklärt die Hydrologin Emma Haziza, die nicht ausschließt, dass es schon ab Mai (statt wie üblich im Juli) zu vermehrten Wassereinschränkungen kommen könnte. Neben den Schwierigkeiten bei der Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen befürchten Fachleute auch große Waldbrände in Südfrankreich in diesem Sommer.

    Wassermangel sehr früh im Jahr
    Es besteht die Gefahr, dass solche Dürreprobleme in den kommenden Jahren immer häufiger auftreten werden. Der Klimawandel hat zu längeren regenfreien Perioden geführt und Hydrologen stellen bereits seit fünf Jahren fest, dass die Grundwasserreserven schon im Frühjahr knapp werden.

    Auch die steigenden Temperaturen können den Wasserkreislauf verändern, indem sie die Verdunstung von Regenfällen fördern und mehr Wasserdampf in die Atmosphäre abgeben. Wasserdampf ist allerdings auch ein Treibhausgas, was zu einem Teufelskreis führen kann. Daher ist es dringend erforderlich, dass wir in den kommenden Jahren lernen, Wasser besser im Boden zu binden.