Schlagwort: Wassermangel

  • Dürre: Gibt es in den kommenden Jahren keine Weihnachtsbäume mehr?

    Dürre: Gibt es in den kommenden Jahren keine Weihnachtsbäume mehr?

    Französische Weihnachtsbaumzüchter rechnen mit hohen Verlusten. Die Dürre im Sommer hat Zehntausende junger Bäume getötet.

    Es ist bekannt, dass die Dürre in Frankreich weitreichende Auswirkungen hat – in einigen Regionen ist sogar die Trinkwasserversorgung unterbrochen. Die französischen Landwirte haben die Auswirkungen der historischen Dürre und der Hitzewellen dieses Sommers besonders zu spüren bekommen. Französische Grundnahrungsmittel wie die Käse- und Weinproduktion sind betroffen – und auch die Weihnachtsbaumzüchter melden nun große Verluste.

    Junge Tannen wurden durch die Dürre dezimiert, da ihre Wurzeln noch nicht tief genug waren, um Wasser zu finden.

    Für Tannenbaumproduzenten bedeutet dies einen erheblichen finanziellen Verlust.

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    Franceinfo erklärt, dass der Verlust der jungen Bäume bedeutet, dass eine grosse Menge der investierten Arbeit vernichtet wird. Normalerweise haben mehr als zweijährige Bäume besser und tiefer verankerte Wurzeln und schaffen es dadurch, Dürreperioden besser zu überstehen. Aber bei Juni-Temperaturen von fast 40 Grad Celsius und einer ausgeprägten Trockenheit waren in diesem Jahr die Bedingungen für das Überleben der jungen Bäume denkbar ungünstig.

    Es sieht so aus, dass in diesem Sommer eine ganze Generation von Bäumen in den Zuchtbetrieben und Wäldern verloren gegangen ist – das entspricht etwa 20.000 potentiellen Weihnachtsbäumen.

    Nun müssen die Weihnachtsbaumproduzenten die verlorenen Bäume ersetzen. Das bedeutet wahrscheinlich mindestens 30.000 € Mehrkosten und viel Arbeit pro Betrieb. Es müssen neue und tiefere Parzellen ausgehoben werden, damit auch die jungen Bäume näher an das Grundwasser gelangen und so hoffentlich am Leben bleiben.

    Für die Kunden gibt es aber eine gute Nachricht: Die Weihnachtszeit im Jahr 2022 wird nicht betroffen sein, da zu Weihnachten die älteren Bäume (in der Regel fünf Jahre alt oder älter) verkauft werden – allerdings wahrscheinlich zu einem höheren Preis aufgrund der Inflation.

  • Serbien: Relikte der Vergangenheit tauchen bei Niedrigwasser in der Donau auf

    Serbien: Relikte der Vergangenheit tauchen bei Niedrigwasser in der Donau auf

    Der Wasserstand der Donau ist aufgrund der außergewöhnlichen Trockenheit in diesem Sommer besonders niedrig. Jetzt tauchen gesunkene Kriegsschiffe auf und geben Anlass zur Sorge.

    Zuerst waren es Sandbänke, die in einem Teil der Donau bei Prahovo (Serbien) auftauchen, dann Schatten unter der Wasseroberfläche, bevor nun imposante Schiffswracks zum Vorschein kommen. Der Fluss hat seit einem Jahrhundert einen seiner niedrigsten Wasserstände und gibt jetzt gefährliche Überbleibsel aus der Vergangenheit preis. Dazu gehören Kriegsschiffe Hitler-Deutschlands, die hier vor fast 80 Jahren versenkt wurden. Etwa 20 Schiffe sind inzwischen wieder aufgetaucht. Aufgrund der Dürre in diesem Sommer liegt der Fluss deutlich unter seinem normalen Wasserstand.

    „Wir schätzen, dass sich hier in der Donau noch 100 Tonnen Sprengstoff befinden“.
    Lange Zeit existierten diese Schiffe nur auf Unterwasserkarten. Zusammen mit den Wracks taucht auch eine andere Bedrohung wieder auf. Die Munition der Kriegsschiffe wurde nie gesichert. „Manchmal kann man in der Nähe der Wracks Unterwasserminen ausmachen. Man schätzt, dass es hier in der Donau noch 100 Tonnen Sprengstoff gibt“, erklärt Saša Markovi, Kapitän eines Binnenschifffahrtsunternehmens gegenüber Franceinfo.

    Auch mehrere andere Länder, durch die die Donau fließt, schlagen derzeit Alarm. Der niedrige Wasserstand des Flusses führt zu ernsten Bewässerungsproblemen in der Landwirtschaft, aber auch, wie in Budapest, Ungarn, zu großen Sorgen um die Versorgung mit fließendem Trinkwasser.

  • Dürre: Wird das heilige Wasser in Lourdes bald knapp?

    Dürre: Wird das heilige Wasser in Lourdes bald knapp?

    Während der Großen Wallfahrt zu Mariä Himmelfahrt strömen jeden Tag Zehntausende Pilger zum Heiligtum, und das Wasser von Lourdes wird in einer Zeit, in der die Wetterbedingungen alarmierend sind, stark verbraucht. Muss man sich Sorgen machen? 

    In Frankreich herrschte in diesem Sommer eine historische Dürre. In allen Departements wurden Warnstufen ausgerufen, die Regierung legte mehrere strenge Regeln für den Wasserverbrauch fest. Auch in Lourdes stiegen die Temperaturen in dieser Woche öfters auf über 35 °C an. Der Wallfahrtsort muss daher besonders wachsam sein, um die Gesundheit seiner Besucher zu schützen, von denen viele körperlich eingeschränkt sind. Aber auch die Verteilung von Weihwasser bleibt ein Muss. In der Grotte von Lourdes gibt es mehrere Punkte, an denen an das Quellwasser bekommt. Zunächst gibt es die 18 Brunnen, in denen zwar nur ein kleines Rinnsal fliesst, denn wie die Heilige Bernadette sagte: „Nur ein paar Tropfen sind genug“. Dann gibt es die Schwimmbäder, wo die Gläubigen die Waschungen vollziehen. Schließlich gibt es den symbolträchtigen Ort, an dem die Kanister gefüllt werden können, zwischen den Arkaden und dem Gave de Pau. Zur Freude eines jeden Pilgers, der sein geweihtes Wasser aus Lourdes als Andenken mitnehmen möchte.

    Aber wie soll man bei 40.000 Menschen, die täglich die heilige Stätte besuchen, auf Dauer genügend Wasser bereitstellen, wenn die Hitzewelle nicht abreißt?

    Die Quelle der Grotte gibt mit 978 L Wasser pro Stunde eine relativ geringe Menge Wasser ab. Das ist niedrig, aber Lourdes hat schon viel Schlimmeres erlebt. Vor vier Jahren erreichte die Quelle nur noch einen Wert von 656 L pro Stunde. Daher sehen die Verantwortlichen die aktuellen Zahlen zwar als sehr niedrig, aber nicht alarmierend an. Und: Auch mit einem Durchfluss von etwa 1 m3 pro Stunde hat, d. h. 1000 L pro Stunde, und gleichzeitig täglich 40 000 Pilgern, die die heilige Stätte besuchen, hat man nicht genügend Wasser, wenn es nicht zusätzlich eine gewisse Wasserreserve gibt. Also bestand die Lösung darin, das Wasser der heiligen Quelle zu speichern. Ein technisches System sorgt dafür, dass das Wasser die ganze Saison über gleichmäßig verteilt werden kann. Durch ein Zusammenspiel von Becken und Pumpen hat man eine Vorrichtung geschaffen, die alle Verteilungsstellen mit der nötigen Menge Wasser versorgt.

    Für den technischen Leiter der Kultstätte steht fest: „Es kann zugesichert werden, dass jeder Pilger, der bis zum Ende des Jahres kommt, Wasser aus den Wasserhähnen entnehmen kann.“ Anschliessend hofft man auch in Lourdes, dass der Winter dafür sorgen wird, dass die Wasserreserven wieder aufgefüllt werden. In den Monaten November und Dezember beträgt der Ertrag der Wasserquelle in der heiligen Grotte etwa 1400 Liter pro Stunde, und das zu einer Zeit, in der außerhalb der Saison nur wenige Pilger Lourdes besuchen. Auf diese Weise kann die Reserve wieder aufgefüllt werden. Die im letzten Winter angelegten Reserven sind gross genug, dass das heilige Wasser auch in diesem trockenen Sommer in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Problematisch wird es erst, wenn es eine sehr monatelange Dürreperiode gibt, die die Behörden dazu zwingt, einen Teil der Reserven zu requirieren.

    Lourdes hat allerdings das Glück, in den Hautes-Pyrénées und damit in einem Gebiet zu liegen, in dem es viel Wasser gibt. In einer Region, die reich an Seen und Wasserläufen ist, glaubt man, die Pilger, die auf der Suche nach dem für sie so wertvollen Wasser sind, auch in Zukunft ausreichend versorgen zu können.

  • Trockenheit: Wird Frankreich bald das Leitungswasser ausgehen?

    Trockenheit: Wird Frankreich bald das Leitungswasser ausgehen?

    Frankreich wird derzeit von einer „beispiellosen“ Dürre heimgesucht und der Wassermangel wird zur Realität. In Nord-Korsika bleiben nur noch knappe 25 Tage, bevor die Bevölkerung ohne Leitungswasser auskommen muss. Im Departement Var sind bereits drastische Einschränkungen eingeführt worden und die Bewohner sind gezwungen, ihren Verbrauch stark einzuschränken. Und die Krise ist noch lange nicht vorbei …

    25 Tage. Das ist die Zeit, die den Bewohnern Nord-Korsikas noch bleibt, bevor es kein fließendes Wasser mehr geben könnte. Diese beängstigende Feststellung wurde Anfang der Woche von der Präfektur des Inseldepartements veröffentlicht. Und die Maßnahmen, die ergriffen wurden reichen nicht aus, um diesen Termin hinauszuzögern. Die Bewohner bereiten sich darauf vor, dass kein Wasser mehr aus den Hähnen kommt. Verzweifelt ruft der Präfekt des Departements Haute-Corse „zu einer kollektiven und solidarischen Anstrengung auf“, damit weiterhin Leitungswasser geliefert werden kann.

    Lesen Sie dazu auch: Korsika: “In 25 Tagen wird es kein Wasser mehr geben!”

    Inzwischen beunruhigen die Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung die höchsten Stellen des Staates. Premierministerin Elisabeth Borne beschloss daher gestern, einen interministeriellen Krisenstab zu aktivieren, um mit der „außergewöhnlichen Dürre“ umzugehen. „Mehr als hundert Gemeinden haben kein Trinkwasser mehr“, beklagte gestern der Minister für den ökologischen Übergang, Christophe Béchu. In einigen dieser Gemeinden wird Trinkwasser mit LKWs angeliefert, „da sich nichts mehr in den Leitungen befindet“. Um dem Wassermangel entgegenzuwirken, „wurden und werden überall dort, wo es notwendig ist, restriktive Maßnahmen ergriffen“.

    Lesen Sie dazu auch: Wasserknappheit: Mehr als 100 Gemeinden in Frankreich ohne Trinkwasser!

    Bereits seit mehreren Tagen bekommen manche Bewohner kein Wasser kehr. Dies ist in einigen Gemeinden im Departement Creuse, im Finistère, aber auch im Departement Var der Fall. In vielen Regionen wird die Grenze für den Wasserverbrauch inzwischen auf 200 Liter pro Tag und Haushalt festgelegt. Duschen, Waschmaschinen, Geschirrspülen… Die Bewohner sind gezwungen, jeden Verbrauch von Leitungswasser zu überdenken.

    Bei Überschreitung des genehmigten Verbrauchs wird der Preis pro m3 Wasser verdoppelt. Es kann sogar soweit gehen, dass der Wasserdurchfluss am Zähler begrenzt wird.

    Was die Pegelstände der Flüsse betrifft, die viele Regionen mit Trinkwasser versorgen, sprechen die Behörden von einer „beispiellosen Situation“. Es gab keine Regenfälle, die es dem Grundwasser und den Flüssen ermöglicht hätten, sich zu regenerieren. Frankreich muss sich auf noch schwierigere Zeiten einstellen: September und Oktober könnten katastrophal werden, wenn es nicht ausreichend regnen sollte.

  • Wasserknappheit: Ausnahmegenehmigung für die Bewässerung von Golfplätzen sorgt für Kritik

    Wasserknappheit: Ausnahmegenehmigung für die Bewässerung von Golfplätzen sorgt für Kritik

    Während Frankreich von einer grossen Dürre heimgesucht wird, sorgt am Freitag, 5. August, eine Ausnahmeregelung für Kontroversen. Golfclubs dürfen nämlich weiterhin einen Teil ihrer Golfplätze bewässern…

    Ein leuchtend grüner Rasen, wie man ihn derzeit nicht oft sieht. In Dampierre-sur-le-Doubs (Doubs) wird ein Teil eines Golfplatzes regelmäßig bewässert. „Wir dürfen noch bestimmte Bereiche bewässern, vor allem die Abschlagzonen“, erklärt Mathieu Beyer, der Direktor des Golfplatzes Prunevelle vor der Kamera des Senders France 3. Auch für die Greens, die Bereiche um die Löcher, ist die Bewässerung noch erlaubt. In Zeiten grosser Trockenheit werfen diese Genehmigungen jedoch Fragen auf und sorgen für Kontroversen.

    Mehrere Politiker reagierten empört auf diese Genehmigungen, wie zum Beispiel Éric Piolle, der grüne Bürgermeister von Grenoble (Isère): „In den Anti-Dürre-Erlassen gibt es eine Ausnahmeregelung, um die Bewässerung der Golfgrüns zu erlauben! Während wir zur Sparsamkeit aufrufen, werden die Praktiken der Reichsten geschützt.“ Eine Position, die von der Umweltorganisation France Nature Environnement geteilt wird. „Sind Freizeitbeschäftigungen dieser Art vorrangig, wenn man sich in einer Krisenzeit befindet?“, fragt Vizepräsident Anthony Gaper. Die Golfspieler verteidigen sich und erklären, dass sie nur einen kleinen Teil des Platzes bewässern. Im Durchschnitt benötigt ein Golfplatz 25.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr.

  • Dürre: In den Vogesen muss ein Ort für Trinkwasser einen See abpumpen

    Dürre: In den Vogesen muss ein Ort für Trinkwasser einen See abpumpen

    In Frankreich herrscht am Mittwoch, dem 3. August, akuter Wassermangel. In den Vogesen ist die Lage so alarmierend, dass die Gemeinde Gérardmer beschlossen hat, ihren See abzupumpen, um das Trinkwassernetz zu versorgen. Eine extreme Maßnahme für eine völlig neue Situation.

    Der See von Gérardmer in den Vogesen wird trotz seines immer niedriger werdenden Pegels – der ist innerhalb eines Monats um 17 cm gesunken – zur Lösung für die Wasserknappheit herhalten. Die Dürre wirkt sich inzwischen auf die Trinkwasserressourcen der Stadt aus, die sich auf ihrem niedrigsten Stand befinden. Daher wurde eine außergewöhnliche Entscheidung getroffen: Die Stadtverwaltung wird Wasser aus dem See anstatt aus dem Grundwasser pumpen. Normalerweise reicht das Grundwasser, um mindestens 80% der Trinkwasserversorgung der Stadt zu gewährleisten.

    Rettungsaktion der Angler
    Das Abpumpen des Wassers aus einem See bleibt nicht ohne Folgen für dort lebenden Tierarten. Angler kommen zu einer Rettungsaktion, weil sie Angst haben, dass das Gewässer austrocknen wird. „Seit heute Morgen um 7 Uhr sind wir dabei, die letzten Seeforellen im Grand Est zu retten“, erklärt Christophe Hazemann, Direktor des Fischereiverbands der Vogesen gegenüber France 2. Das Abpumpen des Sees beginnt am Mittwoch, dem 3. August. Für 48 Stunden danach wird das Wasser der Stadt nicht trinkbar sein, da in dieser Zeit zunächst Analysen durchgeführt werden.

  • „Der Juli 2022 ist der trockenste Monat Juli seit 1959“ – so der Minister für den ökologischen Übergang

    „Der Juli 2022 ist der trockenste Monat Juli seit 1959“ – so der Minister für den ökologischen Übergang

    Christophe Béchu spricht von einem sehr hohen „Niederschlagsdefizit“ und einer „kritischen“ Situation. Der Minister für den ökologischen Übergang plädiert für „die Umsetzung bereits getroffener Entscheidungen“.

    Der Juli 2022 war der trockenste Monat Juli, den Frankreich seit 1959 erlebt hat. Es sind nur 7,8 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Frankreich verzeichnet ein Niederschlagsdefizit von 88% im Vergleich zu dem, was eigentlich für eine gesunde Umwelt notwendig gewesen wäre. Das jedenfalls sagt Christophe Béchu, Minister für den ökologischen Übergang, am Montag, dem 1. August, auf Franceinfo. Gleichzeitig beginnt eine neue Hitzewelle in Südfrankreich und soll am Dienstag und Mittwoch in Richtung Norden ziehen.

    Als erschwerender Faktor kommt hinzu, dass jede Hitzewelle die bestehende Dürre verschärft, die Wasserressourcen verringert, und gleichzeitig die Nachfrage nach Wasser verstärkt.

    „Wir befinden uns in einer Situation, die kritisch ist, das ist ein weiteres Indiz dafür, dass die globale Erwärmung keine Laune ist, sondern eine Realität, die sich durchsetzt.“ (Christophe Béchu, Minister für den ökologischen Übergang gegenüber Franceinfo)

    Die Wasserbewirtschaftung Frankreichs muss eine neue ökologische Planung vornehmen. Christophe Béchu spricht von 13 Milliarden, die in den nächsten fünf Jahren ausgegeben werden sollen, insbesondere um den Verbrauch zu senken, Abwasser wiederzuverwenden und Lecks zu schliessen. 20% des in französischen Trinkwasserwerken produzierten Wassers geht durch undichte Leitungen verloren.

    Ausserdem müsse man den Kampf gegen die Versiegelung der Städte aufnehmen, damit eine natürliche Wiederauffüllung des Grundwassers ermöglicht wird. Der Minister sagt, es gäbe bereits Lösungen, es fehle aber noch an der Entschlossenheit sie umsetzen.

    Christophe Béchu zeigt sich sehr besorgt darüber, dass es derzeit Dörfer gibt, in denen es kein Trinkwasser mehr gibt und in die Wasser per Tankwagen transportiert werden muss. „Wir sehen Staudämme, die nicht mehr genug Wasser haben, um ihre Stromturbinen zu betreiben, obwohl dies eine Energiequelle ist, auf die man sich stützen kann. Und wir sehen Schwierigkeiten in der Landwirtschaft und dahinter kommt dann schnell die Frage nach der Ernährungssicherheit“.

    „Wir brauchen ein größeres Bewusstsein für die Erhaltung der Wasserressourcen, und zwar nicht nur zur Sommerzeit.“ (Christophe Béchu, Minister für den ökologischen Übergang gegenüber Franceinfo)

    Am vergangenen Freitag hat Christophe Béchu ein Dekret unterzeichnet, das es ermöglichen soll, Maßnahmen zu ergreifen, gegen Wasserverschwendung anzukämpfen und die Ressource Wasser auch im Winter und Herbst zu schonen. In den letzten Jahren bereits konnte Frankreich die Wasserverschwendung und damit den Wasserverbrauch um fast 400 Millionen Kubikmeter reduzieren, so Christophe Béchu.

  • Dürre: Die Trockenheit nimmt weiter zu

    Dürre: Die Trockenheit nimmt weiter zu

    Heute herrscht in 93 von 96 Departements Frankreichs (ohne Überseegebiete) Dürrealarm. Eine Situation, die die Landwirte beunruhigt und katastrophale Folgen für die Umwelt haben könnte.

    Ein rissiges, trockenes, völlig ausgetrocknetes Land. Wo die Loire noch vor einigen Monaten floss, überspannt die Brücke Anjou-Bretagne ein Flussbett, das wie eine Wüste aussieht. Eine besorgniserregende Dürre, die in weiten Teilen des Hexagons herrscht und viele Landwirte verunsichert. Franceinfo besuchte einen Artischockenbauer, der hilflos und ratlos ist. Statt der 25.000 Artischocken, die er normalerweise produziert, rechnet er in diesem Jahr nur mit einer Ernte von 7.000 Stück: „Es wird ein Katastrophenjahr werden. Ich weiß nicht, wie wir das wieder aufholen sollen“. In 93 Departements des französischen Mutterlandes herrscht in unterschiedlichem Ausmaß Dürrealarm.

    Die Gletscher der Pyrenäen könnten bald verschwinden.
    Die Wasserkrise betrifft auch Privatpersonen in Tausenden von französischen Gemeinden und führt häufig zu Wasserbeschränkungen für die Pflege von Gärten und Gemüsebeeten: „Ich zögere, auf meinem Grundstück Gemüse für meinen Eigenbedarf anzupflanzen. Denn wir dürfen nicht mehr gießen“, sagt ein Anwohner. In höheren Lagen werden auch Berggipfel von der bleiernen Hitze hart getroffen, wie in den Pyrenäen. Der Schnee, von dem man dachte, dass er ewig liegen würde, schmilzt in Strömen. Die 25 Gletscher, die heute noch in den Pyrenäen zu sehen sind, könnten laut dem jüngsten IPCC-Bericht bis 2050 vollständig verschwinden.

  • Dürre: Trinkwassermangel im Departement Creuse

    Dürre: Trinkwassermangel im Departement Creuse

    Die Dürre ist überall in Frankreich sichtbar. In 93 Departements gelten Wassereinschränkungen. Im Departement Creuse gibt es für mehrere Tausend Einwohner nun auch Schwierigkeiten bei der Trinkwasserversorgung.

    In der Gemeinde Bord-Saint-Georges (Creuse) floss am Donnerstag, dem 28. Juli, wieder etwas mehr Wasser aus dem Hahn, nachdem Anfang der Woche nur noch ein kleines Rinnsal aus den Wasserhähnen kam. Daher wurden Flaschen mit Trinkwasser an die Bewohner verteilt, in der Hoffnung, dass der Wasserfluss aus dem Wasserturm nicht vollständig zum Erliegen kommt. Die Zeit verlangt Einschränkungen. Der Gemeindeverband für Trinkwasserversorgung (SIAEP) des Beckens von Gouzon (Creuse) bittet die Bevölkerung, sehr vorsichtig mit dem verfügbaren Wasser umzugehen.

    „Wir stehen wirklich auf dem Schlauch, das heißt, wenn nicht jeder seinen Teil dazu beiträgt, kann es im August zu einem Blackout kommen und wir haben kein Wasser mehr. Das hatten wir vor einigen Jahren schon einmal, da waren wir gezwungen, uns Wassertanks liefern zu lassen“, erklärt Vincent Turpinat, Präsident des Wasserversorgungsverbands SIAEP du bassin de Gouzon. Um den immer wiederkehrenden Wassermangel zu beheben, plant der SIAEP kurzfristig, über 24 km lange Leitungen Wasser aus dem Fluss Allier zu pumpen.

  • Frankreichs spektakulärer Wasser-Naturpark Gorges du Verdon fast ausgetrocknet

    Frankreichs spektakulärer Wasser-Naturpark Gorges du Verdon fast ausgetrocknet

    Die Verwaltung einer der spektakulärsten Naturparks Frankreichs, der Gorges du Verdon, wollen jetzt Rafting und Schwimmen verbieten, da der Wasserstand in der Schlucht zu niedrig ist. Damit könnte hier zum ersten Mal die gesamte Sommersaison ausfallen.

    Die Gorges du Verdon – die größte Schlucht Europas und im Sommer ein Anziehungspunkt für Wassersportler – ist nach einem regen- und schneearmen Winter im Val d’Allos, Alpes-de-Haute-Provence, von einer starken Dürre betroffen.

    Der Wassermangel hat zu einer „historischen“ Notsituation geführt und die lokalen Behörden in dem Gebiet dazu veranlasst, bestimmte Aktivitäten zu verbieten und die Öffnung des Wasserparks in diesem Sommer zu untersagen.

    In den Gorges du Verdon, die jährlich bis zu 1 Million Besucher erleben, wurde bereits in früheren Sommern das Rafting und Schwimmen verboten, aber die diesjährige Schließung kommt aussergewöhnlich früh und es ist das erste Mal, dass eine ganze Sommersaison ausfällt.

    Lesen Sie auch: Hitzewelle: Müssen wir in Zukunft das Schlimmste befürchten?

    Der Wasserstand des Stausees Lac de Sainte-Croix, der vom Verdon gefüllt wird, ist bereits auf einem spätsommerlich-niedrigen Niveau. Wassersport ist auf dem See vorerst noch erlaubt, aber es ist fraglich, ob das den ganzen Juli und August über geöffnet der Fall sein kann.

    Der Stromversorger EDF, der den Stausee betriebt, hat eine Mindestwassermenge im Verdon aufrechterhalten, um die Tier- und Pflanzenwelt zu schützen und die Trinkwasserversorgung der Städte im Süden, darunter Marseille, und die landwirtschaftliche Bewässerung sicherzustellen. Außerdem hat die EDF die Stromerzeugung aus Wasserkraft für sechs Monate eingestellt, um die Wasserversorgung nicht zu gefährden.

    „Es ist wichtig, dass sowohl die Einwohner als auch die Touristen über diese außergewöhnliche Situation Bescheid wissen“, sagt die Präfektin der Alpes-de-Haute-Provence, Violaine Démaret.

    Auch der Wasserstand des Lac de Castillon, der in 900 m Höhe in den Alpen liegt, ist auf weniger als 40cm gesunken und liegt damit etwa 5m unter dem normalen Stand, so der Bürgermeister von Saint-André-les-Alpes gegenüber der Zeitung Le Figaro.