Schlagwort: Viehzucht

  • Landwirtschaft: Auf dem Weg zu einem Frankreich ohne Kühe?

    Landwirtschaft: Auf dem Weg zu einem Frankreich ohne Kühe?

    Umweltbedenken und gesellschaftliche Entwicklungen führen dazu, dass die Franzosen weniger Fleisch konsumieren, was wiederum dazu führt, dass es immer weniger Viehzuchtbetriebe gibt. Jeder zweite wegen Ruhestands des Betreibers geschlossene Betrieb wird nicht ersetzt.

    In Frankreich gibt es heute etwa 400.000 landwirtschaftliche Betriebe, 100.000 weniger als vor zehn Jahren, und nur noch 80.000 Rinderzuchtbetriebe, 30.000 weniger als vor zehn Jahren.

    Bei Rennes in der Bretagne, der wichtigsten Region für Viehzucht in Frankreich haben sind viele Viehzuchtbetriebe seit Generationen in Familienbesitz. Einige trennen sich jetzt jedoch von ihren Fleischkühen, bekannt als „Blondes d’Aquitaine“, um sich nur noch den Milchkühen zu widmen. Der grund ist einfach: Sie können mit der Fleischtierzucht kein Geld mehr verdienen, das die Nachfrage immer geringer wird.

    Tatsächlich ist der Rindfleischkonsum stark zurückgegangen: 33 Kilo pro Kopf im Jahr 1980 versus 22 Kilo im Jahr 2021. Und es gibt tatsächlich weniger Tiere. In Frankreich gibt es derzeit 17 Millionen Rinder. Obwohl Frankreich nach wie vor den größten Viehbestand in der Europäischen Union hat, nimmt diese Zahl seit fünf Jahren stetig ab, jedes Jahr um 2 bis 3 %.

    Dieser Rückgang der Bestände lässt sich dadurch erklären, dass die Einkommen über Jahre bereits nicht ausreichend sind. Es reichte für viele Viehzuchtbetriebe gerade so oder oft auch nicht, um die Produktionskosten zu decken. Heute kommt die Umweltproblematik hinzu. Es gibt auch in Frankreich eine große Debatte um die Treibhausgasemissionen von Rindern. Und außerdem gibt es eine große Debatte über den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von rotem Fleisch und der öffentlichen Gesundheit. Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass auch die Frage des Tierschutzes immer lauter diskutiert wird.

    Eine der Folgen dieser Entwicklung: Die Fleischimporte nach Frankreich steigen. „Wir importieren mehr aus Nachbarländern wie Deutschland und Irland“, sagt Emmanuel Bernard, Vorsitzender von Interbev, dem Branchenverband der französischen Fleischindustrie, „aber das hat seine Grenzen. Wir können nicht immer mehr aus diesen Ländern importieren, weil sie nicht genug verkaufen können. Wir wollen den französischen Verbrauchern vor allem französisches Fleisch liefern, und das nicht nur aus patriotischer Gesinnung. “

    Ein französisches Gesetz schreibt zum Beispiel vor, dass eine Kantine zur Hälfte lokal erzeugtes Fleisch beziehen muss. Das Problem ist, dass es niemanden gibt, der überprüft, ob es auch wirklich umgesetzt wird.

  • Klima: In Frankreich sind Rinder für 11% der Treibhausgasemissionen verantwortlich

    Klima: In Frankreich sind Rinder für 11% der Treibhausgasemissionen verantwortlich

    Der französische Rechnungshof hat in einem am Montag, dem 22. Mai, veröffentlichten Bericht festgestellt, dass Frankreich seinen Rinderbestand reduzieren sollte, um die Treibhausgasemissionen zu senken. Frankreich, der größte Rindfleischproduzent Europas und zweitgrößte Milchviehhalter hinter Deutschland, soll eine Strategie zur Reduzierung der Anzahl seiner Kühe festlegen und veröffentlichen, um die Treibhausgasemissionen zu senken, so der Rechnungshof in einem Bericht, der am Montag, dem 22. Mai veröffentlicht wurde. Der Bericht wurde just an dem Tag veröffentlicht, an dem Premierministerin Elisabeth Borne ihren neuen Aktionsplan der Regierung vorstellte, in dem die Treibhausgasreduktionen nach großen Wirtschaftssektoren bewertet und die Anstrengungen für die Landwirtschaft beziffert werden, wobei die Verringerung der Treibhausgasemissionen der Viehzucht und des Einsatzes von Stickstoffdünger im Vordergrund stehen. 17 Millionen Rinder In Frankreich gibt es rund 17 Millionen Rinder. D…

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  • Jura: Das schwierige Verhältnis von Viehzüchtern und Wölfen

    Jura: Das schwierige Verhältnis von Viehzüchtern und Wölfen

    Seit seiner Rückkehr nach Frankreich vor etwa 30 Jahren breitet sich der Wolf immer weiter aus. Er ist heute in rund 50 Departements anzutreffen. Seit dem Sommer 2022 wurden rund 30 Angriffe auf Rinder gemeldet.

    Der Wald im Jura, so weit das Auge reicht, ist ein ideales Gebiet für Wölfe, die zwischen den Tannen in Ruhe leben. Im Juramassiv haben sich zwei Rudel niedergelassen, die aus zehn erwachsenen Tieren und etwa zehn Wolfswelpen bestehen und seit einigen Monaten die Viehzüchter in Panik versetzen. Jeden Winter durchkämmen Teams des französischen Amts für Biodiversität (OFB) das Gebiet. Christophe Guinchard, der Zuständige für das Departement Doubs, beschreibt die Rudel auf dem Sender France 3 als mobil, sie „nutzen ein absolut riesiges Territorium“.

    Unruhige Nächte für Viehzüchter

    Der Wolf ist in der Regel nur nachts unterwegs und kann täglich bis zu 15 km zurücklegen, um Nahrung zu finden. Seit dem Sommer nähern sich Wölfe den Bauernhöfen und reißen Rinder. Das OFB berichtet von „gut 30 Angriffen“, bei denen 35 Rinder getötet und etwa 30 weitere verletzt wurden. Pierre-Henry Pagnier, ein Züchter im Haut-Doubs, war eines der Opfer. „Die Nächte sind unruhig. Es ist schon vorgekommen, dass ich nachts hochgefahren bin, um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist“. Weil er seine Tiere liebt und sie viel wert sind, fordert er, wie viele andere Viehzüchter auch, mehr Abschüsse, um die Wölfe zu dezimieren und sein Vieh zu schützen. Ein brisantes Thema für die Befürworter des Tierschutzes. Die regionale Agentur für Biodiversität in der Region Burgund-Franche-Comté wurde damit beauftragt, über die Rahmenbedingungen für ein Zusammenleben zwischen Wölfen und Viehzüchtern nachzudenken.