Schlagwort: Vermischtes

  • 3D-gedruckte Waffen: Nicht zurückzuverfolgen und billig in der Herstellung

    3D-gedruckte Waffen: Nicht zurückzuverfolgen und billig in der Herstellung

    Ende Januar wurde in Frankreich und Belgien ein Netzwerk ausgehoben, das mit Waffen, die mit dem 3D-Drucker hergestellt wurden, handelte. Das in den USA entstandene Phänomen beginnt, sich auch in Frankreich zu verbreiten, was bei den Behörden große Besorgnis hervorruft.

    Es ist eine Premiere in Frankreich: Die Behörden haben einen Ring zerschlagen, der mit Waffen handelte, die mit 3D-Druckern hergestellt wurden. 14 Personen wurden vergangene Woche in Frankreich und Belgien festgenommen. Vorausgegangen waren fast einjährige Ermittlungen, die von Marseille aus gesteuert und Gendarmerie-Beamten anvertraut wurden, die auf die Bekämpfung der digitalen Kriminalität spezialisiert sind. Die selbstgebauten und nicht angemeldeten Plastikwaffen wurden über das Internet weiterverkauft.

    Das Phänomen, das vor etwa zehn Jahren in den USA entstand und dort von der Pro-Waffen-Lobby gefördert wurde, beginnt sich auch in Frankreich zu etablieren: eine Veränderung des Waffenhandels, die den Behörden große Sorgen bereitet. Und das aus gutem Grund: Auch wenn sie fast wie Plastikspielzeug mit einem Lauf und Metallschrauben aussehen, sind die sieben Waffen, die letzte Woche von französischen „Cyber“-Gendarmen beschlagnahmt wurden, durchaus in der Lage zu töten. „Die Qualität der Waffen ist gut bis sehr gut, zu 95% sehr nahe an den Originalwaffen“, meint Oberst Hervé Pétry, Leiter der nationalen „Cyber“-Einheit. Eine der beschlagnahmten Waffen wurde in einer Garage hergestellt: Man muss nur ein paar hundert Euro in einen 3D-Drucker investieren und das online verfügbare Herstellungsrezept benutzen.

    „Was an dieser Untersuchung auffällt, ist, dass man mit einer Investition, die nicht hoch ist, Waffen herstellen kann.“ (Pascal Peresse, von der nationalen Einheit „Cyber“ gegenüber dem Sender Franceinfo).

    Eine der Schwierigkeiten bei den Ermittlungen besteht laut Pascal Peresse darin, dass diese Waffen, die über die verschlüsselte Messenger-Software Telegram für rund tausend Euro verkauft wurden, also billiger als eine Kalaschnikow, anschließend als Bausatz in mehreren Paketen verschickt wurden. Vor dem Zusammenbau ist das nicht unbedingt illegal. „Wenn nur ein Teil einer Waffe in Paketen verschickt wird, gibt es nicht unbedingt eine gesetzliche Regelung, die Anwendung findet.“ Noch beunruhigender ist, dass diese Waffen keine Seriennummer haben, sie sind nicht zurückverfolgbar. Sie werden daher auch als „Geisterwaffen“ bezeichnet.

  • Kriminalität in Frankreich: Zahl der schweren und leichteren Verbrechen stieg 2023 spürbar an

    Kriminalität in Frankreich: Zahl der schweren und leichteren Verbrechen stieg 2023 spürbar an

    Im Jahr 2023 stieg die Zahl der Tötungsdelikte in Frankreich im Vergleich zum Vorjahr um 5 %, Vergewaltigungen und versuchte Vergewaltigungen stiegen um 10 % an. Auch die Zahl der Einbrüche steigt.

    Die symbolische Marke von 1.000 Morden pro Jahr wurde 2023 überschritten, was einem Anstieg um 5% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Anstieg ist vor allem die Folge von Morden im Drogenmilieu in Marseille (Departement Bouches-du-Rhône). Am auffälligsten sind die Zahlen in den französischen Überseegebieten, insbesondere in Guyana, einem von Gewalt besonders betroffenen Departement.

    Im Jahr 2023 stieg die Zahl der versuchten Tötungen um 13%, während die Zahl der vorsätzlichen Zerstörungen und Beschädigungen um 3% anstieg. Das ist der stärkste Anstieg seit 2018. Das lässt sich insbesondere durch die Unruhen im Sommer 2023 nach dem Tod des Jugendlichen Nahel erklären, der von einem Polizisten erschossen wurde. Die meisten Arten von Verbrechen und Vergehen nahmen 2023 zu, insbesondere vorsätzliche Körperverletzung, die um 7 % anstieg. Vergewaltigungen und versuchte Vergewaltigungen stiegen um 10%. Es wird geschätzt, dass nur 5% der sexuellen Gewalt zu einer Anzeige führt. Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat sich im Jahr 2023 fast verdreifacht.

  • Frischgebackener Handball-Europameister Benoît Kounkoud wegen versuchter Vergewaltigung verhaftet

    Frischgebackener Handball-Europameister Benoît Kounkoud wegen versuchter Vergewaltigung verhaftet

    Eine junge Frau beschuldigt den Spieler der französischen Nationalmannschaft, in einer Pariser Diskothek versucht zu haben, sie zu vergewaltigen. Kounkoud wurde in der Nacht von Montag auf Dienstag festgenommen, der Polizeigewahrsam des Handballspielers wurde jedoch am Mittwoch wieder aufgehoben.

    Der Handballer Benoît Kounkoud, frischgebackener Handball-Europameister mit der französischen Nationalmannschaft, wurde in der Nacht von Montag auf Dienstag, 30. Januar, wegen versuchter Vergewaltigung in einer Diskothek im 8. Arrondissement von Paris in Polizeigewahrsam genommen. Dies meldete der Sender Franceinfo unter Berufung auf eine mit dem Fall vertrauten Quelle. Der Polizeigewahrsam des Spielers der französischen Nationalmannschaft wurde am Mittwoch im Laufe des Tages wieder aufgehoben. „Die Ermittlungen werden fortgesetzt, insbesondere um mehr Zeugenaussagen zu sammeln“, erklärte die Staatsanwaltschaft gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

    Der Europameister war am Dienstag gegen 4 Uhr morgens in betrunkenem Zustand festgenommen worden. Die Pariser Staatsanwaltschaft erklärte, dass eine etwa 20-jährige Frau Kounkoud einen „Vergewaltigungsversuch“ während eines alkoholisierten Abends in einem Nachtclub im achten Arrondissement vorwirft.

    In einer Erklärung am Mittwoch erklärte der französische Handballverband (FFH), dass er von der Verhaftung des Nationalspielers „Kenntnis genommen“ habe und „aufmerksam auf die von den Justizbehörden ergriffenen Maßnahmen“ achte. „Die FFHandball bekräftigt ihre Entschlossenheit, gegen jede Form von Gewalt zu kämpfen, und möchte daran erinnern, dass sie solche Taten, wenn sie nachgewiesen sind unabhängig von der beschuldigten Person, scharf verurteilt“, so der Verband weiter.

    Nach ihrem Sieg gegen Dänemark am Sonntag in Köln kehrten die französischen Handballer am Montag nach Frankreich zurück und wurden von Präsident Emmanuel Macron im Élysée-Palast zu einer Zeremonie empfangen, bei der der Präsident das „sportliche und mentale“ Engagement der Spieler lobte.

    Der 26-jährige französische Handball-Nationalspieler Benoît Kounkoud, ein ehemaliger Spieler von Paris Saint-Germain, spielt derzeit für den polnischen Verein Kielce.

  • Italien: Touristen stehlen Steine aus Pompeji – und schicken sie aus Angst vor einem Fluch wieder zurück

    Italien: Touristen stehlen Steine aus Pompeji – und schicken sie aus Angst vor einem Fluch wieder zurück

    Manche Besucher der Ausgrabungsstätte von Pompeji in Italien sammeln kleine Steine ein. Einige von ihnen sind anschliessend davon überzeugt, dass sie einem Fluch zum Opfer gefallen sind, und geben die Steine an die Direktion der Ausgrabungsstätte zurück.

    Seit einigen Jahren ist Pompeji (Italien) Schauplatz eines seltsamen Phänomens. Die Verwaltung erhält immer mehr Entschuldigungsschreiben mit kleinen Steinen oder Mosaikfragmenten von Besuchern, die diese von der archäologischen Stätte gestohlen haben. Sie sind der Meinung, dass sie Opfer eines Fluchs geworden sind. Eine junge Frau ist zum Beispiel fest davon überzeugt, dass sie wegen dieser Steine krank geworden ist.

    „Seitdem wir diese Steine haben, sind wir vom Pech verfolgt“.

    Die Ausgrabungsstätte von Pompeji kann unter freiem Himmel besichtigt werden, und manche Touristen sind versucht, sich an den Ruinen zu bedienen und Erinnerungsstücke einzusammeln. In den letzten vierzig Jahren kamen etwa 100 Briefe bei der direktion der Ausgrabungsstätte an. „Wir wissen nicht, ob es ein Fluch oder ein Zufall ist, aber seit wir diese Steine haben, sind wir vom Pech verfolgt“, heißt es in einem dieser Briefe. Der Schriftsteller und Journalist Antonio Cangiano hat sogar ein Buch über den Fluch von Pompeji (La Maledizione di Pompei) geschrieben. Diese Artifakte sind manchmal auch Gegenstand eines illegalen organisierten Handels.

  • Tod einer Joggerin im Département Loiret im Jahr 2008: 15 Jahre später wird Verdächtiger verhaftet

    Tod einer Joggerin im Département Loiret im Jahr 2008: 15 Jahre später wird Verdächtiger verhaftet

    Im Fall des Mordes an der Joggerin Caroline Marcel im Jahr 2008 wurde am Dienstag ein 34-jähriger Verdächtiger verhaftet und in Polizeigewahrsam genommen.

    Im Jahr 2008 wurde die Leiche der Joggerin Caroline Marcel am Ufer des Flusses Loiret gefunden. Ein Verdächtiger, der den Mord an der 45-jährigen Frau begangen haben könnte, wurde am Samstag, dem 20. Januar, einem Haftrichter orgeführt und in Untersuchungshaft genommen, wie die Staatsanwaltschaft von Nanterre mitteilte. Der 15 Jahre alte Fall war im Jahr 2022 an die nationalen Abteilung für Cold Cases weitergeleitet worden.

    Auf einem Schlüssel des Opfers, der im Wasser gefunden worden war, hat die Kriminalpolizei mithilfe neuer Techniken eine neue DNA-Spur entdeckt. Diese Spur führte zu einem 34-jährigen Mann namens Stanislas A., der zum Zeitpunkt der Tat im Département Loiret arbeitete und 2006 bereits wegen sexueller Belästigung verurteilt worden war.

    Der Mann, der am Dienstag in Toulouse verhaftet und in Polizeigewahrsam genommen worden war, wurde am Samstagnachmittag einer Untersuchungsrichterin der Abteilung für ungeklärte Fälle vorgeführt. Er hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäussert, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Der mutmaßliche Täter war zum Zeitpunkt der Tat 18 Jahre alt.

  • Großer Schlag gegen das Drogenmilieu von Marseille nach einem Doppelmord in Spanien

    Großer Schlag gegen das Drogenmilieu von Marseille nach einem Doppelmord in Spanien

    In der vergangenen Woche wurden 13 Personen festgenommen. Sie werden verdächtigt, mit der kriminellen Organisation „DZ Mafia“ in Marseille in Verbindung zu stehen.

    Eine neue Episode im Bandenkrieg in Marseille. Die Staatsanwaltschaft von Marseille gab am Freitag, dem 19. Januar, die Festnahme von 13 Personen bekannt, die alle verdächtigt werden, an einem doppelten Mord der Drogen-Mafia am 3. Mai 2023 in der Stadt Salou in Spanien beteiligt gewesen zu sein. Die Gruppe von fünf Männern und acht Frauen wurde in der vergangenen Woche festgenommen und am Freitag zusammen mit einer vierzehnten Person, die schon vor mehreren Monaten in Spanien festgenommen wurde, einem Haftrichter vorgeführt.

    Am 3. mai 2023 wurden zwei französische Staatsbürger, die der Polizei und den Gerichten wegen Drogenhandels im Großraum Marseille bereits gut bekannt waren, in der spanischen Stadt Salou durch Schüsse aus einem Sturmgewehr vom Typ Kalaschnikow ermordet, heißt es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft.

    Bei dem Doppelmord handelte es sich laut Staatsanwaltschaft um eine Abrechnung zwischen den Drogenbanden „Yoda“ und „DZ Mafia“, zwei rivalisierenden Banden, die im vergangenen Jahr für rund 40 Morde in Frankreich verantwortlich waren. Laut einer mit den Ermittlungen vertrauten Quelle waren die beiden Opfer, die den Anführern der Yoda-Gruppe nahe standen, am Tag ihres Todes in Katalonien in Begleitung von drei Escort-Mädchen unterwegs. Eine von ihnen gab dem Killer-Kommando, das mutmaßlich der „DZ Mafia“ angehört, grünes Licht.

    An der Ermordung beteiligt waren vier Männer, die der Justiz bereits bestens bekannt sind und von denen einige verdächtigt werden, auch in andere Morde verwickelt zu sein. Einer von ihnen wurde unmittelbar nach der Schießerei von der spanischen Polizei festgenommen, während es den anderen drei gelang, mit Hilfe mehrerer junger Frauen aus Spanien zu fliehen und nach Frankreich zurückzukehren.

    Die meisten Täter waren unter 30 Jahre alt, aber „entschlossen“, wie es aus einer den Ermittlungen nahestehenden Quelle heißt. In einem der Fahrzeuge fanden die Polizisten ein regelrechtes Kriegsarsenal: zwei Pistolen, zwei Granaten und eine Kalaschnikow.

    Im Jahr 2023 standen 70% der vollendeten oder versuchten bandenmäßigen Morde in Marseille im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen „DZ Mafia“ und „Yoda“, mit einem „sehr starken Höhepunkt“ im August, wie der zuständige Staatsanwalt am 22. Dezember auf dem Sender Franceinfo berichtete.

  • Savoyen: 48 Schulkinder und 7 Erwachsene wurden Opfer einer Lebensmittelvergiftung

    Savoyen: 48 Schulkinder und 7 Erwachsene wurden Opfer einer Lebensmittelvergiftung

    Die aus Belgien stammende Gruppe wurde in der Nacht von Montag auf Dienstag von Kopfschmerzen und Erbrechen heimgesucht. Ein Erwachsener und zwei Kinder wurden in das Krankenhaus von Albertville eingeliefert. Eine Gruppe von 48 Kindern und 7 Erwachsenen hat in der Nacht von Montag, dem 15. Januar, auf Dienstag, den 16. Januar, während ihrer Ski-Ferienfahrt in Saint-Nicolas-la-Chapelle (Departement Savoyen) eine Lebensmittelvergiftung erlitten, wie der Sender Franceinfo am Dienstag unter Berufung auf die Gendarmerie meldete. Zehn Kinder und ein Erwachsener mussten in der Nacht von Rettungskräften versorgt werden. Der Erwachsene sowie zwei Kinder wurden anschließend in das Krankenhaus von Albertville eingeliefert. Die Gruppe kam aus dem belgischen Charleroi.Die Kinder und Erwachsenen wurden in der Nacht von Kopfschmerzen und Erbrechen heimgesucht. Die herbeigerufenen Rettungskräfte schlossen eine Kohlenmonoxidvergiftung aus und gaben einer Lebensmittelvergiftung den Vorzug. Am Dienstag w…

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  • Paris: Ermittlungen nach dem Fund einer Frauenleiche in einem Hotel im 17. Arrondissement eingeleitet

    Paris: Ermittlungen nach dem Fund einer Frauenleiche in einem Hotel im 17. Arrondissement eingeleitet

    Die Leiche einer 43-jährigen Brasilianerin mit einer „tiefen Wunde“ am Hals wurde am Samstag, dem 13. Januar, in einem Hotel in der Nähe der Porte de Clichy in Paris aufgefunden.

    Die Pariser Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung wegen vorsätzlicher Tötung eingeleitet, nachdem am Samstag, dem 13. Januar, die Leiche einer Frau in einem Hotelzimmer im 17. Arrondissement der Hauptstadt gefunden wurde, berichtete der Sender France Bleu Paris am Sonntag, dem 14. Januar, und bestätigte damit eine Meldung der Zeitung Le Parisien.

    Die Staatsanwaltschaft erklärt, dass es sich bei dem Opfer um eine 43-jährige Brasilianerin handele, die von einer Angestellten des Hotels in der Nähe der Porte de Clichy im Nordwesten der Hauptstadt tot auf ihrem Bett liegend aufgefunden wurde. Die Leiche wurde am Samstag, dem 13. Januar, gegen Mittag entdeckt.

    Das Opfer hatte eine „tiefe Wunde“ am Hals und die Staatsanwaltschaft stellte eine große Menge Blut im Hotelzimmer fest. Die Ermittlungen „werden darauf abzielen, die Umstände dieses Todesfalls zu ermitteln“, fügte die Staatsanwaltschaft in ihrer Erklärung hinzu.

  • Bei Überfall auf Waffengeschäft getöteter Mann wurde wegen Mordes an Teenager gesucht

    Bei Überfall auf Waffengeschäft getöteter Mann wurde wegen Mordes an Teenager gesucht

    Der Mann hatte Anfang Dezember 2023 zwei Teenager während eines online vereinbarten Treffens, bei dem er einen Jogginganzug verkaufen wollte, angegriffen. Einer der beiden Teenager war dabei durch einen Messerstich getötet worden.

    Der Mann, der am Dienstag, den 9. Januar in Eslettes, nördlich von Rouen (Departement Seine-Maritime), bei einem Überfall auf eine Waffenhandlung getötet wurde, wurde im Rahmen der Ermittlungen zum Tod eines Jugendlichen Anfang Dezember im Departement Val-de-Marne gesucht, wie der Sender Franceinfo unter Berufung auf eine den Ermittlungen nahestehende Quelle meldete.

    Am Freitagabend, dem 8. Dezember 2023, ging ein 17-Jähriger zusammen mit seinem Cousin und zwei weiteren Jugendlichen zu einem auf einer Online-Verkaufsseite vereinbarten Termin, um einen Jogginganzug zu verkaufen. Dort warten mindestens fünf „vermummte“ Personen auf sie. Es kommt zu einem Streit, bei dem einer der vermummten ein Messer zieht und auf zwei Jugendliche einsticht. Der 17-Jährige wird in die Oberschenkelarterie getroffen und stirbt noch vor Ort, der zweite, sein Cousin, wird am hinteren Oberschenkel verletzt, schwebt aber nicht in Lebensgefahr.

    Einer der Hauptverdächtigen dieses Mordes wurde bereits festgenommen. Ein weiterer 18-Jähriger, der verdächtigt wurde, mit dem Mord in Verbindung zu stehen, wurde im Rahmen der Ermittlungen gesucht. Er ist es auch, der am Dienstag bei dem Überfall auf das Waffengeschäft im Département Seine-Maritime ums Leben kam. Am Dienstag stürmten kurz nach 11 Uhr drei Personen, einige von ihnen bewaffnet, mit vermummten Gesichtern und in dunkler Kleidung, eine Waffenhandlung in Eslettes, nördlich von Rouen. Einer der Männer wird dabei durch einen oder mehrere Schüsse tödlich getroffen. Er war es auch, der in den Mordermittlungen im Val-de-Marne gesucht wurde.

    Die beiden anderen Verdächtigen des Überfalls auf die Waffenhandlung flüchteten in einem Auto, berichtet der Sender France Bleu Normandie. Einer der beiden mutmaßlichen Räuber wurde später von einer Patrouille der Gendarmerie des Departements Rouen festgenommen. Der zweite befindet sich auf der Flucht. Seit Dienstag befinden sich in dieser Sache zwei Männer in Polizeigewahrsam, einer der drei mutmaßlichen Räuber und der Angestellte des Waffenladens, der den oder die tödlichen Schüsse abgegeben hat. Die Staatsanwaltschaft Rouen hat zwei Ermittlungen eingeleitet, eine wegen versuchten Raubes und eine weitere zu den Umständen des Todes des Verdächtigen.

  • Der kleine Emile: Seit 6 Monaten suchen Gendarmerie und Familie vergeblich nach dem 2-Jährigen

    Der kleine Emile: Seit 6 Monaten suchen Gendarmerie und Familie vergeblich nach dem 2-Jährigen

    Der zweieinhalbjährige Junge wird seit Juli 2023 in einem kleinen Ort in den französischen Alpen vermisst. Die Gendarmerie und die Polizei arbeiten seither unermüdlich, das Verschwinden des kleinen Jungen bleibt jedoch ein Rätsel.

    Es ist einer der rätselhaftesten Fälle des Jahres 2023. Vor sechs Monaten, am Samstag, dem 8. Juli, gegen 17 Uhr, verschwand der zweieinhalbjährige Emile in Haut-Vernet in den Alpes-de-Haute-Provence. Trotz einer schnellen Meldung der Großeltern mütterlicherseits, bei denen das Kind in den Ferien war, und der geringen Größe dieses kleinen Dorfes mit nur 25 Einwohnern, der auf 1.200 m Höhe an einer kleinen Strasse liegt, führte bislang keine der verfolgten Spuren zum Erfolg. „Verstehen Sie unsere Not, sagen Sie uns, wo Emile ist“, flehten seine Eltern in einer Botschaft, die Ende November von der Wochenzeitung „Famille chrétienne“ verbreitet wurde. Am Weihnachtstag rief das katholische Ehepaar auf Facebook zum Gebet für ihren Sohn auf.

    Die Suche und die Ermittlungen wurden seit den ersten Stunden des Verschwindens unermüdlich fortgesetzt und mischten traditionelle Methoden mit den modernsten Techniken der Gendarmerie. Der Junge verschwand kurz nach seinem Erwachen von der mittäglichen Siesta aus dem Garten des Ferienhauses, in dem die Familie seit 20 Jahren ihren Sommerurlaub verbringt. Seine Mutter, die älteste von zehn Geschwistern, war an diesem Tag mit ihrem Ehepartner in die Region Marseille gereist. Als die Großeltern zu einem Spaziergang aufbrechen wollten, konnten sie Emile nicht finden.

    Die Gegend wurde unmittelbar nach dem Verschwinden des Jungen durchkämmt und überflogen.
    Innerhalb einer Stunde trafen etwa 40 Gendarmen aus den umliegenden Gemeinden am Ort des Geschehens ein, darunter Mitglieder des Hochgebirgszug der Gendarmerie aus Jausiers und der Luftstaffel aus Digne-les-Bains. Ein Hubschrauber überfliegt das Gebiet bereits in der ersten Nacht. Die Zeit drängt. Wenn sich das Kind verirrt hat, beträgt die Überlebenschance in dieser zerklüfteten Umgebung, die tagsüber hohen und nachts kühlen Temperaturen ausgesetzt ist, für ein Kind dieses Alters nicht mehr als 48 Stunden.

    Am nächsten Tag setzen drei Hubschrauber sowie Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind, die Suche fort. Am Boden werden sie von Hunderten Freiwilligen, Wanderern, Jägern und Feuerwehrleuten unterstützt. Die Umgebung wird bis in die späten Abendstunden durchkämmt. Ein Dutzend Spürhunde der Gendarmerie, die auf die Suche nach vermissten oder flüchtigen Personen spezialisiert sind, werden ebenfalls eingesetzt. Die Hunde verlieren die Spur des Kindes auf Höhe des Waschhauses des Dorfes. Dort wollen zwei Zeugen Emile am Samstag, dem 8. Juli, gegen 17.15 Uhr gesehen haben, wie eine mit den Ermittlungen vertraute Quelle dem Fernsehsender France Télévisions berichtete.

    Es wurden Ermittlungen eingeleitet und ein Zeugenaufruf mit einem Foto des kleinen Jungen und einer speziellen Telefonleitung gestartet. Trotz dieser beeindruckenden Maßnahmen blieb das Kind bis heute verschwunden. Zwei Tage nach seinem Verschwinden kündigte der Präfekt des Départements Alpes-de-Haute-Provence am Montagabend das Ende der „normalen“ Suche und den Beginn der „kriminalistischen Durchsuchungsaktionen“ an. Eine der „größten Suchaktionen, die je durchgeführt wurden“, ergänzt der Staatsanwalt von Digne-les-Bains, Rémy Avon, nach Abschluss der zweiten Suchphase. Die 30 Häuser des Weilers wurden systematisch durchsucht, die 25 Bewohner in der zum Vernehmungsraum umfunktionierten Bäckerei befragt und ihre Autos genauestens inspiziert. Die 1,8 km lange Straße, die Haut-Vernet mit dem Dorf Le Vernet verbindet, wurde ebenfalls durchkämmt. Alles ohne Erfolg.

    Die Ermittlungen gehen nun in die Verlängerung. Nach einer letzten Erkundungsphase, die Ende Juli in einem Gebiet von 5 km rund um das Haus der Großeltern durchgeführt wurde, konzentrieren sich die Ermittlungen jetzt auf die bisher gesammelten Elemente. Die Zeugenaussagen, die DNA-Proben und die 1.600 Telefongespräche, die am Tag des Verschwindens in der Gegend registriert wurden, müssen analysiert werden, so der Richter Rémy Avon auf einer Pressekonferenz. Die gerichtlichen Ermittlungen wurden an zwei Untersuchungsrichter in Aix-en-Provence übertragen und Mitte August auf kriminelle Entführung und Freiheitsberaubung ausgeweitet. Zwar gab es keine Indizien, die darauf hindeuteten, aber diese Ausweitung bieten den Ermittlern mehr Möglichkeiten, wie z. B. die Verhaftung von Verdächtigen und deren Polizeigewahrsam.

    Eine nationale Ermittlungszelle wurde eingerichtet und 25 Ermittler arbeiteten Vollzeit an dem Fall unter der Leitung der Ermittlungsabteilung in Marseille. Mithilfe der Software Anacrim, die die gesammelten Daten auswertet, verfolgen die Ermittler jeden noch so kleinen Hinweis. Im Zuge der Ermittlungen kehrten sie regelmäßig für Hausdurchsuchungen und neue Grabungen in das Dorf zurück. Mitte September konzentrierten sich die Ermittler auf ein Gewässer in Le Vernet, südlich des Dorfes Haut-Vernet. Taucher durchsuchten das Gewässer – ohne Ergebnis. Die Gendarmen untersuchten auch die Betonplatte eines Chalets, das sich oberhalb des Weilers befindet. Auch diese Überprüfungen verliefen ergebnislos, berichten Ermittlungsbeamte gegenüber dem Sender Franceinfo.

    Alle Optionen werden weiterhin untersucht. Handelt es sich um einen Unfall? Mord oder Totschlag? Entführung? Mitte Oktober wird der Hof eines jungen Landwirts in Haut-Vernet inspiziert, auch diesmal wieder mithilfe von Drohnen und Spürhunden. Auch diese Aktion erweist sich als erfolglos.
    Mitte November führten rund 50 Gendarmen in der Umgebung des Ortes sowie in sechs weiteren Departements eine groß angelegte Durchsuchungsaktion durch. Ziel: Die Inhalte von Computern und Mobiltelefonen sollen sichergestellt werden. Die Ermittler wissen nun, wer sich am 8. Juli 2023 in Haut-Vernet und Le Vernet aufhielt, einschließlich aller Urlauber. „Wir interessieren uns für alle diese Personen“, erklärte damals eine dem Fall nahestehende Quelle gegenüber Franceinfo. „Deshalb gab es auch Hausdurchsuchungen in anderen Departements“.

    Für Bürgermeister François Balique ist es undenkbar, dass einer seiner Einwohner in das Verschwinden des kleinen Emile verwickelt ist. Es ist „sicherlich niemand aus dem Dorf, hier ist es wie in einer Familie, man kennt sich“, sagte er im Herbst gegenüber France Télévisions. Wird der Winter endlich Antworten in diesem Fall bringen, in dem sich Hypothesen, Gerüchte und Verdächtigungen aneinanderreihen? Sobald der Schnee geschmolzen ist, könnte der Hubschrauber der Gendarmerie, der das Gebiet nach dem Verschwinden des Jungen bereits abgesucht hatte, wieder über die Gegend fliegen. „In einem großen Teil der französischen Wälder fallen im Winter die Blätter, man hat weniger Vegetation, man sieht leichter durch“, sagt der Kommandant der Gendarmerie gegenüber France Télévisions. „Vielleicht wird es durch die bessere Sicht im Winter möglich sein, eine Tasche, ein Kleidungsstück zu finden und die Suche in eine neue Richtung zu lenken.“

    In ihrer von der Zeitung „Famille chrétienne“ verbreiteten Nachricht sprechen die Eltern von Emile von „schrecklichen Ängsten“, die ihnen „das Herz zerreißen“. Da es bei den Ermittlungen keine nennenswerten Fortschritte gibt, fordern sie die möglichen Verantwortlichen auf, sich selbst zu melden: „Aus Mitleid, wenn er lebt, lassen Sie uns nicht ohne ihn leben, geben Sie ihn uns zurück! Aus Mitleid, wenn er tot ist, sagen Sie uns, wo er ist, geben Sie ihn uns zurück, lassen Sie uns nicht ohne ein Grab, um uns zu besinnen und zu trauern!“.