Schlagwort: USA

  • Börsen im freien Fall: Asien-Pazifik-Märkte reagieren heftig auf Trumps Zollpolitik

    Börsen im freien Fall: Asien-Pazifik-Märkte reagieren heftig auf Trumps Zollpolitik

    Ein Schockwellen-artiger Wochenbeginn erschüttert die Finanzmärkte in Asien: Die Aktienkurse purzeln im freien Fall, getrieben von der kompromisslosen Haltung Donald Trumps in Sachen Handelspolitik. Der US-Präsident bleibt hart – und bringt damit die ohnehin fragile weltwirtschaftliche Lage zum Beben.

    Am Montag, den 7. April, verzeichneten die Börsen in der gesamten Asien-Pazifik-Region historische Verluste. In Hongkong sackte der Hang-Seng-Index um satte 10,7 Prozent ab. In Taipeh waren es 9,7 Prozent, Shenzhen verlor 8,7 Prozent, Tokio 6,4 Prozent, Shanghai 6,3 Prozent. Auch Seoul (minus 4,9 Prozent) und Bombay (minus 3 Prozent) kamen nicht ungeschoren davon. Ein globaler Börsenkollaps scheint sich anzubahnen – ausgelöst durch eine Eskalation, die viele befürchtet hatten, aber kaum jemand in diesem Tempo erwartet hätte.

    Was war passiert?

    Seit Samstag gelten neue US-Zölle – pauschal 10 Prozent auf alle Importe in die Vereinigten Staaten. Ein harter Schlag für die internationale Wirtschaft, die sich gerade erst vom letzten großen Handelskonflikt erholt hatte. Und das war nur der Anfang: Schon am Mittwoch sollen diese Zölle für einige der größten Handelspartner – darunter die Europäische Union und China – drastisch erhöht werden. Für europäische Exporte auf 20 Prozent, für chinesische sogar auf 34 Prozent.

    Die chinesische Regierung zögerte nicht lange mit ihrer Antwort. Am Freitag kündigte sie ihrerseits Strafzölle auf US-Waren an. Doch da hatten viele asiatische Börsen bereits geschlossen – der Montagmorgen kam daher mit umso größerem Schockmoment. Die Märkte öffneten in Panik, Anleger warfen Aktien wie heiße Kartoffeln aus ihren Depots. Der Dominoeffekt ließ nicht lange auf sich warten.

    „Das ist längst kein einfacher Handelsstreit mehr“, sagt Stephen Innes, Analyst bei SPI Asset Management. „Was wir hier erleben, ist eine systemische Umwälzung der globalen Wirtschaftsordnung – live und in Echtzeit.“ Eine neue Weltwirtschaft entsteht – und sie sieht rauer, unvorhersehbarer und deutlich nationalistischer aus.

    Doch Donald Trump bleibt unbeirrt. Auf die Frage eines Reporters zu den dramatischen Kursverlusten erklärte er am Sonntagabend an Bord der Air Force One: „Manchmal muss man eine bittere Medizin schlucken, um gesund zu werden.“

    Eine bittere Pille ist das allerdings nicht nur für die globalen Märkte – sondern auch für Millionen Arbeitnehmer und Unternehmen weltweit, die durch diesen Handelskrieg ins Wanken geraten. Die Unsicherheit trifft Konzerne wie Mittelständler gleichermaßen. Lieferketten werden unterbrochen, Investitionen auf Eis gelegt, neue Projekte gestoppt.

    In der Nacht von Sonntag auf Montag zeigten Terminkontrakte – ein Indikator für die Markterwartung – bereits die Richtung: Wall Street dürfte den Abwärtstrend fortsetzen. Nach den deutlichen Verlusten am Donnerstag und Freitag stehen die Zeichen auf Sturm.

    Und die Politik?

    Während einige Staaten versuchen, mit Washington bilaterale Ausnahmeregelungen auszuhandeln, ringt die internationale Diplomatie mit einem strukturellen Dilemma. Wie geht man mit einem Partner um, der sich zunehmend von multilateralen Vereinbarungen verabschiedet und stattdessen auf Abschottung und Strafen setzt?

    In Europa zeigt sich Ernüchterung – und ein wachsender Wille, wirtschaftspolitisch unabhängiger zu agieren. Stimmen nach einer eigenständigen Industrie- und Handelspolitik mehren sich. Und auch in Asien wird die Debatte lauter, ob man weiterhin auf US-Märkte angewiesen sein will – oder ob es nicht an der Zeit ist, neue Allianzen zu schmieden.

    Was bedeutet das für uns?

    Der Sturm auf den Finanzmärkten ist ein Symptom für eine tiefere Erschütterung. Vertrauen – das zentrale Kapital jeder Wirtschaft – ist ein rares Gut geworden. Wer investiert, wenn er morgen nicht weiß, ob ein neuer Zoll alles zunichtemacht?

    Gleichzeitig zeigt sich aber auch: Die Märkte reagieren. Und sie senden ein deutliches Signal. Vielleicht wird genau diese Reaktion zur echten Prüfung für Trumps Strategie. Denn so viel Macht der Präsident der Vereinigten Staaten auch haben mag – der Markt hat seine eigene Sprache. Und die klingt gerade alles andere als begeistert.

    Von M.A.B.

  • USA: Verheerende Stürme im Mittleren Westen – Mindestens 7 Tote nach Tornados und Überschwemmungen

    USA: Verheerende Stürme im Mittleren Westen – Mindestens 7 Tote nach Tornados und Überschwemmungen

    Ein riesiges Sturmsystem hat am Donnerstag den mittleren Süden der USA erschüttert – mit tödlichen Folgen. Tornados, sintflutartige Regenfälle und heftige Winde forderten mindestens sieben Menschenleben und hinterließen eine Spur der Zerstörung in mehreren Bundesstaaten.

    Ein Sturm ohne Pause

    Seit Tagen zieht eine nahezu ununterbrochene Wetterfront von Texas bis Tennessee. Nach Angaben des Wettervorhersagezentrums drohte am Donnerstagabend rund vier Millionen Menschen eine „anhaltende, lebensbedrohliche Sturzflutlage“. Allein bis zum Abend wurden über 30 Tornados gemeldet – mit teils verheerenden Auswirkungen. In einigen Gegenden hagelte es sogar Baseball-große Eisklumpen.

    Was macht so ein Wetterereignis mit den Menschen, die mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen werden, weil das eigene Haus plötzlich auf dem Dach liegt?

    In Tennessee wurden fünf Todesopfer bestätigt, darunter zwei Menschen in Fayette County, deren Haus buchstäblich umgedreht wurde. In Missouri kam eine weitere Person ums Leben, in Indiana starb jemand, als er mit dem Auto über eine heruntergerissene Stromleitung fuhr.

    Zerstörung auf ganzer Linie

    Die Infrastruktur hat ebenfalls schwer gelitten. Über 200.000 Haushalte zwischen Mississippi und Michigan waren ohne Strom. In Nashville versagten die Tornado-Sirenen – sie heulten so lange, dass sie am Ende schlicht den Geist aufgaben. In manchen Straßen konnte man nicht mehr erkennen, wo der Gehweg aufhört und der Fluss beginnt.

    Am Flughafen von Nashville fielen binnen weniger Stunden rund 7,5 Zentimeter Regen – fast so viel wie sonst im gesamten April. In McNairy County kollabierten Kommunikationssysteme, Feuerwehrleute wateten durch Trümmer, wie Videos der Highway Patrol zeigen.

    Keine Entwarnung in Sicht

    Der Sturm ist noch nicht vorbei. Auch am Freitag wurden neue Tornados erwartet. Für Teile von Arkansas galt bereits die zweithöchste Warnstufe für schwere Gewitter. Noch dramatischer: Die NOAA rief am Donnerstagabend für Arkansas, Tennessee und Kentucky die höchste Risikostufe für übermäßigen Regen aus – ein äußerst seltenes Ereignis.

    Darone Jones vom National Weather Service in Memphis erklärte, dass angesichts der weiteren Wetterlage zunächst keine vollständigen Schadensanalysen durchgeführt werden könnten. Die Priorität liege auf der Warnung der Bevölkerung. Erst später sollen Teams in betroffene Regionen geschickt werden, um das Ausmaß zu erfassen.

    Tornado-Serien ohne Ende

    Allein von Dienstag bis Donnerstag wurden über 36 Tornados vorläufig gemeldet – und es könnten noch mehr werden. In Lake City, Arkansas, raste am Mittwochabend ein gewaltiger Wirbelsturm über die Stadt hinweg. Auch nördlich von Indianapolis hinterließ ein Tornado eine Schneise der Verwüstung. Dort stürzte ein Lagerhaus teilweise ein, und Überflutungen sorgten für zusätzliche Probleme.

    Im Osten Tennessees meldeten sich am Donnerstagmorgen neue Tornadogefahren. Besonders betroffen waren Selmer und Bethel Springs – vermutlich von zwei Tornados nur zwei Stunden auseinander getroffen. Wenig später zog ein weiteres Sturmgebiet direkt an Nashville vorbei, begleitet von erneuten Tornado-Warnungen.

    Regierungen reagieren

    In Kentucky, Tennessee und Arkansas wurde der Notstand ausgerufen. In Missouri unterzeichnete Gouverneur Mike Kehoe einen Erlass zur Aktivierung der Nationalgarde. Die Behörden sind im Dauereinsatz – doch die Wetterlage bleibt kritisch.

    So grausam es klingt: Die Region ist Stürme gewohnt. Aber diese Art von anhaltender Extremwetterlage – mit Tornados, Überschwemmungen und Stromausfällen auf so breiter Fläche – zeigt, wie verletzlich moderne Gesellschaften trotz aller Technik sein können.

    Bleibt die Frage: Wie viele solcher Warnzeichen braucht es noch, bis sich wirklich etwas ändert?

    Von C. Hatty

  • Verlustgeschäft mit Ansage: Französische Winzer schlagen Alarm wegen US-Zöllen

    Verlustgeschäft mit Ansage: Französische Winzer schlagen Alarm wegen US-Zöllen

    Was wie ein Déjà-vu klingt, ist für Frankreichs Weinbauern ein bitterer Rückschlag – und ein handfester wirtschaftlicher Albtraum. 20 Prozent Zoll – und ein Milliardenverlust Mit einem Federstrich hat der ehemalige US-Präsident Donald Trump erneut hohe Strafzölle auf Produkte aus der Europäischen Union verhängt. Diesmal trifft es unter anderem die französischen Weine mit voller Wucht: Ein Einfuhrzoll von 20 Prozent soll künftig auf sämtliche EU-Weine erhoben werden. Die Branche ist empört – und in großer Sorge. Jérôme Bauer, Winzer aus dem Elsass und Präsident der Confédération nationale des producteurs de vins à appellations d’origine contrôlées (CNAOC), beziffert die erwarteten Verluste auf rund eine Milliarde Euro. Eine gewaltige Summe, die man nicht einfach wegstecken kann. Vor allem, weil der amerikanische Markt einer der wichtigsten für französische Weine ist. Erinnerungen an alte Wunden Bauer weiß genau, wovon er spricht – denn das ist nicht das erste Mal, dass Trump den französ…

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  • Die Rolle der USA im Ukraine-Krieg – und weitere World-News

    Die Rolle der USA im Ukraine-Krieg – und weitere World-News

    Als russische Truppen 2022 in die Ukraine einmarschierten, reisten zwei ukrainische Generäle heimlich zu einem US-Militärstützpunkt in Deutschland. Dort besiegelten sie eine Partnerschaft, die Amerikas Rolle im Krieg weit enger definierte, als bisher bekannt war.

    Dieses Abkommen, das bisher nur einem kleinen Kreis von Regierungsvertretern bekannt war, wurde von der Biden-Regierung als Basis ihrer Bemühungen, sowohl die Ukraine zu retten als auch die Nachkriegsordnung nach dem 2. Weltkrieg im Westen zu schützen. Gleichzeitig ermöglichte es den Ukrainern, drei lange Jahre gegen einen zahlenmäßig und militärisch weit überlegenen Feind durchzuhalten.

    Jetzt, da Präsident Trump beginnt, Teile dieses Abkommens rückgängig zu machen, kommt die bislang unbekannte Geschichte von Amerikas verdeckter Rolle im militärischen Widerstand gegen die russischen Invasoren nach und nach ans Licht.


    Nachbeben und Luftangriffe in Myanmar

    Wahrscheinlich kamen mehr als 1.700 Menschen in Myanmar ums Leben, über 3.000 wurden verletzt, als am Freitag ein schweres Erdbeben das Land erschütterte – das schlimmste seit über einem Jahrhundert. Das Ausmaß der Schäden und der Verwüstung ist enorm.

    Ein Nachbeben traf gestern Mandalay, die zweitgrößte Stadt Myanmars, in der Nähe des ursprünglichen Epizentrums. Mehrere Gebäude stürzten ein. Die Hoffnung auf Überlebende schwindet, denn inzwischen sind 72 Stunden vergangen – eine kritische Marke, nach der die Überlebenschancen laut Experten rapide sinken.

    Bürgerkrieg: Während Myanmar noch unter dem Schock der Katastrophe stand, setzte die herrschende Militärjunta ihre brutalen Bombardierungen gegen die Rebellengruppen fort. Der seit Langem andauernde Bürgerkrieg hat das Land schwer gezeichnet – laut UN waren bereits vor dem Beben rund 20 Millionen Menschen auf Nahrungshilfe angewiesen und teilweise obdachlos. Experten vermuten, dass das Beben den Verlauf des Krieges verändern könnte.

    Hilfe: Erste internationale Hilfsgüter sind eingetroffen – doch es bestehen Zweifel, ob die Armee die Unterstützung gerecht verteilen wird. Die USA, früher der großzügigste Geber, haben bisher nichts geschickt.

    Thailand: Durch das Beben stürzte ein im Bau befindliches Hochhaus in Bangkok ein – bis zu 85 Menschen kamen mutmasslich ums Leben.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Syrien: Übergangspräsident Ahmed al-Shara kündigte eine neue Übergangsregierung an. Sie soll fünf Jahre im Amt bleiben, um eine dauerhafte Verfassung zu schaffen und Wahlen vorzubereiten.

    Krieg in Gaza: Israel und die Hamas deuteten neue Gespräche über eine Waffenruhe an – konkrete Informationen blieben jedoch aus.

    Großbritannien: Polizisten stürmten ein Quäker-Versammlungshaus in London und nahmen Aktivisten fest, die dort Protestaktionen gegen den Gaza-Krieg planten.

    Kanada: Ein Walfang-Schrein, der vor 120 Jahren einer First Nation-Gemeinschaft entwendet wurde, kehrt nun endlich zurück.

    China: Präsident Xi Jinping traf sich mit Spitzenmanagern von Saudi Aramco, BMW, Toyota, FedEx und zahlreichen weiteren internationalen Unternehmen.

    Weltraum: Eine Rakete des deutschen Start-ups Isar Aerospace hob vom Andoya Space Center in Norwegen ab – und stürzte nach rund 30 Sekunden ins Meer.

    Britisches Königshaus: Prinz Harry wird von einem Mitgründer seiner Wohltätigkeitsorganisation des Mobbings beschuldigt.

  • Trumps Zollpolitik: Abschottung um jeden Preis

    Trumps Zollpolitik: Abschottung um jeden Preis

    Am 3. April tritt in den USA ein neuer, einschneidender Schritt in der Handelspolitik in Kraft: Präsident Donald Trump hat einen zusätzlichen Zollsatz von 25 Prozent auf ausländische Autos und leichte Nutzfahrzeuge angekündigt. Es ist ein weiterer Vorstoß seiner „America First“-Strategie, die die inländische Industrie stärken soll – ungeachtet möglicher negativer Auswirkungen auf Konsumentenpreise und internationale Handelsbeziehungen. Trumps Haltung dazu ist unmissverständlich: „Ich hoffe, die Preise steigen. Dann kaufen die Leute amerikanische Autos.“

    Abschottung als Wirtschaftspolitik

    Donald Trumps wirtschaftspolitischer Kurs setzt seit Jahren auf Protektionismus. Die jüngste Ankündigung eines 25-prozentigen Aufschlags auf importierte Fahrzeuge reiht sich ein in eine Reihe von Maßnahmen, die auf die Stärkung der US-amerikanischen Industrie abzielen – und dabei gezielt auf Handelsbarrieren setzen. Trump begründet dies mit dem Ziel, Arbeitsplätze im eigenen Land zu sichern und die nationale Produktion zu fördern. In seinem Interview mit dem US-Sender NBC zeigte er sich demonstrativ unbeeindruckt von den möglichen Folgen für die Verbraucher: „Ich hoffe, die Preise steigen.“

    Der Eingriff betrifft nicht nur komplette Fahrzeuge, sondern auch einzelne Bauteile. Zwar sind Teilelieferungen aus Mexiko und Kanada vorerst ausgenommen – sie unterliegen dem USMCA-Freihandelsabkommen –, doch auch hier herrscht Unsicherheit. Viele Hersteller verfügen über komplexe, grenzüberschreitende Lieferketten, die auf Just-in-Time-Logistik und günstige Komponentenimporte angewiesen sind. Diese könnten durch neue Zölle empfindlich gestört werden.

    Auswirkungen auf die Automobilbranche

    Die Reaktion der Märkte ließ nicht lange auf sich warten. Die Aktienkurse großer US-Hersteller wie General Motors und Ford verzeichneten unmittelbar nach der Ankündigung Kursverluste. Obwohl die Maßnahme ostensiv darauf abzielt, gerade diesen Konzernen zu helfen, erzeugt sie Unsicherheit. Unternehmen, die bereits stark im Ausland produzieren oder auf internationale Zulieferer angewiesen sind, stehen vor höheren Kosten, möglichen Lieferverzögerungen und dem Zwang zur Umstrukturierung ihrer Produktionsketten.

    Zudem ist nicht ausgemacht, dass sich die heimische Produktion kurzfristig ausweiten lässt. Der Aufbau neuer Fabriken ist kapitalintensiv und langwierig. Auch der Fachkräftemangel in der US-Industrie stellt eine Hürde dar. In der Praxis könnten höhere Importkosten schlichtweg an die Konsumenten weitergegeben werden – mit der Folge steigender Autopreise.

    Die Konsumenten zahlen den Preis

    Die Folgen dieser Zölle werden insbesondere US-amerikanische Verbraucher zu spüren bekommen. Laut aktuellen Schätzungen könnte ein Mittelklassewagen im Schnitt um 1.500 bis 2.000 Dollar teurer werden. Besonders betroffen sind Modelle, die aus Europa oder Asien importiert werden, aber auch viele Fahrzeuge, die in Mexiko montiert werden. Zwar mag der durchschnittliche Käufer patriotisch eingestellt sein – ob er jedoch bereit ist, mehrere tausend Dollar mehr zu zahlen, nur um ein in den USA gefertigtes Fahrzeug zu erwerben, ist fraglich.

    Die Erwartung, dass Konsumenten automatisch zu „amerikanischen“ Marken greifen, könnte sich als Fehleinschätzung erweisen. Viele der meistverkauften Fahrzeuge in den USA, wie der Toyota Camry oder der Honda CR-V, werden bereits zum Teil oder vollständig in US-Werken gefertigt. Umgekehrt lassen auch US-Hersteller einen Teil ihrer Produktion im Ausland abwickeln. Die Grenzen zwischen „amerikanisch“ und „ausländisch“ verlaufen zunehmend verschwommen.

    Internationale Reaktionen und mögliche Gegenmaßnahmen

    Die Entscheidung Washingtons dürfte auch auf internationaler Ebene für neue Spannungen sorgen. Die Europäische Union und Länder wie Japan oder Südkorea, deren Automobilkonzerne stark auf den US-Markt angewiesen sind, könnten mit eigenen Gegenmaßnahmen reagieren. Bereits während der ersten Runde von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium im Jahr 2018 hatte die EU mit Gegenzöllen auf US-Produkte wie Motorräder und Whiskey geantwortet.

    Eine Eskalation im Automobilbereich hätte deutlich weitreichendere wirtschaftliche Folgen. Der internationale Autohandel ist ein empfindliches Geflecht globaler Wertschöpfungsketten. Eine Fragmentierung dieser Strukturen durch einseitige nationale Maßnahmen könnte zu einer dauerhaften Verlagerung von Handelsströmen und Investitionsentscheidungen führen – nicht unbedingt zugunsten der Vereinigten Staaten.

    Politisches Kalkül hinter ökonomischer Härte

    Trump setzt mit seiner jüngsten Zollpolitik auch ein innenpolitisches Signal. In seiner zweiten Amtszeit will er sich erneut als kompromissloser Verfechter amerikanischer Interessen präsentieren. Seine Botschaft an die Industrie ist unmissverständlich: „Wenn ihr nicht in den USA produziert, habt ihr ein Problem.“ Es ist eine Mischung aus Druck und Anreiz, die auf kurzfristige Effekte und Schlagzeilen setzt – ungeachtet langfristiger Risiken.

    Dass Trump mit dieser Haltung auch innerhalb der republikanischen Partei polarisiert, ist kein Geheimnis. Wirtschaftsliberale Flügel kritisieren seine Abschottungspolitik als innovationshemmend und wachstumsfeindlich. Auch viele konservative Ökonomen zweifeln daran, dass ein solcher Protektionismus die strukturellen Probleme der US-Industrie lösen kann. Doch Trumps Strategie ist primär politischer Natur – wirtschaftliche Rationalität steht dabei nicht im Vordergrund.

    Autor: MAB

  • Transatlantischer Wertekonflikt: Frankreich weist US-Einmischung in Unternehmenspolitik zurück

    Transatlantischer Wertekonflikt: Frankreich weist US-Einmischung in Unternehmenspolitik zurück

    Die französische Regierung hat deutlich Stellung bezogen gegen den Versuch der Vereinigten Staaten, Einfluss auf die internen Inklusionsprogramme französischer Unternehmen zu nehmen. Auslöser der diplomatischen Verstimmung ist ein Schreiben der US-Botschaft in Paris, das an mehrere große französische Firmen verschickt wurde. Darin werden die Unternehmen aufgefordert, Auskunft darüber zu geben, ob sie interne Programme zur Förderung von Diversität, Gleichstellung und Inklusion (DEI) unterhalten – Maßnahmen, die unter der neuen US-Regierung als potenziell diskriminierend betrachtet werden. Der französische Protest fällt scharf aus: Es handle sich um eine unzulässige Einmischung in nationale Angelegenheiten. Die Reaktion kam prompt. Das Ministerium für Außenhandel erklärte, die französischen und europäischen Unternehmen würden nicht nur wirtschaftlich verteidigt, sondern auch in ihren Werten gestärkt. Diese Werte, so die implizite Botschaft, seien mit den derzeitigen Leitlinien der US-Reg…

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  • Trump-Zölle schüren Angst vor globalem Handelskrieg – und andere World-News

    Trump-Zölle schüren Angst vor globalem Handelskrieg – und andere World-News

    Die Ankündigung von Präsident Trump, einen Strafzoll von 25 Prozent auf Autos und Autoteile zu erheben, hat die weltweite Automobilbranche aufgeschreckt. Die Aktienmärkte in Asien, Europa und den USA reagierten nervös, zahlreiche Autohersteller mussten Kursverluste hinnehmen. Trump droht nun sogar offen damit, gezielt die EU und Kanada zu bestrafen, falls diese gemeinsam Vergeltungsmaßnahmen ergreifen sollten.

    Die Zölle sollen ab nächstem Donnerstag in Kraft treten und würden alle Autos sowie bestimmte Autoteile betreffen, die in die USA exportiert werden. Länder wie Mexiko, Japan, Südkorea und Kanada sind besonders betroffen – sie stehen für rund 75 Prozent aller Fahrzeugimporte der USA.

    Damit steht Trumps eigenwillige Theorie zur Handelspolitik auf dem Prüfstand: Zölle sollen laut ihm Unternehmen dazu bringen, ihre Produktionsstätten in die USA zu verlegen – mit dem Ziel, mehr Jobs für Amerikaner zu schaffen. Ökonomen sehen das deutlich differenzierter und warnen vor schwerwiegenden Nebenwirkungen für die Weltwirtschaft.

    Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Mark Carney, Kanadas Premier, sprach davon, dass die USA „kein verlässlicher Partner“ mehr seien. Sein Land wolle bereits nächste Woche mit Gegenzöllen reagieren. In Deutschland, wo der Automobilsektor stark exportorientiert ist, forderte Wirtschaftsminister Robert Habeck eine klare Antwort der EU: „Es muss deutlich werden, dass wir uns nicht einschüchtern lassen.“


    Vage Zukunft für die Ukraine nach dem Krieg

    In Paris trafen sich europäische Staats- und Regierungschefs, um über einen französischen Vorschlag zu beraten: Eine sogenannte „Beruhigungstruppe“ soll helfen, einen möglichen Friedensprozess in der Ukraine abzusichern. Doch wie genau diese Truppe aussehen soll – das steht noch in den Sternen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte, viele Details seien noch nicht geklärt. Moskau indes lehnt das Konzept kategorisch ab.

    Das Treffen folgte auf dreitägige, von den USA vermittelte Gespräche in Saudi-Arabien. Dabei konnten Russland und die Ukraine zumindest vorläufige Einigungen erzielen – etwa auf ein Ende der Angriffe auf Energieanlagen sowie auf ein Ende der Kämpfe im Schwarzen Meer. Allerdings: Die Vereinbarungen haben Haken.

    Denn Russland stellt Bedingungen. Moskau fordert unter anderem die Aufhebung von Beschränkungen im Bereich Schifffahrt, Versicherungen und Banken, die die Agrarexporte des Landes massiv erschweren. „Russland möchte außerdem, dass die Sanktionen gegen die staatliche Agrarbank fallen und diese wieder an das internationale Zahlungssystem Swift angeschlossen wird“, erklärt Paul Sonne, Russland-Experte. Doch das setzt die Zustimmung europäischer Partner voraus – und genau die waren bei den Gesprächen in Saudi-Arabien außen vor.


    Unmut gegen Hamas wächst – Proteste in Gaza nehmen zu

    In Gaza hat sich etwas bewegt. Zum ersten Mal seit Beginn des Krieges im Jahr 2023 gehen Menschen offen auf die Straße – gegen die Herrschaft der Hamas und für ein Ende des Krieges. Zwar sind die Demonstrationen bisher eher klein, doch sie gelten als der deutlichste Ausdruck des Unmuts seit Langem.

    Früher hat Hamas solche Proteste mit harter Hand zerschlagen. Diesmal ist das Bild ein anderes: Ihre Sicherheitskräfte halten sich auffallend zurück. Der Grund dürfte in der angespannten Lage liegen – zum einen wächst der Druck aus der Bevölkerung, zum anderen erschwert die ständige Bedrohung durch israelische Luftangriffe jede Reaktion.


    Weitere wichtige Meldungen im Überblick:

    • Südkorea: Verheerende Waldbrände haben bereits 88.000 Hektar Land verwüstet. Zwei buddhistische Tempel, die seit 1.000 Jahren bestehen, wurden zerstört. 37.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, 27 Menschen kamen ums Leben.
    • Ägypten: Vor der Küste des Roten Meeres sank ein U-Boot mit russischen Touristen. Sechs Personen starben, Rettungsteams konnten weitere Menschen aus dem Wasser retten.
    • Türkei: Die BBC berichtet, dass ihr Journalist Mark Lowen in Istanbul festgenommen und abgeschoben wurde – nach seiner Berichterstattung über regierungskritische Proteste.
    • USA: Eine Recherche der New York Times beleuchtet die wachsende Szene sogenannter „Pädophilenjäger“ – Internetaktivisten, die ihre Opfer in teils brutalen Videos bloßstellen.
    • Großbritannien: König Charles III. wurde kurzzeitig im Krankenhaus behandelt, nachdem er Nebenwirkungen seiner Krebsbehandlung zeigte. Inzwischen ist er wieder zurück in seiner Londoner Residenz.
    • Frankreich: Die Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre Haft für Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. Ihm wird vorgeworfen, 2007 illegale Wahlkampfhilfe aus Libyen angenommen zu haben.
    • USA: Ein Gericht hat Texas untersagt, eine Vorladung gegen eine Ärztin aus New York zu erlassen, weil sie einer texanischen Frau Abtreibungspillen verschrieben hatte.
    • Südsudan: Vizepräsident Riek Machar wurde unter Hausarrest gestellt. Dieser Schritt bringt das ohnehin fragile Friedensabkommen des Landes ins Wanken.
    • Algerien: Der französisch-algerische Schriftsteller Boualem Sansal wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt – ein Urteil, das weltweit bei Kulturschaffenden Empörung auslöste.
    • Archäologie: In Ägypten wurde südlich von Kairo ein gigantisches Grab entdeckt – vermutlich das eines bisher unbekannten Pharaos, etwa 3.600 Jahre alt. Und in England dürfen Archäologen endlich über bedeutende Funde aus der Eisenzeit sprechen, die sie seit 2021 ausgraben.
    • Soziale Medien: Facebook plant ein neues „Freunde“-Tab, in dem Beiträge von Freunden und Familie im Fokus stehen – zurück zu den Wurzeln der Plattform also.

  • Französische Auswanderer in Nordamerika spüren bereits Auswirkungen von Trumps Politik

    Französische Auswanderer in Nordamerika spüren bereits Auswirkungen von Trumps Politik

    Roland Lescure, französischer Abgeordneter und Vertreter der im Ausland lebenden Franzosen in Nordamerika, führte kürzlich eine Umfrage unter französischen Staatsbürgern in den USA und Kanada durch. Ziel war es, deren Empfindungen und Erfahrungen seit der Wiederwahl von Donald Trump zum US-Präsidenten zu erfassen. Die Ergebnisse zeigen, dass viele französische Auswanderer bereits negative Auswirkungen der aktuellen US-Politik auf ihr tägliches Leben verspüren. Lescure betont, dass die Unvorhersehbarkeit und die drastischen Maßnahmen der Trump-Administration direkte Konsequenzen für die französische Gemeinschaft in Nordamerika haben. Insbesondere die Einführung von Zöllen und die angespannte diplomatische Lage zwischen den USA und anderen Ländern beeinflussen das Geschäftsumfeld und die persönlichen Lebensumstände der Expatriates. In einem Interview mit Sud Radio äußerte Lescure Bedenken hinsichtlich der aktuellen transatlantischen Beziehungen und stellte fest, dass die USA unter Trump …

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  • F-47: Amerikas neues Tarnkappenflugzeug als strategisches Signal

    F-47: Amerikas neues Tarnkappenflugzeug als strategisches Signal

    Mit der Entscheidung zugunsten von Boeing für den Bau des neuen Tarnkappenjets F-47 setzt die US-Regierung unter Präsident Donald Trump ein deutliches Zeichen in Richtung militärischer Modernisierung. Der Jet der sechsten Generation, der im Rahmen des Next Generation Air Dominance (NGAD)-Programms entwickelt wird, soll nicht nur die alternde F-22 Raptor ablösen, sondern auch die künftige Lufthoheit der USA sichern. Dabei steht weniger eine singuläre Plattform im Mittelpunkt als vielmehr ein vernetztes System aus bemannten und unbemannten Luftfahrzeugen. Der F-47 als Herzstück eines neuen Luftkampfsystems Das NGAD-Programm verfolgt einen systemischen Ansatz: Der F-47 dient als zentrale bemannte Komponente, begleitet von autonomen Drohnen, die zusätzliche Waffen tragen und elektronische Kriegsführung oder Aufklärung übernehmen können. Dieses „Familiensystem“ soll in Echtzeit vernetzt und flexibel einsetzbar sein – eine Antwort auf die dynamischen Herausforderungen moderner Luftkriegsführ…

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  • Steuerlücke mit Ansage: Wie der Umbau der US-Steuerbehörde zu einem Milliardenverlust führen könnte

    Steuerlücke mit Ansage: Wie der Umbau der US-Steuerbehörde zu einem Milliardenverlust führen könnte

    Die Steuersaison in den Vereinigten Staaten droht in diesem Jahr zu einem historischen Wendepunkt zu werden. Hochrangige Beamte im US-Finanzministerium rechnen mit einem Rückgang der Steuereinnahmen von mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr – ein Minus von über 500 Milliarden Dollar. Diese Zahl steht sinnbildlich für eine institutionelle Krise: Die Steuerbehörde IRS (Internal Revenue Service), seit Jahrzehnten Rückgrat der föderalen Einnahmeerhebung, wird systematisch geschwächt. Im Zentrum der Debatte steht die neue Regierung unter Präsident Donald Trump.

    Ein beispielloser Rückgang

    Die offiziellen Prognosen, gestützt auf interne Berechnungen der IRS, deuten darauf hin, dass bis zum Stichtag am 15. April signifikant weniger Steuererklärungen eingereicht und ausstehende Zahlungen beglichen werden als im Vorjahr. Schon jetzt verzeichnet die Behörde 1,7 Prozent weniger eingegangene Erklärungen – ein Wert, der auf den ersten Blick moderat erscheint, sich jedoch in deutlich drastischeren Rückgängen bei den erwarteten Einnahmen niederschlägt.

    Insgesamt beliefen sich die Steuereinnahmen der USA im Jahr 2024 auf 5,1 Billionen Dollar. Ein Rückgang um zehn Prozent entspricht in etwa den gesamten jährlichen Ausgaben des US-Verteidigungsministeriums. Damit droht nicht nur ein haushaltspolitisches Problem, sondern ein tiefer Eingriff in die fiskalische Stabilität des Landes.

    Ursachenforschung: Personalkürzungen und institutionelle Demontage

    Zentraler Treiber dieses dramatischen Einbruchs ist nicht etwa eine wirtschaftliche Rezession – die US-Wirtschaft wuchs 2024 um solide 2,8 Prozent – sondern ein fundamentaler Umbau der IRS durch die neue Regierung. Seit dem Amtsantritt Trumps wurden bereits über 11.000 Mitarbeitende der Steuerbehörde entlassen, insgesamt sind bis zu 20.000 Stellen gefährdet. Besonders betroffen sind Bereiche wie Steuerzahlerdienste und die Steuerfahndung – also jene Abteilungen, die für Kontrolle und Durchsetzung der Steuergesetze verantwortlich sind.

    Die Folge: Ermittlungen gegen große Konzerne und wohlhabende Einzelpersonen wurden mangels Kapazitäten eingestellt, zentrale Systeme der Behörde laufen auf Notbetrieb. Zwei IRS-Kommissare sowie die Leiterin der Steuer-Compliance, Heather Maloy, haben in den vergangenen Monaten ihren Rücktritt erklärt. Die institutionelle Erosion ist nicht mehr zu übersehen.

    Verändertes Steuerverhalten und digitale Resignation

    Der Vertrauensverlust in die Durchsetzungsfähigkeit der IRS schlägt sich auch im Verhalten der Steuerzahler nieder. Die Behörde beobachtet eine Zunahme an Online-Kommentaren, in denen Individuen ankündigen, bewusst keine Steuern zu zahlen oder unrechtmäßig hohe Rückzahlungen geltend zu machen – in der Annahme, dass die Behörde ohnehin nicht eingreifen könne.

    Das neue Klima einer faktischen Straflosigkeit trifft auf eine ohnehin herausgeforderte digitale Infrastruktur. Zwar strebt die IRS laut internen Präsentationen eine umfassende Digitalisierung und Automatisierung ihrer Prozesse an – doch diese Transformation benötigt Zeit, Expertise und Ressourcen. Die Realität in der aktuellen Steuersaison zeigt jedoch eine Überlastung: Die Erreichbarkeit der IRS-Hotlines sank im Vergleich zum Vorjahr von 93,6 auf 85 Prozent.

    Der politische Kontext: Ideologie versus Verwaltung

    Bereits während der Übergangsphase zur neuen Trump-Regierung warnte die Steuerbehörde in einem internen 68-seitigen Dossier eindringlich vor den Risiken drastischer Kürzungen. Die Präsentation verglich die Arbeit der IRS mit einem Fließband: Bei halbiertem Personal sei auch nur die Hälfte der Produktivität zu erwarten. Empfehlungen für eine schrittweise Modernisierung wurden ignoriert – stattdessen setzte das Weiße Haus auf eine sofortige Verkleinerung der Behörde, unterstützt durch republikanische Mehrheiten im Kongress, die jüngst weitere 20,2 Milliarden Dollar an IRS-Mitteln strichen.

    Der Präsident verfolgt damit eine seit Jahren gepflegte Linie: Misstrauen gegenüber föderalen Institutionen, insbesondere jenen, die er als Teil des „administrativen Tiefenstaates“ begreift. Bereits in seiner ersten Amtszeit hatte Trump die IRS unter Druck gesetzt, etwa durch die Besetzung von Schlüsselpositionen mit loyalen Parteigängern und die Verweigerung zusätzlicher Budgetmittel.

    Konsequenzen für Haushalt und Gesellschaft

    Die Auswirkungen auf die Finanzpolitik der USA könnten gravierend sein. Die IRS generiert rund 95 Prozent der jährlichen Staatseinnahmen. Ein strukturelles Einnahmedefizit bedeutet zwangsläufig höhere Schulden, sollte der Kongress keine massiven Ausgabenkürzungen vornehmen – ein politisch höchst unwahrscheinliches Szenario angesichts bestehender Verteidigungs-, Sozial- und Gesundheitsausgaben.

    Bereits jetzt beläuft sich die US-Staatsverschuldung auf 36,2 Billionen Dollar. Ein Defizit in dreistelliger Milliardenhöhe würde das Vertrauen in die fiskalische Nachhaltigkeit weiter untergraben – mit potenziellen Folgen für Zinsen, Inflation und die Kreditwürdigkeit des Landes.

    Zugleich offenbart die Krise eine gesellschaftliche Schieflage. Während Angestellte mit festen Einkommen ihre Steuern automatisch abführen, können Selbstständige, Unternehmer und Vermögende nun leichter Regelverstöße begehen. Die ohnehin bestehende Steuerlücke – jene Differenz zwischen geschuldeten und tatsächlich gezahlten Steuern – droht sich weiter zu vergrößern. Der Glaube an Steuergerechtigkeit steht auf dem Spiel.

    Der Rückgang der Steuereinnahmen ist damit nicht nur ein fiskalisches, sondern auch ein demokratisches Problem. Ein Staat, der seine Einnahmen nicht mehr verlässlich sichern kann, verliert an Legitimität und Handlungsfähigkeit. Die gegenwärtige Entwicklung ist kein Betriebsunfall – sie ist das Ergebnis bewusster politischer Entscheidungen.

    Autor: MAB

    Quellen:

    • The Washington Post, 21. März 2025: „IRS braces for sharp revenue loss amid filing season chaos“
    • Congressional Budget Office (CBO)
    • Internal Revenue Service (IRS), Filing Season Statistics 2024/2025
    • U.S. Department of the Treasury
    • Bureau of Economic Analysis (BEA)