Schlagwort: Umweltschutz

  • Robert Redford ist tot: Der Sundance-Held verlässt die Bühne

    Robert Redford ist tot: Der Sundance-Held verlässt die Bühne

    Er war der lässigste Held des amerikanischen Kinos, ein Mann mit Haltung, Herz – und einer verdammt guten Sonnenbrille. Robert Redford, Schauspieler, Regisseur, Umweltaktivist und Festivalgründer, ist am 16. September 2025 im Alter von 89 Jahren in seinem Haus in Utah friedlich im Schlaf gestorben. Zurück bleibt ein Vermächtnis, das weit über Hollywood hinausreicht.

    Ein Gigant geht. Und hinterlässt mehr als bloßen Glanz.

    Der schöne Rebell

    Geboren am 18. August 1936 in Santa Monica, Kalifornien, wuchs Charles Robert Redford Jr. in einfachen Verhältnissen auf. Kein Kind der Traumfabrik, sondern ein Jugendlicher, der sich durchs Leben hangelte, in Europa malte, trank, träumte – und scheiterte. Erst übers Theater fand er seine Berufung: die Schauspielerei.

    Sein Durchbruch? 1969, mit Butch Cassidy and the Sundance Kid an der Seite von Paul Newman. Zwei Gesetzlose, zwei Charismatiker, ein Film für die Ewigkeit. Aus „Sundance“ wurde nicht nur ein Spitzname, sondern eine Mission.

    Die 1970er- und 1980er-Jahre machten Redford zur Projektionsfläche des liberalen Amerika. Ob in The Sting, All the President’s Men oder Out of Africa: Er spielte Männer mit Haltung. Nachdenklich, unbequem, charmant. Kein lauter Held – ein leiser.

    Der Mann hinter der Kamera

    Doch Redford wollte mehr, als nur Held sein. 1980 gab er sein Regiedebüt mit Ordinary People – ein psychologisches Familiendrama, das mit vier Oscars ausgezeichnet wurde, darunter für die beste Regie. Kein Paukenschlag, sondern eine melancholische Meisterklasse.

    Es folgten Werke wie A River Runs Through It, Quiz Show oder The Horse Whisperer. Filme, die nicht schreien, sondern nachhallen. Redford inszenierte mit einem Blick für Zwischentöne, für moralische Dilemmata, für das Menschliche im Unvollkommenen.

    Er war kein stilistischer Visionär. Aber ein Erzähler mit Haltung.

    Sundance – mehr als ein Festival

    1981 gründete Redford das Sundance Institute. Eine Heimat für den unabhängigen Film, fernab vom Blockbuster-Betrieb. Daraus erwuchs das Sundance Film Festival – heute das bedeutendste seiner Art weltweit.

    Hier wurden Karrieren geboren: Quentin Tarantino, Steven Soderbergh, Ava DuVernay – sie alle fanden bei Sundance ihr erstes Publikum. Für Redford war das Festival keine Bühne des Glamours, sondern ein Ort für Geschichten, die sonst niemand erzählen wollte.

    Sundance war sein Gegenentwurf zu Hollywoods Maschinerie. Eine Filmbewegung mit Rückgrat.

    Der Aktivist mit Cowboyhut

    Parallel zur Filmkarriere engagierte sich Redford früh für Umwelt- und Bürgerrechte. Er kämpfte gegen Kohlekraftwerke, setzte sich für indigene Gemeinschaften ein, gründete das Redford Center – und blieb dabei stets unbequem.

    Er war kein lauter Demonstrant, aber ein beharrlicher. Einer, der seinen Prominentenstatus für politische Anliegen nutzte. Auch auf die Gefahr hin, sich Feinde zu machen.

    Privat blieb Redford gezeichnet von Verlusten: 1959 starb sein Sohn Scott kurz nach der Geburt, 2020 verlor er Sohn James an Krebs. Seit 2009 war er mit der deutschen Künstlerin Sibylle Szaggars verheiratet – eine Partnerschaft voller künstlerischer Verbindung.

    Der letzte Vorhang

    2018 zog sich Redford mit dem Film The Old Man & the Gun offiziell von der Schauspielerei zurück. Doch ganz still wurde es nie: 2025 überraschte er mit einem ironischen Gastauftritt in der Serie Dark Winds – gemeinsam mit George R. R. Martin. Ein Augenzwinkern zum Abschied.

    Ein Leben für die Kunst – und die Wahrheit

    Robert Redford war kein Lautsprecher, kein Egomane, kein Blender. Er war ein Mann mit Prinzipien. Einer, der der Verlockung des schnellen Ruhms widerstand. Einer, der mit Integrität zur Legende wurde.

    In einer Branche, die oft mehr Schein als Sein bietet, blieb er glaubwürdig. Als Schauspieler, Regisseur, Mentor, Aktivist.

    Die Filmwelt trauert. Und verneigt sich.

    Nicht nur vor einem Star – sondern vor einem ihrer letzten echten Überzeugungstäter.

    Andreas M. Brucker

  • Wildschwein-Alarm in Saint-Maximin: Wenn die Natur vor der Haustür steht

    Wildschwein-Alarm in Saint-Maximin: Wenn die Natur vor der Haustür steht

    In Saint-Maximin, einem charmanten Ort im Département Oise zwischen Chantilly und Creil, ist das Idyll getrübt. Wo früher nur Vogelgezwitscher und das Rauschen des Waldes zu hören waren, wühlen heute Wildschweine die Vorgärten um. Und das nicht als Ausnahme – sondern immer häufiger. Die Einwohner sind beunruhigt. Nicht nur wegen der Schäden. Sondern weil die Grenze zwischen Natur und Zivilisation zu verschwimmen droht. Plötzlich stehen sie da – mitten im Garten Was klingt wie ein Ausflug in ein Tiergehege, ist für viele zur täglichen Realität geworden. Die Wildschweine, eigentlich Waldbewohner, dringen bis in Wohngebiete vor. Rasenflächen werden umgepflügt, Zäune beschädigt, Mülltonnen durchwühlt. Ein Chaos auf vier Hufen – mit Borsten und Stoßzähnen. Der Bürgermeister von Saint-Maximin, Serge Macudzinski, bestätigt: Einige Anwohner füttern die Tiere sogar. Gut gemeint – aber fatal. Denn wer Wildschweine anlockt, erzieht sie zum Bleiben. Jäger im Wohngebiet – eine Entscheidung mit Folg…

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  • Mittelmeer in Not: Mikroplastik-Krise vor Korsika

    Mittelmeer in Not: Mikroplastik-Krise vor Korsika

    Das Mittelmeer – Wiege der Zivilisation, Sehnsuchtsort für Reisende, Schatzkammer der Artenvielfalt. Und doch: Hinter der türkisblauen Oberfläche verbirgt sich eine stille, kaum sichtbare Bedrohung. Mikroplastik, millionenfach im Wasser schwebend, macht aus der lebensspendenden See eine tickende Zeitbombe. Ein geschlossener Kreislauf voller Fremdkörper Die besondere Geografie der Region wird zum Verhängnis. Anders als der offene Atlantik ist das Mittelmeer ein fast geschlossenes Becken. Die enge Verbindungen zum Ozean lässt nur begrenzt Wasseraustausch zu. Was einmal hineingelangt, bleibt – und sammelt sich über Jahrezehnte an.Forscher der Organisation Expédition MED haben vor Korsika Konzentrationen von bis zu 2,04 Millionen Mikroplastikteilchen pro Quadratkilometer gemessen. Ein Wert, der die Dimension der Krise drastisch vor Augen führt. Zwischen dem Cap Corse und der toskanischen Insel Capraia entstehen regelrechte Sammelbecken, sogenannte „Gyres“. Dort treiben Kunststoffreste in e…

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  • Giftige Erbschaften unter azurblauem Himmel – Marseille startet  große Säuberungsaktion in den Calanques

    Giftige Erbschaften unter azurblauem Himmel – Marseille startet große Säuberungsaktion in den Calanques

    Die Kulisse könnte idyllischer kaum sein: türkisfarbenes Wasser, schroffe Felsen, ein Naturparadies, das seit Jahren als Symbol mediterraner Schönheit gilt. Doch hinter den Postkartenmotiven der Calanques von Marseille verbirgt sich eine Geschichte, die wenig romantisch klingt – eine Geschichte aus Blei, Arsen und altem Industrieschmutz. Am 1. September 2025 begann nun offiziell ein Mammutprojekt, das diesen toxischen Erbschaften den Kampf ansagen soll. 14 Millionen Euro stehen bereit, um 20 der am stärksten belasteten Standorte zwischen Mont Rose und Callelongue zu sanieren. Eine Zahl, die vielversprechend klingt. Aber reicht das aus?

    Schatten der Industriegeschichte Wer heute durch die Calanques wandert, spürt den Atem von Freiheit und Natur. Was man nicht sofort sieht: Unter den Füßen lauert Altlast. Im 19. und 20. Jahrhundert siedelten sich hier Fabriken an, die Blei, Natronlauge oder Weinsäure verarbeiteten. Orte wie Saména, l’Escalette oder Montredon, damals dünn besiedelt, wurd…

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  • Flammen, Wasser: Crash eines Löschhubschraubers in der Bretagne

    Flammen, Wasser: Crash eines Löschhubschraubers in der Bretagne

    Sonntagabend, kurz nach 19 Uhr, über dem stillen Étang de Rosporden im bretonischen Département Finistère – plötzlich durchschneidet ein Rotor das Abendlicht. Ein Morane 29, ein Wasserbomben-Helikopter, ist im Einsatz gegen ein Vegetationsfeuer. Doch was als routinierte Löschaktion beginnt, endet in einem beängstigenden Absturz. Der Helikopter verliert beim sogenannten „Écopage“, einer Technik zum schnellen Wasseraufnehmen aus Gewässern, die Kontrolle – und stürzt frontal ins Wasser. Zuschauer am Ufer sehen fassungslos zu. Einer sagt später: „Ich dachte, der explodiert. Der ist so tief runter, das war viel zu schnell. Dann ist er gekippt – und ging unter.“ Was wie der Auftakt zu einer Tragödie klingt, endet glücklicherweise glimpflich: Die beiden Piloten des Hubschraubers können sich selbst retten. Sekunden, die über Leben und Tod entscheiden An Bord: ein Pilot einer privaten Luftfahrtfirma und ein Feuerwehr-Offizier. Beide sind geübt, erfahren – und offenbar bestens vorbereitet. Sekun…

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  • Südfrankreich im Flammenalarm – warum dieser Sommer alles verändert

    Südfrankreich im Flammenalarm – warum dieser Sommer alles verändert

    Es ist einer dieser Sommer, die man nicht so schnell vergessen wird. Glühende Hitze, trockene Wälder, Wind, der wie ein Blasebalg durchs Land fegt – und der Süden Frankreichs in höchster Brandgefahr. Sechs Départements wurden auf die höchste Warnstufe gesetzt: Pyrénées-Orientales, Aude, Hérault, Gard, Bouches-du-Rhône und Vaucluse. Die Feuerwehrleute dort schlafen längst nicht mehr ruhig, sie warten auf den Funken, der alles ins Rollen bringt.

    Wenn Hitze, Dürre und Wind gemeinsame Sache machen

    Über 40 Grad im Schatten, Böden, die seit Wochen kein Wasser gesehen haben, und dann noch die unbarmherzigen Winde: Tramontane und Mistral. Ein gefährlicher Cocktail, der die Region in ein Pulverfass verwandelt. Eine weggeworfene Zigarette, ein Funke von einer Maschine – und die Hölle bricht los. Wer im Süden lebt, weiß: In solchen Tagen reicht eine Kleinigkeit, damit ganze Landstriche in Rauch aufgehen.

    Besonders angespannt ist die Lage im Département Aude. Dort hat ein Feuer Anfang August bereits etwa 17.000 Hektar Wald und Buschland verschlungen – eine Fläche größer als Paris. Nun wird das Gebiet erstmals seit 2016 als „extrem gefährdet“ eingestuft. 1.200 Feuerwehrkräfte sind mobilisiert, 330 allein für die ständige Überwachung des an sich gelöschten Feuers von Ribaute. Man ahnt: Die Behörden rechnen mit dem Schlimmsten.

    Verbotsschilder statt Picknickdecken

    Damit es gar nicht erst so weit kommt, hat man drastische Maßnahmen verhängt. Wer in den kommenden Tagen einen Spaziergang durch die Wälder des Südens plant, wird vor geschlossenen Schranken stehen. Viele Waldgebiete sind für die Öffentlichkeit tabu, Grillen und landwirtschaftliche Arbeiten mit Funkenrisiko sind strengstens untersagt. Klingt streng, doch wenn das eigene Haus oder der Olivenhain in Gefahr steht, begreift man schnell, warum.

    Die Polizei bittet zusätzlich um Aufmerksamkeit: Wer ungewöhnliches Verhalten bemerkt, soll es sofort melden. Denn nicht alle Brände entstehen zufällig – immer wieder gibt es Fälle von Brandstiftung. Und in einer Region, die ohnehin unter Dauerstress steht, kann eine solche Tat fatale Folgen haben.

    Männer und Frauen im Dauereinsatz

    Für die Feuerwehrkräfte ist das derzeit ein Sommer im Ausnahmezustand. Ihre roten Löschfahrzeuge sind in Dauerschleife unterwegs. Canadairs und Hubschrauber mit Löschsäcken stehen für jederzeitigen Abruf bereit. Es ist ein choreografiertes Zusammenspiel von Mensch, Maschine und Naturgewalten – bei dem jede Minute zählt.

    Die Koordination läuft überregional, denn ein Feuer hält sich nicht an Gemeindegrenzen. Manchmal reicht schon eine Winddrehung, und ein ganzer Einsatzplan muss neu gedacht werden. Wer dabei zusieht, spürt die enorme Professionalität, aber auch die Belastung dieser Rettungsteams. Sie wissen: Jeder Einsatz ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

    Der lange Schatten des Klimawandels

    Doch hinter all dem steckt ein größeres Bild. Immer häufiger und heftiger schlagen Brände im Süden Europas zu. Portugal, Spanien, Griechenland – und nun wieder Südfrankreich. Es ist ein Muster, das kaum noch zu übersehen ist. Der Klimawandel wirkt wie ein Brandbeschleuniger: Längere Dürreperioden, heißere Sommer, stärkerer Wind. Das macht Regionen verwundbar, die früher als „sicher“ galten.

    Die Frage ist nicht mehr: „Kommt der nächste Großbrand?“ Sie lautet: „Wann kommt er – und wie schlimm wird er?“

    Ein Umdenken ist unumgänglich

    Für Politik und Gesellschaft bedeutet das: Der Schutz vor Feuer muss neu gedacht werden. Waldgebiete könnten künftig anders bewirtschaftet werden, Brandschneisen ausgebaut, Wasserreserven besser geplant. Auch die Feuerwehr fordert seit Jahren mehr Mittel, um mit der wachsenden Bedrohung Schritt zu halten.

    Und gleichzeitig bleibt die Verantwortung bei jedem Einzelnen. Wer in einer Region lebt, die austrocknet, muss sich bewusst machen: Der kleinste Fehler, die kleinste Nachlässigkeit kann einen Flächenbrand auslösen.

    Am Ende geht es um mehr als nur Bäume

    Die aktuellen Brände zeigen, dass es nicht nur um verbrannte Landschaften geht. Es geht um Dörfer, um Häuser, um Existenzen – und letztlich um unser Verhältnis zur Natur. Vielleicht ist dieser Sommer ein Weckruf, der uns zwingt, über unseren Lebensstil und unseren Umgang mit dem Planeten nachzudenken.

    Denn die Feuer von heute sind nicht mehr bloß Naturereignisse. Sie sind ein Spiegel dessen, wie verwundbar unsere Natur und wie verletzlich unsere Gesellschaft geworden ist.

    Autor: C.H.

  • „Flammenmeer ohne Gnade“ – Spanien und Portugal kämpfen gegen die größten Waldbrände des Jahres

    „Flammenmeer ohne Gnade“ – Spanien und Portugal kämpfen gegen die größten Waldbrände des Jahres

    Ein Waldbrand brennt nicht einfach. Er lodert, er tobt, er frisst sich durch Land, Leben, Hoffnung.

    Im Nordwesten Spaniens und im Zentrum Portugals haben sich in den letzten zwei Wochen gewaltige Brände entfacht, wie sie die Region seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat. Ganze Dörfer liegen in Asche, Menschen fliehen in Panik, und während sich ein dichter, grauer Rauchschleier über die Landschaft legt, fragen sich die Menschen: Wie lange noch?

    115.000 Hektar in Spanien – das ist mehr als nur Wald

    Spanien zählt zu den am härtesten betroffenen Regionen. Besonders im Nordwesten toben die Brände ungebremst. 115.000 Hektar sind bereits den Flammen zum Opfer gefallen – das entspricht etwa der Fläche von Berlin und Hamburg zusammen. Mit jedem Tag steigt die Zahl.

    Der Morgen des 15. August beginnt mit einem dichten Nebel aus Rauch, der die aufgehende Sonne verdeckt. Die Luft ist kaum zu atmen. Die Vegetation? Verkohlt. Der Boden? Schwarz wie Kohle. Selbst die Polizei muss umkehren – die Straßen sind von Flammen blockiert, Fluchtwege abgeschnitten. In einem Dorf erzählt eine weinende Frau, was sie gesehen hat: brennende Häuser, brennende Menschen. Sie lebt seit 40 Jahren dort – und hat so etwas noch nie erlebt.

    „Freiwillige! Wir brauchen Wasser!“

    Mit bloßen Händen und Gartenschläuchen versuchen Bewohner verzweifelt, ihre Häuser zu retten. Manche stemmen sich dem Feuer entgegen, um eine Gas-Zisterne zu schützen, die jederzeit explodieren könnte. Es ist ein Kampf David gegen Goliath – nur ohne Schleuder, ohne Schutz, ohne Pause.

    Die Feuerwehren arbeiten rund um die Uhr. Aber gegen einen „Feuersturm“, angetrieben von extremer Trockenheit, Hitze und starken Winden, wirken selbst professionelle Löschzüge oftmals machtlos. Spanien hat nun offiziell die Europäische Union um Hilfe gebeten. Ein Hilferuf – nicht nur für Technik und Menschen, sondern auch für Hoffnung.

    Auch Portugal steht in Flammen

    Nur wenige hundert Kilometer weiter südwestlich bietet sich in Portugal ein ähnliches Bild. Auch hier wüten die Brände unkontrolliert. 60.000 Hektar Wald sind bereits zerstört. Im Zentrum des Landes fressen sich die Flammen durch Pinienwälder, springen von Baumkrone zu Baumkrone – bis sie plötzlich in ein Dorf einbrechen. Haus für Haus wird Opfer der Glut.

    Ein Mann steht neben seinem Auto, das noch qualmt. Er schaut, ob er etwas retten kann – einen Koffer, ein Fotoalbum, ein Stück Leben. In der Nacht zuvor starb ein Mensch im Osten des Landes. Es ist nicht das erste Opfer. Und es wird nicht das letzte sein, wenn das Feuer nicht bald eingedämmt wird.

    Klimakrise trifft Iberische Halbinsel mit voller Wucht

    Die klimatischen Bedingungen sind ideal für Katastrophen: monatelange Trockenheit, hohe Temperaturen, heftige Winde. Die Wälder der Iberischen Halbinsel sind seit Jahren überlastet – ökologisch, klimatisch und organisatorisch. Viele Brände entstehen durch Fahrlässigkeit oder Brandstiftung, doch der eigentliche Brandbeschleuniger ist ein anderer: die Klimakrise.

    Wie soll man einen Flächenbrand löschen, wenn er fast so groß ist wie ein Bundesland?

    Eine ganze Region in Alarmbereitschaft

    Die Brände haben nicht nur ökologische und soziale Folgen – sie gefährden auch die Energieversorgung, den Tourismus, die Landwirtschaft. Inzwischen rücken europäische Löschflugzeuge und Hilfskräfte an. Frankreich, Italien, Deutschland – alle senden Unterstützung. Und doch scheint das Feuer oft schneller als jede Hilfe.

    Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit – und gegen die Natur, die hier keine Gnade kennt.

    Und die Menschen mittendrin?

    Sie kämpfen mit allem, was sie haben: mit Eimern, mit Mut, mit Tränen. Mit ihrer Wut darüber, dass zu lange zu wenig getan wurde. Und mit ihrer Angst, dass das erst der Anfang ist.

    Wie viele Sommer wie diesen wird es noch geben?

    Autor: Daniel Ivers

  • Bacs à marée: Wenn Strandspaziergänge zu Rettungsaktionen für die Ozeane werden

    Bacs à marée: Wenn Strandspaziergänge zu Rettungsaktionen für die Ozeane werden

    Plastik in den Ozeanen – das klingt nach einer entfernten, abstrakten Bedrohung. Doch für viele Menschen, die an Frankreichs Küsten leben, ist es eine alltägliche Realität. Zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle landen jedes Jahr in den Meeren. Sie verheddern sich in Algen, stranden an Küsten und werden von Vögeln und Fischen verschluckt.
    Aber ausgerechnet einfache Holzgestelle an den Stränden – die sogenannten bacs à marée – bringen eine neue Dynamik in den Kampf gegen diese Krise.

    Ein Holzkasten mit großer Wirkung

    Auf den ersten Blick sehen sie unspektakulär aus: große Holzkisten, die am Eingang der Strände stehen. Doch ihr Zweck ist ungewöhnlich. Spaziergängerinnen und Spaziergänger können dort die Abfälle ablegen, die sie während ihres Gangs am Meer aufsammeln – Plastikflaschen, alte Fischernetze, Seile, Schuhe, manchmal sogar größere Wrackteile.
    Diese Kisten sind keine normalen Mülleimer. Sie sind Sammelstellen für das, was die Gezeiten anspülen. Hinweisschilder erklären, wie sie genutzt werden sollen und warum sie wichtig sind. Das macht sie zu einem Werkzeug mit doppelter Wirkung: Reinigung und Aufklärung.


    Gemeinschaftsprojekt statt Einzellösung

    Seit 2025 fördert der Parc naturel marin de l’estuaire de la Gironde et de la mer des Pertuis die Einrichtung dieser Sammelstellen systematisch. Gemeinden an der Küste können sich beteiligen, Bacs aufstellen, Daten über die Abfälle sammeln und so Teil eines größeren Netzwerks werden.
    Das Ziel ist ehrgeizig: nicht nur Müll wegräumen, sondern auch besser verstehen, woher er kommt und wie man ihn an der Quelle stoppen könnte.

    Einige Kommunen, wie Bois-Plage-en-Ré, haben die Idee bereits fest in ihre lokale Umweltpolitik integriert. Dort zeigt sich, dass die Wintermonate besonders wichtig sind – wenn Stürme tonnenweise Abfälle an die Küste spülen. Im Sommer hingegen, wenn Touristinnen und Touristen massenhaft die Strände bevölkern, werden manche Bacs abgebaut. So verhindert man, dass sie versehentlich als normale Müllcontainer genutzt werden.


    Zahlen, die aufrütteln

    Ein Beispiel aus Saint-Palais-sur-Mer macht deutlich, wie groß das Problem ist – und wie hilfreich die Bacs sein können. Sieben solcher Kisten standen dort ein halbes Jahr lang am Strand. Das Ergebnis: über zwei Tonnen eingesammelter Abfälle.
    Man kann diese Zahl auf zwei Arten lesen: als Beweis für die katastrophale Vermüllung der Ozeane oder als Zeichen dafür, dass Menschen bereit sind, aktiv mitanzupacken.

    Auch in La Rochelle arbeitet die Organisation TEO mit den Bacs. Sie sammelt nicht nur Müll, sondern auch Daten. Welche Arten von Plastik werden am häufigsten gefunden? Woher stammen die Fischernetze? Solche Informationen sind Gold wert, wenn es darum geht, Strategien gegen die Verschmutzung zu entwickeln.


    Bürgerengagement, das Wellen schlägt

    Die Stärke dieser Initiative liegt darin, dass sie Bürgerinnen und Bürger direkt einbindet. Kein kompliziertes Antragsformular, kein Eintritt in eine Organisation nötig. Wer spazieren geht, hebt etwas auf und wirft es in die Kiste – fertig.
    So wird Müllsammeln fast beiläufig zur Gewohnheit, und genau darin steckt die große Wirkung. Aus einem Strandspaziergang wird ein kleiner Akt des Umweltschutzes. Aus vielen kleinen Akten entsteht eine Bewegung.

    Natürlich ersetzt das Sammeln am Strand nicht die Notwendigkeit, weniger Plastik zu produzieren, Recycling konsequenter umzusetzen und strengere Regeln für die Fischerei einzuführen. Aber es schafft ein Bewusstsein, das oft viel nachhaltiger wirkt als ein Vortrag im Klassenzimmer.


    Von der Küste in die Köpfe

    Das Schöne an den Bacs à marée ist ihre Einfachheit. Sie brauchen keine Hightech, keine komplizierte Verwaltung. Sie zeigen: Der Kampf gegen die Verschmutzung der Ozeane ist keine ferne Aufgabe für Wissenschaftler:innen oder Politiker:innen allein. Er fängt bei den Menschen an, die am Strand spazieren gehen.
    Und vielleicht ist es genau dieser Gedanke, der den Unterschied macht. Dass ein Netz voller Plastikflaschen, das man aus dem Sand zieht, nicht nur Müll ist – sondern ein Symbol dafür, dass jeder Handgriff zählt.


    Zukunftsperspektive

    Wenn mehr Gemeinden diese Sammelstellen aufstellen, könnte Frankreich ein dichtes Netz von Bacs à marée entlang seiner Küsten schaffen. Das würde nicht nur für saubere Strände sorgen, sondern auch für eine der größten Bürgerwissenschafts-Initiativen des Landes. Daten, die bislang nur verstreut oder gar nicht erhoben wurden, könnten systematisch gesammelt werden – eine Schatztruhe für Forschung und Politik.

    Die eigentliche Frage ist also: Warum nicht an jedem Strand?

    Denn was mit einer Holzkiste beginnt, könnte sich zu einer Bewegung entwickeln, die ganze Küstenabschnitte verändert – und vielleicht sogar das Verhältnis der Menschen zu ihrem Meer.

    Autor: C.H.

  • Plastikpakt geplatzt? Warum der globale Vertrag gegen Plastikverschmutzung feststeckt – und was das für Mensch und Umwelt bedeutet

    Plastikpakt geplatzt? Warum der globale Vertrag gegen Plastikverschmutzung feststeckt – und was das für Mensch und Umwelt bedeutet

    10 Tage, fast 1.500 Klammern im Vertragstext – und kein einziger gemeinsamer Beschluss. Die Verhandlungen über das erste weltweite Abkommen gegen Plastikverschmutzung drohen zu scheitern. Warum? Eine Analyse zwischen Hoffnung, Blockade und der Frage: Wie viel Einfluss haben Öl-, Gas- und Chemiekonzerne auf die Weltpolitik?

    Das große Versprechen – und sein Zusammenbruch

    Als die UN 2022 den Startschuss für ein globales Plastikabkommen gaben, war die Aufbruchsstimmung spürbar: Endlich ein multilateraler Vertrag gegen die Plastikflut, die Strände, Meere, Flüsse und zunehmend auch unsere Körper überschwemmt. Endlich ein verbindliches Regelwerk, das das Problem an der Wurzel packt – bei der Produktion.

    Doch jetzt, drei Jahre später, droht dieser historische Moment zu verpuffen. Nach der vermeintlich letzten Verhandlungsrunde in Nairobi steht fest: Es gibt keine einzige Einigung im Vertragstext. Kein Artikel ist konsensfähig. Keine Regel zur Begrenzung der Plastikproduktion. Keine Vorgaben zu giftigen Zusatzstoffen. Kein Finanzierungsmechanismus für den globalen Süden.

    Statt Fortschritt: Frust.

    Plastikpakt ohne Biss – Genfer Verhandlungen scheitern an alten Fronten

    Am 15. August 2025 endete die letzte offizielle Verhandlungsrunde in Genf – ohne Ergebnis. Kein globales Plastikabkommen, keine Einigung, keine verbindlichen Regeln.

    Stattdessen: verhärtete Fronten.

    Auf der einen Seite eine breite High-Ambition-Koalition aus mehr als 80 Staaten, die sich für ambitionierte Maßnahmen starkmachte – darunter verbindliche Produktionsgrenzen, ein Ausstieg aus gefährlichen Chemikalien und Finanzhilfen für ärmere Länder. Auf der anderen Seite: ein harter Block petrochemischer Produzenten, allen voran Saudi-Arabien, Russland und die USA. Ihr Gegenvorschlag? Mehr Abfallmanagement. Weniger Regulierung.

    Die Bilanz: ein Vertragsentwurf ohne Zähne. Keine Obergrenzen für die Plastikproduktion. Kein Verbot gefährlicher Zusatzstoffe. Keine klaren Verpflichtungen.

    Ein Symbolpapier – weiter nichts.

    Ob und wann die Gespräche fortgesetzt werden, ist offen. Der politische Wille zur Einigung? Schwer zu greifen. Klar ist nur: Der Handlungsdruck steigt mit jedem verlorenen Tag. Plastikmüll vermehrt sich exponentiell, Mikroplastik sickert in Blut, Böden und Meere – doch zwischen Umweltschutz und wirtschaftlichen Interessen klafft ein Abgrund.

    Einer, der sich nicht länger überbrücken lässt. Sondern konfrontiert werden muss. Mit Mut. Mit Klartext. Mit echten Regeln.

    Konsens – oder Koma?

    Verhandelt wird im UN-Stil: per Konsens. Das heißt, jeder der rund 175 teilnehmenden Staaten hat ein Vetorecht. Und das nutzen insbesondere die großen Plastik- und Petrochemie-Produzenten schamlos aus. Saudi-Arabien, Russland, China, die USA – sie stellen sich quer, sobald von „Produktionsbegrenzung“ die Rede ist.

    Der Entwurf des Vertrags, den das Sekretariat zur Halbzeit der Verhandlungen vorlegte, war ein Schlag ins Gesicht für alle ambitionierten Staaten. Keine Rede mehr von Produktionsdeckeln. Keine Maßnahmen gegen toxische Chemikalien. Keine verbindlichen Verpflichtungen. „Der Vertrag hat sein Ziel verloren“, sagte Kenias Verhandlungsführerin Deborah Barasa. Und Juan Carlos Monterray Gomez aus Panama wurde noch deutlicher: „Das ist einfach widerlich.“


    Die Zahlen sprechen eine andere Sprache

    Dabei liegen die Fakten auf dem Tisch – in erschreckender Klarheit.

    🔹 736 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr prognostiziert die OECD bis 2040, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
    🔹 Schon 2020 wurde weniger als 10 % des weltweiten Plastikmülls recycelt. Der Rest landete auf Deponien, in Müllöfen oder direkt in der Umwelt.
    🔹 Laut The Lancet verursacht Plastikverschmutzung jährlich 1,5 Billionen US-Dollar an Gesundheits- und Umweltschäden.

    Die Botschaft: Plastik ist kein bloßes Müllproblem – sondern ein globaler Krisenherd.


    Plastik macht krank – von der Wiege bis zum Grab

    Besonders alarmierend ist der medizinische Befund. In einem offenen Brief anlässlich der Verhandlungen warnten führende Gesundheitswissenschaftler in The Lancet vor der unterschätzten Gesundheitsgefahr durch Plastikchemikalien.

    Sie nennen es beim Namen:
    „Plastik verursacht Krankheiten und Tod – von der Geburt bis ins hohe Alter.“

    Expositionen gegenüber Weichmachern, Flammschutzmitteln, PFAS und anderen Additiven in Kunststoffen stehen im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu mindern, Fehlgeburten und Missbildungen zu fördern, das Krebsrisiko zu erhöhen und Stoffwechsel- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu begünstigen.

    Und jetzt stellen wir uns mal vor: Diese Stoffe finden sich inzwischen in der Muttermilch, im Blut von Neugeborenen, in der Plazenta.

    Wie viele rote Linien braucht es noch?


    Wer blockiert – und warum?

    Hinter den Kulissen wird klar: Der Widerstand gegen ein starkes Abkommen kommt nicht nur von Staaten. Auch die Industrie mischt kräftig mit.

    Ein Zitat, das im Gedächtnis bleibt, stammt von Rachel Radvany von der NGO CIEL:

    „Die Lobbyisten der fossilen Brennstoff- und Chemieindustrie ziehen nicht nur im Hintergrund die Fäden – sie nehmen das Mikrofon, sprechen im Plenum und treiben ihre Agenda ganz offen voran.“

    Einer dieser Sprecher: Gregory Skelton vom International Council of Chemical Associations. Seine Botschaft: Man wolle schon etwas gegen Plastikmüll tun – aber bitte ohne die Vorteile von Plastik infrage zu stellen.

    Klingt freundlich. Ist aber das Gegenteil von Transformation.


    Die “High Ambition Coalition” kämpft weiter

    Trotz allem gibt es Hoffnungsträger: Eine Allianz aus über 80 Staaten – angeführt von der Schweiz und Mexiko – fordert klare Regeln gegen toxische Chemikalien in Plastikprodukten. Auch die EU hat deutlich gemacht, dass der aktuelle Vertragsentwurf für sie nicht akzeptabel ist.

    Camila Zepeda, Mexikos Chefverhandlerin, sagte klar:

    „Dieses Abkommen muss auch helfen, die Gesundheit der Menschen zu schützen.“

    Ein Wunsch. Eine Forderung. Ein Menschenrecht.


    Und der globale Süden?

    Viele Länder des globalen Südens gehören paradoxerweise zu den ambitioniertesten Unterstützern eines starken Abkommens. Warum? Weil sie die Folgen der Plastikkrise am unmittelbarsten spüren – und am wenigsten Ressourcen haben, um damit umzugehen.

    Sie drängen nicht nur auf Produktionsbegrenzungen und Chemikalienregulierung, sondern auch auf ein solidarisches Finanzierungsmodell. Reiche Länder – viele davon große Müll-Exporteure – sollen beim Aufbau von Sammel-, Recycling- und Vermeidungsstrukturen helfen.

    Aber auch das: blockiert.


    UN-Konsensverfahren: Wenn ein Veto alles lahmlegt

    Es ist ein altbekanntes Dilemma: In einem Konsensverfahren kann eine kleine Minderheit den Fortschritt für alle blockieren. Bei Klimaverträgen, Biodiversitätsabkommen – und jetzt auch beim Plastikpakt.

    Die Frage liegt auf der Hand:
    Können wir uns das noch leisten?

    Oder braucht es künftig mutigere Formate – Koalitionen der Willigen, die vorangehen, auch wenn nicht alle mitziehen?

    Was wir verlieren, wenn wir nichts tun

    Jede Minute gelangt Plastik in die Ozeane. Mikroplastik findet sich im Regen über den Alpen, in Fischmägen, in menschlichem Lungengewebe. Ganze Inselstaaten kämpfen gegen Müllfluten. Und Kinder wachsen in einer Welt auf, in der selbst Sandstrände aus zerbröselten Verpackungen bestehen.

    Plastik ist zum Symptom einer kranken Wirtschaftslogik geworden – linear, billig, blind gegenüber den sozialen und ökologischen Kosten.

    Dabei gäbe es längst Alternativen: biobasierte Materialien, Mehrwegsysteme, intelligente Designansätze, Lieferketten ohne Einwegverpackung. Viele dieser Innovationen existieren – sie müssten nur skaliert werden. Politisch gefördert. Wirtschaftlich bevorzugt.

    Doch solange die Rohstoffriesen weiter am Hebel sitzen, bleibt die Realität oft genau andersherum: Wer Plastik vermeidet, zahlt drauf. Wer es produziert, macht Gewinn.


    Der Elefant im Raum: fossile Interessen

    Plastik besteht nicht aus Luft und Liebe. Sondern zu 99 % aus fossilen Rohstoffen. Öl, Gas, Naphtha. Für die Petroindustrie ist Kunststoff ein Rettungsanker – ein Wachstumsfeld, während der Energiesektor zunehmend unter Druck gerät.

    Ein Verbot oder auch nur eine Deckelung der Plastikproduktion wäre ein direkter Angriff auf dieses Geschäftsmodell. Genau deshalb ist der Widerstand so erbittert.

    Ein Verhandlungsteilnehmer aus Kolumbien brachte es resigniert auf den Punkt:

    „Wir können so nicht weitermachen.“


    Hoffnung? Ja. Aber sie braucht Rückgrat.

    Es ist frustrierend zu sehen, wie ein so dringendes Thema in diplomatischen Endlosschleifen feststeckt. Aber die globale Empörung wächst. NGOs, Wissenschaftler:innen, engagierte Staaten – sie alle fordern Nachbesserungen, Transparenz, Beteiligung.

    Die Wissenschaft ist eindeutig. Die Öffentlichkeit ist bereit. Jetzt braucht es nur noch eins: politischen Mut.

    Zwei Fragen bleiben offen:

    Wie viele vergiftete Generationen wollen wir noch tolerieren?

    Und wer hat wirklich das letzte Wort – die Demokratie oder die Plastiklobby?

    Autor: Andreas M. Brucker

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