Schlagwort: Ukrainekrieg

  • Macron: Europa darf Kurs gegenüber Moskau nicht lockern

    Macron: Europa darf Kurs gegenüber Moskau nicht lockern

    Der Gipfel zwischen Donald Trump und Wladimir Putin in Alaska hat keine substanzielle Annäherung im Ukrainekrieg erbracht. Doch die diplomatische Geste hat in Europa eine Reaktion ausgelöst, die auf Geschlossenheit, strategische Wachsamkeit und klare Bedingungen für Frieden setzt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nutzte die Gelegenheit, um die europäische Haltung unmissverständlich zu bekräftigen: Solange Russland seine militärische Aggression fortsetzt, müsse der Druck bestehen bleiben – politisch, wirtschaftlich und strategisch. Europas rote Linien bleiben bestehen Noch am Tag nach dem Treffen zwischen Trump und Putin traten mehrere europäische Regierungschefs mit einer koordinierten Stellungnahme an die Öffentlichkeit. Ihre Botschaft: Die europäische Unterstützung für die Ukraine bleibt ungebrochen – ebenso wie der Wille, Russland weiterhin durch Sanktionen und politische Isolation unter Druck zu setzen. Emmanuel Macron, einer der Wortführer, machte dabei zwei Punkte besonders …

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Putin auf dem roten Teppich – aber ohne Zugeständnisse

    Putin auf dem roten Teppich – aber ohne Zugeständnisse

    Trumps Gipfeltreffen mit Russlands Präsident endet ohne Fortschritt im Ukraine-Konflikt

    Mit viel Pomp und Pathos empfing US-Präsident Donald Trump am 15. August 2025 den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf dem US-Militärstützpunkt Joint Base Elmendorf-Richardson in Anchorage, Alaska. Es war das erste persönliche Zusammentreffen der beiden Staatschefs seit 2019 – und doch mehr Inszenierung als Inhalt. Nach dreistündigen Gesprächen endete der Gipfel ohne konkrete Ergebnisse. In der zentralen Frage – einem Waffenstillstand oder gar einem Friedensabkommen für die Ukraine – blieb das Treffen substanzlos.

    Symbolik statt Substanz

    Der Ort des Treffens war nicht zufällig gewählt: Anchorage, militärisches Drehkreuz im Pazifikraum, unterstreicht Trumps Botschaft außenpolitischer Stärke. Der Empfang Putins war demonstrativ staatsmännisch – mit Überflügen von F-22-Kampfjets und einem B-2-Bomber. Beide Präsidenten fuhren demonstrativ gemeinsam in der „Beast“-Limousine, ein medienwirksames Signal vermeintlicher Annäherung.

    Doch inhaltlich blieb das Treffen vage. Trump sprach im Anschluss von einem „konstruktiven Austausch“, betonte aber, dass es „noch keinen Deal“ gebe. Putin wiederum sprach von einem „gemeinsamen Verständnis“, vermied aber jeden Hinweis auf konkrete Zugeständnisse – etwa einen Rückzug russischer Truppen oder eine Feuerpause. Stattdessen wiederholte er bekannte Forderungen: die Entmilitarisierung der Ukraine und deren Verzicht auf eine NATO-Mitgliedschaft.

    Kritik von Verbündeten und Betroffenen

    Die internationale Reaktion auf das Treffen fiel verhalten bis kritisch aus. In Kiew reagierte die ukrainische Regierung mit Enttäuschung und Sorge. Präsident Wolodymyr Selenskyj, der nicht in die Gespräche eingebunden war, warnte vor einer neuen russischen Taktik: Gespräche zu nutzen, um Zeit zu gewinnen, während der Krieg im Osten der Ukraine weitergeht.

    Auch innerhalb der NATO herrschte Skepsis. Während einige Mitgliedstaaten auf diplomatische Bewegung hofften, warnten andere davor, Putin Legitimität zu verschaffen, ohne dafür substanzielle Gegenleistungen zu erhalten. Trump, so der Tenor vieler westlicher Beobachter, habe eine Bühne geboten – ohne politisches Ergebnis.

    In den USA selbst fiel das Echo gespalten aus. Einige republikanische Stimmen lobten Trumps diplomatische Initiative und seine Bereitschaft zum Dialog. Andere – darunter ehemalige Militärs und Sicherheitsberater – warnten vor einem gefährlichen Signal: Russland werde als gleichwertiger Partner behandelt, während es weiterhin gegen internationales Recht verstoße.

    Der Gipfel im geopolitischen Kontext

    Trumps Außenpolitik folgt seit seiner Wiederwahl 2024 einer einfachen Prämisse: Stärke durch persönliche Diplomatie. Bereits im Februar hatte er bei einem Treffen in Saudi-Arabien mit arabischen Staaten für ein schnelles Ende des Ukraine-Kriegs geworben. Auch dort blieb der Ertrag mager. Die Gespräche in Alaska reihen sich ein in diese Strategie, die stark auf symbolische Bilder setzt – aber bislang kaum greifbare Resultate hervorgebracht hat.

    Putin hingegen nutzte das Treffen zur Rehabilitierung auf der internationalen Bühne. Nach Jahren der diplomatischen Isolation erschien er wieder als Gesprächspartner auf Augenhöhe mit dem US-Präsidenten – eine Wirkung, die sich innenpolitisch wie außenpolitisch ausnutzen lässt. Dabei konnte er seine Maximalforderungen wiederholen, ohne nennenswerte Konzessionen zu machen.

    Die USA und ihre Verbündeten stehen damit vor einem Dilemma: Gespräche sind notwendig, doch sie dürfen nicht dazu führen, dass völkerrechtswidriges Handeln de facto akzeptiert oder belohnt wird. Ein belastbarer Friedensprozess in der Ukraine bleibt ohne Beteiligung Kiews ebenso unrealistisch wie ohne ein Mindestmaß an gegenseitigem Vertrauen – beides war in Anchorage nicht erkennbar.

    Ob ein künftiges Dreiergespräch zwischen Trump, Putin und Selenskyj Bewegung in die festgefahrene Lage bringen kann, ist offen. Klar ist: Ohne politischen Willen zu echten Zugeständnissen auf russischer Seite bleiben auch die nächsten Gespräche bloß Kulisse.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Gipfeltreffen ohne Kiew: Wie das Treffen zwischen Trump und Putin in Alaska Selenskyj unter Druck setzt

    Gipfeltreffen ohne Kiew: Wie das Treffen zwischen Trump und Putin in Alaska Selenskyj unter Druck setzt

    Wenn sich Donald Trump und Wladimir Putin am Freitag im entlegenen Anchorage treffen, um über den Ukrainekrieg zu sprechen, dann fehlt ein zentraler Akteur: die Ukraine selbst. Auch die europäischen Partner sind außen vor. Für Präsident Wolodymyr Selenskyj ist das mehr als nur ein Affront – es ist eine geopolitische Schwächung in einem Moment, in dem seine militärische, politische und diplomatische Position ohnehin unter erheblichem Druck steht.

    Die Abwesenheit der Ukraine bei diesem bilateralen Gipfel markiert eine Rückkehr zu einem machtpolitischen Denken, das der Logik der Einflusssphären folgt. Wenn über die territoriale Integrität eines Staates verhandelt wird, ohne dessen Vertreter einzubeziehen, degradiert dies diesen Staat symbolisch wie faktisch zum Objekt internationaler Politik. Die Formel „Wer nicht am Tisch sitzt, steht auf der Speisekarte“ bringt diese Logik auf den Punkt.

    Für Selenskyj bedeutet dies eine sichtbare Marginalisierung: Die beiden mächtigsten Atommächte der Welt debattieren über das Schicksal seines Landes, ohne ihn zu konsultieren. Selbst wenn es das erklärte Ziel des Treffens ist, einen Waffenstillstand zu erreichen, bleibt der Ausschluss Kiews ein diplomatischer Affront und ein Signal an andere Akteure – insbesondere an Russland –, dass militärische Aggression nicht notwendigerweise zu Isolation, sondern womöglich sogar zu Verhandlungsgewinnen führen kann.

    Washingtons Kurswechsel und die Angst vor einem Deal zu Lasten der Ukraine

    Donald Trump hat bereits mehrfach durchblicken lassen, dass er wenig Interesse daran hat, die harte Linie seines Vorgängers gegenüber Russland fortzusetzen. Vielmehr betont er seine Bereitschaft zu einem schnellen Deal – auch um einen außenpolitischen Erfolg vor den Zwischenwahlen zu präsentieren. In Kiew wächst daher die Sorge, dass die USA bereit sein könnten, territoriale Konzessionen der Ukraine zumindest in Erwägung zu ziehen.

    Besonders brisant ist, dass Trump zuletzt öffentlich sein Unverständnis darüber geäußert hat, dass die Ukraine ein mögliches „Gebietstausch“-Modell kategorisch ablehnt. Diese Haltung untergräbt die ukrainische Verhandlungsposition und stellt indirekt das westliche Bekenntnis zur Unverletzlichkeit international anerkannter Grenzen infrage. Ein Friedensschluss, der auf Kosten ukrainischer Territorien geht, käme einer politischen Kapitulation gleich – und würde innenpolitisch von Selenskyj wohl kaum vermittelbar sein.

    Militärische Rückschläge und schwindende Spielräume

    Auf dem Schlachtfeld verzeichnet Russland seit Wochen kleine Fortschritte – insbesondere im Donbass. Ukrainische Truppen sehen sich in mehreren Frontabschnitten zum Rückzug gezwungen, Evakuierungen ziviler Bevölkerungsteile deuten auf eine sich verschärfende Lage hin. Zwar sind diese Bewegungen taktischer Natur und keine strategische Wende, doch sie verstärken den Eindruck eines zunehmenden Kräfteungleichgewichts.

    Hinzu kommt die strukturelle Abhängigkeit Kiews vom Westen: Ohne ausländische Waffenlieferungen und milliardenschwere Finanzhilfen – auch zur Deckung laufender Staatsausgaben – wäre der ukrainische Staat kaum handlungsfähig. Dass die US-Hilfen unter Trump bereits zurückgefahren wurden, verschärft die Unsicherheit. In dieser Lage wächst der Druck auf Selenskyj, Kompromissbereitschaft zu signalisieren – selbst wenn dies seine innenpolitische Basis weiter erodieren lässt.

    Die diplomatische Rehabilitierung Putins

    Der Gipfel in Alaska bedeutet nicht nur eine außenpolitische Herausforderung für die Ukraine, sondern auch eine symbolische Aufwertung für Russland. Seit der Invasion im Februar 2022 war Putin weitgehend von der westlichen Staatengemeinschaft isoliert. Nun trifft er sich mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten auf Augenhöhe – ohne dass Russland zuvor substanzielle Zugeständnisse gemacht hätte.

    Diese Normalisierung internationaler Kontakte trotz fortbestehender Aggression birgt langfristige Risiken: Sie könnte als Signal verstanden werden, dass militärische Fakten geschaffen und später diplomatisch legitimiert werden können. Für autokratische Regime weltweit wäre dies eine fatale Ermutigung. Dass Putin nun mit einem US-Präsidenten verhandelt, ohne dass die Kriegshandlungen nachgelassen haben oder Rückzüge erfolgt sind, stellt die Glaubwürdigkeit westlicher Abschreckung infrage.

    Ein Gipfel mit offenem Ausgang – aber großer Wirkung

    Ob das Treffen zwischen Trump und Putin zu konkreten Ergebnissen führt, ist offen. Einige Beobachter verweisen auf frühere Treffen der beiden Präsidenten, die eher als mediale Inszenierungen denn als diplomatische Durchbrüche in Erinnerung geblieben sind. Dennoch bleibt das Risiko bestehen, dass symbolische Gesten – etwa ein bilateraler Handschlag oder die Ankündigung eines vagen Fahrplans – bereits als Fortschritt verkauft werden.

    Für Selenskyj ergibt sich daraus eine Zwangslage: Sollte Trump eine Einigung mit Putin präsentieren, wird es schwer sein, sich dieser öffentlich zu widersetzen, ohne als Friedensverweigerer dazustehen. Gleichzeitig wäre die Zustimmung zu einem unausgewogenen Kompromiss ein politischer Offenbarungseid. In jedem Fall zeigt der Gipfel in Alaska, wie fragil die diplomatische Rückendeckung für die Ukraine geworden ist – und wie dringend notwendig eine konsolidierte europäische Position wäre, um weiteren geopolitischen Erosionsprozessen entgegenzuwirken.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Trump und Putin planen Gipfeltreffen – Neue Dynamik im Ukraine-Krieg?

    Trump und Putin planen Gipfeltreffen – Neue Dynamik im Ukraine-Krieg?

    Ein Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump soll „in den kommenden Tagen“ stattfinden. Die russische Seite bestätigte am Donnerstag, dass bereits konkrete Vorbereitungen für ein bilaterales Gipfeltreffen laufen. Die Initiative dazu ging offenbar von Washington aus. Ein gemeinsames Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat der Kreml hingegen abgelehnt.

    Das bevorstehende Treffen markiert einen Wendepunkt in der seit Jahren weitgehend eingefrorenen US-russischen Kommunikation auf höchster Ebene. Seit der Invasion der Ukraine im Februar 2022 hatte Washington unter Präsident Joe Biden jeglichen direkten Kontakt mit Moskau eingestellt. Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 hat diese Lage nun grundlegend verändert.

    Rückkehr zur Realpolitik?

    Nach seiner Wiederwahl im vergangenen Herbst hatte Trump mehrfach angekündigt, er wolle den Krieg in der Ukraine „innerhalb von 24 Stunden“ beenden – eine Aussage, die sowohl in Europa als auch in Teilen der amerikanischen Sicherheitsgemeinschaft auf Skepsis stieß. Nun scheint derUS-Präsident seine Ankündigungen in konkrete diplomatische Schritte umsetzen zu wollen.

    Trumps Sondergesandter Steve Witkoff hatte Moskau am Mittwoch besucht – laut russischer Seite ein „produktiver“ Austausch. In der Folge erklärte Trump öffentlich, es gebe eine „gute Chance“, dass es „sehr bald“ zu einem Treffen mit Putin komme. Ort und Zeit wurden bislang nicht bekannt gegeben. Die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtete am Donnerstag, dass die Vorbereitung auf diplomatischer Ebene bereits „in fortgeschrittenem Stadium“ sei.

    Kalkuliertes Machtspiel Moskaus

    Russlands außenpolitischer Berater Juri Uschakow sprach am Donnerstag von einem „grundsätzlichen Einverständnis“ zur Durchführung des Gipfels. Zugleich ließ er durchblicken, dass Russland jedoch ein trilaterales Format mit Selenskyj ablehne. Die Botschaft ist deutlich: Moskau sieht im neuen Washingtoner Kurs eine Chance, westliche Fronten aufzubrechen – und versucht, Trump für eine Lösung nach eigenen Bedingungen zu gewinnen.

    Putins Kalkül ist dabei klar: Sollte es ihm gelingen, Trump zu direkten Verhandlungen über einen Waffenstillstand oder gar eine territoriale Lösung zu bewegen – ohne ukrainische Beteiligung – könnte das den geopolitischen Spieß umdrehen. Eine solche Entwicklung würde nicht nur Kiew schwächen, sondern auch die europäische Geschlossenheit auf eine harte Probe stellen.

    Reaktionen in Europa: Sorge vor „Deal über die Köpfe hinweg“

    In Brüssel und Berlin werden die Nachrichten mit Sorge verfolgt. Schon in der Vergangenheit hatte Trump wenig Interesse an multilateralen Formaten gezeigt und stattdessen bilaterale „Deals“ bevorzugt – häufig mit Fokus auf kurzfristige Entspannung statt langfristiger Stabilität. Frankreich und Deutschland äußerten sich bislang zurückhaltend, man wies jedoch darauf hin, dass „jede Lösung für die Ukraine nur mit der Ukraine“ gefunden werden könne.

    Die NATO-Führung wiederum betonte die „Unverrückbarkeit der transatlantischen Solidarität“, ließ aber durchblicken, dass man sich auf mögliche strategische Neuausrichtungen vorbereite. Diplomaten in Brüssel sprechen offen von einer „Unsicherheitslage“.

    Eine neue Phase des Krieges?

    Der militärische Frontverlauf in der Ukraine ist seit Monaten weitgehend stabil, die Kriegsparteien wirken erschöpft. Russland hält weiterhin rund 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets besetzt, während Kiew mit westlicher Hilfe in der Defensive verharrt. In dieser festgefahrenen Lage könnte eine diplomatische Initiative neue Bewegung bringen – jedoch mit unklaren Folgen.

    Beobachter verweisen auf das Treffen zwischen Biden und Putin in Genf 2021, das zwar höflich, aber ergebnislos verlief. Nun, vier Jahre später, stehen beide Länder an ganz anderen Punkten. Trump hat wiederholt klargemacht, dass er die US-Hilfe für die Ukraine drastisch reduzieren könnte – und gleichzeitig droht er Ländern, die mit ihren Energie-Käufen die russische Kriegsmaschinerie stützen, empfindliche Strafzölle an…

    Unklar bleibt, welche konkreten Zugeständnisse beide Seiten bereit sind zu machen – und welchen Preis Putin für ein diplomatisches Einlenken fordert. Die russische Seite sprach zuletzt wiederholt von der „Notwendigkeit, neue geopolitische Realitäten anzuerkennen“ – eine Formulierung, die auf eine De-facto-Anerkennung russischer Gebietseroberungen hinauslaufen könnte.

    Die kommenden Tage dürften also nicht nur für die Ukraine, sondern auch für das transatlantische Bündnis richtungsweisend werden. Ein möglicher Trump-Putin-Deal könnte den Krieg beenden – oder den Westen vor eine Zerreißprobe stellen.

    Autor: P. Tiko

  • Trump verdoppelt Zölle auf Indien wegen russischem Öl – und weitere World-News

    Trump verdoppelt Zölle auf Indien wegen russischem Öl – und weitere World-News

    US-Präsident Donald Trump hat gestern eine Anordnung unterzeichnet, die die US-Zölle auf indische Importe auf 50 Prozent verdoppelt – als Strafmaßnahme für die anhaltenden Ölkäufe Indiens aus Russland.

    Der neue Zollsatz von 25 Prozent wird zu dem bereits vergangene Woche angekündigten Zoll von 25 Prozent hinzugerechnet. Sollte Indien den Import russischen Öls nicht einstellen, tritt die Maßnahme am 27. August in Kraft. Trump drohte zudem, ähnliche Sanktionen auch gegen andere Länder zu verhängen, die russische Energie kaufen – mit dem Ziel, Moskau zum Ende des Ukrainekriegs zu bewegen.

    Das indische Außenministerium bezeichnete den Schritt als „äußerst bedauerlich“ und betonte, dass die Ölimporte aus Russland notwendig seien, um den Energiebedarf der 1,4 Milliarden Einwohner zu decken. Indien ist nach China der zweitgrößte Importeur russischen Öls; auch die Türkei zählt zu den wichtigen Abnehmern.

    Eigentlich war erwartet worden, dass Trump den Handel mit Indien als Gegengewicht zu China stärken würde. Stattdessen hat er nun faktisch den wirtschaftlichen Krieg gegen Indien erklärt, so sehen Analysten die derzeitige Situation.

    Technologie: Trump und Apple-Chef Tim Cook kündigten an, dass Apple weitere 100 Milliarden Dollar in den USA investieren werde – ein Schritt, um drohenden iPhone-Zöllen zu entgehen. Gleichzeitig drohte Trump, ab kommender Woche 100-Prozent-Zölle auf alle im Ausland hergestellten Mikrochips zu erheben, sofern die Produzenten nicht in die USA investieren und dort Fertigungsstätten errichten.


    Trump will mit Selenskyj und Putin zusammentreffen

    Während eines Telefonats mit europäischen Regierungschefs erklärte Trump gestern, er wolle sich bereits in der kommenden Woche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammensetzen. Danach plane er, sowohl mit Putin als auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gemeinsam zu sprechen.

    Ob Putin oder Selenskyj dem gemeinsamen Treffen bereits zugestimmt haben, war zunächst unklar. Selenskyj erklärte in einem Statement, er habe mit Trump gesprochen und sich mit den europäischen Partnern darauf verständigt, dass der Krieg in der Ukraine „ein Ende finden müsse“ – jedoch müsse dieses „ehrlich“ sein.

    Trumps Ankündigung erfolgte nach einem Treffen seines Gesandten Steve Witkoff mit Putin. Russische Nachrichtenagenturen berichteten, dass die Gespräche im Kreml etwa drei Stunden dauerten.

    Trump bemüht sich seit Monaten um eine Verhandlungslösung im Ukrainekrieg, der nunmehr seit über drei Jahren andauert – bislang jedoch ohne greifbare Ergebnisse.


    China setzt auf KI im Informationskrieg

    Die chinesische Regierung greift laut aktuellen und ehemaligen US-Beamten sowie vorliegenden Dokumenten auf Unternehmen mit Expertise in Künstlicher Intelligenz zurück, um die öffentliche Meinung in Hongkong und Taiwan zu überwachen und gezielt zu beeinflussen.

    Interne Dokumente der chinesischen Firma GoLaxy zeigen, dass Peking gezielte Einflusskampagnen in beiden Regionen durchführte und zudem Daten über US-Kongressabgeordnete sowie andere einflussreiche Amerikaner sammelte. Fachleute warnen, dass der Einsatz von KI solche Operationen deutlich ausgeklügelter mache als frühere Beeinflussungsversuche.

    GoLaxy wies die Vorwürfe zurück und erklärte, man habe keine Arbeiten in Zusammenhang mit Hongkong oder anderen Wahlen durchgeführt. Die Produkte des Unternehmens basierten größtenteils auf frei zugänglichen Daten und richteten sich nicht gezielt gegen US-Beamte. Nachdem die New York Times das Unternehmen kontaktiert hatte, begann GoLaxy damit, Hinweise auf sicherheitsrelevante Arbeiten für die chinesische Regierung von seiner Website zu entfernen.


    WEITERE WICHTIGE MELDUNGEN

    Israel: Premierminister Benjamin Netanjahu will heute das Sicherheitskabinett einberufen, um eine Ausweitung der Militäroperation auf den gesamten Gazastreifen zu beraten.
    Pakistan: Ein Video über einen sogenannten Ehrenmord ist viral gegangen und zwingt die Behörden zur Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischer Gewalt.
    Sudan: Die paramilitärischen Rapid Support Forces kämpfen nach ihrer Vertreibung aus Zentral-Khartum um Gebietsgewinne in der Region Kordofan.
    Syrien: Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Beduinen und Drusen ist in Sweida eine Waffenruhe in Kraft, doch die Lage bleibt angespannt.
    USA: Ein US-Sergeant hat mit einer privaten Waffe auf einem Militärstützpunkt in Georgia fünf Soldaten verletzt.
    Ghana: Die Minister des Landes für Verteidigung und Umwelt starben bei einem Helikopterabsturz, bei dem alle acht Insassen ums Leben kamen.
    Italien: Nach 50 Jahren Planungen soll Sizilien künftig über eine Brücke mit dem italienischen Festland verbunden werden.
    Großbritannien: Ein unabhängiges Gremium hat Prinz Harry vom Vorwurf der Schikane, Belästigung und Sexismus in einer von ihm mitbegründeten Wohltätigkeitsorganisation freigesprochen.

    Autor: P. Tiko

  • Atomare Abschreckung in der Rhetorikfalle – Russland warnt vor US-U-Boot-Entsendung und vor Eskalation

    Atomare Abschreckung in der Rhetorikfalle – Russland warnt vor US-U-Boot-Entsendung und vor Eskalation

    Die Spannungen zwischen den USA und Russland erreichen einen neuen Höhepunkt, nachdem Washington zwei atomar bewaffnete U-Boote in eine nicht näher bezeichnete Region verlegt hat. Der Schritt erfolgte als Reaktion auf aggressive Äußerungen des russischen Ex-Präsidenten Dmitri Medwedew. Der Kreml mahnt nun zur rhetorischen Abrüstung – und zur Rückkehr auf den Boden strategischer Vernunft.

    Der Sprecher der russischen Präsidentschaft, Dmitri Peskow, reagierte am Montag auf die Entsendung der U-Boote mit einem Appell zur Mäßigung: „Wir glauben, dass alle Seiten größte Vorsicht walten lassen sollten, wenn es um Äußerungen zur Nuklearthematik geht.“ Russland wolle sich, so Peskow weiter, nicht in eine „Polarisierungsrhetorik hineinziehen lassen“, die lediglich zur Eskalation beitrage.

    Strategisches Muskelspiel im Schatten der Ukraine

    US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag öffentlich den Befehl zur Entsendung von zwei atomgetriebenen U-Booten bekannt gegeben – als direkte Antwort auf verbale Drohungen des früheren russischen Präsidenten Medwedew, der zuletzt offen über einen möglichen atomaren Schlag gegen „feindliche Hauptstädte“ gesprochen hatte. Details zur genauen Position oder Bewaffnung der U-Boote nannte Trump nicht. In einer Pressekonferenz am Montag sprach er lediglich davon, die Schiffe befänden sich „in der Region“.

    Ob es sich bei den Einheiten um mit Nuklearsprengköpfen bestückte Trägersysteme handelt – wie etwa Boomer der „Ohio“-Klasse – oder um Jagd-U-Boote mit konventioneller Bewaffnung, ließ das Pentagon offen. Die Unklarheit ist Teil der Strategie: Ambivalenz als Bestandteil nuklearer Abschreckung. In sicherheitspolitischen Kreisen wird der Schritt dennoch als bewusst gesetztes Signal verstanden – nicht nur an Moskau, sondern auch an Peking und Neu-Delhi.

    Medwedew als rhetorischer Brandstifter

    Die Zuspitzung kommt nicht von ungefähr. Dmitri Medwedew, einst als liberale Hoffnung innerhalb der russischen Elite gehandelt, hat sich in den letzten Jahren zu einem der schärfsten Falken im Kreml gewandelt. Seine jüngsten Äußerungen über „präventive Atomschläge“ gegen den Westen sind Ausdruck eines innenpolitischen Radikalisierungskurses, der sich auch auf die außenpolitische Kommunikation überträgt.

    Medwedews Rolle ist ambivalent: Einerseits dient er als Ventil für extreme Positionen innerhalb des Machtapparats, andererseits bereitet seine Rhetorik den Boden für eine Normalisierung nuklearer Drohkulissen im öffentlichen Diskurs.

    Ultimaten und wirtschaftlicher Druck

    Die US-amerikanische Machtdemonstration ist jedoch nicht nur militärisch motiviert. Trump koppelte sie an ein politisches Ultimatum: Russland müsse bis Ende der Woche „ernsthafte Schritte“ zur Beendigung des Ukraine-Krieges einleiten – andernfalls drohten neue Sanktionen. Dabei geht es insbesondere um sogenannte sekundäre Zölle auf Staaten, die weiterhin Handel mit Russland treiben. Die Drohung zielt vor allem auf China und Indien, deren wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Moskau in den letzten Monaten sogar intensiviert wurde.

    Diese Maßnahme würde eine weitere Eskalation im globalen Handel bedeuten – eine geopolitische Multiplikation des Konflikts in Osteuropa. Ökonomisch betrachtet handelt es sich um eine Strategie der Erstickung: Russland soll durch globale Isolation zu einem Kurswechsel gezwungen werden. Die Erfolgsaussichten sind jedoch fraglich, zumal China und Indien wirtschaftlich zu groß sind, um sich dauerhaft amerikanischem Druck zu beugen.

    Kalter Krieg reloaded?

    Die Ereignisse der letzten Tage rufen Erinnerungen an die tiefgefrorene Logik des Kalten Kriegs wach – inklusive der symbolischen Entsendung nuklearfähiger U-Boote als Teil diplomatischer Drohkulissen. Doch die geopolitischen Voraussetzungen haben sich verändert: Während der Kalte Krieg von klaren Blockkonfrontationen geprägt war, agieren heute multiple Mächte mit eigenständigen Interessen – nicht zuletzt die regionalen Hegemonialmächte Asiens.

    Dass die USA dennoch auf klassische Mittel der Abschreckung zurückgreifen, zeigt zweierlei: zum einen das wachsende Misstrauen gegenüber der russischen Führung, zum anderen aber auch eine strategische Ratlosigkeit im Umgang mit asymmetrischen Bedrohungen, hybrider Kriegsführung und einem zunehmend fragmentierten internationalen System.

    Der Kreml versucht nun, sich rhetorisch von Medwedews Aussagen zu distanzieren, ohne ihn offen zu desavouieren. Das ist ein Balanceakt: Zwischen innenpolitischer Machterhaltung und außenpolitischer Deeskalation. Denn am Ende droht aus kalkulierter Drohkulisse ein unkontrollierbares Eskalationsszenario zu werden.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Trump setzt Moskau unter Druck: Ultimatum an Putin verkürzt – zehn Tage für Frieden in der Ukraine

    Trump setzt Moskau unter Druck: Ultimatum an Putin verkürzt – zehn Tage für Frieden in der Ukraine

    Donald Trump hat seine Tonlage gegenüber Russland erneut verschärft. Der US-Präsident gab dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am heutigen Montag eine letzte Frist von „10 bis 12 Tagen“, um die Kriegshandlungen in der Ukraine zu beenden. Sollte Moskau bis dahin keine substanziellen Schritte zu einem Waffenstillstand unternehmen, droht Washington mit massiven wirtschaftlichen Sanktionen – darunter Importzölle von bis zu 100 Prozent.

    Das neue Ultimatum, ausgesprochen bei einem Besuch in Schottland, verkürzt den zuvor gesetzten Zeitraum von 50 Tagen drastisch. Die Ukraine reagierte prompt und begrüßte die amerikanische „Entschlossenheit“, während europäische Reaktionen verhaltener ausfielen.

    Der Schauplatz Turnberry – und die Rückkehr der „America First“-Diplomatie

    Trump gab seine Erklärung im schottischen Turnberry Golf Resort ab, einer seiner persönlichsten politischen Bühnen. Dort traf er sich mit dem britischen Premierminister Keir Starmer, der seinerseits eine stärkere europäische Rolle im Ukrainekrieg anstrebt. Während der Begegnung wurde jedoch deutlich, dass Washington nicht länger bereit ist, auf diplomatische Initiativen ohne nachweisbaren Fortschritt zu setzen.

    „Es gibt keinen Grund, länger zu warten. Wir sehen keine Fortschritte – nicht einmal symbolische“, so Trump. Die USA, so ließ der Präsident durchblicken, seien bereit, wirtschaftlichen Druck auszuüben, sollten multilaterale Gespräche erneut scheitern.

    Ukraine zeigt sich dankbar, EU bleibt vorsichtig

    Die Regierung in Kiew äußerte sich deutlich positiver als viele EU-Partner. Der Chef der ukrainischen Präsidialverwaltung, Andriy Yermak, sprach auf X (ehemals Twitter) von einem „klaren Friedenssignal durch Stärke“. Für die Regierung Selenskyj stellt das Ultimatum eine Möglichkeit dar, den internationalen Druck auf Russland aufrechtzuerhalten – besonders in einer Phase, in der die militärische Lage an mehreren Frontabschnitten stagniert.

    In Brüssel und Berlin hingegen mehren sich kritische Stimmen. Hinter vorgehaltener Hand wird bemängelt, dass Trump Kiew zwar unterstütze, aber gleichzeitig zentrale europäische Akteure bei seiner Entscheidungsfindung übergehe. Diplomaten verweisen auf mangelnde Abstimmung und die Gefahr, dass Russland politische Spaltung in der westlichen Allianz ausnutzen könnte.

    Das Instrumentarium: Zölle als geopolitisches Druckmittel

    Die Androhung von 100-Prozent-Zöllen auf russische Waren – und potenziell auch auf Produkte aus Drittstaaten, die mit Moskau kooperieren – ist ein ungewöhnlicher, aber nicht neuer Hebel in Trumps außenpolitischem Repertoire. Bereits während seiner ersten Amtszeit hatte er Strafzölle als Instrument strategischer Abschreckung eingesetzt – etwa gegen China oder die EU im Handelskonflikt 2018–2019.

    Nun richtet sich diese Politik erstmals explizit gegen einen Krieg führenden Staat in Europa. Die angekündigten Maßnahmen zielen darauf, Russlands Exportfähigkeit zu schwächen und gleichzeitig Drittländer zu einer Neupositionierung zu zwingen. Beobachter verweisen dabei auf die enge Abstimmung Washingtons mit London, während Paris und Berlin eher auf diplomatische Lösungen setzen.

    Ein riskantes Kalkül mit offenem Ausgang

    Dass Trump seinen anfänglich auf 50 Tage terminierten Zeitplan halbiert, lässt auf zunehmenden innen- wie außenpolitischen Druck schließen. Der Ukrainekrieg ist zu einem Symbolthema geworden – nicht nur für Amerikas geopolitische Führungsrolle, sondern auch für die innenpolitische Glaubwürdigkeit des Präsidenten.

    Ob das Ultimatum Wirkung zeigt, ist offen. Der Kreml hat bislang nicht auf die neue Frist reagiert. Putin dürfte versuchen, das Zeitfenster strategisch auszureizen, ohne offensichtliche Zugeständnisse zu machen. Gleichzeitig bleibt unklar, ob die angedrohten Zölle von den USA tatsächlich kurzfristig umgesetzt werden – und ob sie in einem multipolaren Welthandel die gewünschte Hebelwirkung entfalten.

    Die kommenden Tage werden zeigen, ob Trump den Ton weiter verschärft oder ob sich ein diplomatisches Fenster öffnet. In jedem Fall verdeutlicht das Ultimatum die Rückkehr eines außenpolitischen Stils, der auf maximale Hebelwirkung durch bilateralen Druck setzt – mit unsicherem Ertrag.

    Autor: P. Tiko

  • Gipfeltreffen in Aussicht? Selenskyj deutet Gesprächsbereitschaft mit Putin an – unter Vermittlung von Trump

    Gipfeltreffen in Aussicht? Selenskyj deutet Gesprächsbereitschaft mit Putin an – unter Vermittlung von Trump

    Die diplomatische Front im Ukrainekrieg zeigt erste Bewegung: Bei einem dritten Verhandlungszyklus zwischen Kiew und Moskau, der diese Woche in Istanbul stattfand, ist anscheinend erstmals seit Monaten konkret über ein mögliches Gipfeltreffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen worden. Dabei zeichnet sich eine neue, brisante Dimension ab – mit Donald Trump als möglichem Vermittler.

    Seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 galt ein direktes Treffen der beiden Präsidenten stets als hypothetisch. Zu weit lagen die Positionen auseinander, zu groß war das gegenseitige Misstrauen. Doch nun scheint sich zumindest auf ukrainischer Seite eine vorsichtige Öffnung abzuzeichnen. „Wir müssen diesen Krieg beenden – und das beginnt wahrscheinlich mit einem Treffen der Staatschefs“, erklärte Selenskyj am Donnerstag gegenüber internationalen Medien.

    Trumps Ultimatum als neuer Verhandlungsrahmen

    Besonders bemerkenswert ist die Rolle, die Donald Trump in den jüngsten Verhandlungen spielt. Der US-Präsident setzt auf direkte Einflussnahme. Bereits im Juni hatte er öffentlich angekündigt, den Krieg binnen 50 Tagen nach Amtsantritt beenden zu wollen – ein Ultimatum, das er nun mit einer harschen Sanktionsdrohung gegen Russland unterfüttert hat. Laut ukrainischen Medienkreisen soll Trump signalisiert haben, bereit zu sein, persönlich als Vermittler an einem Gipfeltreffen teilzunehmen.

    Die ukrainische Delegation unter Leitung von Rustem Umerov schlug in Istanbul ein Treffen bis spätestens Ende August vor – rechtzeitig vor dem Ablauf von Trumps Frist. Offiziell gibt es dazu weder von Kiew noch von Washington eine Bestätigung. Die bloße Erwähnung dieser Initiative jedoch zeigt, wie sehr sich die Dynamik seit dem Frühjahr verändert hat.

    Putin stellt Bedingungen – und wartet ab

    Aus Moskau kamen bislang nur verhaltene Reaktionen. Präsident Putin ließ über Kremlsprecher Dmitri Peskow ausrichten, dass er ein Gipfeltreffen erst in einer „finalen Phase“ der Verhandlungen für denkbar halte. Die aktuellen Gespräche in Istanbul bezeichnete er zwar als „notwendig“, betonte jedoch die mangelnden Fortschritte. Tatsächlich bleiben die Positionen nach wie vor diametral: Während Kiew auf eine vollständige Wiederherstellung der territorialen Integrität einschließlich der Krim pocht, besteht Moskau auf einer „neuen Sicherheitsarchitektur“, die eine faktische Neutralität der Ukraine einschließt.

    Hinzu kommt ein neuer geopolitischer Faktor: China, das sich lange zurückgehalten hatte, signalisierte laut einem Bericht der Financial Times vom 24. Juli erstmals Bereitschaft, an einem multilateralen Friedensprozess teilzunehmen. Auch Indien und Brasilien wurden in den letzten Wochen wiederholt als mögliche Moderatoren ins Spiel gebracht – ein Indiz dafür, dass der Krieg zunehmend als globale Herausforderung wahrgenommen wird.

    Taktisches Zeitspiel auf beiden Seiten

    Dass Selenskyj jetzt öffentlich über ein Treffen mit Putin spricht, könnte auch innenpolitisch motiviert sein. Angesichts schwindender westlicher Unterstützung und zunehmender Kriegsmüdigkeit in der ukrainischen Bevölkerung wächst der Druck, diplomatische Perspektiven aufzuzeigen. Auch in den USA selbst hat sich das Klima verändert: Teile der republikanischen Mehrheit im Repräsentantenhaus sprechen sich gegen weitere Militärhilfen für die Ukraine aus, während Trump mit dem Versprechen wirbt, „Amerika aus fremden Kriegen herauszuhalten“.

    Für Putin wiederum bietet ein Gipfeltreffen die Chance, international wieder als legitimer Gesprächspartner aufzutreten – ohne dabei militärisch nachzugeben. Die Aussicht auf ein Foto mit Trump und Selenskyj könnte helfen, die eigene Position im globalen Süden zu stärken. Entscheidend wird sein, ob es im Hintergrund konkrete Fortschritte etwa bei Gebietsfragen oder bei Sicherheitsgarantien gibt.

    Noch ist offen, ob das angedachte Treffen tatsächlich zustande kommt. Doch allein die Diskussion darüber markiert einen Wendepunkt im diplomatischen Umgang mit dem Krieg. Während an der Front weiterhin gekämpft wird, beginnt auf der politischen Ebene ein neues Kapitel – mit potenziell weitreichenden Folgen für die europäische Sicherheitsordnung.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Ein Pilot an der Spitze – General Fabien Mandon übernimmt das Kommando über Frankreichs Streitkräfte

    Ein Pilot an der Spitze – General Fabien Mandon übernimmt das Kommando über Frankreichs Streitkräfte

    Am 23. Juli 2025 wurde General Fabien Mandon zum neuen Chef des französischen Generalstabs ernannt. Der erfahrene Kampfpilot und Präsidentenberater folgt auf General Thierry Burkhard und wird damit zum ersten Luftwaffenoffizier seit drei Jahrzehnten, der an die Spitze der französischen Streitkräfte tritt. Seine Ernennung markiert nicht nur eine persönliche Karrierekrönung, sondern auch einen institutionellen Einschnitt – in einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen und strategischer Neuausrichtungen. Symbolischer Generationswechsel Mit Mandon übernimmt ein General das Kommando, dessen berufliche DNA in der Luftwaffe verwurzelt ist – und nicht, wie bei der Mehrheit seiner Vorgänger, im Heer. Dieser Bruch mit der personellen Tradition ist kein Zufall. Die französischen Streitkräfte befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel: Gefordert sind künftig nicht mehr nur konventionelle Bodeneinsätze in Übersee, sondern komplexe, hochtechnologische Operationen auf europäischem Boden, im Lu…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Macron und Putin sprechen wieder miteinander: Zwischen Pragmatismus und Prinzipientreue

    Macron und Putin sprechen wieder miteinander: Zwischen Pragmatismus und Prinzipientreue

    Erstmals seit fast drei Jahren haben der französische Präsident Emmanuel Macron und der russische Präsident Wladimir Putin wieder miteinander telefoniert. Das über zweistündige Gespräch am 1. Juli 2025 drehte sich um zwei der derzeit gefährlichsten geopolitischen Brandherde: den Krieg in der Ukraine und die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten. Frankreichs Entscheidung, trotz unverändert scharfer westlicher Sanktionen den Dialog mit Moskau wieder aufzunehmen, wirft Fragen nach Ziel, Timing und Folgen dieser diplomatischen Offensive auf. Ein Gespräch mit historischem Gewicht Das letzte direkte Gespräch zwischen Macron und Putin fand im September 2022 statt, kurz nach dem Beginn der großflächigen russischen Offensive in der Ukraine. Seitdem hatten sich die diplomatischen Kanäle zwischen Paris und Moskau auf ein Minimum reduziert. Macrons Initiative markiert daher einen signifikanten Schritt der französischen Außenpolitik, die traditionell auf den Erhalt von Gesprächsformaten setzt, au…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…