Schlagwort: Trump

  • Ukraine meldet massivsten Drohnenangriff seit Kriegsbeginn – und andere World-News

    Ukraine meldet massivsten Drohnenangriff seit Kriegsbeginn – und andere World-News

    Russland hat laut ukrainischen Angaben fast 500 Drohnen und Raketen auf das Land abgefeuert – der bislang größte Angriff dieser Art seit Beginn des Krieges vor über drei Jahren.

    Die ukrainische Luftabwehr war auf Zack: Die meisten Geschosse wurden abgefangen, größere Schäden blieben aus. Eine Person kam ums Leben. Dass Russland die Schlagzahl dieser Angriffe erhöht, hängt wohl mit dem Stillstand der Friedensverhandlungen zusammen.

    Es gibt jedoch auch ein vorsichtiges Zeichen der Hoffnung: Beide Länder bestätigten am Montag einen neuen Gefangenenaustausch. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, man habe mit dem Austausch von „Verwundeten, Schwerverletzten und unter 25-Jährigen“ begonnen. Weitere Freilassungen seien in den kommenden Tagen geplant.

    NATO ruft zum „Quantensprung“ in der Verteidigung auf

    Der NATO-Generalsekretär forderte am Montag einen grundlegenden Kurswechsel in der kollektiven Verteidigung – ein „Quantensprung“ sei notwendig, sagte er. Die Mitgliedsstaaten müssten deutlich mehr in ihre Militärbudgets investieren.

    Trump schickt Marines nach Kalifornien – Spannungen eskalieren in Los Angeles

    In der Nacht zum Montag kam es in der Innenstadt von Los Angeles zu angespannten Szenen. Nach einem weitgehend friedlichen Protesttag gegen die Abschiebungsoffensiven von Präsident Trump und infolge seiner Anordnung, deutlich mehr Truppen nach Kalifornien zu entsenden, nahm die Lage eine dramatische Wendung.

    Sicherheitskräfte setzten Blendgranaten und Gummigeschosse ein, um die Menge auseinanderzutreiben. In voller Kampfmontur umzingelten Polizisten und Nationalgardisten ein Bundesgebäude – der Abend brach herein und die Protestierenden zogen weiter in Richtung Little Tokyo. Die Situation blieb unübersichtlich. Reporter vor Ort berichteten live über das Geschehen – teils unter gefährlichen Bedingungen.

    Die Spannungen zwischen Kalifornien und der Regierung in Washington spitzten sich weiter zu. Nachdem die Trump-Administration die Zahl der entsandten Soldaten mehr als verdoppelte – insgesamt 4.000 Nationalgardisten und 700 Marines sollen geschickt werden – kündigte die kalifornische Führung rechtliche Schritte gegen den Präsidenten an.

    Auch Medienschaffende gerieten zwischen die Fronten: Mehrere Reporter wurden während der Proteste verletzt. Besonders auffällig: Lauren Tomasi vom australischen Sender 9News wurde während einer Live-Schaltung von einem nicht-tödlichen Gummigeschoss getroffen. Ein Reporter der „Times“ wurde ebenfalls angeschossen und musste ins Krankenhaus – zum Glück ohne ernsthaften Verletzungen.

    Hamas soll Helfer bedroht haben

    Die Israel-unterstützte Gaza Humanitarian Foundation, die als Alternative zur UN-Hilfsverteilung gegründet wurde, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Hamas. Diese soll Mitarbeitende der Organisation bedroht haben, die Lebensmittel an Bedürftige verteilten. Hamas bestreitet die Anschuldigungen vehement und wirft der Stiftung ihrerseits mangelnde Neutralität vor.

    Die Lage rund um das neue Hilfssystem ist ohnehin chaotisch: Schießereien in der Nähe der Verteilstellen forderten Dutzende Todesopfer, Hunderte wurden verletzt. Seit Beginn der Hilfsaktionen Ende Mai herrscht ein Ausnahmezustand.

    Für zusätzliche Brisanz sorgte der Vorfall rund um das Schiff „Madleen“, das auf dem Weg nach Gaza von Israel abgefangen wurde. An Bord: Aktivistin Greta Thunberg und die französisch-palästinensische Europaabgeordnete Rima Hassan. Laut israelischen Angaben sollen alle Passagiere in ihre Heimatländer zurückgebracht werden.

    Weitere Schlagzeilen weltweit

    Handel: Vertreter der USA und Chinas trafen sich zu Verhandlungen über eine Lösung im Zollkonflikt. Das Gespräch soll heute abgeschlossen werden. Im Zentrum: Chinas Exportkontrolle eines seltenen Erdenmetalls.

    Italien: Eine Volksabstimmung zur Lockerung der Einbürgerungsregeln scheiterte kläglich – weniger als ein Drittel der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.

    Kolumbien: Erschreckende Szenen in den sozialen Medien: Ein Video zeigt ein Attentat auf den Präsidentschaftskandidaten Miguel Uribe Turbay. Das Land ist schockiert.

    New York: Im Prozess gegen Sean Combs schilderte eine Ex-Freundin, wie sie aus Angst vor Repressalien zu sexuellen Aktivitäten gezwungen worden sei – brisante Enthüllungen am Rande des Pop-Business.

    Klima: Hitzewellen in den Weltmeeren nehmen rasant zu. Die Folgen sind dramatisch: veränderte Meereslebensräume, steigende Pegel, extreme Wetterlagen.

    Medien: Ein US-Richter wies eine Klage von Schauspieler Justin Baldoni gegen Blake Lively, Ryan Reynolds und die „New York Times“ ab.

    Serbien: Umweltschützer torpedieren Trumps Hotelpläne in Belgrad – ein Baustopp könnte dem Projekt das Genick brechen.

    YouTube: Die Video-Plattform lockert ihre Moderationsregeln – Content-Creator weltweit dürften sich freuen.

    Von Andreas M. Brucker

  • Trump gegen Newsom: Machtprobe in Kalifornien – Zwischen Eskalation und Verfassungskrise

    Trump gegen Newsom: Machtprobe in Kalifornien – Zwischen Eskalation und Verfassungskrise

    Es brodelt in Kalifornien – nicht wegen eines Erdbebens, sondern wegen eines politischen Bebens, das die Grundfesten der amerikanischen Demokratie erschüttern könnte. Im Zentrum: US-Präsident Donald Trump und Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom. Der Vorwurf: Trump wolle Newsom festnehmen lassen und weitere Truppen nach Los Angeles schicken. Doch was ist dran an diesen Berichten?

    Gerüchte, Tweets und Drohungen

    Was klingt wie ein politischer Thriller, ist derzeit noch Spekulation – zumindest auf offizieller Ebene. Trump hat sich in gewohnt scharfer Manier über Newsom geäußert, ihm Versagen vorgeworfen und betont, dass eine „Wiederherstellung der Ordnung“ notwendig sei. Doch von einer tatsächlichen Festnahme oder einem juristischen Verfahren gegen den Gouverneur fehlt bisher jede belastbare Spur.

    Die Gerüchteküche brodelt dennoch gewaltig. Von weiteren 2.000 Soldaten ist die Rede, die angeblich in Bereitschaft stehen. Doch: Weder Pentagon noch Heimatschutzministerium haben solche Pläne bislang offiziell bestätigt. Selbst das Weiße Haus schweigt – ein Umstand, der Spekulationen erst recht Nahrung gibt.

    Ein Gouverneur wehrt sich

    Newsom zeigt sich indes kämpferisch. In einer Pressekonferenz erklärte er, dass jeglicher Einsatz der Nationalgarde oder der US-Marines ohne seine ausdrückliche Zustimmung verfassungswidrig sei. Er hat sogar eine Klage gegen die Bundesregierung eingereicht – ein ungewöhnlicher, aber folgerichtiger Schritt.

    „Kalifornien lässt sich nicht einschüchtern“, so Newsom. Eine klare Kampfansage in Richtung Washington. Doch was passiert, wenn der Präsident auf Konfrontation schaltet und tatsächlich noch weitere Truppen entsendet?

    Eine solche Eskalation – etwa die Festnahme eines amtierenden Gouverneurs – wäre ein Tabubruch historischen Ausmaßes. Die Gewaltenteilung in den USA würde auf eine harte Probe gestellt. Die Frage ist: Könnte Trump diesen Schritt wirklich wagen, oder handelt es sich lediglich um eine politische Drohkulisse?

    Ein Blick in die Geschichte zeigt: So etwas hat es noch nie gegeben. Auch unter heftig umstrittenen Präsidenten blieb die Unabhängigkeit der Bundesstaaten unangetastet. Kalifornien ist dabei ein besonderer Fall – wirtschaftlich stark, politisch progressiv, oft im Widerspruch zu republikanischen Präsidenten. Doch selbst in Zeiten massiver Meinungsverschiedenheiten blieb die föderale Balance bislang gewahrt.

    Jetzt könnte sich das ändern.

    Der stille Widerstand

    Auffällig: Selbst aus den Reihen der Republikaner kommt leiser Widerspruch. Mehrere konservative Senatoren und Ex-Regierungsbeamte haben anonym geäußert, dass eine militärische Eskalation in einem Bundesstaat „politisch selbstmörderisch“ wäre – und verfassungsrechtlich kaum haltbar.

    Ein Ex-General sprach sogar von „einem gefährlichen Spiel mit dem Feuer“. Der Einsatz von Militär gegen die eigene Bevölkerung oder gegen demokratisch gewählte Vertreter könnte das ohnehin fragile Vertrauen in Institutionen endgültig erschüttern. Will man das wirklich riskieren?

    Kalifornien als Prüfstein

    Was sich in Los Angeles und Sacramento abspielt, ist längst mehr als ein regionaler Konflikt. Es ist ein Prüfstein für die amerikanische Demokratie. Wie weit darf ein Präsident gehen, wenn er glaubt, dass ein Bundesstaat außer Kontrolle gerät? Und was passiert, wenn sich ein Gouverneur weigert, zu gehorchen?

    In den sozialen Netzwerken überschlagen sich derweil die Meinungen. Unterstützer Trumps sprechen von notwendiger Härte, Kritiker von einem verfassungswidrigen Putschversuch. Die Fronten sind verhärtet, die Rhetorik aufgeheizt.

    Die meisten Kalifornier haben sich offenbar auf einen langen heissen Sommer eingestellt – einen Sommer, in dem das politische Feuer erbarmungslos brennt.

    Die kommenden Tage dürften entscheidend sein. Ob es bei Drohungen bleibt oder die politische Eskalation eine neue Stufe erreicht, hängt auch davon ab, wie groß der Rückhalt für Trump tatsächlich ist – in seiner Partei, beim Militär, in der Bevölkerung.

    Eines aber ist jetzt schon klar: Wenn ein Präsident versucht, einen Gouverneur aus dem Amt zu entfernen oder mit Truppen einzuschüchtern, steht mehr auf dem Spiel als nur die politische Karriere einzelner Männer. Dann steht das Fundament der amerikanischen Demokratie auf dem Prüfstand.

    Von C. Hatty

  • Test der Glaubwürdigkeit: Macron fordert von den USA klare Kante gegen Moskau

    Test der Glaubwürdigkeit: Macron fordert von den USA klare Kante gegen Moskau

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Haltung der Vereinigten Staaten im Ukraine-Konflikt als „Test der Glaubwürdigkeit“ bezeichnet. Bei seinem Besuch in Singapur bezog er ungewohnt deutliche Positionen gegenüber Washington und stellte den politischen Willen der USA zur Beendigung des Krieges in der Ukraine offen in Frage. Diese Aussagen markieren eine neue Phase der europäischen Erwartungshaltung an den transatlantischen Partner. Macrons Worte fallen in eine Phase diplomatischer Stagnation. Die Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland scheinen wieder einmal festgefahren. Zwar gibt es internationale Initiativen, wie das von der Türkei vorgeschlagene Dreier-Treffen zwischen Wladimir Putin, Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump, doch bislang fehlt es an konkreten Fortschritten. Vor diesem Hintergrund fordert Macron ein entschiedenes Handeln vonseiten der Vereinigten Staaten. Ein Appell mit doppelter Botschaft Die Wortwahl Macrons ist bemerkenswert. Indem er den Begr…

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  • USA und EU beginnen Handelsverhandlungen – und weitere World-News

    USA und EU beginnen Handelsverhandlungen – und weitere World-News

    Maros Sefcovic, der Handelskommissar der EU, sprach gestern mit Howard Lutnick, dem US-Handelsminister, einen Tag nachdem Präsident Trump angekündigt hatte, dass er die 50-prozentigen Zölle auf alle EU-Importe verschieben werde, um mehr Zeit für Verhandlungen zu schaffen. Sefcovic schrieb später in sozialen Medien, dass sich die EU „nach wie vor voll und ganz konstruktiven und zielgerichteten Bemühungen“ für ein Abkommen verpflichtet fühle.

    Am Sonntag sprach Trump telefonisch mit Ursula von der Leyen, der Präsidentin der Europäischen Kommission. Eine Sprecherin der Kommission, Paula Pinho, sagte gestern, dass das Gespräch zwischen den beiden Führungspersönlichkeiten den Verhandlungen „neuen Schwung“ gegeben habe. Ziel ist es, vor dem 9. Juli eine Lösung zu finden – an diesem Tag sollen ansonsten die Zölle in Kraft treten.

    Doch der Weg zur Deeskalation bleibt schwierig. Die USA und die EU verfolgen weiterhin unterschiedliche Prioritäten. Und es ist unklar, ob sich die Forderungen oder Angebote überhaupt signifikant verändert haben.

    Ein Sprecher der Kommission sagte gestern, dass die EU weiterhin vorschlage, dass beide Seiten die Zölle auf Industriegüter auf null senken. Er deutete außerdem an, dass die EU ihre Listen für Vergeltungszölle überarbeite – mit denen europäische Länder amerikanische Importe wie Maschinen, Sojabohnen und Bourbon belegen könnten.

    Die Trump-Regierung hat von den europäischen Ländern verlangt, ihr Verbrauchssteuersystem sowie zentrale digitale Vorschriften zu ändern – Forderungen, die europäische Beamte ablehnen.


    Ukraine: Während Russland weiter angreift, zieht sich die USA zurück

    Russland startete gestern erneut massive Luftangriffe auf ukrainische Städte und Dörfer, während sich die USA zunehmend aus dem Konflikt und diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Kriegs zurückziehen.

    Mindestens 355 russische Drohnen seien laut der Ukraine über das Land geschwärmt, begleitet von neun Raketen, die von Bombern abgefeuert wurden. Der Angriff erfolgte, nachdem Trump in sozialen Medien Präsident Wladimir Putin beschuldigte, „völlig DURCHZUDREHEN“ in seinem Versuch, die Ukraine zu erobern – gleichzeitig warf er jedoch dem ukrainischen Präsidenten vor, provokative Worte benutzt zu haben. In einem Kommentar sagte er: „Das ist nicht Trumps Krieg.“

    Trotz seiner Rhetorik hat Trump sich geweigert, sich den Europäern bei neuen Finanzsanktionen gegen Russland anzuschließen, und hat der Ukraine keine neuen Waffen oder andere Hilfen angeboten. Trumps Beschwerden über das anhaltende Töten, gepaart mit seiner Weigerung, Putin auch nur einen bescheidenen Preis zahlen zu lassen, sei ein bekanntes Muster, sagen Experten und Beamte.


    Ein Autofahrer rast in eine Menschenmenge in Liverpool

    Fast 50 Menschen wurden gestern verletzt, als ein Fahrer in eine Menschenmenge raste, die den Premier-League-Sieg Liverpools feierte. Vier Kinder wurden verletzt, eines davon schwer. Der Fahrer, ein 53-jähriger Brite, wurde von der Polizei festgenommen.

    Die stellvertretende Polizeichefin Jenny Sims sagte, die Ermittler gingen davon aus, dass es sich um einen Einzelfall handle, der nicht als Terrorakt eingestuft werde. Sie sagte, die Behörden suchten keine weiteren Beteiligten, machte aber bisher keine Angaben zu einem möglichen Motiv.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Venezuela: Die Partei des Autokraten Nicolás Maduro erklärte sich bei den Regional- und Parlamentswahlen zum Sieger, doch die Wahllokale waren nahezu leer, und die Ergebnisse wurden nicht veröffentlicht.

    Gaza: Der Leiter eines neuen, umstrittenen Hilfsprogramms im Gazastreifen trat zurück, da er seine Arbeit nicht unabhängig ausüben könne.

    Migration: Die Trump-Regierung hat Tausende venezolanische Migranten zur freiwilligen Ausreise gedrängt .

    Energie: US-Firmen, die große Batterien zur Speicherung grüner Energie produzieren, sind auf chinesische Komponenten und staatliche Subventionen angewiesen. Trumps Zölle und Steuerpläne könnten das gefährden.

  • Bluttat in Washington: Zwei israelische Botschaftsangestellte erschossen – und weitere World-News

    Bluttat in Washington: Zwei israelische Botschaftsangestellte erschossen – und weitere World-News

    In einem Vorfall, der weltweit Entsetzen ausgelöst hat, sind zwei Mitarbeiter der israelischen Botschaft in Washington, D.C., erschossen worden. Der mutmaßliche Täter, Elias Rodriguez aus Chicago, wurde wegen Mordes ersten Grades und weiterer Straftaten angeklagt. Der Angriff ereignete sich am späten Mittwochabend vor dem Capital Jewish Museum, nur wenige Meter vom Veranstaltungsort eines Empfangs für junge Diplomaten entfernt.

    Laut US-Behörden hat Rodriguez eine Vergangenheit als pro-palästinensischer Aktivist. Direkt nach seiner Festnahme rief er: „Free, free Palestine“. Die Ermittler bezeichnen die Tat ganz klar als Terrorakt.

    Was ist passiert?

    Rodriguez näherte sich vier Personen, die gerade eine Veranstaltung in dem Museum verließen. Unvermittelt eröffnete er das Feuer. Zwei von ihnen – Yaron Lischinsky (30) und Sarah Milgrim (26) – traf es tödlich. Die beiden waren ein Paar. Während Milgrim als wissenschaftliche Assistentin in der politischen Abteilung der Botschaft arbeitete, organisierte Lischinsky, der auch einen deutschen Pass besaß, Bildungsreisen nach Israel. Tragisch: Er hatte kurz zuvor einen Verlobungsring gekauft.

    Nach der Schießerei drang Rodriguez ins Museum ein, wo Sicherheitskräfte ihn schließlich überwältigten. Überwachungsvideos zeigen, wie er zunächst an den späteren Opfern vorbeiging, sich dann umdrehte und ihnen mehrfach in den Rücken schoss – selbst nachdem sie bereits am Boden lagen.

    Die Attacke erinnert viele an ein Ereignis, das über fünf Jahrzehnte zurückliegt: Damals wurde ein israelischer Militärattaché in Maryland vor seinem Haus erschossen. Der Täter von damals blieb nie gefasst – ein düsteres Echo der Vergangenheit.

    Organisationen, die Hassverbrechen dokumentieren, sprechen von einem dramatischen Anstieg antisemitischer Vorfälle weltweit.

    Erste Lebensmittelhilfe erreicht Gaza – doch reicht das?

    Gleichzeitig blickt die Welt auch nach Gaza. Zum ersten Mal seit Beginn der israelischen Blockade vor mehreren Monaten traf gestern eine größere Menge humanitärer Hilfe im Küstenstreifen ein. Etwa 90 Lastwagen mit Lebensmitteln passierten die Grenze – laut den Vereinten Nationen allerdings nur ein Bruchteil des tatsächlich benötigten Umfangs.

    Die UN warnt: Der von Israel vorgegebene Transportweg sei extrem gefährlich. Ohne eine Kursänderung bestehe ein hohes Risiko von Plünderungen. Die israelische Weigerung, Treibstoff und mehr Nahrung ins Gebiet zu lassen, habe laut UN „weit verbreiteten Hunger“ zur Folge gehabt.

    Kleine Hoffnung: Einige Bäckereien nahmen gestern ihre Produktion wieder auf – erstmals seit dem 2. April. Die Folge: Große Menschenmengen vor den Verkaufsstellen, mit entsprechenden Sicherheitsbedenken für die Beschäftigten.

    Südafrika: Frust und Spott über US-Flüchtlingspolitik

    Ganz andere Töne schlagen derzeit viele schwarze Südafrikaner:innen an – sarkastisch, doch mit ernstem Hintergrund. Seit Ex-Präsident Donald Trump im Februar erklärte, weißen Südafrikanern solle eine bevorzugte Umsiedlung in die USA ermöglicht werden, kocht in Südafrika die Stimmung hoch.

    Wer Apartheid erlebt hat oder mit ihren Spätfolgen kämpft, sieht in Trumps Plänen eine geschmacklose Verdrehung der Realität: Ausgerechnet Nachfahren von Kolonialherren sollen nun als Opfer bezeichnet werden? Viele reagieren mit Humor – einem Humor, der mehr verletzt als lacht.

    Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa verließ ein Treffen mit Trump in Washington sichtlich irritiert und enttäuscht. Während des Treffens zeigte Trump ein Video, das angeblich Massengräber weißer Farmer beweisen sollte. Das Material war nachweislich gefälscht und stammte aus einem anderen afrikanischen Land.

    Kurzmeldungen aus aller Welt

    • Unser Planet verlor im letzten Jahr so viel Wald wie nie zuvor – vor allem wegen Bränden.
    • Ukraine startete eine massive Drohnenoffensive auf zehn russische Regionen, darunter Moskau.
    • G7-Finanzminister bekräftigen Unterstützung für die Ukraine und drohen Russland mit neuen Sanktionen.
    • Die illegale Zuwanderung nach Großbritannien halbierte sich 2024 im Vergleich zum Vorjahr.
    • Kanadas Provinz Alberta bereitet ein Referendum zu ihrer Abspaltung vor.
    • In China stürzte das Dach eines historischen Turms ein – Behörden ermitteln.
    • BYD verkaufte im April in Europa mehr E-Autos als Tesla – ein Novum.
    • OpenAI plant ein riesiges Rechenzentrum in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
    • In Großbritannien wurde ein Rapper der Band Kneecap wegen Terrorverdachts angeklagt – er soll bei einem Konzert eine Hisbollah-Flagge gezeigt haben.

    Aus den USA

    • Harvard darf laut Trump-Regierung keine internationalen Studierenden mehr aufnehmen – die eingeschriebenen etwa 6.000 in Harvard studierenden ausländer müssen sich eine andere Universität suchen.
    • Das US-Repräsentantenhaus beschloss ein Gesetz, das Steuern senkt und gleichzeitig Sozialhilfen kürzt – Trumps Politik in Reinform.
    • Rapper Kid Cudi sagte im Prozess gegen Sean Combs aus: Sein Porsche sei bei einem Besuch des Musikmoguls in Flammen aufgegangen.
    • In San Diego stürzte ein Kleinflugzeug in ein Wohnviertel – sechs Tote werden noch in den Trümmern befürchtet.
    • Das US-Finanzministerium will die Produktion von Ein-Cent-Münzen einstellen.

    Von C. Hatty

  • Trump greift Südafrikas Präsidenten mit fragwürdigen Anschuldigungen an – und andere World-News

    Trump greift Südafrikas Präsidenten mit fragwürdigen Anschuldigungen an – und andere World-News

    Während eines angespannten Treffens im Weißen Haus kam es zu einem Eklat: Donald Trump konfrontierte den südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa mit einem Video und mehreren Papieren, in denen angeblich die „rassistische Verfolgung weißer Südafrikaner“ dokumentiert sein sollte – inklusive Morden.

    Trump blätterte durch die Ausdrucke und wiederholte dabei mehrfach: „Tod, Tod, Tod.“ Ramaphosas Versuch, die Lage in seinem Land sachlich darzustellen, wurde weitgehend ignoriert. Beim Ansehen des Videos zweifelte Ramaphosa öffentlich an der Echtheit der gezeigten Orte – er erkannte sie nicht als südafrikanisch.

    Das Treffen war ein weiteres deutliches Beispiel dafür, wie ein ausländischer Staatschef versuchte, Trump die Realität zu erklären – nur um zu erleben, dass dieser stattdessen obskuren Theorien Glauben schenkt. Zwar gibt es Fälle von Gewalt gegen weiße Südafrikaner, aber laut Polizeistatistiken sind sie nicht häufiger Opfer von Gewaltverbrechen als andere Bevölkerungsgruppen.

    Noch brisanter: Trump warf Südafrikas Regierung vor, Land von weißen Farmern zu enteignen – dabei hatte er in seiner ersten Amtszeit selbst versucht, Land für den Bau seiner Grenzmauer zu enteignen.

    Gleichzeitig nimmt die US-Regierung weiße Südafrikaner bevorzugt auf – während sie andere Flüchtlingsprogramme stark einschränkt.

    Gaza: Blockade bleibt faktisch bestehen – Hilfsgüter erreichen Bedürftige nicht

    Drei Tage nachdem Israel angekündigt hatte, die Blockade des Gazastreifens zu lockern, zeigt sich: Von den dringend benötigten Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoffen ist kaum etwas bei der palästinensischen Bevölkerung angekommen.

    Zwar passierten laut israelischen Angaben dutzende LKWs den israelisch kontrollierten Grenzübergang Kerem Schalom. Doch laut UN-Angaben ist es bislang nicht gelungen, auch nur einen dieser LKWs weiter ins Innere Gazas zu transportieren. Die Hilfsgüter bleiben also weitgehend auf halber Strecke stecken.

    Die Lage ist dramatisch. Ein UN-unterstütztes Expertengremium warnte kürzlich vor einer akuten Hungersnot. Zehntausende Kinder seien schwer unterernährt. Israel wies den Bericht jedoch zurück.

    Weitere Nachrichten weltweit

    USA: Zwei Mitarbeiter der israelischen Botschaft wurden nach einer Veranstaltung am Capital Jewish Museum in Washington erschossen. Sicherheitskräfte nahmen einen Verdächtigen fest.

    Spanien: Ein enger Berater des ehemaligen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch wurde vor einer Schule in einem Madrider Vorort erschossen.

    Pakistan: Ein Bombenanschlag auf einen Schulbus in der Provinz Belutschistan tötete vier Schulkinder, den Busfahrer und eine Begleitperson.

    Indien: Bei einem Einsatz gegen maoistische Rebellen wurden mindestens 27 Menschen getötet.

    Hongkong: Mehrere Journalisten wurden ins Visier von Steuerermittlungen genommen – ein weiterer Schlag gegen die Pressefreiheit.

    Russland: Wladimir Putin besuchte erstmals seit dem Rückzug ukrainischer Truppen aus großen Teilen des Gebiets die Region Kursk.

    Japan: Agrarminister Taku Eto trat zurück, nachdem er öffentlich zugegeben hatte, noch nie einen Sack Reis gekauft zu haben.

    Iran: Ein Mann, der 2023 einen Angriff auf die aserbaidschanische Botschaft in Teheran verübt hatte, wurde hingerichtet.

    Katar: Das Pentagon nahm offiziell ein Luxusflugzeug von Katar an – ein Geschenk im Wert von rund 400 Millionen Dollar, was ethische Fragen aufwirft.

    Jemen: Militärschläge und Sanktionen gegen die Huthi-Miliz verschärfen laut Experten die humanitäre Krise vor Ort.

    Großbritannien: Die Einzelhandelskette Marks & Spencer erwartet aufgrund eines massiven Cyberangriffs Verluste in Höhe von etwa 300 Millionen Pfund – über 400 Millionen Euro.

    Von Andreas M. Brucker

  • Trumps heikler Vorstoß: Abschiebung illegaler Einwanderer in die Ukraine – trotz Krieg

    Trumps heikler Vorstoß: Abschiebung illegaler Einwanderer in die Ukraine – trotz Krieg

    Mitten in einem der blutigsten Konflikte Europas seit Jahrzehnten kommt ein diplomatisches Ansinnen ans Licht, das Kopfschütteln auslöst: Die US-Regierung unter Donald Trump forderte die Ukraine Anfang 2025 dazu auf, Menschen aufzunehmen, die aus den Vereinigten Staaten abgeschoben werden sollten – obwohl diese Personen gar keine ukrainischen Staatsbürger sind.

    Was auf den ersten Blick wie ein Missverständnis wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Teil einer systematischen Strategie.


    Unpassend – oder gezielt kalkuliert?

    Während die Ukraine unter russischem Dauerbeschuss steht, schlug das US-Außenministerium in Washington vor, dass Kiew aus den USA abgeschobene Migranten aufnehmen solle. Die ukrainische Seite reagierte kühl. Ein Diplomat erklärte, dass die Ukraine grundsätzlich ihre eigenen Bürger zurücknehme – aber angesichts des andauernden Krieges mit enormen inneren Belastungen kämpfe.

    Warum gerade jetzt – warum ausgerechnet die Ukraine?

    Die Antwort liegt in einem Prinzip, das Donald Trump schon in seiner ersten Amtszeit kultivierte: Abschiebungen um jeden Preis. Die USA sollen für „illegale Migranten“ nicht zur letzten Zuflucht werden – selbst wenn es dafür notwendig ist, Staaten zur Kooperation zu drängen, deren Kapazitäten längst erschöpft sind, oder die nicht als sicher gelten können.


    Die Logik hinter der Härte

    Trumps Einwanderungspolitik war nie zimperlich. Schon zuvor hatten mehrere Länder – darunter El Salvador, Mexiko und sogar Ruanda – ähnliche Anfragen erhalten. Teilweise verbunden mit wirtschaftlichen Anreizen, teils auch mit subtilen Drohungen.

    Dass nun die Ukraine ins Visier geriet, obwohl sie mitten im Überlebenskampf steckt, zeigt eine bemerkenswerte Kaltschnäuzigkeit. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Washington gleichzeitig als wichtigster militärischer und finanzieller Unterstützer Kiews auftritt.

    Das wirkt, als hätte man einem Verletzten im Krankenhaus nicht nur Blumen gebracht, sondern ihn auch um einen Gefallen gebeten – und das mitten in der Notaufnahme.


    Humanität unter Druck

    Der Vorgang wirft ein Schlaglicht auf einen größeren Trend: Nationale Interessen dominieren immer öfter über moralische Verpflichtungen. Internationale Partnerschaften werden instrumentalisiert – und die Schwächeren tragen die Last.

    So sind etwa auch Menschen betroffen, die unter humanitären Programmen wie „Uniting for Ukraine“ vorübergehenden Schutz in den USA gefunden hatten. Nun droht ihnen die Rückführung – oder, noch absurder, die Abschiebung in ein Drittland, mit dem sie keinerlei Verbindung haben.

    Wie sollen diese Menschen darauf reagieren, wenn selbst Kriegsgebiete als mögliche Ziele für ihre Abschiebung genannt werden?


    Zwischen Bündnistreue und Zynismus

    Die Ukraine war – und ist – auf westliche Hilfe angewiesen. Das wissen alle Beteiligten. Die Trump-Regierung hat offenbar versucht, dieses Abhängigkeitsverhältnis für eine politische Agenda auszunutzen, die innenpolitisch gut ankommt, außenpolitisch jedoch Sprengstoff birgt.

    Denn so eine Bitte bleibt nicht ohne Nachwirkungen. Auch wenn Kiew nicht darauf einging, dürfte das Vertrauen in die Verlässlichkeit der USA als Partnerland noch tiefere Kratzer bekommen haben.

    Ein Partner, der Hilfe sendet – und im gleichen Atemzug um Gefälligkeiten bittet, die ethisch kaum vertretbar sind? Da wird das diplomatische Gleichgewicht auf eine harte Probe gestellt.


    Und jetzt?

    Die Enthüllung kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt: Für Trump ist das Thema Migration sehr wichtig und Bühne für emotionale Debatten. Die Vorstellung, dass sogar ein Kriegsgebiet als „Abladeplatz“ für unerwünschte Migranten in Betracht gezogen wurde, dürfte für zusätzliche Brisanz sorgen.

    Menschenrechtsorganisationen schlagen bereits Alarm. Sie sprechen von einem eiskalten Kalkül – einem politischen Spiel auf Kosten der Schwächsten.

    Doch was bedeutet das langfristig für das Ansehen der USA? Und welchen Preis zahlen Partnerländer, wenn Hilfe zur Verhandlungsmasse wird?


    Nicht nur eine Schlagzeile

    Dieser Vorfall ist mehr als nur ein diplomatischer Fehltritt. Er erzählt von einer Welt, in der Machtverhältnisse moralische Schranken verschieben. In der Krieg und Migration zu Spielfiguren politischer Strategien werden – und in der Vertrauen ein zerbrechliches Gut bleibt.

    Wer sich fragt, ob so ein Vorgehen Zukunft hat, sollte sich auch fragen: Wie viele Partner wird eine Supermacht noch finden, wenn sie sich so benimmt?

    Catherine H.

  • Kommentar: Montagswut mit Ansage – Wenn ein Präsident zum Drehbuchautor einer Dystopie wird

    Kommentar: Montagswut mit Ansage – Wenn ein Präsident zum Drehbuchautor einer Dystopie wird

    Manche Montage beginnen mit einem Kaffee und einer vollen Inbox. Dieser hier kam mit Alcatraz, Hollywood-Zöllen und einem diplomatischen Affront gegen Deutschland daher. Man fragt sich: Ist das noch Realität – oder schon ein bizarr schlecht geschriebenes Netflix-Drehbuch?

    Donald Trump, der Mann, der Twitter einst in ein Regierungsinstrument verwandelte, holt nun das große Besteck raus. Alcatraz, die legendäre Gefängnisinsel, soll wieder öffnen. Als Symbol für „Law and Order“, als Mahnmal für Härte. Währenddessen erklärt er den globalen Filmmarkt zum Feindbild Nummer eins – und verdoppelt mal eben die Zölle auf alles, was nicht unter der Sonne Kaliforniens gedreht wurde.

    Und als wäre das nicht genug, schießt seine Regierung gegen Deutschland – weil der Verfassungsschutz die AfD klar und deutlich als rechtsextremistisch einstuft. Eine Einmischung in innere Angelegenheiten? Ach was. Für Trump zählt nur die Schlagzeile – und dass sie laut genug ist, um vom Rest der Welt gehört zu werden.

    Was läuft da gerade schief?

    Der Mann, der gerne sogar Papst werden würde, betreibt eine Politik der Symbole. Aber es sind nicht die Symbole einer Zukunft, sondern die Gespenster der Vergangenheit. Ein Hochsicherheitsgefängnis als politisches Signal – in welchem Jahrhundert leben wir eigentlich? Zölle gegen Kultur – ausgerechnet gegen Film, gegen Kreativität, gegen die Stimmen der Welt, die uns zum Lachen, Nachdenken, Weinen bringen?

    Und dann das: Eine Rüge für Deutschland, das sich – endlich – klar gegen rechtsextreme Ideologien positioniert. Als ob die Demokratie in Berlin jemanden um Erlaubnis fragen müsste, wenn es um ihren Selbstschutz geht.

    Montagmorgen also. Der Kopf raucht, das Herz auch. Zwischen den Zeilen dieser Nachrichten liegt ein gefährlicher Subtext: Isolation, Einschüchterung, Rückschritt.

    Die USA, lange Zeit Leuchtturm der Demokratie, taumeln unter Trump in eine gefährliche Richtung. Es ist, als würde jemand die Kulissen eines düsteren Politthrillers aufstellen – und alle zusehen.

    Was bleibt, ist das Gefühl, dass dieser Montag viel mehr war als ein Start in die Woche. Er war eine Warnung. An uns alle.

    Ein Kommentar von Andreas M. Brucker

  • Trumps Film-Zollhammer: Eine Maßnahme mit explosivem Potenzial

    Trumps Film-Zollhammer: Eine Maßnahme mit explosivem Potenzial

    Donald Trump hat es wieder getan. Mit markigen Worten und drastischen Maßnahmen stellt er die Weltpolitik auf den Kopf – diesmal betrifft es die Kinoleinwand. Am 4. Mai 2025 verkündete der US-Präsident, dass künftig ein 100-prozentiger Zoll auf alle außerhalb der Vereinigten Staaten produzierten Filme erhoben wird. Die Begründung? Schutz der heimischen Filmindustrie – und, man höre und staune, nationale Sicherheit.

    Ein echtes Polit-Feuerwerk.

    Die neue Regelung trifft nicht nur potenzielle Kinobesucher ins Mark, sondern auch eine ganze Branche, die ohnehin unter der Last sinkender Kinobesuche, Streaming-Konkurrenz und Produktionskosten stöhnt. Trump spricht von gezielter Propaganda fremder Nationen und sieht die USA als kulturelles Opfer globaler Filmstrategien. Doch was steckt wirklich hinter dieser Entscheidung?

    Hollywood unter Druck

    Es stimmt: In den letzten Jahren wanderten viele US-Produktionen ins Ausland ab – Australien, Kanada, Großbritannien oder auch Osteuropa locken mit Steuervorteilen, attraktiven Locations und professionellen Teams. Filme wie Aquaman, Mission Impossible oder Elvis wurden in Queensland oder Budapest gedreht. Ein wirtschaftliches Kalkül, das in Hollywood längst Standard ist.

    Trump nennt das Verrat.

    Doch in der Praxis sieht die Lage differenzierter aus. Studios wie Warner Bros. oder Netflix denken global, nicht national. Sie setzen auf internationale Märkte, Koproduktionen und kreative Vielfalt. Ein Film, der heute in Neuseeland gedreht wird, schafft Arbeitsplätze weltweit – und erzielt Einnahmen in dutzenden Ländern.

    Und nun? Ein 100-Prozent-Zoll würde bedeuten: Doppelte Kosten beim Import ausländischer Filme in die USA. Doch was passiert mit Koproduktionen, bei denen Teile in den USA, andere in Europa entstehen? Was ist mit Streamingdiensten, deren Server in Kalifornien, aber deren Dreharbeiten in Prag laufen?

    Die Details? Noch völlig unklar.

    Internationale Reaktionen: Entsetzen, Protest, Ratlosigkeit

    Australien reagierte schockiert. Dort, wo die Gold Coast Studios eine feste Größe für Hollywood-Produktionen sind, herrscht Unverständnis. „Ein wirtschaftlicher Schlag“, sagen Branchenkenner. Auch Kanada und Großbritannien zeigen sich besorgt – sie fürchten, dass der Geldfluss aus Hollywood versiegen könnte.

    Die USA wiederum scheinen sich in zwei Lager zu spalten. Republikanische Hardliner begrüßen Trumps Schritt als Schutzmaßnahme für das „wahre Amerika“. Demokraten und viele Brancheninsider halten dagegen: Der Schritt sei ein populistisches Manöver ohne echte Substanz. Ein Pyrrhussieg für Hollywood – wenn überhaupt.

    Selbst Experten aus Trumps Umfeld räumen ein: Der Zoll dürfte schwer durchsetzbar sein. Die globalisierte Filmwirtschaft kennt keine klaren Landesgrenzen mehr. Produktionen sind vielschichtig, mobil, hybrid. Wer will bei jedem Projekt prüfen, welcher Prozentsatz nun amerikanisch ist?

    Ein Boomerang in Zeitlupe?

    Die Sorge vor Vergeltungsmaßnahmen wächst. Was, wenn andere Länder nun US-Filme boykottieren oder selbst Zölle erheben? Was, wenn Streamingdienste wie Netflix, Disney+ oder Amazon Prime ihre Inhalte umstrukturieren, um Sanktionen zu umgehen? Und vor allem: Wird der Zuschauer am Ende zur Kasse gebeten?

    Vielleicht ist genau das der Punkt: Es geht weniger um reale Auswirkungen – sondern um das Setzen eines politischen Zeichens. Ein Trump-typisches Statement, mit viel Lärm, aber begrenzter Substanz. Doch unterschätzen sollte man die Folgen nicht.

    Denn selbst wenn der Zoll nicht in vollem Umfang greift – der Image-Schaden, die Verunsicherung, das politische Klima können der Branche massiv schaden.

    Wem nützt das Ganze eigentlich?

    Gute Frage. Für Independent-Studios in Kalifornien? Vielleicht. Für Schauspieler und Techniker in L.A.? Kurzfristig ja, langfristig zweifelhaft. Für Kinozuschauer, die Vielfalt und internationale Perspektiven schätzen? Ganz sicher nicht.

    Und das größere Bild? Ein Amerika, das sich kulturell abschottet, dürfte nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ideell verlieren. Denn Filme sind mehr als nur Unterhaltung – sie sind Brücken zwischen Kulturen, Spiegel unserer Zeit, kollektive Träume.

    Wollen wir wirklich eine Welt, in der Filme aus Seoul, Paris oder Melbourne in den USA doppelt so teuer und deshalb vielleicht gar nicht mehr gezeigt werden?

    Ein Schritt, der mehr Fragen als Antworten aufwirft

    Die Motion Picture Association hält sich bisher bedeckt – verständlich. Die Unsicherheit ist groß. Wird der Zoll tatsächlich kommen? Wird er Bestand haben? Wie reagieren Europa und Asien?

    Eines ist klar: Trump hat mit seiner Ankündigung einen internationalen Nerv getroffen – und ein Thema entflammt, das bisher unter der Oberfläche brodelte. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob aus der Drohkulisse politische Realität wird.

    Bis dahin bleibt der fade Beigeschmack eines Kulturkampfs im Gewand der Wirtschaftspolitik.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Kommentar: 50 Milliarden für den lieben Frieden? Nein, danke.

    Kommentar: 50 Milliarden für den lieben Frieden? Nein, danke.

    Manchmal ist Diplomatie wie ein schlechter Kompromiss: Beide Seiten verlieren – aber einer zahlt mehr. Und in diesem Fall sind es wir.

    50 Milliarden Euro. So viel will die EU zusätzlich für amerikanische Produkte ausgeben – Soja, Flüssiggas, vielleicht auch noch ein paar Pickups? Nicht etwa, weil wir diese Dinge so dringend bräuchten. Sondern um Donald Trump bei Laune zu halten. Um neue Strafzölle zu vermeiden. Um, wie es heißt, ein „Handelsdefizit auszugleichen“.

    Ganz ehrlich: Das klingt nicht nach souveräner Handelspolitik. Das klingt nach Erpressung – und wir ducken uns weg.

    Ausgleich statt Augenhöhe?

    Natürlich ist es verlockend, einem möglichen transatlantischen Handelskrieg vorzubeugen. Wer erinnert sich nicht an die Zollschlachten früherer Trump-Jahre? Doch was sagt es über uns als europäische Gemeinschaft aus, wenn wir uns mit Scheckbuch und Einkaufszettel aus der Affäre ziehen wollen?

    Statt selbstbewusst zu verhandeln, bieten wir an, das Problem mit Konsum zu lösen. „Okay, Donald, wir kaufen dir das Defizit einfach ab.“ Als wäre Politik ein Supermarkt und keine Bühne für Werte, Interessen und gegenseitigen Respekt.

    Und unsere Werte?

    Wir wollen grüne Transformation, Energiesouveränität, faire Agrarpolitik. Aber jetzt sollen wir Milliarden in amerikanisches Fracking-Gas pumpen – während wir uns zu Hause über den CO₂-Ausstoß die Köpfe heißreden? Und Soja aus Monokultur statt regionale Landwirtschaft fördern? Wie passt das bitte zusammen?

    Es ist diese schizophrene Handelspolitik, die viele Bürger von Europa entfremdet. Nach außen große Ziele – intern Reaktion statt Vision.

    Eine Partnerschaft auf Augenhöhe sieht anders aus

    Trump wird diesen Schritt nicht als Geste der Freundschaft sehen. Sondern als Bestätigung seines Weltbilds: Wer am lautesten brüllt, kriegt das größte Stück vom Kuchen. Wir liefern ihm ein Narrativ frei Haus – und verlieren dabei ein Stück unserer Glaubwürdigkeit.

    Statt 50 Milliarden für Beruhigungspillen auszugeben, sollte Europa Stärke zeigen. Nicht im Konfrontationsmodus – aber mit Rückgrat, klaren Regeln und langfristiger Strategie.

    Denn eines ist sicher: Wer sich einmal kaufen lässt, steht beim nächsten Mal wieder auf der Preisliste.

    Von C. Hatty

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