Schlagwort: Trump-Regierung

  • Trump und Musk: Goldjagd in Fort Knox?

    Trump und Musk: Goldjagd in Fort Knox?

    Donald Trump hat wieder einmal für Schlagzeilen gesorgt – diesmal mit einer ungewöhnlichen Mission: Gemeinsam mit Elon Musk will er nach Fort Knox reisen, um sicherzustellen, dass das legendäre Goldlager der USA noch gefüllt ist.

    „Wenn das Gold nicht da ist, werden wir sehr verärgert sein,“ ließ Trump verlauten. Und Musk? Der Multimilliardär, der neuerdings auch in der Politik mitmischt, scheint ebenfalls misstrauisch. Auf seiner Plattform X fragte er provokant: „Wer hat eigentlich zuletzt überprüft, ob das Gold noch dort ist?“

    Fort Knox – der Name allein klingt nach unermesslichem Reichtum und nahezu unüberwindbarer Sicherheit. Seit 1937 lagern hier tonnenweise Goldbarren, geschützt durch Stahltore, dicke Mauern und ein Arsenal an Sicherheitsmaßnahmen. Doch wann genau jemand wirklich nachgezählt hat? Das ist eine Frage, die in den USA immer wieder für Verschwörungstheorien sorgt.

    Natürlich beeilten sich Regierungsvertreter, die Aufregung zu dämpfen. Regelmäßige Prüfungen bestätigten, dass das Gold sicher verwahrt sei. Doch ob das Trump und Musk überzeugt? Der ehemalige Präsident und der Tech-Visionär lieben es schließlich, das Establishment infrage zu stellen.

    Musk schlug sogar einen „Live-Video-Rundgang durch Fort Knox“ vor – wohl wissend, dass eine solche Transparenzoffensive den Sicherheitsprotokollen widersprechen würde. Aber hey, warum nicht gleich ein paar Tesla-Roboter hineinschicken oder mit einer SpaceX-Drohne über die Anlage fliegen?

    Eines ist sicher: Sollten Trump und Musk tatsächlich in Fort Knox auftauchen, wird es kein leiser Besuch. Vielleicht steht ja am Ende sogar fest – das Gold ist da. Oder aber die Spekulationen gehen erst richtig los.

    Von C. Hatty

  • Trump setzt Selenskyj unter Druck: Verhandlungen oder kein Land mehr?

    Trump setzt Selenskyj unter Druck: Verhandlungen oder kein Land mehr?

    Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gewarnt: Entweder er verhandle schnell ein Ende des Krieges mit Russland – oder er riskiere, „kein Land mehr zu haben, das er führen kann“.

    Diese scharfen Worte des US-Präsidenten verschärfen die Spannungen zwischen Washington und Kiew erheblich. Zudem stoßen sie nicht nur bei Demokraten, sondern auch bei einigen Republikanern auf Kritik.

    Ein harter Ton gegenüber Selenskyj

    Trump griff Selenskyj in einem langen Beitrag auf seiner Plattform Truth Social frontal an und bezeichnete ihn als „Diktator ohne Wahlen“. Hintergrund ist die Verschiebung der ukrainischen Präsidentschaftswahl, die für April 2024 angesetzt war – eine Entscheidung, die aufgrund des Kriegsrechts getroffen wurde.

    Der ehemalige TV-Komiker Selenskyj, so Trump, habe die USA dazu gebracht, 350 Milliarden Dollar in einen „nicht gewinnbaren Krieg“ zu investieren. Laut offiziellen Zahlen hat die US-Regierung allerdings bisher 183 Milliarden Dollar für die Unterstützung der Ukraine bereitgestellt.

    Selenskyj wies Trumps Aussagen als russische Desinformation zurück – eine Reaktion, die ihn prompt in Konflikt mit Trumps Vizepräsident JD Vance brachte. Vance kritisierte, dass Selenskyjs öffentliche Angriffe auf Trump „seine Sache nicht gerade voranbringen“.

    Geheime Verhandlungen ohne Kiew

    Während Trump auf Selenskyj Druck ausübt, laufen offenbar bereits weitere Gespräche zur Beendigung des Krieges – ohne die Ukraine. US-amerikanische und russische Vertreter trafen sich kürzlich in Saudi-Arabien, um über eine mögliche Friedenslösung zu sprechen. Europäische und ukrainische Vertreter waren nicht eingeladen.

    Trump betonte, dass nur er in der Lage sei, einen Frieden auszuhandeln. „Biden hat es nie versucht, Europa ist gescheitert, und Selenskyj will den ,Gravy Train‘ – also den Geldfluss – weiterlaufen lassen“, schrieb er.

    Scharfe Reaktionen aus den USA

    Trumps Äußerungen lösten in den USA heftige Reaktionen aus. Chuck Schumer, der demokratische Mehrheitsführer im Senat, zeigte sich empört: „Es ist widerlich, einen amerikanischen Präsidenten zu sehen, der sich gegen einen Verbündeten stellt und offen auf der Seite eines Schurken wie Wladimir Putin steht.“

    Selbst einige Republikaner äußerten sich skeptisch. Senator John Kennedy (R-La.) stellte klar: „Wladimir Putin hat diesen Krieg begonnen. Er ist ein Gangster mit einem schwarzen Herz.“

    Senator Dick Durbin (D-Ill.) ging noch weiter und sagte, Trump papageie Putins Propaganda. „Ich könnte Trump bitten, sich bei den Ukrainern zu entschuldigen, aber das wäre verschwendete Atemluft.“

    Ein geplatzter Deal sorgt für Ärger

    Ein neues Streitthema zwischen den USA und der Ukraine ist ein geplatztes Abkommen über seltene Erden. Selenskyj hatte seinen Ministern letzte Woche untersagt, eine Vereinbarung zu unterzeichnen, die den USA Zugang zu ukrainischen Rohstoffen gewähren sollte. Kiew argumentierte, dass das Abkommen zu stark auf US-Interessen zugeschnitten war und keine konkreten Sicherheitsgarantien für die Ukraine enthielt.

    Trump reagierte wütend: „Sie haben diesen Deal gebrochen!“ Er behauptete, sein Finanzminister Scott Bessent sei in Kiew „ziemlich unhöflich behandelt“ worden, als er versuchte, die Vereinbarung durchzusetzen.

    Was bedeutet das für die Ukraine?

    Trumps Rhetorik deutet darauf hin, dass die USA unter seiner Führung ihre Unterstützung für die Ukraine drastisch reduzieren werden. Sollte Kiew gezwungen sein, unter Druck einen schnellen Frieden mit Russland zu schließen, würde das wahrscheinlich erhebliche Gebietsverluste bedeuten.

    Doch Selenskyj bleibt standhaft. Sein Berater Mychajlo Podoljak stellte eine klare Frage: „Warum sollte man einem Aggressorland, das internationales Recht verletzt, die Oberhand geben?“

    Für die Ukraine wird die Lage immer schwieriger – vor allem, wenn sie nicht mehr auf die uneingeschränkte Rückendeckung der USA zählen kann.

    Autor: C. Hatty

  • Kann daraus Frieden werden? Trump macht Ukraine für den Krieg verantwortlich

    Kann daraus Frieden werden? Trump macht Ukraine für den Krieg verantwortlich

    Fast drei Jahre nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine haben hochrangige US- und russische Beamte erstmals wieder umfangreiche Gespräche geführt. Noch während in Saudi-Arabien über diplomatische Wiederannäherung und Friedensverhandlungen beraten wurde, sorgte US-Präsident Donald Trump mit seinen Äußerungen für Aufsehen. Er gab der Ukraine die Schuld am Krieg und stellte infrage, ob Kiew nicht durch frühzeitige Zugeständnisse den Konflikt hätte verhindern können.

    Die diplomatische Eiszeit lockert sich

    Die Gespräche in Riad markierten die bedeutendste diplomatische Annäherung zwischen Washington und Moskau seit Beginn des Krieges. Delegationen unter der Leitung von US-Außenminister Marco Rubio und seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow einigten sich darauf, den diplomatischen Personalabbau an den Botschaften beider Länder rückgängig zu machen. Eine Reihe von Repressalien, beginnend mit der Annexion der Krim 2014, hatte in den letzten Jahren zu massiven Reduzierungen des diplomatischen Personals geführt. Nun soll mit der Ernennung neuer Botschafter und einer stärkeren Zusammenarbeit wieder ein Mindestmaß an diplomatischen Beziehungen hergestellt werden.

    Friedensverhandlungen mit unklarer Perspektive

    Ein weiteres zentrales Gesprächsthema war die Möglichkeit einer diplomatischen Lösung des Ukraine-Krieges. Beide Seiten einigten sich darauf, hochrangige Arbeitsgruppen zu bilden, um über Sicherheitsgarantien und territoriale Fragen zu beraten. Unklar bleibt jedoch, wie diese Verhandlungen konkret aussehen sollen. Während die USA betonen, dass keine Seite ausgeschlossen werde, gibt es erhebliche Zweifel an der Neutralität dieses Prozesses.

    Russland bleibt hart in seiner Ablehnung einer NATO-Präsenz in der Ukraine. Lawrow betonte, dass Moskau keine Friedenstruppen aus NATO-Staaten akzeptieren werde, selbst wenn sie unter dem Banner der EU operierten. Das dürfte die Verhandlungen erheblich erschweren, denn für Kiew ist der westliche Schutz gegen eine erneute russische Aggression unverzichtbar.

    Die Ukraine außen vor?

    Besonders brisant: Weder Vertreter der Ukraine noch europäischer Staaten waren zu den Gesprächen eingeladen. Offiziell betonten US-Vertreter, dass dies nicht bedeute, dass Kiew ausgeschlossen werde. Doch Trumps wiederholte Äußerungen, die Ukraine hätte durch frühere Zugeständnisse den Krieg verhindern können, haben in Europa Besorgnis ausgelöst. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte umgehend seine geplante Reise nach Saudi-Arabien ab, um jeglichen Anschein einer Unterstützung dieser Verhandlungen zu vermeiden.

    Kritiker sehen hierin eine starke Neigung der Verhandlungen zugunsten Russlands. Nigel Gould-Davies vom International Institute for Strategic Studies nannte den Prozess gar „eine Serie amerikanischer Kapitulationen“. Eine Friedensverhandlung ohne die Ukraine als Hauptbetroffenen wirft die Frage auf, ob Washington dazu bereit ist Moskau weitreichende Zugeständnisse zu machen.

    Wirtschaftliche Interessen und geopolitische Kalküle

    Neben politischen Fragen wurden auch wirtschaftliche Kooperationsmöglichkeiten diskutiert. Der russische Chef des Direct Investment Fund, Kirill Dmitrijew, warb für gemeinsame Energieprojekte in der Arktis. US-Vertreter hielten sich mit Zusagen zurück, betonten aber, dass ein Friedensschluss in der Ukraine den Weg für neue wirtschaftliche Chancen ebnen könnte.

    Ein zentrales Thema bleibt die Frage der Sanktionen gegen Russland. Rubio ließ offen, ob die USA Sanktionen aus der Biden-Ära aufheben würden, betonte aber, dass „bei jedem Frieden beide Seiten Zugeständnisse machen müssen“. Das muss für die Ukraine, die auf eine harte Sanktionspolitik setzt, ein weiteres Warnsignal sein.

    Ein fragiles Gleichgewicht

    Die Gespräche zwischen den USA und Russland könnten ein erster Schritt zur Deeskalation des Ukraine-Krieges sein. Doch der diplomatische Prozess birgt Risiken: Trumps pro-russische Rhetorik könnte die Beziehungen zu Europa und der Ukraine dauerhaft belasten. Sollten die Verhandlungen tatsächlich zu einem Frieden führen, dürfte die zentrale Frage sein, auf wessen Kosten dieser Frieden geschlossen wird.

    Von M.A.B.

  • Amerikas neue „Wolfskrieger“: Die aggressive Neuausrichtung der US-Diplomatie unter Trump

    Amerikas neue „Wolfskrieger“: Die aggressive Neuausrichtung der US-Diplomatie unter Trump

    Vor etwa einem Jahrzehnt prägte der Begriff „Wolfskrieger“ die Diskussionen über Chinas Außenpolitik. Dieser Ausdruck bezeichnete chinesische Diplomaten, die in öffentlichen Foren, insbesondere in sozialen Medien, vehement gegen jegliche Kritik an China vorgingen. Mit Sarkasmus und Empörung verteidigten sie die Interessen ihres Landes und spiegelten damit das Selbstbewusstsein einer aufstrebenden asiatischen Macht wider, die nicht bereit war, ausländische Zurechtweisungen zu tolerieren. Der Begriff entstammt populären chinesischen Filmen, in denen mutige chinesische Friedenssoldaten in fernen Ländern die Oberhand gewinnen, oft gegen hinterlistige westliche Widersacher.

    Heute scheint es, als habe die US-Diplomatie unter Präsident Donald Trump ihre eigenen „Wolfskrieger“ hervorgebracht. Im Inland demontieren Trumps Verbündete in atemberaubendem Tempo staatliche Institutionen. Auf internationaler Bühne orientiert seine Administration die Nutzung der diplomatischen Macht der USA neu, indem sie drastische Kürzungen vornimmt, die zentrale Säulen des internationalen humanitären Systems gefährden, und Zweifel an Washingtons Engagement gegenüber traditionellen Alliierten aufkommen lässt.

    Eine aggressive Neuausrichtung der US-Außenpolitik

    Für Trump und seine Berater sind diese aggressiven Maßnahmen – darunter die Androhung von Handelskriegen gegen Nachbarländer und das scheinbare Übergehen europäischer Bedenken in Verhandlungen mit dem Kreml über den Ukraine-Krieg – Teil einer notwendigen Neugewichtung des internationalen Systems. Ähnlich wie Chinas „Wolfskrieger“, die auf vermeintliche Pläne zur Untergrabung chinesischen Einflusses empfindlich reagierten, glauben sie, dass die USA von anderen Mächten unfair behandelt wurden und nun ihren gerechten Anteil einfordern müssen, selbst wenn dies bedeutet, die Gefühle von Freunden zu verletzen.

    Trumps „Wolfskrieger“ erinnern unmissverständlich an die radikal ideologische Ausrichtung der neuen Administration. Ein prominenter Gesandter des Weißen Hauses versuchte Berichten zufolge, Rumänien unter Druck zu setzen, Nachsicht in den Strafverfahren gegen die Tate-Brüder zu üben, ein Duo populärer rechtsextremer Influencer, die des Menschenhandels und anderer Verbrechen beschuldigt werden. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz bezeichnete Vizepräsident JD Vance Europas liberales Establishment als größere politische Bedrohung als Russland und China. Das Publikum in München interpretierte seine Äußerungen weitgehend als Zugeständnis an Vances rechtsgerichtete Basis im Inland und online sowie an rechtsextreme Verbündete auf dem Kontinent. Ein Diplomat nannte seine Rede gegenüber der französischen Tageszeitung Le Monde „eine faschistische, anti-europäische Rede“.

    Die Folgen für internationale Beziehungen und Allianzen

    Die strategischen Vorteile des amerikanischen „Wolfskrieger“-Ansatzes sind unklar. Trumps außenpolitische Berater sehen sich als Realisten, doch Realismus bedeutet nicht, ohne Verbündete zu agieren. Es ist eine sehr kurzfristige Version der Außenpolitik, eine „Was-hast-du-mir-zuletzt-gebracht“-Politik. Diese Haltung könnte langfristig die internationalen Beziehungen der USA belasten und das Vertrauen traditioneller Partner erschüttern.

    Singapurs Verteidigungsminister Ng Eng Hen äußerte auf der Münchner Sicherheitskonferenz, dass unter Trump die „moralische Legitimität“ der USA in Asien schwinden könnte. Trumps transaktionaler Ansatz und sein offensichtliches Bestreben, Partner zu Zugeständnissen zu zwingen, die denen von Vasallenstaaten ähneln, seien ein Schlag für die „Soft Power“ der USA. „Das Bild hat sich vom Befreier zum großen Unruhestifter zu einem Vermieter gewandelt, der Miete einfordert“, sagte er.

    Ähnlich wie bei Chinas „Wolfskrieger“-Diplomatie könnten die USA durch diesen konfrontativen Stil mehr Feinde als Freunde gewinnen. Trumps Außenpolitik-Team besteht aus geschäftsorientierten Individuen wie Steve Witkoff, anstelle von erfahrenen Diplomaten. Volodymyr Selenskyjs Versuch, Trump durch das Angebot ukrainischer Ressourcen für Sicherheit zu gewinnen, unterstreicht die transaktionale Natur der US-Diplomatie unter Trump, die wirtschaftlichen Hebelwirkungen den Vorzug vor humanitären Werten gibt. Diese Entwicklung wird langfristig das internationale Ansehen und die Führungsrolle der USA deutlich untergraben.

    Die Auswirkungen auf globale Machtverhältnisse

    Trumps Ansatz könnte politischen Rivalen wie Russland und China in die Hände spielen, deren Vertreter seit Langem die US-Heuchelei und Hegemonie auf der Weltbühne anprangern. Mit jeder Aussage Trumps, die das Prinzip untergräbt, dass territoriale Grenzen nicht mit Gewalt oder Zwang neu gezogen werden dürfen, feiern Propagandisten in Peking wahrscheinlich stille Triumphe. Während China inmitten seiner „Belt and Road“-Initiative weltweit in Infrastrukturprojekte investiert, scheint die Trump-Administration wenig Interesse daran zu haben, ein überzeugendes Gegenargument zu bieten. Stattdessen könnten die USA durch ihre aggressive und unilaterale Außenpolitik ihre traditionellen Allianzen schwächen und ihren globalen Einfluss reduzieren.

    Ein Paradigmenwechsel in der US-Außenpolitik

    Die aktuelle US-Außenpolitik unter Trump markiert einen deutlichen Bruch mit traditionellen diplomatischen Normen. Durch die Betonung von transaktionalen Beziehungen und die Missachtung etablierter Allianzen riskieren die USA, ihre globale Führungsrolle zu verlieren und das internationale Machtgleichgewicht zugunsten totalitärer Mächte wie China zu verschieben. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Kurswechsel langfristig den Interessen der USA dient oder ob er zu einer Isolation und einem Bedeutungsverlust auf der Weltbühne führt.

    Autor: P.T.

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

  • EILMELDUNG: USA und Russland nehmen Gespräche über Ukraine-Krieg auf – ohne Kiew

    EILMELDUNG: USA und Russland nehmen Gespräche über Ukraine-Krieg auf – ohne Kiew

    In einer bemerkenswerten Wende in der US-Außenpolitik unter Präsident Donald Trump haben hochrangige Vertreter der USA und Russlands Gespräche in Riad, Saudi-Arabien, aufgenommen, um den anhaltenden Krieg in der Ukraine zu beenden. Auffällig ist dabei die Abwesenheit ukrainischer Vertreter, was sowohl in Kiew als auch bei europäischen Verbündeten Besorgnis ausgelöst hat.

    Die US-Delegation, angeführt von Außenminister Marco Rubio und Nationalem Sicherheitsberater Mike Waltz, traf im Diriyah-Palast auf den russischen Außenminister Sergei Lawrow. Ziel dieser Gespräche ist es, den Weg für ein direktes Treffen zwischen Präsident Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu ebnen. Diese Entwicklung markiert einen bedeutenden Schritt der Trump-Administration, die zuvor verfolgte Politik der Isolation Russlands umzukehren und direkte Verhandlungen zu suchen.

    Präsident Trump äußerte den Wunsch, den Konflikt schnell zu beenden, was jedoch Bedenken hinsichtlich möglicher Zugeständnisse an Russland aufwirft, insbesondere in Bezug auf die NATO-Ambitionen der Ukraine und deren territoriale Integrität. Die Tatsache, dass ukrainische Vertreter von den Gesprächen ausgeschlossen wurden, führte zu scharfer Kritik von Präsident Wolodymyr Selenskyj, der betonte, dass jede Vereinbarung ohne die Beteiligung der Ukraine inakzeptabel sei. Europäische Diplomaten äußerten ebenfalls Besorgnis über Russlands Einfluss in den Verhandlungen und Putins mögliche weiterreichende Ziele, die über die Ukraine hinausgehen könnten.

    Die Entscheidung, die Gespräche in Saudi-Arabien abzuhalten, unterstreicht die wachsende diplomatische Rolle von Kronprinz Mohammed bin Salman, trotz seines umstrittenen Rufs auf der internationalen Bühne. Während die USA und Russland versuchen, ihre bilateralen Beziehungen zu verbessern und eine Lösung für den Ukraine-Konflikt zu finden, dauern die russischen Drohnenangriffe auf ukrainische Städte an. Die Lage an der Front bleibt angespannt, während Kiew auf verstärkte Unterstützung durch den Westen drängt.

    Autor: P. Tiko

  • Trumps umstrittener Friedensplan für die Ukraine: Balanceakt zwischen Diplomatie und Eigeninteressen

    Trumps umstrittener Friedensplan für die Ukraine: Balanceakt zwischen Diplomatie und Eigeninteressen

    Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus verfolgt US-Präsident Donald Trump eine entschlossene Strategie zur Beendigung des Ukraine-Krieges. Sein Ansatz, geprägt von bilateralen Verhandlungen mit Russland und der Marginalisierung europäischer Partner, wirft Fragen nach den langfristigen Auswirkungen auf die geopolitische Stabilität Europas und die Souveränität der Ukraine auf.

    Trump hat mehrfach betont, dass er der einzige sei, der den Konflikt lösen könne, und strebt eine rasche Friedenslösung an, die primär amerikanischen Interessen dient. Dabei scheint er bereit zu sein, die Anliegen europäischer Verbündeter und sogar der Ukraine selbst hintanzustellen. Ein zentraler Bestandteil seines Plans ist die Wiederaufnahme direkter Gespräche mit Russland, einschließlich eines möglichen Treffens mit Präsident Wladimir Putin – das erste bilaterale Gipfeltreffen seit 2021.

    Europäische Reaktionen und die Rolle der NATO

    Die europäische Gemeinschaft zeigt sich besorgt über Trumps Alleingänge. NATO-Generalsekretär Mark Rutte lobte zwar Trumps Führungsrolle bei der Friedenssuche, kritisierte jedoch die europäischen Staaten für ihre passive Haltung und forderte sie auf, konkrete Vorschläge zu unterbreiten, anstatt lediglich zu klagen. Rutte betonte die Notwendigkeit einer aktiven europäischen Beteiligung an der Friedenssicherung und mahnte, dass Europa aufhören müsse zu jammern und stattdessen handeln solle.

    Die Exklusion Europas aus den Verhandlungen hat in EU-Hauptstädten Alarm ausgelöst. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron berief eine Dringlichkeitssitzung europäischer Führer ein, um eine gemeinsame Position zu erarbeiten und die europäische Verteidigungspolitik zu stärken. Die Sorge wächst, dass ein von den USA und Russland ausgehandelter Frieden europäische Sicherheitsinteressen untergraben könnte.

    Die ukrainische Perspektive

    Für die Ukraine sind die Entwicklungen besonders beunruhigend. Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte in Gesprächen mit US-Vizepräsident JD Vance die Notwendigkeit eines „echten und garantierten“ Friedens und äußerte Dankbarkeit für die amerikanische Unterstützung. Gleichzeitig besteht in Kiew die Befürchtung, dass die USA Zugeständnisse machen könnten, die die territoriale Integrität und die Souveränität der Ukraine gefährden.

    Ein weiterer strittiger Punkt ist die mögliche Neutralität der Ukraine und der Verzicht auf eine NATO-Mitgliedschaft – Forderungen, die Russland seit langem erhebt. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, dass Washington zwar die territoriale Unversehrtheit der Ukraine unterstütze, aber eine realpolitische Lösung erforderlich sei. Trump selbst hat wiederholt angedeutet, dass er bereit sei, russische Gebietsansprüche anzuerkennen, sofern dies einen raschen Frieden ermögliche.

    Europas mögliche Rolle nach dem Frieden

    Ein zentraler Punkt in Trumps Plan ist die Frage der Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach einem Waffenstillstand. Anders als frühere US-Regierungen scheint Trump nicht gewillt, langfristige amerikanische Schutzversprechen abzugeben. Vielmehr setzt er darauf, dass europäische Staaten eine größere Rolle in der Nachkriegsordnung übernehmen.

    Ein diplomatischer Fragebogen, der an europäische Hauptstädte verschickt wurde, enthielt Fragen zur Bereitschaft, Truppen in die Ukraine zu entsenden, um eine Friedensregelung zu sichern. Dieser Schritt wird von vielen als Test für die europäische Entschlossenheit gesehen. Gleichzeitig deutet er darauf hin, dass Trump die europäischen Verbündeten vor eine Wahl stellt: Entweder sie übernehmen mehr Verantwortung oder sie verlieren an Einfluss in der Region.

    Ob Trumps Plan zur Beendigung des Ukraine-Krieges umsetzbar ist, bleibt fraglich. Während er mit einer starken Verhandlungsposition gegenüber Russland auftreten will, bleibt unklar, ob Kiew und die europäischen Partner seine Bedingungen akzeptieren werden. Die nächsten Monate dürften zeigen, ob seine Strategie einen echten Friedensprozess einleitet oder nur eine geopolitische Neuausrichtung zugunsten Washingtons darstellt.

    Von Andreas Brucker

  • Diplomatisches Tauziehen: USA und Russland in Riad

    Diplomatisches Tauziehen: USA und Russland in Riad

    Während die europäischen Hauptstädte noch mit der neuen geopolitischen Realität ringen, machen die USA und Russland Nägel mit Köpfen. In Saudi-Arabien kommen hochrangige Vertreter beider Länder zusammen, um eine Annäherung zu sondieren, die weitreichende Folgen für die internationale Ordnung haben könnte. Es geht um nichts Geringeres als die Neudefinition des westlich-russischen Verhältnisses, die Zukunft der Ukraine und eine mögliche Begegnung zwischen Präsident Donald Trump und Wladimir Putin.

    Dass derartige Gespräche ohne europäische Beteiligung stattfinden, ist mehr als nur ein diplomatischer Fauxpas – es ist ein Signal. Während die transatlantische Achse in den vergangenen Jahrzehnten als Garant für Stabilität in Europa galt, scheint Washington nun bewusst einen anderen Kurs einzuschlagen. Europa schaut besorgt zu, wie die USA und Russland unter Ausschluss der europäischen Partner die Grundlagen einer neuen Sicherheitsarchitektur verhandeln. Paris, Berlin und Brüssel sehen sich gezwungen, auf eigene Initiativen zu setzen, um nicht vollständig ins Abseits gedrängt zu werden.

    Die Rahmenbedingungen der Verhandlungen sind bemerkenswert. Russland, nach Jahren der wirtschaftlichen und militärischen Isolation, sieht in diesen Gesprächen eine Möglichkeit, seine Position zu festigen und eine vorteilhafte Lösung für den Ukraine-Krieg zu finden. Die USA unter Trump hingegen verfolgen einen pragmatischen, wenn nicht gar transaktionalen Ansatz. Trumps Administration ist bereit, traditionelle Bündnisse infrage zu stellen, wenn sie nicht unmittelbar amerikanischen Interessen dienen. Der Kreml könnte genau hierin eine Chance sehen, die eigenen geopolitischen Vorstellungen durchzusetzen – sei es eine neue Pufferzone in der Ukraine oder die Anerkennung russischer Kontrolle über bestimmte Gebiete.

    Währenddessen reagiert Europa mit wachsender Unruhe. Das französische Staatsoberhaupt hat eilends ein Treffen europäischer Regierungschefs einberufen, um eine Antwort auf die amerikanisch-russischen Verhandlungen zu formulieren. Die alte Gewissheit, dass Washington stets europäische Sicherheitsinteressen wahrt, bröckelt. Auch innerhalb der NATO sind die Spannungen greifbar. Die Forderung der USA nach größerem europäischem Engagement in der Ukraine wird zwar laut geäußert, doch gleichzeitig entzieht sich Washington der gemeinsamen Abstimmung. Die Glaubwürdigkeit amerikanischer Sicherheitsgarantien steht auf dem Prüfstand.

    Die Märkte haben auf die bevorstehenden Gespräche bereits reagiert. Während der Rubel leichte Kursverluste hinnehmen musste, bleibt die russische Währung auf einem stabilen Niveau – ein Zeichen dafür, dass Investoren mit einer gewissen Entspannung der geopolitischen Lage rechnen. Doch der eigentliche Test kommt erst nach den Verhandlungen. Sollte eine Einigung ohne Rücksicht auf die Ukraine und die europäischen Partner zustande kommen, könnte dies das transatlantische Verhältnis nachhaltig beschädigen und Europa zwingen, eine eigenständigere Sicherheitsstrategie zu entwickeln.

    Es ist eine Zäsur in der internationalen Diplomatie. Die USA, einst die treibende Kraft hinter einer geeinten westlichen Ordnung, könnten sich endgültig in eine neue Rolle begeben: die eines Machtakteurs, der seine Allianzen je nach strategischer Opportunität formt. Russland, das sich über Jahre hinweg einer strikten Isolation gegenübersah, wittert die Möglichkeit, durch direkte Verhandlungen mit Washington alte Fronten aufzubrechen. Und Europa? Es steht vor der Herausforderung, sich neu zu positionieren – zwischen den Interessen eines unberechenbaren Partners und den realpolitischen Zwängen einer sich verändernden Weltordnung.

    MAB

  • Unter Trump: Ein Amerika, das einst Europa vereinte, spaltet es nun

    Unter Trump: Ein Amerika, das einst Europa vereinte, spaltet es nun

    Als Russland vor drei Jahren in die Ukraine einmarschierte, trieben die Vereinigten Staaten Europa zu einer geschlossenen Reaktion an. Nun jedoch droht Washington, Europa zu spalten – während Präsident Donald Trump versucht, den Krieg zu beenden, so europäische Führungskräfte und politische Entscheidungsträger.

    Vizepräsident JD Vance und andere hochrangige Regierungsvertreter gaben vergangene Woche ihr Debüt auf der europäischen Bühne und sorgten für Unruhe. Sie suchten die Nähe zu rechtsextremen Politikern, forderten Zugang zu europäischen Rohstoffquellen und äußerten Verständnis für die Sichtweise des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

    Am Ende der Woche sahen sich europäische Staats- und Regierungschefs möglicherweise aus Friedensgesprächen mit Russland ausgeschlossen, mit der Drohung eines Handelskriegs mit den USA konfrontiert und unter Druck gesetzt, Angaben darüber zu machen, wie viele Truppen sie in die Ukraine entsenden könnten – um eine von den USA ausgehandelte Waffenruhe zu sichern, an deren Zustandekommen sie kaum beteiligt waren.

    Europa hat bereits schon einmal vier Jahre unter Trump erlebt. Doch viele Entscheidungsträger sind der Meinung, dass die Situation diesmal anders ist. In nur vier Wochen hat Trump die Haltung vieler europäischer Führungskräfte erschüttert – selbst jener, die noch vor kurzem betont hatten, das Beste aus seiner Amtszeit machen zu wollen.

    „Vor vier Wochen war die Stimmung noch optimistischer“, erklärte der finnische Präsident Alexander Stubb am Samstag vor Journalisten.

    „Natürlich geben die jüngsten Entwicklungen Anlass zu größerer Skepsis. Aber wie ich immer sage: Pessimismus führt meist zu Untätigkeit. Optimismus ist Handeln, und Realismus ist eine Lösung“, fuhr er fort. „Also seien wir realistisch und suchen nach einem gangbaren Weg nach vorne.“

    Viele Europäer blicken mit „Nervosität, Frustration und sogar Besorgnis“ auf die aktuelle Lage, so Jeffrey Rathke, Präsident des American-German Institute an der Johns-Hopkins-Universität und ehemaliger US-Diplomat.

    Ein Europa in Aufruhr

    Europäische Außenminister, die am Wochenende in München zum jährlichen Treffen der transatlantischen Sicherheitselite zusammenkamen, veranstalteten am Sonntag ein spontanes Frühstück, um über mögliche Gegenstrategien zu beraten. Der französische Präsident Emmanuel Macron lud einige europäische Staatschefs für Montag nach Paris ein, um über die europäische Sicherheitslage und den Ukraine-Krieg zu sprechen.

    Befürworter der langjährigen US-Partnerschaft mit europäischen Demokratien warnen, dass Trumps Regierung ein Unruheherd geworden sei. Die Vereinigten Staaten halfen einst, Europa nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufzubauen und förderten die wirtschaftliche Zusammenarbeit innerhalb der EU, um nationalistische Konflikte zu verhindern. Kritiker sagen, Trump untergrabe diesen Konsens, ermutige den Kreml und erhöhe das Risiko gewaltsamer Grenzverschiebungen.

    „Ein Jahrhundert lang war Amerika eine Stabilitätsmacht. Doch diese Rolle verschwindet nicht nur, sie kehrt sich gerade ins Gegenteil um“, sagte Senator Andy Kim (D-New Jersey), ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Außenministeriums, der am Wochenende mit europäischen Entscheidungsträgern in München sprach.

    „Wir sind zu einer Quelle der Instabilität und Besorgnis geworden – selbst für unsere engsten Verbündeten“, fügte er hinzu. „Welchen Wert hat ein amerikanischer Handschlag noch? Hier in München scheint er jedenfalls keinen Wert zu haben. Die Leute glauben nicht mehr daran, dass sie sich darauf verlassen können, selbst wenn sie eine Vereinbarung treffen.“

    „Schleudertrauma“

    Europäische Politiker sind schockiert über die Geschwindigkeit, mit der Trump und sein Team Grundpfeiler der europäischen Sicherheit ins Visier nehmen und parallel einen Deal mit Russland anstreben. Viele NATO-Verbündete verließen ein Treffen der Verteidigungsminister letzte Woche in der Überzeugung, dass Verteidigungsminister Pete Hegseth plane, Zehntausende US-Soldaten aus Europa abzuziehen – auch wenn dieser Prozess erst in den Anfängen zu stecken scheint.

    Trump führte am Mittwoch zudem ein 90-minütiges Telefonat mit Putin, ohne zuvor die Ukraine oder europäische Partner zu konsultieren. Anschließend äußerte er sich auffällig verständnisvoll gegenüber der russischen Position, wonach die NATO-Osterweiterung den Krieg in der Ukraine gerechtfertigt habe. Bislang war es ein Grundsatz der US-Politik, dass europäische Staaten das Recht haben, ihre Bündnisse selbst zu wählen – ohne russische Einmischung.

    Trumps Berater weisen die Kritik zurück. Ihrer Ansicht nach sind harte, direkte Gespräche zwischen Verbündeten notwendig, um die europäischen Verteidigungsausgaben zu erhöhen und die Partnerschaft zu erneuern.

    „Ein Sanitäter schaut sich zunächst die Verwundungen an. Das Erste, was er tut, ist die Blutung zu stoppen, dann behandelt er den Schock. Und genau das tun wir“, sagte Keith Kellogg, Trumps Sondergesandter für die Ukraine und Russland.

    „Dieser Konflikt ist nicht nur ein europäisches Problem. Er ist global. Und wer das nicht erkennt, liegt falsch“, fügte er hinzu.

    Doch aus europäischer Sicht zerreißen Trumps Entscheidungen mühsam aufgebaute Kooperationen gegen gemeinsame Bedrohungen. Selbst gut gemeinte Versuche, mit seiner Regierung ins Gespräch zu kommen, wurden durch Trumps abrupte Kurswechsel untergraben.

    Ein Beispiel: Monatelang hatten europäische Politiker darauf gesetzt, mit Keith Kellogg über die Ukraine-Politik Trumps zu sprechen. Doch vergangene Woche wurde Kellogg überraschend aus den Verhandlungen ausgeschlossen – Trump ernannte stattdessen seinen Nahost-Gesandten Steve Witkoff als neuen Ansprechpartner für Russland.

    „Wir müssen gemeinsam gegen Diktatoren arbeiten, anstatt über Demokratie zu streiten“, mahnte der niederländische Verteidigungsminister Ruben Brekelmans. „Wir sollten Einheit und Stärke demonstrieren.“

    Ein ehemaliger US-Diplomat brachte die Stimmung in München auf den Punkt: „Schleudertrauma“!

    „Die alten Zeiten sind vorbei“

    Besondere Irritation löste die Rede von Vizepräsident J.D. Vance am Freitag in München aus. Er kritisierte, dass deutsche Mitte-Parteien eine strikte Abgrenzung zur rechtspopulistischen AfD praktizieren. Einige AfD-Führer haben in der Vergangenheit NS-Parolen übernommen und behauptet, Deutschland müsse sich nicht länger für die Verbrechen seiner Vorfahren entschuldigen.

    Vances Aussagen kamen nur einen Tag, nachdem er einen Kranz für die Opfer des Konzentrationslagers Dachau niedergelegt hatte – ein Symbol für die Folgen eines entfesselten Nationalismus…

    Für viele europäische Entscheidungsträger ist die Bedrohung nicht theoretisch. Russland verfolgt nach wie vor das Ziel, die Ukraine vollständig unter Kontrolle zu bringen – und könnte danach weitere Nachbarstaaten ins Visier nehmen.

    „Ich sage nicht, dass wir im Krieg sind. Aber wir können auch nicht behaupten, wir lebten in Friedenszeiten. Ein Hybrid-Krieg ist immer noch ein Krieg“, erklärte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen.

    Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte Europa dazu auf, angesichts dieser Herausforderungen geschlossen aufzutreten und sich gegenüber Washington stärker zu positionieren.

    „Vor ein paar Tagen hat mir Präsident Trump von seinem Gespräch mit Putin erzählt. Nicht einmal erwähnte er, dass Amerika Europa am Verhandlungstisch braucht“, sagte Selenskyj. „Das sagt viel aus. Die alten Zeiten sind vorbei, in denen Amerika Europa unterstützte, nur weil es das immer getan hat.“

    Der Stopp der US-Entwicklungshilfe trifft Kiew bereits hart. Die USA finanzierten bisher den Kauf von Ersatzteilen für das ukrainische Stromnetz. Ohne diese Unterstützung werden die Ukrainer in diesem Winter mehr Stunden täglich im Dunkeln verbringen als nötig, erklärte ein ukrainischer Energiebeamter.

    „Wenn kein Grundvertrauen und keine Allianz mehr existieren und alles nur noch Verhandlungssache ist“, sagte Senator Mark Warner (D-Virginia), „dann werden sich viele fragen, ob die Beziehungen zu Amerika nur noch transaktional sind – statt auf gemeinsamen Werten und Geschichte zu basieren.“

  • Europa ausgeschlossen: Drinlichkeitsgipfel zu Ukraine-Gesprächen – und andere Word-News

    Europa ausgeschlossen: Drinlichkeitsgipfel zu Ukraine-Gesprächen – und andere Word-News

    Während sich US-Beamte diese Woche mit Russland über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs beraten, treffen sich europäische Staats- und Regierungschefs heute in Paris zu einem Dringlichkeitsgipfel. Ihr Ziel: eine gemeinsame Antwort auf die Verhandlungen von Donald Trump mit Moskau zu finden – Gespräche, die offenbar weder Europa noch die Ukraine selbst einbeziehen.

    Sorge um ein drohendes Abkommen

    Am Vorabend des Treffens bot der britische Premierminister Keir Starmer an, britische Truppen zur Sicherung der Ukraine zu entsenden. Damit wolle man Russlands Präsident Wladimir Putin abschrecken. Die Angst in Europa wächst, dass Trump eine Einigung anstrebt, die Russland langfristig in eine dominante Position bringen könnte. Manche befürchten, dass Putin nicht nur ein Fünftel der Ukraine kontrollieren, sondern den Rest des Landes in wenigen Jahren einnehmen könnte. Sein übergeordnetes Ziel? Die Zerschlagung der NATO.

    Sicherheitsbedenken: Wendet sich die USA von Europa ab?

    Besorgnis erregen auch jüngste Äußerungen von US-Vizepräsident JD Vance und Verteidigungsminister Pete Hegseth, die andeuten, dass sich die USA stärker von Europa abwenden und Moskau annähern könnten. Experten warnen: Ein solches Szenario wäre ein historischer Sieg für Putin, weit größer als jeder militärische Erfolg in der Ukraine.

    Keine Einigung ohne Kiew

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellte am Wochenende unmissverständlich klar, dass sein Land niemals ein zwischen den USA und Russland ausgehandeltes Abkommen akzeptieren werde, wenn Kiew nicht direkt daran beteiligt ist. Er lehnte zudem einen Vorschlag Trumps ab, wonach die Ukraine die Hälfte ihrer Rohstoffvorkommen im Gegenzug für US-Unterstützung abtreten solle.


    Terroranschlag in Österreich: Verbindung zu ISIS

    Ein syrischer Asylbewerber hat am Samstag in Villach, Österreich, einen Teenager mit einem Messer getötet und fünf weitere Menschen verletzt. Laut den Behörden ließ sich der Täter von der Terrororganisation Islamischer Staat (ISIS) inspirieren.

    Der Verdächtige ist ein 23-jähriger Mann, der 2020 aus Syrien nach Österreich kam und später Asyl erhielt. Die Polizei geht davon aus, dass die Opfer willkürlich ausgewählt wurden.

    Anschlag auch in Deutschland

    Nur wenige Tage zuvor kam es in Deutschland zu einem ähnlichen Angriff: Ein afghanischer Staatsbürger, der als Kind nach Deutschland geflüchtet war, raste mit einem Auto in eine Menschenmenge bei einer Gewerkschaftsdemonstration in München – etwa 150 Kilometer von Villach entfernt. Dabei wurden zwei Menschen getötet und fast 40 verletzt.


    Weitere Top-Meldungen

    • Mali: Mindestens 43 Menschen, überwiegend Frauen, kamen ums Leben, als eine unregulierte Goldmine einstürzte.
    • Islamischer Staat: Amateur-Ermittler versuchen, Jesidinnen zu finden, die von der Terrorgruppe entführt und versklavt wurden.
    • Osttimor: Experten loben das Land als Vorbild für junge Nationen nach Konflikten.
    • Demokratische Republik Kongo: Rebellen nahmen Bukavu, ein wichtiges Handelszentrum, ohne größeren Widerstand ein.
    • USA: Mindestens neun Tote nach heftigen Regenfällen, die im Süden des Landes Überschwemmungen und Stromausfälle verursachten.
    • Iran: Ein britisches Ehepaar, das eine Motorradreise um die Welt machte, wurde im Iran festgenommen.
    • Slowakei: Eine pro-ukrainische Aktivistin wird vom Premierminister beschuldigt, einen Putsch zu planen.
    • BAFTAs: Überraschungssieger: Der Film „Conclave“ gewann vier Preise, darunter bester Film.

    Von C. Hatty

  • Robert F. Kennedy Jr.: Vom Umweltschützer zum Gesundheitsminister von Donald Trump

    Robert F. Kennedy Jr.: Vom Umweltschützer zum Gesundheitsminister von Donald Trump

    Robert F. Kennedy Jr. ist eine polarisierende Figur – ehemaliger Umweltaktivist, Impfgegner, Verschwörungstheoretiker und nun Gesundheitsminister unter Donald Trump. Wie konnte der Neffe von John F. Kennedy an die Spitze einer Behörde mit über 80.000 Mitarbeitern gelangen? Seine Ernennung sorgt für Aufsehen, seine Vergangenheit für Kontroversen.


    Zerstritten mit der eigenen Familie

    Kennedy Jr., inzwischen 71 Jahre alt, stammt aus der wohl berühmtesten politischen Familie der USA. Doch während der Name „Kennedy“ für viele als Synonym für liberale Politik steht, hat sich Robert F. Kennedy Jr. davon weit entfernt.

    Seine Familie hat sich öffentlich von ihm distanziert. Kerry Kennedy, seine Schwester, erklärte 2023: „Bobby mag unseren Vater als Namensgeber haben, aber nicht seine Werte.“ Caroline Kennedy, Tochter von John F. Kennedy, ging noch weiter: Sie warf ihm vor, die Tragödien der Familie für seine Zwecke auszuschlachten – und stellte infrage, ob ein Mann mit solchen Motiven über Leben und Tod der Amerikaner entscheiden sollte.

    Doch Kennedy Jr. weiß, wie man aus seinem Namen Kapital schlägt. Während seiner erfolglosen Präsidentschaftskandidatur ließ er einen Werbespot aus der Kampagne seines Onkels von 1960 nachdrehen. Zudem behauptete er, die CIA sei in die Ermordung von JFK verwickelt gewesen – und auch die Schuld von Sirhan Sirhan, dem Mörder seines Vaters, stellte er infrage.


    Impfkritiker mit Millionen-Einnahmen

    Robert F. Kennedy Jr. hat sich in den letzten Jahrzehnten als eine der bekanntesten Figuren der Anti-Impfbewegung etabliert. Offiziell behauptet er, kein Impfgegner zu sein, sondern sich lediglich für „Sicherheit“ einzusetzen. Doch seine Taten sprechen eine andere Sprache.

    1999 begann er, sich gegen die Pharmaindustrie zu engagieren. 2007 gründete er die Organisation „Children’s Health Defense“ (CHD), die für die Verbreitung von Fehlinformationen über Impfstoffe berüchtigt ist. Unter anderem propagierte CHD die widerlegte These, dass Impfungen Autismus verursachen.

    Diese Kampagnen brachten Kennedy Jr. nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch finanziellen Erfolg. Er verdiente Millionen mit Büchern und Vorträgen über angebliche Impfrisiken. Kritiker wie der Politologe Matt Motta werfen ihm vor, Wissenschaft nur dann anzuerkennen, wenn es ihm passt – oder wenn er damit Geld verdienen kann.

    Besonders brisant: Während er öffentlich vor Impfungen warnte, ließ er seine eigenen Kinder impfen.

    Sein Einfluss reicht weit über die USA hinaus. 2019 reiste er nach Samoa, wo nach seinem Besuch die Impfquote dramatisch sank – kurz darauf kam es zu einer Masernepidemie, bei der 83 Menschen starben. Als ihn der US-Senat darauf ansprach, spielte er die Tragödie herunter.


    Ein Herz für Verschwörungstheorien

    Kennedy Jr. verbreitet nicht nur Impfmythen, sondern auch eine Vielzahl anderer Verschwörungstheorien. Er behauptete unter anderem, die USA hätten den Ukraine-Krieg provoziert, Bill Gates habe mit einem Impfstoff in Indien 490.000 Kinder gelähmt und das US-Gesundheitsamt CDC sei eine „Marionette der Pharmaindustrie“.

    Seine Nähe zu Donald Trump mag überraschen – schließlich war Kennedy jahrzehntelang Demokrat. Doch in einem Punkt ähneln sich die beiden: Sie misstrauen wissenschaftlichen Institutionen und bedienen sich einer Rhetorik, die Experten als Teil eines „korrupten Systems“ darstellt.

    Kein Wunder, dass seine Ernennung auf Widerstand stößt. 77 Nobelpreisträger forderten im Dezember 2024, ihn nicht als Gesundheitsminister zu bestätigen – erfolglos.


    Vom Junkie zum Minister

    Seine Vergangenheit ist ebenso turbulent wie seine politischen Positionen. In den 1980er-Jahren war Kennedy Jr. heroinabhängig und wurde verhaftet. Er schaffte den Entzug, doch seine Cousine Caroline Kennedy warf ihm später vor, andere Familienmitglieder mit in den Abgrund gezogen zu haben. Sein jüngerer Bruder David starb 1984 an einer Überdosis.

    Eine weitere verstörende Episode: Kennedy Jr. hielt Raubvögel als Haustiere und fütterte sie mit lebenden Mäusen und Küken, die er zuvor in einem Mixer zerkleinerte – eine Anekdote, die seine Familie als Beispiel für seine „gestörte Persönlichkeit“ anführt.

    Sein Gesundheitszustand war auch in jüngerer Zeit Thema. 2024 enthüllte die „New York Times“, dass er unter einer Quecksilbervergiftung litt und ein Parasit Teile seines Gehirns zerstört hatte. Sein Wahlkampfteam beteuerte daraufhin, er sei „körperlich und geistig gesund“.


    Der Umweltaktivist von einst

    Dabei begann sein Karriereweg einst vielversprechend. Als junger Mann kämpfte er für den Umweltschutz und machte sich als Anwalt einen Namen. Er arbeitete für Organisationen wie „Riverkeeper“ und verklagte Unternehmen wegen Umweltverschmutzung.

    In den 1990er-Jahren war er eine der wichtigsten Stimmen gegen die Verschmutzung des Hudson River, setzte sich für indigene Völker ein und kämpfte gegen Monsanto. 2018 war er Teil des Teams, das den Chemiekonzern wegen des Unkrautvernichters „Roundup“ vor Gericht brachte – ein historischer Sieg.

    Doch auch hier gibt es Schattenseiten. Kritiker werfen ihm vor, sich als Gründer von „Riverkeeper“ ausgegeben zu haben, obwohl er die eigentlichen Initiatoren verdrängte. Zudem soll sein Umweltaktivismus oft von persönlichen Fehden getrieben gewesen sein.


    Ein Minister mit ungewisser Zukunft

    Kennedy Jr. ist ein Mann der Widersprüche: Umweltschützer und Impfgegner, Demokrat und Trump-Verbündeter, politischer Außenseiter und nun Minister. Seine Ernennung zeigt, wie tief die Kluft in der US-amerikanischen Politik geworden ist.

    Doch wie lange kann sich jemand mit solch einer umstrittenen Vergangenheit in einer so wichtigen Position halten? Die ersten Monate seiner Amtszeit dürften turbulent werden – die Skepsis ist jedenfalls riesig.

    Von C. Hatty