Schlagwort: Transport

  • Wenn der Rhein austrocknet: Warum Containerschiffe den Straßburger Hafen immer häufiger meiden

    Wenn der Rhein austrocknet: Warum Containerschiffe den Straßburger Hafen immer häufiger meiden

    Der Rhein zählt zu den wichtigsten Verkehrsadern Europas. Tag für Tag transportieren Schiffe Rohstoffe, Container und Industrieprodukte zwischen den großen Seehäfen Rotterdam und Antwerpen sowie den Wirtschaftsregionen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Doch dieses eingespielte System gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht. Wiederkehrende Trockenperioden und anhaltendes Niedrigwasser verändern den Schiffsverkehr nachhaltig – mit spürbaren Folgen für den Straßburger Rheinhafen.

    Besonders betroffen sind moderne Containerschiffe. Sie benötigen einen vergleichsweise großen Tiefgang, um ihre Ladung sicher transportieren zu können. Sinkt der Wasserstand des Rheins deutlich, stoßen sie schnell an ihre Grenzen. Vor allem die Engstelle bei Kaub in Deutschland entwickelt sich in solchen Phasen zum Nadelöhr der europäischen Binnenschifffahrt. Reicht die Wassertiefe nicht mehr aus, dürfen die Schiffe ihre maximale Ladung nicht aufnehmen oder müssen ihre Fahrten ganz einstellen.

    Die Folge zeigt sich inzwischen auch im Hafen von Straßburg. Die größten Containerschiffe verschwinden zeitweise vollständig aus dem Hafenbild. Stattdessen übernehmen kleinere Schiffe oder nur teilweise beladene Frachter den Transport. Das sorgt zwar dafür, dass der Warenverkehr nicht völlig zum Erliegen kommt, schmälert jedoch die Leistungsfähigkeit des gesamten Logistiksystems erheblich.

    Für den zweitgrößten Binnenhafen Frankreichs bringt diese Entwicklung zahlreiche Herausforderungen mit sich. Weniger Container erreichen den Hafen, gleichzeitig steigen die Transportkosten deutlich an. Unternehmen sehen sich gezwungen, einen Teil ihrer Waren auf die Schiene oder den Lkw zu verlagern. Dadurch verlängern sich Lieferzeiten, während zusätzliche Kosten entlang der gesamten Lieferkette entstehen. Besonders für Industriebetriebe, die auf eine zuverlässige und pünktliche Versorgung mit Rohstoffen angewiesen sind, wächst der Druck.

    Ganz neu ist diese Entwicklung allerdings nicht. Bereits im Jahr 2018 erlebte der Rhein eine außergewöhnliche Niedrigwasserperiode. Damals konnten große Containerschiffe fast zwei Monate lang kaum noch verkehren. Der Straßburger Hafen verzeichnete in der Folge den niedrigsten Warenumschlag seit rund fünfzig Jahren. Was damals als außergewöhnliches Naturereignis galt, entwickelt sich inzwischen immer stärker zur neuen Realität.

    Nach Einschätzung der Hafenverantwortlichen handelt es sich längst nicht mehr um eine vorübergehende Krise. Vielmehr verändert der Klimawandel die Rahmenbedingungen dauerhaft. Die Logistikbranche muss ihre bisherigen Konzepte überdenken und sich auf deutlich stärkere Schwankungen der Wasserstände einstellen. Ein Rhein, der das ganze Jahr über zuverlässig schiffbar bleibt, lässt sich immer weniger als selbstverständlich betrachten.

    Die Unternehmen reagieren bereits auf diese Entwicklung. Reedereien investieren verstärkt in Schiffe mit geringerem Tiefgang, die auch bei niedrigeren Wasserständen einsatzfähig bleiben. Gleichzeitig gewinnt der Schienengüterverkehr an Bedeutung. Viele Firmen suchen zudem nach alternativen Transportwegen, um ihre Lieferketten widerstandsfähiger zu gestalten. Doch all diese Maßnahmen verursachen erhebliche Investitionen und gleichen die geringere Transportkapazität auf dem Wasser nur teilweise aus.

    Die Auswirkungen reichen weit über Straßburg hinaus. Der Rhein verbindet einige der bedeutendsten Industrieregionen Europas miteinander. Chemieunternehmen, Stahlwerke, Baustoffhersteller oder Getreidehändler sind in hohem Maße auf den Fluss angewiesen. Fällt der Wasserstand über längere Zeit zu niedrig aus, steigen die Frachtraten oft erheblich. In einzelnen Fällen müssen Betriebe ihre Produktion sogar anpassen, weil Rohstoffe nicht rechtzeitig per Schiff eintreffen.

    Dennoch bedeutet diese Entwicklung keineswegs das Ende des Straßburger Hafens. Die vorhandene Infrastruktur bleibt ein bedeutender Standortvorteil für die Region. Allerdings verändert sich die Rolle des Hafens. Flexibilität, moderne Logistik und eine engere Verzahnung verschiedener Verkehrsträger gewinnen zunehmend an Bedeutung. Der Hafen entwickelt sich von einem ausschließlich wassergebundenen Umschlagplatz zu einem vielseitigen Logistikzentrum, das auf unterschiedliche Transportwege setzt.

    Der langsame Rückgang der Containerschifffahrt steht somit sinnbildlich für eine tiefgreifende Veränderung. Nicht die Hafenanlagen verschwinden, sondern die Gewissheit, dass der Rhein jederzeit ausreichend Wasser führt. Mit jeder längeren Trockenperiode wächst die Erkenntnis, dass der Klimawandel längst nicht mehr nur ein ökologisches Thema ist. Er verändert Schritt für Schritt auch die wirtschaftlichen Grundlagen Europas – und macht selbst einen der bedeutendsten Flüsse des Kontinents zunehmend unberechenbar.

    Autor: Andreas M. Brucker

    Le Rhin est à un niveau historiquement bas. Dans le port fluvial de Strasbourg, une seule barge de conteneurs transite chaque semaine, contre 20 barges habituellement.Le Rhin est à un niveau historiquement bas. Dans le port fluvial de Strasbourg, une seule barge de conteneurs transite chaque semaine, contre 20 barges habituellement.

  • Blockierte Häfen, steigender Druck: Der Konflikt um Treibstoffpreise auf Korsika eskaliert

    Blockierte Häfen, steigender Druck: Der Konflikt um Treibstoffpreise auf Korsika eskaliert

    Seit Anfang April spitzt sich auf Korsika ein Konflikt zu, der weit über eine branchenspezifische Auseinandersetzung hinausweist. Fischer blockieren zentrale Häfen der Insel, um gegen drastisch gestiegene Treibstoffpreise zu protestieren. Leidtragende sind zunächst Reisende und Unternehmen – doch im Kern offenbart der Streit strukturelle Schwächen der französischen Inselpolitik und die wirtschaftliche Fragilität peripherer Regionen. Ein Konflikt mit unmittelbaren Folgen Die Blockade begann am 7. April und erfasste rasch die wichtigsten Häfen der Insel, darunter Ajaccio und Bastia. Fischerboote versperrten Zufahrten, wodurch Fähren und Versorgungsschiffe weder ein- noch auslaufen konnten. Bereits am ersten Tag strandeten Passagierschiffe vor der Küste, während Kreuzfahrtschiffe ihre Routen kurzfristig änderten. Auch die Versorgung mit Gütern geriet ins Stocken. Für die betroffenen Reisenden sind die Auswirkungen unmittelbar spürbar: Verspätungen, gestrichene Verbindungen und unsichere A…

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  • Ein Dorf teilt sich den Weg – wie Pont-de-Barret das soziale „Car-Sharing“ neu erfindet

    Ein Dorf teilt sich den Weg – wie Pont-de-Barret das soziale „Car-Sharing“ neu erfindet

    In den Hügeln der Drôme, dort, wo Lavendel und Kalkstein ein stilles Band über die Täler ziehen, wird Mobilität zum täglichen Balanceakt. Busse fahren selten, Bahnhöfe liegen weit entfernt, und wer kein Auto hat, bleibt oft – wortwörtlich – auf der Strecke.Doch in Pont-de-Barret, einem kleinen Ort am Fluss Roubion, wächst eine Idee, die das ändert: ein Covoiturage mit Herz, ein solidarisches Mobilitätsnetz namens MobiSol 26. Hier geht es nicht um Kilometer, sondern um Menschen. Wenn der Bus nicht mehr kommt Pont-de-Barret zählt nur wenige Hundert Einwohner, verteilt auf gut 16 Quadratkilometer. Wie in vielen ländlichen Regionen der Drôme ist der öffentliche Nahverkehr dort kaum mehr als eine Erinnerung.Ältere Menschen, Jugendliche ohne Führerschein, Menschen mit geringem Einkommen – sie alle kämpfen mit derselben Frage: Wie komme ich überhaupt von A nach B? Das Departement Drôme sucht seit Jahren nach Antworten auf genau dieses Dilemma. Eine davon heißt eben MobiSol 26 – ein solidarisc…

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  • Mobilisierungstag am 18. September 2025: Steht Frankreich vor einem massiven Stillstand?

    Mobilisierungstag am 18. September 2025: Steht Frankreich vor einem massiven Stillstand?

    Der 18. September 2025 zeichnet sich bereits im Vorfeld als Tag einer außergewöhnlich breiten Mobilisierung ab. Gewerkschaften, Berufsverbände und soziale Bewegungen kündigen eine Protestwelle an, die sich quer durch mehrere Schlüsselbereiche der französischen Gesellschaft zieht. Auslöser sind die Haushaltspläne der Regierung, die von vielen als hart und unsozial empfunden werden. Die Erwartungen an die Beteiligung sind hoch – für das Kabinett von Premierminister Sébastien Lecornu könnte dies zur ersten großen Bewährungsprobe werden.

    Streitpunkt Haushaltspolitik Das Bündnis der großen Gewerkschaftsdachverbände – von der CFDT bis zur CGT – richtet seine Kritik gegen die geplanten Kürzungen und den Stopp von Neueinstellungen im öffentlichen Dienst sowie das Einfrieren von Sozialleistungen, Beamtengehältern und Renten. Hinzu kommen höhere Gesundheitskosten durch verdoppelte Zuzahlungen und der Vorwurf einer einseitigen Steuerpolitik zugunsten von Unternehmen und hohen Einkommen. Die Maßn…

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  • Rhône statt Asphalt – Wie Frankreichs Flüsse die Logistik von morgen gestalten

    Rhône statt Asphalt – Wie Frankreichs Flüsse die Logistik von morgen gestalten

    Zwischen Lastwagen, Lärm und Luftverschmutzung bahnt sich am Ufer des Rhône eine stille Revolution an. Während sich der Güterverkehr jahrzehntelang auf Straßen konzentrierte, entdecken Frankreichs Städte und Unternehmen eine uralte, aber zukunftsfähige Alternative neu: den Fluss.

    Zurück zu den Wurzeln – mit neuem Antrieb Vergessen, vernachlässigt, fast verdrängt: Der Transport über Wasser schien in der Ära des Just-in-Time und der Autobahnen nicht mehr gefragt. Doch jetzt kehrt der Rhône kraftvoll zurück – mit beeindruckenden Zahlen: Allein zwischen Juni und Oktober 2024 wurden 30.000 Tonnen Baumaterialien über 280 Kilometer von Lyon nach Arles per Schiff transportiert. Das entspricht rund 1.000 Lkw-Fahrten, die eingespart wurden – samt 164 Tonnen CO₂ und über 100.000 Litern Diesel. Solche Initiativen zeigen: Die Binnenschifffahrt ist längst kein nostalgisches Relikt – sie ist effizient, klimafreundlich und entlastet Straßen, gerade zur Ferienzeit, wenn Staus ohnehin das Straßenbild d…

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  • Innovation im Transport: „Elektrokapseln“ revolutionieren den öffentlichen Nahverkehr

    Innovation im Transport: „Elektrokapseln“ revolutionieren den öffentlichen Nahverkehr

    In Saint-Quentin-en-Yvelines, einer Gemeinde in den Yvelines, sind vor wenigen Tagen neue elektrische Transportkapseln eingeweiht worden. Diese Kapseln bieten nicht nur eine schnelle und effiziente Möglichkeit, sich fortzubewegen, sondern setzen auch neue Maßstäbe in Sachen Umweltfreundlichkeit.

    Eine Revolution für die Olympischen Spiele

    Diese innovativen Kapseln, entwickelt von Urbanloop, sind eine der bedeutendsten Neuerungen im Transportwesen für die kommenden Olympischen Spiele. Sie verbinden die verschiedenen Veranstaltungsorte in Saint-Quentin-en-Yvelines und bieten eine Geschwindigkeit von 50 km/h. Neben zwei Passagieren können auch Kinderwagen und Rollstühle problemlos mitgeführt werden – was sie besonders benutzerfreundlich macht.

    Dekarbonisiertes System

    Das Besondere an diesen Kapseln ist ihr umweltfreundliches Design. Anstatt auf Batterien zu setzen, beziehen sie ihre Energie wie ein Zug oder eine U-Bahn direkt von den Schienen. Jean-Philippe Mangeot, Projektleiter bei Urbanloop, erklärt: „Wir fangen die Energie wie ein Zug oder eine U-Bahn auf der Strecke auf, was den Einsatz von Batterien überflüssig macht.“ Dieser Ansatz reduziert nicht nur den ökologischen Fußabdruck, sondern auch die Wartungskosten und die Notwendigkeit für häufiges Aufladen.

    Nach einer Testfahrt zeigt sich Jean-Baptiste Hamonic, Bürgermeister von Villepreux (Yvelines), begeistert von der neuen Technologie. Er sieht großes Potenzial für die Kapseln, den Transport in kleineren Städten, großen Messegeländen oder Flughäfen zu revolutionieren.

    Eröffnung nach den Olympischen Spielen

    Die Kapseln sollen ihre ersten Passagiere direkt nach der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele transportieren. Urbanloop hofft, dass diese innovative Transportlösung bald in vielen kleinen Städten, großen Ausstellungsparks und Flughäfen zum Alltag gehören wird.

    Was macht diese Kapseln so besonders?

    Neben der offensichtlichen Umweltfreundlichkeit bieten die Kapseln eine hohe Flexibilität und Komfort. Die Passagiere wählen ihre Zielstation einfach über eine Tastatur aus, und die Kapsel fährt sie direkt dorthin. Das spart Zeit und macht den Transport effizienter. Dank der Sensoren auf den Schienen wird jede Fahrt sicher und reibungslos absolviert.

    Die Zukunft des städtischen Verkehrs

    Urbanloop’s Ziel ist es, den urbanen Verkehr neu zu definieren. Mit diesen Kapseln könnten Staus und lange Wartezeiten bald der Vergangenheit angehören. Die Vision ist klar: ein nachhaltiges, effizientes und benutzerfreundliches Transportmittel, das sich perfekt in den urbanen Raum einfügt und gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck minimiert.

    Die Einführung dieser Kapseln könnte der erste Schritt in eine neue Ära des städtischen Verkehrs sein. Man kann nur gespannt sein, wie sich diese Technologie weiterentwickelt und welche Auswirkungen sie auf den öffentlichen Nahverkehr haben wird. Wer hätte gedacht, dass der Transport der Zukunft so elegant und umweltfreundlich sein könnte?

  • Schulanfang: In Okzitanien sind Züge und Busse für 12- bis 26-Jährige kostenlos

    Schulanfang: In Okzitanien sind Züge und Busse für 12- bis 26-Jährige kostenlos

    Der Regionalrat der Region Okzitanien (Südwestfrankreich) führt zu Beginn des neuen Schuljahres neue Maßnahmen für die etwa 230.000 Gymnasiasten der Region ein, um die Kaufkraft und die Mobilität zu stärken. 

    Vor dem Hintergrund der Inflation soll das Budget der Familien von Gymnasiasten entlastet werden. Regionalpräsidentin Carole Delga kündigte eine Reihe neuer Maßnahmen an, die zusammen mit den bereits bestehenden Maßnahmen* den etwa 230.000 Gymnasiasten der Region Einsparungen von durchschnittlich 800 Euro ermöglichen sollen. Damit bietet die Region Okzitanien ihren Gymnasiasten den preiswertesten Schulanfang in ganz Frankreich.

    Zu den wichtigsten Neuerungen dieses Schuljahres gehört, dass die Region ab kommenden Januar die kostenlose Nutzung der Regionalzüge liO auf 12- bis 18-Jährige ausweiten wird. Bis dahin konnten nur 18- bis 26-Jährige von den kostenlosen Tickets profitieren. Allen Abonnenten des Schultransports steht auch die kostenlose Nutzung der liO-Regionalbusse zur Verfügung und auch diese Regelung wird ab 2024 auf die 12- bis 26-Jährigen ausgeweitet. „Dies betrifft eine Million junge Menschen und ist eine Premiere in Frankreich“, betont die Regionalpräsidentin.

    Für Gymnasiasten, die sich ein Fahrrad anschaffen möchten, wird ebenfalls eine Unterstützung von bis zu 200 Euro angeboten. „Dieser Schulanfang steht unter dem Zeichen der Freiheit… Freiheit zu studieren, Freiheit, sich fortzubewegen, um sich zu bilden, um sich zu treffen, um Sport zu treiben, Freiheit, sein Schicksal zu gestalten.“
    Trotz steigender Lebensmittel- und Energiepreise beschloss der Regionalrat auch in diesem Jahr, die Preise für die Schulspeisung nicht zu erhöhen. Eine Mahlzeit wird also weiterhin durchschnittlich um die 3,50 Euro kosten. Diese Maßnahme wird die Region mehr als 6 Millionen Euro kosten.

    Die Region Okzitanien wird dieses Jahr mehr als 200 Millionen Euro für Bildung ausgeben, was sie zum größten Ausgabenposten des Rates macht.

    * Kostenlose Laptops, Verleih von Schulbüchern, Unterstützung für Sportlizenzen (UNSS) und Freizeitlektüre, kostenloser Schultransport vom Kindergarten bis zum Gymnasium, etc.

  • Vor Schulbeginn fehlen in Frankreich etwa 6.000 Fahrer von Schulbussen

    Vor Schulbeginn fehlen in Frankreich etwa 6.000 Fahrer von Schulbussen

    Jedoch betonte der stellvertretende Minister für Verkehr ausdrücklich: „Wir sehen uns für den Schulanfang 2023 (…) in einer viel besseren Situation“ als im Sommer 2022. Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres sind rund 6.000 Stellen für Schulbusfahrer laut Verkehrsminister Clément Beaune noch immer unbesetzt. Im vergangenen Jahr waren zum gleichen Zeitpunkt noch 8.000 Stellen für Schulbusfahrer und Schulbusfahrerinnen kurz vor Beginn des neuen Schuljahres noch unbesetzt. Um die Zahl der Fahrer und Fahrerinnen zu Beginn des neuen Schuljahres zu erhöhen, haben die Ministerien für Verkehr und Arbeit in Zusammenarbeit mit den Regionen eine Reihe von Verfahren vereinfacht, damit die Stellen von interessirten Bewerbern schneller und leichter angetreten werden können. „Wir haben etwa die Herabsetzung des Alters für den Schulbusführerschein von 21 auf 18 Jahre veranlasst“, stellt der stellvertretende Verkehrsminister fest. Sein Kollege, Arbeitsminister Olivier Dussopt, verwies auf eine durchsc…

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  • Streik gegen Rentenreform: Landesweite Störungen im Transportwesen

    Streik gegen Rentenreform: Landesweite Störungen im Transportwesen

    Alle französischen Gewerkschaften rufen die Beschäftigten dazu auf, am Donnerstag, dem 19. Januar 2023, gegen die Rentenreform zu streiken. Welche Auswirkungen wird dies auf öffentlichen Nah- und Fernverkehr haben?

    Um Nein zur geplanten Rentenreform und zur Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters von 62 auf 64 Jahre zu sagen, rufen alle Gewerkschaften die Beschäftigten am Donnerstag, dem 19. Januar 2023, zu Streiks und Demonstrationen auf. Der Transportsektor wird wie bei den großen Streiks im Jahr 1995 besonders stark betroffen sein.

    Die Situation im öffentlichen Verkehr dürfte an diesem Donnerstag „sehr schwierig“ werden, meint der stellvertretende Verkehrsminister Clément Beaune und ruft die Franzosen dazu auf, ihre Reisen zu verschieben oder von zu Hause aus zu arbeiten. „Es wird ein schwieriger Donnerstag sein. […] Es wird ein Donnerstag mit starken Störungen im Transportwesen sein“, meinte Clément Beaune auf France 2. „Ich rate all denen, die es können, wenn möglich, Reisen zu verschieben und wenn möglich im Home-Office zu arbeiten, denn es wird ein sehr schwieriger Donnerstag im öffentlichen Verkehr sein“. „Ich hoffe vor allem, dass es nicht so lange dauern wird“, fügte Clément Beaune hinzu.

    Besonders schwierig dürfte die Situation in der Region Île-de-France sein, da alle Gewerkschaften der Pariser Verkehrsbetriebe RATP zur Teilnahme an den branchenübergreifenden Streiks aufgerufen haben.

    Die SNCF und die RATP – deren Personal von der Reform insbesondere durch die Abschaffung gewisser Sonderregelungen direkt betroffen ist – haben angekündigt, dass U-Bahn-Linien in Paris geschlossen oder nur zu den Hauptverkehrszeiten geöffnet werden.

    Hier ein Überblick:

    • RER- und Busverkehr in der Ile-de-France sind stark beeinträchtigt.
    • nur 1 von 3 TGVs auf der Nord- und Südostachse
    • nur 1 TGV von 4 auf der Atlantikachse
    • nur 1 von 5 TGVs auf der Ostachse
    • nur 1 von 3 Ouigo-Zügen ist im Einsatz
    • nur 1 TER auf 10 (2 auf 5 in Okzitanien).
    • Keine Intercity-Züge (außer einem auf er Verbindung Paris-Clermont).
    • International: Kein Lyria-Zug wird zwischen Frankreich und der Schweiz verkehren.

    Jeder fünfte Flug in Orly fällt aus
    Die Störungen betreffen nicht nur den Schienenverkehr: Auch im Luftverkehr wird es zu Beeinträchtigungen kommen. Bei mehreren Fluggesellschaften, darunter Air France, sowie bei der Flugsicherung wurden Streikankündigungen eingereicht.

    Die Gewerkschaft SNCTA, die bei den Fluglotsen die Mehrheit der Angestellten vertritt, rief jedoch nicht zum Streik auf und begründete dies mit einem „vernünftigen und angemessenen Gebrauch des Streikrechts“.

    In Orly forderte die Flugsicherung die Fluggesellschaften auf, präventiv einen von fünf Flügen zu streichen. Das Ausmass der Störungen wird von der Mobilisierung der Piloten und des Personals abhängen. Die Gewerkschaften des Kabinenpersonals (PNC) haben zum Streik aufgerufen, die Gewerkschaft der Piloten (SNPL) überlegt, ob sie sich der Mobilisierung anschließen soll.

    Fernfahrer, Busse und Krankenwagenfahrer
    Schließlich will auch die Gewerkschaft FO-Transport und Logistik, in der Fernfahrer, Krankenwagenfahrer, Busfahrer oder Geldtransporteure zusammengeschlossen sind, „bis zum Äußersten in diesem Kampf“ gehen. Der Verband möchte ab dem 19. Januar eine „unbegrenzte“ Bewegung starten, um einen „massiven und harten Gegenschlag“ vorzubereiten.

  • Kraftstoffpreise: LKW-Proteste in den Departements Nord und Pas-de-Calais

    Kraftstoffpreise: LKW-Proteste in den Departements Nord und Pas-de-Calais

    Etwa 70 Lkw fuhren Richtung Lille und verursachten kilometerlange Behinderungen auf der A25 und der A1.

    Zwei Protestaktionen begannen gegen 8 Uhr am Samstagmorgen und dauerten bis zum Nachmittag auf den Autobahnen A25 im Norden und der A1 im Pas-de-Calais. Zu den Aktionen hatte der Transportunternehmerverband France TPE aufgerufen. Die Trucker protestierten gegen die steigenden Kraftstoffpreise, berichtet France Bleu Nord.

    Etwa 70 Lastwagen fuhren aus verschiedenen Richtungen im Schneckentempo auf die Stadt Lille zu, was zu mehreren Kilometern Stau führte, bevor sie den Großmarkt in Lomme, einem Vorort von Lille, erreichten. „Wir verlieren schon Geld, wenn wir nur zur Arbeit fahren“, erklärte einer der Teilnehmer gegenüber France Bleu Nord. „Wenn es so weitergeht, werden wir bis Juni alle aufgeben müssen“.

    Diese beiden Schneckentempoaktionen sind ein Testlauf für eine landesweite Mobilisierung gewesen, die für nächste Woche geplant ist und deren Termin noch festgelegt werden soll.

    https://twitter.com/JeanSba92465217/status/1502721044867596290