Schlagwort: TGV

  • Fliegen wird teurer – Frankreichs plant Umbau der Luftverkehrssteuer

    Fliegen wird teurer – Frankreichs plant Umbau der Luftverkehrssteuer

    Fliegen könnte in Frankreich ab 2026 deutlich teurer werden. Die Regierung plant im Rahmen des Haushaltsgesetzes eine Reihe neuer Abgaben auf den Luftverkehr. Damit sollen einerseits zusätzliche Staatseinnahmen generiert, andererseits klimapolitische Ziele unterstützt werden. Doch die Pläne stossen bei Fluggesellschaften und Flughäfen auf massiven Widerstand. Die französische Regierung berät derzeit über den Haushaltsentwurf für 2026, der eine signifikante Neugestaltung der Luftverkehrssteuer vorsieht. Im Zentrum stehen drei Massnahmen: die Abschaffung der Kerosinsteuerbefreiung, die Anhebung der Mehrwertsteuer auf Inlandsflüge sowie eine neue Passagierabgabe in Paris. Ende der Kerosinsteuerbefreiung – ein Paradigmenwechsel Bislang ist Kerosin in Frankreich, wie fast überall in der EU, von der Energiesteuer (TICPE) befreit. Diese Ausnahmeregelung gilt für alle kommerziellen Flüge und wird seit Jahren von Umweltverbänden kritisiert, da sie fossile Mobilität subventioniert. Nun soll die …

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  • Feuer bei Marseille: Brand schwächt sich ab – doch die Gefahr bleibt

    Feuer bei Marseille: Brand schwächt sich ab – doch die Gefahr bleibt

    Die Sonne ging heute über Marseille auf, als wäre nichts gewesen. Doch der Brandgeruch hängt noch immer schwer in der Luft. Seit Tagen kämpft die Feuerwehr gegen die Flammen, die die Hügel und Wälder um Marseille heimsuchen wie ein ungebetener Gast, der nicht mehr gehen will. Mittwochmorgen meldete die Präfektur der Bouches-du-Rhône: Das Feuer habe zwar an Intensität verloren, aber die Ränder des Brandgebiets seien weiterhin aktiv und nicht stabilisiert.

    Ein Hoffnungsschimmer – doch Entwarnung klingt anders. Über 1.000 Feuerwehrleute sind im Einsatz. 1.000 Menschen mit derselben Mission: Dieses Feuer zu stoppen, bevor es die Stadt Marseille erreicht. Die Sicherheitskräfte sprechen von mehr als 700 Hektar verbrannter Fläche. Neun Löschflugzeuge kreisen seit Tagen über der Region – ein Dash, vier Canadair und vier Helikopter, die pausenlos Wasser abwerfen. Die Menschen in Marseille hören das Brummen der Rotoren und das Donnern des …

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  • Großbrand legt TGV-Strecke zwischen Paris und Marseille lahm

    Großbrand legt TGV-Strecke zwischen Paris und Marseille lahm

    Ein Feuer, das gestern Nachmittag im südfranzösischen Département Gard ausgebrochen ist, sorgt für Chaos auf einer der wichtigsten Hochgeschwindigkeitsstrecken Frankreichs.

    Nahe der TGV-Südost-Linie, die Paris mit Marseille verbindet, loderten dichte Rauchwolken – und legten den Bahnverkehr praktisch lahm.

    Die Folge? Ein Reisechaos, wie es die Reisenden in der Region seit vielen Monaten nicht mehr erlebt haben.

    Der Brand wütete unweit der Gleise, auf dem Streckenabschnitt, der als Lebensader zwischen Nord und Süd gilt. Denn wer von Paris an die Mittelmeerküste fährt, sitzt meistens genau hier im TGV – in knapp 3 Stunden raus aus dem Pariser Großstadtdschungel, rein ins provenzalische Licht.

    Doch gestern stand alles still.

    Die Züge aus und nach Marseille verspäteten sich massiv, viele Verbindungen wurden komplett gestrichen. Besonders hart traf es Reisende zu den Urlaubszielen an der Mittelmeerküste.

    Einige Passagiere harrten stundenlang in überfüllten Bahnhöfen aus. Andere standen irritiert vor Anzeigetafeln, auf denen ständig neue Verspätungen aufblinkten, um Sekunden später wieder zu verschwinden.

    Die Szene: Menschen, die mit ihrem Rollkoffer auf dem Bahnsteig hockten, eine Mutter, die ihrem Kind auf dem Schoss Croissants reichte, während sie immer wieder auf ihr Handy starrte – vergeblich auf der Suche nach einer neuen Zugverbindung oder zumindest irgendeinem Hoffnungsschimmer im SNCF-Ticker.

    Doch warum führte ein einzelner Brand zu so drastischen Folgen?

    Ganz einfach: Die TGV-Südost-Trasse ist eine der meistbefahrenen Strecken Frankreichs. Schon kleinste Zwischenfälle reichen aus, um den Fahrplan wie ein Kartenhaus zusammenfallen zu lassen. Bei einem Brand in unmittelbarer Gleisnähe gilt erst recht höchste Vorsicht – aus Sicherheitsgründen wird der Verkehr großräumig eingestellt, bis die Feuerwehr Entwarnung gibt und Techniker die Schienen kontrolliert haben.

    Die französische Bahngesellschaft SNCF riet allen Reisenden, vor Abfahrt den Status ihres Zuges zu prüfen. Wer es kann, solle alternative Routen in Betracht ziehen oder seine Reise ganz verschieben.

    Doch was bedeutet das konkret?

    Für manche Reisende: mehrere Stunden Verspätung. Für andere: gar keine Fahrt. Denn zahlreiche Züge wurden annulliert, besonders in den Stoßzeiten am Nachmittag und frühen Abend, wenn Berufspendler und Urlauber die Züge gleichermaßen verstopfen.

    Die SNCF versuchte, betroffene Passagiere umzubuchen oder auf spätere Verbindungen zu verteilen – doch bei einem derartigen Nadelöhr bleibt selbst der kreativste Kundenservice am Ende machtlos.

    Was bleibt, ist die Frage: Wie kann Frankreichs wichtigste Bahnverbindung so schnell in die Knie gezwungen werden?

    Vielleicht liegt die Antwort in der extrem hohen Auslastung, gepaart mit der großen Trockenheit in Südfrankreich. Denn bereits in den Vorjahren sorgten Böschungsbrände, ausgelöst durch Zigarettenreste, Glasscherben oder schlicht die Gluthitze, immer wieder für Streckensperrungen.

    Die Feuerwehr im Département Gard meldete am frühen Abend, der Brand sei unter Kontrolle. Ob und wann der TGV-Verkehr vollständig wieder aufgenommen wird, stand zunächst jedoch nicht fest.

    Bis dahin gilt für alle Südreisenden: Geduld, Wasserflasche im Gepäck – und ein wacher Blick auf die SNCF-App, um nicht doch noch vom Sommer-Chaos überrascht zu werden.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Marseille Saint-Charles: Evakuierung wegen verdächtigem Paket legt Bahnhof lahm

    Marseille Saint-Charles: Evakuierung wegen verdächtigem Paket legt Bahnhof lahm

    Es ist kurz nach acht an diesem sonnigen Freitagmorgen in Marseille. Pendler eilen durch die weitläufigen Hallen von Saint-Charles, als plötzlich – alles stillsteht. Ein herrenloses Gepäckstück reicht aus, um das pulsierende Herz des südfranzösischen Bahnverkehrs für Stunden zum Stillstand zu bringen. Drei Stunden Ausnahmezustand Gegen 8:30 Uhr entdeckten Sicherheitskräfte den verdächtigen Koffer im Bahnhofsgebäude. Die Reaktion folgte prompt. Polizei und Entschärferteams rückten an, ein Sicherheitsperimeter wurde eingerichtet, und die Evakuierung begann – zügig, umfassend, alternativlos. Innerhalb kurzer Zeit war Saint-Charles menschenleer. Keine Züge fuhren mehr. Auch die Busse, die den Bahnhof normalerweise anfahren, mussten ihre Routen ändern.

    TGV und TER stark betroffen Für die SNCF begann ein schwieriger Vormittag. Der TGV INOUI Nr. 6805 von Lyon nach Nizza fuhr in Marseille kurzerhand ohne Halt durch. Weitere TGV-Verbi…

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  • Kupferdiebstahl legt Europas Schienenknoten lahm – was steckt hinter dem Kabel-Klau in Lille?

    Kupferdiebstahl legt Europas Schienenknoten lahm – was steckt hinter dem Kabel-Klau in Lille?

    Ein gezielter Angriff, mitten ins Herz des europäischen Schienennetzes. Am 25. Juni 2025 kam es im Norden Frankreichs zu einem Vorfall, der nicht nur den TGV-Verkehr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Lille und den europäischen Hauptstädten durcheinanderwirbelte, sondern auch grundlegende Fragen zur Sicherheit unserer Infrastrukturen aufwarf. Mehr als 600 Meter Signalkabel wurden in der Nacht auf Mittwoch südlich des Bahnhofs Lille-Europe gestohlen oder zerschnitten – mit gravierenden Folgen für Tausende Reisende. Ein Angriff im Dunkeln – mitten auf einer Hauptschlagader Europas Der Tatort: ein strategisch hochsensibler Abschnitt des Schienennetzes, das Paris mit London, Brüssel und Amsterdam verbindet. Jedes der entwendeten Kabel enthielt 28 Kupferadern – vital für Weichensteuerung und Signalsysteme. Ohne sie geht buchstäblich nichts. Die Folge: komplette Funkstille auf der Schnellfahrstrecke. Züge wurden auf Nebenstrecken umgeleitet, Verspätungen von bis zu 90 Minuten waren…

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  • Paris–Brest per Bahn: Günstig, aber gestrandet?

    Paris–Brest per Bahn: Günstig, aber gestrandet?

    Die Zugstrecke zwischen Paris und Brest gehört zu den traditionsreichsten Eisenbahnverbindungen Frankreichs – und zu den umstrittensten.

    Während sie offiziell als eine der günstigsten und wichtigsten Fernverbindungen gilt, berichten Reisende immer wieder von Verspätungen, technischen Pannen und mangelnder Information.

    Ein Klassiker mit Tücken.

    Eine Strecke mit Geschichte – und Gegenwartssorgen

    Die Linie Paris–Brest wurde 1865 eingeweiht – also noch zu Napoleons Zeiten. Sie durchquert auf über 600 Kilometern zentrale, westliche und bretonische Landstriche, bis sie am Atlantik endet. Doch die Romantik der Reise kollidiert heute allzu oft mit der Realität.

    So blieb am 9. Mai 2025 ein TGV in Landerneau stehen – wegen verdächtigem Rauch. Der Zugverkehr kam ins Stocken.

    Im März musste erneut ein TGV in Landerneau gestoppt werden, nachdem es bei Plouigneau zu einem tragischen Personenunfall gekommen war. Die Gendarmerie rückte an, Reisende saßen stundenlang fest.

    Und das war nicht das erste Mal.

    Viel Zug für wenig Geld – aber lohnt es sich?

    Mit einem Durchschnittspreis von nur 8 Cent pro Kilometer gilt die Linie Paris–Brest als eine der preiswertesten TGV-Strecken Frankreichs. Ein echtes Schnäppchen also – zumindest auf dem Papier. Doch eine Studie der Verbraucherschutzorganisation UFC-Que Choisir zeigt: Nur 28 % der Fahrgäste sind mit der Verlässlichkeit des Angebots zufrieden. Gerade mal 36 % finden den Preis angemessen im Verhältnis zur Qualität.

    Die Zahlen sprechen Bände. Denn günstig heißt offenbar nicht gleich gut.

    Zukunftspläne auf langer Strecke

    Die SNCF und der französische Staat wissen um die Probleme. Mit dem Großprojekt „Liaisons Nouvelles Ouest Bretagne–Pays de la Loire“ (LNOBPL) sollen die Verbindungen Richtung Westen bis 2050 spürbar verbessert werden – insbesondere zwischen Rennes, Nantes, Brest und dem Süden der Bretagne.

    Das klingt noch weit weg.

    Aber es ist ein Signal: Die Bahnpolitik hat die Peripherie nicht ganz vergessen. Nur – wie geduldig sollen die Menschen in Brest, Landerneau oder Morlaix noch sein?

    Denn eigentlich geht es hier um mehr als um Pünktlichkeit und Komfort. Die schleppende Modernisierung der Strecke Paris–Brest steht beispielhaft für ein strukturelles Problem: die ungleiche Behandlung französischer Regionen. Während der Großraum Paris und andere Ballungszentren von topmodernen Schnellverbindungen profitieren, wirkt die Bretagne im Vergleich abgehängt – als würde man sie vergessen haben.

    Das betrifft nicht nur Mobilität. Sondern auch Wirtschaft, Arbeitsplätze, Lebensqualität.

    Eine Linie mit Symbolkraft

    Wenn ein TGV in Landerneau stehen bleibt, ist das nicht nur eine technische Panne. Es ist auch ein symbolischer Stillstand.

    Frankreichs Regierung und die SNCF müssen zeigen, dass auch die sogenannten Randregionen Teil der nationalen Zukunft sind – mit echter Infrastruktur, verlässlichen Verbindungen und gerechtem Zugang.

    Denn was nützt der günstigste TGV, wenn er nie pünktlich fährt?

    Autor: C.H.

  • Starkregen legt den Südwesten Frankreichs lahm – Bahnverkehr zwischen Bordeaux und Marseille steht still

    Starkregen legt den Südwesten Frankreichs lahm – Bahnverkehr zwischen Bordeaux und Marseille steht still

    Der Himmel über dem Südwesten Frankreichs öffnete am 19. Mai 2025 seine Schleusen – und hinterließ eine Spur der Verwüstung, die die Region nicht so schnell vergessen wird. Innerhalb weniger Stunden verwandelten sich Straßen in Flüsse, Bahngleise in gefährliche Schluchten, und der Schienenverkehr geriet komplett aus dem Takt. Die Verbindung zwischen Bordeaux und Marseille? Totalausfall.

    Wetterextreme mit voller Wucht

    Was in der Nacht geschah, lässt sich nur als meteorologischer Ausnahmezustand beschreiben. Sintflutartige Regenfälle – stellenweise bis zu 78 Liter/m2 in wenigen Stunden – trafen unter anderem Saint-Félix-Lauragais in der Haute-Garonne. Das Resultat: Überschwemmungen, Schlammabrutsche und massive Schäden an der Bahn-Infrastruktur.

    In Tonneins (Lot-et-Garonne) führte ein plötzlicher Bodeneinbruch dazu, dass ein TGV auf dem Weg von Paris nach Toulouse eine Notbremsung einlegen musste. Über 500 Passagiere saßen fest, ehe sie stundenlang später in eine kommunale Notunterkunft gebracht wurden. Man stelle sich vor: eingepfercht in einem Zug, umgeben von Dunkelheit und Regen – kein Film, sondern Realität.

    Komplette Stilllegung auf der Strecke Bordeaux-Marseille

    Die SNCF, Frankreichs staatlicher Bahnbetreiber, sah sich gezwungen, den gesamten Verkehr auf der Strecke zwischen Agen und Marmande einzustellen – ein neuralgischer Punkt auf der Verbindung Bordeaux–Marseille. Auch die viel genutzte TGV-Verbindung Paris–Toulouse ist bis auf Weiteres unterbrochen. Für viele Pendler, Urlauber und Geschäftsreisende ein herber Rückschlag.

    Reisende werden nun dazu aufgerufen, ihre Fahrten zu verschieben oder alternative Routen zu prüfen – sofern überhaupt noch etwas fährt. Die Informationssysteme der SNCF glühen, Apps werden ständig aktualisiert. Eine zermürbende Geduldsprobe.

    Schäden, so weit das Auge reicht

    Und nicht nur die Gleise selbst sind betroffen. Zwischen Toulouse und Rodez stürzten Bäume auf die Schienen, in anderen Regionen wurden Bahndämme unterspült. Es ist ein Puzzle aus kleinen und großen Katastrophen, das derzeit von Wartungstrupps zusammengesetzt werden muss. Ersteinschätzungen lassen darauf schließen, dass die Wiederaufnahme des Normalbetriebs mehrere Tage in Anspruch nehmen dürfte.

    Einige Bauarbeiter vor Ort sprechen von Schäden, wie sie sie „seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben“. Ein Satz, der hängen bleibt.

    Ein Weckruf für die Infrastruktur?

    Die Natur hat keine Geduld – und dieses Mal hat sie erbarmungslos zugeschlagen. Der Vorfall zeigt überdeutlich, wie anfällig selbst hochfrequentierte Verkehrsachsen gegenüber extremen Wetterlagen geworden sind. Und das, obwohl Frankreich 2023 satte 450 Millionen Euro zur Modernisierung der Strecke Bordeaux–Marseille bereitgestellt hat. Neue Züge, neue Technik, ein zentrales Wartungszentrum – all das klingt gut. Aber reicht es?

    Vielleicht ist es an der Zeit, über die Geschwindigkeit der Umsetzung zu sprechen. Denn was nützt ein Fahrplan, wenn die Gleise wegschwimmen?

    Was Reisende jetzt wissen sollten

    Für alle, die dennoch unterwegs sein müssen, gelten derzeit klare Empfehlungen:

    • Stets den aktuellen Status checken: Die offiziellen Seiten der SNCF sowie deren App liefern die zuverlässigsten Infos zur Verkehrslage.
    • Umdenken und flexibel bleiben: Wer kann, sollte auf Busse, Mitfahrgelegenheiten oder Mietwagen umsteigen.
    • Wetter im Blick behalten: Besonders im Frühsommer sind Starkregen und Gewitter keine Ausnahme mehr, sondern immer öfter die Regel.

    Der Vorfall von Mitte Mai reiht sich ein in eine Kette immer häufiger auftretender Unwetterereignisse in Europa. Die Klimakrise zeigt ihre Zähne – und mit jedem weiteren Sturm wächst der Handlungsdruck. Doch wie weit müssen die Pegel noch steigen, bis ein flächendeckendes Umdenken stattfindet?

    Eins ist klar: Ohne robuste und wetterfeste Infrastruktur – sowohl bei der Bahn als auch bei Straßen und Energieversorgung – steht das Land künftig immer wieder still. Und das mitten im 21. Jahrhundert.

    Von Andreas M. Brucker

  • TGV-Drama im Südwesten: Wie starker Regen beinahe eine Katastrophe auslöste

    TGV-Drama im Südwesten: Wie starker Regen beinahe eine Katastrophe auslöste

    Ein einziger Moment – und über 500 Menschen hätten verletzt werden oder gar ihr Leben verlieren können. Es war der Abend des 19. Mai 2025, als ein TGV von Paris nach Toulouse nahe der kleinen Stadt Tonneins im Département Lot-et-Garonne eine Vollbremsung hinlegte. Was zunächst wie eine technische Panne aussah, entpuppte sich schnell als ausgewachsener Infrastruktur-Notfall mit beinahe tragischen Folgen.

    Das Wasser kam – und mit ihm der Schock

    Prasselnder Starkregen hatte einen harmlos wirkenden Bach in einen reißenden Strom verwandelt. Die Böschung unter den Gleisen wurde unterspült, der schützende Schotter – der sogenannte Bahnbettballast – wurde weggespült. Zurück blieb ein gefährliches Loch. Ein TGV rollte genau in diesem Moment über den betroffenen Streckenabschnitt.

    Ein Ruck, ein Alarm, ein beherzter Griff des Lokführers zur Notbremse – das war’s, was zwischen einem kontrollierten Stopp und einem entgleisten Zug voller Menschen stand. Ein Teil der Schienen hing bereits in der Luft, die Zugmaschine stand auf wackligem Grund. Es war verdammt knapp.

    Evakuierung der Passagiere

    Die mehr als 500 Passagiere wurden evakuiert – darunter Familien, Geschäftsreisende, Senioren. In der örtlichen Veranstaltungshalle „La Manoque“ fanden sie vorübergehend Schutz. Feuerwehrleute, Gendarmen, freiwillige Helfer des Croix-Rouge und der Zivilschutz rückten aus. Die Szene glich einem Katastropheneinsatz – und das war sie irgendwie auch.

    Niemand wurde verletzt, aber der Schock saß tief.

    Stillstand auf der Strecke – und viele Fragen

    Zwischen Agen und Marmande steht der Bahnverkehr seither still. Die Strecke muss umfassend geprüft, gesichert und repariert werden. Es dürfte Tage, wenn nicht Wochen dauern, bis hier wieder Züge fahren. Die SNCF spricht von „hohem Reparaturbedarf“ und einer „außerordentlichen Situation“.

    Solche Vorfälle werfen Schatten auf das Vertrauen in die Stabilität der Infrastruktur. Wenn schon ein Bach – nicht einmal ein Fluss! – derart dramatische Auswirkungen haben kann, was passiert dann beim nächsten großen Unwetter?

    Extreme Wetterlagen sind keine Ausnahme mehr

    Das, was früher als Jahrhundertereignis galt, scheint sich inzwischen regelmäßig zu wiederholen. Frankreich – wie viele andere europäische Länder – erlebt immer häufiger extreme Wetterlagen: Starkregen, Hitze, Stürme. Klimawandel ist kein Zukunftsthema mehr – er ist da, unübersehbar und unüberhörbar.

    Der Vorfall bei Tonneins führt uns drastisch vor Augen, wie anfällig unser täglicher Komfort ist. Hochgeschwindigkeit? Digitalisierung? Fortschritt? Alles wunderbar – solange der Regen das Fundament nicht wegschwemmt.

    Müssen wir unsere Infrastruktur neu denken?

    Vielleicht ist jetzt der Moment, um genau darüber zu reden. Brauchen wir nicht längst ein Überdenken unserer Bahnsysteme – weg vom reinen Flickwerk hin zu echten Klimaanpassungen? Höher liegende Trassen, besserer Wasserabfluss, digitale Frühwarnsysteme?

    Denn eins ist klar: Es wird wieder regnen. Und es wird wieder heftig. Die Natur fragt nicht um Erlaubnis – sie macht einfach.

    Zwischen Erleichterung und Erschütterung

    In Tonneins ist man dieser Tage erleichtert – und zugleich alarmiert. Niemand ist verletzt worden, das ist das Wichtigste. Aber die Bilder des TGV in bedrohlicher Schieflage werden sich tief ins Gedächtnis der Menschen brennen.

    Was bleibt, ist die Hoffnung, dass dieses „Beinahe“ die nötige Warnung ist – bevor aus einem „beinahe“ ein „zu spät“ wird.

    Von Andreas M. B.

  • Verdeckter Streik bei der SNCF – Wenn Manager zu Schaffnern werden

    Verdeckter Streik bei der SNCF – Wenn Manager zu Schaffnern werden

    Wer dieser Tage mit dem Zug durch Frankreich reisen will, könnte meinen, alles läuft seinen gewohnten Gang. Doch der Schein trügt – denn im Hintergrund brodelt es gewaltig. Von Freitag, dem 9. Mai, bis Sonntag, dem 11. Mai, sind zahlreiche Zugbegleiter der SNCF im Streik. Aufgerufen hat die Gewerkschaft SUD Rail, unterstützt von einem unabhängigen nationalen Kollektiv der Kontrolleure. Es geht um bessere Arbeitsbedingungen und eine stärkere Anerkennung ihrer Rolle – die Forderungen sind altbekannt, doch dieses Mal wurde mit ungewöhnlicher Entschlossenheit mobilisiert. Und trotzdem: Der Bahnverkehr steht nicht still. Im Gegenteil – die SNCF verkündet stolz, dass 90 Prozent der TGV- und Ouigo-Verbindungen wie geplant fahren. Wie passt das zusammen? Die Antwort liegt in einem bemerkenswerten Manöver des Konzerns: Hunderte Führungskräfte, sogenannte „Volontaires d’Accompagnement Occasionnels“ (VAO), wurden kurzerhand in die Züge geschickt, um die streikenden Kontrolleure zu ersetzen. Viele…

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  • Wahnsinn auf Schienen: Mann reist 500 Kilometer außen am TGV mit

    Wahnsinn auf Schienen: Mann reist 500 Kilometer außen am TGV mit

    Manche Geschichten klingen so verrückt, dass man sie zweimal lesen muss. So auch eine Meldung vom 8. Mai 2025: Ein 43-jähriger Mann wurde in Valence entdeckt – nach einer 500 Kilometer langen Reise außen am TGV. Kein Witz. Der Pole hatte sich zwischen der letzten Waggoneinheit und der Lokomotive am hinteren Ende des Zuges festgeklemmt – und das bei bis zu 300 km/h. Zwischen Mutprobe und Verzweiflungstat Was bringt jemanden dazu, sich auf eine derart lebensgefährliche Reise einzulassen? Die Antwort kennt bisher nur der Mann selbst. Klar ist: Er hat über zwei Stunden bei hoher Geschwindigkeit, eisigem Fahrtwind und ohne jeglichen Schutz ausgehalten – irgendwo zwischen Wahnsinn und Wunderglaube. Als der Hochgeschwindigkeitszug im Bahnhof Valence TGV eintraf, war der Mann vollkommen durchgefroren, seine Körpertemperatur deutlich abgesenkt. Bahnmitarbeiter fanden ihn zittrig, unterkühlt – aber lebendig. Die Feuerwehr war schnell zur Stelle, Gendarmen ebenso. Der Mann kam sofort ins Krankenh…

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