Schlagwort: Steuern

  • Steuerpolitik unter Druck: Warum Frankreichs Haushaltslage eine Abgabenwende wahrscheinlicher macht

    Steuerpolitik unter Druck: Warum Frankreichs Haushaltslage eine Abgabenwende wahrscheinlicher macht

    Die Frage möglicher Steuererhöhungen in Frankreich bis zum Jahr 2027 ist weit mehr als eine fiskaltechnische Debatte. Sie berührt zentrale Spannungsfelder zwischen europäischer Haushaltsdisziplin, innenpolitischen Zwängen und strukturellen Herausforderungen des französischen Wirtschaftsmodells. Auch wenn bislang keine konkrete Gesetzgebung eine breite Steueranhebung vorsieht, verdichten sich die Anzeichen, dass der fiskalische Spielraum enger wird – und politische Entscheidungen unausweichlich näher rücken. Eine Haushaltslage im Korsett europäischer Regeln Seit dem Ende der pandemiebedingten Ausnahmesituation steht Frankreichs Finanzpolitik unter erheblichem Druck. Das Haushaltsdefizit liegt weiterhin über den Maastricht-Kriterien, während die Staatsverschuldung die Marke von 110 Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschreitet. Mit der schrittweisen Rückkehr zu den europäischen Fiskalregeln wächst der Anpassungsdruck: Paris muss eine glaubwürdige Strategie zur Defizitreduktion vorlegen…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • 13.000 wohlhabende Haushalte zahlen keine Einkommensteuer: Symptom einer überkomplexen Steuerarchitektur

    13.000 wohlhabende Haushalte zahlen keine Einkommensteuer: Symptom einer überkomplexen Steuerarchitektur

    Die Zahl wirkt auf den ersten Blick wie ein politischer Sprengsatz: Mehr als 13.000 wohlhabende Haushalte in Frankreich zahlen keine Einkommensteuer. Veröffentlicht wurden die Daten vom französischen Finanzministerium in Bercy und im Rahmen jüngster Haushaltsdebatten von mehreren Abgeordneten aufgegriffen. In einer Phase angespannter öffentlicher Finanzen und wachsender Sensibilität für Verteilungsfragen berührt diese Information einen neuralgischen Punkt des französischen Steuersystems: Wie kann es sein, dass an der Spitze der Einkommenspyramide einzelne Steuerpflichtige der progressiven Einkommensteuer vollständig entgehen? Hinter der zugespitzten Zahl verbirgt sich jedoch eine komplexere fiskalische Realität. Ein statistisches Paradox Das französische Einkommensteuersystem gilt traditionell als progressiv ausgestaltet. Mit steigendem Einkommen erhöht sich der Grenzsteuersatz; die oberen zehn Prozent der Haushalte tragen einen erheblichen Anteil am gesamten Aufkommen. Tatsächlich wir…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Transparenz: Frankreich ringt um eine gerechtere Besteuerung der Reichen – nun also doch?

    Transparenz: Frankreich ringt um eine gerechtere Besteuerung der Reichen – nun also doch?

    Die Frage, wie hochvermögende Franzosen zum Gemeinwohl beitragen sollen, beschäftigt die Politik nicht erst seit gestern. Doch nun deutet sich ein bemerkenswerter Schritt an: Unter der Führung des zentristischen Abgeordneten Charles de Courson formiert sich im französischen Parlament der Wille, mithilfe einer parlamentarischen Untersuchungskommission Licht in die steuerpolitische Grauzone an der Spitze der Vermögensverteilung zu bringen. Was zunächst technisch klingt, könnte erhebliche politische Sprengkraft entfalten. In einer Atmosphäre zunehmender fiskalischer Anspannung und gesellschaftlicher Polarisierung soll die Kommission keine Schuldigen suchen, sondern Wissen schaffen. Sie wäre damit ein Werkzeug rationaler Politikgestaltung inmitten emotionalisierter Debatten. Transparenz als politische Pflicht Frankreichs Staatsfinanzen stehen unter Druck. Die Neuverschuldung lag 2023 bei 5,5 % des BIP, die Staatsverschuldung näherte sich der 3-Billionen-Euro-Marke. Angesichts dieser Lage r…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Steuerlast auf dem Prüfstand: Bardella wettert gegen Pläne zur Erhöhung der Grundsteuer

    Steuerlast auf dem Prüfstand: Bardella wettert gegen Pläne zur Erhöhung der Grundsteuer

    Die französische Regierung plant eine Reform der Grundsteuer – und trifft damit auf lautstarken Widerstand von rechts. Jordan Bardella, Vorsitzender des Rassemblement National (RN), nutzt die Gelegenheit, um sich als Verteidiger der Mittelschicht zu positionieren. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die wachsende politische Brisanz steuerpolitischer Maßnahmen in einem wirtschaftlich angespannten Frankreich. Frankreichs Haushaltslage ist angespannt. Die Regierung unter Premierminister Sébastien Lecornu steht unter wachsendem Druck, neue Einnahmequellen zu erschließen, um die Defizitziele zu erreichen. Vor diesem Hintergrund hat das Finanzministerium (Bercy) angekündigt, die sogenannten „fichiers logements“ – eine Art Datenbasis zur Bewertung des Wohnraumbestands – zu aktualisieren. Diese Aktualisierung dürfte nach einem Bericht der Zeitung Le Parisien rund 7,4 Millionen Immobilien betreffen und durchschnittlich zu einer Erhöhung der Grundsteuer (taxe foncière) um 63 Euro führen. Die Maßn…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Frankreichs Steuerbombe für Immobilieneigentümer – warum die „Taxe foncière“ 2026 für Millionen steigt

    Frankreichs Steuerbombe für Immobilieneigentümer – warum die „Taxe foncière“ 2026 für Millionen steigt

    Ab 2026 müssen sich Millionen französischer Immobilienbesitzer auf einen spürbaren Anstieg der Grundsteuer („taxe foncière“) einstellen. Hintergrund ist eine umfassende Neuberechnung veralteter Bewertungsgrundlagen – eine längst überfällige Reform mit potenziell explosiver Wirkung für den ohnehin angespannten Wohnimmobilienmarkt.

    Was sich ändert – und warum Die französische Grundsteuer basiert auf sogenannten „valeurs locatives cadastrales“, einem fiktiven Mietwert, der die Grundlage für die Steuerbemessung bildet. Diese Werte stammen jedoch aus den 1970er-Jahren und spiegeln vielerorts weder Marktrealitäten noch bauliche Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte wider. 2026 will die französische Regierung nun einen großen Schritt in Richtung Aktualisierung gehen. Dabei sollen insbesondere sogenannte éléments de confort – also Ausstattungsmerkmale wie fließendes Wasser, Badezimmer, Heizsysteme oder Klimaanlagen – künftig systematisch bei der Berechnung der steuerlich relevanten Fläche …

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Steuern, Rente, Arbeit: Zwei Nachbarn, zwei Welten

    Steuern, Rente, Arbeit: Zwei Nachbarn, zwei Welten

    Manchmal trennt uns mehr als nur der Rhein. Zwischen Baguette und Brötchen, zwischen Bürokratie und Bravour – die Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland im Alltag von Arbeit, Steuern und Rente sind gewaltiger, als man denkt. Und sie erzählen viel über Mentalität, Geschichte und das, was wir „soziales Gefüge“ nennen.


    Ein ganz normaler Montag – oder auch nicht

    Montagmorgen, 8 Uhr. In Berlin schiebt sich der Verkehr zäh über den Tempelhofer Damm, Thermobecher in der Hand, Blick aufs Smartphone. Drüben in Lyon? Da duftet es nach frischem Café au lait, ein Croissant balanciert auf dem Unterarm, und auf dem Weg zur Arbeit wird noch schnell über Politik diskutiert. Klingt klischeehaft? Vielleicht. Doch wer in beiden Ländern gearbeitet hat, spürt schnell: Hier läuft das Leben in zwei Taktarten.


    Arbeit: Pflichtgefühl trifft Lebenskunst

    Der Deutsche arbeitet im Schnitt rund 34 Stunden pro Woche, der Franzose knapp 32. Doch diese zwei Stunden Unterschied erzählen mehr als Zahlen: In Deutschland gilt Arbeit als moralischer Kern des Lebens – Leistung, Disziplin, Durchhaltevermögen. „Was du heute kannst besorgen…“ – der Satz ist hier fast Gesetz.

    In Frankreich hingegen: Arbeit ja, aber nicht um jeden Preis. Freizeit ist kein Luxus, sondern Grundrecht. Die 35-Stunden-Woche, einst umstritten, ist heute Symbol eines anderen Denkens. Viele Franzosen betrachten Arbeit als Mittel zum Leben – nicht als Selbstzweck.

    Aber bedeutet das, dass man in Frankreich weniger leistet? Keineswegs. Die Produktivität pro Arbeitsstunde liegt sogar leicht über der deutschen. Vielleicht, weil man sich Pausen erlaubt – und dann konzentrierter arbeitet. Oder weil ein Espresso am Tresen einfach besser wirkt als eine halbe Stunde Kantinenlärm.

    Und mal ehrlich: Wann hat ein deutscher Chef zuletzt zu seinen Angestellten gesagt, sie sollen früher heimgehen, weil die Sonne so schön scheint? In Frankreich kommt das vor. Nicht täglich, aber doch – manchmal mit einem Augenzwinkern.


    Steuern: Zwei Systeme, ein Dschungel

    „Wie viel bleibt mir eigentlich netto?“ – diese Frage klingt in beiden Ländern gleich, doch die Antwort fällt sehr unterschiedlich aus.

    In Deutschland läuft alles zentral über die Lohnsteuer, die der Arbeitgeber direkt abführt. Dazu kommen Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag, Sozialabgaben. Übersichtlich? Na ja – halbwegs.

    In Frankreich ist das Steuerwesen dagegen eine Art Puzzle aus staatlicher Lohnsteuer, Sozialbeiträgen und unzähligen Abgaben, die sich zu einem erstaunlich hohen Gesamtpaket summieren. Bis 2019 mussten Franzosen ihre Einkommensteuer sogar selbst überweisen – erst seitdem zieht der Arbeitgeber sie direkt ab. Ein Fortschritt, den man jenseits des Rheins fast schon feierte wie einen nationalen Sieg.

    Aber die Franzosen zahlen ihre Steuern mit einer gewissen Gelassenheit. Sie wissen: Das System ist komplex, doch die Gegenleistungen sind sichtbar – gute Krankenversorgung, staatlich subventionierte Kinderbetreuung, und ein sozialer Schutzschirm, der in Krisenzeiten schnell reagiert.

    In Deutschland dagegen? Da fragt man sich oft: „Wohin fließt das ganze Geld?“ Der Sozialstaat ist stark, keine Frage, aber weniger sichtbar.


    Rente: Zwei Wege ins Alter

    Jetzt wird’s ernst: die Rente. Kaum ein Thema wird emotionaler diskutiert – in Paris wie in München.

    In Frankreich sorgt der Staat für eine Grundsicherung, die durch viele berufsbezogene Systeme ergänzt wird. Lehrer, Lokführer, Beamte, Handwerker – jeder hat sein eigenes Rentensystem, was für Außenstehende wirkt wie ein Labyrinth. Kein Wunder, dass Präsident Macron bei seinem Versuch, all das zu vereinheitlichen, auf Massendemonstrationen traf.

    In Deutschland läuft alles zentral über die gesetzliche Rentenversicherung. Sie ist transparenter, aber auch starrer. Wer einzahlt, bekommt Punkte, wer viele Punkte hat, bekommt später mehr. Klingt gerecht – doch die Realität sieht oft bitter aus: steigendes Rentenalter, sinkendes Rentenniveau.

    In Frankreich geht man in der Regel früher in Rente, bisher mit 62 Jahren – auch wenn auch hier Reformen das Renteneintrittsalter langsam, aber sicher nach oben schieben. Die Debatten sind heftig, emotional, laut. In Deutschland dagegen bleibt man erstaunlich ruhig. Vielleicht, weil man sich längst an die Idee gewöhnt hat, bis 67 zu arbeiten. Oder weil Streiken einfach nicht in der deutschen DNS verankert ist?


    Sozialstaat und Sicherheit: Frankreichs Schutzengel

    Frankreich liebt seinen Sozialstaat. Krank, arbeitslos, alleinerziehend? Es gibt Unterstützung – und zwar spürbar. Das „Modèle social français“ gilt als Identitätssäule des Landes. Fast 30 % des französischen Bruttoinlandsprodukts fließen in Sozialleistungen – der höchste Wert Europas.

    Deutschland ist sparsamer, strukturierter, bürokratischer. Das System funktioniert, doch der Zugang ist oft kompliziert. Formulare, Nachweise, Anträge – die Deutschen lieben Effizienz, aber manchmal verliert man sich darin.

    In Frankreich dagegen ist Hilfe leichter zugänglich, aber das System finanziell überfordert. Die Sozialkassen sind chronisch defizitär. „Man kann nicht alles haben“, sagen Kritiker. Aber viele Franzosen würden entgegnen: „Doch, zumindest versuchen wir’s!“


    Arbeitslosigkeit: Ein Spiegel der Mentalität

    Frankreich kämpft traditionell mit einer höheren Arbeitslosenquote. Lange lag sie bei rund 8 bis 9 Prozent, während Deutschland seit Jahren unter 5 Prozent bleibt. Der Grund? Teilweise strukturell, teilweise kulturell.

    Französische Unternehmen zögern oft, unbefristet einzustellen. Das Arbeitsrecht gilt als rigide, Kündigungen sind schwierig – also setzt man lieber auf befristete Verträge. In Deutschland dagegen ist der Arbeitsmarkt flexibler, was Unternehmen Sicherheit gibt, aber Arbeitnehmern manchmal eben das Gegenteil.

    Doch es gibt Bewegung: Start-ups, Digitalisierung, grüne Wirtschaft – Frankreich hat in den letzten Jahren stark aufgeholt. Vor allem in Städten wie Nantes, Bordeaux oder Lille entsteht ein moderner Arbeitsgeist, der alte Muster sprengt.


    Lebenshaltungskosten: Wer zahlt den höheren Preis?

    „Das Leben in Paris ist teuer“ – ja, stimmt. Aber München ist kaum besser. Frankreichs Städte sind in der Regel etwas günstiger beim Wohnen, teurer beim täglichen Konsum. Benzin, Strom, Käse – vieles kostet mehr.

    Dafür ist Bildung fast kostenlos, medizinische Versorgung gut abgedeckt, und selbst Universitäten verlangen kaum Gebühren. In Deutschland ist das Bildungssystem ebenfalls solide, doch die sozialen Unterschiede sind deutlicher spürbar. Wer viel verdient, lebt deutlich komfortabler – in Frankreich ist der Unterschied weniger ausgeprägt, zumindest im Alltag.


    Frauen, Familie, Freiheit

    In Frankreich ist Gleichberechtigung gelebter Alltag. Frauen arbeiten häufiger Vollzeit, auch mit Kindern, weil Betreuungsangebote flächendeckend existieren. Krippenplätze, Ganztagsschulen, steuerliche Vorteile – das Land investiert massiv in Familien.

    In Deutschland dagegen stehen viele Mütter vor der Wahl: Karriere oder Kind? Noch immer prägt das traditionelle Modell die Gesellschaft. Es ändert sich langsam, aber sicher. Doch die französische Leichtigkeit in Sachen Vereinbarkeit – die fehlt in Deutschland oft.

    Und seien wir ehrlich: Wer je einen französischen Vater erlebt hat, der am Schulzaun mit anderen Vätern plaudert, während die Kinder noch toben, weiß – hier ist Familie weniger Hierarchie, mehr Gemeinschaft.


    Mentalität und Geschichte

    Die Unterschiede liegen tief – sie sind nicht nur ökonomisch, sondern kulturell. Frankreich hat ein stark republikanisches Selbstverständnis, geprägt von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Der Staat ist mehr als Verwaltung – er ist Beschützer, Gestalter, Symbol.

    Deutschland dagegen setzt auf Eigenverantwortung. Der Staat soll Rahmen schaffen, nicht alles regeln. Sicherheit ja, aber ohne Bevormundung. Ein Ansatz, der Stabilität bringt – aber manchmal auch soziale Kälte.

    Wer also hat den „besseren“ Weg gefunden?

    Vielleicht keiner. Oder beide – je nachdem, was man sucht:
    In Deutschland die Planbarkeit, die ruhige Hand, die Präzision. In Frankreich das Vertrauen ins Leben, die Lebenskunst, das „Es wird schon gehen“.

    Und irgendwo dazwischen, im Grenzgebiet bei Saarbrücken oder Straßburg, begegnen sich beide Systeme – in Cafés, auf Baustellen, in grenzüberschreitenden Büros. Man hört zwei Sprachen, aber man spürt eine gemeinsame Sehnsucht: gut leben, gut arbeiten, gut altern.


    Ein kurzer Blick in die Zukunft

    Europa steht vor gewaltigen Herausforderungen: Digitalisierung, Klimawandel, demografischer Druck. Deutschland wird sich neu erfinden müssen, um seine alternde Gesellschaft abzusichern. Frankreich muss sein kostspieliges Sozialsystem modernisieren, ohne seinen humanen Kern zu verlieren.

    Was, wenn beide voneinander lernen würden?
    Deutschland könnte mehr Gelassenheit vertragen, Frankreich etwas mehr Effizienz – wäre das nicht ein schöner Deal?

    Vielleicht ist es wie bei einem guten Rotwein und einem kühlen Bier: Beide haben ihren Charakter, ihre Tradition, ihren Stolz. Und doch schmecken sie gemeinsam mit Freunden am besten – an einem langen Sommerabend, irgendwo zwischen Straßburg und Freiburg, wenn die Sonne langsam hinter den Vogesen verschwindet.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Wenn Kommunen Klartext reden: Lokale Steuern unter der Lupe

    Wenn Kommunen Klartext reden: Lokale Steuern unter der Lupe

    Steuern zahlt niemand gern – und versteht sie noch seltener. Besonders auf kommunaler Ebene wirkt das Steuerwesen oft wie ein undurchsichtiges Labyrinth: viele Zahlen, wenig Erklärung. Doch es tut sich was. Einige Gemeinden in Frankreich brechen mit der Intransparenz und zeigen, wie es anders geht. Offen, nachvollziehbar – und mit erstaunlichen Ergebnissen.

    Was kostet mich mein Zuhause – und warum eigentlich genau so viel? Das fragen sich viele Bürgerinnen und Bürger beim Blick auf ihre Steuerbescheide. Doch während nationale Abgaben meist gut dokumentiert sind, bleibt bei lokalen Steuern oft vieles im Dunkeln. Wie setzen sich die Sätze zusammen? Wohin fließt das Geld? Und wer entscheidet das überhaupt? Einige französische Kommunen beantworten diese Fragen nun proaktiv. Sie veröffentlichen nicht nur die aktuellen Steuersätze, sondern legen auch offen, wie die Einnahmen verwendet werden. Budgetentscheidungen, geplante Investitionen, Rücklagen – alles einsehbar. Ein echter Wandel im Ver…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Frankreichs Suche nach sozialem Frieden: Warum die Superreichen stärker beitragen müssen

    Frankreichs Suche nach sozialem Frieden: Warum die Superreichen stärker beitragen müssen

    Frankreich steht 2025 vor einer heiklen fiskalischen Wegscheide. Mit einem Haushaltsdefizit von über 6 Prozent des BIP und einer Staatsverschuldung, die 110 Prozent übersteigen wird, ist die Frage nach der gerechten Verteilung von Lasten unausweichlich geworden. Die Regierung sieht sich gezwungen, die wohlhabendsten Teile der Gesellschaft stärker in die Pflicht zu nehmen – nicht nur aus fiskalischer Notwendigkeit, sondern auch aus politischer und sozialer Vernunft.

    Das Prinzip der Mindestbesteuerung

    Ein Kerninstrument der Reform ist die Contribution différentielle sur les hauts revenus (CDHR), die für Spitzenverdiener eine Mindestbesteuerung von 20 Prozent vorsieht. Jenseits von 250.000 Euro Jahreseinkommen für Einzelpersonen – oder 500.000 Euro für Ehepaare – soll so gewährleistet werden, dass auch die oberen Einkommen trotz aller Steuerschlupflöcher nicht unter die effektiven Steuersätze der Mittelschicht fallen. Diese Maßnahme trägt weniger durch ihre fiskalische Schlagkraft, als vielmehr durch ihre symbolische Wirkung: Sie signalisiert der Bevölkerung, dass Steuerprivilegien an der Spitze der Einkommensskala korrigiert werden.

    Die Zucman-Initiative: Ein Tabubruch?

    Noch größere Sprengkraft birgt die von dem Ökonomen Gabriel Zucman entwickelte Vermögenssteuer auf die Ultrareichen. Ein Satz von 2 Prozent auf Vermögen über 100 Millionen Euro könnte jährlich bis zu 20 Milliarden Euro generieren und würde lediglich 4.000 Haushalte betreffen. Gegner warnen vor Kapitalflucht, doch empirische Studien legen nahe, dass die Furcht vor einem massenhaften Exodus wohlhabender Familien übertrieben ist. Vielmehr steht hier die Frage nach der Legitimität des Staates im Zentrum: Kann ein Gemeinwesen dauerhaft bestehen, wenn die obersten 0,01 Prozent weitgehend vom Finanzamt unbehelligt bleiben, während breite Teile der Gesellschaft von Sparprogrammen betroffen sind?

    Zusatzerlöse aus der Unternehmensbesteuerung

    Parallel werden auch die Unternehmen ins Visier genommen. Eine Sondersteuer auf Aktienrückkäufe soll in zwei Jahren 12 Milliarden Euro einbringen. Hinzu kommen eine Anhebung der Finanztransaktionssteuer auf 0,4 Prozent und die Diskussion um eine Abgabe auf sogenannte Superdividenden. Diese Schritte sind ein Versuch, die Unternehmen, die von den niedrigen Zinsen und massiven staatlichen Stützungen der letzten Dekade profitiert haben, angemessen an den Kosten der Konsolidierung zu beteiligen.

    Historische Kontinuitäten und Brüche

    Die Debatte über die Besteuerung der Reichsten ist in Frankreich keineswegs neu. Bereits François Mitterrand führte Anfang der 1980er Jahre Vermögensabgaben ein, die jedoch bald als wachstumshemmend kritisiert wurden. Unter Präsident François Hollande wurde 2012 eine sogenannte „Reichensteuer“ von 75 Prozent auf Einkommen über eine Million Euro beschlossen – ein spektakulärer Schritt, der allerdings nur zwei Jahre Bestand hatte und schließlich gerichtlich gekippt wurde. Emmanuel Macron ging in die entgegengesetzte Richtung: 2018 schaffte er die traditionelle Vermögenssteuer (ISF) ab und ersetzte sie durch eine Immobiliensteuer. Diese Reform sollte Frankreich für Investoren attraktiver machen, vertiefte aber zugleich den Eindruck sozialer Ungerechtigkeit. Vor diesem Hintergrund erscheinen die aktuellen Vorschläge weniger als radikale Neuerung, sondern als Rückkehr zu einer fiskalischen Tradition, die in Zeiten der Krise immer wieder auflebt.

    Internationale Vergleiche

    Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass Frankreich mit seiner Debatte keineswegs isoliert dasteht. In Deutschland wird seit Jahren über die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer diskutiert, bislang jedoch ohne politische Mehrheit. Stattdessen setzt Berlin stärker auf die Progression der Einkommensteuer und auf Unternehmensabgaben. In den skandinavischen Ländern wiederum gehört eine angemessene Besteuerung der Wohlhabenden zum festen Bestandteil des Gesellschaftsvertrags. Dort wird sie weitgehend akzeptiert, weil sie mit einem umfassenden Wohlfahrtsstaat einhergeht, der für breite gesellschaftliche Stabilität sorgt. Frankreich bewegt sich zwischen diesen Modellen – es versucht, fiskalische Gerechtigkeit zu schaffen, ohne Investoren gänzlich abzuschrecken. Ob dieser Balanceakt gelingt, bleibt offen.

    Ein gespaltenes Land

    Die Debatte über die Besteuerung der Reichsten spiegelt die Bruchlinien der französischen Gesellschaft wider. Auf der einen Seite steht das Argument der fiskalischen Gerechtigkeit: Nur wenn auch die Spitzenvermögen angemessen beitragen, lässt sich Akzeptanz für Sparmaßnahmen in der Breite gewinnen. Auf der anderen Seite verweisen Kritiker auf den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und warnen vor einem Klima, das Investitionen und Innovationen hemmt. Frankreich bewegt sich damit auf einem schmalen Grat zwischen sozialem Ausgleich und wirtschaftlicher Attraktivität.

    Politische Realitäten

    Premierminister François Bayrou spricht von der Notwendigkeit „starker Entscheidungen“. Doch ohne die notwendige Mehrheit im Parlament sind diese schwer durchzusetzen. Der Rekurs auf Artikel 49.3 der Verfassung – der es der Regierung erlaubt, ein Gesetz ohne Abstimmung zu verabschieden – bleibt ein mögliches, aber politisch riskantes Instrument. Stattdessen plant Bayrou, dass die Steuerfrage im Zusammenhang mit einem Vertrauensvotum am 8. September zum Lackmustest für die Stabilität der Regierung werden soll.

    Die Diskussion über die Besteuerung der Superreichen ist damit weit mehr als eine fiskalische Debatte. Sie berührt das Selbstverständnis der Republik: die Balance zwischen ökonomischer Dynamik und sozialer Kohäsion. Nur wenn es gelingt, die wohlhabendsten Teile der Gesellschaft spürbar mehr einzubinden, lässt sich der soziale Frieden in Frankreich dauerhaft sichern.

    Von Andreas Brucker

  • Frankreichs Fiskalwende: Will der Staat die Reichsten jetzt stärker zur Kasse bitten?

    Frankreichs Fiskalwende: Will der Staat die Reichsten jetzt stärker zur Kasse bitten?

    Frankreichs umstrittener Haushaltsplan markiert einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel in der Fiskalpolitik: Zum ersten Mal seit der Abschaffung der Vermögenssteuer im Jahr 2017 geht die Regierung wieder gezielt gegen Steuerprivilegien für die Wohlhabendsten vor. Im Zentrum steht die Einführung einer Mindestertragsbesteuerung für hohe Einkommen, flankiert von einer Debatte über eine neue Vermögenssteuer für Ultrareiche. Diese Entwicklungen spiegeln den wachsenden fiskalischen Druck auf den französischen Staat ebenso wie eine gesellschaftliche Rückbesinnung auf das Prinzip der Steuerfairness wider – mit ungewissem wirtschaftlichem Ausgang. Eine Mindestertragssteuer für Top-Verdiener Kernstück des neuen Haushalts ist die sogenannte Contribution Différentielle sur les Hauts Revenus (CDHR) – eine differenzielle Zusatzabgabe auf hohe Einkommen. Sie verpflichtet rund 24 300 Haushalte mit einem Einkommen über 250 000 Euro (bzw. 500 000 Euro bei Paaren), mindestens 20 Prozent ihres Einkommens …

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Steuerprüfung bei Auslandsreisen? Wie Desinformation auf TikTok das Vertrauen in den Staat untergräbt

    Steuerprüfung bei Auslandsreisen? Wie Desinformation auf TikTok das Vertrauen in den Staat untergräbt

    Eine viral gegangene Behauptung sorgt für Verunsicherung in Frankreich: Wer außerhalb der EU Urlaub macht, soll ab September automatisch mit einer Steuerprüfung rechnen müssen. Doch diese Meldung ist falsch. Was steckt hinter der Inszenierung – und welche Rolle spielt die politische Stimmung im Land? Die Ferienzeit bringt nicht nur Reisewelle und Staus mit sich, sondern auch die Wiederkehr eines Phänomens, das längst zum festen Bestandteil des digitalen Zeitalters geworden ist: die massenhafte Verbreitung von Falschinformationen über soziale Netzwerke. In Frankreich kursiert derzeit eine TikTok-Videosequenz, die behauptet, der französische Staat wolle alle Bürger kontrollieren, die in Länder wie Marokko oder die Vereinigten Arabischen Emirate reisen – mit möglichen Steuerprüfungen, Geldbußen und Kürzungen von Sozialleistungen. Belege? Fehlanzeige. Dennoch verbreitet sich das Video rasant und trifft einen Nerv in der französischen Gesellschaft. Ein viraler Clip, viele Ungereimtheiten Di…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…