Schlagwort: Staatsdefizit

  • Frankreichs 54-Milliarden-Kurs: Der Haushalt 2027 wird zum politischen Belastungstest

    Frankreichs 54-Milliarden-Kurs: Der Haushalt 2027 wird zum politischen Belastungstest

    Frankreich steht vor einer der schwierigsten Haushaltsoperationen der vergangenen Jahre. Premierminister Sébastien Lecornu will die öffentlichen Finanzen 2027 mit einem Konsolidierungsvolumen von rund 54 Milliarden Euro stabilisieren. Das Defizit soll auf 5 Prozent der Wirtschaftsleistung begrenzt werden. Ohne neue Maßnahmen, warnt die Regierung, könnte es auf mehr als 6,5 Prozent steigen. Lecornu spricht von einem «Budget der Haushaltsdisziplin», weist den politisch belasteten Begriff der Austerität jedoch zurück. Hinter dieser semantischen Unterscheidung steht ein handfestes Problem: Frankreich muss gleichzeitig sparen, Wachstum schützen, höhere Verteidigungsausgaben finanzieren und eine parlamentarische Mehrheit für einen Haushalt finden, die es derzeit nicht gibt. 54 Milliarden Euro gegen die Eigendynamik der Ausgaben Die Größenordnung des angekündigten Konsolidierungspakets ist erheblich. 54 Milliarden Euro entsprechen annähernd zwei Prozent der jährlichen französischen Wirtschaf…

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  • Googles Milliarden und Frankreichs leere Kassen

    Googles Milliarden und Frankreichs leere Kassen

    Die Vorstellung besitzt politischen Charme: Brüssel verhängt eine Milliardenbusse gegen Google, und ein Teil des Geldes hilft Frankreich, sein zunehmend schwieriges Budget für 2027 zu finanzieren. Der amerikanische Digitalkonzern würde damit gewissermassen unfreiwillig einen Beitrag zur Sanierung der französischen Staatsfinanzen leisten. Doch so funktioniert die europäische Haushaltsordnung nicht. Zwischen einer von der EU-Kommission verhängten Geldbusse und dem französischen Staatshaushalt liegen mehrere institutionelle Ebenen – und am Ende bleibt von der vermeintlichen Milliardenhilfe für Paris allenfalls ein vergleichsweise bescheidener indirekter Effekt. Die Frage ist dennoch aufschlussreich. Denn sie zeigt, wie wenig intuitiv die Finanzierung der Europäischen Union bis heute ist. Und sie fällt in einen Moment, in dem Frankreich jeden zusätzlichen finanziellen Spielraum gebrauchen könnte. Brüssel kassiert, nicht Paris Zunächst ist zwischen europäischen und nationalen Einnahmen zu u…

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  • Tagesüberblick: Klimakrise, Agrarhilfen und Streit um Windräder dominieren Frankreichs Presse

    Tagesüberblick: Klimakrise, Agrarhilfen und Streit um Windräder dominieren Frankreichs Presse

    Die Auswirkungen des außergewöhnlich heißen und trockenen Sommers prägen am Donnerstag, 6. August 2026, weiterhin die französische Berichterstattung. Neben den Schäden durch Waldbrände und Dürre stehen angekündigte Hilfen für die Landwirtschaft, die wirtschaftlichen Kosten des Klimawandels sowie die Anpassung der französischen Atomkraftwerke im Mittelpunkt. Darüber hinaus beschäftigen der Streit um größere Windkraftanlagen, die angespannte Haushaltslage und eine neue französisch-algerische Zusammenarbeit im Kampf gegen den Drogenhandel die nationale Presse.

    Regierung bereitet Hilfen für die Landwirtschaft vor

    Nach wochenlanger Hitze, ausbleibenden Niederschlägen und mehreren verheerenden Waldbränden kündigt Landwirtschaftsministerin Annie Genevard einen umfassenden Unterstützungsplan für betroffene landwirtschaftliche Betriebe an. Gemüsebauern, Viehhalter, Obstproduzenten und weitere Erzeuger melden teils erhebliche Ernteausfälle.

    Besonders im Westen Frankreichs hat die Kombination aus hohen Temperaturen und anhaltendem Wassermangel schwere Schäden verursacht. Zahlreiche Gemüsebetriebe verloren einen erheblichen Teil ihrer Jahresproduktion. Auch Maisfelder, Weideflächen sowie nicht bewässerte Obstplantagen leiden unter der anhaltenden Trockenheit. Die Regierung will zunächst das endgültige Ausmaß der Schäden bewerten, bevor sie über Umfang und Verteilung der finanziellen Hilfen entscheidet.

    Der Klimawandel wird zum Haushaltsrisiko

    Die Folgen der Wetterextreme belasten zunehmend auch die französischen Staatsfinanzen. Schätzungen zufolge könnten Hitze, Dürre und Waldbrände Frankreich im Jahr 2026 Kosten in Milliardenhöhe verursachen. Neben unmittelbaren Schäden entstehen erhebliche Ausgaben für Feuerwehreinsätze, Wiederaufbau, Entschädigungen sowie Unterstützungsmaßnahmen für betroffene Unternehmen und Kommunen.

    Gleichzeitig verschärft sich die ohnehin angespannte Haushaltslage. Das hohe Staatsdefizit erschwert es der Regierung, ihre Sparziele einzuhalten und gleichzeitig auf die Folgen der Klimakrise zu reagieren. In der öffentlichen Debatte wird der Klimawandel deshalb zunehmend nicht mehr ausschließlich als Umweltproblem betrachtet, sondern als wirtschafts- und finanzpolitische Herausforderung mit langfristigen Auswirkungen auf den Staatshaushalt.

    EDF will Atomkraftwerke an Hitze und Dürre anpassen

    Auch die französische Energieversorgung muss sich auf häufigere Hitzewellen und sinkende Flusspegel einstellen. Der Energiekonzern EDF plant deshalb umfangreiche Investitionen, um die Widerstandsfähigkeit seiner Kraftwerksflotte gegenüber den Folgen des Klimawandels zu erhöhen.

    Ein Großteil der französischen Kernkraftwerke nutzt Flusswasser zur Kühlung der Reaktoren. Bei hohen Wassertemperaturen oder niedrigen Wasserständen müssen einzelne Anlagen ihre Leistung reduzieren, um die Gewässer nicht zusätzlich zu erwärmen. Gleichzeitig beeinträchtigt die anhaltende Trockenheit auch die Stromproduktion aus Wasserkraft. Mit technischen Anpassungen will EDF die Versorgungssicherheit langfristig gewährleisten, ohne die Nutzung der Wasserressourcen durch Landwirtschaft, Industrie und Bevölkerung zusätzlich zu belasten.

    Heftiger Streit um größere Windkraftanlagen

    Während viele Medien den Fokus auf die Anpassung an den Klimawandel legen, sorgt der geplante Austausch älterer Windkraftanlagen durch deutlich leistungsstärkere und höhere Modelle für kontroverse Diskussionen.

    Anwohner, Bürgerinitiativen und Vertreter des Militärs warnen vor möglichen Auswirkungen auf Landschaftsbilder, historische Kulturgüter sowie militärische Radaranlagen. Besonders umstritten sind Projekte in der Nähe der normannischen Landungsstrände, deren historisches Erscheinungsbild nach Ansicht der Kritiker beeinträchtigt werden könnte. Die Debatte verdeutlicht erneut die politischen Spannungen zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem Schutz von Natur-, Kultur- und Landschaftsräumen.

    Paris und Algier intensivieren den Kampf gegen die DZ Mafia

    Auch sicherheitspolitische Themen erhalten große Aufmerksamkeit. Frankreich und Algerien haben ihre justizielle Zusammenarbeit im Kampf gegen die sogenannte DZ Mafia wieder aufgenommen. Nach der Festnahme eines mutmaßlichen Mitbegründers der in Marseille entstandenen kriminellen Organisation hoffen beide Staaten auf eine engere grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des internationalen Drogenhandels.

    Die Entwicklung gilt als bemerkenswert, da die Beziehungen zwischen Paris und Algier in den vergangenen Jahren mehrfach diplomatischen Belastungen ausgesetzt waren. Die gemeinsame Strafverfolgung könnte deshalb über den konkreten Fall hinaus zu einem wichtigen Gradmesser für die zukünftige Zusammenarbeit beider Länder werden.

    Auch die beginnende Präsidentschaftsvorwahl der französischen Rechten, die Diskussionen um FIFA-Präsident Gianni Infantino sowie die Forderung nach einer Sonderabgabe für Zigarettenhersteller zur Finanzierung des Kampfes gegen Waldbrände finden in den französischen Medien breite Beachtung. Das beherrschende Thema bleibt jedoch der Klimawandel. Seine wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Folgen reichen inzwischen weit über Umweltfragen hinaus und prägen zunehmend zentrale Entscheidungen in Haushaltspolitik, Energieversorgung, Landwirtschaft und innerer Sicherheit.

    Autor: P. Tiko

  • Frankreichs stille Gefahr: Nicht die Schulden allein, sondern der Verlust an politischer Handlungsfähigkeit

    Frankreichs stille Gefahr: Nicht die Schulden allein, sondern der Verlust an politischer Handlungsfähigkeit

    Frankreich lebt seit Jahren mit einem Widerspruch, der lange tragfähig schien: ein großzügiger Staat, hohe öffentliche Ausgaben und gleichzeitig der Anspruch, wirtschaftlich dynamisch und geopolitisch einflussreich zu bleiben. Nun aber mehren sich die Zeichen, dass dieses Modell an Grenzen stößt. Der Internationale Währungsfonds warnt zwar nicht vor einer unmittelbaren Finanzkrise. Doch seine jüngste Analyse enthält eine deutlich ernstere Botschaft: Frankreich droht nicht wegen mangelnder Ressourcen, sondern wegen mangelnder Reformfähigkeit in Schwierigkeiten zu geraten.

    Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Das Haushaltsdefizit lag 2025 bei 5,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – weit entfernt von den europäischen Stabilitätskriterien. Noch bemerkenswerter ist jedoch die Staatsquote von 57,5 Prozent. Unter den großen Industrieländern gehört Frankreich damit weiterhin zu den Staaten mit den höchsten öffentlichen Ausgaben überhaupt. Der IWF erkennt zwar an, dass Paris erste Konsolidierungsschritte eingeleitet hat. Doch ohne eine glaubwürdige mehrjährige Strategie sei das Ziel, das Defizit bis 2029 wieder unter die Marke von 3 Prozent zu bringen, kaum erreichbar.

    Dabei geht es ausdrücklich nicht um einen radikalen Sparkurs angelsächsischer Prägung. Der Fonds fordert keine abrupte Austerität, wie sie Europa nach der Eurokrise teilweise praktizierte. Die Mahnung aus Washington ist technokratischer und zugleich politischer: Frankreich müsse Prioritäten setzen und die Dynamik seiner Ausgaben dauerhaft kontrollieren.

    Ein Staat, der immer mehr verspricht

    Der Kern des französischen Problems liegt weniger auf der Einnahmenseite als im Aufbau des Staates selbst. Frankreich finanziert seit Jahrzehnten ein außergewöhnlich dichtes Netz sozialer Sicherungssysteme: Renten, Arbeitslosenversicherung, Gesundheitsversorgung, Familienleistungen und ein ausgedehnter öffentlicher Dienst bilden das Rückgrat des republikanischen Gesellschaftsvertrags. Dieses Modell gilt vielen Franzosen als zivilisatorische Errungenschaft.

    Doch genau dieser Konsens macht Reformen so schwierig. Jeder Versuch, Leistungen zu kürzen oder Strukturen effizienter zu organisieren, löst soziale und politische Konflikte aus. Präsident Emmanuel Macron hat dies während der Rentenreform 2023 erfahren, als Millionen Franzosen gegen die schrittweise Anhebung des Rentenalters protestierten. Die Reform wurde letztlich nur mit verfassungsrechtlichen Sonderinstrumenten durchgesetzt – ein Symbol dafür, wie begrenzt die politische Mehrheitsfähigkeit inzwischen geworden ist.

    Der IWF deutet nun an, dass punktuelle Reformen nicht mehr ausreichen. Paris müsse die Effizienz der Verwaltung verbessern, Sozialleistungen zielgenauer gestalten und langfristige Ausgabenpfade definieren. Bemerkenswert ist dabei, dass der Fonds ausdrücklich vor weiteren Steuererhöhungen warnt. Frankreich gehört bereits heute zu den OECD-Staaten mit der höchsten Abgabenquote. Zusätzliche Belastungen könnten Wachstum und Investitionen weiter schwächen.

    Die Rückkehr der strategischen Ausgaben

    Gleichzeitig steht Frankreich vor neuen finanziellen Verpflichtungen, die sich kaum vermeiden lassen. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die europäische Sicherheitsarchitektur verändert. Paris erhöht seine Verteidigungsausgaben deutlich und will seine militärische Handlungsfähigkeit ausbauen. Präsident Macron sieht Frankreich als zentrale Macht Europas – ein Anspruch, der ohne höhere Rüstungsausgaben kaum glaubwürdig wäre.

    Hinzu kommen die Kosten der demographischen Alterung. Wie viele westliche Staaten erlebt Frankreich eine steigende Zahl älterer Bürger bei gleichzeitig schwächer wachsender Erwerbsbevölkerung. Das belastet Renten- und Gesundheitssysteme strukturell.

    Dazu kommen schließlich die Investitionen der ökologischen Transformation: Infrastruktur, Energieumbau, Gebäudesanierungen und industrielle Dekarbonisierung erfordern in den kommenden Jahren erhebliche öffentliche Mittel. Gerade Frankreich, das sich als europäische Führungsmacht im Klimaschutz präsentiert, kann sich einen Rückzug aus diesen Programmen politisch kaum leisten.

    Die Folge ist ein paradoxer Zustand: Der Staat soll gleichzeitig sparen und mehr leisten. Genau hierin erkennt der IWF die zentrale Herausforderung.

    Das eigentliche Problem sitzt im Parlament

    Ökonomisch betrachtet ist Frankreich trotz hoher Schulden keineswegs ein Krisenstaat. Das Land verfügt über eine diversifizierte Volkswirtschaft, bedeutende Industrie- und Technologiekonzerne, hohe private Vermögen und weiterhin vergleichsweise stabile Finanzierungsbedingungen an den Kapitalmärkten. Anders als Griechenland während der Eurokrise steht Frankreich nicht vor einer akuten Zahlungsunfähigkeit.

    Die eigentliche Schwäche ist politischer Natur. Seit den vorgezogenen Parlamentswahlen 2024 verfügt die Regierung über keine stabile Mehrheit mehr. Die Nationalversammlung ist fragmentiert wie selten zuvor. Linke Parteien lehnen Sozialkürzungen ab, der Rassemblement National bekämpft unpopuläre Sparmaßnahmen ebenfalls, während das bürgerliche Lager selbst tief gespalten ist.

    Der Haushalt für 2026 illustriert dieses Dilemma exemplarisch. Zwar enthält er Einsparungen, doch das Volumen von rund neun Milliarden Euro bleibt deutlich hinter früheren Ankündigungen zurück. Die Regierung musste ihre Ambitionen reduzieren, weil größere Kürzungen politisch kaum durchsetzbar gewesen wären.

    Damit entsteht ein Kreislauf wachsender Unsicherheit: Märkte und europäische Partner erwarten fiskalische Disziplin, doch jede konkrete Reform stößt innenpolitisch auf Widerstand. Frankreich weiß, dass Konsolidierung notwendig ist – findet aber keine stabile Mehrheit über deren Ausgestaltung.

    Europas Gründungsland unter Druck

    Für die Eurozone besitzt diese Entwicklung erhebliche Bedeutung. Frankreich ist nicht irgendein Mitgliedstaat, sondern neben Deutschland die tragende politische Säule der Europäischen Union. Gerät Paris fiskalisch unter Druck, hätte dies unmittelbare Folgen für die gesamte europäische Architektur.

    Deshalb ist die Wortwahl des IWF bemerkenswert nüchtern. Der Fonds vermeidet Alarmismus, doch zwischen den Zeilen wird deutlich, worum es geht: Vertrauen. Solange Investoren überzeugt sind, dass Frankreich mittelfristig handlungsfähig bleibt, lässt sich eine hohe Schuldenquote tragen. Verliert der Staat jedoch an Glaubwürdigkeit, steigen Finanzierungskosten schnell und politische Spielräume schrumpfen weiter.

    Die französische Debatte erinnert damit an ein Grundproblem moderner Demokratien. Viele westliche Gesellschaften haben sich an einen Staat gewöhnt, der Sicherheit, Wohlstand und Stabilität garantiert. Doch die Finanzierung dieser Versprechen wird unter Bedingungen niedrigen Wachstums, alternder Bevölkerungen und geopolitischer Spannungen zunehmend schwieriger.

    Frankreich steht exemplarisch für diese Entwicklung. Das Land besitzt weiterhin enorme wirtschaftliche und institutionelle Stärken. Aber seine politische Klasse wirkt gefangen zwischen ökonomischer Vernunft und gesellschaftlicher Unregierbarkeit. Der IWF fordert deshalb letztlich weniger Kürzungen als Verlässlichkeit: einen Staat, der glaubwürdig zeigt, dass er Prioritäten setzen kann – auch gegen kurzfristige politische Reflexe.

    Gerade darin liegt heute Frankreichs größte Herausforderung.

    Autor: P. Tiko

  • Frankreichs Defizit sinkt – doch die strukturellen Probleme bleiben bestehen

    Frankreichs Defizit sinkt – doch die strukturellen Probleme bleiben bestehen

    Die Überraschung ist spürbar: Im Jahr 2025 lag das öffentliche Defizit in Frankreich bei rund 5,1 % des Bruttoinlandsprodukts – und damit unter den zuvor erwarteten etwa 5,4 %. Auf den ersten Blick mag dies wie eine marginale Korrektur erscheinen. Politisch und haushaltstechnisch ist sie jedoch durchaus bedeutsam, insbesondere in einem Land, das in den vergangenen Jahren wiederholt fiskalische Zielverfehlungen hinnehmen musste. Hinter dieser relativen Verbesserung stehen allerdings weniger strukturelle Reformen als vielmehr klassische, kurzfristig wirksame Mechanismen.

    Einnahmenseite als zentraler Treiber Der wichtigste Faktor für die Defizitreduktion liegt eindeutig auf der Einnahmenseite. Die Steuereinnahmen entwickelten sich dynamischer als ursprünglich prognostiziert. Mit einem Wachstum von knapp vier Prozent übertrafen sie die Erwartungen spürbar. Diese Entwicklung lässt sich auf mehrere Ursachen zurückführen. Erstens erwies sich die wirtschaftliche Aktivität als robuster als vie…

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  • Frankreich plant radikale Reform: Ein Drittel der Staatsagenturen vor dem Aus

    Frankreich plant radikale Reform: Ein Drittel der Staatsagenturen vor dem Aus

    Frankreich will aufräumen – und zwar kräftig. Der Staat plant, rund ein Drittel seiner Agenturen und öffentlichen Institutionen bis Ende 2025 zu fusionieren oder ganz zu schließen. Dieses Vorhaben, das Teil des Haushaltsgesetzes für 2026 ist, soll nicht nur Bürokratie abbauen, sondern auch Milliarden einsparen. Ein großer Schritt für die öffentliche Verwaltung, den Amélie de Montchalin, Ministerin für öffentliche Finanzen, kürzlich angekündigt hat. Universitäten bleiben außen vor, doch viele andere Einrichtungen stehen auf dem Prüfstand. Schlanker Staat, bessere Verwaltung? Die Ansage der Ministerin war klar: „Der Staat macht Ordnung in seinem System.“ Rund 180.000 Menschen arbeiten derzeit in den Agenturen und Institutionen des französischen Staates – mehr als bei der Gendarmerie. Die Verwaltung ist also ein echter Koloss. Ein großes Ziel dieser Reform ist, die Komplexität der Verwaltungsstrukturen zu verringern. Überflüssige Doppelstrukturen sollen verschwinden, Abläufe effizienter w…

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  • Staatshaushalt 2025: Keine neuen Steuererhöhungen und 50 Milliarden Euro Einsparungen

    Staatshaushalt 2025: Keine neuen Steuererhöhungen und 50 Milliarden Euro Einsparungen

    Frankreichs neuer Wirtschafts- und Finanzminister Éric Lombard kündigte am Montag an, dass der Haushalt für 2025 ohne weitere Steuererhöhungen auskommen soll. Stattdessen plant die Regierung Einsparungen in Höhe von 50 Milliarden Euro. Doch wie realistisch ist dieses Ziel, und welche Konsequenzen hat es für die Bürger?

    Weniger Einschnitte als ursprünglich geplant Ursprünglich war die Regierung von Einsparungen in Höhe von 60 Milliarden Euro ausgegangen. Nach der parlamentarischen Blockade des Haushaltsplans im Dezember wurde dieses Ziel jedoch angepasst. „Wir haben das etwas gelockert und sprechen nun von etwa 50 Milliarden Euro“, erklärte Lombard in einem Interview bei France Inter. Diese Korrektur spiegelt offenbar den Wunsch wider, eine politische Blockade zu vermeiden und den Spagat zwischen Einsparungen und wirtschaftlicher Stabilität zu schaffen.

    Steuererhöhungen? Nicht in diesem Jahr Lombard betonte, dass es keine zusätzlichen Steuererhöhungen geben werde – abgesehen von berei…

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  • Französischer Staatshaushalt: Wirtschaftsminister Lombard plädiert für maßvolle Steuererhöhungen

    Französischer Staatshaushalt: Wirtschaftsminister Lombard plädiert für maßvolle Steuererhöhungen

    Frankreich steht vor einer entscheidenden Etappe in der Haushaltspolitik – und der Wirtschaftsminister Eric Lombard zeigt sich entschlossen. In einem Interview mit La Tribune skizzierte er die Grundzüge des kommenden Haushalts und betonte dabei eine klare Botschaft: Steuererhöhungen sollen nur minimal ausfallen, während gleichzeitig das Haushaltsdefizit auf leicht über 5 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gesenkt werden soll. Sein Ziel? Wachstum schützen und politische Kompromisse ermöglichen. Ein Balanceakt zwischen Sparen und Investieren Die Botschaft des Ministers ist deutlich: Ohne Einsparungen und gezielte Maßnahmen wird Frankreich sein wirtschaftliches Gleichgewicht nicht halten können. Lombard spricht von „zusätzlichen Einsparungen“, kombiniert mit „sehr begrenzten Steueranpassungen“. Klingt vernünftig – aber wie realistisch ist das in der Praxis? Sein Ansatz wird sicher nicht ohne Kritik bleiben. Schließlich war das Defizit schon unter der vorherigen Regierung ein heiß umstritte…

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  • Frankreichs Defizit steigt auf 6 % im Jahr 2024 – eine Tendenz, die sich 2025 weiter verschärfen könnte

    Frankreichs Defizit steigt auf 6 % im Jahr 2024 – eine Tendenz, die sich 2025 weiter verschärfen könnte

    Die wirtschaftliche Lage in Frankreich spitzt sich zu. Mit einem Defizit, das 2024 voraussichtlich die Marke von 6 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) übersteigen wird, steht der neue Premierminister François Bayrou vor einer gewaltigen Herausforderung. Die anstehende Diskussion zur Sonderfinanzierung im Parlament ist zwar ein erster Schritt, wird aber die grundlegenden Probleme kaum lösen. Ein Defizit außer Kontrolle Laut aktuellen Schätzungen könnte das französische Defizit bis Ende 2024 bei etwa 6,1 % liegen. Die Bank Morgan Stanley geht sogar von 6,3 % aus. Warum diese dramatische Entwicklung? Bereits 2023 fielen die Steuereinnahmen schwächer aus als erwartet, und dieses Jahr verschärft die politische Unsicherheit die Lage zusätzlich. Unternehmen zögern bei Investitionen, Verbraucher halten ihr Geld zusammen. Weniger Konsum bedeutet niedrigere Einnahmen aus der Mehrwertsteuer – ein Teufelskreis. Während die Einnahmen also schwächeln, geraten die Ausgaben weiter außer Kontrolle. Ein G…

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  • Staatshaushalt 2025: Muss ein Feiertag gestrichen werden?

    Staatshaushalt 2025: Muss ein Feiertag gestrichen werden?

    Soll in Frankreich tatsächlich ein Feiertag gestrichen werden? Einige Politiker finden, dass dies eine Möglichkeit wäre, um zusätzliche Steuereinnahmen zu erzielen und das Staatsbudget zu entlasten. Im Moment gibt es in Frankreich elf gesetzliche Feiertage – und die Meinungen zu dieser Idee gehen weit auseinander. Feiertage als soziales Gut Die Zeitung „Dépêche du Midi“ hat sich auf den Straßen von Toulouse umgehört, und viele Einheimische halten diese Idee für einen schlechten Vorschlag. „Feiertage sind doch wichtig, das ist ein soziales Gut, das man nicht so einfach wieder aufgeben sollte. Es gibt vielleicht andere Möglichkeiten, das Geld aufzutreiben, ohne einen Feiertag zu streichen,“ meint eine Passantin. Einig sind sich die meisten darin, dass das Staatsdefizit ernst genommen werden muss. Die Einsparungen wären durchaus beträchtlich: Ein zusätzlicher Arbeitstag könnte über drei Milliarden Euro einbringen. Der Haken an der Sache Die Diskussion um Feiertage ist in Frankreich nicht …

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