Schlagwort: Sexuelle Gewalt

  • Sexistische und sexuelle Gewalt in öffentlichen Verkehrsmitteln: Sieben von zehn Frauen betroffen

    Sexistische und sexuelle Gewalt in öffentlichen Verkehrsmitteln: Sieben von zehn Frauen betroffen

    Frauen fühlen sich in öffentlichen Verkehrsmitteln oft unsicher – und das aus gutem Grund. Ein neuer Bericht des Observatoire national des violences faites aux femmes zeigt, dass sieben von zehn Frauen in der Region Paris im Laufe ihres Lebens bereits sexistische oder sexuelle Gewalt in Bussen, Bahnen oder Metros erlebt haben. Besonders junge Frauen sind betroffen.

    Ein alltägliches Problem mit erschreckenden Zahlen

    Blicke, die zu lange verweilen, anzügliche Bemerkungen, sexuelle Belästigung oder gar Übergriffe – viele Frauen empfinden den öffentlichen Nahverkehr als unsicheren Raum. Laut einer Untersuchung der RATP (Pariser Verkehrsbetriebe) aus dem Jahr 2022 haben 90 % der Frauen zwischen 19 und 25 Jahren bereits Übergriffe erlebt.

    Die Formen der Gewalt variieren:

    • 39 % berichten von sexistischen oder sexuellen Beleidigungen.
    • 19 % wurden sexuell belästigt.
    • 15 % wurden sexuell angegriffen.
    • 13 % waren Opfer von Exhibitionismus.
    • 6 % gaben an, dass sie eine Vergewaltigung oder einen Vergewaltigungsversuch erlebt haben.

    Warum gerade öffentliche Verkehrsmittel?

    „In überfüllten Zügen oder Bussen, wo Körper auf engstem Raum zusammengedrängt werden und Fluchtmöglichkeiten fehlen, fühlen sich Täter oft sicher“, erklärt Manon Marguerit, Forscherin für Stadtentwicklung. Besonders häufig treten dabei sogenannte „Frotteure“ und Exhibitionisten in Erscheinung. Doch auch ständige Blicke, sexistische Beleidigungen oder unerwünschte Berührungen hinterlassen tiefe Spuren.

    Kaum Anzeigen – warum schweigen die Opfer?

    Nur 7 % der betroffenen Frauen erstatten Anzeige. Eine Zahl, die zeigt, wie schwer es vielen fällt, sich gegen diese Art von Gewalt zu wehren. Die Gründe dafür sind vielfältig: Angst vor einer erneuten Konfrontation, mangelndes Vertrauen in die Justiz oder schlichtweg die Annahme, dass eine Anzeige ohnehin nichts bewirken würde.

    Laut Innenministerium entfallen rund 3 % aller registrierten sexuellen Übergriffe in Frankreich auf den öffentlichen Nahverkehr – eine Zahl, die seit 2016 konstant bleibt.

    Täter sind fast ausschließlich Männer

    Die Statistik ist eindeutig: 99 % der Verdächtigen sind Männer, während 91 % der Opfer Frauen sind. Besonders betroffen sind Frauen unter 30 Jahren, die 75 % der Opfer ausmachen, und minderjährige Mädchen, die mit 36 % ebenfalls einen alarmierenden Anteil darstellen.

    Die Vorstellung, dass Täter zwanghaft oder psychisch auffällig sein müssen, hält die Forscherin Marguerit für gefährlich:

    „Sexuelle Gewalt im öffentlichen Raum ist kein Ausbruch unkontrollierter Triebe, sondern eine Strategie. Die Täter wissen genau, wann und wo sie handeln können, um unentdeckt zu bleiben.“

    Tatsächlich zeigt die Analyse der gemeldeten Fälle, dass Täter oft bestimmte Uhrzeiten und Orte bevorzugen. 29 % der Angriffe finden nach 19 Uhr statt, aber auch tagsüber gibt es viele Vorfälle:

    • 28 % zwischen 12 und 17 Uhr
    • 20 % zwischen 7 und 12 Uhr
    • 19 % zwischen 17 und 19 Uhr

    Öffentliche Verkehrsmittel während der Stoßzeiten bieten ihnen den Vorteil der Anonymität – die dichte Menschenmenge erlaubt es ihnen, unauffällig zu agieren und schnell wieder zu verschwinden.

    Gewalt als Mittel der Machtdemonstration

    Sexuelle Belästigung ist nicht nur Ausdruck individueller Übergriffe, sondern auch ein Mittel, um Machtverhältnisse aufrechtzuerhalten.

    „Es geht nicht nur darum, vermeintliche Triebe zu befriedigen – es geht darum, Frauen zu zeigen, dass dieser Raum Männern gehört“, erklärt Raphaël Adamczak, Sozialpsychologe.

    Strategien der Frauen: Unsichtbar bleiben, vermeiden, schützen

    Die ständige Angst vor Belästigung oder Übergriffen beeinflusst das Verhalten vieler Frauen nachhaltig:

    • 68 % kleiden sich in öffentlichen Verkehrsmitteln bewusst anders.
    • 60 % meiden bestimmte Transportmittel, wenn sie denken, dass ihre Kleidung „auffällig“ sein könnte.
    • 83 % stellen sich lieber mit dem Rücken zur Wand oder Tür, um ungewollten Kontakt zu vermeiden.
    • 93 % setzen sich gezielt neben andere Frauen oder Familien, um potenzielle Gefahrensituationen zu umgehen.

    Die psychologischen Folgen sind schwerwiegend:

    • 34 % der Betroffenen empfinden nach einem Vorfall Scham.
    • 26 % fühlen sich traurig oder depressiv.
    • 23 % ziehen sich aus Angst und Frust zurück.
    • 70 % sind wütend über das Erlebte.
    • 60 % wünschen sich dringend Veränderungen.

    Zunehmend Unterstützung durch Mitreisende

    Ein Lichtblick: Immer mehr Menschen schreiten ein, wenn sie Übergriffe beobachten. Während 2016 nur 10 % der Betroffenen Hilfe von Mitreisenden erhielten, waren es 2023 bereits 23 %.

    In den Pariser Verkehrsmitteln fühlen sich vier von fünf Frauen, die sich an das Personal wenden, gut betreut und ernst genommen. Auch die Zahl der offiziellen Meldungen ist um 86 % gestiegen.

    Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit

    Um Frauen besser zu schützen, haben die Verkehrsbetriebe verschiedene Sicherheitsmaßnahmen eingeführt:

    • Informationskampagnen gegen Belästigung und Gewalt
    • Schulungen für das Personal, um Übergriffe schneller zu erkennen
    • Flexiblere Haltemöglichkeiten bei Nacht – auf manchen Buslinien kann man nach 22 Uhr zwischen den regulären Haltestellen aussteigen
    • Anonyme Meldesysteme, um Vorfälle leichter zu dokumentieren
    • Sicherheitsbegehungen mit Fahrgästen, um Angsträume zu identifizieren und zu entschärfen

    Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die tief verwurzelten Probleme zu lösen? Noch ist die Angst für viele Frauen ein ständiger Begleiter in den öffentlichen Verkehrsmitteln – doch zumindest scheint das Bewusstsein für das Problem endlich zu wachsen.

    Catherine H.

  • Kein „Pflichtprogramm“: CEDH schützt das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung in der Ehe

    Kein „Pflichtprogramm“: CEDH schützt das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung in der Ehe

    Ein wegweisendes Urteil der Europäischen Menschenrechtskonvention (CEDH) sorgt für Aufsehen: Am Donnerstag entschied das Gericht zugunsten einer französischen Frau, die sich gegen eine Scheidung wegen „Verschuldens“ wehrte, die auf ihrer Verweigerung von sexuellen Beziehungen mit ihrem Ehemann beruhte. Die Entscheidung markiert einen wichtigen Meilenstein im Kampf für die Rechte von Frauen und die sexuelle Selbstbestimmung.

    Der Fall: Scheidung wegen „Verweigerung der ehelichen Pflicht“ Im Zentrum des Urteils steht eine heute 69-jährige Französin. Ihr Ehemann hatte nach mehreren Jahren ohne sexuelle Beziehung die Scheidung beantragt und diese mit dem „Nichterfüllen der ehelichen Pflicht“ begründet. Zunächst gab das Berufungsgericht von Versailles ihm 2019 recht und erklärte die Scheidung zu Lasten der Ehefrau – eine Entscheidung, die später vom französischen Kassationsgericht bestätigt wurde. Die Frau legte daraufhin Beschwerde beim CEDH ein und berief sich auf Artikel 8 der Europäisch…

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  • Ein Jahr Haft für Priester wegen sexuellen Übergriffs auf ein Gemeindemitglied in Belfort

    Ein Jahr Haft für Priester wegen sexuellen Übergriffs auf ein Gemeindemitglied in Belfort

    Ein Priester aus Belfort ist vom dortigen Strafgericht zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, nachdem er im Juli 2023 eine Gemeindemitglied sexuell angegriffen hatte. Der 46-jährige Geistliche, der sich derzeit im Togo aufhält und nicht zum Prozess erschien, wurde außerdem mit einem Aufenthaltsverbot in Frankreich belegt. Der Vorfall: Ein Missbrauch von Autorität Die Tat ereignete sich im Juli 2023, als eine Frau, die sich nach einem Burnout der Kirche zugewandt hatte, den Priester in dessen Presbyteriatswohnung aufsuchte. Nach einer Feier im Anschluss an eine Messe, bei der der Priester alkoholisiert war, kam es zu einem Übergriff. Laut der Aussage der Frau versuchte der Priester, sie trotz ihrer klaren Ablehnung zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Die Staatsanwaltschaft stellte klar, dass der Priester seine Machtposition und die Vertrauensstellung, die ihm durch seine geistliche Rolle zukam, ausnutzte, um die Tat zu begehen. Verteidigung und Urteil Der Priester, der seit August 2…

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  • Gérard Depardieu: Prozess ohne den Schauspieler – Anwalt beantragt Vertagung

    Gérard Depardieu: Prozess ohne den Schauspieler – Anwalt beantragt Vertagung

    Am Montag, den 28. Oktober 2024, sollte der bekannte französische Schauspieler Gérard Depardieu vor Gericht erscheinen – wegen der Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen ihn. Doch sein Anwalt, Jérémie Assous, ließ auf dem Sender franceinfo verlauten, dass Depardieu aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein wird. „Gérard Depardieu ist extrem mitgenommen, und leider verbieten ihm seine Ärzte, vor Gericht zu erscheinen“, erklärte Assous.

    Ursprünglich war geplant, dass Depardieu um 13:30 Uhr in der 10. Kammer des Pariser Strafgerichts vor Gericht erscheint, um sich den Anschuldigungen zu stellen, die zwei Frauen gegen ihn erhoben haben. Diese Vorfälle sollen sich im Rahmen eines Filmdrehs im Jahr 2021 ereignet haben. Doch der Schauspieler hofft nun auf eine Verschiebung des Termins. „Es ist ihm sehr wichtig, selbst anwesend zu sein“, betont sein Anwalt. Seit drei Jahren würden zahlreiche Vorwürfe gegen ihn in der Presse kursieren, die ihm sehr zusetzen.

    Eine überraschende Wende

    Noch am Freitag hatte derselbe Anwalt auf franceinfo erklärt, dass Gérard Depardieu vor Gericht erscheinen möchte. Er habe beabsichtigt, seine Unschuld zu beweisen, indem er Zeugen und Beweise vorlegt, die seine Version der Ereignisse stützen. „Er ist das Ziel falscher Anschuldigungen“, sagte Assous damals. Der Anwalt geht sogar so weit zu behaupten, dass es den Klägerinnen vor allem um Geld gehe. Inzwischen sei klar, dass die Zivilkläger Summen zwischen 6.000 und 30.000 Euro als Entschädigung fordern – für Assous ein Zeichen, dass finanzielle Interessen im Vordergrund stehen.

    Die gegen Depardieu erhobenen Vorwürfe sind schwerwiegend. Zwei Frauen beschuldigen den 75-jährigen Schauspieler, sie während der Dreharbeiten zum Film Les Volets Verts im Jahr 2021 sexuell belästigt zu haben. Eine von ihnen, eine Filmausstatterin, erstattete im Februar 2024 Anzeige und warf ihm sexuelle Belästigung, sexuelle Übergriffe sowie sexistische Beleidigungen vor. Ihre Klage führte zur Eröffnung einer Untersuchung.

    Mehrere Anklagen, eine schwierige Verteidigung

    Neben diesen Vorwürfen steht noch eine weitere Anklage gegen den französischen Schauspieler im Raum. Eine zweite Frau, eine Regieassistentin, wirft ihm ebenfalls sexuelle Gewalt während desselben Drehs vor. Und das ist noch nicht alles: Gérard Depardieu ist bereits seit 2020 wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und sexueller Übergriffe auf die Schauspielerin Charlotte Arnould angeklagt.

    Angesichts der Vielzahl an Vorwürfen ist Depardieus Abwesenheit beim Prozess ein deutlicher Rückschlag. Die Öffentlichkeit erwartet Antworten – und auch das Gericht dürfte daran interessiert sein, die Vorfälle umfassend aufzuklären. Warum bleibt der Schauspieler trotz der Schwere der Anschuldigungen fern? Könnte es wirklich nur an seinem gesundheitlichen Zustand liegen?

    Sein Anwalt versichert, dass die Entscheidung medizinisch begründet sei. Depardieu sei „sehr betroffen“, und das Ausmaß der gegen ihn erhobenen Vorwürfe belaste ihn stark. Doch eines steht fest: Die Medienberichte, die ihn seit Jahren verfolgen, sind für den Schauspieler ebenso schwer zu verkraften wie die gerichtlichen Auseinandersetzungen. Und genau deshalb sei es ihm so wichtig, an einem späteren Zeitpunkt persönlich vor Gericht zu erscheinen und sich den Vorwürfen zu stellen.

    Was erwartet Depardieu?

    Sollte der Gerichtstermin vertagt werden, wird Depardieu in einer weiteren, öffentlichen Verhandlung mit den Zeugen und den Beweisen der Kläger konfrontiert werden. Sein Anwalt bleibt optimistisch und ist überzeugt, dass die gesammelten Beweise seine Unschuld belegen werden. Doch wird dies reichen, um das Bild des „monstre sacré“ des französischen Kinos wiederherzustellen, das durch diese Anklagen stark beschädigt wurde?

    Das Leben von Gérard Depardieu war stets von Höhen und Tiefen geprägt – sowohl privat als auch beruflich. Doch diese Anschuldigungen werfen einen dunklen Schatten auf seine jahrzehntelange Karriere. Die Frage, ob er je wieder unbelastet vor die Kamera treten kann, bleibt derzeit offen.

    Mit jeder neuen Anklage wird das Bild komplexer. In der Öffentlichkeit kämpfen nun zwei Narrative gegeneinander: Auf der einen Seite die Behauptungen der Klägerinnen, die klare und erschreckende Details schildern. Auf der anderen Seite die Verteidigung Depardieus, die alles als Lügen und finanzielle Motivation abtut.

    Eines ist sicher: Der Fall Gérard Depardieu wird Frankreich noch eine Weile beschäftigen. Die Öffentlichkeit wird weiterhin gespannt beobachten, wie sich der Fall entwickelt. Und auch wenn der heutige Prozess nicht stattfindet – die Fragen, die dieser aufwirft, bleiben bestehen.

    Vielleicht kommt dann irgendwann die Zeit, in der Gérard Depardieu sich der Justiz stellen muss – ohne Ausflüchte, ohne Vertagungen, sondern mit klarem Blick in die Augen seiner Anklägerinnen.

  • Affäre Pélicot: Die grausame Wahrheit hinter sexueller Gewalt und ihrer täglichen Präsenz

    Affäre Pélicot: Die grausame Wahrheit hinter sexueller Gewalt und ihrer täglichen Präsenz

    Vergewaltigung – ein Verbrechen, das tief in patriarchalen Strukturen verwurzelt ist. In den meisten Fällen sind die Täter Männer, die ihre Macht über Frauen ausüben. Laut Statistiken sind mehr als 96 % der Täter männlich, während etwa 88 % der Opfer Frauen sind. Eine weitere bittere Wahrheit: Häufiger als gedacht kommt der Täter aus dem Umfeld des Opfers. Auch bei der schockierenden Affäre Pélicot, die derzeit Schlagzeilen macht, stehen genau diese Aspekte im Fokus. Aber wie kann es sein, dass Vergewaltigungen immer wieder passieren, ohne dass rechtliche und gesellschaftliche Konsequenzen folgen? Ein Fall, der alles verändern könnte? Es gibt Gerichtsprozesse, die ein ganzes Land erschüttern – und vielleicht wird die Affäre Pélicot einer dieser Prozesse sein. Gisèle Pélicot wurde von ihrem eigenen Ehemann unter Drogen gesetzt, dann an dutzende Männer „verliehen“, die sie wiederholt vergewaltigten. Die Verbrechen wurden fotografiert und gefilmt. Dominique Pélicot, ihr Mann, war das „Ge…

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  • Cannes 2024: Nervosität und #MeToo-Schatten über der Croisette

    Cannes 2024: Nervosität und #MeToo-Schatten über der Croisette

    Wenige Stunden vor der Eröffnung des 77. Filmfestivals in Cannes liegt eine spürbare Nervosität über der glamourösen Croisette. Neue Vorwürfe im Kontext von #MeToo rücken erneut in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit und überschatten die Vorbereitungen des renommierten Events. Explosive Enthül…

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  • Gérard Depardieu wegen sexueller Übergriffe im Oktober vor Gericht

    Gérard Depardieu wegen sexueller Übergriffe im Oktober vor Gericht

    Am Montag, den 29. April, stand der bekannte französische Schauspieler Gérard Depardieu im Mittelpunkt einer langwierigen polizeilichen Untersuchung in Paris. Er steht unter dem Verdacht, während der Dreharbeiten in den Jahren 2014 und 2021 sexuelle Übergriffe begangen zu haben. Ein Gerichtsverfahre…

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  • Zunahme sexueller Gewalt in den Konflikten des Jahres 2023: Ein alarmierender Bericht der Vereinten Nationen

    Zunahme sexueller Gewalt in den Konflikten des Jahres 2023: Ein alarmierender Bericht der Vereinten Nationen

    Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Vereinten Nationen (UN) wirft ein grelles Licht auf die beunruhigende Zunahme sexueller Gewalttaten in Konfliktgebieten im Jahr 2023. Diese Gewaltakte, häufig verübt von staatlichen sowie nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen, finden oft unter dem Schleier der Straflosigkeit statt und stellen eine tiefgreifende Menschenrechtsverletzung dar.

    Ursachen und Kontext

    Der Bericht, der von dem UN-Generalsekretär Antonio Guterres vorgestellt wurde, erklärt, dass die Zunahme dieser Gewaltakte durch neue und eskalierende Konflikte, die Verbreitung von Waffen und eine zunehmende Militarisierung begünstigt wird. Besonders betroffen sind Regionen wie Afghanistan, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, Myanmar, Sudan, Mali und Haiti.

    Opfer und ihre Leiden

    Die überwiegende Mehrheit der Opfer sind Frauen und Mädchen, jedoch sind auch Männer, Jungen und Personen verschiedener Geschlechtsidentitäten betroffen. Die sexuelle Gewalt wird nicht nur als Kriegstaktik eingesetzt, sondern auch als Mittel der Folter und des Terrors. Viele dieser Verbrechen ereignen sich in Haftanstalten oder inmitten der Konfliktzonen.

    Ein besonders schockierender Aspekt des Berichts ist die Beschreibung der Vorfälle in den palästinensischen Gebieten und in Gaza während des Überfalls der Hamas am 7. Oktober, einschließlich der Misshandlungen durch israelische Sicherheitskräfte sowie der Anschuldigungen gegen die Hamas bezüglich Vergewaltigungen und sexueller Folter.

    Aufruf zum Handeln

    Angesichts dieser grausamen Realität fordert Guterres, dass sexuelle Gewalt in allen politischen Vereinbarungen und Waffenstillstandsabkommen berücksichtigt wird. Er appelliert an die israelische Regierung, humane Behandlungen für alle Gefangenen zu gewährleisten und fordert, dass den zuständigen UN-Organen umgehend erlaubt wird, alle mutmaßlichen Verstöße zu untersuchen.

    Diese Forderungen unterstreichen die Notwendigkeit einer internationalen Reaktion und die Bedeutung von Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung in Konfliktregionen. Die Fortsetzung dieser Gewaltakte ohne angemessene Reaktionen und Maßnahmen zur Rechenschaft zieht die Grundprinzipien der Menschenrechte und der internationalen Gemeinschaft in Zweifel. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Bericht als Weckruf dient, um effektivere Strategien zur Bekämpfung und Prävention sexueller Gewalt in Konflikten zu entwickeln und umzusetzen.

  • Sexuelle Gewalt: 114.000 registrierte Opfer in 2023 – davon 84.000 außerhalb der Familie

    Sexuelle Gewalt: 114.000 registrierte Opfer in 2023 – davon 84.000 außerhalb der Familie

    Unter den Opfern dieser Art von Gewalt sind Frauen, ob minderjährig oder volljährig, in der großen Mehrheit (85%), im Gegenzug sind die Angeklagten fast ausschließlich Männer (96%).

    Im Jahr 2023 wurden 114.000 Opfer sexueller Gewalt von den französischen Sicherheitsbehörden registriert, so die Pressemitteilung des Statistischen Dienstes des Ministeriums für Innere Sicherheit (SSMSI), die der Sender Franceinfo am Donnerstag, dem 7. März einsehen konnte. Von diesen Opfern haben 74% sexuelle Gewalt außerhalb der Familie oder der Ehe erlitten, das sind fast 84.000 Opfer, eine Zahl, die seit 2016 leicht gesunken ist. Drei Viertel der registrierten sexuellen Gewaltfälle außerhalb der Familie waren körperliche Gewalt, wie Vergewaltigung oder versuchte Vergewaltigung, Körperverletzung oder gewalttätiger sexueller Übergriff. Unter den Opfern dieser Art von Gewalt sind Frauen, ob minderjährig oder volljährig, in der großen Mehrheit (85%), im Gegensatz zu den Beschuldigten, die fast ausschließlich Männer sind (96%).

    Laut der Umfrage „Vécu et ressenti en matière de sécurité (VRS) 2022“ erstatten nur 2% der 18- bis 74-Jährigen, die Opfer sexueller Gewalt außerhalb der Familie geworden sind, Anzeige bei den Sicherheitskräften. Bei körperlicher sexueller Gewalt (Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung, gewalttätiger sexueller Übergriff) liegt die Quote bei 6%. Die Dunkelziffer ist offensichtlich sehr hoch.

  • Frankreich: Ein Viertel der jungen Frauen erlebte in der Schule  sexistische und sexuelle Gewalt

    Frankreich: Ein Viertel der jungen Frauen erlebte in der Schule sexistische und sexuelle Gewalt

    Die Umfrage zeigt außerdem, dass 38% der jungen Frauen in Frankreich schon einmal mit Cybermobbing konfrontiert waren.

    Ein Viertel der jungen Frauen in Frankreich hat mindestens eine Form von sexistischer und sexueller Gewalt in der Schule erlebt, berichtet eine Umfrage von OpinionWay für Plan International France. Diese NGO setzt sich für die Gleichstellung von Mädchen und Jungen und die Achtung ihrer Grundrechte ein.

    Sexuelle und sexistische Gewalt sind „alle Handlungen, die darauf abzielen, eine Person auf der Grundlage ihrer tatsächlichen oder wahrgenommenen Geschlechtsidentität abzuwerten, zu erniedrigen oder anzugreifen“, erklärt die Studie. Sie können „physischer, verbaler, psychologischer oder sexueller Natur“ sein, heißt es weiter. Darunter fallen sexistische Einstellungen, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen.

    Die Umfrage geht auch auf die Schwierigkeit der betroffenen Mädchen ein, über das Erlebte zu sprechen. Nur zwei Drittel der Opfer von sexualisierter und sexueller Gewalt haben sich jemandem anvertraut. In einem Drittel der Fälle vertrauen sie sich einer Freundin an. Ein weiteres Drittel vertraut sich ihren Eltern an. Im Gegensatz dazu wenden sich nur 18% der Opfer an das Schulpersonal, obwohl die Rolle der Schulen bei der Prävention und Unterstützung von entscheidender Bedeutung ist.

    Fast 40% der jungen Frauen in Frankreich waren schon mit Cybermobbing konfrontiert.
    Die Studie ergab auch, dass 38% der jungen Frauen schon einmal mit Cybermobbing konfrontiert waren. 9% haben es selbst erlebt. 32% haben Cybermobbing einer anderen Schülerin an ihrer Schule miterlebt. 66% der Opfer von Cybermobbing gaben an, dass sie auch Opfer von sexistischer und sexueller Gewalt in ihrer Schule geworden waren. Zwei Drittel der Betroffenen sind der Meinung, dass die Schule die Opfer dieser Art von Online-Gewalt nicht ausreichend schützt und begleitet.

    Nur ein Drittel der befragten jungen Frauen gibt an, dass sie eine Sprechstunde zum Thema sexistische und sexuelle Gewalt genutzt haben. Weniger als die Hälfte von ihnen gab an, dass sie in der Schule an einer Präventionsveranstaltung zum Thema Cybermobbing teilnehmen konnten. Schließlich befasst sich die Umfrage auch mit den Tätern. In 83% der Fälle sind Jungen oder junge Männer beteiligt, in 34% der Fälle sind es Mädchen. In sechs von zehn Fällen handelt es sich eher um eine Gruppenhandlung als um die Tat einer Einzelperson.

    Diese geschlechtsspezifische Gewalt kann sich negativ auf die Schulbildung von Mädchen im Teenageralter auswirken. Von den Opfern sexualisierter und sexueller Gewalt geben 11% an, dass sie wegen dieser Gewalt schon einmal vom Unterricht ferngeblieben sind.