Schlagwort: Schule

  • Rückkehr der Masern in der Region Isère – Ein Weckruf für die Impfbereitschaft

    Rückkehr der Masern in der Region Isère – Ein Weckruf für die Impfbereitschaft

    Seit dem 12. März 2025 ist in der französischen Region Isère, insbesondere im Bièvre-Gebiet, ein beunruhigender Ausbruch von Masern zu beobachten. Innerhalb weniger Wochen wurden bis zum 8. April bereits 22 Fälle gemeldet, davon 18 durch Labortests bestätigt. Die Infektionen traten hauptsächlich im familiären Umfeld sowie in Schulen auf – genau dort, wo sich Menschen nahekommen und das Virus leicht die Runde macht. Wenn die Schule zum Infektionsherd wird Alles begann im landwirtschaftlichen Gymnasium von La Côte-Saint-André. Dort wurde der erste Fall festgestellt, der sich wie ein Lauffeuer auf andere Schulen übertrug: die Institution Saint-François Sainte-Cécile sowie das Collège Jongkind sind ebenfalls betroffen. Um dem entgegenzuwirken, startete am 31. März eine Impfaktion für Schüler und Personal, deren Impfschutz nicht vollständig war. Bis jetzt haben rund 100 Personen in diesen Einrichtungen eine Impfung erhalten – ein Schritt, der dringend nötig war. Die Impfkampagne wird ausgew…

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  • Wenn die Schule dem Drogenhandel weichen muss: Saint-Ouen und ein stiller Aufschrei

    Wenn die Schule dem Drogenhandel weichen muss: Saint-Ouen und ein stiller Aufschrei

    In Saint-Ouen, nur einen Steinwurf von der schillernden Metropole Paris entfernt, hat sich ein Drama entfaltet, das in seiner Tragweite weit über eine Schulmauer hinausreicht. Eine Vorschule, die École Maternelle Émile Zola, wird verlegt – nicht wegen Renovierung, nicht wegen Überfüllung. Sondern weil der Drogenhandel vor der Tür zu allgegenwärtig wurde. Weil Eltern Angst haben – um die Sicherheit ihrer Kleinsten. Was wie ein skurriles Detail aus einem Kriminalroman klingt, ist bittere Realität.

    Drogen vor der Tür – und auf dem Schulhof Der Schauplatz: Passage Élisabeth. In Fachkreisen schon lange als Brennpunkt bekannt, im Alltag jedoch der Ort, an dem Kinder Lesen, Basteln und Spielen lernen sollen. Doch seit Monaten häufen sich beunruhigende Vorfälle: Im Dezember flog eine Lachgas-Bonbonne durch das Schulfenster. Seit Mai letzten Jahres finden Lehrer und Schüler regelmäßig kleine Drogensäckchen auf dem Schulhof. Nicht irgendwo in der Stadt – auf dem Spielplatz einer Vorschule. Wie …

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  • Drogen, Angst und Klassenzimmer: Wenn der Schulweg zum Risiko wird

    Drogen, Angst und Klassenzimmer: Wenn der Schulweg zum Risiko wird

    In Saint-Ouen, einem Vorort von Paris, stehen Eltern und Schulleitung vor einer bedrückenden Realität: Drogenhandel direkt neben der Vorschule. Die Annexe der École Maternelle Émile Zola grenzt an die Cité Zola-Arago – ein Viertel, das längst als Umschlagplatz für Drogen bekannt ist. Hier tobt ein stiller Krieg, bei dem die Unschuld der Kindheit auf dem Spiel steht. Was vor einigen Monaten noch wie ein Einzelfall wirkte, ist längst zur beunruhigenden Routine geworden. Bereits im Mai 2024 stieß die Schulhausmeisterin auf mehrere Päckchen Kokain auf dem Gelände der Vorschule. Ein paar Monate später entdeckte ein Kind erneut Drogenpäckchen. Und als wäre das nicht genug, flogen im Januar 2025 Lachgas-Kartuschen durch die Luft – eine davon zerbrach das Fenster der Schulbibliothek. Das ist kein düsteres Drehbuch – das ist der Alltag von Vorschulkindern in Saint-Ouen. Eltern sind in Aufruhr. Einige haben sich organisiert und eine Petition gestartet. Ihre Forderung: Sofortige Maßnahmen zum Sch…

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  • Wenn ein Labrador zum Lieblingslehrer wird – Wie ein Schulhund im Cantal Leben verändert

    Wenn ein Labrador zum Lieblingslehrer wird – Wie ein Schulhund im Cantal Leben verändert

    In einem Berufsgymnasium im französischen Aurillac hat sich seit Kurzem ein ganz besonderer „Kollege“ in den Schulalltag eingefunden – vier Pfoten, treue Augen und jede Menge Einfühlungsvermögen. Der zweijährige Labrador Urda ist mehr als nur ein Haustier. Er ist Begleiter, Zuhörer, Seelentröster – und mittlerweile ein fester Bestandteil des pädagogischen Konzepts.

    Wer hätte gedacht, dass ein Hund den Unterschied machen kann zwischen einem stressigen Schultag und einem, der sich fast ein bisschen nach Zuhause anfühlt?

    Ein tierischer Klassenkamerad

    Seit Beginn des Schuljahres gehört Urda offiziell zum Team. Ausgebildet wurde er von einer spezialisierten Organisation, die Hunde für therapeutische und pädagogische Zwecke vorbereitet. Er lebt bei Hélène Douarre, einer Lehrerin des Gymnasiums, die zugleich seine Bezugsperson ist. Jeden Morgen begleitet er sie zur Schule, wo er auf seinem kleinen Teppich mitten im Klassenraum Platz nimmt – bereit, die Stimmung zu heben.

    Was zunächst wie eine charmante Idee klingt, zeigt schnell tiefgreifende Wirkung.

    Mehr Ruhe, mehr Konzentration, weniger Druck

    „Seine bloße Anwesenheit schafft eine Atmosphäre der Ruhe und Geborgenheit“, sagt Hélène Douarre. Urda ist nicht laut, nicht aufdringlich – er ist einfach da. Wenn ein Schüler nervös ist, sich nicht wohlfühlt oder Angst vor einer Prüfung hat, reicht oft ein Blick, eine Berührung, ein kurzes Streicheln des Fells – und schon sinkt der Stresspegel.

    Ein Schüler bringt es auf den Punkt: „Wenn es mir nicht gut geht, frage ich, ob ich zu Urda darf – danach ist es sofort besser.“

    Klingt fast magisch, oder?

    Nicht nur ein Kuscheltier

    Tatsächlich belegen viele Studien inzwischen die positive Wirkung von Tieren im pädagogischen Umfeld. Tiere – besonders Hunde – wirken beruhigend, fördern das soziale Miteinander und helfen, emotionale Blockaden zu lösen. In der Praxis bedeutet das: Schüler, die sonst Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren, schaffen es besser durch die Tests. Die Atmosphäre im Klassenraum ist gelassener, das Lernen effektiver.

    Ein anderer Schüler erzählt: „Ich komme lieber in diesen Kurs – einfach weil Urda da ist.“

    Ein pädagogisches Konzept mit Zukunft?

    Urda ist ein sogenannter Mediationshund – kein Therapiehund im medizinischen Sinne, aber ein Begleiter, der gezielt eingesetzt wird, um emotionale Unterstützung zu leisten. Und während er im Unterricht entweder döst oder sich leise von Schüler zu Schüler bewegt, geschieht etwas, das viele Pädagogen sich oft nur wünschen können: Der Unterricht wird entspannter, die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern vertieft sich.

    Solche Ansätze stecken in vielen Regionen noch in den Kinderschuhen – dabei zeigen Erfahrungen wie in Aurillac, wie einfach und wirkungsvoll sie sein können. Die Schule wird zu einem Ort, an dem nicht nur Wissen vermittelt wird, sondern auch menschliche Nähe, Verständnis und Geborgenheit eine Rolle spielen.

    Was Urda so besonders macht

    Natürlich, es ist nicht nur die Rasse oder die Ausbildung. Es ist auch Urdas Wesen – sanft, aufmerksam, geduldig. Er fordert nichts, aber er gibt viel. Seine Anwesenheit ist ein stiller Anker in einem Schultag voller Anforderungen.

    Es geht nicht darum, dass jede Schule nun einen Hund braucht. Aber vielleicht darum, sensibler zu werden für das emotionale Klima im Klassenzimmer. Und manchmal braucht es eben keine großen Worte – sondern einfach einen Hund wie Urda.

    Catherine H.

  • Frankreich: Missbrauch in katholischen Schulen – Opfer klagen über systematisches Schweigen

    Frankreich: Missbrauch in katholischen Schulen – Opfer klagen über systematisches Schweigen

    Die Mauer des Schweigens beginnt zu bröckeln – aber sie steht noch immer. Bei einer Anhörung vor der Nationalversammlung in Paris machten Betroffene von Missbrauch an katholischen Bildungseinrichtungen in Frankreich ihrem Unmut Luft. Und sie taten das mit einer Dringlichkeit, die niemanden im Saal kalt ließ. Im Zentrum steht die sogenannte „Affäre Bétharram“, benannt nach dem Skandal um die Einrichtung Notre-Dame de Bétharram. Dieser Fall hat zahlreiche weitere Zeugnisse ans Licht gebracht – aus Schulen, Internaten und religiösen Institutionen in ganz Frankreich. Was nun ans Tageslicht kommt, ist erschütternd: jahrzehntelange Missbrauchsgeschichten, überdeckt von einem institutionellen Schweigen – sowohl in der Kirche als auch im Staat. „Man schützt die Institution, nicht das Kind“ Alain Esquerre, Sprecher der Opfergruppe von Bétharram, brachte es auf den Punkt: „Wenn nicht Bürger selbst den Stier bei den Hörnern packen, läuft das System einfach weiter. Und das ‚Bloß-keine-Wellen-schla…

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  • Dicke Luft für Schüler: Luftverschmutzung gefährdet Kinder in Südfrankreich

    Dicke Luft für Schüler: Luftverschmutzung gefährdet Kinder in Südfrankreich

    Schulen sollten sichere Orte sein – Orte des Lernens, Spielens und Wachsens. Doch in Marseille, Nizza, Cannes und Avignon atmen Hunderttausende von Schülern täglich Luft, die alles andere als gesund ist. Eine aktuelle Untersuchung der Umweltorganisation Respire zeigt alarmierende Zahlen: In fast allen Schulen der Region übersteigen die Werte für Stickstoffdioxid und Feinstaub die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

    Was bedeutet das für die Gesundheit der Kinder? Und warum wird nicht schneller gehandelt, um die Luftqualität zu verbessern?


    Atemluft als Gesundheitsrisiko

    Die Studie von Respire, die sich auf Luftqualitätsdaten aus dem Jahr 2023 stützt, untersuchte 2.800 Schulen in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Das Ergebnis ist ernüchternd:

    • Über 50 % der Schulen überschreiten die empfohlene Grenze für Stickstoffdioxid (NO₂).
    • 98 % der Schulen liegen über den WHO-Grenzwerten für Feinstaub (PM 10 und PM 2.5).
    • Rund 900.000 Schüler sind täglich einer erhöhten Luftverschmutzung ausgesetzt.

    Stickstoffdioxid stammt hauptsächlich aus dem Straßenverkehr – vor allem aus Dieselabgasen. Feinstaub entsteht durch Verbrennungsvorgänge, aber auch durch den Abrieb von Reifen und Bremsen. Besonders problematisch: Diese winzigen Partikel dringen tief in die Lunge ein und können langfristige Schäden verursachen.

    Schulwege durch Smog-Zonen

    In Marseille gibt es keine Schule, die die WHO-Empfehlungen für Luftqualität erfüllt. Besonders betroffen sind zentrale Stadtteile. Nur einige Einrichtungen im 7. Arrondissement und in entlegeneren Gegenden weisen eine „passable“ Luftqualität auf – was nichts anderes bedeutet, als dass die Verschmutzung „nur“ knapp unter den höchsten Belastungsstufen liegt.

    Ein Drittel der Schüler in Marseille atmet doppelt so viele Feinstaubpartikel ein, wie es die WHO für gesundheitlich vertretbar hält. Auch in Nizza und Cannes sind die Werte alarmierend hoch.

    Das wirft eine unangenehme Frage auf: Warum schickt man Kinder jeden Tag in eine Umgebung, die ihrer Gesundheit schadet?


    Luftverschmutzung: Ein stiller Krankmacher

    Die Folgen der Luftverschmutzung sind nicht zu unterschätzen. Laut Respire trägt die Belastung durch Stickstoffdioxid und Feinstaub zu 12 bis 20 % aller neuen Atemwegserkrankungen bei Kindern bei. Dazu gehören:

    • Asthma
    • Chronische Bronchitis
    • Allergien und Lungenentzündungen
    • Mittelohrentzündungen
    • Sogar Leukämien werden mit Feinstaubbelastung in Verbindung gebracht

    Kinder sind besonders anfällig, da ihre Lungen noch in der Entwicklung sind. Wer in jungen Jahren schlechter Luft ausgesetzt ist, hat später ein höheres Risiko für chronische Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Probleme.

    Kurz gesagt: Hier geht es nicht um ein vages Umweltproblem – es geht um die Gesundheit einer ganzen Generation.


    Gab es Fortschritte? Ja – aber nicht genug

    Immerhin gibt es einen Lichtblick: Die durchschnittlichen Schadstoffwerte in Städten wie Marseille, Aix-en-Provence, Nizza und Avignon sind in den letzten zehn Jahren gesunken. Das zeigt, dass Verbesserungen möglich sind. Aber reicht das?

    Respire fordert entschiedenere Maßnahmen, um die Luftqualität an Schulen drastisch zu verbessern. Dazu gehören:

    Verkehrsberuhigung und autofreie Zonen vor Schulen
    Bessere öffentliche Verkehrsmittel als Alternative zum Auto
    Mehr Bewusstsein für das Problem, etwa durch Informationskampagnen
    Elektrifizierung von Hafengebieten, damit Schiffe nicht im Hafen Dieselabgase ausstoßen

    Das sind sinnvolle Schritte – doch sie müssen schneller umgesetzt werden. Jede Verzögerung bedeutet, dass weitere Kinder mit schlechter Luft aufwachsen.


    Eltern, Lehrer, Politik – wer übernimmt Verantwortung?

    Die Daten liegen auf dem Tisch. Die Gesundheitsrisiken sind bekannt. Doch wo bleibt die große Veränderung?

    Luftverschmutzung ist kein abstraktes Problem, sondern eine Frage des politischen Willens. Städte wie Paris oder Barcelona zeigen, dass Maßnahmen wie autofreie Innenstädte, grüne Schulhöfe oder emissionsfreie Busse funktionieren. Warum also nicht in Marseille, Nizza oder Cannes?

    Die Frage ist nicht, ob gehandelt werden sollte, sondern wie schnell.


    Ein Aufruf zum Handeln

    Am Montag, dem 17. März, organisierte Respire eine Kundgebung vor der École Franklin-Roosevelt in Marseille. Eltern, Lehrer und Anwohner waren aufgerufen, sich zu beteiligen.

    Es geht um mehr als Zahlen und Statistiken – es geht um saubere Luft für Kinder. Und das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

    Von Andreas M. B.

  • Plastik: Rückkehr in die Schulkantinen – Umweltschützer laufen Sturm

    Plastik: Rückkehr in die Schulkantinen – Umweltschützer laufen Sturm

    Ein neuer Regierungsentwurf sorgt für Empörung: Plastikbesteck und -geschirr sollen wieder in französische Schulmensen und Kindertagesstätten zurückkehren. Nachdem sie erst Anfang 2025 verbannt wurden, plant die Regierung nun eine Kehrtwende – zum Entsetzen von Umweltverbänden und Eltern.

    Ein Schritt zurück?

    Die Entscheidung steht im Widerspruch zu den Umweltgesetzen „Egalim“ (2018) und „Agec“ (2020), die die schrittweise Abschaffung von Einweg- und Plastikgeschirr vorsahen. Die Regelungen waren ein Meilenstein im Kampf gegen Kunststoffverschmutzung. Nun sollen zumindest wieder Messer, Gabeln und Teller aus Kunststoff erlaubt werden – allerdings nur in der wiederverwendbaren Variante.

    Die öffentliche Konsultation zu diesem Dekret läuft seit dem 20. Februar und endet am 14. März. Die ersten Reaktionen sind eindeutig: Wütende Kommentare überschwemmen die Website des Umweltministeriums. Ein Nutzer bringt es auf den Punkt: „Das ist eine ökologische Katastrophe und eine Gefahr für unsere Kinder.“

    Gefährliches Plastik?

    Umweltverbände schlagen Alarm. „Das ist ein Rückschritt in Sachen Gesundheit und Umweltschutz“, kritisiert Tania Pacheff von der Organisation Cantines sans plastique. Sie weist darauf hin, dass Plastik – unabhängig von seiner Wiederverwendbarkeit – problematische Stoffe enthalten kann.

    „Plastik enthält Moleküle, die gesundheitsschädlich sein können“, warnt sie. Besonders beim Kontakt mit heißen Speisen oder bei kleinen Kratzern könnten winzige Kunststoffpartikel freigesetzt und von Kindern aufgenommen werden.

    Für viele Beobachter ist die Sache klar: Die Regierung gibt dem Druck der Kunststofflobby nach.

    Eine juristische Grauzone?

    Das Umweltministerium verteidigt das Dekret mit einer „notwendigen juristischen Korrektur“. Bisher fielen nur „Lebensmittelbehälter“ unter das Verbot – Teller und Besteck seien jedoch formal keine Behälter. Diese Lücke hätte die Plastikindustrie nutzen können, um gegen das ursprüngliche Verbot zu klagen.

    Joseph Tayafeh, Generalsekretär der Lobbyorganisation Plastalliance, bestätigt diesen juristischen Kampf: „Wenn ein Gesetz unseren Unternehmen schadet und rechtliche Schwächen hat, dann greifen wir es an.“ Laut ihm verstößt Frankreich sogar gegen europäisches Recht, indem es striktere Regeln einführt als die EU vorgibt.

    Ein Kampf, der weitergeht

    Die Umweltverbände geben sich jedoch nicht geschlagen. „Wir haben so lange für diese Gesetze gekämpft, wir werden nicht tatenlos zusehen, wie sie verwässert werden“, betont Pacheff.

    Ob das Dekret tatsächlich in Kraft tritt, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Der Kampf um Plastik in Frankreichs Schulkantinen ist noch lange nicht vorbei.

    Von C. Hatty

  • Trumps neuer Kreuzzug: Die Zerschlagung des Bildungsministeriums

    Trumps neuer Kreuzzug: Die Zerschlagung des Bildungsministeriums

    Donald Trump setzt erneut zu einem Frontalangriff auf eine zentrale Institution der US-Regierung an. Sein neuester Plan: die Schließung des Bildungsministeriums. Ein entsprechender Entwurf für eine präsidiale Verfügung (Executive Order) soll bereits am Donnerstag unterzeichnet werden. Damit würde Bildungsministerin Linda McMahon angewiesen, „alle notwendigen Schritte“ einzuleiten, um das Ministerium „im größtmöglichen rechtlich zulässigen Umfang“ abzuwickeln. Doch die Realität ist komplexer – und die Folgen potenziell drastisch.

    Ein Ministerium auf dem Abstellgleis

    Formal fehlt Trump die Macht, das Bildungsministerium per Dekret aufzulösen. Dies kann nur der Kongress beschließen – und dafür wären 60 Stimmen im Senat notwendig, die angesichts der republikanischen Mehrheit von 53 Stimmen nicht in Sicht sind. Doch Trump verfolgt eine andere Strategie: Wo er Institutionen nicht direkt abschaffen kann, stranguliert er sie finanziell und organisatorisch. Bereits jetzt sind tiefgreifende Kürzungen im Bildungsministerium angekündigt. Ein massiver Personalabbau steht bevor, zahlreiche Programme und Fördermittel sollen zusammengestrichen werden.

    Besonders betroffen sind Bundesprogramme wie Title I, das jährlich 18,4 Milliarden Dollar an Schulen in wirtschaftlich benachteiligten Gegenden verteilt, sowie die Unterstützung für Schüler mit Behinderungen in Höhe von 15,5 Milliarden Dollar. Hinzu kommt das gigantische Bundesdarlehensprogramm für Studierende, das ebenfalls unter der Aufsicht des Ministeriums steht. Sollte die Behörde stark beschnitten oder zerschlagen werden, droht Chaos im Bildungssektor – Millionen Schüler, Studenten und Schulen könnten auf sich allein gestellt sein.

    Ideologie statt Effizienz

    Offiziell begründet Trump den Schritt mit dem Ziel, „die Macht über die Bildung wieder an die Bundesstaaten und lokalen Gemeinschaften zurückzugeben“. Doch diese Argumentation hält einer genaueren Prüfung kaum stand: Bildungspolitik wird in den USA ohnehin weitgehend von den Bundesstaaten und Kommunen bestimmt. Der Bund kann lediglich über Finanzhilfen und Programme Anreize setzen. Der wahre Kern des Vorstoßes liegt daher wohl eher in Trumps ideologischer Agenda: ein Generalangriff auf Diversitäts-, Inklusions- und Gleichstellungsprogramme (DEI).

    Trump hat wiederholt betont, dass er Programme zur Förderung von Minderheiten und Frauen als „illegale Diskriminierung“ betrachtet. Schulen und Universitäten, die sich nicht von solchen Initiativen distanzieren, könnten künftig Bundesmittel verlieren. Es ist ein Versuch, konservative Kulturkampf-Themen in die Bildungsdebatte zu integrieren und gleichzeitig den Einfluss der Regierung auf Bildungseinrichtungen in seinem Sinne umzulenken.

    Der Widerstand formiert sich

    Die Reaktionen auf Trumps Pläne fallen erwartungsgemäß heftig aus. Randi Weingarten, Präsidentin der American Federation of Teachers, sprach von einem „Anschlag auf die Chancengleichheit in den USA“. Selbst viele Bildungsexperten mit konservativem Hintergrund sehen das Vorhaben skeptisch – nicht aus ideologischen, sondern aus strukturellen Gründen. Das Bildungsministerium wurde 1979 unter Präsident Jimmy Carter geschaffen, um zentrale Bundesprogramme zu koordinieren. Selbst eine Verlagerung einzelner Aufgaben an andere Ministerien erfordert gesetzgeberische Änderungen, die kaum realistisch sind.

    Linda McMahon, die neue Bildungsministerin, hat bereits erkennen lassen, dass sie Trumps Kurs mitträgt. In einer internen E-Mail an die Mitarbeiter sprach sie von deren „letzter Mission“ – eine kaum verhüllte Ankündigung, dass das Ministerium aufgelöst werden soll. Gleichzeitig weiß auch sie, dass viele Funktionen der Behörde gesetzlich festgelegt sind. Selbst wenn Trump den Haushalt des Ministeriums massiv kürzen kann, bleibt ein Kernbestand an Aufgaben bestehen.

    Ein Ministerium im Niedergang

    Trumps Vorhaben reiht sich ein in eine längere Liste von Versuchen, unliebsame Institutionen entweder direkt zu eliminieren oder zumindest massiv zu schwächen. Ähnliche Strategien verfolgte er bereits beim Umweltschutz (EPA), bei der Gesundheitsbehörde (CDC) oder bei diplomatischen Diensten des Außenministeriums.

    Was bleibt, ist ein Bildungsministerium, das bald nur noch ein Schatten seiner selbst sein könnte. Weniger Mittel, weniger Personal, weniger Einfluss – und Millionen von Schülern, Lehrern und Studenten, die mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert sind.

  • Wird eine Lehrerin aus dem Elsass zur besten Lehrerin der Welt?

    Wird eine Lehrerin aus dem Elsass zur besten Lehrerin der Welt?

    Die Straßburgerin Céline Haller steht im Finale eines der renommiertesten Bildungspreise der Welt. Ihr innovatives Konzept? Gemeinsame Frühstücke im Klassenzimmer, organisiert von den Schülern – für die gesamte Schule.

    Ein Frühstück, das den Schulalltag verändert

    Was mit einer einfachen Beobachtung begann, hat den Unterricht an Hallers Grundschule revolutioniert. „Es gibt Kinder, die morgens keine Zeit zum Essen haben“, erklärt eine Schülerin. Vor über zehn Jahren hatte ihre Lehrerin dieselbe Erkenntnis – und machte daraus ein pädagogisches Projekt. Zwei Mal pro Woche bereiten Haller und ihre Klasse das Frühstück für die gesamte Schule zu.

    Das Ergebnis? Mehr Konzentration, bessere Leistungen und ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl. Der Morgen beginnt nicht nur mit einer Mahlzeit, sondern auch mit Mathe, Naturwissenschaften und Sozialkompetenz – denn die Schüler berechnen Mengen, verteilen Aufgaben und übernehmen Verantwortung. „Das hat eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen und eine Interaktion zwischen mir und den Kindern ermöglicht, die ich vorher nicht kannte“, sagt Céline Haller.

    Im Rennen um den „Nobelpreis der Bildung“

    Mit ihrer unkonventionellen Lehrmethode steht sie nun im Finale des Global Teacher Prize – einer Auszeichnung, die weltweit außergewöhnliche Pädagogen ehrt. Sollte sie gewinnen, wäre sie die erste Französin, die den Titel „Beste Lehrerin der Welt“ trägt.

    Ein Frühstück als Schlüssel zu besserem Lernen? Céline Haller zeigt, dass Bildung manchmal genau dort beginnt – am gemeinsamen Tisch.

    Von C. Hatty

  • Gewalt an Schulen: Paris kämpft gegen das Tragen von Waffen im Klassenzimmer

    Gewalt an Schulen: Paris kämpft gegen das Tragen von Waffen im Klassenzimmer

    Messer, Taser, Eisenstangen – immer häufiger werden in französischen Schulen gefährliche Gegenstände mitgeführt. Besonders in Paris berichten Schüler und Schulpersonal von einer zunehmenden Verbreitung von Waffen, selbst in jüngeren Jahrgangsstufen. Nun will die Regierung härter durchgreifen, um die Situation in den Griff zu bekommen.

    Ein tödlicher Vorfall als Weckruf

    Ende Januar wurde der 14-jährige Elias in Paris erstochen – nur wegen seines Handys. Kurz darauf verkündete Bildungsministerin Elisabeth Borne, dass schärfere Maßnahmen gegen Gewalt an Schulen notwendig seien. Erst kürzlich wurde ein Schüler in einem Pariser Gymnasium schwer verletzt, ein ähnlicher Fall ereignete sich im Januar in Aubagne, nahe Marseille.

    Die Ministerin stellt klar: „Jeder Vorfall mit einer Waffe wird automatisch vor den Disziplinarausschuss gebracht und der Staatsanwaltschaft gemeldet.“ Eine harte Ansage – doch reicht das, um das Problem in den Griff zu bekommen?

    Waffen im Schulalltag: „Die sind bereit zu allem“

    An einem Collège im 19. Arrondissement haben Schüler und Schülerinnen längst Erfahrungen mit bewaffneten Mitschülern gemacht. „Mehrere haben Opinel-Messer mitgebracht. Danach wurden sie rausgeworfen“, erzählt die 14-jährige Kerene.

    Ihre Freundin Abigaëlle erinnert sich an einen Jungen, der sich vor seinen Freunden mit einem Messer brüsten wollte. Ein anderer Schüler berichtet von einem Elfjährigen, der mit einem Taser erwischt wurde – danach war er von der Schule verschwunden.

    „Manche ziehen die Waffen nur zum Angeben, aber andere drohen wirklich damit“, erzählt Kerene weiter. „Da überlegst du dir zweimal, ob du dich mit ihnen anlegst.“

    Das Problem wächst – und beginnt immer früher

    Waffen an Schulen sind kein reines Problem der sozial schwächeren Viertel. Auch in wohlhabenderen Gegenden tauchen sie immer häufiger auf. Hippolyte Fèvre, der für Präventionsmaßnahmen im 17. Arrondissement zuständig ist, erklärt: „Wir finden nicht nur Messer, sondern auch Hammer und Eisenstangen. Wir gehen davon aus, dass viele Schüler bewaffnet sind – von der 6. Klasse bis zum Gymnasium.“

    Laut Fèvre müsse die Prävention schon in der Grundschule beginnen. „Wir müssen früh handeln, um Gewalt gar nicht erst entstehen zu lassen“, sagt er.

    Neue Maßnahmen: Reicht das?

    Die Regierung will handeln. Bis Januar 2025 sollen 600 zusätzliche Schulassistenten und 150 neue Bildungsberater an Brennpunktschulen eingestellt werden. Einige Stellen sind bereits besetzt, weitere Bewerbungen laufen.

    Doch ob das ausreicht, um die wachsende Gewalt einzudämmen? Der Alltag vieler Schüler zeigt: Die Hemmschwelle, Waffen mitzubringen, sinkt. Und solange das so bleibt, bleibt auch die Angst in den Klassenzimmern.

    Catherine H.